Raubtierhaus

Unsere Raubtierhausbewohner

In unserem Raubtierhaus und den direkt angrenzenden Freigehegen leben Sumatratiger, Berberlöwen, Streifenstinktiere und die possierlichen Erdmännchen.

Sumatratiger kommen, wie der Name schon sagt, von der südostasiatischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatratigers wird in seinem natürlichen Lebensraum auf 400 bis 500 Tiere geschätzt und er gilt als stark bedroht. Auch von den anderen fünf Tigerunterarten gibt es weltweit zusammen nicht mehr als 3000 bis 5000 Individuen in ihrer natürlichen Umgebung. Wir freuen uns sehr, dass auch unser Tiergarten dazu beitragen kann, diese schönen Tiere zu erhalten. So wurden hier in den letzten zehn Jahren 14 Tiger geboren. Da diese schönen Jungtiger für die anderen Zoos geboren wurden und sie folglich nicht mehr zu sehen sind, können einige von ihnen noch auf der Webseite der Tierfotografin Rose von Selasinsky bewundert werden.

Löwen im Zoo HeidelbergIm April 2016 sind die Löwen „Chalid“ und „Binta“ in Heidelberg eingezogen. Das Paar gehört zu den Berberlöwen, der größten und schwersten Unterart der Löwen.

Seit 1920 sind die Berberlöwen in der freien Wildbahn ausgerottet. Die letzten überlebenden Berberlöwen waren Eigentum des marokkanischen Königs Hassan II., der einige dieser Tiere in seinem Privatzoo hielt. Im Jahr 1970 schenkte der König die Tiere dem marokkanischen Nationalzoo Rabat, von dem dann immer wieder Nachzuchten an ausgewählte Zoos auf der ganzen Welt weitervermittelt wurden. Aktuell leben weltweit 99 Berberlöwen in Zoos. 

Auch wenn im Laufe der Zeit wahrscheinlich einige wenige Individuen anderer Unterarten eingekreuzt wurden, beschloss man 1992, innerhalb des Europäischen Zooverbandes (EAZA) die Berberlöwen als eigene Unterart in ein Zuchtbuch aufzunehmen und somit nun auch in Europa zu züchten. Gemeinsames Ziel ist es, in der Zukunft eine Population in ihrer ursprünglichen Heimat zu etablieren. Auch Chalid und Binta sind Teil dieses Erhaltungszuchtprogramms. 

Aktuell ist der Ausbau einer neugestalteten Löwenanlage in Planung und soll 2016 begonnen werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Streifenskunks, StinktiereSeit Ende 2013 leben zwei wuselige Streifen-Stinktiere (auch Streifen-Skunks genannt) im Zoo Heidelberg, die von den Tierpflegern die "duftigen" Namen "Hugo" und "Chanel" erhielten. Im April 2014 gab es Nachwuchs: Mit Jungtier "Armani" sind sie jetzt zu dritt.

Sie wohnen in einem schönen, artgerecht gestaltetem Gehege mit Sandboden, Kiefern, Wurzeln, verschiedenen Gräsern und fünf komfortablen Rückzugsboxen. Eine von Pfleger Dirk Eichmann fantasievoll gebaute Box ist für die Besucher sogar einsehbar und kann innen mit unterschiedlichen Farben beleuchtet werden.

Die Streifenskunks leben in Nord- und Mittelamerika. Die kleinen Raubtiere haben ein schönes, kontrastreiches Fell, die Grundfarbe ist schwarz oder dunkelbraun, Gesicht, Körper und Schwanz sind mit weißen Streifen versehen. Ein charakteristisches Merkmal aller Vertreter der Skunks sind die ausgeprägten, paarigen Analdrüsen, die ein streng riechendes Sekret absondern, das sie bis zu sechs Meter weit verspritzen können. Dieses sehr spezielle Verteidigungsverhalten wenden die Tiere aber nur im Notfall an, denn die beiden Drüsen enthalten Sekret nur für etwa fünf bis sechs „Schüsse“. Danach dauert es zirka zehn Tage, bis sie wieder aufgefüllt sind. Deshalb greifen sie bei einer Bedrohung zunächst zu einschüchternden Drohgebärden. Dabei stampfen und trommeln sie mit ihren Pfoten, schütteln ihren Körper und fauchen mit nach rückwärts gewandtem Kopf den Feind an. Als letzte, geruchsfreie Warnung beugen sie den Schwanz nach vorne und präsentieren dem Angreifer ihr Hinterteil.

Zu den unbestrittenen Publikumslieblingen des Heidelberger Zoos zählen die kleinen Erdmännchen. Das Gruppenleben dieser aktiven Bodenbewohner basiert auf einer festgelegten Rangstruktur. Es besteht eine interne Geburtenkontrolle, indem sich jeweils nur das ranghöchste Weibchen fortpflanzt. Erdmännchen gehören trotz ihres possierlichen Aussehens zu den Raubtieren. Dies wird bereits an ihrem Gebiss deutlich, das mit langen Eck- bzw. Fangzähnen ausgestattet ist. Das Nahrungsspektrum der Erdmännchen umfaßt neben unterschiedlichen Obstsorten auch tierische Kost. Die Heidelberger Erdmännchen pflanzen sich seit vielen Jahren erfolgreich fort.