Insgesamt sind mehr als 4.200 Euro für das Artenschutzprojekt WAPCA gesammelt worden.

Gemeinsam für den Schutz der Affen

130 Tierpfleger trafen sich beim Affenpflegertreffen im Zoo Heidelberg

Rund 130 Affenpfleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen vergangenes Wochenende im Zoo Heidelberg zusammen. Neben Fachvorträgen stand vor allem der persönliche Austausch über Tierpflege, Artenschutz und gemeinsame Erfahrungen im Mittelpunkt.

Alle zwei Jahre richtet der Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) ein Treffen aller deutschsprachigen Affenpfleger aus. Erstmals fand dieses Treffen letztes Wochenende im Zoo Heidelberg statt. Auf dem Programm standen zahlreiche Vorträge rund um Haltung, Pflege und Schutz von Primaten. Themen waren unter anderem die Auswilderung von Gorillas, Erfahrungen aus Auffangstationen in Vietnam sowie die Haltung verschiedener Affenarten in zoologischen Einrichtungen. Am Sonntag konnten die Teilnehmer bei Führungen durch den Zoo Heidelberg einen Blick hinter die Kulissen werfen. „Es war schön zu sehen, wie groß das Interesse am gegenseitigen Austausch ist“, sagt Tierpflegerin Tina Steimer vom Zoo Heidelberg. „Durch solche Treffen erfährt man, wie es mit Tieren weitergeht, die zuvor bei uns gelebt haben. Das macht die eigene Arbeit besonders wertvoll.“

Eine wichtige Rolle spielte während des Treffens das Artenschutzprojekt WAPCA (West African Primate Conservation Action), das vom Zoo Heidelberg im Jahr 2001 gegründet wurde. Unter Führung des Zoos haben sich viele weitere europäische Zoos und Organisationen zusammengefunden, die sich für den Schutz der Affen in den westafrikanischen Regenwäldern einsetzen. Besonders im Fokus stehen Roloway-Meerkatzen und Weißscheitel-Mangaben, deren Bestände durch die Abholzung der Regenwälder und Wilderei stark zurückgegangen sind. Durch die Versteigerung verschiedener Gegenstände wurden 3.500 Euro gesammelt, durch zusätzliche Spenden noch weitere 700 Euro. Die komplette Summe wird an das Projekt WAPCA gespendet und unterstützt damit den Artenschutz vor Ort.

„Artenschutz funktioniert nur gemeinsam“, erklärt Anke Jakob, Revierleiterin des Affenreviers im Zoo Heidelberg. „Gerade solche Treffen helfen dabei, Wissen weiterzugeben, Kontakte zu pflegen und voneinander zu lernen. Im direkten Austausch vor Ort lässt sich auch bei schwierigen Themen gemeinsam nach Lösungen suchen und fachlich diskutieren. Dieser direkte Kontakt ist uns besonders wichtig.“ Der Zoo Heidelberg zieht nach dem Wochenende ein durchweg positives Fazit.

Veröffentlichung: 20.05.2026