Raubtierhaus

Löwe mit Ball

Unsere Raubtierhausbewohner

In unserem Raubtierhaus und den direkt angrenzenden Freigehegen leben Sumatratiger, Löwen, Rohrkatzen und die possierlichen Erdmännchen.

 

Sumatratiger kommen, wie der Name schon sagt, von der südostasiatischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatratigers wird in seinem natürlichen Lebensraum auf 400 bis 500 Tiere geschätzt und er gilt als stark bedroht. Auch von den anderen fünf Tigerunterarten gibt es weltweit zusammen nicht mehr als 3000 bis 5000 Individuen in ihrer natürlichen Umgebung. Wir freuen uns sehr, dass auch unser Tiergarten dazu beitragen kann, diese schönen Tiere zu erhalten. So wurden hier in den letzten zehn Jahren 14 Tiger geboren. Da diese schönen Jungtiger für die anderen Zoos geboren wurden und sie folglich nicht mehr zu sehen sind, können einige von ihnen noch auf der Webseite der Tierfotografin Rose von Selasinsky bewundert werden. Hier ein aktueller Film (gedreht am 14. Mai 2013) über die Zusammenführung unserer beiden jungen Tiger Tila und Asim.

Die Löwengruppe des Heidelberger Tiergartens besteht derzeit aus einem Männchen und zwei Weibchen. Jedes dieser Tiere erhält täglich etwa sieben bis acht Kilogramm Fleisch. Eine Nachzucht wurde durch die Kastration der beiden Weibchen und beiden Männchen dauerhaft unterbunden. Zuvor war durch genetische Untersuchungen festgestellt worden, dass in allen Tieren nicht nur das Blut asiatischer Löwen fließt. Die sogenannte Reinrassigkeit gilt jedoch als Voraussetzung für die Integration in Erhaltungszuchtprogrammen. Auch die letzte bekannte Population im Gir Reservat in Indien kann nur durch Individuen mit eindeutig asiatischer Herkunft gestärkt werden.
Wie der Luchs hat die Rohrkatze Ohrpinsel, lange Beine und einen kurzen Schwanz. Die Rohrkatze zählt zu den Kleinkatzen und ist in Indien, Birma und Malaysia beheimatet. Aufmerksamen Besuchern fällt auf, dass sich unter unseren typisch gefärbten Rohrkatzen ein Schwärzling befindet. Dieser sogenannte Melanismus ist wie Albinismus eine Farbvariante, wie sie in der Natur immer wieder vorkommt. Ein Beispiel sind die Schwarzen Panther, die eigentlich nur die schwarze Form des Leoparden darstellen. Ein bestimmtes Gen bewirkt einen erhöhten Anteil an schwarzen Farbpigmenten in Haut und Fell, welches die dunkle Fellfärbung und allgemein dunkle Erscheinung verursacht. Zu den unbestrittenen Publikumslieblingen des Heidelberger Zoos zählen die kleinen Erdmännchen. Das Gruppenleben dieser aktiven Bodenbewohner basiert auf einer festgelegten Rangstruktur. Es besteht eine interne Geburtenkontrolle, indem sich jeweils nur das ranghöchste Weibchen fortpflanzt. Erdmännchen gehören trotz ihres possierlichen Aussehens zu den Raubtieren. Dies wird bereits an ihrem Gebiss deutlich, das mit langen Eck- bzw. Fangzähnen ausgestattet ist. Das Nahrungsspektrum der Erdmännchen umfaßt neben unterschiedlichen Obstsorten auch tierische Kost. Die Heidelberger Erdmännchen pflanzen sich seit vielen Jahren erfolgreich fort.