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Keine Langeweile bei Elefanten, Affen, Robben & Co.

Im Elefantenhaus sorgt ein zusätzlicher Heukorb für Abwechslung. (Foto: Zoo HD)
Im Elefantenhaus sorgt ein zusätzlicher Heukorb für Abwechslung. (Foto: Zoo HD)

Sparkasse Heidelberg spendet neue Beschäftigungsmaterialien

Gleich mehrere Reviere im Zoo Heidelberg freuen sich über neue Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Tiere. Dank einer Spende der Sparkasse Heidelberg sorgen beispielsweise im Menschenaffenhaus zwei neue Futterbälle für Abwechslung. Die Mähnenrobben dürfen sich bald an einem neuen Spielball im Robbenbecken austoben und im Elefantenhaus gibt es nun einen zusätzlichen Heukorb. Regelmäßig unterstützt die Sparkasse Heidelberg den Zoo und seine Projekte mit finanziellen Mitteln. Dieses Mal wurde das Geld für neue Materialien zur Tierbeschäftigung verwendet.

Für die Schimpansen und Gorillas im Affen- und Großviehrevier gibt es insgesamt zwei neue Futterbälle. Diese werden von den Tierpflegern mit Haferflocken oder Sonnenblumenkernen befüllt und sind mit kleinen Löchern versehen. Indem die Tiere den im Gehege aufgehängten Ball schütteln, gelangen sie an die Leckereien, die erst dann aus dem Ball herausfallen. Damit die Beschäftigung abwechslungsreich bleibt, füllen die Tierpfleger die Bälle nur von Zeit zu Zeit. So müssen die klugen Affen erst testen, ob überhaupt Futter in den Bällen versteckt ist.

Im Robbenbecken entdecken Zoobesucher bald ein neues Spielgerät für die Mähnenrobben: Dort wird ein großer, schwimmender Ball fest im Becken verankert. An diesem können sich die verspielten Tiere „austoben“ oder sich gegenseitig den Ball zuspielen.

Seit Februar hängt im Elefantenhaus ein zweiter Futterkorb für frisches Heu. Um an die leckeren Halme ranzukommen, müssen die vier Jungbullen ihren Rüssel geschickt einsetzen und das Heu durch die engen Öffnungen im Korb ziehen. Zunächst beäugten die Dickhäuter den zusätzlichen Korb noch etwas skeptisch, mittlerweile wird er jedoch gerne aufgesucht.

In der Hoffnung, in einem Futterkorb könnte etwas besonders Leckeres zu finden sein, „pendeln“ die vier Dickhäuter nun zwischen den beiden Körben hin und her. Das sorgt für mehr Bewegung und Abwechslung beim Fressen.

Der Zoo Heidelberg versucht notwendige Ausgaben für den laufenden Betrieb mit Hilfe von Eintrittsgeldern, sonstige Erlösen und durch einen laufenden Zuschuss der Stadt Heidelberg zu decken. Großzügige Spenden wie diese durch die Sparkasse Heidelberg oder durch viele weitere Einzelpersonen und Unternehmen haben für den Zoo Heidelberg eine hohe Bedeutung. Sie helfen dabei, zusätzliche Projekte zu finanzieren, damit der Zoo weiterhin für die Tiere artgerecht und abwechslungsreich gestaltet werden kann. Die Spendengelder kommen dabei vorrangig direkt der täglichen Arbeit mit den Tieren zugute.

Hintergrund zum Thema Tierbeschäftigung:

In modernen Zoos sind Programme zur Tierbeschäftigung, auch Enrichment genannt, ein wesentlicher Bestandteil der Tierhaltung. Abwechslungsreiche Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass bei den Tieren keine Langeweile aufkommt und steigern das physische und psychische Wohlbefinden der Zoobewohner.

Die Tierpfleger lassen sich für geeignete Tierbeschäftigungsmöglichkeiten einiges einfallen. Sie verstecken beispielsweise Futter in verschiedenen Kartons, Boxen, Röhren oder Bällen oder verteilen es großzügig in den Gehegen. Tiertraining, wie es im Zoo Heidelberg bei den Mähnenrobben und Elefanten durchgeführt wird, gilt ebenfalls als Enrichment und hilft zudem tiermedizinische Behandlungen stressfrei für das Tier durchzuführen. Bei der kommentierten Robbenfütterung können Zoobesucher das Tiertraining täglich, außer freitags, um 11 Uhr und um 16 Uhr mitverfolgen.

Schwarz-weißer Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Junge Rhönschafe im Streichelzoo (Foto: Zoo Heidelberg)
Junge Rhönschafe im Streichelzoo (Foto: Zoo Heidelberg)

Junge Rhönschafe im Streichelzoo

Wer an diesen Tagen den Zoo Heidelberg besucht, sollte unbedingt im Streichelzoo vorbeischauen. Gleich zwei junge Rhönschafe erfreuen dort die Besucher. Die jungen Lämmer kamen Ende Februar zur Welt und springen bereits mit den anderen Schafen und den Zwergziegen auf der Anlage umher. Wie ihre Mutter, zeigen die beiden Jungtiere bereits die für Rhönschafe typische Fellfärbung mit den schwarzgefärbten, unbewollten Köpfen.

„In den nächsten Wochen erwarten wir auch Nachwuchs bei den Zwergziegen. Da ist dann wieder ganz schön was los im Streichelzoo“, verrät Tierpflegerin Nadja Lippold. Wann genau das jedoch der Fall sein wird, ist nicht einfach zu sagen, denn die Geburt bei den Schafen und Ziegen verläuft nahezu ganz von alleine. Geburtshilfe wird da selten benötigt. Im Allgemeinen zieht sich ein trächtiges Schaf oder eine Ziege in den Stall zurück und kommt dann wieder mit dem Jungtier heraus. Tierpfleger und Zootierärztin schauen natürlich bei den trächtigen Tieren und auch beim Nachwuchs stets, ob alles in Ordnung ist.

Bei den beiden neugeborenen Lämmern handelt es sich übrigens um ein Männchen und ein Weibchen. Die jungen Schafe stehen sehr schnell auf eigenen Beinen und erkunden inzwischen neugierig ihre Anlage. Dank ihres dichten Fells sind sie für alle Witterungsverhältnisse gut gewappnet. Schafswolle ist von Natur aus wasserabweisend. So „imprägniert“ nimmt die Wolle auch bei starkem Regen kein Wasser auf und trocknet wieder sehr schnell.

Rhönschafe zählen zu einer der ältesten deutschen Nutztierrassen. Bereits 1844 wurde die hornlose Rasse erstmalig namentlich erwähnt. Typisch ist die Färbung des Fells: Der Kopf ist bis über die Ohren schwarz und ohne Wolle. Der Körper und die Beine sind weiß.

Ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Bestand der Rhönschafe in Deutschland stark ab. Es wurde vermehrt Wolle aus Übersee importiert und auch die französische Einfuhrbeschränkung für Schaffleisch von 1878 traf die Rasse empfindlich. Infolgedessen wurde die Zucht dieser robusten und pflegeleichten Tiere eingestellt, was fast das Aus der Rhönschafe bedeutet hätte. Ende der 1950er Jahre wurden nur noch ca. 300 Tiere registriert. Einkreuzungen mit Merinos und Fleischschafen brachten größere Tiere mit besserer Wolle hervor. Doch bewährte sich die Nachzucht nicht in den gegebenen Umweltverhältnissen, sodass man diese Versuche zu Gunsten der Reinzucht einstellte. Inzwischen wurden wieder größere Herden der Rhönschafe in der Rhön angesiedelt, mittlerweile leben dort gut 20.000 Tiere.

Auch wenn die Rhönschafe aus dem Rhöngebiet stammen, ist ihr Name wohl auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen. Kaiser Napoleon hatte die Schafe 1813 als schmackhafte Fleischlieferanten mit nach Paris gebracht. Dort wurden sie „mouton de la reine“, übersetzt „königliches Schaf“, genannt. Im Deutschen wurde daraus jedoch „Schaf von der Rhön“ - das Rhönschaf.

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Bis zum 17. März gilt im Zoo der günstige Wintertarif

Weißstörche beziehen bereits ihre Nester im Zoo Heidelberg (Foto: Knigge)
Weißstörche beziehen bereits ihre Nester im Zoo Heidelberg (Foto: Knigge)

Vögel bleiben weiterhin aufgestallt

Noch bis Mitte März bleiben viele Vögel vorsorglich hinter den Kulissen, um eine Infektion mit Vogelgrippeviren zu vermeiden. Da auf Grund dieser Einschränkungen nicht alle Tiere im Zoo zu sehen sind, bleibt der Zooeintritt bis zum 17. März beim reduzierten Wintertarif.

Da die Gefahr einer Infektion mit Vogelgrippevieren für Geflügel noch nicht gebannt ist, empfiehlt die Veterinärbehörde Baden-Württemberg die Fortführung der bereits seit dem Winter umgesetzten Vorsorgemaßnahmen. Dies betrifft in Heidelberg auch den Zoo als beliebtes Ausflugsziel. Die Kuba-Flamingos, die Vögel aus dem Küstenpanorama sowie die Enten befinden sich noch in besonderen Schutzbereichen, die für Besucher nicht zugänglich sind.

„Mit dieser Einschränkung in die Saison zu starten, ist für unsere Vögel eine große Belastung“, erklärt Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg. „Der Zyklus vieler Vögel ist durcheinandergeraten und wir müssen damit rechnen, dass bei einigen Tieren das Brutverhalten leiden oder ganz ausbleiben wird“. Für Zoobesucher sind die Schutzmaßnahmen ebenfalls spürbar: Sie vermissen in diesen Tagen besonders die farbenfrohe Vielfalt auf den sonst so belebten Teichen der Parkanlage. Der Zoo hat daher beschlossen, die Hauptsaison mit den vergünstigten Winterpreisen zu starten. Bei verlängerten Öffnungszeiten ab 1. März gelten noch bis zum 17. März die Tarife der Wintersaison. Erwachsene zahlen für den Eintritt 8,20 €. Der Tarif für Kinder von drei bis unter 18 Jahren liegt weiterhin bei 4,10 €. Auch die Gruppentarife bleiben bis Mitte März bei 14,40 € für einen Erwachsenen mit bis zu vier Kindern und bei 22,60 € für zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern.

Besucher können den Zoo ab März wieder eine Stunde länger, bis 18 Uhr, erkunden. Dabei lassen sich bereits erste Vorboten des Frühlings entdecken: Die Weißstörche nehmen nach und nach die eindrucksvollen Nester auf dem Zoogelände ein. Ihr lautes Geklapper, das im ganzen Zoo zu hören ist, ist das erste Indiz für die kommende Frühlingsstimmung. Viele der Zoobewohner genießen ausgiebig die ersten warmen Sonnenstunden. Da bleiben auch die Präriehunde nicht mehr unter der Erde und sind nun wieder auf ihrer Anlage zu beobachten. Bei den Blessböcken gab es dieses Jahr den ersten Nachwuchs. Der junge Bock erkundet bereits gemeinsam mit seiner Herde die große Außenanlage. Bei den Ziegen und Schafen bleibt es spannend, wann der erste Nachwuchs in diesem Jahr im Streichelzoo umhertollt.

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Mach‘ dich fit für den Zoo

Impression vom Löwenlauf 2016 (Foto: Zoo Heidelberg)
Impression vom Löwenlauf 2016 (Foto: Zoo Heidelberg)

Affenlauf 2017 – für ein neues Außengehege am Affenhaus

Es geht wieder rund im Zoo. Am 9. April startet erneut ein beliebter Zoolauf in Heidelberg. Beim Affenlauf 2017 laufen die Teilnehmer für ein neues Außengehege der Kattas, eine Lemurenart auf Madagaskar. Anmeldung ist noch bis zum 22. März möglich.

2017 erhalten die Kattas im Zoo Heidelberg einen neuen großen Außenbereich am Menschenaffenhaus. In das ca. 120 qm große Gehege sollen später noch weitere Lemuren einziehen. Das 6 m hohe Gehege bietet den hübschen Halbaffen mit dem typischen Ringelschwanz gute Klettermöglichkeiten. Durch spezielle Verbindungsgänge können die Primaten zwischen den Innenbereichen und dem Außenbereich wechseln. Für die Vorbereitung von Beschäftigungsmaterialien und Gestaltungselementen werden die Wirtschaftsbereiche für die Tierpfleger vergrößert. Die großen überdachten Glasscheiben bieten den  Zoobesuchern viel Einblick in die beiden teilbaren Gehegebereiche, um die Tiere bei ihren akrobatischen Kletterkünsten zu beobachten.

Jeweils 20 €, die in der Startgebühr von 30 € enthalten sind, fließen direkt in die Gesamtkosten in Höhe von ca. 300.000 € ein, mit denen der Bau der Anlage noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll.

Alle Lauffreudigen – ob als Privatperson oder in einem Firmenteam – erwartet eine außergewöhnliche Laufstrecke. Start ist im Zoo beim Menschenaffenhaus. Von dort führt die Strecke zunächst heraus aus dem Zoo. Es geht weiter in Richtung Wehrsteg, am Neckarufer entlang bis hinter die TSG Heidelberg-Anlage, wo die Läufer von der Tiergartenstraße aus wieder in den Zoo gelangen. Im Zoo verläuft die Strecke dann vorbei an den eindrucksvollen Elefanten, dem großen Flamingosee und den prächtigen Löwen bevor am Ende der Runde wieder das Menschenaffenhaus als Zielpunkt erreicht wird. Eine Runde beträgt 3.090 m. Bevor die Läufer final das Ziel durchlaufen, können sie entscheiden noch ein oder zwei weitere Runden zu drehen. Mit drei Runden bildet die dann 9190 m lange Strecke eine  optimale Vorbereitung für den Heidelberger Halbmarathon drei Wochen später. Am Ende des Laufs werden die Besten je Rundenanzahl geehrt.

Wer Lust hat, an diesem besonderen Lauf teilzunehmen, kann sich über das Online-Formular noch bis zum 22. März 2017 anmelden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und viele Startplätze sind bereits vergeben. Als Dankeschön für die Unterstützung und Erinnerung an das Engagement erhält jeder Läufer ein speziell gestaltetes Laufshirt sowie eine Medaille und eine persönliche Teilnehmerurkunde. Sportliches Engagement, das sich doppelt lohnt: für die Heidelberger Kattas und die eigene Fitness.

Weitere Infos zum Affenlauf

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Heidelberger Orang-Utans ziehen nach Belgien

Sari, Ujian und der kleine Berani. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg
Sari, Ujian und der kleine Berani. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Im Zoo Pairi Daiza erhalten Puan, Sari, Ujian und Berani ein neues Zuhause

Der Zoo Pairi Daiza in Belgien hat für die Orang-Utans aus Heidelberg eine komplett neue Anlage gebaut, die allen Anforderungen der modernen Haltung dieser intelligenten Menschenaffen gerecht wird. Trotz Abschiedsschmerz sind die Heidelberger Tierpfleger glücklich, für die Familie rund um den kleinen Berani, eine so gute neue Heimat gefunden zu haben. „Wir haben hier in Heidelberg nicht das Geld, eine vorbildliche Anlage für die Orang-Utans bauen zu können“ bedauert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Der Zoo Heidelberg hat mit dem Ziel, all seinen Tieren optimale Lebensbedingungen zu bieten,  in den letzten Jahren etliche Tierarten an andere Zoos abgegeben, um den in Heidelberg verbleibenden Tieren bessere und größere Gehege zu gestalten. Mit der Abgabe der charismatischen Orang-Utans verliert der Zoo nun erneut eine attraktive Tierart. „In Zukunft darf der Zoo nicht weitere Tierarten verlieren, sondern muss ganz im Gegenteil in die Vielfalt seines Tierbestandes investieren“ betont Dr. Wünnemann.

Auch wenn die Gehege für die Orang-Utans in dem bald 30 Jahre alten Menschenaffenhaus nicht optimal sind, haben sich die Heidelberger Tiergärtner viel einfallen lassen, damit es den Tieren gut geht: Ein intensives Beschäftigungsprogramm fordert die Fähigkeiten der Orang-Utans immer wieder aufs Neue. Mit Fingermalfarben und Papier entstehen bei Malstunden interessante Kunstwerke. Im Rahmen einer Studie zur Kognition (Informationsaufnahme und -verarbeitung)  bei Tieren entwickelte Verhaltensforscherin Dr. Vanessa Schmitt im Zoo Heidelberg spezielle Geräte, die von den Affen über einen Touchscreen betätigt werden können. Die intelligenten Orang-Utans waren die ersten, die an dem Projekt teilnahmen und ihr beachtliches Können und die Fähigkeit zur Abstraktion zeigten. Wer seine kognitiven Fähigkeiten mal mit denen der Orang-Utans vergleichen will, kann sich im Affenhaus selbst an einem Touch-Screen-Bildschirm versuchen.

Die Planungen für den Umzug begannen bereits im letzten Jahr. Mehrmals reisten Tierpfleger aus Heidelberg nach Belgien und schauten nach der Entwicklung der neuen Anlage. Bei Treffen zwischen Kuratoren und Tierärzten wurden Details zu dem neuen Gehege in Belgien abgestimmt. Tierpfleger des Zoos Pairi Daiza besuchten die Orang-Utans in Heidelberg, um die Tiere und ihre Eigenheiten kennen zu lernen. Der Umzug der Orang-Utans soll noch in diesem Frühjahr erfolgen. Der exakte Termin steht jedoch noch nicht fest.

Die Orang-Utan-Haltung hat in Heidelberg eine lange Tradition. Seit 1973 leben Orang-Utans im Zoo Heidelberg. Gemeinsam mit „Munna“ zog der Stammvater der Heidelberger Organ-Utans, „Nogger“, als einer der ersten in das 1989 erbaute Menschenaffenhaus. Nach der ersten Tochter „Josefine“, die 1975 in Heidelberg geboren wurde, folgten noch weitere sechs Jungtiere. Noch heute lebt „Puan“ als letzte Tochter des erfolgreichen Zuchtpaares hier  im Zoo.

Der jüngste Nachwuchs in Heidelberg kam erst im letzten Jahr zur Welt. „Berani“ wurde am 21. März 2016 geboren. Für Mutter „Sari“ ist es das erste Jungtier. Gemeinsam mit „Puan“ kümmert sie sich sehr gut um den Kleinen, während Vater „Ujian“ sich kaum in die Erziehung einbringt. „Ujian“, der eindrucksvolle Orang-Utan-Mann mit dem faszinierend langen Haarkleid wurde stadtbekannt durch eine besondere Fähigkeit. „Ujian, der pfeifende Orang-Utan“ ist über die Grenzen Heidelbergs hinaus bekannt. Er hatte sich da Pfeifen selbst beigebracht und gemeinsam mit seinem Tierpfleger immer wieder geübt, sodass sogar eine CD mit dem pfeifenden Orang-Utan Ujian aufgenommen wurde.

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Zoo Heidelberg – Artenreicher Start ins Neue Jahr

Kugelgürteltier (Foto: Petra Medan)
Kugelgürteltier (Foto: Petra Medan)

Unter den 2.704 Tieren gibt es einige Altersrekorde

Artenvielfalt im Zoo Heidelberg: 89 unterschiedliche Vogelarten, 55 Säugetierarten sowie weitere 33 Tierarten können in Heidelberg entdeckt werden. Zum Jahresbeginn wurde jedes einzelne Tier für die Inventur erfasst und der Bestand mit 2.704 Individuen festgehalten. Die Gürteltiere sind die ältesten ihrer Art in einem europäischen Zoo.

Nahezu jeden Tag kontrollieren die Tierpfleger den Bestand ihrer Schützlinge. Zum Jahresende wird dann nochmals genau hingeschaut, gezählt und gemessen, denn 2016  gab es wieder zahlreichen Nachwuchs und Neuzugänge bei den verschiedenen Tierarten. Andererseits sind auch Tiere gestorben oder umgezogen, sodass sich der gesamte Tierbestand im Laufe des Jahres immer wieder verändert hat. Während der Kontrolle wird dabei auch auf den kleinen Unterschied geachtet. „Bei manchen Tierarten kann man das Geschlecht nur anhand einer DNA-Probe erkennen“, erklärt Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg. „Bei den Faultieren werden Haare gezupft und untersucht, um das Geschlecht eindeutig zu bestimmen.“ Nicht bei allen Tieren ist es so deutlich wie bei den stattlichen Löwen. Der Berberlöwe Chalid mit der eindrucksvollen Mähne kam gemeinsam mit der Löwin Binta im April 2016 neu nach Heidelberg.

Bintas Vorgängerinnen im Zoo Heidelberg erreichten ein stattliches Alter: Claudia starb im Januar 2016 mit 23 Jahren und zählte zu den ältesten Löwen in einem europäischen Zoo. Ihre Tochter Sita, die ebenfalls im Frühjahr 2016 verstarb, war mit knapp 20 Jahren bei ihrem Tod noch Deutschlands ältester Zoolöwe.

Bei der Inventur am Jahresende verzeichnete der Zoo Heidelberg noch weitere Altersrekorde bei seinen Tieren: Die beiden Kugelgürteltiere, Trudel und Nikolina, sind beide inzwischen 17 Jahre alt und damit die ältesten Kugelgürteltiere in einem europäischen Zoo. Ihre Artgenossen im Freiland erreichen gerade mal ein Alter von ca. 15 Jahren. „Beide Gürteltierdamen sind noch sehr aktiv und haben sogar noch regelmäßig Nachwuchs“, berichtet Sandra Reichler. Auch bei den quirligen Rhesusaffen ist der Chef ein echter Opa. Mit seinen 30 Jahren gehört er zu den Senioren seiner Art. Wenn man die Affenhorde im Zoo beobachtet, merkt man jedoch sehr rasch: Der Opa hat die jungen noch immer gut im Auge und ist schnell dabei, wenn es um Futter oder Auseinandersetzungen in der Gruppe geht.

Tierbestand im Zoo Heidelberg (nach Anzahl der Arten/Stand 31.12.2016):

  • 457 Vögel in 89 Arten
  • 422 Säugetiere in 55 Arten
  • 62 Reptilien in 12 Arten
  • 1.516 Fische in 10 Arten
  • 199 Insekten in 5 Arten
  • 22 Krebstiere in 2 Arten
  • 20 Muscheln in 1 Art
  • 4 Schnecken in 1 Art
  • 1 Amphibie in 1 Art
  • 1 Spinnentier in 1 Art

= Gesamt: 2.704 in 177 Arten

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Wird es die große Liebe? Deutsch-französische Beziehung bei Binturongs im Zoo Heidelberg

Binturong Kajan kam im August 2010 aus Berlin nach Heidelberg (Foto: Susi Fische
Binturong Kajan kam im August 2010 aus Berlin nach Heidelberg (Foto: Susi Fischer)

Berliner und Pariserin verstehen sich zunehmend besser

Gibt es bald Nachwuchs bei den Binturongs im Zoo Heidelberg? Zwei Binturongs aus Berlin und Paris wurden in Heidelberg zusammengeführt. Passend zum 54. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages zwischen Deutschland und Frankreich am 22. Januar 1963, berichtet der Zoo Heidelberg über sein erfolgreiches Engagement in der Vermittlung deutsch-französischer Freundschaften.

Wird der Zoo zum Partnervermittler für deutsch-französische Beziehungen? Der Deutsche Kajan und die junge Französin Maïdy lernten sich im Zoo Heidelberg kennen. Sie haben viel gemeinsam: Beide sind in Großstädten geboren und aufgewachsen. Er wurde am 16. Mai 2009 in Berlin geboren, sie am 15. Juni 2016 in Paris. Ihre auffallendste Gemeinsamkeit besteht jedoch darin, dass sie beide Binturongs sind.

Wer sich nun fragt, wer oder was ein Binturong ist, muss sich für seine Ratlosigkeit nicht schämen. Bei dieser deutsch-französischen Beziehung handelt es sich um zwei südostasiatische Schleichkatzen, die im Zoo Heidelberg leben. Die kurzbeinigen Baumbewohner wirken auf den ersten Blick mit ihrem rauen, dunklen Fell wie etwas zu klein geratene Bären – daher kommt auch ihr deutscher Name „Marderbär“. Auf den zweiten Blick erinnern der lange Schwanz, die buschigen Ohren und die langen, weißen Tasthaare an eine kräftige Katze.

Die junge Pariserin kam im August 2016 nach Heidelberg. Der ihr zugedachte Partner Kajan war zu diesem Zeitpunkt „frisch geschieden“, da die Beziehung zu seiner vorherigen Partnerin kinderlos blieb. Seitdem hoffen die Tierpfleger, dass sich Maïdy und Kajan dazu entschließen Nachwuchs zu zeugen. Liebe auf den ersten Blick war es leider nicht. Sie vermieden es, nah beieinander zu sein, schliefen in getrennten Bereichen und fauchten sich beim Zusammentreffen heftig an. Doch inzwischen stellt sich immer größere Harmonie zwischen den beiden ein und die zwei ungewöhnlichen Tiere zeigen mehr und mehr Interesse aneinander.

Binturongs sind groß und kräftig und erreichen ein Gewicht von über 15 Kilogramm. Am Boden ist der Binturong selten anzutreffen. Durch den gedrungenen Körperbau wirken Binturongs etwas tollpatschig. Dies täuscht jedoch, denn die kräftigen Beine, die scharfen Krallen und die schwieligen, nackten Fußsohlen machen ihn zu einem geschickten Kletterer in den Baumwipfeln. Zudem besitzt der Binturong einen muskulösen Greifschwanz, den er bei der Fortbewegung einsetzt und der es ihm ermöglicht, sich sogar kopfüber durch das Geäst zu hangeln. Im Zoo Heidelberg lebt das deutsch-französische Paar im Eingangsbereich des Elefantenhauses und hat zudem die Möglichkeit über einen Verbindungsgang das Außengehege der Kurzkrallenotter mitzubenutzen. Zwischen Binturongs und Otter besteht eine etwas angespannte Beziehung - vielleicht schweißt der gemeinsame Gegner das deutsch-französische Pärchen noch enger zusammen.

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Außergewöhnlicher Vogel-Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Junge Graumöwe in der Jugendmauser – Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg
Junge Graumöwe in der Jugendmauser – Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Erfreuliche Nachrichten bei den Graumöwen

Wie sehr sich Zoos und Tierparks um das Wohlergehen ihrer Tiere sorgen, zeigen die Meldungen der letzten Wochen. Überall werden weiterhin Vorsorgemaßnahmen getroffen, um eine Infektion der Vögel mit der Vogelgrippe zu verhindern. Es sind vor allem seltene und gefährdete Arten, die im Zoo Heidelberg einen großen Anteil des Tierbestandes bilden, sodass jedem einzelnen Tier große Aufmerksamkeit gilt.

Aber auch in diesen Zeiten kann der Zoo Heidelberg Positives aus dem Vogelrevier berichten: Die junge Graumöwe, die im letzten Jahr geschlüpft ist, entwickelt sich prächtig. Dies ist eine besonders erfreuliche Nachricht, da es sich hierbei um das erste aufwachsende Jungtier seit 17 Jahren in Heidelberg handelt. Die junge Graumöwe in Heidelberg verändert inzwischen ihr Aussehen: Graues Gefieder ersetzt nach und nach das dichte, flauschige Daunenkleid, das die jungen Küken tragen. In dieser Übergangsphase sehen die jungen Möwen bisweilen „exotisch“ aus: Es wirkt, als zierten kleine feine „Härchen“ das glatte, graue Federkleid.

Heimisch sind Graumöwen an der Westküste Südamerikas, wo sich ihr Tausende von Kilometern langes Jagdgebiet vom  Äquator bis zu den kühlen Küsten Südchiles erstreckt. Dort fischen sie Krebse, kleine Fische, oder Muscheln aus dem Meer.

Erstaunliches leisten die Vögel, sobald die Brutsaison beginnt: Die Graumöwen zieht es weit ins Landesinnere. In einem sehr kleinen Brutgebiet inmitten der Atacamawüste hat sich eine Kolonie von bis zu 60.000 Brutpaaren angesiedelt. Dies ist weit über die Hälfte des Weltbestandes. Dieses besondere Brutverhalten kommt dem Schutz der Küken zugute, denn in dieser lebensfeindlichen Region müssen sie nur wenige Fressfeinde fürchten.

Was für den Nachwuchs von Vorteil ist, bedeutet gleichzeitig eine große Belastung für die Elterntiere. In der kargen, extrem trockenen Umgebung finden die Vögel kein Futter für sich und ihre Küken. Die Elterntiere fliegen daher während der Aufzucht mehrmals pro Woche zurück an die 100 km entfernte Westküste, um im Meer auf Nahrungssuche zu gehen. Um wertvolle Ressourcen für die anstrengende Reise sparen zu können, legt ein Paar im Durchschnitt weniger als zwei Eier. Während beide Elternvögel auf Futtersuche sind, bleiben die Küken allein im Nest zurück. Ihr besonders dichtes, gut isolierendes Daunengefieder schützt sie vor der starken Hitze der Atacamawüste.

Im Zoo Heidelberg leben Graumöwen in Vergesellschaftung mit Inkaseeschwalben und anderen geflügelten Küstenbewohnern in der Küstenpanorama-Voliere. Da Graumöwen auch in freier Wildbahn ihren Lebensraum mit Inkaseeschwalben teilen, bietet dies einen kleinen Ausschnitt aus der Natur. Die Heidelberger Tierpfleger machten sogar eine interessante Beobachtung bei dem fürsorglichen Elternpaar der jungen Graumöwe: Die beiden Möwen kümmerten sich nämlich nicht nur um den eigenen Nachwuchs, sondern fütterten ebenfalls immer wieder heimlich auch ein Inkaseeschwalben-Küken. Das Fürsorgebedürfnis der Graumöwen scheint so stark ausgeprägt zu sein, dass es für mehr als nur das eigene Junge ausreicht.  

Derzeit halten neben dem Zoo Heidelberg nur noch fünf andere europäische Zoos Graumöwen. Der gesamte Zoobestand geht übrigens auf einen Import aus Peru nach Heidelberg zurück, der in den 1980er Jahren vom damaligen Heidelberger Zoodirektor Dr. Dieter Poley durchgeführt wurde.

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Weihnachten im Zoo Heidelberg

Syrischen Braunbären zeigen sich putzmunter auf der Außenanlage - Foto: Heidrun
Syrischen Braunbären zeigen sich putzmunter auf der Außenanlage - Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Am 24. Dezember werden im Raubtierhaus von 11 bis 12 Uhr Tiergeschichten vorgelesen

Es ist nicht mehr weit bis Weihnachten. Mittlerweile sind die Wohnungen festlich dekoriert und die Weihnachtsbäume bunt geschmückt, die letzten Plätzchen werden aus dem Ofen geholt. Vor allem bei den Kindern steigt in diesen Tagen die Spannung auf die Feiertage. Um am Heiligen Abend die Zeit bis zur Bescherung zu verkürzen, bietet sich vormittags ein Besuch im Zoo an.

An Heiligabend hat der Zoo Heidelberg von 9 bis 13 Uhr seine Tore geöffnet. Als besonderes Erlebnis können kleine und große Zoo-Besucher an diesem Tag im Raubtierhaus tierischen Geschichten lauschen. Beginn der Lesung ist um 11 Uhr. Direkt im Anschluss findet ein kurzer Rundgang mit einer kleinen Überraschung für Zoo-Besucher und Tiere statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und bereits im Zoo-Eintritt enthalten.

Wer vor der Lesung oder auch an den darauffolgenden Tagen eine Runde durch den winterlichen Zoo drehen will, ist herzlich willkommen. Auch während der Feiertage und zwischen den Jahren hat der Zoo geöffnet. Zu dieser Jahreszeit kann ein Zoo-Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis werden. Der kleine Rote Panda ist im nun blattlosen Geäst besonders gut zu erkennen. Die Trampeltiere tragen ihr dichtes, wärmendes Winterfell und den Syrischen Braunbären machen die kalten Temperaturen gar nichts aus – sie sind putzmunter wie immer. Die beheizten Tierhäuser laden zum ausgiebigen Beobachten ein: Im Menschenaffenhaus sorgt beispielsweile das neun Monate alte Orang-Utan Männchen Berani für Aufmerksamkeit. Er wurde im März 2016 im Zoo Heidelberg geboren und klettert mittlerweile „wie ein Großer“ geschickt und wagemutig in seinem Gehege umher.

Eine gute Möglichkeit, noch schnell ein Weihnachtsgeschenk für Verwandte oder Freunde zu finden, bietet der Zoo-Shop. Dieser ist am 24. Dezember ebenfalls von 9 bis 13 Uhr geöffnet und führt ein breites Sortiment an Büchern, Spielen, Kuscheltieren oder Dekorationsartikeln. Auch Wertgutscheine für den Zoo mit vielfältigen Möglichkeiten zum Einlösen sind dort erhältlich.

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Vögel im Zoo Heidelberg bleiben geschützt

Entenvögel beim Bad hinter den Kulissen (Foto: Zoo Heidelberg)
Entenvögel beim Bad hinter den Kulissen (Foto: Zoo Heidelberg)

Hinter den Kulissen wurden Notquartiere eingerichtet

Es ist überraschend ruhig, wenn Besucher den Flamingosee im Heidelberger Zoo umrunden. Kein Geschnatter der Roten Flamingos ist zu hören. Nur wenige Möwen und Enten entdeckt man auf dem teils gefrorenen Wasser. Auch im Küstenpanorama, eine der beliebten begehbaren Vogelvolieren im Zoo, ist es still geworden. Wildlebende Spatzen und Sperlinge, die durch das grobmaschige Netz ungehindert in die Voliere einfliegen können und von den dort üblicherweise angebotenen Futterrationen profitierten, suchen noch nach verbliebenen Futterresten.

„Wo sind nun all die vielen Zoovögel?“ fragt sich manch ein treuer Zoo-Besucher. „Aufgestallt“ lautet die inzwischen als Begriff bekannte Antwort, was so viel bedeutet wie „in einem geschlossenen Bereich, den nur berechtigte Personen betreten dürfen und in den keine Wildvögel eindringen können“. Diese Bereiche befinden sich im Zoo Heidelberg hinter den Kulissen und stehen sonst beispielsweise als Quarantänestation für Neuankömmlinge bereit. „Der Platz hinter den Kulissen ist natürlich in der Größe nicht vergleichbar mit den großen und abwechslungsreich gestalteten Volieren“, bedauert Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.

Ein Teil der Vögel wurde vorzeitig in die entsprechenden Winterquartiere geleitet, die nun früher als geplant aktiviert wurden. So werden beispielsweise die Pelikane in sehr kalten Wintern regelmäßig hinter den Kulissen untergebracht, sodass sie diese Bereiche bereits gut kennen. Für andere Vögel ist es eine unvertraute Situation, die von den Tierpflegern besonders beobachtet wird. Es bleibt zu hoffen, dass diese vorrübergehende Evakuierung bald wieder aufgehoben werden kann. Für die Vögel wurden die Bereiche zwar funktional eingerichtet, aber im Vergleich zu den großen Außenvolieren oder dem großen Flamingosee bieten sie natürlich weniger Lebensqualität.

Der Vogelkurator lobt besonders die außergewöhnliche Leistung des Zooteams. In Rekordzeit wurden viele Bereiche, die zuvor noch nie für Vögel genutzt wurden, von den Mitarbeitern und Tierpflegern mit voll funktionsfähigen Volieren und Wasserstellen ausgestattet, um den Tieren den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu gestalten. Alle haben sich dabei besonders für das Wohl der Vögel engagiert.

„Unser Glück ist in diesem Jahr zudem, dass wir auch auf dem Erweiterungsgelände in der ehemaligen Reithalle noch Bereiche umgestalten konnten, bevor im nächsten Jahr dort die geplante Nutzung umgesetzt werden kann“, berichtet der Vogelkurator weiter. „Ohne diese Fläche wäre kein ausreichender Platz im Zoo zur Verfügung. Wir müssen uns dennoch mit der Frage beschäftigen, wie wir in Zukunft mit entsprechenden Problematiken umgehen können.“

Leider sind die Vögel daher zurzeit für die Besucher nicht zu sehen. „Und dabei ist gerade der Blick auf einen verschneiten See mit den farbenfrohen Flamingos und den vielen prächtig gefärbten Enten im Winter ein echter Hingucker“, wie eine Zoobesucherin verständnisvoll bemerkt.

Die Zoomitarbeiter sorgen sich ebenfalls um die Auswirkungen der aktuellen Situation auf die Tiere. Durch den Stress, dem die Vögel mit der temporären Umsiedlung ausgesetzt wurden, können Änderungen in den üblichen Verhaltensmustern auftreten. Da die Auslaufflächen nicht so großzügig angelegt werden können, kann es vorkommen, dass es bei den Tieren zu Neuausrichtungen in den sozialen Strukturen kommt. Dadurch können Störungen im Mauserrhythmus oder auch Ausfälle in den Brutergebnissen entstehen. Besonders bei Meeresenten ist zudem der Frischluftzugang von großer Bedeutung, um Luftwegeerkrankungen zu vermeiden.

Ganz auf Vögel müssen die Zoobesucher aber auch in den Zeiten der Sorge hinsichtlich der Vogelgrippe im Zoo Heidelberg nicht verzichten. Die Volieren der Hornvögel und Kakadus, sowie die der Blassuhus, Geierraben, Europäischen Uhus, Kolkraben und Neuntöter, wurden ausreichend mit einer extra angefertigten Folienüberdachung geschützt. Durch die engmaschigen Gitter, mit denen die Volieren zusätzlich an den Seiten ausgestattet wurden, kann kein anderer Vogel eindringen. Die Gefahr, entsprechende Erreger in das Gehege einzubringen, kann somit ausgeschlossen werden.

Die Hyazintharas und Keas, die weniger anfällig für Vogelgrippe-Viren sind, werden regelmäßig beprobt und könnten im Ernstfall in ihre Schutzräume eingeschlossen werden. Dennoch bleiben alle Zoo-Mitarbeiter weiterhin aufmerksam. „Aktuell gilt es zu beobachten, wie sich die Virenverbreitung weiter entwickelt“, erklärt Frau Dr. Barbara Bach, Tierärztin im Zoo. „Danach werden wir uns richten, um dann, je nach Möglichkeit, die Vögel wieder in ihre vertraute Umgebung zu bringen“.

Für manche Arten, wie z. B. die Kuba-Flamingos, bedeutet dies vermutlich dennoch, dass sie bis zu den ersten warmen Frühlingstagen in der Übergangsherberge verbleiben müssen. Sollte der Winter sehr kalt werden, wäre es zu gefährlich, die Vögel, die sich an die wärmeren Innenräume gewöhnt haben, wieder der ungewohnten Kälte auszusetzen. „Das ist unter Umständen noch gefährlicher als die Vogelgrippe selbst“, gibt Vogelkurator Simon Bruslund zu bedenken. 

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