Schwarz-weißer Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Junge Rhönschafe im Streichelzoo (Foto: Zoo Heidelberg)
Junge Rhönschafe im Streichelzoo (Foto: Zoo Heidelberg)

Junge Rhönschafe im Streichelzoo

Wer an diesen Tagen den Zoo Heidelberg besucht, sollte unbedingt im Streichelzoo vorbeischauen. Gleich zwei junge Rhönschafe erfreuen dort die Besucher. Die jungen Lämmer kamen Ende Februar zur Welt und springen bereits mit den anderen Schafen und den Zwergziegen auf der Anlage umher. Wie ihre Mutter, zeigen die beiden Jungtiere bereits die für Rhönschafe typische Fellfärbung mit den schwarzgefärbten, unbewollten Köpfen.

„In den nächsten Wochen erwarten wir auch Nachwuchs bei den Zwergziegen. Da ist dann wieder ganz schön was los im Streichelzoo“, verrät Tierpflegerin Nadja Lippold. Wann genau das jedoch der Fall sein wird, ist nicht einfach zu sagen, denn die Geburt bei den Schafen und Ziegen verläuft nahezu ganz von alleine. Geburtshilfe wird da selten benötigt. Im Allgemeinen zieht sich ein trächtiges Schaf oder eine Ziege in den Stall zurück und kommt dann wieder mit dem Jungtier heraus. Tierpfleger und Zootierärztin schauen natürlich bei den trächtigen Tieren und auch beim Nachwuchs stets, ob alles in Ordnung ist.

Bei den beiden neugeborenen Lämmern handelt es sich übrigens um ein Männchen und ein Weibchen. Die jungen Schafe stehen sehr schnell auf eigenen Beinen und erkunden inzwischen neugierig ihre Anlage. Dank ihres dichten Fells sind sie für alle Witterungsverhältnisse gut gewappnet. Schafswolle ist von Natur aus wasserabweisend. So „imprägniert“ nimmt die Wolle auch bei starkem Regen kein Wasser auf und trocknet wieder sehr schnell.

Rhönschafe zählen zu einer der ältesten deutschen Nutztierrassen. Bereits 1844 wurde die hornlose Rasse erstmalig namentlich erwähnt. Typisch ist die Färbung des Fells: Der Kopf ist bis über die Ohren schwarz und ohne Wolle. Der Körper und die Beine sind weiß.

Ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Bestand der Rhönschafe in Deutschland stark ab. Es wurde vermehrt Wolle aus Übersee importiert und auch die französische Einfuhrbeschränkung für Schaffleisch von 1878 traf die Rasse empfindlich. Infolgedessen wurde die Zucht dieser robusten und pflegeleichten Tiere eingestellt, was fast das Aus der Rhönschafe bedeutet hätte. Ende der 1950er Jahre wurden nur noch ca. 300 Tiere registriert. Einkreuzungen mit Merinos und Fleischschafen brachten größere Tiere mit besserer Wolle hervor. Doch bewährte sich die Nachzucht nicht in den gegebenen Umweltverhältnissen, sodass man diese Versuche zu Gunsten der Reinzucht einstellte. Inzwischen wurden wieder größere Herden der Rhönschafe in der Rhön angesiedelt, mittlerweile leben dort gut 20.000 Tiere.

Auch wenn die Rhönschafe aus dem Rhöngebiet stammen, ist ihr Name wohl auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen. Kaiser Napoleon hatte die Schafe 1813 als schmackhafte Fleischlieferanten mit nach Paris gebracht. Dort wurden sie „mouton de la reine“, übersetzt „königliches Schaf“, genannt. Im Deutschen wurde daraus jedoch „Schaf von der Rhön“ - das Rhönschaf.

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