Im Zoo haben junge Freiwillige die Möglichkeit eigene Projekte umzusetzen.

Nach der Schulzeit richtig anpacken

Paul und Marwin berichten von ihrem Bundesfreiwilligendienst im Zoo Heidelberg

Spritzbeton statt Schulbank: Zwei BFDler und ein FÖJler gestalten im Zoo Heidelberg Sichtbares. Von der Planung bis zur fertigen Mauer übernehmen die jungen Männer dabei viele Arbeitsschritte selbst, angeleitet sowie betreut und unterstützt vom Handwerksteam des Zoos. Wer praktische Erfahrung im Bereich Garten und Handwerk sammeln möchte, kann sich noch für einen Bundesfreiwilligendienst dieses Jahr bewerben.

Routiniert richtet Paul die Düse auf das Metallgerüst um die Pflanzenkübel und trägt Schicht für Schicht den Spritzbeton auf. Neben ihm füllt Yannick den Mörtel in die Maschine, während Marwin die Schläuche kontrolliert. Was heute fast selbstverständlich aussieht, war für die drei vor wenigen Monaten noch völliges Neuland.

Die beiden 19-jährigen Paul Raitzig und Marwin Stiller absolvieren seit September 2025 ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Garten- und Handwerksteam des Zoo Heidelberg. Gemeinsam mit Yannick Erdel, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) macht, haben sie in den vergangenen Monaten zwei spannende Projekte im Rahmen ihres Freiwilligendienstes umgesetzt: die neue Mauer vor dem Schneeeulen-Gehege und eine Verkleidung für große Pflanzenkübel.

„Wir haben bei Null angefangen“, erzählt Marwin. „Welche Maschinen brauchen wir? Welcher Mörtel ist geeignet? Wie baut man überhaupt so eine Struktur? Das mussten wir uns erst erarbeiten.“ Die drei recherchierten Materialien, tauschten sich mit Firmen aus und entwickelten eigene Lösungen. „Das war herausfordernd, aber genau das hat Spaß gemacht“, sagt Marwin. Die Arbeiten begannen bereits im vergangenen Herbst mit Planung und Vorbereitung. Im Frühjahr startete dann die Umsetzung: Alte Holzelemente wurden entfernt, Metall- und Eisenbügel gebogen und befestigt, Estrichgitter eingesetzt und anschließend Schicht für Schicht modelliert. „Wir haben viel nach dem Prinzip ‚trial and error‘ gearbeitet“, berichtet Paul. „Das richtige Mischverhältnis für den Mörtel zu finden, war anfangs gar nicht so einfach. Aber als es dann funktioniert hat, war das ein richtig gutes Gefühl.“ Besonders schätzen die jungen Männer die Verantwortung, die sie übernehmen dürfen. „Eigenständig an so einer Aufgabe zu arbeiten und seine Fähigkeiten auszuprobieren, ist einfach schön“, sagt Paul. „Wir konnten unsere Ideen einbringen und am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat.“ Die fertige Mauer vor dem Schneeeulen-Gehege wertet den Bereich inzwischen sichtbar auf.

Etwas komplexer gestaltete sich die Verkleidung mehrerer großer Kübel für Wasserpflanzen nahe der Elefantenanlage. Anders als bei der Schneeeulen-Mauer mussten die drei dafür ein komplettes Gerüst frei im Raum konstruieren und dreidimensional arbeiten. Die Arbeiten dienten als Vorbereitung für ein noch größeres Vorhaben: die Gestaltung von Fassaden und Beeten im neuen Schildkrötenhaus des Zoo Heidelberg. Wenn alles nach Plan läuft, können Besucher im kommenden Herbst das neue Haus und die Arbeiten der jungen Männer bestaunen.

Die BFDler unterstützen den Zoo-Alltag in vielen Bereichen: Sie helfen bei der Parkreinigung, pflanzen Blumenzwiebeln, reparieren Zäune und haben beim Bau des neuen Außengehege der Varis geholfen. Paul und Marwin entschieden sich nach dem Abitur bewusst für einen praktischen Freiwilligendienst. „Ich wollte erstmal etwas anderes machen als Schule und Lernen – weniger sitzen und mehr anpacken“, erzählt Paul. Nach dem BFD möchte er wahrscheinlich einen handwerklichen Beruf erlernen.

Wer sich für praktische Arbeit, Gartenbau und Handwerk interessiert, kann sich jetzt noch für ein BFD ab September 2026 im Zoo bewerben. Gesucht werden motivierte junge Menschen, die Lust haben, den Zoo aktiv mitzugestalten und dabei wertvolle Erfahrungen fürs Berufsleben zu sammeln. Weitere Informationen gibt es auf der Karriereseite des Zoo Heidelberg.

Veröffentlichung: 13.05.2026