Pressemitteilungen

Neue Tierart im Heidelberger Zoo – asiatische Kurzkrallenotter mit quirligem Nachwuchs

Die fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familien des Heidelberger Zoos
Unsere fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familie. Foto von York v. Selasinsky

Heidelberg, 25. März 2011 / S. Richter. Die Zwerge unter den Ottern leben schon seit August 2010 im Heidelberger Zoo – jetzt können Besucher sich an den Kurzkrallenottern mitsamt quirligem Nachwuchs erfreuen. Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 cm machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner ist keine andere Otter-Art.
Das schöne, neue Gehege mit Rutschbahn und Schwimmbecken direkt am Elefan-tenhaus musste erst fertig gebaut werden, bevor das Zwergotter-Pärchen einziehen konnte. Und schon kurz nach dem Einzug in ihr Innengehege kamen Ende Dezember drei niedliche Zwergotter-Kinder zur Welt. Das Geburtsgewicht der Kleinen beträgt gerade mal 50 Gramm. Die Jungtiere sind anfangs noch nackt und blind. Erst nach fünf bis sechs Wochen öffnen sie ihre Augen und ab der siebten Lebenswoche fangen Sie unter der liebevollen Aufsicht ihrer Eltern mit den ersten Schwimmübungen an. Um den Nachwuchs kümmern sich übrigens beide Elternteile zu gleichen Teilen. Das schöne Wetter lockt die Otterfamilie nun täglich nach draußen. Und da die quietsch fidelen Racker zu den tagaktiven Tieren gehören, können Zoobesucher sie gut beim Spielen beobachten. Kurzkrallenotter sind sehr gesellig – andere Otter sind in der Regel Einzelgänger – und kommunizieren mit einer Reihe von Lauten.
Im Gegensatz zu anderen Otter-Arten, etwa dem Europäischen Fischotter, hat der asiatische Zwergotter nur sehr kurze Krallen, die nicht über die Fingerkuppen hinausragen. Auch fehlen ihm große Schwimmhäute zwischen den Zehen. Dies bringt ihm Vorteile bei der Nahrungssuche, denn seine Beute besteht aus Schnecken, Krebsen und anderen Wirbellosen, nach denen er tastend am und im Gewässerboden sucht. Dies macht die Tiere zu gern gesehenen Gästen bei den Reisbauern in Südostasien, da die Zwergotter deren Felder frei von Ernteschädlingen (zum Beispiel Krebsen) halten. In Malaysia werden die Tiere auch für den Fischfang trainiert, obwohl sie eher selten Fisch jagen und fressen.
Zwergotter zählen zu den gefährdeten Arten, was vor allem an der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes liegt.
 

Unbekannte Tierart im Heidelberger Zoo. Der Binturong – was ist denn das?

Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky
Keck, zutraulich und verspielt - der Binturong. Foto Rose v. Selasinsky

Heidelberg, 14. März 2011 / S. Richter. Katze, Marder oder Bär? Auf den ersten Blick weiß man wirklich nicht so recht, in welche Tiergruppe man den Binturong einordnen soll. Denn wer kennt sie schon, die schwarz-grauen, kleinbärenähnlichen Schleichkatzen mit dem buschigen Schwanz und den großen, bernsteinfarbenen Augen? Es gibt sie nur selten in Zoos zu sehen und ihre Heimat ist weit weg von Deutschland. Die Binturongs bewohnen Wälder in Südostasien von Hinterindien bis nach Assam, Sikkim, Bhutan und Nepal und einigen Inselstaaten.Der Heidelberger Zoo hält seit Sommer 2010 ein Pärchen. Das Weibchen kam aus dem Zoo Amsterdam, das Männchen wurde im Tierpark Berlin geboren. Beide werden Mitte des Jahres zwei Jahre alt. Noch wohnen die beiden in einem Übergangs-Gehege neben den Fossas, der seltenen Raubtierart aus Madagaskar und gegenüber dem Flamingosee. Bald aber ziehen sie um. Direkt am Elefantenhaus ist ihr neues und großzügiges Gehege schon fast fertig.
Die Tiere sind groß und kräftig und erreichen ein Gewicht von 15 Kilo und mehr. Ihre leuchtend großen Augen weisen darauf hin, dass sie dämmerungs- und nachtaktiv sind. Als Allesfresser ernähren sich neben Vögeln, Insekten und Kleinsäugern überwiegend von Früchten. Obwohl ihre Bewegungen tollpatschig wirken, sind die Binturongs außerordentlich gute Kletterer, die hervorragend an ihren Lebensraum angepasst sind. So können sie sich mit ihren scharfen gekrümmten Krallen auch in schwierigem Terrain sicher hoch oben auf den Bäumen halten. Der Schwanz dient dabei als Greif- und Balancierorgan, mit dem sie geschickt in Bäumen klettern können. Im Spielverhalten offenbaren sie ihre durchaus akrobatische Ader. Zum Repertoire gehören neben waghalsigen Kletterpartien auch Purzelbäume. Manchmal überschätzen sie ihre Fähigkeiten jedoch und landen bei versuchten Saltos auf dem Rücken. Vor allem in Zoos erhalten sich Binturongs ihr verspieltes und zutrauliches Wesen bis ins hohe Alter, was sie für Zoobesucher besonders interessant macht.
 

Tierische Frühlingsgefühle im Heidelberger Zoo

Syrischer Braunbär genießt die Sonne - wer möchte es ihm nicht gleichtun?
Syrischer Braunbär genießt die Sonne - wer möchte es ihm nicht gleichtun?

Heidelberg, 4.3.2011 / S. Richter. Das ungewöhnlich schöne und vergleichsweise warme Wetter lockt viele Besucher in den Heidelberger Zoo. Bis zu zehn Grad und purer Sonnenschein: Das sorgt nicht nur bei Menschen für Frühlingsgefühle. Auch im Zoo gibt es ein Frühlingserwachen, denn auf die Tiere in den Freigehegen hat das (vor)-frühlingshafte Wetter einen äußerst positiven Einfluss. In den Gehegen und Anlagen wird sich geputzt und gebalzt, was das Zeug hält. Beginnt die Balz bei den Flamingos normalerweise Mitte März, so lockte der Sonnenschein emsiges Werbeverhalten hervor. Bei den geselligen Vögeln balzen die Männchen in großen Verbänden zusammen, was im Reich der Tiere auffällig ist. Die Balzrituale sind ritualisiert und werden gerne mit einem ballettartigen Tanz verglichen. Es ist faszinierend zuzuschauen, wie die Tiere vollkommen synchron mit den Flügen schlagen, rhythmisch den Kopf nach beiden Seiten wenden und dabei kreischende Laute von sich geben. Das gänseähnliche Tröten der Flamingos ist im ganzen Zoo zu hören ebenso wie das Klappern der Störche, die bereits die Nester im Zoo bezogen haben. Die Keas, die neuseeländischen Bergpapageien brüten bereits und die Roten Pandas haben die Paarungszeit eingeläutet. Auch der erste Nachwuchs ist schon zu bestaunen. Zahlreiche entzückende Skudden-Lämmer hüpfen fröhlich rufend durch ihr Gehege.
Einige Tiere sind echte Sonnenanbeter, wie die Roten Riesenkängurus, die sich mit Wonne in der Sonne rekeln. Auch in der großen Südamerika-Voliere des Zoos herrscht bei den kecken Grünwangen-Amazonen und possierlichen Weißgesichtsseidenäffchen bereits reger Betrieb. Nebenan bei den Elefanten ist immer gut was los. Die jungen Bullen strotzen vor Kraft und Tatendrang.
Auch die Gärtner haben Grund zur Freude: Tausende von Krokusse, die ihre Köpfe aus den Wiesenflächen recken, sind ein bunter Frühlingsgruß. Neben Krokussen blühen bereits die Zaubernuss, der Schneeball und die Kornelkirsche.
Der Heidelberger Zoo freut sich auf viele gut gelaunte Besucher, die den Sonnenschein für erholsame und anregende Stunden im Zoo nutzen.

Kugeliger Gürteltiernachwuchs im Heidelberger Zoo

Kugelgürteltier
Kugelgürtel-Jungtier mit Mama Trudel

Heidelberg, 24. Februar 2011 / Richter. Der Heidelberger Zoo freut sich über Nachwuchs bei den Kugelgürteltieren. Das Kugelgürtel-Jungtier wurde am 15. Februar geboren. Noch hat das Kleine die Größe von einem Tennisball. Erwachsene Kugelgürteltiere sind zusammengerollt ungefähr so groß wie ein Handball und wiegen rund 1,5 Kilogramm.

Kugelgürteltiere stammen aus dem mittleren Südamerika, wo sie Graslandschaften, Buschlandschaften und trockene Waldgebiete besiedeln. Der Heidelberger Zoo züchtet die possierlichen Tiere seit 2004 und hat seitdem 13 Jungtiere erfolgreich aufgezogen. Dabei haben sich die Kugelgürteltiere als Exportschlager erwiesen. Von England bis Polen haben die "ball armdillos" - wie sie auf englisch genannt werden - eine neue Heimat gefunden. Fast die gesamte europäische Zoopopulation geht auf die Zuchten der Zoos in Halle und Heidelberg zurück. Die Tiere haben die Fähigkeit, sich bei Gefahr vollständig in ihren Panzer einzukugeln. Zu diesem Zweck verbergen sie die Beine im Inneren. Die harte Oberseite des Kopfes und des Schwanzes bilden den Verschluss – fertig ist die Kugel. Als Beispiel für eine ausgefeilte Schutzstrategie sind die Kugelgürteltiere auch in der Zoopädagogik gefragte Tiere. Ihr braun gefärbter Körper besitzt einen lederartigen Panzer aus Hornplatten. Weil diese Platten in Reihen angeordnet sind, erinnern sie im Aussehen an einen Gürtel – daher auch der Name Gürteltier. Sie besitzen einen schmalen Kopf mit spitzer Schnauze, einen sechs bis acht Zentimeter langen Schwanz und sind recht hochbeinig. Die Vorderfüße haben vier Zehen mit ziemlich scharfen Krallen. Ein erwachsenes Kugelgürteltier wiegt etwa eins bis 1,5 Kilogramm und wird zwischen 35 und 45 Zentimeter lang. Dank ihrer effektiven Verteidigungsmethode haben Kugelgürteltiere außer dem Menschen wenig natürliche Feinde. Die Menschen jagen diese Tiere vorwiegend wegen ihres Fleisches. Darüber hinaus wird ihr Lebensraum immer weiter eingeschränkt.

Die flinken Tiere gehören zu den „geheimen Stars“ im Zoo und „Arnold“, der muntere Gürteltiermann, ist oft in der beliebten Tierpflegersprechstunde "Unsere geheimen Stars"  (Treffpunkt täglich um 12.00 Uhr am „Kleinen Affenhaus“) dabei.
 

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Ausstellung im Heidelberger Zoo: Jacklyn Gratzfeld – Der indonesische Regenwald

Jacklyn Gratzfeld: Orang-Utan Jungtier

Heidelberg, 21. Februar 2011 / Richter. Ab dem 27. Februar 2011 präsentiert der Heidelberger Zoo Ölgemälde, Pastelle und Radierungen der amerikanischen Künstlerin Jacklyn Gratzfeld. Die Ausstellung im Afrikahaus zeigt ausdrucksstarke Impressionen von Orang-Utans, Tigern, Vögeln, Schmetterlingen und dem einzigartigen Regenwald des größten Inselstaates der Welt. Jacklyn Gratzfeld möchte aber nicht nur die Schönheit der Lebewesen und des Regenwaldes portraitieren. Sie engagiert sich ebenso für deren Schutz. Die Regenwälder Indonesiens werden so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Mit verheerenden Folgen für das Weltklima und die biologische Vielfalt: Der Archipel hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.
Am Sonntag, den 27. Februar um 11.00 Uhr hält Jacklyn Gratzfeld in der Zooschule einen bebilderten Vortrag über den indonesischen Regenwald und seine Bewohner. Im Anschluss wird um 12.00 Uhr die Ausstellung im Afrikahaus eröffnet. Ein Stand der Naturschutzorganisation „BOS Deutschland“ begleitet die Ausstellungseröffnung mit vielen Informationen zum Schutz der Orang-Utans. Zoobesucher sind herzlich dazu eingeladen.
Ein Großteil ihrer Gemälde entstand auf einer Reise im Frühjahr 2010. Jacklyn Gratzfeld besuchte den Regenwald in Kalimantan und die Orang-Utan Auffangstation „Nyaro Mentang“ der „Borneo Orangutan Survival Foundation“ (BOS). Dort hatte sie eine Sondergenehmigung, 200 Orang-Utans zu zeichnen und zu fotografieren. Die „BOS Foundation“ ist die größte Primatenschutzorganisation der Welt, mit derzeit rund 900 Orang-Utans in ihrer Obhut. BOS rettet wilde, meist erwachsene Orang-Utans aus Palmölplantagen und bereitet aus Privathaltung beschlagnahmte, meist junge Orang-Utans auf ihre Auswilderung vor. Zwar gibt es seit Jahrzehnten in Indonesien ein Gesetz, das die Jagd, den Handel und den Besitz geschützter Arten verbietet. Und auch international sind Orang-Utans geschützt. Trotzdem ist beides weiterhin ein großes Problem, denn durch die Brandrodungen und den Anbau von Palmölplantagen wird der der Lebensraum für Tiere und Menschen rasend schnell zerstört. Das Öl, das dort produziert wird, kommt auch in Deutschland an: In Shampoo, Margarine oder Seife. Besonders die gestiegene Nachfrage nach Biodiesel als vermeintlich ökologisch nachhaltiger Treibstoff hat Indonesien dazu veranlasst, weitere Flächen mit Ölpalmen zu bepflanzen. Noch immer werden dafür Waldflächen gerodet.

Gayale verlassen den Heidelberger Zoo

Gayal im Heidelberger Zoo
Gayal im Heidelberger Zoo

Heidelberg, 11. Februar 2011 / Richter
Mit einem weinenden Auge verabschiedet sich der Heidelberger Zoo von seinen Gayalen. Die beeindruckenden Rinder, die bis zu 800 Kilo schwer werden und in Süd- und Südostasien beheimatet sind, gehören zu den sogenannten alten Haustierrassen, die der Heidelberger Zoo beherbergt. Die Tiere – ein Bulle und zwei Kühe – ziehen Ende der nächsten Woche in den Tierpark Berlin, der dann der einzige Zoo in Europa ist, der die gutmütigen Schwergewichtler mit den gewaltigen Hörnern hält. Dort freut man sich schon auf die Ankunft von Karlson, Karoline und Karla und hofft, dass Karlson die Berliner Herde mit Nachkommen beglücken wird. Die Gayale werden es also gut haben und sicher schnell Anschluss bei ihren Artgenossen finden.
Allerdings bedeutet das für den Zoo, dass mit dem Umzug der Gayale nach Berlin eine weitere attraktive Tierart schweren Herzens abgegeben muss. Nach Nashörnern, Geparden, schottischen Hochlandrindern, Tapiren und einigen anderen Tierarten sind die Gayale die nächsten, auf die die Besucher aus Platzgründen verzichten müssen. „Unsere Tiere brauchen aus tierhalterischer Sicht mehr Platz, aber das Gelände des Zoos wird immer kleiner“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Bereits 1956 musste der Zoo ein Teilgelände für den Bau der Jugendherberge abtreten und seit 1986 muss der Zoo Gelände für den Bau der Straßenbahn in das Neuenheimer Feld freihalten. In diesem Jahr baut der Zoo auf dem Zoo-gelände ein Parkhaus. Die knapp 400 Stellplätze werden dringend gebraucht, weil durch den Bau der Frauenklinik erneut Parkflächen in der Nähe des Zoos wegfallen. Auf dem Bauab-schnitt befinden sich zurzeit noch die bei den Kindern sehr beliebten Shetland-Ponys. Deshalb wird die Gayal-Anlage vorübergehend für die Ponys umgebaut.
„Die Entwicklung des Zoos hängt in entscheidenden Punkten von der Erweiterung des Zoo-geländes ab, das zurzeit noch vom Reiterverein genutzt wird“, so Wünnemann. „Die besondere Atmosphäre des Zoos leitet sich nicht zuletzt aus der Synthese von Gehegen und Pflanzungen, von Bäumen, Sträuchern, Blumen und Tieren her. Damit der Tiergarten ein Garten mit vielen Tieren und schönen Gehegen bleibt, in dem sich alle wohlfühlen, brauchen wir mehr Platz!“

Wer die Gayale in Heidelberg noch einmal besuchen möchte, sollte dieses Wochenende und den Anfang der nächsten Woche nutzen.
 

Heidelberger Zoo – jetzt im Zoo-Finder-App

Der neue Zoo-App
Der neue Zoo-App

Heidelberg, 10. Februar 2010 / Richter. Der Heidelberger Zoo und der Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ) freuen sich über Zuwachs: ab sofort gibt es ein kostenfreies Zoo-Finder-App. Damit können sich Besitzer eines iPhones oder iPads bequem den nächstgelegenen Zoo anzeigen lassen. Das Zoo-Finder-App ist besonders interessant für Eltern: Städtetouren oder Urlaube in Deutschland, Österreich und der Schweiz können einfach und schnell um eine zusätzliche Attraktion bereichert werden – einen Ausflug mit der ganzen Familie in den nächstgelegen Zoo. Das entsprechende App wurde von der Firma cantaloop entwickelt: Es ermöglicht dem Benutzerneben einer Standorterkennung die Suche in direkter Nähe des Standortes, sowie die Suche nach Postleitzahl oder Städtename. Die registrierten Zoos werden in einer Liste, nach Entfernung oder auf einer übersichtlichen Karte angezeigt. Außerdem liefert das App nützliche Besucherinformationen wie Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Eintrittspreise des ausgewählten Zoos. Darüber hinaus werden die Benutzerüber regionale Highlights informiert.

„Die Zoos in unserem Verband und der VDZ selbst nutzen verstärkt neue Medien wie soziale Netzwerke, um potentielle Gäste für einen Besuch im Zoo zu begeistern“, sagt Peter Dollinger, Geschäftsführer des VDZ. „Denn Kinder – und natürlich auch Erwachsene – können durch einen Besuch in unseren Zoos sehr viel lernen! Aus diesem Grund war das Zoo-Finder-App ein logischer Schritt!“
Alle zoologischen Gärten, die Mitglieder im VDZ sind, zeichnen sich durch die wissenschaftliche Leitung Ihrer Zoos aus: Sie haben sich Bildung, Forschung, Naturschutz und Erholung auf die Fahne geschrieben – zum Beispiel durch Nachzucht seltener Tiere und deren Auswilderung. Die artgerechte Haltung aller Tiere ist eine Selbstverständlichkeit. Außerdem werden Tierschutzprogramme und Tierpatenschaften unterstützt. Peter Dollinger weiter: „Zoos machen seltene oder fremde Tiere erlebbar – und erweitern den Horizont von Kindern ganz gewaltig. Stärker, als das Bücher oder das Fernsehen können.“

Besucherzahlen 2010 - Zoo Heidelberg hatte großen Erfolg

Die beliebte Mähnenrobbenfütterung

Heidelberg, 26. Januar 2011 / Richter.
Den Zoos in Deutschland ging es 2010 oft nicht so gut: Die meisten mussten hinnehmen, dass die Besucherzahlen deutlich schlechter waren als 2009. Entgegen des allgemeinen Trends hat der Zoo Heidelberg im Jahr 2010 seinen Besucherrekord aus dem Jahr 2007 eingestellt. Über 585.000 Menschen aus Heidelberg, der Region und aus ganz Deutschland besuchten den Zoo im letzten Jahr, im Jahr 2009 waren es 544.000 Besucher gewesen, nur 2007 kamen mit 587.000 Besucher noch mehr Menschen in den Zoo.
Zum Jahresbeginn 2010 sah das ganz anders aus: Der lange, nasskalte Winter mit Schnee bis weit in den März ließ die Besucherbilanz in den Keller sacken. Im Sommer wendete sich dann das Blatt. Die Monate Juni, Juli, August und September waren Rekordmonate. Auch die Herbstmonate waren noch sehr gut besucht. „Die „Jungen Wilden, unsere drei agilen Elefantenbullen, hatten sicher Ihren Anteil an der positiven Entwicklung. Die neue für Tiere und Menschen attraktive Elefantenhaltung hat unsere Funktion als Zoo der Metropolregion weiterhin gestärkt“, kommentiert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann diese erfreulichen Zahlen. „Nach unseren statistischen Erhebungen kommen unsere Besucher aus allen Städten und Gemeinden der Region, aber zunehmend auch aus vielen anderen Bundesländern“.
Im Trend liegt mehr denn je das familienfreundliche Jahresticket. Unter den fast 4000 Besitzern von Jahreskarten sind inzwischen mehr als 2.250 Familien, die eine solche Dauerkarte erworben haben – die höchste Zahl seit der Gründung des Tiergartens 1934. Auch die Jahreskarten für Erwachsene und Kinder verkauften sich „wie warme Semmeln“. „Die Jahreskarten lohnen sich bereits, wenn eine Familie im Jahr vier Mal den Zoo besucht – sie können aber auch zwanzig Mal oder an allen 365 Tagen kommen. Dieses günstige Angebot wird sicher auch in Zukunft von vielen Familien aus Heidelberg, Mannheim, dem Rhein-Neckar-Kreis und darüber hinaus angenommen werden.“ erwartet Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.
Auf den Lorbeeren des Jahres 2010 will sich der Zoo nicht ausruhen: Das Jahr 2011 startete sehr gut. Am 20. Januar hatten bereits fast doppelt so viel Besucher den Zooeingang passiert wie im ganzen Januar 2010 – bei strahlendem Sonnenschein kamen allein am vorletzten Sonntag über 3.000 Besucher. 2011 sind zahlreiche weitere Umbauprojekte geplant. Die Arbeiten an der Schimpansenaußenanlage haben bereits begonnen. Noch in diesem Sommer sollen die Schimpansen in luftige Höhen klettern und in ihren Hängematten spielen. Auch der Startschuss für den Umbau des Löwengeheges wird in diesem Jahr fallen. Die größten Pläne gibt es für den Besucherservice. Neben einem großen Parkhaus soll auch die gastronomische Versorgung verbessert werden.

Große Sammelaktion alter Handys im Zoo Heidelberg zum Schutz bedrohter Menschenaffen

Foto der Gorilla Dame mit dem Namen "Doba"
ein beeindruckendes Foto von Gorilla-Dame „Doba“ - Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 14. Januar 2011
Was hat mein Handy mit den Gorillas zu tun? Sehr viel. Denn in Mobiltelefonen sowie in vielen medizinischen Geräten, Spielkonsolen und PCs wird das hitze- und korrosionsbeständige Metall Tantal verarbeitet. Dieses Metall wird hauptsächlich aus dem seltenen Roherz Coltan gewonnen, dessen Hauptlagerungsstätte in der Demokratischen Republik Kongo mitten im Zentralafrikanischen Regenwald liegt. Um an die Stollen unter Tage vorzudringen, werden stündlich große Flächen des natürlichen Lebensraums vieler Gorillas, Bonobos und Schimpansen zerstört. Auch Wilderer, die es auf die letzten Menschenaffen abgesehen haben, können in diesen Gebieten leichter auf die Jagd nach ihnen gehen. Der Osten der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahrzehnten ein Hotspot kriegerischer Auseinandersetzungen. Die Kriege sind längst zu Machtkämpfen um die Rohstoffreserven geworden. Die Nachbarländer intervenieren nicht, weil sie aus den Krisengebieten günstig Coltan beziehen können, das an europäische, amerikanische und asiatische Großhändler verkauft wird. Seit die Nachfrage nach Coltan in den letzten Jahren in die Höhe schnellte, entstanden viele illegale Abbaustätten, die den Lebensraum der Gorillas und anderer Tiere zerstören.

Der Heidelberger Zoo möchte auf diese immense Problematik aufmerksam machen und den Zoobesuchern die Möglichkeit bieten, selbst aktiv zu werden. Denn das kostbare Metall liegt häufig ungenutzt zu Hause herum – in Form von ausrangierten Mobiltelefonen! Nach spätestens zwei Jahren tauscht der durchschnittliche Handynutzer sein Gerät gegen ein neues aus, das alte wandert dann meist in irgendeine Schublade. Mit einer Handyspende kann jeder helfen. Der Zoo hat einen Sammelbehälter für alte und defekte Handys aufgestellt, der sich am Ausgang des Menschaffenhauses befindet. Die Handys werden dann zu einem Handyrecycler geschickt. Noch funktionsfähige Handys werden dem Gebrauchtwarenmarkt zugeführt – so sinkt die Nachfrage nach Coltan. Defekte Handys werden in ihre Einzelbestandteile zerlegt und recycelt. Das recycelte Tantal steht für die Produktion wieder als wertvoller Werkstoff zur Verfügung. Von der Recycling-Firma erhält der Zoo für jedes Handy einen kleinen Betrag, der an ein Projekt zum Schutz der Menschenaffen geleitet wird.

Die Handysammelaktion ist der Start zu einer großen Menschenaffen-Kampagne 2011. Der Europäische Zooverband hat die „ape campaign“ ausgerufen, bei der sich der Heidelberger Zoo mit zahlreichen Veranstaltungen zum Schutz der Menschenaffen beteiligen wird.

Fotonachweis: Heidrun Knigge – ein beeindruckendes Foto von Gorilla-Dame „Doba“  

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Der Heidelberger Zoo bietet in der Winterzeit viele schöne Perspektiven

Kleiner Panda im Schnee

Heidelberg, 3. Januar 2011
Wer den Heidelberger Zoo ausschließlich in den wärmeren Jahreszeiten besucht, verpasst einiges. Für einen schönen Spaziergang mit Aufwärmen zwischendurch in den Tierhäusern ist der Heidelberger Zoo für kleine und große Gäste auch im Winter und während der Weihnachtsferien ideal. Bis auf den Hamster, der sich zum Winterschlaf ins Heu einbuddelt, und die nordamerikanischen Präriehunde, die sich unter der Erde in ihrem Bau verkriechen, sind alle Heidelberger Zootiere zu erleben.
Nicht nur die Kälte liebenden Schneeeulen kommen jetzt auf ihre Kosten, auch Tiere aus wärmeren Gefilden passen sich meist gut an unser Klima an. Die Kamele, die in der Wüste Temperaturen zwischen 30 Grad plus und bis zu 40 Grad minus aushalten müssten, legen sich ab Herbst ein schönes und dickes Fell zu und sehen damit noch imponierender aus als sonst. Zudem können sich alle kälteempfindlichen Tiere wunderbar in ihren Häusern aufwärmen. Viele Tiere sind übrigens in der kalten Jahreszeit aktiver, so etliche Vogelarten und die Robben, die sich nun sogar im Wasser aufwärmen können. Die drei jungen Elefanten sind, solange es auf der Außenanlage durch überfrierenden Schnee glatt sein kann, ausschließlich in ihrem komfortablen Haus zu sehen – dafür aber ganz nah. Wenn die Witterung es zulässt, es also auf der Anlage nicht glatt ist, können sie auch bei kälteren Temperaturen nach draußen. Andere Tiere sind allerdings empfindlicher, wie die Flachland-Gorillas und Orang-Utans, die ganz sicher im warmen, feuchten Haus bleiben, wenn die Temperaturen sinken.
Viele Tiere zeigen gerade im Winter ihr hübschestes Kleid – so zum Beispiel die Mandarinenten. Die männliche Mandarinente gilt wegen ihrer vielfältigen Färbung und Musterung als eine der schönsten Enten der Welt. Und die Hermeline, die sonst eine braune Oberseite tragen, präsentieren sich jetzt in strahlendem Weiß.
Für viele Zootiere kam die eigentliche Bescherung kurz nach Weihnachten. Der Zoo erhält jedes Jahr ausgewählte Weihnachtsbäume, die bis zum 23. Dezember nicht mehr verkauft werden konnten. Diese sind selbstverständlich befreit von Lametta und ähnlich schädlichen Dingen und sind eine leckere Überraschung für fast alle Zootiere. Während manche Tiere nur die Nadeln oder nur die Rinde verzehren, wälzen sich die Löwen mit Vorliebe in den Nadelbäumen, um sich mit dem Harzduft einzuparfümieren.

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