Tierisch lecker mit MSC-Zertifikat

Robbe erhält Hering direkt aus der Hand des Pflegers
Robbenfütterung [Foto: Susanne Fischer]

Gesunde und ausgewogene Ernährung im Zoo Heidelberg

Die kleinen Rhesusaffen fressen am liebsten Bananen. Stimmt das? Frau Anke Jacob, Leiterin Affenrevier im Heidelberger Zoo, weiß es genau. Seit 12 Jahren ist Frau Jacob im Zoo Heidelberg und hat sich auf die Pflege der Affen spezialisiert. Sie kennt die Vorlieben der einzelnen Tiere. „Natürlich fressen auch die Rhesusaffen, wie alle Affenarten, gerne Bananen. Sie lieben alles was süß ist“ weiß sie über ihre Schützlinge zu berichten. „Allerdings achten wir auf eine ausgeglichene Ernährung der Tiere. Zusätzlich zu verschiedenen Obstsorten füttern wir viele Gemüsearten“ ergänzt Jakob. Die 25 Rhesusaffen, die sich aktuell im Heidelberger Zoo befinden, erhalten jeden Tag 20 kg Obst und Gemüse, verteilt auf 3 tägliche Mahlzeiten.

Es kommt jedoch vor, dass Besucher versuchen, die Aufmerksamkeit der Tiere durch ein Angebot von vermeintlichen Leckereien auf sich zu ziehen. Auf den Hinweis, dass das Füttern durch Besucher im Zoo generell verboten sei, äußern sich die „Ertappten“ meist verständnislos mit Sätzen wie „Das sind doch Bio-Äpfel, die sind gesund.“ oder „Och, das kleine Stück Schokolade…“ und „Der ist aber doch soo dünn“. Darüber kann Frau Jacob nur den Kopf schütteln. „Die Tiere lernen sehr rasch, dass es Leckereien gibt, wenn sie betteln. Dieses Bettelverhalten führt zu Futterneid und provoziert Aggressionen unter den Artgenossen. Bei den Rhesusaffen herrscht beispielsweise eine strenge Rangordnung. Bekommt ein rangniederes Tier einen Leckerbissen und die anderen nicht, führt das zu Streit – da kann es durchaus auch zu Verletzungen kommen“. Diese Risiken werden von den Besuchern leider oft unterschätzt.

Bei den Gesundheitskontrollen, die von der Zootierärztin Dr. Julia Stockklausnerregelmäßig durchgeführt werden, ist das Wissen um die aktuelle Futterzusammensetzung relevant. Unerlaubtes, zusätzliches Füttern durch Zoobesucher macht dabei die Einhaltung artgerechter Diäten unmöglich. „Wir sind sehr froh darüber, dass sich die meisten Besucher an das Verbot der Fütterung halten“, erklärt Frau Stockklausner. „Das Wohlbefinden der Tiere ist uns sehr wichtig. Alle Tiere erhalten ein sorgfältig zusammengesetztes und auf ihre speziellen Bedürfnisse angepasstes Futter und ihr Gesundheitszustand wir konstant überwacht. Die Menge und Zusammenstellung des Futters wird genau berechnet.“

Bei den Robben, bei denen täglich die Fütterung kommentiert und vor Publikum stattfindet, sind dies gut 280 kg Fisch pro Woche, bestehend aus Sprotten und Heringen. Zu betonen ist, dass die verfütterten Heringe MSC zertifiziert sind. Daran lässt sich erkennen, wie sehr im Heidelberger Tiergarten auf bewusste Ernährung der Tiere geachtet wird. Alle Tiere im Zoo Heidelberg erhalten über den gesamten Tag verteilt kleinere Futterrationen und können dabei beobachtet werden.

„Unser Slogan „Leben live erleben“ beinhaltet letztlich auch, dass den Besuchern, wo immer möglich, ein offener Kontakt zu den Tieren ermöglicht wird und sie das Verhalten der Tiere in unterschiedlichen Situationen studieren können. Dabei ist es zum Wohl der Tiere wichtig, dass Absperrungen und Gebote eingehalten werden.“ betont Zoo-Direktor Klaus Wünnemann. „Wir möchten diese Nähe mit begehbaren Gehegen und natürlichen Barrieren als Abgrenzung zwischen Mensch und Tier in der Gestaltung unserer Anlagen auch in Zukunft weiter ausbauen und vertrauen auf die Einsicht unserer Besucher.“

Wer Tiere selbst füttern will, kann dies im Zoo Heidelberg an ausgewiesenen Stellen tun. Beim Streichelzoo, bei der Löwenanlage und am Flamingosee befinden sich spezielle Tierfutterspender. Dort können Besucher für einen kleinen Betrag Futter ziehen, um Ziegen, Schafe, Enten und Fische zu füttern. Dieses Futter ist gesund und von der Menge in den Futterplan eingerechnet. Zusätzlich können über die Zooschule Sonderführungen mit Zoo-Rangern gebucht werden, bei denen der einzelne Zoo-Besucher teils auch bei der Fütterung dabei sein kann. Informationen dazu finden Sie auch auf der Webseite des Zoos unter www.zoo-heidelberg.de.