Unbekannte Tierart im Heidelberger Zoo. Der Binturong – was ist denn das?

Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky
Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky

Heidelberg, 14. März 2011 / S. Richter. Katze, Marder oder Bär? Auf den ersten Blick weiß man wirklich nicht so recht, in welche Tiergruppe man den Binturong einordnen soll. Denn wer kennt sie schon, die schwarz-grauen, kleinbärenähnlichen Schleichkatzen mit dem buschigen Schwanz und den großen, bernsteinfarbenen Augen? Es gibt sie nur selten in Zoos zu sehen und ihre Heimat ist weit weg von Deutschland. Die Binturongs bewohnen Wälder in Südostasien von Hinterindien bis nach Assam, Sikkim, Bhutan und Nepal und einigen Inselstaaten.Der Heidelberger Zoo hält seit Sommer 2010 ein Pärchen. Das Weibchen kam aus dem Zoo Amsterdam, das Männchen wurde im Tierpark Berlin geboren. Beide werden Mitte des Jahres zwei Jahre alt. Noch wohnen die beiden in einem Übergangs-Gehege neben den Fossas, der seltenen Raubtierart aus Madagaskar und gegenüber dem Flamingosee. Bald aber ziehen sie um. Direkt am Elefantenhaus ist ihr neues und großzügiges Gehege schon fast fertig.
Die Tiere sind groß und kräftig und erreichen ein Gewicht von 15 Kilo und mehr. Ihre leuchtend großen Augen weisen darauf hin, dass sie dämmerungs- und nachtaktiv sind. Als Allesfresser ernähren sich neben Vögeln, Insekten und Kleinsäugern überwiegend von Früchten. Obwohl ihre Bewegungen tollpatschig wirken, sind die Binturongs außerordentlich gute Kletterer, die hervorragend an ihren Lebensraum angepasst sind. So können sie sich mit ihren scharfen gekrümmten Krallen auch in schwierigem Terrain sicher hoch oben auf den Bäumen halten. Der Schwanz dient dabei als Greif- und Balancierorgan, mit dem sie geschickt in Bäumen klettern können. Im Spielverhalten offenbaren sie ihre durchaus akrobatische Ader. Zum Repertoire gehören neben waghalsigen Kletterpartien auch Purzelbäume. Manchmal überschätzen sie ihre Fähigkeiten jedoch und landen bei versuchten Saltos auf dem Rücken. Vor allem in Zoos erhalten sich Binturongs ihr verspieltes und zutrauliches Wesen bis ins hohe Alter, was sie für Zoobesucher besonders interessant macht.