Pressemitteilungen

Orang-Utan Berani ist Besuchermagnet

Mutterliebe - Sari mit Berani. Foto Susi Fischer

Mutter Sari ist nun regelmäßig mit ihrem Nachwuchs zu sehen

In den letzten vier Wochen kamen viele Menschen in den Zoo mit einem ganz bestimmten Ziel: Sie wollten den kleinen Orang-Utan sehen. Denn auf ein Orang-Utan–Baby haben die Heidelberger Zoobesucher seit 22 Jahren gewartet. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt machte sich die junge Mutter im Schaugehege noch sehr rar. Doch in den letzten zwei Wochen hatten immer mehr Zoobesucher das Glück, Sari mit ihrem Sohn Berani beobachten zu können. „Gerade weil Sari fast den ganzen Tag die Wahl hat, ob sie sich im Schaugehege oder im Ruhebereich aufhalten will, ist sie nun im Umgang mit den Besuchern völlig entspannt“, freut sich Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Und ist mal zu viel Trubel im Affenhaus, zieht sich Sari mit ihrem Baby lieber zurück oder versteckt sich und Berani unter ihrer Lieblingsdecke. Für die Besucher heißt das dann warten oder später noch mal wiederkommen. Die 13jährige Sumatra-Orang-Utan-Dame hat zum ersten Mal Nachwuchs bekommen. „Sie macht das großartig“, berichtet Tierpfleger Norman Hänel. „Sari ist eine sehr gute Mutter, die sich liebevoll um ihr Junges kümmert.“ Gemeinsam mit dem Kindesvater Ujian (22) und Mitbewohnerin Puan (27) lebt Sari seit 2011 in Heidelberg.

Nachdem Ujian und Puan die Möglichkeit hatten, den Nachwuchs getrennt durch ein Gitter durch Riechen und Tasten kennenzulernen, wagten die Tierpfleger zuversichtlich den nächsten Schritt: Die Zusammenführung der Gruppe. „Puan zeigte sich gleich sehr interessiert“, erzählt Norman Hänel. „Wenn sie jedoch meinte, sich in die Erziehung einmischen zu müssen, erhielt sie umgehend eine Zurechtweisung von Kindesmutter Sari. Ujian jedoch interessiert sich nicht sonderlich für das Neugeborene. Wie in der freien Wildbahn überlässt er die Jungenaufzucht lieber dem weiblichen Geschlecht.“ Seit Anfang der Woche ist die Orang-Utan-Gruppe tagsüber dauerhaft zusammen. Oftmals kann man beobachten, dass Puan die junge Mutter „groomt“. „Grooming“, besser bekannt unter dem Begriff „Lausen“, dient nicht nur der Fellpflege, um beispielweise Schmutz und Ungeziefer loszuwerden. Das Ritual hat eine wichtige soziale Bedeutung und fördert die Entspannung. Es dient dazu, Freundschaften zu pflegen, Zusammenhalt zu demonstrieren und sich den Beistand von Gruppenmitgliedern im Fall von Streitigkeiten zu sichern. Für Puan ist es eine gute Gelegenheit, ganz nah bei Mutter und Kind zu sein und alle Lebensäußerungen des Kleinen mitzubekommen. Der hat übrigens eine enge verwandtschaftliche Beziehung zum Neckar: Sein Großvater Sandokan wurde im Zoo Heidelberg geboren und seine Urgroßeltern sind Munna und der unvergessene Nogger.

Orang-Utans leben ausschließlich in Asien und kommen heute nur noch im Norden Sumatras und auf Borneo vor. Der Sumatra-Orang-Utan, der mit einer kleinen Gruppe im Zoo Heidelberg vertreten ist, wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als eine der 25 am stärksten vom Aussterben bedrohten Affenarten eingestuft und steht somit auf der Roten Liste. Als Hauptgründe zählen der illegale Handel, Wilderei und der Verlust des Lebensraumes. In den letzten 20 Jahren verloren die „Waldmenschen“ vor allem durch die Abholzung von Regenwald etwa 60 Prozent ihres Habitats.

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Löwenpaar im Zoo Heidelberg angekommen

Abschied vom Zoo Hannover

Ein Berberlöwenpaar bezog gestern sein neues Domizil im Zoo Heidelberg

Gesund und wohlbehalten sind Binta (8) und Chalid (10) im Zoo Heidelberg angekommen. Die zwei Berberlöwen wurden am Montagmorgen im Zoo Hannover in eine kurze Narkose gelegt, um sie in die Transportkisten zu verladen und auf ihre Reise nach Heidelberg zu schicken. „Binta und Chaild geht es gut“, freut sich Dr. Barbara Bach. Die Zootierärztin ließ sich vom Einladen der Tiere bis hin zur Ankunft in Heidelberg regelmäßig telefonisch auf dem Laufenden halten. Am Abend konnte sie dann, zusammen mit den Tierpflegern und der Kuratorin Sandra Reichler, erleichtert die neuen Schützlinge empfangen. „Das Ausladen hat dank der Erfahrung des Transporteurs und der Tierpfleger hervorragend funktioniert. Damit sich unsere Löwen gut an ihr neues Zuhause und die neuen Tierpfleger gewöhnen können, blieb das Raubtierhaus heute geschlossen. Auch in den nächsten Tagen wird das Haus nur zeitweise geöffnet sein. Das hängt ganz davon ab, wie schnell sich Binta und Chalid eingewöhnen“, so Reichler.

Löwin Binta stammt ursprünglich aus dem Zoo Rabat in Marokko, bevor sie 2009 nach Hannover kam. Löwe Chalid folgte 2010 aus dem englischen Zoo Port Lympne.

Berberlöwen sind die größte und schwerste Unterart der Löwen. Männchen werden im Schnitt 200 - 250 kg schwer und erreichen eine Schulterhöhe bis zu 1,10 m. Ein besonders herausstechendes Merkmal der männlichen Berberlöwen ist die lange, dunkle Mähne, die bis weit über die Schultern und unter den Bauch wächst. Weibliche Berberlöwen können bei einer Schulterhöhe von 0,90 m bis 180 kg Gewicht erreichen. Die Heimat dieser majestätischen Tiere waren einst die nordafrikanischen Staaten zwischen Mittelmeer und Sahara. Dort waren sie in Gebirgswäldern, Steppen und Halbwüsten zuhause. Zum Verhängnis wurde dieser prächtigen Löwenart die große Beliebtheit der Löwenjagd bei den nordafrikanischen Völkern. Je mehr Löwen ein ägyptischer Pharao erlegte, desto höher war sein Ansehen. Auch der unersättliche Bedarf der Römer an diesen Tieren, um sie bei Gladiatorenkämpfen in ihren Arenen gegen Sklaven und Christen einzusetzen, dezimierte den Bestand erheblich. Seit 1920 sind die Berberöwen in der freien Wildbahn ausgerottet. Die letzten überlebenden Berberlöwen waren Eigentum des marokkanischen Königs Hassan II., der einige dieser Tiere in seinem Privatzoo hielt. Im Jahr 1970 schenkte der König die Tiere dem marokkanischen Nationalzoo Rabat, von dem dann immer wieder Nachzuchten an ausgewählte Zoos auf der ganzen Welt weitervermittelt wurden. Aktuell leben weltweit 99 Berberlöwen in Zoos.

Auch wenn im Laufe der Zeit wahrscheinlich einige wenige Individuen anderer Unterarten eingekreuzt wurden, beschloss man 1992, innerhalb des Europäischen Zooverbandes (EAZA) die Berberlöwen als eigene Unterart in ein Zuchtbuch aufzunehmen und somit nun auch in Europa zu züchten. Gemeinsames Ziel ist es, in der Zukunft eine Population in ihrer ursprünglichen Heimat zu etablieren.

„Mit der Übernahme des bereits in der Zucht erfahrenen Paares wird sich der Zoo Heidelberg am Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen Löwenart beteiligen“, so Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir hoffen natürlich nach Ausbau der Löwenanlage auf Nachwuchs, um unsere umfangreiche Artenschutzarbeit um ein weiteres, wichtiges Projekt zu ergänzen“.

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Laufen für die Löwen

Läufer am Start

Der vierte und letzte Löwenspendenlauf war ein voller Erfolg!

Am Sonntag, den 10. April, passte einfach alles: Sonniges Wetter, hochmotivierte Läufer und eine einmalige Strecke durch und um den Zoo machten den Tag für die Sportler, Zuschauer und Helfer zu einer gelungenen Veranstaltung. Die Laufroute startete wie in den Vorjahren am Löwengehege, verlief weiter außerhalb des Zoos entlang des Neckarufers und vorbei an der Elefantenanlage bis zum Ziel am Löwengehege. Wahlweise konnten ein bis drei Runden gelaufen werden. Mit jeweils 3050 m hatte jeder Läufer die Möglichkeit, selbst die optimale Länge seiner Rennstrecke auszuwählen.

„Die Resonanz war beeindruckend. Zahlreiche Zoo- und Lauffreunde nutzten die Gelegenheit, in dieser besonderen Atmosphäre zu laufen und mit ihrem Startgeld einen Beitrag für die Erweiterung der Löwenanlage zu leisten.“ so Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer im Zoo Heidelberg. Der ambitionierte Sportler hatte bereits zum vierten Mal dazu aufgerufen, beim Zoo-Lauf zugunsten der Löwen teilzunehmen. „Ein besonderer Dank gilt den freiwilligen Helfern, ohne die so eine gelungene Veranstaltung nicht möglich wäre. Auch die beteiligten Zoomitarbeiter haben mit ihren ehrenamtlichen Engagement für das gute Gelingen beigetragen.“

Bereits seit längerem steht fest, dass die Löwenanlage in Heidelberg dringend vergrößert werden muss. Der geplante Ausbau, der in diesen Jahr beginnen wird, soll mehr Struktur bieten und damit die Lebensbedingungen der Bewohner verbessern. Der Ausbau der neuen Löwenanlage und des Stachelschwein- und Erdmännchengeheges wird auch für die zweibeinigen Beobachter eindrucksvolle neue Möglichkeiten bieten. Allein die Versechsfachung der Fläche wird ebenso wie eine reichhaltige Strukturierung des Geländes ihren Teil zu einem artgerechten und erfüllten Leben der künftigen Löwen beitragen. „Darüber hinaus werden die Zoobesucher diese majestätischen Tiere völlig neu erleben.“ erläutert Dr. Klaus Wünnemann stolz. „Die großen Panzerglasscheiben lassen Mensch und Tier sich Auge in Auge gegenüberstehen. Ein besonderes Safarigefühl bietet ein Geländewagen, der zur Hälfte im Gehege steht und so ein besonderes, hautnahes Erlebnis ermöglicht. Als Höhepunkt des Besucherbereiches bietet ein Hochstand einen phantastischen Überblick über die Anlage.“ Herr Dr. Wünnemann nutzte die Gelegenheit nach dem Lauf die Teilnehmer darüber zu informieren, dass in den nächsten Wochen das neue Berberlöwenpaar aus dem Zoo Hannover nach Heidelberg ziehen wird. Das Löwenpaar „Binta“ und „Chalid“ wird bald die neue, nach tiergärtnerischen Aspekten erstklassige Außenanlage nutzen können. Und vielleicht kann sich der Zoo dann schon bald über Nachwuchs bei diesen sehr seltenen Raubkatzen, die in der freien Wildbahn bereits ausgestorben sind, freuen und somit einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Die Platzierungen des Löwenspendenlaufs sind auf der Webseite des Zoos unter dem Link http://www.zoo-heidelberg.de/Loewenlauf2016 veröffentlicht.

Umzug eines Königpaares

Berberlöwen Chalid und Binta im Zoo Hannover
Die Berberlöwen Chalid und Binta aus dem Zoo Hannover kommen nach Heidelberg. Foto: Zoo Hannover

Im Zoo Heidelberg halten bald zwei Berberlöwen aus Hannover Einzug

Stolz trägt Chalid, der Berberlöwe, seine prächtige Mähne. Gemeinsam mit dem Weibchen Binta wird er bald in den Zoo Heidelberg ziehen.

Nachdem die letzte Löwin Anfang März im Alter von 19 Jahren starb, entschied die Zooleitung, sich an der Zucht der seltenen Berberlöwen zu beteiligen. Mit den beiden neuen Löwen zieht damit wahrhaft königliches Blut nach Heidelberg. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts waren die letzten freilebenden Berberlöwen komplett ausgerottet. Einzig die Tatsache, dass im Privatzoo des marokkanischen Königs ein kleiner Bestand der nordafrikanischen Unterart gehalten wurde, ermöglichte es, die Berberlöwen zu erhalten. Auch wenn die Tiere nicht 100 % die Gene der ursprünglichen Berberlöwen in sich tragen, sind sie der ausgerotteten Unterart sehr ähnlich. Daher wurde für sie ein eigenes Zuchtprogramm aufgebaut.

Der Bestand der Tiere soll über das Erhaltungszuchtprogramm in verschiedenen Zoos ausgebaut werden, sodass möglicherweise in der Zukunft eine Wiederauswilderung in Ihrer ursprünglichen Heimat geplant und organisiert werden könnte. Aktuell leben weltweit nur 99 Berberlöwen in Zoos.

Mit der Übernahme des bereits in der Zucht erfahrenen Löwenpaars aus Hannover wird sich der Zoo Heidelberg an diesem Projekt beteiligen. Die Heidelberger hoffen, dass nach dem Ausbau der neuen Außenanlage Löwennachwuchs das großzügig geplante Gelände nutzen wird.

Mit dem letzten, ausgebuchten Spendenlauf für die Löwenanlage, der am Sonntag, den 10. April startet, engagieren sich wieder zahlreiche Läufer für diesen Zweck im Zoo Heidelberg. In ein bis drei Runden à 3.050 m im und um den Zoo beweisen Sie Ihr Engagement für die Heidelberger Löwen. Zur Motivation sind alle Besucher eingeladen, die Sportler dabei mit lautem Beifall zu unterstützen. Der Lauf beginnt um 9 Uhr am Löwengehege. Im Rahmen der Siegerehrung, die um ca. 11:45 Uhr stattfinden wird, informiert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann Besucher und Läufer mit weiteren Details zum Einzug des neuen Heidelberger Königspaares und der Erweiterung der Löwenanlage, die auch die Neugestaltung des angrenzenden Geheges der Stachelschweine und Erdmännchen im Zoo Heidelberg umfasst.

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Nachwuchs bei den Orang-Utans in Heidelberg

Orang-Utan Weibchen mit Jungtier unter der Decke
Sumatra-Orang-Utan Sari hält den Nachwuchs noch bedeckt. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Mutter Sari brachte im Zoo ein gesundes Baby zur Welt

In der Orang-Utan-Gruppe im Zoo Heidelberg gibt es Nachwuchs. Und schon in den ersten Tagen heißt es für das Neugeborene: Besonders gut festhalten. So ist es stets dabei, wenn die Mutter mit all ihren Kletterkünsten behände durch das Gehege hangelt.

Bereits mit Hochspannung erwartet, kam in der Nacht vom 20. auf den 21. März 2016 ein Orang-Utan zur Welt. Das neue Jungtier ist das erste seit 22 Jahren, das in Heidelberg geboren wurde. Für Mama Sari ist es das erste Baby. Die 13jährige Sumatra Orang-Utan-Dame hatte die Tierpfleger mit der Schwangerschaft sehr positiv überrascht. Gemeinsam mit Ujian, dem 22jährigen Vater, und der selbst in Heidelberg geborenen Puan, lebt Sari seit 2011 in Heidelberg. Als nun der letzte Schwangerschaftstest bei ihr positiv ausfiel, wurde die Geburt des Nachwuchses ab Mitte März erwartet. Die Tragzeit beträgt bei Orang-Utans 8 - 9 Monate. So konnten ihr die Tierpfleger in den letzten Wochen bereits eine separate Schlafbox vorbereiten, sodass sie nachts getrennt von den beiden anderen ruhen konnte. Als am Montag Mutter und Baby wohlauf waren, war auch bei den Tierpflegern die Freude groß. „Wir sind sehr stolz auf Sari. Sie macht das absolut perfekt.“ berichtet Dominik Winkel, Tierpfleger im Affenrevier des Zoo. „Wir waren alle gespannt, wie sie das Junge annimmt“. Da bei Menschenaffen-Müttern das Aufzuchtverhalten nicht angeboren ist, kann es bei Erstgeborenen vorkommen, dass die Mutter das Jungtier nicht direkt annimmt.

Zur Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung erhielten die beiden die ersten Tage im Bereich hinter den Kulissen ihre nötige Ruhe. Unter intensiver Beobachtung konnte Sari mit dem Jungtier - durch ein Gitter geschützt - den Kontakt zu Ihren Artgenossen aufnehmen.

Nur mit viel Glück können ab morgen auch die Besucher einen Blick auf das Orang-Utan-Baby erhaschen. Dicht an die Mutter geklammert, verbirgt es sich meist im Fell von Sari. Besonders Ujian ist sichtlich interessiert an dem Nachwuchs und schaut häufig gespannt in das Nachbargehege, wenn Sari gelegentlich mit dem Kleinen in den Innenbereich des Geheges kommt. Das ist jedoch noch sehr selten, denn auch wenn Sari nun oft die Gelegenheit hat, zwischen dem vorderen und hinteren Bereich ihres Geheges zu wechseln, zieht sie es vor, sich mit dem Jungtier für die Besucher nicht einsehbar hinter den Kulissen aufzuhalten. Dort kümmert sich die junge Mutter unbeobachtet von der Öffentlichkeit um das Kleine.

Interessant zu erleben und zu beobachten wird es in den nächsten Monaten, wenn Sari wie ihre Artgenossen wieder mit den PC-gestützten Aufgaben zu den Kognitionsstudien weitermachen wird. Wir wirken sich Muttergefühl und die Fürsorge dem Nachwuchs gegenüber auf ihre Aufmerksamkeit aus. Wird sich das Jungtier bereits im Säuglingsalter ebenfalls an den Aufgaben versuchen?

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1.000ste Jahreskarte an Familie Dietzsch überreicht

Foto der Familie mit Zooleitung
Große Freude bei Familie Dietzsch. Foto: Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg gratuliert zu  einem Jahr Freieintritt

Sie kommen seit vielen Jahren immer wieder gerne in den Zoo Heidelberg. Anne Dietzsch kennt den Zoo bereits seit Kinderzeiten, als sie oft mit ihren Großeltern hier war. Immer wieder gibt es was Neues zu erleben, aber das hätte sie nicht erwartet.

Als Christian Dietzsch am Donnerstagnachmittag die Jahreskarte für die Familie verlängern wollte, griff die Dame am Empfang zum Telefon und informierte den Zoodirektor. Es war die 1.000ste Jahreskarte in diesem Jahr! Gemeinsam mit Frank-Dieter Heck, dem kaufmännischen Geschäftsführer, traf Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann bei der Familie ein und gratulierte persönlich und schenkte der Familie ein Jahr freien Eintritt. „Es hat uns sehr gefreut, dass es eine junge Familie ist, der wir für ihre langjährige Treue eine Freude bereiten können.“ erklärt Frank-Dieter Heck. Gemeinsam mit den drei Kindern kommt Familie Dietzsch regelmäßig in den Zoo. „Wir sind immer wieder gespannt wie sich der Zoo entwickelt. Das Bärengehe haben wir in allen Bauphasen erlebt.“ berichtet Christian Dietzsch. Anne Dietzsch verrät auch, dass es nicht nur der Spielplatz ist, der die Kinder in den Zoo lockt, denn die mögen viel lieber zu den Affen. „Aber eigentlich haben Sie ganz viele Lieblingstiere im Zoo: Die Elefanten, die Robben, die Affen und die Orang Utans, eben ganz besonders die Affen.“ Und dort wollten die Kinder Thea, Erik und die kleine Lene auch heute unbedingt hin.

Dass sich der Besuch noch vor den Osterferien für die Familie so rechnet, hatte Familie Dietzsch nicht erwartet. „Wir hatten eigentlich auch eher Ende des Monats damit gerechnet. Doch an den letzten Wochenenden kamen sehr viele Besucher, die den Zoo Heidelberg häufiger besuchen möchten.“ erklärt Zoodirektor Dr. Wünnemann den vorgezogenen Termin. „Wir haben uns beim Preis für die Jahreskarten auch bewusst dafür entschieden, dass es sich für die Besucher bereits ab dem fünften Besuch rechnet. Da lohnt es sich bereits, wenn man zu jeder Jahreszeit ein oder zwei mal vorbeikommt.“

Da der Zoo zu jeder Jahreszeit jeden Tag geöffnet hat, nutzen die meisten Jahreskartenbesitzer ihre Karte deutlich häufiger. Sei es für einen kurzen Spaziergang in der Parkanlage, für einen Abstecher zum großen Kinderspielplatz oder einfach um mal wieder beim Lieblingstier vorbeizuschauen. Viele der Stammbesucher kennen die Zootiere bereits von klein auf und begleiten die Entwicklung des Zoo Heidelberg mit großem Interesse. Bei Veranstaltungen im Zoo haben Besucher immer wieder Gelegenheit mehr über das Zoogeschehen und die Tierarten zu erfahren. Ein Teil der Eintrittsgelder fließt letztlich auch immer in die Projekte zum Artenschutz, die im Zoo Heidelberg einen hohen Stellenwert haben.

„Wir haben seit gut drei Jahren immer eine Jahreskarte. Da können wir die Veränderungen im Zoo und bei den Tieren zu den unterschiedlichen Jahreszeiten sehr gut miterleben. Es ist immer wieder spannend zu sehen, was sich so tut. Daher freuen wir uns sehr über das Geschenk der kostenlosen Jahreskarte und werden auch dieses Jahr wieder häufig vorbei schauen“ ergänzt Christian Dietzsch kurz und folgt dem Nachwuchs durch das große Zootor.

Damit stimmt er mit der Meinung zahlreicher Jahreskartenbesucher überein. Die Jahreskarten für den Zoo Heidelberg sind weiterhin nicht nur bei Heidelbergern beliebt. Beim größten Zoo in der Region zählen Gäste aus der gesamten Metropolregion zu den Stammbesuchern, die immer sich an den jahreszeitlichen Veränderungen in der Natur erfreuen. Im Frühjahr sind es prachtvolle Balzgefieder und -tänze bei den unterschiedlichen Vogelarten, im Sommer kommt das üppige Grün der Parkanlage hinzu, das im Herbst in bunte Farben übergeht und im Winter sieht man prächtige Winterpelze und -felle bei den unterschiedlichen Tieren. Alles in allem sind sich die Stammbesucher einig: Eine Jahreskarte für den Zoo lohnt sich. Jeden Tag wieder, 365 Tage im Jahr.

Foto oben: Familie Dietzsch mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann (hinten Mitte links) und dem kaufmännischen Geschäftsführer des Zoos (hinten Mitte rechts).

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So hören Tiere – Zoo-Ausstellung im Explo Heidelberg

Eingangsbereich der Sonderausstellung "So hören Tiere"
Interaktive Zoo-Ausstellung: So hören Tiere

Zoo Heidelberg eröffnete am 23. März die interaktive Ausstellung „So hören Tiere“ im Explo

Fledermäuse verfügen über erstaunliche Fähigkeiten. Sie orientieren sich mit Echoortung und können sozusagen mit ihren Ohren sehen. Dieses Phänomen und die Besonderheiten des tierischen Hörens bei verschiedenen Tierarten fasziniert Wissenschaftler und Tierforscher gleichermaßen. Eine Beziehung, die auch die beiden Heidelberger Institutionen Explo und Zoo verbindet. Neugier und Forschergeist bilden für beide die Grundlage ihres Bildungsauftrages.

Mit der Eröffnung der interaktiven Sonderausstellung „So hören Tiere“ im Explo Heidelberg am Mittwoch, 23. März 2016, gab Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner zusammen mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und dem kaufmännischen Geschäftsführer des Zoos Frank-Dieter Heck den Startschuss zur künftigen Kooperation. Die etwa 50 geladenen Gäste, die zum Empfang gekommen waren, erhielten somit bereits einen ersten Eindruck der synergetischen Verbindung, die mit der Integration der Explo auf dem Zoogelände entstehen wird.

„So hören Tiere“ vereint interaktive Exponate und Informationen zum Gehör von Tieren und zieht Vergleiche zur Wahrnehmung des Menschen. Abwechslungsreiche Stationen laden kleine und große Wissenschafts- und Tierbegeisterte zum Spielen und Experimentieren ein. Dabei entdecken die Besucher faszinierende Geheimnisse aus der Tierwelt und erfahren spielend leicht Grundlagen der Naturwissenschaften. Ansprechend gestaltet erklärt die Ausstellung Naturphänomene und Sinnestechnik. Dass die Wahrnehmung von Tönen nicht immer ausschließlich mit den Ohren erfolgt und beispielsweise Elefanten über Infraschall viele Kilometer weit entfernt miteinander kommunizieren, ist dabei ebenso erstaunlich wie die Tatsache, dass einige Heuschrecken mit dem Knie „hören“ können.

Das Konzept der Ausstellung stammt von Dr. Eckhard Schulz, der federführend die Entwicklung für MED-EL, dem weltweit führenden Anbieter implantierbarer Hörsysteme, betreute. Während die Ausstellung bereits in Innsbruck bei einem breiten Publikum großen Zuspruch erhielt, sah der Zoo Heidelberg darin eine optimale Möglichkeit die Vielfalt tierischer Sinne vorzustellen und konnte die Ausstellung für Heidelberg erwerben.„Wir erhielten den Zuschlag vor anderen nationalen und internationalen Interessenten, da die Fa. Med-El die Entwicklung des Heidelberger Zoo als besonders interessant, spannend und zukunftsweisend ansah.“ betonte Dr. Eckart Würzner in seiner Begrüßung. Zusätzlich ergänzt wird die Ausstellung durch die Kooperation mit der HNO-Klinik der Universität Heidelberg. Dank der Unterstützung von Prof. Dr. Dr. h.c. Peter K. Plinkert, geschäftsführender Direktor der HNO-Klinik und Prof. Dr. M. Praetorius, Sektionsleiter Otologie und Neuro-Otologie, besteht die Möglichkeit in den Ausstellungsbereichen des Explo das eigene Gehör zu testen.

Aktuell kann die Ausstellung nach Voranmeldung oder während der Öffnungszeiten des Explo Heidelberg im Technologiepark besucht werden. Zum Ende des Jahres ist der Umzug auf das Gelände des Zoo Heidelberg geplant. Dort wird die Sonderausstellung in der ehemaligen Reithalle das Angebotsspektrum des Zoos ergänzen. Nach Fertigstellung der notwendigen Umbaumaßnahmen wird der gesamte Ausstellungsbereich des Heidelberger Sciencecenters Explo ebenso wie das Techniklabor dort seinem neuen, gut ausgestatteten, festen Standort erhalten. Das angebotene Portfolio an speziellen Workshops, Kurse und Projekte zu technischen Themen bleibt auch an dem neuen Standort vorhanden. Ergänzend zu den Themen Naturphänomene, Naturwissenschaften, Physik, Technik, Bionik zum Anfassen, werden Inhalte, die interaktives Lernen mit den Themen des Zoos wie Biodiversität, Artenvielfalt etc. verbinden, neu aufgenommen. „Am Anfang steht stets die Faszination über das Naturphänomen oder das Tier – darauf baut sich die nähere Beschäftigung in Explo und Zooschule auf, damit danach die Brücke zu dem eigenen Leben, der eigenen Zukunft geschlagen werden kann, die in sinnvollem Handeln münden soll.“ erklärt Dr. Klaus Wünnemann in Bezug auf die Vorteile der außerschulischen Lernorte im Zoo Heidelberg.  

Das molekularbiologische Lernlabor bleibt weiterhin am bisherigen Standort im Technologiepark in den dortigen Laborräumen bestehen.

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Zoo Heidelberg verschenkt 1.000ste Jahreskarte

Asiatische Elefanten im Zoo Heidelberg
Matschwetter in der Elefanten-WG. Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg

Zoo erleben weiterhin beliebt, bereits über 900 Jahreskarten verkauft

Im beginnenden Frühling starten viele Besucher mit Kauf einer Jahreskarte alljährlich auch ihre ganz persönliche Zoosaison. Bereits jetzt wurden wie in den Vorjahren weit über 900 Jahreskarten verkauft und in den nächsten Wochen wird die 1.000ste Jahreskarte erwartet.

Wer alle Jahreszeiten gemeinsam mit den Zootieren erleben will, ist an jedem Tag im Jahr herzlich willkommen. Jahreskarteninhaber nutzen viele Gelegenheiten meist auch für Kurzbesuche. „Es ist ja auch schön zu beobachten, wie beispielsweise die Elefanten sich nach einem Regenschauer mit Schlamm bespritzen, was eben eher an Tagen stattfindet, an denen das Wetter wechselhaft ist und damit kein typisches Zoowetter. Da lohnt dennoch ein Kurzbesuch.“ erläutert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Im Herbst sind es vermutlich die schönen dichten Winterpelze, die sich die Tiere zulegen und im Frühling die farbenprächtigen Federkleider der Vögel und die ersten Jungtiere, die besonderes Interesse wecken – so hat jede Jahreszeit im Zoo ihren Reiz. Viele Besucher nutzen den Spaziergang durch den Zoo auch einfach  als willkommene Abwechslung im Alltag“. Mit zwölf Hektar Fläche und 180 Tierarten bietet der Zoo Heidelberg als größter Zoo in der Metropolregion ein breites Spektrum und ist beliebtes Ausflugsziel für Menschen aller Altersstrukturen und Einkommensklassen. In der Gewissheit, dass die Erlöse aus den Eintrittsgeldern sinnvoll zum Wohl der Tiere im Zoo und der Anlagen eingesetzt werden, dürfen die Besucher zu recht jederzeit exzellente Leistung für ihr Eintrittsgeld erwarten und das 365 Tage im Jahr.

Der anhaltende Zuspruch bei den Jahreskarten dokumentiert auch das Interesse der Heidelberger am Zukunftskonzept des Heidelberger Tiergartens. An vielen Stellen im Zoo können die Stammbesucher die Entwicklungen konstant mitverfolgen. In den nächsten Jahren stehen erneut große Projekte an: Da steht der Ausbau der Löwenaußenanlage, deren Fläche sich insgesamt versechsfachen wird, ebenso ganz oben auf der Liste wie der vergrößerte und neukonzipierte Streichelzoo. Mit beidem wird in diesem Jahr begonnen. Bereits ab Herbst diesen Jahres wird die Ausstellung und der Technikbereich des Heidelberger Siencecenters Explo als zusätzliche Bildungseinheit auf dem Zoogelände das Zooerlebnis ergänzen. Zudem schreiten die Vorbereitungen für das neue Konzept der Präsentation „Tiere Live“, bei der täglich viel Wissenswertes zu unterschiedlichen Tieren vermittelt werden kann, bereits gut voran.

„Wir freuen uns, dass jährlich rund 12.500 Besucher ihr Interesse an unserer Entwicklung mit dem Kauf einer Jahreskarte für den Zoo bezeugen. Das motiviert uns sehr bei der Planung der weiteren Entwicklungen.“ erklärt Dr. Wünnemann. „Stellvertretend für alle unsere Stammbesucher, möchten wir dem Käufer oder der Käuferin der 1.000sten Jahreskarte für diese Treue zum Zoo Heidelberg danken und 365 Tage Zoo verschenken.“ 

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Flamenco oder Flamingo? Tanzstimmung im Zoo Heidelberg

Flamingos in Bewegung
Flamingo-Gruppe beim sogenannten “Marching“. Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg

Flamingos kommen in der Gruppe in Balzstimmung

Im Zoo Heidelberg beobachten die Besucher derzeit ein merkwürdig anmutendes Ritual bei den Kubaflamingos. Ganze Gruppen der typisch rosafarbenen Tiere folgen einer komplexen Choreographie, die synchron abgestimmt zu sein scheint.

Immer wieder drehen Vögel in der ganzen Gruppe gleichzeitig den Kopf hin und her, öffnen die Flügel und schließen sie wieder, gefolgt von weiteren, ritualisierten Schnabelbewegungen. Wie auf ein gemeinsames Signal hin läuft die Flamingo-Gruppe in die gleiche Richtung und bleibt dann fast gleichzeitig stehen.

Was die Besucher im Zoo Heidelberg beobachten können, ist das Balzverhalten der schönen Vögel, das jedes Frühjahr mit den gleichen Bewegungen abläuft. Dabei macht die ganze Flamingo-Kolonie mit. Je größer die Gruppe, desto mehr schaukelt sich die Balzstimmung hoch. Da in kleineren Kolonien diese gegenseitige Animation nicht stattfindet, kann es vorkommen, dass keine Frühlingsgefühle bei den Tieren erwachen. Bei den über 50 Tieren im Zoo Heidelberg ist dies nicht der Fall. Alljährlich kann sich der Zoo über mehrere der flauschig-grauweißen Jungtiere freuen.

Nach der Brautwerbung folgt der Paartanz: Wenn ein Flamingo-Männchen eine Artgenossin mit seinem Tanz beeindrucken konnte, signalisiert sie ihm ihre Paarungsbereitschaft, indem sie sich ein Stück von der Gruppe entfernt. Haben beide zusammen gefunden, beginnen sie mit dem Nestbau, der ebenfalls eher unkonventionell verläuft. Das „Nest“ besteht aus einem Schlammkegel, durch den das Gelege vor Überschwemmungen geschützt ist. In eine Kuhle auf der Spitze des kleinen Hügels wird meist ein einziges Ei gelegt.

So weit ist es in diesem Jahr allerdings noch nicht: Zoobesucher können in den kommenden Tagen noch häufig den Paarungstanz in der Flamingo-Kolonie beobachten.

Gefiederter Nachwuchs wird bereits im Afrikahaus erwartet: Eine ganze Schar Hühnerküken soll zur Osterzeit schlüpfen. Auf einer weich ausgepolsterten Frühlingswiese zeigen sich die quirligen Federbällchen pünktlich zu Ostern den Besuchern, während sie die Wärme der Rotlichtlampe genießen.

Hautnah kann man zurzeit schon die flauschigen Lämmer und Zicklein im Streichelzoo erleben. Gleich sieben Jungtiere kamen in den letzten Tagen zur Welt und dürfen, wenn sie im Stall zu Kräften gekommen sind, in einigen Tagen die Anlage erkunden. Nicht nur Kinder kommen hier in Streichellaune, und alle Zoobesucher dürfen diesem Gefühl gerne nachkommen. Zudem stehen Bürsten bereit und Futter aus den am Gehege installierten Automaten wird sogar schon von den Jungtieren aus der Hand gefressen.

Am 27. März dürfen sich die kleinen Zoobesucher wieder auf einen ganz besonderen Zoogast freuen: der Osterhase kommt in den Zoo und bringt kleine Überraschungen mit.

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Traurige Nachricht aus dem Zoo Heidelberg

Löwin auf Felsen
Die 19jährige Löwin "Sita" im Zoo Heidelberg. Foto: Heidrun Knigge

Sita, die 19jährige Löwin ist tot

Die Löwen im Zoo Heidelberg haben ein sehr hohes Alter erreicht. Im letzten Jahr starben „Josef“, der letzte männliche Löwe der Gruppe, hochbetagt und „Claudia“, die Mutter der Löwengruppe war. Bei ihrem Tod im Januar 2016 war Claudia der älteste Löwe in einem europäischen Zoo. Damit verblieb „Sita“, als letzte Löwin der ehemaligen 5-köpfigen Gruppe, allein im Zoo Heidelberg. Wie ihr Bruder „Josef“ erreichte sie ein stattliches Alter. Mit knapp 20 Jahren war sie die älteste Löwin in einem deutschen Zoo.

Mit steigender Sorge beobachteten die Tierpfleger die Löwin nach dem Tod der Mutter, zu der sie ein besonders enges Verhältnis hatte. Mehr und mehr war zu erkennen, dass sie stark unter dem Verlust ihrer Artgenossen litt. Löwen sind die einzigen Großkatzen, die in einem engen Sozialverbund leben. „Sie reagierte nur noch wenig auf Reize und zeigte sogar gegenüber den ihr vertrauten Tierpflegern starke Unsicherheiten.“ schildert Jörg Kubacki, Leiter des Raubtierreviers, die gemachten Beobachtungen der letzten Wochen.

Diese Erkenntnisse führten dazu, dass die Tierschutzkommission des Zoos, zu der neben der Zootierärztin, der Kuratorin, den Tierpflegern und der Zooleitung auch der Amtstierarzt gehört, eine schwierige Frage zu lösen hatte: „Wie können wir verhindern, dass „Sita“ am Ende ihres langen Lebens leidet?“

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass sie mit FIV, einem dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) vergleichbaren Virus, infiziert war. Ihre Brüder „Banka“ und „Cha-Cha“ sind an den Folgen der Infektion bereits 2011 gestorben. Ebenso wird „Sita“ seit 3 Jahren wegen einer chronischen Nierenerkrankung behandelt, die im Alter häufig einen schneller fortschreitenden Verlauf zeigt.

Gemeinsam mit den Tierpflegern und Tierärzten wägten Zooleitung und die Kuratorin des Zoos unterschiedliche Möglichkeiten für die Löwin ab. Ein Umzug in eine andere Löwengruppe oder ein Zuzug eines oder mehrere anderer Löwen, um Sita wieder mit Artgenossen zu vereinen, kam leider nicht in Frage. Der erhebliche Stress, der mit einer Zusammenführung erwachsener Löwen verbunden ist, würde sowohl „Sita“ schwer belasten als auch ein hohes Risiko zu einem raschen Fortschreiten ihrer Erkrankungen bergen. „Sita“ würde die anderen Löwen mit dem FI-Virus infizieren. Sie einfach sich selbst zu überlassen und zuzusehen, wie sie unter der Situation leidet, war ebenfalls keine Alternative für die Tierschutzkommission. Nach Abwägung aller Aspekte kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass die Euthanasie die einzige Möglichkeit ist, „Sita“ Leiden zu ersparen. Sie wurde am 2. März narkotisiert und nachfolgend eingeschläfert. Ihr Körper wird nun in einem veterinärmedizinischen Untersuchungsamt untersucht und für wissenschaftliche Zwecke werden Proben entnommen.

„Es war eine schwere Entscheidung für uns alle. „Sita“ ist hier geboren und war uns sehr ans Herz gewachsen.“ betont auch Dr. Klaus Wünnemann, Zoodirektor im Zoo Heidelberg.

Natürlich stellt sich nun die Frage, wie es im Zoo Heidelberg mit der Löwenhaltung weitergeht. Zur Zeit startet der Ausbau der Löwenanlage und in diesem Jahr sollen bereits die ersten Baumaßnahmen auf der Erweiterungsfläche beginnen. „Unser Zoo ganz ohne Löwen ist für mich nur schwer vorstellbar. Wir werden jetzt früher als geplant unsere Kontakte zu anderen Zoos intensivieren, um möglichst zeitnah wieder Löwen im Zoo zu begrüßen“ erklärt Wünnemann die weiteren Maßnahmen hinsichtlich der aktuellen Situation.

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