Rote Pandas im Heidelberger Zoo

Roter Panda

Schwarze Knopfaugen, die aus einem runden, freundlichen Gesicht blicken, puschelige Teddyöhrchen, streichelweiches kupferrotes Oberfell, bärenartige Beine und Tatzen – und der Eindruck von einem entzückenden Knuddelbären ist perfekt. Die Roten Pandas, die Besucher des Heidelberger Zoos hoch oben auf dem Walnussbaum bewundern können sind zweifellos hübsche und anmutige Tiere. Tim und Thali heißen die beiden Kleinen Pandabären. Die einjährige „Thali“ ist in diesem Jahr in den Heidelberger Zoo gekommen. Tim ist mit seinen knapp elf Jahren bereits ein gestandener Panda-Mann. Der Heidelberger Zoo würde sich sehr über Nachwuchs freuen. Und da die beiden sich gut verstehen, stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Für die Kleinen Pandas gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm – sie gelten als bedrohte Tierart.

Der Rote oder auch Kleine Panda genannt ist ein scheuer Vertreter der Raubtiere, der die Bergwälder und Bambusdschungel von Nepal bis Burma und Südchina bis zum östlichen Zentralchina bewohnt. Den Beinamen „Katzenbär“ verdankt er übrigens der Art seiner Fellpflege. Die roten Pandas putzen sich häufig wie unsere Hauskatzen, in dem sie erst die Innenseiten der Pfoten ablecken und dann mit den Füßen den Pelz reinigen.

Tim und Thali sind bei jedem Wetter auf ihrer Außenanlage und trotzen Regen, Schnee und Kälte. Sie sind dämmerungs- und nachaktive Tiere, die aber auch in den Vor- und Nachmittagsstunden rege sind. Als äußerst geschickte Kletterer tummeln sie sich meist oben in den Baumkronen oder liegen gemütlich ausgestreckt auf einer Astgabel. Nur zur Nahrungssuche begeben sich die beiden auch auf den Boden – wie gut, dass sich genau dort der leckere Bambus befindet, der zur Hauptnahrung der Tiere zählt. Zoobesucher haben so die Möglichkeit, die anmutigen Tiere ganz aus der Nähe zu sehen. Und jetzt im Herbst, wenn das Laub sich lichtet, sind die beiden noch viel besser auf ihrer Anlage zu beobachten. Tim und Thali sieht man oft gemeinsam auf einer Astgabel, was ein sehr gutes Zeichen ist. „Die Chemie zwischen den beiden stimmt. Sie verspeisen auch häufig gemeinsam ihre Bambusmahlzeiten“, freut sich Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. Denn das ist unter den Kleinen Pandabären nicht immer üblich. Meist leben sie als Einzelgänger, seltener paarweise oder in Familiengruppen und sind trotz ihres teddyhaften Aussehens auch miteinander keine Kuscheltiere. Die Paarungszeit liegt von Dezember bis Ende Februar. Das ist dann auch genau die Zeit, in der Panda-Dame Thali geschlechtsreif ist und es mit dem Nachwuchs klappen könnte.

Kleine Pandas sind friedliebende Geschöpfe, die sich jedoch bei Bedrohung durchaus wehren können. Sie flüchten, sobald sie sich bedroht fühlen. Wenn sie dem An-greifer jedoch nicht mehr ausweichen können, stellen sie sich auf die Hinterbeine. Dies lässt sie zum einen imposanter erscheinen und eröffnet ihnen zugleich die Möglichkeit, mit ihren Vorderpfoten Prankenhiebe auszuteilen. Mit ihren scharfen Krallen können sie ihrem Gegner erhebliche Wunden zufügen.

In den Heimatstaaten sind die Bestände der Tiere stark durch Lebensraumverlust bedroht. So trägt z.B. in Sikkim das Wachstum des Tourismus – wegen des Straßenbaus und erhöhten Bedarfs an Feuerholz – zum Rückgang der Pandas bei. In Bhutan und Nepal werden die Kleinen Pandas gejagt, weil ihr weicher Pelz gelegentlich zu Mützen verarbeitet wird. In China, wo der Kleine Panda „Feuerfuchs“ genannt wird, ist der Jagddruck hoch. Die Chinesen verwenden den Schwanz und die Schwanzhaare für Staubwedel und Pinsel.

Bilder: Heidrun Knigge, Rose von Selasinsky

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an Steffanie Richter, Tel: 06221 6455-27, Mail: steffanie.richter@heidelberg.de

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