Störche im Zoo Heidelberg

Rekordjahr bei den Störchen

Zahlreiche Jungstörche wurden beringt, zwei mit speziellen Sendern

Wie in jedem Frühjahr haben wilde Weißstörche den Zoo Heidelberg als Brutplatz gewählt. Doch in diesem Jahr ist die Storchenkolonie so groß wie nie zuvor: Mehr als 50 Nester sind besetzt. Vergangene Woche wurden einige der Jungvögel beringt – zwei von ihnen tragen zudem erstmals spezielle Senderringe, mit denen sich ihre Reise in die Winterquartiere verfolgen lässt.

Bereits seit mehreren Wochen sind sie gut zu hören: Mit lautem Schnabelklappern begrüßen sich die Weißstörche auf den Dächern, Nisthilfen und Bäumen des Zoo Heidelberg. Mit mehr als 50 Brutpaaren beherbergt der Zoo in diesem Jahr die größte Storchenkolonie seiner Geschichte. Die Population wächst dabei seit Jahren kontinuierlich. Die wilden Weißstörche kehren jeden Frühling in den Zoo Heidelberg zurück, um hier ihre Jungen großzuziehen. In den Nestern sitzen derzeit zwischen einem und fünf jungen Störchen, zwei bis drei Jungvögel pro Paar sind dabei die Regel. Die Küken sind vor etwa vier bis sechs Wochen geschlüpft und werden von ihren Eltern intensiv versorgt.

Vergangene Woche stand für die Störche die jährliche Nestkontrolle an. Gemeinsam mit dem Storchenbeauftragten der Region, Helmut Stein, wurden fünf Nester mit einem Hubsteiger angefahren. Die vielen weiteren Nester können mit dem Hubsteiger nicht erreicht werden. Insgesamt erhielten elf Jungstörche einen individuellen Erkennungsring, anhand der Nummer auf dem Ring lassen sich die Störche zukünftig eindeutig identifizieren. Die Beringung erfolgt schnell und ohne Beeinträchtigung für die Tiere. Gleichzeitig können Gesundheitszustand und Anzahl der Jungvögel kontrolliert werden. Besonders spannend: Zwei der jungen Weißstörche haben zusätzlich einen modernen Senderring bekommen. Mit der App „Animal Tracker“ lässt sich nachvollziehen, welche Route die Tiere nach ihrem Abflug im Herbst wählen und wo sie den Winter verbringen. Die gewonnenen Daten helfen Wissenschaftlern, das Zugverhalten und die Lebensweise der Weißstörche noch besser zu verstehen.

„Die wachsende Storchenkolonie zeigt, dass der Zoo Heidelberg für die Tiere ein attraktiver und sicherer Brutplatz ist“, sagt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Besonders die beiden Senderringe bieten die Chance, den Zug einzelner Jungvögel in Echtzeit zu verfolgen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Wir freuen uns jetzt schon, wenn die Jungvögel im nächsten Frühjahr zu uns zurückkehren.“

Wer derzeit durch den Zoo spaziert, kann die Störche gut beobachten. Bei sonnigem Wetter nutzen die erwachsenen Vögel die aufsteigende Warmluft, um sich ohne großen Kraftaufwand in die Höhe zu schrauben – ein beeindruckendes Naturschauspiel, das sich am Himmel über dem Zoo Heidelberg beobachten lässt.

Veröffentlichung: 17.06.2026