Von Moskau nach Heidelberg: Ankunft des neuen Orang-Utan-Weibchen „Sari“ im Zoo Heidelberg

"Sari" in ihrem neuen Zuhause: die ersten schönen Aufnahmen von Heidrun Knigge

Heidelberg, 21. Oktober 2011, S. Richter  Tierpflegerin Helena Kirrilova arbeitet im Zoo Moskau, dem ältesten und größten Zoo Russlands, und ist zum ersten Mal in ihrem Leben außerhalb Russlands unterwegs. Sie reist mit einer rothaarigen, ungewöhnlichen Begleiterin, die aber während des Fluges von Moskau nach Frankfurt nicht neben ihr sitzt, sondern in einer geräumigen Kiste im klimatisierten Bauchraum des Flugzeuges untergebracht ist. Die Begleiterin von Helena heißt „Sari“ und ist ein achtjähriges Orang-Utan-Weibchen aus dem Zoo Moskau, das künftig im Zoo Heidelberg mit ihren Artgenossen „Ujian“ und „Puan“ gemeinsam viele Jahre verbringen soll.
Bernd Kowalsky, Leiter des Affenreviers, hat die beiden vom Flughafen Frankfurt abgeholt. Bevor er das Orang-Utan-Weibchen in Empfang nehmen konnte, waren allerdings noch etliche tierärztliche Formalitäten zu erledigen und für die Verständigung mit der russischen Tierpflegerin, die ausschließlich der kyrillischen Schrift und der russischen Sprache mächtig ist, bedurfte es eines Dolmetschers. Da traf es sich gut, dass im Zoo Heidelberg mit Artur Assmann, Leiter des Großviehreviers, ein gebürtiger Russe arbeitet, der perfekt als Dolmetscher und Übersetzer fungiert.
Helena Kirrilova ist seit vielen Jahren eine enge Bezugsperson für „Sari“. Um „Sari“ das Einleben zu erleichtern, bleibt die Tierpflegerin eine Woche bei ihrem ehemaligen Schützling und gibt den Heidelberger Pflegern wichtige Tipps zu Saris spezifischen Eigenschaften und Vorlieben. Menschenaffen haben zu ihren Pflegern einen starken Bezug. Das bedeutet zwar nicht, dass Mensch und Tier im sogenannten „direkten Kontakt“ stehen. Dennoch hat sich in einer oft langjährigen Beziehung eine solide Vertrauensbasis aufgebaut.
„Ujian“ und „Puan“ leben schon lange im Zoo Heidelberg und verstehen sich sehr gut. Allerdings hat sich bislang noch kein Nachwuchs eingestellt. Da „Waldmenschen“(wie Orang-Utans in der malaiischen Sprache genannt werden) in ihrem natürlichen Lebensraum auf Borneo und Sumatra stark bedroht sind, hofft der Zoo Heidelberg mit „Sari“ und „Ujian“ weiter zur Arterhaltung beitragen zu können. „Sari wird bestimmt eine gute Mutter“, da ist sich Helena Kirrilova sicher. „Ihre Mutter hat Sari liebevoll groß gezogen und Sari hat sich im letzten Jahr fürsorglich um ihren kleinen Bruder gekümmert“. „Sari“ wird in den nächsten Wochen Zeit finden, sich in die kleine Gruppe einzuleben. Das Innengehege wird für die ersten Wochen zunächst zweigeteilt, so dass sich die drei vorsichtig aneinander gewöhnen können. Ein erstes Kennlerntreffen zwischen Ujjan und Sari hat schon prima geklappt. Die Tierpfleger entscheiden dann, wann sie alle drei zum ersten Mal zusammenlassen. „Sari“ hat „Heidelberger Blut“. Ihr Vater „Sandokan“ kam im Zoo Heidelberg zur Welt, bevor er in den Zoo Moskau zog und dort für Nachkommen sorgte.