Speckgesunder Nachwuchs bei den Mähnenrobben. Der kleine Pedro ist schon ein echter Dickkopf

Der kleine Pedro - knuffiger Nachwuchs bei den Mähnenrobben

Heidelberg, 11. September 2013, S. Richter  Bei den Mähnenrobben im Zoo Heidelberg gibt es Nachwuchs: Bereits am 21. Juli brachte Robbenweibchen Holly nach einer Tragzeit von knapp einem Jahr ihr erstes Jungtier zur Welt. Der Nachwuchs ist ein Bulle und hat von den Pflegern den Namen „Pedro“ bekommen. Sobald das Robbenbaby an Land und im Wasser geschickt genug ist, kommt es gemeinsam mit seiner Mutter zur Gruppe. Bis dahin können Zoobesucher den knuffigen Wonneproppen im „Mutter-Kind-Becken“ bei seinen Tauch- und Schwimmübungen beobachten.

Die Fütterung der mächtigen Mähnenrobben gehört zu den Highlights bei einem Besuch im Zoo Heidelberg. Seit Kurzem aber stiehlt ein kleiner, schwarzer Wonneproppen den „Großen“ die Schau. Es handelt sich um das gerade mal acht Wochen alte Mähnenrobbenbaby „Pedro“. Der kleine Bulle ist quicklebendig und übt mit seiner Mutter Holly im Mutter-Kind-Becken schwimmen und tauchen, denn das will gelernt sein. Entgegen der allgemeinen Annahme können junge Seelöwen nicht von Anfang an gut schwimmen. So wird eine junge Robbe in den ersten drei Wochen fast komplett an Land versorgt. Erst nach dem ersten Haarwechsel fängt es an, der Mutter ins Wasser zu folgen. Auch der Speiseplan sieht für einige Zeit keinen Fisch vor. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern fast ein ganzes Jahr lang gesäugt, bevor die Kleinen lernen, selbst Fisch zu fressen. Die Milch von Mähnenrobben enthält 35 Prozent Fett. So nimmt es kein Wunder, dass Pedro sein Geburtsgewicht von acht Kilo schon mehr als verdoppelt hat und die Speckröllchen an seinem kleinen Leib zunehmen. Pedro ist das erste Kind der vierjährigen Holly und das zweite Kind von Papa Atos, dem mächtigen Mähnenrobbenbullen und Chef der Gruppe.
Generell werden nach der Geburt Mutter und Kind zunächst für einige Wochen im Robbenhaus und auf der separaten Außenanlage von der übrigen Gruppe getrennt gehalten, um den beiden eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Erst dann dürfen Mutter und Kind zurück in die Mähnenrobbengruppe. „Diese Integration ist jedes Mal mit einigem Risiko verbunden“, sagt Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. „Im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass das kleinste Jungtier sich verletzt oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinkt. Daher ist es wichtig, dass die junge Robbe sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt ist, bevor es zu den Artgenossen in die Gruppe kommt“.

Info:

Die Heidelberger Mähnenrobbengruppe ist seit vielen Jahren und mit derzeit sieben Tieren eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Die mächtigen Meeressäuger, deren Verbreitungsgebiet sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien erstreckt, gelten im Gegensatz zu den zierlicheren Kalifornischen Seelöwen als aggressiver und schwierig im Umgang. Daher werden sie auch deutlich seltener in Zoos gehalten. Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Auch dies ist als Anpassung an ihren kalten Lebensraum zu verstehen, denn große Körper kühlen langsamer aus als kleine.

In Heidelberg zeigen diese imposanten Tiere nicht nur zweimal täglich bei der Fütterung, zu welchen Kunststücken man sie mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl bringen kann, sie sorgen auch seit 1999 regelmäßig für Nachwuchs. Prominentes Mitglied ist der prächtige Bulle Atos, der 2005 in Heidelberg geboren wurde. Sein Markenzeichen ist der mit Bravur vorgeführte Flossenstand. Bei den Bullen sieht man die auffällige Mähne, die dieser Tierart ihren Namen gibt.

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