Pressemitteilungen

Die letzten Ihrer Art: Bürgermeister Wolfgang Erichson übernimmt Patenschaft für seltene Roloway Meerkatze

Patentier und Pate nehmen hinter der Scheibe Kontakt auf

Heidelberg, 20. Mai 2011, S. Richter Wieselflink turnt das Kleine durch das Gehege, während Eltern „Manou“ und „Owen“ vom frisch gebackenen Paten Ihres Kindes eines ihrer Lieblingsleckerlis – Heuschrecke pur – entgegen nehmen. Wolfgang Erichson, Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste der Stadt Heidelberg, hat sich mit dem jüngsten Nachwuchs im Zoo Heidelberg ein ganz besonderes Patentier ausgesucht. Roloway-Meerkatzen sind seltener als der Große Panda und zählen zu den weltweit am stärksten bedrohten Affenarten. Die ausgesprochen schönen Tiere mit ihren langen, weißen Bärten, dem schwarz-braun glänzenden Fell und eleganten Bewegungen kommen ausschließlich in bestimmten Gebieten feuchter Regenwälder im westlichen Ghana und der östlichen Elfenbeinküste vor. Sie stehen durch Bejagung und Rodung riesiger Flächen der Regenwälder am Rande des Aussterbens. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Wolfgang Erichson mit der Roloway Meerkatze das Symboltier des Artschutzengagements unseres Zoos zu seinem Patentier gewählt hat“, begrüßt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Entscheidung des Bürgermeisters. „An wohl keiner anderen Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Aufgrund ihrer Attraktivität und Verwundbarkeit versinnbildlicht die Roloway-Meerkatze wie keine andere Spezies das Schutzbedürfnis ihres gesamten Ökosystems“. Das am 11. März geborene Affenkind gehört zu den etwa 30 Roloway Meerkatzen, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren ein Viertel des Weltbestandes dieser Tierart in menschlicher Obhut. Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Seit vielen Jahren engagiert sich der Zoo für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Das Projekt „West African Primate Conservation Action“ (WAPCA) wurde 2001 vom Heidelberger Zoo gegründet und wird von Heidelberg aus koordiniert. 25.000 Euro zahlt der Zoo Heidelberg jährlich für WAPCA, elf andere europäische Zoos steuern jeweils mindestens 1.500 Euro dazu. Mit dem Geld wird u.a. eine Auffangstation für die Tiere in Ghana finanziert, werden Wildhüter ausgebildet und Naturschutzbildung betrieben. Das Patentier von Bürgermeister Wolfgang Erichson ist ein wichtiger Botschafter seiner bedrohten Artgenossen in Afrika. Eines Bürgermeisters würdig.

Seltener Nachwuchs bei Stachelschweinen

Stachelschwein mit knuffigem Nachwuchs. Foto von Rose von Selasinsky

Heidelberg, 11. Mai 2011 / S. Richter  „Schön, ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein …“. So trällerten Roy Black und Anita Anfang der 1970er Jahre ihren berühmten Kinderliedschlager. Ähnlich erfreut äußerte sich Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers, als er am 21. März ein gerade geborenes, winziges Stachelschweinkind erblickte. Gut 20 Jahre ist es her, seit der Zoo Heidelberg das letzte Mal Nachwuchs bei den Stachelschweinen vermelden konnte. Nachzuchten von Stachelschweinen sind in der Zoo-Welt recht selten. Umso größer ist nun die Freude über das weibliche Jungtier, das sich in den ersten Wochen mit seinen Eltern im schützenden Innengehege aufgehalten hat. Sehr zum Entzücken der Zoobesucher wagt das Kleine nun immer häufiger die ersten Schritte nach draußen. Im Zoo Heidelberg leben vier Stachelschweine gemeinsam mit den Waschbären in einem Gehege. Bei der täglichen Fütterung um 15.45 Uhr kann man dann alle Mitglieder der quirligen Wohngemeinschaft beim gemeinsamen Mahl beobachten. „Das Jungtier wird in den ersten Monaten von den Eltern nicht aus den Augen gelassen. Beide kümmern sich sehr gut um Ihren Nachwuchs und der Vater zeigt einen ausgeprägten Schutzinstinkt“, berichtet Kubacki.
Stachelschweine sind trotz ihres namengebenden Stachelkleides nicht mit dem heimischen Igel verwandt. Zwar ist das auffälligste Merkmal des Stachelschweins das dichte Fell aus Stacheln und Spießen – und so lange Stacheln hat sonst kein anderes Tier. Ihre nächsten Verwandten sind aber, man mag es kaum glauben, die Meerschweinchen. Sie gehören zu den Nagetieren und dort zur Familie der Stachelschweine. Die beeindruckenden Stacheln können bis zu 40 Zentimeter lang werden, mit denen sich das Stachelschwein geschickt gegen Angreifer wehren kann. Die Stacheln stoßen dann aneinander und erzeugen ein lautes, rasselndes Geräusch.
  

Zoo Heidelberg: Deutschsprachige Tagung zur Tierbeschäftigung in Heidelberg

Gruppenbild: Über 160 Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren tagten zum Thema "Tierheschäftigung"

Heidelberg, 9.5.2011 / S. Richter  „Enrichment“, so der englischsprachige Begriff für Tierbeschäftigung, wird von vielen Zoos bereits erfolgreich praktiziert. Das zeigte auch das große Interesse an der „Deutschsprachigen Tagung für Tierbeschäftigung“, die vom Heidelberger Zoo und vom „Berufsverband der Zootierpfleger e.V. (BdZ) organisiert wurde. 160 Zoo-Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren trafen sich vom 6. bis 8. Mai in Heidelberg, um sich bei den zahlreichen Vorträgen und Workshops über die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten für Zootiere auszutauschen. Ebenso wie der Zoobesuch den Menschen einen kurzweiligen Tag beschert, werden auch den Tieren des Zoos viele Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten
Ein wichtiger Teil dieses „Tierunterhaltungsprogramms“ ist der Zoobesucher selbst. Er wird gerne beäugt und beobachtet, was er so vor dem Gehege treibt. Doch in einer modernen Zootierhaltung wird neben einer großzügigen Gestaltung der Gehege und der bestmöglichen Versorgung der Tiere auch ihr Alltag möglichst artegerecht und abwechslungsreich gestaltet. Tierbeschäftigung ist heute ein wichtiger Bereich im Zootiermanagement, mit der sich viele Wissenschaftler und Pfleger beschäftigen und die erheblich zum Wohlbefinden der tierischen Pfleglinge beiträgt. In freier Natur stellt die Nahrungssuche und -aufnahme einen großen Teil des Tagesablaufs vieler Tierarten dar. Die Sinne werden durch Umweltreize ständig neu gefordert, was selbst in einem gut strukturierten und natürlich gestalteten Tiergehege nur eingeschränkt der Fall sein kann. Deshalb sind in einem modernen Zoo engagierte Tierpfleger gefragt, die sich um das psychische Wohlergehen ihrer Tiere kümmern und sich immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten ausdenken. Es geht hierbei nicht um willkürliche Bespaßung der Tiere, auch nicht um Marketing-Strategien für sensationsbegeisterte Zoobesucher, sondern um die Erhaltung des natürlichen Wohlbefindens der anvertrauten tierischen Schützlinge. Auf diese Weise zeigt sich ein abwechslungsreiches Verhaltensrepertoire, Aggressionen und Stereotypen werden vermieden, das Spielverhalten gestärkt.
Der Heidelberger Zoo zählt zu den führenden Zoos im Bereich der Tierbeschäftigung. Die Haltung, Beschäftigung und das Training der vier jungen Elefantenbullen zählt zu den qualitativ herausragenden Beispielen für gelungenes Enrichment ebenso wie das ausgefeilte Beschäftigungsprogramm für die Menschenaffen. Anderen Affenarten wie den Hulmans oder Roloway-Meerkatzen werden Hängebrücken, Seile oder Strickleitern in ihr Gehege gehängt, um so ihrem natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang nachkommen zu können. Den Löwen und Tigern wird das Futter manchmal erhöht aufgehängt, so dass es nur mit einem mächtigen Sprung erreicht werden kann. Andere Tiere, wie die Kamele, freuen sich, wenn sie sich an den extra dafür angebrachten Kratzstellen das Fell reiben können. Im Rahmen einer Dressur, die täglich um 11.00 Uhr und um 16.00 Uhr (außer freitags) vorgeführt wird, können sich die Mähnenrobben ihr Futter selbst erarbeiten. Die gezeigten Kunststücke sind freiwilliger Natur, da die Tiere in jedem Fall ihre üppige Fischration erhalten. Die Dressur basiert allein auf der positiven Verstärkung, die der Pfleger den lernfähigen Tieren durch kleine Belohnungen oder lobende Worte zukommen lässt. Die Kunststücke selbst bauen auf natürlichen Verhaltensweisen der Tiere auf. Im Sommer ist bei den syrischen Braunbären eine Eisbombe der Hit. Zahlreiche Leckereien werden in einem Eimer mit Tee, Fruchtsaft oder Wasser eingefroren. Keas, die neuseeländischen Bergpapageien, kann man mit verschlossenen Kisten, die es zu öffnen gilt, aus der Reserve locken.

Ausstellung Fauna und Flora - Fantastische Bilder des Naturmalers Norman Will-Kerry

Leopard, Öl

Heidelberg, 5. Mai 2011 / S. Richter  Ab Sonntag, 8. Mai, ist im Heidelberger Zoo eine beeindruckende Ausstellung mit Tiergemälden des renommierten Naturmalers Norman Will-Kerry zu sehen. Der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner hat die Schirmherrschaft übernommen.
Norman Will-Kerry, geboren 1924, verbindet seit frühester Kindheit eine tiefe Liebe mit der Natur. Auf Umwegen und nach Überwindung vieler Hindernisse wurde aus der Neigung zur Malerei eine Lebensaufgabe. Nach einem privaten Malstudium begann er seine Laufbahn mit Stillleben, Landschaften und Portraits. Seine alte Tierliebe brachte ihn schließlich dazu, Tiere zu malen. Studien in zoologischen Gärten und auf Reisen sowie die Freundschaften mit dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz, dem Tierfilmer und Verhaltensforscher Heinz Sielmann und dem Tierarzt und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek lieferten ihm viele inspirierende Erfahrungen. Über viele Jahre entstand eine Fülle von herausragenden Bildern aus der Natur und aus dem Tierreich. Seine zahlreichen Werke wurden in Europa, Japan, USA und Kanada gezeigt. Viele Bilder von Norman Will-Kerry befinden sich im Besitz von staatlichen Museen und in privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Die Ausstellung ist bis zum 7. August 2011 im Afrikahaus des Zoo zu sehen.

Große Freude im Zoo Heidelberg – Roloway-Meerkatzenbaby geboren

Roloway-Meerkatze, geboren am 11. März 2011. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 27. April 2011 / S. Richter  Die kleine Roloway-Meerkatze, die am 11. März 2011 das Licht der Welt erblickt hat, gehört zu den etwa 30 Tieren, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren damit ein Viertel des Weltbestandes der Roloway-Meerkatzen in menschlicher Obhut. In Heidelberg dürfen sich die Besucher regelmäßig über Nachwuchs bei den Roloway-Meerkatzen freuen.
Nur noch wenige dieser schönen Tiere leben in ihren Heimatländern Ghana und der Elfenbeinküste. Die Roloway-Meerkatze steht kurz vor der Ausrottung. Mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. engagiert sich der Zoo seit vielen Jahren für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Neben kleinen Erfolgen gibt es aber immer wieder Rückschläge. Wildfleisch gehört zur bevorzugten Nahrung nicht nur in Westafrika. Die erlegten Tiere werden weltweit exportiert, es ist ein regelrechter Wildfleischhandel entstanden, der für zahlreiche Tierarten in den Wäldern Afrikas das baldige Aus bedeuten könnte. An wohl kaum einer an-deren Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Der Zoo Heidelberg hält zwei Gruppen Roloway-Meerkatzen. Eine lebt im kleinen Affenhaus, die andere bewohnt ein Gehege im Menschenaffenhaus. Mit ihren langen weißen Bärten und ihren flinken Sprüngen durchs Geäst gehören sie zu den beliebtesten und elegantesten Tieren im Zoo. Dazu kommt, dass man sie außer im Zoo Heidelberg nur noch in München und in einigen französischen Zoos sehen kann.
Deshalb ist die Geburt der kleinen Meerkatze, deren Geschlecht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht, ein großer Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen und ausgesprochen schönen Affenart aus Westafrika. Für Mama Manou, eine äußerst fürsorgliche Mutter, ist es bereits das vierte Kind. Der Vater der ersten Jungtiere war noch das Männchen Yaya, das leider vor einigen Jahren starb. Lange musste der Zoo auf ein unverwandtes neues Männchen aus einem anderen Zoo warten bis im letzten Jahr „Owen“ aus Doue la Fontaine in Frankreich als neuer Zuchtpartner für Manou an den Neckar kam. Alle Hoffnung lag auf ihm, würde er als neuer Partner von Manou akzeptiert werden? Vertragen sich die beiden Tiere? Doch die Sorge war unbegründet, es war Liebe auf den ersten Blick und das Resultat daraus springt nun durch das Gehege.
In den ersten Wochen klammert sich das Jungtier fast ausschließlich an den Bauch der Mutter. Seit kurzem erkundet es seine Umgebung schon alleine und begeistert die Zoobesucher durch kecke Spielversuche.
Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Doch die Situation in Ghana ist dramatisch, betont Kuratorin Sandra Reichler: „Wenn das Roloway-Jungtier sechs Jahre alt sein wird und damit im fortpflanzungsfähigen Alter, könnten diese wunderschönen Tiere in Ghana bereits ausgestorben sein“.
 

Tierische Ostern im Zoo Heidelberg: Gorilla-Küsse, Ostereier und viele kleine Osterküken

Gorilla-Mädchen Kiki
Gorilla-Mädchen Kiki

Heidelberg, 19. April 2011 / S. Richter Was gibt es Schöneres, als mit der ganzen Familie einen Osterspaziergang in den Zoo zu machen? Im Heidelberger Zoo ist an den Osterfeiertagen für jede Menge Überraschung und Unterhaltung gesorgt. Im Afrikahaus gibt es für Kinder eine ganz besondere Attraktion zu bestaunen. Pünktlich zur Osterzeit sind aus zahlreichen Hühnereiern goldgelbe Küken geschlüpft. Die flauschigen Federbällchen sind in einem großen, zirkuszeltähnlichen Gehege und gebettet auf einem Nest aus Stroh und Hobelspänen untergebracht. Am Ostersonntag dürfen Ostereier auch im Zoo nicht fehlen. Poitou-Eselstuten Madeleine und Resi bekommen zwei große Weidenkörbe umgeschnallt, in denen sie schokoladene Überraschungseier zu den jungen Zoobesuchern tragen. Natürlich dürfen die beiden Esel-Damen dann auch mal zum Dank hinter ihren grandiosen Ohren gekrault werden.
Am Ostermontag veranstalten Zoo und Zooschule ein großes Osterfest rund um das Thema Menschenaffen. Das Fest findet im Rahmen der europaweiten Menschenaffenkampagne statt. Die Artenschutzkampagne wurde vom Europäischen Verband der Zoos und Aquarien (EAZA) ins Leben gerufen, bei der sich der Heidelberger Zoo mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen zum Schutz der Menschenaffen beteiligt. Besucher können sich auf viele spannende und informative Aktionen freuen wie kommentierte Fütterungen im Menschenaffenhaus, einem Vortrag über Menschenaffen, einem Affen-Quiz mit Preisverlosung bis hin zu bunten Buttons mit Menschenaffen-Motiven zum Selbermachen. An einem Infostand vor der Wiese des Menschenaffenhauses kann man mehr über Leben und Bedrohung dieser beein-druckenden Tiere erfahren. Dort gibt es eine besondere Überraschung – Küsschen von Gorilla-Mädchen Kiki, denn Kiki feiert am Ostermontag ihren vierten Geburtstag. Einige der Menschenaffen des Heidelberger Zoos, darunter der pfeifende Orang-Utan Ujian, sind wahre Künstler und malen sehr gerne – natürlich mit Kindermalfarbe. Ein Teil dieser künstlerischen Werke kann am Infostand erworben werden. Ein bunter Bücher-Flohmarkt empfängt die Besucher gleich im Eingangsbereich. Alle Erlöse an diesem Tag fließen in Projekte zum Schutz der Menschenaffen.
Der Zoo hat an allen Feiertagen von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

Mit grauem Rücken trompeten – und doch kein Elefant!

sere Graurückentrompetervögel sind sehr zutraulich
Unsere Graurückentrompetervögel sind sehr zutraulich

Heidelberg, 15. April 2011. Zoobesucher, die die Südamerikavoliere betreten, werden neuerdings freudig aufgeregt begrüßt. Zwei etwa hühnergroße schwarze Vögel mit grauen Rücken stolzieren piepend zwischen den Menschenbeinen herum und zupfen auch schon mal an den Schnürsenkeln. Ist der neue Besucher ausreichend inspiziert, begeben sich die Vögel wieder etwas auf Abstand und fangen an überraschend tiefe Laute auszustoßen, die an ein Trompeten erinnern. Würde man nicht sehen wie sich der gefiederte Körper im Takt zu den Lauten rauf und runter bewegt, käme man nicht darauf wer der Sender dieser ungewöhnlichen Geräusche ist.
Es sind Graurückentrompetervögel, die seit diesem Frühjahr in die begehbare Südamerikavoliere im Zoo Heidelberg eingezogen sind. Die geselligen Vögel, die entfernt mit den Kranichen verwandt sind, gewöhnen sich schnell an den Menschen und werden sehr zutraulich. In ihrer Heimat im nördlichen und zentralen Südamerika werden sie daher auch gerne als Haustiere gehalten. Bei den beiden Heidelbergern handelt es sich um zwei männliche Vögel, die im Zoo Paris geschlüpft sind. In Heidelberg haben sie sich gut eingelebt und teilen sich ihr neues Revier mit anderen Vogelarten wie Grünwangenamazonen und Guirakuckucken sowie Faultieren und Krallenaffen. Bisher empfangen sie die Zoobesucher am Eingang der Voliere und begleiten sie auch häufig bis zum Ausgang wieder, verlassen ihr Revier jedoch nicht, obwohl es für sie ein leichtes wäre, gemeinsam mit den verdutzten Besuchern durch die Tür nach draußen zu stolzieren. „Wir hoffen, dass es so bleibt“ schmunzelt Thomas Bersch, Revierleiter im Vogelrevier, „wenn sie anfangen auch außerhalb der Voliere auf Entdeckungsreise zu gehen, müssen wir sie leider in eine andere Voliere umsetzen, die für die Besucher nicht begehbar ist.“ Das wäre schade, denn die vorwitzigen Vögel gehören schon jetzt zu den Lieblingen der Besucher.

Gandhi ist da!

Geklappt: Unser vierblättriges Kleeblatt Tarak, Gandhi, Voi Nam und Thai zum ers
Geklappt: Unser vierblättriges Kleeblatt Tarak, Gandhi, Voi Nam und Thai zum ersten Mal gemeinsam am Pool

Heidelberg, 5. April 2011 / S. Richter „Gandhi“ ist da. Der fünfjährige Elefantenbulle hat die 15-stündige Reise von Kopenhagen nach Heidelberg gut überstanden und wird nun in das seit einem Jahr bestehende Trio integriert. Mit „Gandhi“ begeht der Heidelberger Zoo eine Weltpremiere in der tiergärtnerischen Elefantenhaltung. In keinem anderen europäischen Zoo wurde bislang das Experiment gewagt, einen jungen Elefantenbullen in eine bereits bestehende Jungbullengruppe zu integrieren. Bereits am Sonntag konnten zahlreiche Zoobesucher das Elefanten-Quartett bestaunen. Dei erste Zusammenführung verlief zur großen Freude der Tierpfleger ausgesprochen unkompliziert. „Wir wünschen uns sehr, dass die Zusammengewöhnung der vier Bullen erfolgreich verläuft“, betont Stefan Geretschläger, leitender Elefantenpfleger des Zoo Heidelberg. „Eine generelle Prognose was wann geschieht ist schwierig, wir müssen jeden Tag neu bewerten“. Nach den sehr guten Erfahrungen der ersten drei Tage gehen Pfleger und Zooleitung von einer positiven Entwicklung aus. „Wir freuen uns darauf, mit der Integration eines jungen Bullen in eine bestehende Jungbullengruppe neue Wege zu gehen und Erfahrungen zu sammeln, die für die Zukunft der Elefantenhaltung wichtig sind. Nun muss Gandhi nur noch seinem Namen Ehre machen und sich seinen Platz in unserer Gruppe gewaltlos sichern“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Im Juni 2010 gründete der Heidelberger Zoo mit den drei „Jungen Wilden“ Voi Nam, Tarak und Thai die erste Elefanten-Jungbullengruppe in einem deutschen Zoo. Das neue Elefantenhaus, in das die drei jungen Elefanten einzogen, war zwar von Anfang für vier Elefanten konzipiert – das heißt mit vier abtrennbaren Boxen, zwei Badebecken und großzügig gestalteten Innen- und Außengehegen. Der Zoo entschied sich aber zunächst für die Haltung von drei Elefanten, um ausreichend Erfahrungen zu sammeln, wie die Integration von jungen Bullen, die sich nicht kennen, gelingt. Die Hoffnungen wurden sogar übertroffen. Innerhalb von kurzer Zeit bildete sich eine stabile Gruppenstruktur mit dem ältesten Bullen Voi Nam als Leittier. Das Zusammenleben der drei lebhaften Elefantenbullen funktioniert so gut, dass der Zoo sich entschloss, einen vierten Jungbullen aufzunehmen. In Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm fiel die Wahl auf den fünfjährigen „Gandhi“ aus dem Zoo Kopenhagen. In der Elefantenhaltung wird nun erneut Neuland betreten.

Neue Tierart im Heidelberger Zoo – asiatische Kurzkrallenotter mit quirligem Nachwuchs

Die fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familien des Heidelberger Zoos
Unsere fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familie. Foto von York v. Selasinsky

Heidelberg, 25. März 2011 / S. Richter. Die Zwerge unter den Ottern leben schon seit August 2010 im Heidelberger Zoo – jetzt können Besucher sich an den Kurzkrallenottern mitsamt quirligem Nachwuchs erfreuen. Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 cm machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner ist keine andere Otter-Art.
Das schöne, neue Gehege mit Rutschbahn und Schwimmbecken direkt am Elefan-tenhaus musste erst fertig gebaut werden, bevor das Zwergotter-Pärchen einziehen konnte. Und schon kurz nach dem Einzug in ihr Innengehege kamen Ende Dezember drei niedliche Zwergotter-Kinder zur Welt. Das Geburtsgewicht der Kleinen beträgt gerade mal 50 Gramm. Die Jungtiere sind anfangs noch nackt und blind. Erst nach fünf bis sechs Wochen öffnen sie ihre Augen und ab der siebten Lebenswoche fangen Sie unter der liebevollen Aufsicht ihrer Eltern mit den ersten Schwimmübungen an. Um den Nachwuchs kümmern sich übrigens beide Elternteile zu gleichen Teilen. Das schöne Wetter lockt die Otterfamilie nun täglich nach draußen. Und da die quietsch fidelen Racker zu den tagaktiven Tieren gehören, können Zoobesucher sie gut beim Spielen beobachten. Kurzkrallenotter sind sehr gesellig – andere Otter sind in der Regel Einzelgänger – und kommunizieren mit einer Reihe von Lauten.
Im Gegensatz zu anderen Otter-Arten, etwa dem Europäischen Fischotter, hat der asiatische Zwergotter nur sehr kurze Krallen, die nicht über die Fingerkuppen hinausragen. Auch fehlen ihm große Schwimmhäute zwischen den Zehen. Dies bringt ihm Vorteile bei der Nahrungssuche, denn seine Beute besteht aus Schnecken, Krebsen und anderen Wirbellosen, nach denen er tastend am und im Gewässerboden sucht. Dies macht die Tiere zu gern gesehenen Gästen bei den Reisbauern in Südostasien, da die Zwergotter deren Felder frei von Ernteschädlingen (zum Beispiel Krebsen) halten. In Malaysia werden die Tiere auch für den Fischfang trainiert, obwohl sie eher selten Fisch jagen und fressen.
Zwergotter zählen zu den gefährdeten Arten, was vor allem an der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes liegt.
 

Unbekannte Tierart im Heidelberger Zoo. Der Binturong – was ist denn das?

Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky
Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky

Heidelberg, 14. März 2011 / S. Richter. Katze, Marder oder Bär? Auf den ersten Blick weiß man wirklich nicht so recht, in welche Tiergruppe man den Binturong einordnen soll. Denn wer kennt sie schon, die schwarz-grauen, kleinbärenähnlichen Schleichkatzen mit dem buschigen Schwanz und den großen, bernsteinfarbenen Augen? Es gibt sie nur selten in Zoos zu sehen und ihre Heimat ist weit weg von Deutschland. Die Binturongs bewohnen Wälder in Südostasien von Hinterindien bis nach Assam, Sikkim, Bhutan und Nepal und einigen Inselstaaten.Der Heidelberger Zoo hält seit Sommer 2010 ein Pärchen. Das Weibchen kam aus dem Zoo Amsterdam, das Männchen wurde im Tierpark Berlin geboren. Beide werden Mitte des Jahres zwei Jahre alt. Noch wohnen die beiden in einem Übergangs-Gehege neben den Fossas, der seltenen Raubtierart aus Madagaskar und gegenüber dem Flamingosee. Bald aber ziehen sie um. Direkt am Elefantenhaus ist ihr neues und großzügiges Gehege schon fast fertig.
Die Tiere sind groß und kräftig und erreichen ein Gewicht von 15 Kilo und mehr. Ihre leuchtend großen Augen weisen darauf hin, dass sie dämmerungs- und nachtaktiv sind. Als Allesfresser ernähren sich neben Vögeln, Insekten und Kleinsäugern überwiegend von Früchten. Obwohl ihre Bewegungen tollpatschig wirken, sind die Binturongs außerordentlich gute Kletterer, die hervorragend an ihren Lebensraum angepasst sind. So können sie sich mit ihren scharfen gekrümmten Krallen auch in schwierigem Terrain sicher hoch oben auf den Bäumen halten. Der Schwanz dient dabei als Greif- und Balancierorgan, mit dem sie geschickt in Bäumen klettern können. Im Spielverhalten offenbaren sie ihre durchaus akrobatische Ader. Zum Repertoire gehören neben waghalsigen Kletterpartien auch Purzelbäume. Manchmal überschätzen sie ihre Fähigkeiten jedoch und landen bei versuchten Saltos auf dem Rücken. Vor allem in Zoos erhalten sich Binturongs ihr verspieltes und zutrauliches Wesen bis ins hohe Alter, was sie für Zoobesucher besonders interessant macht.
 

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