Junge Kängurus auf Entdeckungstour
Auf der Australien-Wiese im Zoo Heidelberg gibt es derzeit besonders viel zu entdecken: Zwei Weibchen der Roten Riesenkängurus haben Nachwuchs. Noch verbringen die Jungtiere die meiste Zeit gut geschützt im Beutel ihrer Mütter. Schon seit einigen Wochen können Besucher bereits einen kleinen Fuß oder sogar den Kopf des Nachwuchses entdecken. Die Jungtiere sind inzwischen rund ein halbes Jahr alt und beginnen die Beutel zu verlassen.
Außerhalb des Beutels gibt es für die jungen Kängurus viel Neues zu entdecken. „Die Kleinen sind neugierig und interessieren sich sogar schon für das Futter. Immer wieder sieht man sie daran schnuppern und ihre Umgebung erkunden“, berichtet Tierpfleger Jonathan Truman. Nach ihren ersten Ausflügen kehren die Jungtiere weiterhin regelmäßig in die Sicherheit des Beutels zurück.
Die Entwicklung der Känguru-Jungtiere beginnt auf ungewöhnliche Weise: Nach der Paarung trägt die Mutter ihren Nachwuchs rund 33 Tage aus. Bei der Geburt ist das Jungtier nur ein bis zwei Zentimeter groß, etwa so groß wie ein Gummibärchen. Es klettert selbstständig in den Beutel seiner Mutter und wächst dort weiter heran. Erst nach mehreren Monaten beginnt es, seine Umgebung immer häufiger zu erkunden. Auch dann kehrt es regelmäßig zur Mutter zurück, um zu trinken und Schutz zu finden.
Eine besondere Fähigkeit macht die Fortpflanzung der Kängurus noch ungewöhnlicher: Die Weibchen können die Entwicklung eines bereits befruchteten Embryos vorübergehend pausieren. Diese sogenannte embryonale Diapause ermöglicht es ihnen, die nächste Entwicklung im Mutterleib aufzuhalten, solange sich noch ein Jungtier im Beutel befindet. Erst wenn dieses den Beutel dauerhaft verlässt, setzt sich die Entwicklung des Embryos fort. So kann eine Känguru-Mutter mehrere Jungtiere in unterschiedlichen Entwicklungsstadien versorgen.
Für Besucher lohnt sich derzeit ein Blick auf die Australien-Wiese besonders. Die Jungtiere zeigen sich immer öfter und erkunden gemeinsam mit den erwachsenen Kängurus ihre Umgebung.