Artenschutz weltweit

Projekte im Freiland

Der Zoo Heidelberg beteiligt sich an verschiedenen in-situ Artenschutzprojekten auf der ganzen Welt. „In-situ“ bedeutet, dass Tiere in ihrem ursprünglichen, natürlichen Lebensraum beobachtet, erforscht und erhalten werden.

Ein fester Teil der Einnahmen des Zoo Heidelberg fließt direkt in internationale Artenschutzprojekte vor Ort. Der Zoo Heidelberg fördert diese Aktivitäten nicht nur mit Geld, sondern auch mit Know-How und der aktiven Hilfe durch Mitarbeiter des Zoos.

Etwa die Hälfte davon geht an das WAPCA-Projekt (West African Primate Conservation Action), einer gemeinsamen Initiative einiger europäischer Zoos für den Schutz bedrohter Affen in Westafrika. Mit dem restlichen Budget unterstützt der Zoo Heidelberg neben dem Artenschutzzentrum für Feldhamster in Deutschland, direkt auf dem Zoogelände, zudem Projekte in Südamerika, Asien und auf Madagaskar. Ein Notfallfond hilft weiteren Projekten, die dringend Geld benötigen, unbürokratisch und schnell.

Diese Projekte unterstützt der Zoo Heidelberg

Alle Projekte zur Übersicht zum Download

WAPCA | Westafrika

Schutz für Westafrikanische Affen

In den Regenwäldern Ghanas und der Elfenbeinküste leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Durch die Abholzung der Regenwälder und den kommerziellen Handel mit „Bushmeat“ (Fleisch von Wildtieren) sind bereits viele Affenarten dezimiert worden. Die nur hier lebenden Roloway-Meerkatzen und Weißscheitel-Mangaben zählen zu den vom Aussterben bedroht Affenarten.

Der Zoo Heidelberg züchtet seit vielen Jahren die bedrohten Roloway-Meerkatzen. Auf Initiative des Zoos wurde Anfang 2001 WAPCA (West African Primate Conservation Action) gegründet. Unter Führung des Zoo Heidelberg haben sich viele europäische Zoos und Organisationen zusammengefunden, die sich für den Schutz der Affen in den westafrikanischen Regenwäldern einsetzen. Die Aktivitäten in Ghana und an der Elfenbeinküste werden von Heidelberg aus koordiniert. Durch das WAPCA-Projekt werden nicht nur die bedrohten Affen geschützt, sondern das gesamte Ökosystem des Westafrikanischen Regenwalds.

WAPCA Bericht 2016

Zu den Artenschutzmaßnahmen zählen:

  • Tierzählungen
  • Einrichtung neuer Schutzgebiete
  • Ausbildung und Bezahlung von Wildhütern
  • Aufklärung der lokalen Bevölkerung über Schutzmaßnahmen
  • Förderung des Ökotourismus als alternative Einnahmequelle
  • Betrieben einer Auffang- und Zuchtstation für beschlagnahmte Affen

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.wapca.org 

YAQU PACHA | Südamerika

Schutz der Südamerikanischen Meeressäuger

Noch gilt die südamerikanische Mähnenrobbe laut der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) als „nicht gefährdet“, doch beobachten Forscher in den letzten Jahren einen dramatischen Rückgang der Bestände. Täglich verenden Tiere in den Netzen der Fischerboote oder werden als Nahrungskonkurrenten und aus Angst, sie könnten die teuren Netze beschädigen, gezielt gejagt. Auch der stetig wachsende Tourismus in den Regionen um Buenos Aires und Montevideo zwingt immer mehr Tiere dazu, aus ihren angestammten Habitaten abzuwandern.

Hinter dem Namen „Yaqu Pacha“ steht eine Organisation, die sich dem Schutz wasserlebender Säugetiere in Südamerika verschrieben hat. Seit 1992 leistet Yaqu Pacha in Brasilien, Chile, Uruguay und Peru einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz. Zusammen mit lokalen und internationalen Partnern fördert die Organisation Forschungsprojekte, setzt sich in der Umweltpädagogik ein und macht sich für langfristig angelegte  Schutzmaßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt stark. Seit vielen Jahren unterstützt der Zoo Heidelberg ein Projekt von Yaqu Pacha zum Schutz der Mähnenrobben. In einem Workshop tauschten Experten wissenschaftliche Daten über die Mähnenrobben in ihrem Verbreitungsgebiet aus und entwickelten einen Plan zum Schutz dieser mächtigen Meeressäuger.

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.yaqupacha.org 

Sifaka Conservation | Madagaskar

Schutz des Kronensifakas

Seit der Besiedelung der Insel Madagaskar durch den Menschen wurden riesige Waldgebiete vernichtet. Für die Gewinnung von Brennholz, Feldern und menschlichen Siedlungen verschwanden ca. 90 % der ursprünglichen Wälder – und mit ihnen die Lemuren. Als Baumbewohner sind die verschiedenen Sifaka-Arten auf intakte und ausreichend große Waldgebiete angewiesen. Durch die Zerstörung ihres Lebensraums stehen sie jetzt kurz vor der Ausrottung.

2017 kam einer der seltenen Kronensifakas aus dem Zoo von Mulhouse nach Heidelberg. Als Vertreter seiner im Freiland bedrohten Artgenossen soll er helfen, Zoobesucher für den Schutz der Tierart und ihres Lebensraums zu begeistern.

Der Zoo Heidelberg unterstützt das Sifaka Conservation Project (SCP). Hier arbeiten Zoos und Artenschutzorganisationen zusammen, um die Sifakas auf Madagaskar zu schützen. In dem bereits geschützten Dabolavagebiet auf Madagaskar leben einige wenige Sifakas, isoliert von den übrigen Sifaka-Beständen. Um Inzucht zu vermeiden werden diese Tiere zusammen mit den zwanzig in europäischen Zoos gehaltenen Kronensifakas gemeinsam als Zuchtgruppe betreut. Durch Nachzucht im Zoo und durch Austausch von Zootieren mit der Wildpopulation wird die genetische Basis erweitert und das Überleben langfristig ermöglicht.

SCP arbeitet eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Informationsangebote, z. B. zur nachhaltigen Landwirtschaft, und  Unterstützung bei der Wiederaufforstung tragen zum Erhalt der Wälder in der Region und zumSchutz des Kronensifakas bei.

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.sifaka-conservation.org

AEECL | Madagaskar

Schutz der Lemuren auf Madagaskar

Madagaskar ist ein „Hot Spot“ der Biodiversität: Über 70 % der Tiere und Pflanzen, die auf Madagaskar vorkommen, gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Leider gilt die einzigartige Insel vor der Südküste Afrikas gleichzeitig als eines der am stärksten von der Zerstörung bedrohten Naturparadiese der Welt. Fast alle Lemuren, die Affen Madagaskars, sind mittlerweile hochbedroht. Einige stehen bereits kurz vor der endgültigen Ausrottung.

Die Initiative AEECL („Europäische Vereinigung für Studien zum Erhalt der Lemuren“)  und ist ein Zusammenschluss mehrerer europäischer Zoos, die in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung Maßnahmen zum Schutz der Lemurenarten auf Madagaskar durchführen. Der Zoo Heidelberg ist Mitglied der AEECL und unterstützt das Projekt seit vielen Jahren.

In der Region Sahamalaza konnten dank AEECL 2001 ein UNESCO-Biosphärenreservat und 2007 der Iles-Nationalpark entstehen. Umfassende Forschungsstudien sollen grundlegende Aspekte wie Artbildung oder Verbreitungsgebiete der Lemuren untersuchen, so dass gezielt Management- und Artenschutzpläne erstellt werden können. Zahlreiche andere hochbedrohte Tier- und Pflanzenarten, wie z.B. die Fossa, profitieren von den Schutzaktivitäten der AEECL.

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.aeecl.org

Elephant Transit Home | Sri Lanka

Hilfe für Elefantenwaisen auf Sri Lanka

Asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. Stoßzahntragende Elefantenbullen sind durch die Jagd nach Elfenbein bereits extrem selten geworden. Dringen die Elefanten bei der Futtersuche auf die Felder und in die Dörfer der Landbevölkerung vor, ist der Konflikt vorprogrammiert: Er endet für die Elefanten oft tödlich. Jährlich sterben weit über 100 Elefanten allein auf Sri Lanka durch Menschenhand. Darunter sind auch Elefantenkühe, deren Kälber ohne die Fürsorge der Mutter keine Überlebenschance haben.

Im Udawalawe National Park auf Sri Lanka wurde 1995 das Elephant Transit Home (ETH) gegründet. Hier werden Elefantenwaisen aufgezogen, die durch Krankheit, Unfall oder den Menschen ihre Mutter verloren haben. Ziel ist es, die jungen Elefanten so schnell wie möglich wieder auszuwildern. Der Kontakt zum Menschen wird auf ein notwendiges Minimum reduziert. Im Schutzgebiet können sie sich freilebenden Herden anschließen. Aufklärungsarbeit soll die Konflikte zwischen Elefant und Mensch reduzieren. Besucher des ETH unterstützen mit ihrem Eintrittsgeld diese Arbeit und können die Elefanten bei der Fütterung beobachten und fotografieren. Auch Besucher des Zoo Heidelberg helfen diesem Projekt mit ihrem Zoobesuch: Der Zoo Heidelberg spendet einen Teil seiner Einnahmen
für das Elefant Transit Home.

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.eth.dwc.gov.lk

Save Magiao | Asien

Neue Chancen für den Niasbeo

Vor der Westküste Sumatras liegt Nias, eine Insel etwa so groß wie Bali. Nur hier lebt der Niasbeo. Beos sind aufgrund ihrer Begabung, Sprache und Geräusche nachzuahmen, beliebte Haustiere. Der Niasbeo galt im Freiland als ausgestorben, nur Vögel in Käfigen schienen überlebt zu haben. Diese werden meist allein gehalten und daher nicht nachgezüchtet. Ein vom Zoo Heidelberg koordiniertes Forscherteam hat Ende 2015 wieder freilebende Niasbeos gesichtet.

Der Niasbeo ist ein Kultursymbol der Insel und wird von den Einheimischen „Magiao“ genannt. Zusammen mit dem Nias Heritage Museum koodiniert der Zoo Heidelberg ein Projekt zum Schutz dieses Vogels. Das Nias Heritage Museum ist eine einflussreiche Organisation auf Nias, die sich für das kulturelle Erbe und den Erhalt der einheimischen Tier-und Pflanzenwelt einsetzt.

Die wichtigsten Ziele des Projekts 

  • Fortbildung des Personals bezüglich moderner Tierhaltung, insbesondere von Singvögeln
  • Aufbau einer Zuchtstation für Magiaos (Niasbeos)
  • Kampagnen, um Vogelfang und Schmuggel zu reduzieren und Magiao-Besitzer zu motivieren, ihre Vögel dem Zuchtprogramm zu überlassen
  • Suche nach geeigneten Orten zur Wiederauswilderung, um langfristig eine wildlebende Population von Niasbeos zu etablieren
  • Sozialarbeit und Umwelterziehung: Bewohner der Insel sollen stolz auf ihre einzigartige Tierwelt sein und sich für den Schutz „ihres Magiao“einsetzen.

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► www.museum-nias.org 

Artenschutzzentrum Feldhamster | Deutschland

Ein Projekt direkt vor unserer Haustür

Nicht nur exotische Tiere sind durch Jagd, Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung oder andere menschliche Einflüsse gefährdet. Als Schädling in der Landwirtschaft wurde der Feldhamster millionenfach gefangen und getötet. Inzwischen ist der Hamster vom Aussterben bedroht und in weiten Teilen Deutschlands bereits ausgerottet.

Seit 2004 engagiert sich der Zoo Heidelberg für das Überleben der bedrohten Feldhamster in der Region. Auf dem Zoogelände befindet sich das Artenschutz-Zentrum Feldhamster. Die Station liegt abseits des Besucherverkehrs, weil Hamster für eine erfolgreiche Zucht viel Ruhe benötigen. Mit etwas Glück kann man aber die Hamster und ihr Verhalten im Schaugehege hinter dem Flamingosee beobachten.

Zu den Schutzmaßnahmen zählen

  • Zucht von über 100 Hamstern jährlich für die Wiederansiedlung in der Rhein-Neckar-Region
  • Landwirte erhalten für eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung ihrer Felder Ausgleichszahlungen für mögliche Schäden durch die Tiere
  • Bau von Kleintierdurchlässen unter den Straßen, um die Flächen miteinander zu vernetzen

 🔎 Weitere Infos zum Projekt unter ► Mannheimer Artenhilfsprogramm 

Artenschutz im Zoo

Artenschutz im Zoo: Auch direkt im Zoo trägt der Zoo Heidelberg auf unterschiedliche Weise zum Artenschutz bei.

EAZA Artenschutz-Kampagnen

Artenschutz-Kampagnen: Als EAZA-Mitglied beteiligt sich der Zoo regelmäßig durch mit Veranstaltungen oder Spendenaktionen an den EAZA-Kampagnen.

Spenden

Spenden: Jeder Betrag zählt und hilft uns, unsere Projekte noch besser umzusetzen. Machen Sie mit!

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