Sensationelle Entdeckung auf den Nias Inseln

Niasbeo auf Ast sitzend
Noch zu retten? Niasbeo auf Nias - einer der letzten seiner Art. Foto: ISCP

Wiederentdeckung bewegt Vogelkundler in aller Welt – Zoo Heidelberg unterstützt weiterhin die Fortführung des Artenschutzprojekts

Die Forscher trauten ihren Augen nicht. Am 19. Juli 2015 entdeckte das Forscherteam der Zoo Liberec und Indonesian Species Conservation Programm (ISCP) unter der Koordination und Beratung des Zoo Heidelberg zwei wild lebende Niasbeos (Gracula robusta) auf Nias.

Bereits seit vielen Jahren wurde dieser größte Starenvogel der Welt nicht mehr in der Natur gesichtet und es wurde bereits befürchtet, dass die Art in der Wildnis ausgestorben sei. Mit dem jetzigen Fund kommt wieder Hoffnung auf. Das Forscherteam wird die Suche auf mehreren abgelegenen Inseln westlich von Sumatra, Indonesien fortführen.

„Die aktuelle Entdeckung übersteigen all unsere Erwartung und macht bereits große Wellen in ornithologischen Fachkreisen, aber vor allem bietet sie ein kleines bisschen Hoffnung für den Niasbeo.“ berichtet Simon Bruslund.  Der Vogelkurator im Zoo Heidelberg ist Mitglied im Aufsichtsrat der ISCP und hat die gegenwertige Expedition mit geplant und die Studenten für den Forschungsauftrag vorbereitet.

Die nur auf den indonesischen Inseln beheimateten Stare galten bereits als nahezu ausgestorben. Mit dem Ziel die letzten verbliebenen Wildbestände zu suchen und morphologische und genetische Daten von in Gefangenschaft gehaltenen Restpopulationen zu sichern, versucht das Forscherteam die Taxonomie dieser Inselarten aufzuarbeiten. Bei den Niasbeos handelt es sich um eine eigene Form, wenn nicht sogar um eine eigenständige Art. Bisher konnte dies noch nicht wissenschaftlich bestätigt werden, was jedoch für entsprechende Artenschutzgesetze von fundamentaler Bedeutung ist.

Der aktuelle Fund veranlasste die Forschergruppe zu weiteren sofortigen und tatkräftigen Artenschutzmaßnahmen. Bereits jetzt hat das Team vor Ort Vogelfänger identifiziert und versucht nun diese Leute dafür zu gewinnen die Beos zu schützen, statt sie zu jagen. Weiter Suchexpeditionen in der Region sind geplant, um den verbliebenen Wildbestand zu erforschen und dabei wird auch die lokale Bevölkerung mit einbezogen. Unter anderem wurden bereits kleine Events wie z.B. „Fußball für Artenschutz“ durchgeführt, bei denen die Forscher mit der lokalen Dorfbevölkerung Fußball spielen, um einem bewussten Dialog zur Umweltsensibilisierung zu starten. 

Die am vergangenen Sonntag wieder entdeckten Niasbeos sind wahrscheinlich mit die letzten wild lebenden ihrer Art. Zusammen mit Zoo Liberec in Tschechien, dem Kölner Zoo unterstützt der Zoo Heidelberg die Rettung dieser einmaligen Starenart finanziell und ideell.

Das Projekt wird konstant mit Spenden durch den Zoo Heidelberg unterstützt. Interessenten können sich für weitere Informationen mit Herrn Bruslund (E-Mail: simon.bruslund@heidelberg.de) im Zoo Heidelberg in Verbindung setzen.

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