Sechs Steinkäuze ausgewildert

Erfolgreicher Artenschutz vor unserer Haustür

Vor Kurzem konnten sechs junge Steinkäuze in der Region per Soft-Release vom Zoo Heidelberg und dem BUND Dossenheim ausgewildert werden. Die Jungvögel wurden für drei Tage in kleine Volieren gesetzt, die unmittelbar an geeigneten Nisthilfen angebracht waren. Dort wurden die Tiere mit Futter versorgt. Anschließend wurden die Volieren geöffnet und die Jungkäuze freigelassen. Der Vorteil: Die Tiere kennen die Nisthilfe bereits als sicheren Ort und nutzen sie häufig auch nach der Freilassung weiter. Dadurch soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass die Vögel in dem vorgesehenen Gebiet bleiben und dort ein neues Revier besetzen.

Vier der ausgewilderten Jungkäuze sind im Zoo Heidelberg geschlüpft und aufgewachsen. Zwei weitere Tiere stammen aus dem Alpenzoo Innsbruck. Joshua Förg, Kurator im Zoo Heidelberg freut sich über den neuen Partner beim Projekt „Gemeinsam für den Steinkauz“. „Mit dem Alpenzoo Innsbruck konnten wir einen hervorragenden Partner für unsere Steinkauz- Auswilderungsmaßnahmen finden. Um genetische Vielfalt sicherzustellen, übernehmen die beiden Tiere aus Innsbruck eine wichtige Funktion“, erklärt Förg.

Die Auswilderungen erfolgten an fünf Standorten in Leimen, Reilingen und Heidelberg. An einem Standort wurden probeweise zwei Tiere – ein Männchen aus Innsbruck und ein Weibchen aus Heidelberg – in zwei wenige Meter voneinander entfernten Minivolieren ausgewildert. Ob sich dort im kommenden Jahr ein neues Revierpaar etabliert, wird mit großer Spannung beobachtet. Wie erfolgreich diese Auswilderungsmethode sein kann, zeigte sich bereits. An einem Standort, an dem zuvor keine Steinkäuze nachgewiesen worden waren, wurde 2024 ein Vogel per Soft-Release vom Zoo Heidelberg und dem BUND Dossenheim ausgewildert. 2025 konnte dort ein unberingtes Weibchen beobachtet werden, 2026 gelang an diesem Standort schließlich eine erfolgreiche Brut mit sieben Jungvögeln.

2026 war für das Artenschutzprojekt „Gemeinsam für den Steinkauz“ das bislang erfolgreichste Brutjahr. Im Projektgebiet zwischen Hemsbach-Laudenbach und Reilingen wurden insgesamt 90 Jungvögel dokumentiert. Auch die Zahl der Brutpaare stieg erneut: von 17 im Vorjahr auf nun 22 Brut- bzw. 23 Revierpaare. Damit setzt sich der seit Projektbeginn 2020 andauernde positive Bestandstrend fort. Damals war in der gesamten Großregion nur noch ein bekanntes Brutpaar dokumentiert. Die 22 Brutpaare verteilen sich inzwischen auf zehn Gemarkungen, darunter Ladenburg, Weinheim und Heidelberg.

Der Steinkauz ist eine Artenschutz-Erfolgsgeschichte: Dank der gemeinsamen Arbeit vom Zoo Heidelberg und BUND Dossenheim hat sich die Zahl der Brutpaare und Jungvögel im Projektgebiet in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches erhöht. Die erfolgreiche Saison 2026 bestätigt, dass die Schutzmaßnahmen wirken und die Population wieder stabil wächst. Entsprechend optimistisch blicken die Projektpartner auf die kommenden Jahre.

Veröffentlichung: 29.09.2026