Das Team des Zoo-Heidelberg musste am 1. Juni 2026 schweren Herzens Sumatra-Tigerin Karis aufgrund einer schweren, nicht heilbaren Erkrankung des oberen Verdauungstraktes einschläfern. In den vergangenen Wochen haben Tierpfleger, Tierärztin und internationale Fachexperten alles versucht, um der Tigerin bestmöglich zu helfen: intensive Betreuung, umfassende Untersuchungen, medizinische Behandlung, maximal mögliche Ruhe – das Raubtierhaus blieb für Besucher geschlossen. Die letzten Untersuchungen zeigten jedoch, dass weder eine Verbesserung noch eine Heilung der Erkrankung zu erwarten war. Auch internationale Kollegen, die für eine Zweitmeinung hinzugezogen wurden, kamen zu dem gleichen Ergebnis. Zusätzlich verschlechterte sich zuletzt Karis Gesundheitszustand sehr stark. Das Leiden, das mit dem weiteren Krankheitsverlauf verbunden gewesen wäre, war für das Team nicht mehr vertretbar.
Wie geht es den beiden jungen Tigerinnen?
Der Tigernachwuchs, den Karis noch Ende vergangenen Jahres auf die Welt gebracht hat, entwickeln sich gut. Die beiden jungen Tigerinnen sind inzwischen über ein halbes Jahr alt. In der wichtigsten Prägungsphase haben sie von ihrer Mutter viel mitnehmen können. Schon seit einigen Monaten fressen sie Fleisch und erkunden die Außenanlagen immer mutiger unabhängig von ihrer Mutter. Sie haben einander und das Tierpflege-Team betreut die beiden aufmerksam. Die beiden sind nun noch wichtigere Hoffnungsträgerinnen für ihre hochbedrohte Art.
Wie geht es mit den Tigern in Heidelberg weiter?
Sari und Raya werden weiterhin gemeinsam im Zoo Heidelberg aufwachsen. Mit zwei Jahren werden sie soweit sein, um eigene Wege zu gehen. Wie es dann für die beiden weitergeht, entscheidet das Zoo-Team gemeinsam mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Sicher ist: In Heidelberg wird es auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zum Arterhalt der hochbedrohten Sumatra-Tiger leisten.
Das Raubtierhaus ist wieder regulär geöffnet und Besucher können die jungen Tigerinnen auf der Innen- und Außenanlage beobachten.