Pressemitteilungen

Eins, zwei, drei, vier… viele!

Zoo Heidelberg startet artenreich ins neue Jahr

Wie jedes Jahr heißt es auch im Zoo Heidelberg wieder: Inventur! Dann werden nicht nur die Tiere im Zoo gezählt, sondern jeder Futtersack und jede Maschine aus den Wirtschafts-bereichen müssen ebenfalls vermerkt werden. Zum Jahresabschluss 2017 leben im Zoo Heidelberg 84 Vogelarten, 53 Säugetierarten sowie weitere 26 Tierarten, die Besucher bei einem Rundgang entdecken können. Die 163 Arten bilden einen Bestand von 2701 Tieren.

Die Inventur am Jahresende ist auch ein Rückblick, wie sich der Tierbestand im Laufe des Jahres verändert hat. Auch 2017 gab es wieder zahlreichen Nachwuchs und Neuzugänge, andererseits sind Tiere gestorben oder in andere Zoos umgezogen. Bereits im Frühjahr vergrößerte sich die Trampeltiergruppe mit der Geburt von Hengst Batu, im April zogen die Orang-Utans in einen anderen Zoo nach Belgien um. Im Mai gab es Nachwuchs bei den bedrohten Roloway-Meerkatzen und im Juni kamen die beiden Mähnenrobben-Jungs Pepe und Pedro zur Welt. Mit Kronensifaka „Daholo“ zog Ende 2017 sogar eine ganz neue Tierart in den Zoo Heidelberg ein, die es bisher in keinem anderen deutschen Zoo zu sehen gibt.

Einen Neuzugang der anderen Art gab es im Technik-Bereich: Seit 2017 zählt eine Hebebühne zum Inventar, mit welcher der Zoo nun wichtige Arbeiten selbst ausführen kann: den hohen, alten Baumbestand von Totholz befreien, Dachrinnen säubern oder Nistkästen für heimische Vögel aufhängen – und das in bis zu 20 Metern Höhe.

Je nach Tier gestaltet sich die Inventur mehr oder weniger aufwändig: Bei den Asiatischen Elefanten geht das Zählen schnell, denn die vier Jungbullen sind nicht zu übersehen. Bei den Wandelnden Blättern kann es auch mal länger dauern. Diese Insekten haben eine ganz eigene Strategie entwickelt, um sich vor Fressfeinden zu schützen: Eine hervorragende Tarnung! Sie sehen nicht nur aus wie Laubblätter, sondern ahmen das Laubwerk auch in ihrem Verhalten nach. Wackelt der Ast, auf dem sie gerade sitzen, wiegen sie sich wie Blätter im Wind. Die Tierpfleger müssen daher genau hinschauen, um bei der Inventur keines der Insekten im Terrarium zu übersehen.

Spannend bis zum Schluss bleibt es bei den Webervögeln. Dort wachsen die Jungtiere oft „heimlich“ in der Voliere auf: Die kugelförmigen Nester der Vögel bestehen aus eng verwobenen Grashalmen und besitzen nur eine kleine, runde Öffnung als Eingang für die Elterntiere. So ist der Nachwuchs nicht zu sehen und kann gut geschützt vor Feinden aufwachsen. Der Nebeneffekt für diese Überlebensstrategie: Die Tierpfleger sehen nicht, wie viele junge Webervögel heranwachsen. Erst wenn sie flügge werden, also das Nest verlassen, zeigen sie sich. Doch auch dann ist das Zählen eine Herausforderung, denn die Jungvögel flattern gemeinsam mit den anderen, älteren Vögeln in der Voliere umher. Die exakte Zahl der jungen Webervögel wird tatsächlich erst bei der Inventur erfasst, wenn die Tierpfleger alle Tiere einfangen, um sie zu zählen und Alter und Geschlecht zu bestimmen.

Tierbestand im Zoo Heidelberg (nach Anzahl der Arten/Stand 31.12.2017)

  • 471 Säugetiere in 53 Arten
  • 477 Vögel in 84 Arten
  • 46 Reptilien in 10 Arten
  • 4 Amphibien in 1 Art
  • 1468 Fische in 7 Arten
  • 188 Insekten in 5 Arten
  • 42 Krebstiere in 2 Arten
  • 5 Schnecken in 1 Art

Gesamt: 2701 Tiere in 163 Arten 

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Neue Freunde im Zoo Heidelberg

Katta und Sifaka putzen sich gegenseitig das Fell.
Katta und Sifaka putzen sich gegenseitig das Fell, um den anderen besser kennenzulernen. Foto: Roland Wirth/Zoo Heidelberg

Sifaka Daholo freundet sich mit den Kattas an

Seit Ende letzten Jahres wohnt Kronensifaka Daholo im Zoo Heidelberg. Die ersten Tage blieb er noch hinter den Kulissen, um sich in Ruhe an die neue Umgebung zu gewöhnen. In dieser Zeit konnte Daholo durch Kontaktgitter nach und nach die beiden Kattas schon einmal kennenlernen. Inzwischen bewohnen alle drei Lemuren das neugestaltete Innengehege im Großen Affenhaus.

Die Vergesellschaftung der beiden Lemuren-Arten verläuft vielversprechend. Die Tierpfleger beobachten aufmerksam, wie sich die Freundschaft unter den drei Tieren entwickelt. „Wir achten besonders darauf, ob sich eine gewisse Rangordnung unter den Tieren einstellt und wie sie sich untereinander verhalten“, erklärt Tierpfleger Norman Hänel. „Nicht jedes Tier kommt mit jedem anderen Tier gleichermaßen gut aus. Daher ist es wichtig, die Tiere Schritt für Schritt aneinander zu gewöhnen und das Verhalten genau zu beobachten. Bisher scheint aber alles gut zu klappen.“

Auch die Zoobesucher können die Annäherung mitverfolgen. Häufig ist zu beobachten, wie sich die Tiere gegenseitig putzen. Das Putzen dient nicht nur zur Fellreinigung, sondern ist auch Bestandteil der sozialen Bindung unter den Tieren. Während der ausgiebigen Fellpflege nehmen die Tiere die speziellen Gerüche des anderen wahr und lernen ihn so Stück für Stück besser kennen. Durch den intensiven Körperkontakt werden Spannungen abgebaut und Freundschaften gefestigt. Beide Tierarten haben von Natur aus ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass alle drei nun gemeinsam ihr Gehege unsicher machen können.

Hintergrundinformation

Sowohl Sifakas als auch Kattas stammen ursprünglich aus Madagaskar. Wie viele der dort vorkommenden einzigartigen Tier- und Pflanzenarten stehen beide Lemuren-Arten auf der Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Die Zerstörung ihres Lebensraums lässt die Anzahl der im Freiland lebenden Individuen konstant stark sinken.

Gemeinsam mit sechs anderen europäischen Zoos unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für Kronensifakas auf Madagaskar. Die Besonderheit des Sifaka Conservation-Projekts liegt im Populationsmanagement: Es wird eine Gesamtpopulation bestehend aus aktuell 20 Sifakas in Zoobeständen und weiteren neun Sifakas in einem Freilandgebiet als gemeinsame Zuchtgruppe betreut. Dadurch erfolgt nicht nur ein Austausch unter den sieben beteiligten Zoos, sondern auch die Tiere aus dem Freiland werden in das Erhaltungszuchtprogramm integriert.

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Zoo und Explo starten mit spannenden Projekten ins neue Jahr

Geringe Preisanpassung bei Einzeleintritten, Preissenkung bei Dauerkarten

Für 2018 verspricht der Zoo Heidelberg den Ausbau interessanter Entwicklungen. Bereits seit Mitte Oktober können Besucher des Zoos kostenfrei die Explo-Ausstellung „Meere und Ozeane“ in der Explo-Halle auf dem Zoogelände besichtigen. Die aktuelle Ausstellung ist noch bis Mitte April 2018 in der ehemaligen Reithalle im Zoo zu sehen, dann folgen die besten Exponate aus dem Explo zusammen mit neuen Elementen. Auch bei den Tieren geht es voran, neue Gehege und Tiere erwarten die Besucher in 2018. Dennoch erfolgt zum Jahresbeginn nur eine moderate Anpassung der Einzeleintrittspreise – die Preise der Dauerkarten werden sogar reduziert. Wenn man die Eintrittspreise von Zoo und Explo vergleicht, wird es sogar spottbillig: Gegenüber 2017 sparen die Besucher in 2018 über 40%!

Hinter dem großen Affenhaus wurde bereits mit dem Bau eines neuen Außengeheges für die Lemuren begonnen. Darin sollen zum Beginn der Hauptsaison Sifaka Daholo, der Ende November im Zoo Heidelberg ankam, und die Kattas ihre akrobatische Beweglichkeit voll ausspielen können. Mehr Platz zum Austoben sollen im nächsten Jahr auch die Berberlöwen erhalten. Hier hofft der Zoo Heidelberg auf Nachwuchs – vielleicht ebenfalls schon 2018. Die Baumaßnahmen haben auch hier bereits begonnen. „Diese beiden Investitionen sind bereits in trockenen Tüchern“, kann der kaufmännische Leiter des Zoos, Frank-Dieter Heck, bestätigen. Zu den weiteren Projekten, die in der näheren Zukunft im Zoo geplant sind, werde derzeit noch an den Finanzierungsplänen und Gestaltungsdetails gearbeitet. „Der Zoo soll auch weiterhin attraktiv für unsere Besucher bleiben. Mit der Umgestaltung von Gehegen entsprechend moderner Haltungsempfehlungen möchten wir unseren Tieren optimale Bedingungen bieten“, ergänzt hierzu Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir setzen aber auch hohe Maßstäbe an den Bereich der außerschulischen Bildung, der aktuell zum Großteil von der Zooschule getragen wird. Mit immer mehr Informationen zu unseren Tieren und zum Umgang mit natürlichen Ressourcen, geben wir den Zoobesuchern immer auch einen persönlichen Auftrag an die Hand, sich im Alltag über unsere Natur und die Tiere auf der Erde Gedanken zu machen. Der Einzug des Explo mit seiner interaktiven Ausstellung und des Techniklabors ist ein weiterer Baustein unseres Bildungsauftrages.“

Der Zoo Heidelberg startet mit großen Zielen und Vorsätzen in das nächste Jahr. 2018 soll neue Programmpunkte für den Zoobesuch bringen: Mit der Neugestaltung des Präsentationsprogramms „Tiere live“ wird eine weitere tägliche Veranstaltung aufgebaut, die den Besuchern vorrangig die kleineren und unbekannteren Stars unter den Zootieren näherbringen wird. Die Vorstellung der Vögel und anderer Tiere soll eine spannende Geschichte aus dem Naturschutz erzählen.

Um diese und weitere Projekte umsetzen zu können und Preisentwicklungen bei Futtermitteln sowie Tarifsteigerungen bei Gehältern und weitere Instanthaltungskosten aufzufangen, wurde eine moderate Anpassung der Eintrittspreise beschlossen. Angesichts der Tatsache, dass ab 2018 der Besuch aller neuen Explo-Ausstellungen in der Explo-Halle keinen zusätzlichen Eintrittspreis erfordert, sondern bereits im Zoo-Eintritt enthalten ist, sind die Preise für das kombinierte Angebot sogar erheblich gesunken.

So zahlen erwachsene Zoobesucher nur einen Aufschlag auf den Zooeintritt von 60 bis 80 Cent in der Neben- bzw. Hauptsaison und für Kinder kostet der Zoobesuch nur 30 bis 40 Cent mehr. Für alle, die öfter pro Jahr in den Zoo gehen, lohnt sich eine Dauerkarte für 12 Monate, die im Preis sogar reduziert wurde. Besonders profitieren dabei Familien mit mehr als zwei eigenen zahlungspflichtigen Kindern, denn ab dem dritten Kind gibt es die Kinder-Dauerkarten gratis.

„Ein Zoobesuch soll weiterhin für jeden möglich sein“, erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann. „So bleibt es bei weiteren wichtigen sozial verträglichen Sonderregelungen: Alle Besucher mit Heidelberg-Pass erhalten freien Eintritt, für Heidelberger Schulen und Kindergärten gibt es besonders günstige Tarife.“

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Heilig Abend mit dem Zoodirektor im Raubtierhaus

Sumatratiger im Schnee
Sumatratiger im Schnee - Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg

24. Dezember 11 bis 12 Uhr: Dr. Wünnemann liest und erzählt spannende Tiergeschichten

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Bei den Kindern steigt die Spannung auf die Feiertage. Der Geruch nach frischgebackenen Plätzchen und festlich geschmückte Häuser stimmen auf die Festtage ein. Viele kleine und große Zoobesucher freuen sich auch bereits auf die spannenden Tiergeschichten, die der Zoodirektor, Dr. Klaus Wünnemann am 24. Dezember im Raubtierhaus vorliest. Mit dieser Tradition im Zoo Heidelberg werden die letzten Stunden bis zur Bescherung verkürzt. 

An Heiligabend hat der Zoo Heidelberg von 9 bis 13 Uhr seine Tore geöffnet. Ein besonderes Erlebnis für kleine und große Zoo-Besucher findet an diesem Tag im Raubtierhaus statt. Von 11 – 12 Uhr lädt der Zoodirektor ein, tierischen Geschichten zu lauschen. Und nach der Lesung findet ein kurzer Rundgang mit einer kleinen Überraschung für Zoo-Besucher und Tiere statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und bereits im Zoo-Eintritt enthalten.

Der Zoo Heidelberg hat natürlich auch während der Feiertage und zwischen den Jahren täglich geöffnet. Zu dieser Jahreszeit kann ein Zoo-Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis werden. Der kleine Rote Panda ist im nun blattlosen Geäst besonders gut zu erkennen. Die Trampeltiere tragen ihr dichtes, wärmendes Winterfell und den Mähnenrobben machen die kalten Temperaturen gar nichts aus – sie sind putzmunter wie immer. Die beheizten Tierhäuser laden zum ausgiebigen Beobachten ein: Im großen Affenhaus kann der kürzlich eingezogenen Sifaka Daholo beobachtet werden. Er kam Ende November nach Heidelberg und lebt inzwischen mit den beiden Kattas zusammen. 

Eine gute Möglichkeit, noch schnell ein Weihnachtsgeschenk für Verwandte oder Freunde zu finden, bietet der Zoo-Shop. Dieser ist am 24. Dezember ebenfalls von 9 bis 13 Uhr geöffnet und führt ein breites Sortiment an Büchern, Spielen, Kuscheltieren oder Dekorationsartikeln. Auch Wertgutscheine für den Zoo mit vielfältigen Möglichkeiten zum Einlösen sind dort erhältlich.

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Musikalisches Vorweihnachtpräsent

Übergabe des Schecks - v.l.n.r.: Hans-Jürgen Ott, Christophe Loetz, Dr. Klaus Wü
Übergabe des Schecks - v.l.n.r.: Hans-Jürgen Ott, Christophe Loetz, Dr. Klaus Wünnemann, Mario Cetto, Victor Winter

Chanson-Gruppe Moitié:Moitié überreicht Spendenscheck

Ausgestattet mit einem großen Spendenscheck besuchten Mitglieder der Chanson-Gruppe Moitié:Moitié am 19. Dezember 2017 den Zoo und überreichten diesen symbolisch an den Zoodirektor. 4.300 Euro hatten sie bei einem Benefiz-Konzert Ende Oktober für den Zoo eingespielt.

In Erinnerung an den äußerst gelungenen französischen Chansonabend dankte Dr. Klaus Wünnemann den Bandmitgliedern. Christophe Loetz (Gesang), Hans-Jürgen Ott (Akkordeon), Victor Winter (Gitarre), Mario Cetto (eBass) und Micha Moll (Schlagzeug). Sie hatten im Rahmen der Französischen Woche Heidelberg ein Benefizkonzert zu Gunsten des Zoo Heidelberg im Alten Hallenbad – Frauenbad organisiert. Vor einem restlos ausverkauftem Haus faszinierte die Gruppe Moitié:Moitié durch einen gelungen Mix aus traditionellen und neuen Interpretationen von Musette bis Jazzigem und einer geschickten Auswahl von Songs.

Christophe Loetz führte mit kleinen Anekdoten hinter den Chansons durch das abwechslungsreiche Programm, das von locker-leichten bis zu melancholischen Texten reichte. Schnell hatte Christophe Loetz mit seiner farbenreichen und ausdrucksstarken Stimme die Zuhörer komplett überzeugt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Anwesenden von den Balladen. Christophe Loetz konnte mit seiner herrlich timbrierten, gefühlvoll fließenden Bassstimme in Dis quand reviendras-tu? (Sag, wann kommst du wieder?) von Barbara oder Ne me quitte pas (Verlass‘ mich nicht) von Jacques Brel neue Dimensionen eröffnen sowie magische Momente mit schwarzer Tiefe zaubern.

Hans-Jürgen Ott, Akkordeon und Piano, wusste geschickt mit seinem Instrument die Chansons zu unterstützen und brillierte mit Soloeinlagen. Komplettiert wurde die Band durch Victor Winter an der Gitarre, der ein sehr einfühlsames Intro bei La vie en rose spielte, Mario Cetto eBass, der mit Nathalie das Publikum mitriss, sowie Micha Moll am Schlagzeug, der es verstand die typischen rhythmischen Variationen des Chansons von Rubato bis in time den richtigen Swing z.B. bei La foule mitzugeben. Damit hatten die Instrumentalisten einen wesentlichen Anteil daran, dass bei den Chansons nie das Gefühl einer Cover-Version aufkam, sondern stets die eine eigene Interpretation deutlich wurde. Und so war es kein Wunder, dass die Künstler vom begeisterten Publikum zu mehreren Zugaben zurückgerufen wurden.

Ein besonderer Dank für die Unterstützung geht auch an die Rhein-Neckar-Zeitung, Hans-Jörg Kraus, GVO friends of events GmbH, die alle ebenfalls, wie die Musiker selbst, Ihre Leistungen kostenfrei dem guten Zwecke zur Verfügung stellten. Kein Wunder war es daher auch, das viele der Konzertbesucher es den Organisatoren gleichtaten und zusätzlich noch einen Betrag in die aufgestellte Spendenbox für den Zoo steckten. So kann sich der Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Musikern über den tollen Erfolg der Veranstaltung freuen, denn der komplette Erlös des Benefizkonzert in Höhe von 4.300 Euro ging an den Zoo.

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Zoo Heidelberg: Baubeginn bei Löwen in Aussicht

Berberlöwen Binta und Chalid im Zoo Heidelberg
Die Berberlöwen Binta und Chalid im Zoo Heidelberg. Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Letzte Vorbereitungen für Start der Baumaßnahmen getroffen

„Es hat lange gedauert, aber nun ist es soweit: Es geht endlich richtig los!“ kann Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann jetzt verkünden. „Es ist eigentlich schon viel passiert, das waren aber alles eher unsichtbaren Vorbereitungen,“ ergänzt Wünnemann und blickt auf die gerodete Fläche hinter sich. Bis dorthin wird sich das neugestaltete Löwengehege im Zoo Heidelberg erstrecken – im Januar beginnen die großen Baumaßnahmen.

In den nächsten Wochen werden die beauftragten Firmen loslegen. Die beiden Berberlöwen Binta und Chalid sollen bereits Ende des Sommers 2018 das erweiterte Außengehege erkunden können. Seit Planungsbeginn 2015 und der ersten Mitteilung zur geplanten Gehegeerweiterung der Löwenanlage ist in der Tat bereits vieles im Hintergrund passiert. Bei einem Löwengehege ist einiges im Vorfeld zu beachten: Sicherheitszonen für Tiere und Besucher und besondere Technik, die den Umgang mit den Raubtieren ermöglicht, sind dabei nur ein Teil der umfangreichen Planungen.

Erkennbar für die Zoobesucher wurde der Baubeginn bereits mit dem Umzug der Stachelschweine in ein Ausweichgehege, denn auch ihre Anlage wird im Zuge der Baumaßnahmen eine Wandlung erfahren. Für sie und die Erdmännchen wird die ehemalige Bärengrube umgestaltet, sodass die Zoobesucher auch ihr Leben aus einer neuen Perspektive entdecken können.

Da das neue Löwengehege für ein Rudel der großen Katzen ausgelegt sein wird, wurde die Fläche in der Planung für eine intensive Gruppendynamik einer größerer Löwengruppe strukturiert. Der Zoo hofft, dass das Löwenpaar in Heidelberg bald Nachwuchs bekommen wird und die Elterntiere gemeinsam mit den Jungtieren die Anlage mit all ihren Facetten nutzen werden. So müssen Trennmöglichkeiten von Gehegebereichen, Zugänge für Tierpfleger und Tierärzte, die einen geschützten Kontakt zu den Tieren ermöglichen und viel Beschäftigungsangebote für die majestätischen Berberlöwen berücksichtig werden. Ausreichend Platz ist garantiert: Das neue Gehege misst das Sechsfache der jetzigen Anlage.

Neben der Gestaltungsplanung galt es jedoch auch die Finanzierung zu gewährleisten. So nutzte der Zoo die Zeit und sammelte fleißig Finanzmittel, um möglichst alle Elemente des Projekts umsetzen zu können: Die Läufer, die sich an den jährlich im April stattfindenden Zooläufen für den Ausbau der Anlage engagierten, haben hierzu einen wichtigen Teil beigetragen. Gemeinsam mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Spender steht so der Umsetzung mit einer abwechslungsreich gestalteten Kletterlandschaft und ausreichend Ruhe- und Rückzugszonen für die Löwen nichts mehr im Wege.  Beobachtungspavillon, Safarizelt für Besuchergruppen und das Safari-Fahrzeug, das teils im Gehege, teils außerhalb platziert sein wird sowie die erhöhten Plattformen, die einen großzügigen Einblick in die Anlage ermöglichen, werden den Besuchern des Zoos interessante Einblicke in das Leben der Löwen bieten.

„Unsere Besucher sollen den Löwen Auge in Auge gegenüberstehen und sich von den kraftvollen Bewegungen dieser anmutigen Tiere faszinieren lassen.“ schwärmt Wünnemann. Man merkt ihm an, wie sehr ihn der langerwartete Baubeginn in seinen Bann zieht. Er würde gerne selbst gleich die Schaufel in die Hand nehmen und loslegen, aber das muss nun noch ein paar Tage warten. Wann er selbst den ersten offiziellen Spatenstich machen darf, entscheiden die Fachplaner – der Zoodirektor kann es kaum erwarten.

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Öffentlicher Vortrag bei Artenschutztreffen in Heidelberg

Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)
Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)

Überleben in Westafrika – Schutz für stark bedrohte Primaten

Mit Gründung der West African Primate Conservation Action (kurz WAPCA) initiierte der Zoo Heidelberg 2001 ein Schutzprojekt für bedrohte Affenarten in Westafrika. Von Heidelberg aus wird das Projekt gemeinsam mit den Koordinatoren Prof. Dr. Inza Koné und Andrea Dempsey betreut. Inzwischen beteiligen sich 17 europäische Zoos an diesem Schutzprojekt. Besonders die Roloway-Meerkatzen stehen im Fokus der Artenschutzarbeit von WAPCA. Die tagaktiven Baumbewohner zählen zu den 25 bedrohtesten Affenarten weltweit. In Ghana unterhält WAPCA u. a. ein Informationszentrum mit Auffangstation für beschlagnahmte Affen. In den letzten Waldgebieten arbeitet WAPCA eng mit den Wildhütern und der einheimischen Bevölkerung zusammen, um das Überleben der letzten Affen im Freiland zu sichern. Am kommenden Dienstag findet in Heidelberg ein spannender Vortrag zu den Artenschutzaktivitäten in Westafrika statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich bei einem öffentlichen Vortrag über die aktive Artenschutzarbeit zu informieren. Die Koordinatoren der WAPCA, Prof. Dr. Koné und Andrea Dempsey, stellen das Projekt mit viel Bildmaterial und Videos vor und berichten aus ihrem Arbeitsgebiet. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen an die Koordinatoren. 

ÜBERLEBEN IN WESTAFRIKA

Dienstag, 12.12.2017 – 19 Uhr (Dauer bis ca. 20:30 Uhr)

Ort: Neue Universität Heidelberg, Universitätsplatz 1, Hörsaal 14

Vortrag in Englisch. Eintritt frei!

 

Hintergrund zum WAPCA-Artenschautzprojekt

Die Engländerin Andrea Dempsey zog als Koordinatorin für das Projekt 2014 nach Ghana und leitet alle Aktivitäten vor Ort. Prof. Dr. Inza Koné wurde aufgrund seiner Verdienste für bedrohte Tierarten bereits mit Preisen wie z. B. „Future For Nature“ und „Whitley Award“ ausgezeichnet. Er wird als Einheimischer auch die Perspektiven der Einwohner erläutern und so speziell die Problematiken hinsichtlich Leben und Überleben in Westafrika beleuchten.

Um die weiteren strategischen Maßnahmen und Ziele des WAPCA-Projekts zu erörtern, findet in der kommenden Woche am Montag und Dienstag ein Treffen der Projektbeteiligten in Heidelberg statt. Der Zoo Heidelberg lud hierzu den WAPCA-Vorstand sowie die Koordinatoren des Projekts ein. Der Zoo Heidelberg freut sich, die Vorstandsmitglieder aus den Zoos von Mulhouse, Barcelona und London sowie den Berater der Artenschutzorganisation ZGAP zu diesem Treffen zu begrüßen. Diese strategischen Treffen finden nur alle paar Jahre zusätzlich zu den jährlichen Mitgliederversammlungen statt. Schwerpunktthema ist die langfristige Entwicklung der Artenschutzarbeit von WAPCA.

Der Zoo Heidelberg hält und züchtet seit 1999 erfolgreich die bedrohten Roloway-Meerkatzen. Durch die kontinuierlichen Zuchterfolge wurde inzwischen eine wachsende Population in den europäischen Zoos erreicht. Die Tiere in der Auffangstation in Ghana werden zusammen mit der europäischen Population in einem gemeinsamen Zuchtprogramm gemanagt.

Roloway-Meerkatzen leben ausschließlich in einem kleinen Gebiet in den südlichen Landesteilen der Elfenbeinküsteund Ghanas. Genaue Zahlen für die Art sind nicht verfügbar, sie wurden in einigen Wäldern in ihrem Verbreitungsgebiet beobachtet, gelten aber als sehr selten. Schätzungen zufolge ist ihre Population aufgrund von Lebensraumzerstörung und Bejagung in den letzten drei Generationen um mehr als 50 % zurückgegangen. Die IUCNlistet die Roloway-Meerkatze als „stark gefährdet“ (endangered).

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Der Neue im Zoo hat besondere Vorlieben

Kronensifaka „Daholo“ in seiner Hängematte. Foto: Zoo de
„Daholo“ liebt es, es sich in seiner Hängematte bequem zu machen. Foto: Zoo de Mulhouse Michel Foos

Zoo Heidelberg beteiligt sich an Erhaltungszucht für Sifakas

In den letzten Monaten konnten die Zoobesucher die Umgestaltung der Innengehege im Affenhaus des Zoo Heidelberg gut beobachten. Da tat sich einiges. Wände wurden bemalt und große Baumstämme aufgebaut. Jetzt war es soweit: Am 30. November 2017 zog ein männlicher Kronensifaka aus dem Zoo Mulhouse im Affenrevier ein. Der Neuankömmling kann sich zunächst hinter den Kulissen eingewöhnen, bevor er ins frisch eingerichtete Innengehege ziehen wird.

Nur wenige Zoos in Europa sind für die Haltung von Sifakas zugelassen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wählen die Zuchtbuchführer sehr sorgsam geeignete Zoos für neue Haltungen aus. Europaweit werden nur in weiteren sechs Zoos Sifakas gehalten. Neben Besançon (F), Paris (F), Apeldoorn (NL), Burford (UK), Belfast (UK) und Mulhouse (F) wurde der Zoo Heidelberg aufgrund seiner Erfahrungen in der Haltung von Primaten und Lemuren als einziger Zoo in Deutschland ausgewählt.

Der 2009 im Zoo Apenheul in Apeldoorn (NL) geborene Sifaka „Daholo“ lebte seit 2015 in Frankreich. Sein Umzug in den Zoo Heidelberg wurde intensiv vorbereitet. Eine Tierpflegerin aus Heidelberg reiste für ein mehrtägiges Training in den Zoo nach Apeldoorn, um die anspruchsvolle Haltung der Sifakas kennenzulernen und sich in die Methodik einzuarbeiten. Auch die Kuratorin des Zoo Heidelbergs, Sandra Reichler besuchte schon einige Woche vor der geplanten Ankunft des Tieres den Zoo Mulhouse. Sie informierte sich über die besonderen Eigenarten des Tieres, seine bisherige Haltung und seine individuellen Nahrungsgewohnheiten. Da ein Hauptteil seiner Nahrung aus frischen Blättern besteht, galt es bereits im Sommer das saftige Grün der Blätter zu konservieren. Um dem Neuzugang die bevorzugte Nahrung auch im Winter frisch anbieten zu können, wurden eigens für den Sifaka bereits kiloweise Blätter geerntet und eingefroren. Ebenso wurde ein Innenbereich im Affenhaus für den Neuzugang vorbereitet. Nach den ersten Tagen, während derer sich „Daholo“ zunächst noch hinter den Kulissen an die neuen Zootierpfleger und das neue Terrain gewöhnen wird, wird er in dem Innengehege zu sehen sein. Direkt angrenzend befindet sich dort das Gehege seiner künftigen Mitbewohner, die Kattas. „Daholo“ lebte bereits mit anderen Lemuren zusammen und wird später mit den beiden Kattas auch das neugebaute Außengehege, das aktuell errichtet wird, bewohnen.

Sifakas zählen zu der Gruppe der Lemuren. Die Halbaffen sind ausschließlich auf Madagaskar beheimatet, wo sie vorwiegend in den Trockenwäldern im nordwestlichen Teil der Insel leben. Wie viele der dort vorkommenden einzigartigen Tier- und Pflanzenarten stehen auch die Sifakas auf der Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Die Zerstörung ihres Lebensraums lässt die Anzahl der im Freiland lebenden Individuen konstant stark sinken. In den letzten 30 Jahren wurde ein Rückgang von 50 % verzeichnet. Gemeinsam mit den anderen sechs europäischen Zoos, die sich an dem EEP beteiligen, unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für die Kronensifakas auf Madagaskar. Die Besonderheit des Sifaka Conservation-Projekts liegt im Populationsmanagement: Es wird eine Gesamtpopulation bestehend aus aktuell 20 Sifakas in Zoobeständen und weiteren neun Sifakas in einem Freilandgebiet als gemeinsame Zuchtgruppe betreut. D. h. es soll nicht nur ein Austausch unter den sieben beteiligten Zoos erfolgen, sondern es sollen auch Tiere aus dem Freiland in den Austauschprozess integriert werden, um die notwendige genetische Vielfalt sowohl in den Zoos als auch der im Freiland lebenden Sifakas zu erhalten.

Typisch für Sifaka ist die aufrechte Art der Fortbewegung. Die tagaktiven Baumbewohner bewegen sich senkrecht kletternd und springend von Ast zu Ast fort und können dabei Distanzen von bis zu zehn Metern zwischen den Bäumen zurücklegen. Auch am Boden sind die Lemuren meist auf zwei Beinen hüpfend unterwegs und strecken zur Balance, scheinbar tänzelnd die Arme nach oben. Wie die Kattas, verbringen sie einen Großteil des Tages mit Sonnenbaden, Ruhephasen und sozialer Interaktion. Der Name Sifaka leitet sich übrigens von ihrem Alarmruf „Si-fak“ ab. Kronensifakas galten lange Zeit als Unterart des Larvensifakas, wurden inzwischen jedoch als eigene Primatenart anerkannt.

Adventsbeginn im Zoo Heidelberg

Weihnachtsmarkt im Zoo am 2. und 3. Dezember 2017

Am ersten Adventswochenende, dem 2. und 3. Dezember, findet jeweils ab 12 Uhr erneut der Weihnachtsmarkt im Zoo statt. Die Besucher dürfen sich auf ein interessantes und abwechslungsreiches Angebot freuen. Als vorweihnachtliches Geschenk gilt am ersten Adventswochenende ein spezieller Sondertarif für den Zoo-Eintritt: Erwachsene zahlen nur 5 Euro und Kinder nur 2,50 Euro.

Während die Zootiere sich langsam auf den Winter einstellen, ihr wundervolles Winterfell anlegen wie die Steppenfüchse oder das Winterlager auspolstern wie die Präriehunde, können die Zoobesucher ein besonderes Programm erleben.

Bei Glühwein, Kinderpunsch und anderen Leckereien erleben die Besucher den winterlichen Zoo in einer besonderen Atmosphäre. Weihnachtsstände präsentieren eine interessante Auswahl handgefertigter Produkte und laden zum Schauen und Stöbern ein. Beim Creme-Workshop des ExploHeidelberg kann jeder seine eigene Creme herstellen und am Stand der Zooschule können Kinder kreativ werden. Die Nachwuchskräfte des Zoos bieten selbst gestaltete Weihnachtsgestecke an und bei der Zoo-Tombola der Tiergartenfreunde gibt es viele tierische Preise zu gewinnen. Die Erlöse aus dem Verkauf der Gestecke sowie aus der Zoo-Tombola kommen den Artenschutzprojekten des Zoos zugute.

An beiden Tagen bietet der Zoo ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, bei dem auch das ökologisch angetriebene Kinderkarussell und musikalische Einlagen des Wilhelma-Chors und der Gospelchöre Spirit of Joy und Voice Factory nicht fehlen dürfen. Für die stimmungsvolle Atmosphäre sorgen die von den Kindergruppen geschmückten Weihnachtsbäume und am Abend die eindrucksvolle Beleuchtung der Parkanlage des Zoos. 

Auch wenn Bereiche mit Tieren, die in ihrer Nachtruhe nicht gestört werden sollen, ab Einbruch der Dunkelheit geschlossen sein werden, bleibt Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch den abendlichen und winterlichen Zoo. Der Zoo und der Weihnachtsmarkt haben an beiden Tagen zwei Stunden länger bis 21 Uhr geöffnet.

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Familientreffen im Robbenbecken des Zoo Heidelberg

Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführ
Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführt. (Foto: Zoo Heidelberg)

Schwimmen mit den Großen

Der Nachwuchs bei den Heidelberger Mähnenrobben ist nun ein gutes Vierteljahr alt. Zeit, die Artgenossen im Zoo Heidelberg kennenzulernen. Bisher waren die beiden Robbenjungs mit ihren Müttern Maike und Lea im separaten Außenbereich der Robbenanlage unterwegs. Am letzten Wochenende war es dann soweit: Die beiden im Juli geborenen Jungrobben durften zum ersten Mal in den großen Außenpool.  Am Freitag erkundeten sie zunächst alleine mit ihren Müttern in Ruhe das neue Terrain, bevor es am Wochenende spannend wurde. Das  Zusammentreffen mit den anderen Mähnenrobben verlief sehr harmonisch. Inzwischen schwimmen die Kleinen ganz selbstverständlich mit den Älteren im Becken und genießen sichtlich die vielen Spielmöglichkeiten auf der Anlage.

Die Integration der beiden Robbenjungs in die Gruppe ihrer Artgenossen erfolgte zur Sicherheit der Jungtiere schrittweise. „Zu Beginn wussten die beiden Kleinen noch nicht genau, was sie auf dem neuen Gelände erwartet und hielten sich zunächst in der Nähe des vertrauten Mutter-Kind-Beckens auf. Dann siegte aber offensichtlich doch die Neugier und sie erforschten ausgiebig den großen Pool und den Rest der Anlage“, berichtet Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg.

Als am Wochenende das große Familientreffen anstand, durften erst nur die anderen Weibchen der Gruppe zu den beiden Jungtieren und ihren Müttern. Die Zootierpfleger beobachteten dabei aufmerksam die Reaktionen der älteren Tiere. Alles klappte problemlos, sodass nun auch der 360 kg schwere Atos, Leitbulle und Vater der beiden, hinzukommen konnte. Atos zeigte auch gleich großes Interesse an seinen beiden Söhnen und begrüßte die zwei sehr liebevoll in der Gruppe. Als echter Papa kuschelt er auch ab und zu mit seinen beiden Jungs. „Es ist sehr beeindruckend, wenn man den mächtigen Robbenbullen und die beiden knapp 30 kg schweren Jungtiere gemeinsam auf der Anlage beobachtet. Wir sind gespannt, wie sich die beiden Robben weiterentwickeln und wie sie sich in der Gruppe verhalten werden. Bisher sieht alles gut aus!“, freut sich Revierleiter Andreas Fackel. Auch einen Namen werden die Kleinen bald bekommen – die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sind gerade dabei, zwei passende Namen auszuwählen.

Nach der harmonischen Zusammenführung mit den beiden Jungrobben ist die Gruppe nun komplett. Mit insgesamt acht Tieren, Lea und Maike mit den beiden Jungtieren, Kelo, Awa, Sneaky und Bulle Atos, ist die Heidelberger Mähnenrobbengruppe eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den Mähnenrobben, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen.

Hintergrundinformation: Mähnenrobben

Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch fressen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

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