Streicheleinheiten für Iulius - die RNZ Sommertour

Foto von Sven Hoppe, RNZ

Heidelberg, 2. September 2011 / Artikel aus RNZ, Timo Teufert

So dicht wie 15 RNZ-Leser bei der Sommertour kommen Besucher im Heidelberger Zoo sonst nicht an die Elefanten heran. Nur durch dicke Baumstämme von den Dickhäutern getrennt, durften die Teilnehmer gestern mit etwas Sicherheitsabstand die Tiere füttern. Ein Erlebnis, das dem Blick hinter die Kulissen des Elefantenhauses die Krone aufsetzte. Und das war noch nicht alles: Auf dem Programm der Tour standen noch viele weitere einmalige Blicke hinter die Zookulissen.
Während sich Voi Nam, Thai und Tarak in einer Ecke ihres Außengeheges mit Brot füttern ließen, stand Gandhi - der Neue in der Elefantenbullen-WG - etwas abseits. "Gandhi ist erst später hinzugekommen und ihm ist es hier in der Ecke etwas zu eng", erklärte Tierpfleger Stefan Geretschläger. Während die Elefanten das Brot verschlangen, erfuhren die Teilnehmer von Geretschläger viele interessante Details. Etwa, dass Elefanten keineswegs durch ihren Rüssel trinken, sondern nur Wasser mit dem Rüssel aufsaugen und dann in ihr Maul spritzen. "Ein ausgewachsener Elefant kann in seinen Rüssel bis zu zehn Liter saugen", so Geretschläger. 40 000 Muskelstränge durchziehen die Nase der Elefanten, die sie bei Bedarf auch um 21 Zentimeter verlängern können.
Im Elefantenhaus hatten die RNZ-Abonnenten die Möglichkeit, sich auf der Sandfläche zu bewegen, auf der sonst die Elefanten stehen. Dort konnte man auch gut die Schlafstellen erkennen, die sich die Dickhäuter gebaut hatten: "Um den Schlafkomfort zu erhöhen, bauen sich die Elefanten Kopfkissen", sagte der Tierpfleger. Neben den Boxen präsentierte Geretschläger auch den Regen von der Hallendecke, der für die empfindliche Haut der Tiere sehr wichtig ist: "Wenn sie von oben nass sind, gehen sie auch in ihren Pool, schubbern sich anschließend an den Wänden und bewerfen sich mit Sand." Das sei wie ein Peeling.
Von den ganz großen Tieren ging es anschließend zu den ganz kleinen: Im Raubtierhaus waren die drei kleinen Erdmännchen zu sehen, die am 12. August geboren wurden. Nur schwer konnten sich die Teilnehmer von diesem Anblick trennen. Doch es lohnte sich, denn im Gehege der Seychellen-Riesenschildkröten freute sich Iulius über die Streicheleinheiten der RNZ-Leser. Insbesondere das Kraulen der lederartigen Haut am Hals lieben die Tiere: "Sie freuen sich ja auch, wenn ihnen jemand die Stelle am Rücken krault, an die sie selbst nicht herankommen", erklärte Zoo-Rangerin Antje Hoyer, die auch bei dieser Sommertour durch den Zoo die Gruppe wieder mit vielen Informationen und Anekdoten versorgte.
Am Ende der Tour spitzte Orang-Utan-Männchen Ujian dann seine Lippen für die Sommertouristen. Nach einiger Animation in Form von Weintrauben und Zwetschgen durch Tierpfleger Manfred Barz pfiff er sehr zur Freude der Besucher. "Er kann das aber auch noch viel lauter", berichtete Hoyer. Und auch das Weibchen Puan wollte Ujian in nichts nachstehen: Allerdings kam ihr kein Pfiff über die Lippen, eher ein Prusten. "Puan spitzt seit Neustem ihre Lippen, aber noch kommt kein Ton heraus", so Barz. Das muss sie sich bei Ujian abgeschaut haben.