Löwin Nala ist im Zoo Heidelberg eingezogen
Abschied und Willkommen im Zoo Heidelberg: Während die 18-jährige Binta Anfang der Woche nach Frankreich umgezogen ist, kam am Abend des 8. Oktober die Löwin Nala aus Belgien nach Heidelberg. Die Veränderungen auf der Anlage sind ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung der Löwengruppe in Heidelberg. Mit Nala kam eine junge Löwin als zukünftige Partnerin für Nouri nach Heidelberg.
Für Binta beginnt damit nach rund zehn Jahren in Heidelberg ein neuer Lebensabschnitt. Die Löwin wurde am 24. April 2008 in einem Zoo in Marokko geboren und kam als Jungtier in den Zoo Hannover. Dort traf sie auf den Löwenkater Chalid und bekam dort 2011 und 2014 mit ihm insgesamt fünf Jungtiere. Im April 2016 wechselte sie gemeinsam mit Chalid nach Heidelberg. Nach der Fertigstellung der neuen Löwenanlage im Jahr 2019 hoffte das Zoo-Team lange auf weiteren Nachwuchs. Am 26. August 2024 kam Nouri zur Welt – der erste Löwennachwuchs im Zoo Heidelberg seit langer Zeit.
Inzwischen ist Nouri zu einem kräftigen jungen Löwen herangewachsen und nähert sich der Geschlechtsreife. Damit wäre ein weiteres Zusammenleben mit seiner Mutter nicht mehr möglich. „Binta war viele Jahre bei uns und wir haben uns Anfang der Woche von ihr verabschiedet. Sie war uns sehr ans Herz gewachsen. Es gehört zur Arbeit mit Zootieren, gemeinsam mit anderen Zoos nach einer passenden Lösung für jedes Tier zu suchen“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler. Binta lebt nun im Natur’Zoo de Mervent in Frankreich, gemeinsam mit einem 15-jährigen Löwenkater.
Mit Nala ist eine Partnerin für Nouri im Zoo Heidelberg eingezogen. Die junge Löwin wurde am 20. November 2024 im Zoo Pairi Daiza in Belgien geboren und ist nur wenige Monate jünger als Nouri. Nach Angaben ihrer belgischen Tierpfleger ist Nala eine freundliche, eher vorsichtige Löwin, die besonders gerne am medizinischen Training teilnimmt. Für Nouri und Nala liegt eine Zuchtempfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) vor.
„Wir sind sehr gespannt, wie dieses junge und dynamische Paar unsere Löwenanlage aufmischt“, sagt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir freuen uns sehr, dass Nouri bei uns bleiben darf und wir seine Entwicklung weiter miterleben können. Er war der erste Löwe seit langer Zeit, der in Heidelberg geboren wurde. Jetzt können wir zusehen, wie aus dem Jungtier ein stattlicher Löwe wird.“
Bis Nala und Nouri gemeinsam auf der Anlage unterwegs sein werden, braucht es allerdings noch etwas Zeit. Die Tierpfleger lassen die beiden Löwen langsam miteinander vertraut werden. Dabei können sie sich zunächst durch ein sogenanntes „Schmusegitter“ sehen und riechen, ohne direkt aufeinanderzutreffen. Das Raubtierhaus bleibt während dieser Eingewöhnungsphase geschlossen. Wann die beiden erstmals direkt aufeinandertreffen, entscheiden die Tierpfleger. „Wir geben den beiden nun erstmal Zeit sich kennenzulernen“, erklärt Wünnemann. Langfristig hofft der Zoo Heidelberg auf Nachwuchs, rechnet jedoch noch nicht bald damit: „Das kann durchaus noch ein, zwei oder drei Jahre dauern – wir haben Geduld“.
Hintergrundinfo: Berberlöwe oder Nördlicher Löwe
Der Zoo Heidelberg beteiligt sich mit seinen Löwen am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der Nördlichen Löwen. Die früher gebräuchliche Bezeichnung „Berberlöwe“ basiert auf der Annahme, dass es sich um eine eigenständige Unterart handelt. Genetische Untersuchungen haben inzwischen jedoch gezeigt, dass die Löwen Nordafrikas so eng miteinander verwandt sind, dass sie heute gemeinsam als „Nördliche Löwen“ im Zuchtbuch geführt werden.