Zahlreicher Nachwuchs bei den flinken Präriehunden

Präriehunde mit Jungtieren im Sand
Präriehunde-Familie

Bei den Präriehunden im Zoo Heidelberg ist ordentlich was los, vor allem, seit eine große Kinderschar die erwachsenen Tiere auf Trapp hält. Im Mai wurden ca. zwölf Jungtiere geboren, die mit ihrer unbändigen Spielfreude die Zoobesucher erfreuen. Nicht nur die Kinder unter den Besuchern kleben regelrecht an den großen Scheiben, durch die man die Tiere beim Buddeln, Fressen, Spielen und beim – kaum zu glauben, aber wahr – Küssen beobachten kann.

Wenn sich zwei Präriehunde treffen, dann reiben und beriechen sie sich gegenseitig am Gesicht, vor allem an der Schnauze. Dieser „Erkennungskuss“ ist fester Bestandteil des Zusammenlebens. Offenbar löst die sanfte Berührung an der Schnauze eine Beißhemmung aus. Die Tiere sind generell ausgesprochen friedlich, nur in der Paarungszeit kann es auch mal lebhafter und streitsüchtiger zugehen.

Unter den Präriehunden herrscht eine strenge Rangordnung, welche durch Kämpfe jedes Mal neu festgelegt wird. Ihr Name führt immer wieder zu Verwirrung – aber mit Hunden haben die lebhaften, geselligen und tagaktiven Tiere nichts zu tun. Präriehunde sind keine Raubtiere, sondern Nagetiere, die zur Familie der Hörnchenartigen gehören. Als solche sind sie verwandt mit den Murmeltieren und den Streifenhörnchen. Ihren Namen haben sie wegen ihrer bellähnliche Rufe erhalten. 

Sie leben in den weiten Gras- und Steppenlandschaften Nordamerikas. Von Kanada über die USA bis nach Mexiko erstreckt sich ihr Lebensraum Sie sind typische Pflanzenfresser und ernähren sich vorwiegend von Gräsern und Wurzeln.

Zum Schutz gegen Kälte und vor Feinden wie Raubvögel, Dachse oder Kojoten legen die Präriehunde unterirdische Höhlen und lange, weit verzweigte Tunnelsysteme an. Präriehunde sind soziale Tiere, die ihre unterschiedlichen Aufgaben an alle Familienmitglieder verteilen:

Sie pflegen sich gegenseitig das Fell und helfen sich bei der Betreuung der Jungtiere. Auch werden die Eingänge zu ihren „Wohnungen“ immer bewacht. Entdeckt ein Präriehund einen möglichen Feind, so stößt er den typischen, „bellenden“ Ruf aus, woraufhin sich alle Präriehunde verstecken. 

Fotos: Peter Bastian