Zuwachs bei den großen Kudus im Zoo Heidelberg

Die beiden Kudu-Weibchen - im Hintergrund ein neugieriges Zebra-Damentrio

Heidelberg, 15. Dezember 2011, S. Richter  „Papa, haben die denen die Ohren lang gezogen?“, ist eine häufig gestellte Frage von Kindern, wenn Sie das erste Mal einen „großen Kudu“ sehen. Neben den dunklen Glanzaugen zählen die riesigen, runden Ohren der „großen Kudus“ sicher zu den auffälligen Merkmalen dieser schönen, afrikanischen Antilopenart. Die markanten Ohren haben eine durchaus wichtige Funktion. Kudus sind sehr scheu und mit ihren großen, beweglichen Ohren können sie verdächtige Geräusche aus beträchtlicher Entfernung wahrnehmen und entsprechend reagieren. Sie können sogar die Ohren nach hinten drehen und so hören, was hinter ihnen passiert.

Im Zoo Heidelberg sind vor kurzem zwei Kudu-Weibchen aus dem Zoo Hoyerswerda eingezogen. Die 2003 geborene Arusha und ihre 2008 geborene Tochter Sabi bilden nun mit dem prächtigen Kudubock Kaito, dem Weibchen Stobi und deren Sprössling Tawanda eine kleine Herde. Die Kudus in Heidelberg teilen sich mit Zebras, Blessböcken und Pelikanen die bei den Besuchern sehr beliebte weitläufige Afrika-Anlage. Die Anlage ist das größte Gehege des Zoos und vermittelt einen Eindruck des Zusammenlebens verschiedener Huftiere der afrikanischen Savanne.
Da die zwei Neuankömmlinge bislang aber nie mit anderen Tieren eine Anlage geteilt haben, müssen sie von den Pflegern behutsam an die weiteren Bewohner der Afrikaanlage gewöhnt werden. Deshalb wurden Sie zunächst mit den anderen Kudus, anschließend mit den Blessböcken und nun mit der Zebraherde zusammengelassen. Das Staunen war in den ersten Tagen auf beiden Seiten entsprechend groß, sie leben sich aber zunehmend gut in die Gemeinschaft ein.
Der große Kudu mit einer Schulterhöhe von zirka 150 Zentimeter bewohnt in kleinen Familienverbänden die Baumsavannen vom Nil bis an die südliche Spitze Afrikas. Die hübschen Tiere sind schlank und hochbeinig, ihre Grundfarbe ist graubraun. An den Flanken laufen 6-10 weiße Streifen von der Rückenmitte nach unten. Ein weißer Streifen bildet auf dem Rücken einen Aalstrich, ein weiterer Strich verbindet die Augen. Die Kuduböcke tragen ein markantes, schraubenförmiges Gehörn, das über ein Meter lang werden kann – ein Grund, warum sie bei Jägern sehr beliebt sind.