Seltene Schopfhirsche im Heidelberger Zoo. Erstmals wurde im Sommer ein Jungtier geboren

Jungtier der seltenen Schopfhirsche. Foto: Rose von Selasinsky

Heidelberg, 17. November 2010
Der Heidelberger Zoo ist einer von nur fünf Zoos in Europa, der seinen Besuchern Schopfhirsche zeigt. Schopfhirsche sind im südlichen und zentralen China sowie in Myanmar verbreitet. Die Tiere leben in tropischen und subtropischen Regenwäldern. In Bergwäldern sind sie auch bis in Höhen von bis zu 4.000 Metern anzutreffen.
Zur großen Freude der Zoomitarbeiter ist erstmals mit der kleinen „Jette“ im Heidelberger Zoo eine Nachzucht der seltenen Hirschart gelungen. Da ihr Lebensraum durch Abholzung immer weiter vernichtet wird, sind Zoonachzuchten sehr wertvoll für den Fortbestand dieser schönen Tiere. Die drei Schopfhirsche leben im Heidelberger Zoo gemeinsam mit den Kleinen Pandas. Von Frühjahr bis Spätherbst gesellt sich zu ihnen ein großer Trupp griechischer Landschildkröten. Die gemischte WG ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege. Zwar leben die dämmerungs- und nachtaktiven Schopfhirsche in der freien Wildbahn einzelgängerisch und gelten als sehr scheu. Die Schopfhirsche im Heidelberger Zoo zeigen hingegen ein auffällig soziales Verhalten und durchstreifen Ihre Anlage nun gerne zu dritt.

Jette wurde im Sommer 2010 geboren. Zur Sicherheit wurde das Jungtier mit Mutter Nieke zunächst im Innenstall untergebracht. Nach zwei Wochen kamen Mutter und Kind in ein Absperrgehe getrennt von Vater Goofy und den Kleinen Pandas. Die Kleinen Pandas sind zwar nicht bedrohlich für die Schopfhirsche, hätten aber das Kleine verletzen können. Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 160 Zentimeter. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Lippen, die Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Namensgebendes Merkmal dieser hübschen Tiere ist der schwarzbraune, hohe Haarschopf am Kopf. Das Geweih, das nur die Männchen tragen, besteht aus zwei kleinen Spießen, die meist gänzlich im Schopf verborgen sind. Männchen haben außerdem verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange, obere Eckzähne, die aus dem Maul ragen. Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blattwerk, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Heidelberger Zoo erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei oder Hundefutter.

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