Zoo Heidelberg: Die Balzzeit des Frühjahrs trägt Früchte

Der Waldrapp - vielleicht nicht schön, aber sehr gesellig und einfach nett

Heidelberg, 3. Mai 2012 / S. Richter

Die Mitarbeiter des Vogelreviers im Zoo Heidelberg freuen sich über ihre fleißig brütenden Schützlinge. Die Balz- bzw. Paarungszeit, die bei den meisten Vögeln während der ersten Frühlingswochen stattfindet, scheint reichlich Früchte zu tragen. Auch Zoobesucher können viele Vogelarten im Zoo beim Ausbrüten ihres Nachwuchses beobachten.

Unter anderem erwarten die in den begehbaren Ibis-Volieren lebenden Roten Sichler und Waldrappen Nachwuchs. Die auf dem südamerikanischen Kontinent beheimateten Roten Sichler fallen durch ihr leuchtend rotes Federkleid auf. Die tiefrote Färbung des Gefieders erhält der Rote Sichler durch den Farbstoff aus Kleinkrebsen, die Bestandteil seiner Nahrung sind. Fehlen die Krebse, verliert er seine Färbung. Um die rote Färbung beizubehalten, werden in Zoos der Nahrung Carotinoide beigemischt. Die weniger farbenprächtigen Waldrappen, die wegen ihres nackten, roten Gesichtes leider oft als recht unansehnlich bezeichnet werden, sind stark gefährdet und in Europa seit dem 17. Jahrhundert aufgrund intensiver Bejagung fast ausgestorben. Dass dem nicht so ist, ist den Zuchterfolgen europäischer Zoos, unter anderem dem Zoo Heidelberg, zu verdanken. Auch für den Waldrapp gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das die Wiederansiedelung von Nachzuchten aus den Zoos zum Ziel hat. Waldrappen sind ausgesprochen gesellige Vögel, die engen Kontakt zu ihren Artgenossen pflegen. Begegnen sich zwei Waldrappen, verbeugen sie sich abwechselnd und zeigen ihr Nackengefieder. Geschieht dies in einer Kolonie, beginnen auch alle anderen mit dem Begrüßungsritual.
In der begehbaren Südamerika-Voliere brütet ein Sonnenrallen-Paar, das in einer Astgabel ihr Nest gebaut hat. Die Sonnenralle lebt an Fluss- und Seeufern innerhalb tropischer Regenwälder in Mittel- und Südamerika. Wenn sie sich bedroht fühlt, öffnet sie ihre Schwungflügel und zeigt ein farbenprächtiges Fleckenmuster. Dieses auffällige Muster ähnelt den Augenflecken mancher Schmetterlinge und dient wahrscheinlich zur Abschreckung von Feinden. Auch die kecken Grünwangen-Amazonen, die zur Gattung der Amazonenpapageien zählen, sind am Brüten. Wie alle Papageien benutzen sie Nisthöhlen in abgestorbenen Bäumen. Die sehr lebhaften Tiere laufen besonders in den Abendstunden nochmals zur Hochform auf und lassen ihre schrille Stimme ertönen.

Im Frühjahr sind drei Flammenkopf-Bartvögel in den Zoo Heidelberg gezogen. Diese auffällig gefärbte und damit unverwechselbare Vogelart gehört zu der Familie der Afrikanischen Bartvögel und lebt in der Savanne und im Buschland. Der schöne Vogel ist für seine sehr lauten und ausgesprochen melodiösen Singkünste bekannt. Häufig sind sogar Duette zu hören. Die sozialen Vögel sind nicht sehr schnell und immer bereit in Deckung zu gehen, da sie unter anderem von den Massai wegen ihrer schönen Federn gejagt werden. Während der Nahrungssuche bilden die Allesfresser kleine Gruppen und halten akustischen Kontakt miteinander.

Wer die farbenprächtigen und munteren Vögel im Zoo Heidelberg besuchen möchte, findet sie in den verschiedenen Volieren, die sich im ganzen Zoo verteilen.