Zoo Heidelberg startet mit Schwung in das Neue Jahr

Nachwuchs bei den Kugelgürteltieren
Nachwuchs bei den Kugelgürteltieren. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 10. Januar 2014, S. Richter  Bereits über 8.000 Menschen nutzten die ersten Tage des neuen Jahres, um dem Tiergarten einen Besuch bei angenehmen Temperaturen abzustatten. Das Jahr 2014 fängt also erfreulich an für den Zoo, und das nach einem recht guten letzten Jahr. Exakt 576.002 Menschen aus Heidelberg und der Region besuchten 2013 den Zoo.
Dabei hatte der Zoo Heidelberg – wie viele andere Zoos und Freizeitinstitutionen – aufgrund des langen und kalten Winters 2013 keinen einfachen Start. Einbußen bei den Besucherzahlen im Frühjahr sind in den Folgemonaten kaum aufzuholen. „Dank des großen Einsatzes des gesamten Teams haben wir dennoch ein gutes Ergebnis erreicht. Der Zoo konnte im letzten Jahr 576.002 Besucher zählen, dies ist ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, berichtet Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Aber auch die steigende Attraktivität des Zoos durch Gehegeerweiterungen wie die Elefantenaußenanlage oder innovative Neubauten wie das gigantische Spielschiff „Arche Noah“ dürfte viele zusätzliche Besucher angelockt haben. Im Trend liegt dabei mehr denn je das Jahresticket. „Unsere Besucher haben unsere Bemühungen der letzten Jahre sichtlich honoriert“,freut sich Wünnemann. Dass der Zoo weit über die Stadtgrenzen beliebt ist, zeigt die Statistik, nach der die Besucher aus allen Städten und Gemeinden der Metropolregion und zunehmend aus anderen Bundesländern kommen.

Wie jedes Jahr sind im Jahr 2013 Tiere gestorben oder umgezogen, aber es gibt ebenso reichlich Nachwuchs und Neuzugänge zu verzeichnen. „Schmerzlich traf das gesamte Zooteam und viele Freunde und Besucher des Zoos der Tod von Gorillaweibchen Doba und Jungtier Kiu“, erklärt Sandra Reichler, Kuratorin für Säugetiere im Zoo und verantwortlich für die Tierinventur. Seltenen Nachwuchs gab es im Sommer bei den hochbedrohten Roloway-Meerkatzen und den Schopfhirschen. Auch bei den Hulmans sorgte der Haremschef „Hector“ gleich zwei Mal für gesunden Nachwuchs. Weitere erfreuliche Ereignisse waren die Geburten von Blessböcken, Erdmännchen und Stachelschweinen. Bei den vier lebhaften Elefantenbullen gab es nur Gutes zu berichten. Für die Dickhäuter wurde im Sommer das Außengelände erweitert. Der weitere Ausbau war schon lange geplant und macht die ohnehin großzügig gestaltete Anlage für Tier und Mensch nun noch attraktiver. Glücklich konnte der Zoo über die Geburt von Mähnenrobbenbulle „Pedro“ sein, der im Juli als Sohn von Holly und Atos geboren wurde. Und mit dem Stinktier-Pärchen „Hugo“ und „Chanel“ zog eine neue Tierart an den Neckar, die die Besucher sofort in ihr Herz schlossen.

Die Tierinventur einmal im Jahr dient dazu, die ständig beobachteten und notierten Veränderungen im Tierbestand mit der tatsächlichen Zählung abzugleichen und eventuelle Abweichungen zu überprüfen. Mehrere Tage mühten sich die Tierpfleger, um alle Tiere zu erfassen. Das ist bei einigen Zoobewohnern schon eine besondere Herausforderung. Die flinken Rhesusaffen halten grundsätzlich nie still und entwischen keck in alle Richtungen. Und auch beim Zählen der lachsrot gefärbten Flamingos mit ihren langen Stelzenbeinen kann es passieren, dass selbst nach der dritten Zählung das Ergebnis immer noch nicht stimmt. Trotz solcher „Widrigkeiten“ müssen alle Tiere sorgfältig aufgenommen werden. Am Stichtag 31.12.2013 lebten im Zoo Heidelberg insgesamt 1.382 Tiere in 178 Arten, das entspricht in etwa dem Bestand vom Vorjahr.

Zur Inventur zählt zum Beispiel bei den Mähnenrobben, Elefanten oder Riesenschildkröten auch, dass sie gewogen werden, um so die Entwicklung und den Gesundheitszustand zu überwachen. Dank einer speziellen Waage klappt das für Tiere und Pfleger reibungslos. Mit über 3.530 Kilogramm ist der elfjährige Elefantenbulle Voi Nam ohne Zweifel das schwerste Tier im Zoo.

Die größte Tiergruppe sind die Vögel, die mit 99 Arten und 524 Individuen vertreten sind, dicht gefolgt von den Säugetieren mit 59 Arten und 506 Individuen. Um auch weiterhin eine solche Artenvielfalt erhalten zu können, ist die geplante Erweiterung des Zoogeländes ein wichtiger Schritt. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann blickt nach einem erfolgreichen Jahr in der Tierhaltung erwartungsvoll in die Zukunft: „Das Erweiterungsgelände ist die große Chance des Zoos, seine gesellschaftlichen Aufgaben innovativ und auf hohem Niveau zu erfüllen“.