Pressemitteilungen

Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen

Da fühlt sich jemand aber wohl auf dem Rücken von Papa

Heidelberg, 3. Juni 2011 / S. Richter Der Zoo Heidelberg freut sich über Nachwuchs bei den Kaiserschnurrbarttamarinen. Ihren Namen verdanken die kleinen Krallenaffen aus Südamerika ihrem langen weißen Schnurrbart, der links und rechts wie gezwirbelt absteht und an den Deutschen Kaiser Wilhelm II erinnern soll. Allerdings weisen die Bartspitzen der kleinen Affen nach unten. Der Schweizer Zoologe Emil Goeldi, der die Art für die Wissenschaft beschrieb, gab ihm den Artnamen „imperator“ wohl als Scherz. Aus dem Scherz wurde ein Name, der nach den Regeln der wissenschaftlichen Nomenklatur die Jahrhunderte überdauern wird. Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen tragen auch die Damen einen Bart, und selbst die Jungtiere bekommen ihn lange bevor sie erwachsen sind.

Mutter „Aurora“ und Vater „Rinaldo“ leben seit 2010 im Zoo Heidelberg und für die beiden ist es der erste gemeinsame Nachwuchs. Das Anfang April geborene Äffchen wird von beiden Elternteilen gleichermaßen liebevoll umsorgt. Wie bei allen Krallenaffenarten ist väterliche Fürsorge ganz normal und die Männchen beteiligen sich intensiv an der Jungenaufzucht. Besucher können beobachten, wie der Vater das Jungtier auf dem Rücken trägt und regelmäßig der Mutter zum Säugen überreicht. Mit rund drei Monaten wird der Nachwuchs entwöhnt und gegen Ende des zweiten Lebensjahres sind die Tiere geschlechtsreif. Die kleine Familie lebt in einem Gehege im Kleinen Affenhaus neben den Roloway-Meerkatzen. Sie teilen sich ihr Revier derzeit mit einer vierköpfigen Familie Zwergseidenaffen, die kleinsten echten Affen, die es auf der Welt gibt. Kaiserschnurrbarttamarine gehören zu den Krallenaffen, kleine, allesfressende Primaten, die ausschließlich in Südamerika vorkommen. Ihre Fingernägel sind zu Krallen umgeformt, mit denen die Tiere nicht nur gut klettern können, sie ritzen damit auch die Rinde von Bäumen an, um an die begehrten Baumsäfte zu gelangen. Auf ihrem Speisezettel stehen aber auch Früchte, Frösche, Vogeleier und Insekten, die sie geschickt mit ihren kleinen Händen fangen. Die hübschen Äffchen durchstreifen die oberen Baumschichten des Regenwaldes in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren. Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes werden sie im Freiland immer seltener, in den Zoologischen Gärten gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm, das die koordinierte Nachzucht der Tamarine beaufsichtigt. Der Zoo Heidelberg nimmt seit 2011 am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Kaiserschnurrbarttamarin teil.

Nachwuchs bei den Kamelen - der kleine Tobi

Der kleine Kamelhengst Tobi mit seiner Mama Jasmin. Foto von Antje Hoyer

Heidelberg, 1. Juni 2011 / S. Richter Im Zoo Heidelberg hat am 27. April ein hübscher Kamelhengst das Licht der Welt erblickt. Der Kleine ist wie seine Mutter Jasmin weiß gefärbt. Jasmin ist eine fürsorgliche Mutter mit viel Erfahrung und hat in den letzten Jahren bereits fünf Mal für Kindersegen gesorgt. Die ersten Wochen war das kleine Kamel mit seiner Mutter im Stall. Nun kann der kleine Tobi täglich für ein paar Stunden ins Außengehege und erkundet interessiert sein neues Zuhause. Für Zoobesucher ist es immer ein besonders schönes Erlebnis, wenn er mit den Mitgliedern der Herde Kontakt aufnimmt oder freundlich die Besucher beäugt. Was ein Kamel ist, entscheiden übrigens nicht die Höcker. Denn zur Familie gehören, neben dem zweihöckrigen Trampeltier und dem einhöckrigen Dromedar, auch deren höckerlose südamerikanische Verwandte wie Lama und Alpaka. Im Heidelberger Zoo leben eine Trampeltierherde und die drei Alpakas Pia, Pepina und Pepe. Übrigens: Entgegen verbreiteter Meinung speichern Kamele nicht Wasser in ihren Höckern sondern Fett. Bei der Verwertung von Fett entsteht unter anderem auch Wasser. Außerdem sind die Höcker das Zentrum einer ausgeklügelten Klimaanlage. In kalten Nächten können Kamele ihre Körpertemperatur auf 34 °C absinken lassen. Der Trick mit dem Absenken der Körpertemperatur bewirkt, dass sich das Kamel am Morgen über eine längere Zeit durch die Außentemperatur aufheizen kann, bevor eine zu hohe Temperatur entsteht und die Wärmeregulation einsetzen muss. Bei keinem anderen Säugetier der Erde wird das Blut so gut mit dem Wassermangel fertig. Das Trampeltier kann fast ein Drittel seines Körpergewichts an Flüssigkeit verlieren, ohne besonders erschöpft zu sein.

Das Reiten auf einem Trampeltier sieht zwar sehr entspannt aus, ist aber gar nicht so einfach. Das Tier bewegt immer gleichzeitig zuerst das rechte Vorder- und Hinterbein und dann das linke Vorder- und Hinterbein. Dieser sogenannte Passgang schaukelt seinen Reiter wie bei hohem Seegang ganz schön durch. Daher kommt auch der Ausdruck „Wüstenschiff“. Das Kamel ist für die Völker der Wüstenregionen Asiens und anderer Länder von großer Bedeutung. Es ist das einzige Fortbewegungsmittel im sandigen Gelände, in dem selbst Jeeps stecken bleiben würden. Kamele können 40 Kilometer am Tag zurücklegen und dabei 150 Kilogramm Gepäck tragen.

Die produktivste Ecke des Zoos: Nachwuchs bei den Kängurus, Präriehunden und afrikanischen Zwergziegen

Possierlich und flink: Nachwuchs bei den Präriehunden. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 25. Mai 2011 / S. Richter Im Zoo Heidelberg trägt der Weg zwischen Streichelgehege und Präriehunden einen neuen Spitznamen: Babygasse. Denn in jedem Gehege sind Jungtiere angekommen: Bei den Präriehunden hat sich quirliger Nachwuchs eingestellt. Zwei der possierlichen Nagetiere wurden bereits gesichtet. Aber da Präriehunde sich gerne auch in ihren Höhlen aufhalten, kann es gut sein, dass in den nächsten Tagen noch weitere der flinken Zwerge mit ihrer Spielfreude die Zoobesucher erfreuen. Der Name Präriehund ist irreführend – denn mit Hunden haben die geselligen Tiere nichts zu tun. Präriehunde sind keine Raubtiere, sondern Nagetiere, die zur Familie der Hörnchenartigen gehören. Als solche sind sie verwandt mit den Murmeltieren und den Streifenhörnchen. Ihren Namen haben sie wegen ihrer bellenden Rufe erhalten. Sie leben in den weiten Gras- und Steppenlandschaften Nordamerikas. Zum Schutz gegen Kälte und vor Feinden wie Greifvögeln, Silberdachsen oder Kojoten legen die Präriehunde unterirdische Höhlen und weit verzweigte Tunnelsysteme an. Präriehunde sind soziale Tiere, die ihre unterschiedlichen Aufgaben an alle Familienmitglieder verteilen: Sie pflegen sich gegenseitig das Fell und helfen sich bei der Betreuung der Jungtiere. Auch werden die Eingänge zu ihren „Wohnungen“ immer bewacht. Entdeckt ein Präriehund einen möglichen Feind, so stößt er einen „bellenden“ Ruf aus, woraufhin sich alle Präriehunde verstecken. Nebenan bei den Roten Riesenkängurus gibt es ebenfalls Nachwuchs. Während die älteren Jungtiere schon auf dem Gelände umher hüpfen, zieht der jüngste „Joey“ – wie die Kängurujungen in Australien genannt werden – noch den schützenden Beutel von Mama vor. Kängurubabies kommen als winzige, gering entwickelte Wesen zur Welt und wiegen bei der Geburt weniger als eine Maus. Sie müssen in den ersten Lebensstunden den Weg durch das Fell in den mütterlichen Beutel allein bewältigen. Dort angekommen, saugen sie sich erst einmal an einer der beiden Zitzen fest und sind für über drei Monate nicht zu sehen. Danach beginnt die Phase, in der sich das kleine Känguru jetzt befindet. Die Außenwelt wird aus dem Beutel heraus erkundet, der Beutel aber noch kaum verlassen. Mal schaut ein Bein oder Schwanz heraus und manchmal ist sogar ein kleiner Kopf mit Ohren zu sehen – oder von jedem etwas gleichzeitig. Erschreckte Zoobesucher haben schon angerufen, ob das Kleine auch gesund ist und sich hoffentlich nichts gebrochen hat. Der Zoo kann beruhigen: Es er-freut sich bester Gesundheit und ist gelenkig wie alle kleinen Kängurus. Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt es den „Außendienst“. Von seinen Exkursionen kehrt das Jungtier aber immer wieder rasch in den mütterlichen Beutel zurück. Die Roten Riesenkängurus sind die größten Beuteltiere der Welt und stammen aus den trockenen Regionen Inneraustraliens. Noch ein Gehege weiter im Streichelzoo gibt es wieder viele Ziegenkinder, die nur darauf warten, von den Menschenkindern gestriegelt und gestreichelt zu werden.

Die letzten Ihrer Art: Bürgermeister Wolfgang Erichson übernimmt Patenschaft für seltene Roloway Meerkatze

Patentier und Pate nehmen hinter der Scheibe Kontakt auf

Heidelberg, 20. Mai 2011, S. Richter Wieselflink turnt das Kleine durch das Gehege, während Eltern „Manou“ und „Owen“ vom frisch gebackenen Paten Ihres Kindes eines ihrer Lieblingsleckerlis – Heuschrecke pur – entgegen nehmen. Wolfgang Erichson, Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste der Stadt Heidelberg, hat sich mit dem jüngsten Nachwuchs im Zoo Heidelberg ein ganz besonderes Patentier ausgesucht. Roloway-Meerkatzen sind seltener als der Große Panda und zählen zu den weltweit am stärksten bedrohten Affenarten. Die ausgesprochen schönen Tiere mit ihren langen, weißen Bärten, dem schwarz-braun glänzenden Fell und eleganten Bewegungen kommen ausschließlich in bestimmten Gebieten feuchter Regenwälder im westlichen Ghana und der östlichen Elfenbeinküste vor. Sie stehen durch Bejagung und Rodung riesiger Flächen der Regenwälder am Rande des Aussterbens. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Wolfgang Erichson mit der Roloway Meerkatze das Symboltier des Artschutzengagements unseres Zoos zu seinem Patentier gewählt hat“, begrüßt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Entscheidung des Bürgermeisters. „An wohl keiner anderen Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Aufgrund ihrer Attraktivität und Verwundbarkeit versinnbildlicht die Roloway-Meerkatze wie keine andere Spezies das Schutzbedürfnis ihres gesamten Ökosystems“. Das am 11. März geborene Affenkind gehört zu den etwa 30 Roloway Meerkatzen, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren ein Viertel des Weltbestandes dieser Tierart in menschlicher Obhut. Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Seit vielen Jahren engagiert sich der Zoo für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Das Projekt „West African Primate Conservation Action“ (WAPCA) wurde 2001 vom Heidelberger Zoo gegründet und wird von Heidelberg aus koordiniert. 25.000 Euro zahlt der Zoo Heidelberg jährlich für WAPCA, elf andere europäische Zoos steuern jeweils mindestens 1.500 Euro dazu. Mit dem Geld wird u.a. eine Auffangstation für die Tiere in Ghana finanziert, werden Wildhüter ausgebildet und Naturschutzbildung betrieben. Das Patentier von Bürgermeister Wolfgang Erichson ist ein wichtiger Botschafter seiner bedrohten Artgenossen in Afrika. Eines Bürgermeisters würdig.

Seltener Nachwuchs bei Stachelschweinen

Stachelschwein mit knuffigem Nachwuchs. Foto von Rose von Selasinsky

Heidelberg, 11. Mai 2011 / S. Richter  „Schön, ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein …“. So trällerten Roy Black und Anita Anfang der 1970er Jahre ihren berühmten Kinderliedschlager. Ähnlich erfreut äußerte sich Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers, als er am 21. März ein gerade geborenes, winziges Stachelschweinkind erblickte. Gut 20 Jahre ist es her, seit der Zoo Heidelberg das letzte Mal Nachwuchs bei den Stachelschweinen vermelden konnte. Nachzuchten von Stachelschweinen sind in der Zoo-Welt recht selten. Umso größer ist nun die Freude über das weibliche Jungtier, das sich in den ersten Wochen mit seinen Eltern im schützenden Innengehege aufgehalten hat. Sehr zum Entzücken der Zoobesucher wagt das Kleine nun immer häufiger die ersten Schritte nach draußen. Im Zoo Heidelberg leben vier Stachelschweine gemeinsam mit den Waschbären in einem Gehege. Bei der täglichen Fütterung um 15.45 Uhr kann man dann alle Mitglieder der quirligen Wohngemeinschaft beim gemeinsamen Mahl beobachten. „Das Jungtier wird in den ersten Monaten von den Eltern nicht aus den Augen gelassen. Beide kümmern sich sehr gut um Ihren Nachwuchs und der Vater zeigt einen ausgeprägten Schutzinstinkt“, berichtet Kubacki.
Stachelschweine sind trotz ihres namengebenden Stachelkleides nicht mit dem heimischen Igel verwandt. Zwar ist das auffälligste Merkmal des Stachelschweins das dichte Fell aus Stacheln und Spießen – und so lange Stacheln hat sonst kein anderes Tier. Ihre nächsten Verwandten sind aber, man mag es kaum glauben, die Meerschweinchen. Sie gehören zu den Nagetieren und dort zur Familie der Stachelschweine. Die beeindruckenden Stacheln können bis zu 40 Zentimeter lang werden, mit denen sich das Stachelschwein geschickt gegen Angreifer wehren kann. Die Stacheln stoßen dann aneinander und erzeugen ein lautes, rasselndes Geräusch.
  

Zoo Heidelberg: Deutschsprachige Tagung zur Tierbeschäftigung in Heidelberg

Gruppenbild: Über 160 Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren tagten zum Thema "Tierheschäftigung"

Heidelberg, 9.5.2011 / S. Richter  „Enrichment“, so der englischsprachige Begriff für Tierbeschäftigung, wird von vielen Zoos bereits erfolgreich praktiziert. Das zeigte auch das große Interesse an der „Deutschsprachigen Tagung für Tierbeschäftigung“, die vom Heidelberger Zoo und vom „Berufsverband der Zootierpfleger e.V. (BdZ) organisiert wurde. 160 Zoo-Tierpfleger, Tierärzte und Kuratoren trafen sich vom 6. bis 8. Mai in Heidelberg, um sich bei den zahlreichen Vorträgen und Workshops über die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten für Zootiere auszutauschen. Ebenso wie der Zoobesuch den Menschen einen kurzweiligen Tag beschert, werden auch den Tieren des Zoos viele Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten
Ein wichtiger Teil dieses „Tierunterhaltungsprogramms“ ist der Zoobesucher selbst. Er wird gerne beäugt und beobachtet, was er so vor dem Gehege treibt. Doch in einer modernen Zootierhaltung wird neben einer großzügigen Gestaltung der Gehege und der bestmöglichen Versorgung der Tiere auch ihr Alltag möglichst artegerecht und abwechslungsreich gestaltet. Tierbeschäftigung ist heute ein wichtiger Bereich im Zootiermanagement, mit der sich viele Wissenschaftler und Pfleger beschäftigen und die erheblich zum Wohlbefinden der tierischen Pfleglinge beiträgt. In freier Natur stellt die Nahrungssuche und -aufnahme einen großen Teil des Tagesablaufs vieler Tierarten dar. Die Sinne werden durch Umweltreize ständig neu gefordert, was selbst in einem gut strukturierten und natürlich gestalteten Tiergehege nur eingeschränkt der Fall sein kann. Deshalb sind in einem modernen Zoo engagierte Tierpfleger gefragt, die sich um das psychische Wohlergehen ihrer Tiere kümmern und sich immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten ausdenken. Es geht hierbei nicht um willkürliche Bespaßung der Tiere, auch nicht um Marketing-Strategien für sensationsbegeisterte Zoobesucher, sondern um die Erhaltung des natürlichen Wohlbefindens der anvertrauten tierischen Schützlinge. Auf diese Weise zeigt sich ein abwechslungsreiches Verhaltensrepertoire, Aggressionen und Stereotypen werden vermieden, das Spielverhalten gestärkt.
Der Heidelberger Zoo zählt zu den führenden Zoos im Bereich der Tierbeschäftigung. Die Haltung, Beschäftigung und das Training der vier jungen Elefantenbullen zählt zu den qualitativ herausragenden Beispielen für gelungenes Enrichment ebenso wie das ausgefeilte Beschäftigungsprogramm für die Menschenaffen. Anderen Affenarten wie den Hulmans oder Roloway-Meerkatzen werden Hängebrücken, Seile oder Strickleitern in ihr Gehege gehängt, um so ihrem natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang nachkommen zu können. Den Löwen und Tigern wird das Futter manchmal erhöht aufgehängt, so dass es nur mit einem mächtigen Sprung erreicht werden kann. Andere Tiere, wie die Kamele, freuen sich, wenn sie sich an den extra dafür angebrachten Kratzstellen das Fell reiben können. Im Rahmen einer Dressur, die täglich um 11.00 Uhr und um 16.00 Uhr (außer freitags) vorgeführt wird, können sich die Mähnenrobben ihr Futter selbst erarbeiten. Die gezeigten Kunststücke sind freiwilliger Natur, da die Tiere in jedem Fall ihre üppige Fischration erhalten. Die Dressur basiert allein auf der positiven Verstärkung, die der Pfleger den lernfähigen Tieren durch kleine Belohnungen oder lobende Worte zukommen lässt. Die Kunststücke selbst bauen auf natürlichen Verhaltensweisen der Tiere auf. Im Sommer ist bei den syrischen Braunbären eine Eisbombe der Hit. Zahlreiche Leckereien werden in einem Eimer mit Tee, Fruchtsaft oder Wasser eingefroren. Keas, die neuseeländischen Bergpapageien, kann man mit verschlossenen Kisten, die es zu öffnen gilt, aus der Reserve locken.

Ausstellung Fauna und Flora - Fantastische Bilder des Naturmalers Norman Will-Kerry

Leopard, Öl

Heidelberg, 5. Mai 2011 / S. Richter  Ab Sonntag, 8. Mai, ist im Heidelberger Zoo eine beeindruckende Ausstellung mit Tiergemälden des renommierten Naturmalers Norman Will-Kerry zu sehen. Der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner hat die Schirmherrschaft übernommen.
Norman Will-Kerry, geboren 1924, verbindet seit frühester Kindheit eine tiefe Liebe mit der Natur. Auf Umwegen und nach Überwindung vieler Hindernisse wurde aus der Neigung zur Malerei eine Lebensaufgabe. Nach einem privaten Malstudium begann er seine Laufbahn mit Stillleben, Landschaften und Portraits. Seine alte Tierliebe brachte ihn schließlich dazu, Tiere zu malen. Studien in zoologischen Gärten und auf Reisen sowie die Freundschaften mit dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz, dem Tierfilmer und Verhaltensforscher Heinz Sielmann und dem Tierarzt und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek lieferten ihm viele inspirierende Erfahrungen. Über viele Jahre entstand eine Fülle von herausragenden Bildern aus der Natur und aus dem Tierreich. Seine zahlreichen Werke wurden in Europa, Japan, USA und Kanada gezeigt. Viele Bilder von Norman Will-Kerry befinden sich im Besitz von staatlichen Museen und in privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Die Ausstellung ist bis zum 7. August 2011 im Afrikahaus des Zoo zu sehen.

Große Freude im Zoo Heidelberg – Roloway-Meerkatzenbaby geboren

Roloway-Meerkatze, geboren am 11. März 2011. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 27. April 2011 / S. Richter  Die kleine Roloway-Meerkatze, die am 11. März 2011 das Licht der Welt erblickt hat, gehört zu den etwa 30 Tieren, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren damit ein Viertel des Weltbestandes der Roloway-Meerkatzen in menschlicher Obhut. In Heidelberg dürfen sich die Besucher regelmäßig über Nachwuchs bei den Roloway-Meerkatzen freuen.
Nur noch wenige dieser schönen Tiere leben in ihren Heimatländern Ghana und der Elfenbeinküste. Die Roloway-Meerkatze steht kurz vor der Ausrottung. Mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. engagiert sich der Zoo seit vielen Jahren für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Neben kleinen Erfolgen gibt es aber immer wieder Rückschläge. Wildfleisch gehört zur bevorzugten Nahrung nicht nur in Westafrika. Die erlegten Tiere werden weltweit exportiert, es ist ein regelrechter Wildfleischhandel entstanden, der für zahlreiche Tierarten in den Wäldern Afrikas das baldige Aus bedeuten könnte. An wohl kaum einer an-deren Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Der Zoo Heidelberg hält zwei Gruppen Roloway-Meerkatzen. Eine lebt im kleinen Affenhaus, die andere bewohnt ein Gehege im Menschenaffenhaus. Mit ihren langen weißen Bärten und ihren flinken Sprüngen durchs Geäst gehören sie zu den beliebtesten und elegantesten Tieren im Zoo. Dazu kommt, dass man sie außer im Zoo Heidelberg nur noch in München und in einigen französischen Zoos sehen kann.
Deshalb ist die Geburt der kleinen Meerkatze, deren Geschlecht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht, ein großer Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen und ausgesprochen schönen Affenart aus Westafrika. Für Mama Manou, eine äußerst fürsorgliche Mutter, ist es bereits das vierte Kind. Der Vater der ersten Jungtiere war noch das Männchen Yaya, das leider vor einigen Jahren starb. Lange musste der Zoo auf ein unverwandtes neues Männchen aus einem anderen Zoo warten bis im letzten Jahr „Owen“ aus Doue la Fontaine in Frankreich als neuer Zuchtpartner für Manou an den Neckar kam. Alle Hoffnung lag auf ihm, würde er als neuer Partner von Manou akzeptiert werden? Vertragen sich die beiden Tiere? Doch die Sorge war unbegründet, es war Liebe auf den ersten Blick und das Resultat daraus springt nun durch das Gehege.
In den ersten Wochen klammert sich das Jungtier fast ausschließlich an den Bauch der Mutter. Seit kurzem erkundet es seine Umgebung schon alleine und begeistert die Zoobesucher durch kecke Spielversuche.
Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Doch die Situation in Ghana ist dramatisch, betont Kuratorin Sandra Reichler: „Wenn das Roloway-Jungtier sechs Jahre alt sein wird und damit im fortpflanzungsfähigen Alter, könnten diese wunderschönen Tiere in Ghana bereits ausgestorben sein“.
 

Tierische Ostern im Zoo Heidelberg: Gorilla-Küsse, Ostereier und viele kleine Osterküken

Gorilla-Mädchen Kiki
Gorilla-Mädchen Kiki

Heidelberg, 19. April 2011 / S. Richter Was gibt es Schöneres, als mit der ganzen Familie einen Osterspaziergang in den Zoo zu machen? Im Heidelberger Zoo ist an den Osterfeiertagen für jede Menge Überraschung und Unterhaltung gesorgt. Im Afrikahaus gibt es für Kinder eine ganz besondere Attraktion zu bestaunen. Pünktlich zur Osterzeit sind aus zahlreichen Hühnereiern goldgelbe Küken geschlüpft. Die flauschigen Federbällchen sind in einem großen, zirkuszeltähnlichen Gehege und gebettet auf einem Nest aus Stroh und Hobelspänen untergebracht. Am Ostersonntag dürfen Ostereier auch im Zoo nicht fehlen. Poitou-Eselstuten Madeleine und Resi bekommen zwei große Weidenkörbe umgeschnallt, in denen sie schokoladene Überraschungseier zu den jungen Zoobesuchern tragen. Natürlich dürfen die beiden Esel-Damen dann auch mal zum Dank hinter ihren grandiosen Ohren gekrault werden.
Am Ostermontag veranstalten Zoo und Zooschule ein großes Osterfest rund um das Thema Menschenaffen. Das Fest findet im Rahmen der europaweiten Menschenaffenkampagne statt. Die Artenschutzkampagne wurde vom Europäischen Verband der Zoos und Aquarien (EAZA) ins Leben gerufen, bei der sich der Heidelberger Zoo mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen zum Schutz der Menschenaffen beteiligt. Besucher können sich auf viele spannende und informative Aktionen freuen wie kommentierte Fütterungen im Menschenaffenhaus, einem Vortrag über Menschenaffen, einem Affen-Quiz mit Preisverlosung bis hin zu bunten Buttons mit Menschenaffen-Motiven zum Selbermachen. An einem Infostand vor der Wiese des Menschenaffenhauses kann man mehr über Leben und Bedrohung dieser beein-druckenden Tiere erfahren. Dort gibt es eine besondere Überraschung – Küsschen von Gorilla-Mädchen Kiki, denn Kiki feiert am Ostermontag ihren vierten Geburtstag. Einige der Menschenaffen des Heidelberger Zoos, darunter der pfeifende Orang-Utan Ujian, sind wahre Künstler und malen sehr gerne – natürlich mit Kindermalfarbe. Ein Teil dieser künstlerischen Werke kann am Infostand erworben werden. Ein bunter Bücher-Flohmarkt empfängt die Besucher gleich im Eingangsbereich. Alle Erlöse an diesem Tag fließen in Projekte zum Schutz der Menschenaffen.
Der Zoo hat an allen Feiertagen von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

Mit grauem Rücken trompeten – und doch kein Elefant!

sere Graurückentrompetervögel sind sehr zutraulich
Unsere Graurückentrompetervögel sind sehr zutraulich

Heidelberg, 15. April 2011. Zoobesucher, die die Südamerikavoliere betreten, werden neuerdings freudig aufgeregt begrüßt. Zwei etwa hühnergroße schwarze Vögel mit grauen Rücken stolzieren piepend zwischen den Menschenbeinen herum und zupfen auch schon mal an den Schnürsenkeln. Ist der neue Besucher ausreichend inspiziert, begeben sich die Vögel wieder etwas auf Abstand und fangen an überraschend tiefe Laute auszustoßen, die an ein Trompeten erinnern. Würde man nicht sehen wie sich der gefiederte Körper im Takt zu den Lauten rauf und runter bewegt, käme man nicht darauf wer der Sender dieser ungewöhnlichen Geräusche ist.
Es sind Graurückentrompetervögel, die seit diesem Frühjahr in die begehbare Südamerikavoliere im Zoo Heidelberg eingezogen sind. Die geselligen Vögel, die entfernt mit den Kranichen verwandt sind, gewöhnen sich schnell an den Menschen und werden sehr zutraulich. In ihrer Heimat im nördlichen und zentralen Südamerika werden sie daher auch gerne als Haustiere gehalten. Bei den beiden Heidelbergern handelt es sich um zwei männliche Vögel, die im Zoo Paris geschlüpft sind. In Heidelberg haben sie sich gut eingelebt und teilen sich ihr neues Revier mit anderen Vogelarten wie Grünwangenamazonen und Guirakuckucken sowie Faultieren und Krallenaffen. Bisher empfangen sie die Zoobesucher am Eingang der Voliere und begleiten sie auch häufig bis zum Ausgang wieder, verlassen ihr Revier jedoch nicht, obwohl es für sie ein leichtes wäre, gemeinsam mit den verdutzten Besuchern durch die Tür nach draußen zu stolzieren. „Wir hoffen, dass es so bleibt“ schmunzelt Thomas Bersch, Revierleiter im Vogelrevier, „wenn sie anfangen auch außerhalb der Voliere auf Entdeckungsreise zu gehen, müssen wir sie leider in eine andere Voliere umsetzen, die für die Besucher nicht begehbar ist.“ Das wäre schade, denn die vorwitzigen Vögel gehören schon jetzt zu den Lieblingen der Besucher.

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