Woran erkennt man, dass ein Elefant im Atelier war?

Elefant Tarak hält einen Pinsel mit roter Farbe im Rüssel
Elefant Tarak malt

Im Zoo Heidelberg sind Elefanten und Affen tierisch kreativ

Wassily Kandinskys Farbspektrum war möglicherweise vielseitiger und die Farben von Franz Marc zeigen seine typische Handschrift. Aber was sind das für ausdrucksstarke Bilder, die in der Heidelberger Zahnarztpraxis hängen? Die Technik und mancher Riss lässt es für die Kenner der Szene bereits erahnen.

Mit wenigen Pinselstrichen kommt hier eine Dynamik auf die Leinwand, die klare Akzente setzen kann. Kunstliebhaber mögen über die Aussage der Titel nicht immer einig sein, aber sobald sie die Namen der Künstler erfahren, schauen auch sie nochmals hin. Steht dort „Elefantenbulle Tarak“,  ist dies nicht der Titel des Bildes, sondern der Name des Künstlers!

Seit vielen Jahren befasst sich der Zoo Heidelberg mit immer neuen Beschäftigungsangeboten für seine Tiere, die wissenschaftlich als „enrichment“ bezeichnet werden. Über das abwechslungsreiche Angebot nutzen die unterschiedlichen Tiere ihre jeweiligen Fähigkeiten oder erlernen ähnlich wie in der Natur, mit Neuerungen in der Umgebung umzugehen und diese zu nutzen oder einzusetzen. 

Bei den Elefanten dient der Rüssel dabei als Multifunktionsgerät. Dank der  rund 40.000 Muskeln ist es für die Elefanten kein Problem, einen Pinsel zu fassen und sicher zu führen. Die expressiven Bilder, die dabei entstehen sind das eindrucksvolle Ergebnis. Allerdings ist die Malerei für Elefanten weniger ein Hobby, als eine Herausforderung für den Kopf. Die Tierpfleger halten mit abwechslungsreichen Trainingseinheiten die Tiere geistig fit und trainieren Sie dabei auf verschiedene Signale.  Das Malen erfolgt sehr strukturiert: Pinsel mit Farbe in den Rüssel und los geht es. Dass dabei der Rüssel und auch der Pfleger mal etwas Farbe abbekommen, kann passieren. Daran erkennt man das „Elefanten-Atelier“.  Ganz anders ist es bei den Menschenaffen. Zwar werden hier auch gerne Pinsel verwendet, aber es macht den Affen offensichtlich Spaß, die Farbe zu fühlen. Da wird an der Farbe geleckt und mit den Fingern zart befühlt. Gut das hier ausschließlich ungiftige Fingerfarben (für Kinder) verwendet werden. Dieses Gefühl drücken auch die Bilder aus, die das Interesse an der Farbe zeigen.

All diese tierischen Künstler – ob Schimpanse, Orang-Utan oder Elefant haben jedoch eines gemeinsam: Sie zeigen Stimmungen in ihren Werken. Die Tierpfleger erkennen auch leicht, wann diese Lust am Malen vorüber ist - Auch tierische Künstler brauchen eben Musen. 

Ein interessantes Portfolio unterschiedlicher Bilder der Heidelberger Zoo-Tiere wurde für die aktuelle Ausstellung „aniMALisch! …tierische Kunst“ zusammengestellt. Die Werke können ab sofort in der Zahnarztpraxis von Frau Dr. Ulrike Ebensberger, in der Kurfürstenanlage 43, während der Praxisöffnungszeiten besichtigt werden. Am Sonntag, 19. Oktober findet die offizielle Eröffnung der Ausstellung statt (Teilnehmer für die Eröffnung melden sich bitte in der Praxis an). Die Ausstellung bleibt bis Ende März 2015 dort präsent. Wer eines der Kunstwerke erwerben möchte, kann dies gerne tun. Der Erlös fließt zu 100 % in Projekte des Zoo Heidelberg und in den Ausbau der Beschäftigungsangebote bzw. in neue Materialien für die Künstler.

Fotos

  • Elefantenbulle Tarak – Foto Zoo Heidelberg
  • Orang-Utan Ujian – Foto Heidrun Knigge
  • Orang-Utan Puan – Foto Heidrun Knigge
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