Pressemitteilungen

Nachwuchs bei den seltenen Schopfhirschen im Zoo Heidelberg

Die kleine Schopfhirschfamiile einträchtig beim Futtern

Heidelberg, 23. November 2011 / S. Richter Als Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers, bei seiner frühmorgendlichen Runde am 15. Oktober die Tür zum Schopfhirsch-Stall öffnete, glaubte er zunächst, seinen Augen nicht zu trauen. Gebettet auf einem Lager aus Stroh lag ein frisch geborenes Schopfhirschkalb. Mit dem Nachwuchs hatte niemand gerechnet, umso größer war die Freude über die Geburt der kleinen „Maya“.
Da Vater „Goofy“ in diesem Jahr einen komplizierten Beinbruch hatte, musste man annehmen, dass er körperlich für lange Zeit nicht in der Lage wäre, mit seiner Partnerin „Mieke“ für Nachwuchs zu sorgen. Inzwischen ist der Bruch gut verheilt und Mutter Mieke kümmert sich liebevoll um die kleine Maya.
Schopfhirsche sind im südlichen und zentralen China sowie in Myanmar in tropischen und subtropischen Bergwäldern verbreitet und in Zoos sehr selten. Der Zoo Heidelberg ist einer von nur fünf Zoos in Europa, der Schopfhirsche hält und im Jahr 2011 ist der Zoo Heidelberg wahrscheinlich der einzige europaweit, in dem ein Schopfhirschkind geboren wurde.
Da der Lebensraum der seltenen Hirschart durch Abholzung immer weiter vernichtet wird, sind Zoonachzuchten sehr wertvoll für den Fortbestand dieser schönen Tiere. Zur Sicherheit wurde das Jungtier mit seiner Mutter zunächst im Innenstall untergebracht. Nach zwei Wochen kamen Mutter und Kind in ein Absperrgehe getrennt von Vater Goofy und den Kleinen Pandas. Die Kleinen Pandas sind zwar nicht bedrohlich für die Schopfhirsche, hätten aber das Kleine verletzen können. Seit dieser Woche ist die junge Familie auch gemeinsam auf der Außenanlage zu sehen. Zwar leben die dämmerungs- und nachtaktiven Schopfhirsche in freier Wildbahn einzelgängerisch und gelten als sehr scheu. Die Schopfhirsche im Zoo Heidelberg äußern hingegen ein auffällig soziales Verhalten und zeigen sich öfter dem Besucher.
Die drei Schopfhirsche bewohnen im Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Kleinen Pandas ein großes Gehege. Von Frühjahr bis Spätherbst gesellt sich zu ihnen ein Trupp griechischer Landschildkröten. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege.
Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 160 Zentimeter. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Lippen, die Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Namensgebendes Merkmal dieser hübschen Tiere ist der schwarzbraune, hohe Haarschopf am Kopf. Das Geweih, das nur die Männchen tragen, besteht aus zwei kleinen Spießen, die meist gänzlich im Schopf verborgen sind. Männchen haben außerdem verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange, obere Eckzähne, die aus dem Maul ragen.
Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blattwerk, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Heidelberger Zoo erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei oder Hundefutter.

Tägliches Training für die grauen Riesen im Zoo Heidelberg

Elefantenpflegerin Kim Klene und Gandhi bei der Fußpflege

Heidelberg, 18. November 2011, S. Richter  Wie eine riesige graue Wand türmt sich Elefantenbulle Voi Nam vor dem Gitter seiner Box auf. Obwohl gerade mal neun Jahre alt und damit noch lange nicht ausgewachsen, wiegt der junge Bulle stolze drei Tonnen und erreicht bereits eine Höhe von 2,50 Meter. Umso erstaunlicher ist es zu beobachten, wie vorsichtig und geradezu grazil Voi Nam auf die leise Aufforderung seines Pflegers Tobias Kremer „Voi, foot“ sein rechtes Hinterbein hebt und ihm den mächtigen Fuß durch die Gitterstäbe reicht.
Es ist, wie jeden Tag, Trainingsstunde bei den jungen Elefantenbullen Voi Nam, Thai, Tarak und Gandhi im Zoo Heidelberg. Bei dem täglichen Training geht es nicht darum, dass die Pfleger den Elefanten Kunststückchen beibringen oder die hochintelligenten Tiere auf bedingungslosen Gehorsam drillen. Die Übungen, die auch „medizinisches Training“ genannt werden, finden im „geschützten Kontakt“ statt. Bei dieser Haltungsmethode agiert der Pfleger nicht als Leitelefant und die Tiere lernen, mit einem Pfleger kooperativ zusammenzuarbeiten, der immer durch ein Gitter von Ihnen getrennt ist.
Der Zoo Heidelberg hatte sich aus zwei Gründen für dieses moderne Haltungssystem entschieden: Zum einen ist es für die Psyche der Tiere besser, wenn sie sich nicht dem Willen des Menschen unterzuordnen haben und der Pfleger das Tier als Alphatier dominiert. Zum anderen gelten pubertierende Elefantenbullen als sehr gefährlich im direkten Kontakt.
Beim medizinischen Training werden medizinische Behandlungen simuliert, so dass im Ernstfall das Tier sofort behandelt werden kann. Das Training folgt dabei einem Aufbau: Zunächst kommt der Elefant auf Zuruf, dann lernt er, sich seitlich oder von hinten eng an das Gitter zu drücken, um sich dann zum Beispiel an das Ohr fassen zu lassen oder den Fuß nach draußen zu strecken. Wichtig ist auch, dass er sein Maul öffnet, Backenzähne und Stoßzähne untersuchen und sich Blut abnehmen lässt und die Verabreichung von Medikamenten akzeptiert.
Das Training dient aber auch dazu, die hochintelligenten Tiere geistig zu fördern und das Verhältnis zwischen Pfleger und Tier zu festigen. Dass die Schulstunden den Tieren darüber hinaus großen Spaß bereiten, liegt unter anderem an dem Prinzip der positiven Verstärkung. Elefanten wollen motiviert werden und sind gleichzeitig keine Kostverächter. Positive Verstärkung setzt genau auf deren Vorliebe für trockene Brötchen, saftige Äpfel oder süße Trauben. Die Erfahrungen zeigen, dass eine sehr gute medizinische Versorgung der Tiere auch im „geschützten Kontakt“ möglich ist.

Der Zoo Heidelberg plant nach Abriss des alten Elefantenhauses auf der Elefantenaußenanlage eine Trainingswand sichtbar aufzustellen, so dass künftig Zoobesucher bei diesem spannenden Training zuschauen können.


Hintergrundinformation Jungbullenhaltung Zoo Heidelberg

Im Juni 2010 gründete der Heidelberger Zoo mit den drei „Jungen Wilden“ Voi Nam, Tarak und Thai die erste Elefanten-Jungbullengruppe in einem deutschen Zoo. Das neue Elefantenhaus, in das die drei jungen Elefanten einzogen, war zwar von Anfang für vier Elefanten konzipiert – das heißt mit vier abtrennbaren Boxen, zwei Badebecken und großzügig gestalteten Innen- und Außengehegen. Der Zoo entschied sich aber zunächst für die Haltung von drei Elefanten, um ausreichend Erfahrungen zu sammeln, wie die Integration von jungen Bullen, die sich nicht kennen, gelingt. Die Hoffnungen wurden sogar übertroffen. Innerhalb von kurzer Zeit bildete sich eine stabile Gruppenstruktur mit dem ältesten Bullen Voi Nam als Leittier. Das Zusammenleben der drei lebhaften Elefantenbullen funktionierte so gut, dass der Zoo sich entschloss, im April 2011 einen vierten Jungbullen aufzunehmen. In Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm fiel die Wahl auf den fünfjährigen „Gandhi“ aus dem Zoo Kopenhagen, der sich inzwischen sehr gut eingelebt hat und in die Gruppe integriert ist.

Erfolgreiche Kampagne zum Schutz der bedrohten Menschenaffen

Alle Menschenaffen sind stark bedroht. Hier sehen wir unsere Puan. Foto Heidrun Knigge

Heidelberg, 10.11.11, S. Richter  Die europaweite Kampagne zum Schutz der bedrohten Menschenaffen 2011, an der sich der Zoo Heidelberg mit Veranstaltungen und der „Handysammelaktion“ beteiligte, hat zu einem erfreulichen Ergebnis geführt. Zwischen Februar und Oktober 2011 konnte der Zoo knapp 4.000 Euro an Spenden für die Menschenaffen-Kampagne des Europäischen Zooverbandes (EAZA) sammeln. Hierfür wurde der Tiergarten Heidelberg von der EAZA nun mit dem „Bronze-Award“ ausgezeichnet. An dieser Stelle bedankt sich der Zoo ganz herzlich bei den vielen fleißigen Spendern und Unterstützern, ohne die dieses Ergebnis nicht zu schaffen gewesen wäre. Der gesamte Erlös fließt in Maßnahmen, die in verschiedenen afrikanischen Ländern sowie in Indonesien zur Bewahrung des natürlichen Lebensraumes und der Eindämmung der Jagd auf Menschenaffen beitragen. Weltweit weicht der Lebensraum unserer nächsten Verwandten den menschlichen Bedürfnissen, werden Menschenaffen gejagt und gegessen. Hilfe ist dringender denn je nötig.
Über 1.600 gebrauchte Handys hat der Zoo seit Anfang des Jahres von Privatpersonen, Schulklassen und Firmen erhalten. Damit leisten die Zoobesucher einen wichtigen Beitrag zum Schutz der bedrohten Menschenaffen. Die Kampagne endete zwar offiziell im September 2011, der Zoo wird jedoch weiter für den Schutz der Menschenaffen sammeln und freut sich über jedes abgegebene Mobiltelefon. Auch befindet sich am Ausgang des Menschenaffenhauses ein Sammelbehälter. Mit einer Handyspende kann jeder helfen. Das Recyceln von Mobiltelefonen verhindert, dass durch den Abbau des Erzes Coltan, welches als Metall verarbeitet Bestandteil eines jeden Handys ist, die Lebensräume der Tiere zerstört werden. Die Handys werden zu einem Handyrecycler geschickt. Noch funktionsfähige Handys werden dem Gebrauchtwarenmarkt zugeführt – so sinkt die Nachfrage nach Coltan. Defekte Handys werden in ihre Einzelbestandteile zerlegt und recycelt. Das recycelte Tantal steht für die Produktion wieder als wertvoller Werkstoff zur Verfügung. Von der Recycling-Firma erhält der Zoo für jedes Handy einen kleinen Betrag, der an ein Projekt zum Schutz der Menschenaffen geleitet wird.

Der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt seit 2000 jedes Jahr eine Kampagne durch, um Artenschutzprojekte zu unterstützen. Wie alle Zoos, die Mitglied der EAZA sind, nimmt auch der Zoo Heidelberg regelmäßig mit eigenen Aktionen teil. Die Hauptziele der Kampagnen sind auf bedrohte Tierarten aufmerksam machen und entsprechende Projekte mit Geldspenden zu unterstützen. Die nächste EAZA-Kampagne 2012 widmet sich bedrohten Tierarten in Südostasien. Auch im Zoo Heidelberg sind viele Tiere aus Südostasien beheimatet, zum Beispiel die scheue und schöne Goldkatze, die neugierigen Binturongs oder die quirligen Kurzkrallenotter.

Bronzezeitliche Siedlung im Zoo Heidelberg

Fundstelle der bronzezeitlichen Siedlung

Heidelberg, 4. November 2011 / S. Richter  Heute fand auf dem Gelände des neuen Zoo-Servicecenters eine für den Zoo eher ungewöhnliche Presseeinladung gemeinsam mit dem Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg statt. Auf dem Zoogelände wurde im Zuge der Bauarbeiten ein Siedlungsgrundriss aus der Mittleren Bronzezeit, d.h. aus der Zeit 1.600 – 1.300 v. Chr., ausgegraben. Da auf den fruchtbaren Böden des Neckarschwemmkegels – besonders in den ufernahen Regionen von Neuenheim – seit der Jungsteinzeit gesiedelt wurde, werden alle in den Boden eingreifenden Maßnahmen von der Archäologischen Denkmalpflege am Kurpfälzischen Museum überwacht, um prähistorische Funde vor der Zerstörung durch die Baumaschinen dokumentieren und gegebenenfalls bergen zu können. Besondere Bedeutung für die Archäologen hat die neue Fundstelle, da sie unmittelbar neben der größten jungsteinzeitlichen Fundstelle Heidelbergs liegt, nämlich jenen beiden Gruben der Rössener Kultur, die 1902 vom Heidelberger Archäologen Karl Pfaff ausgegraben und als „Pfaff’s Große Grube“ berühmt wurden.
Hintergrundinformation Ulrike Pecht, Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg: Im August dieses Jahres wurde mit den Erdarbeiten unter Aufsicht des Grabungstechnikers des Kurpfälzischen Museums Einhard Kemmet begonnen. Tatsächlich zeichnete sich am 13. September eine zirka 10 x 15 Meter große dunkle Verfärbung ab, die sich deutlich vom anstehenden Mutterboden absetzte. Dank dem Entgegenkommen des Direktors des Zoos Heidelberg Dr. Wünnemann konnte der Befund archäologisch untersucht bzw. die Fundbergung durchgeführt werden. Die Ausgrabung wurde von Dr. Peter König (ehrenamtlich), Fred Kleinberger (ehrenamtlich) unter Mithilfe von Baggereinsatz durch die Firma Indurec unter der Leitung von Einhard Kemmet durchgeführt. Auch der Zoo freut sich über den ungewöhnlichen Fund – wenngleich ein solcher immer ein Risiko für den Fortgang von Baumaßnahmen bedeuten kann. Umso mehr dankt der Zoo dem Kurpfälzischen Museum, wie kompetent und schnell die Untersuchungen durchgeführt wurden, so dass die Baumaßnahmen zügig weiter gehen können.
Die Ausgrabung erbrachte erstmals für Heidelberg einen Siedlungsgrundriss der Mittleren Bronzezeit, d.h. aus der Zeit 1.600 – 1.300 v. Chr. Grundrisse mittelbronzezeitlicher Häuser wurden in Süddeutschland mehrfach ausgegraben, so etwa im Hegau. Es handelt sich dabei um langrechteckige zwei- bis dreischiffige Gebäude in Pfostenbauweise mit Lehmwänden. Die Pfostenlöcher und Siedlungsgruben der Heidelberger Ausgrabung lassen sich derzeit noch nicht zu einem schlüssigen Grundriss zusammenfügen, dazu sind längere wissenschaftliche Vergleiche und Untersuchungen notwendig. Das wenige Fundmaterial (Scherben von Großgefäßen, ein kleines Henkeltöpfchen, eine Geweihstange – vielleicht als Werkzeug benutzt - sowie einige Tierknochen) datieren den Befund aber eindeutig in die sogenannte Hügelgräberbronzezeit.
Die Benennung dieser Menschheitsepoche erfolgte nach dem zu dieser Zeit vorherrschenden Bestattungsritus: Tote in gestreckter Körperhaltung unter künstlich aufgeschütteten Hügeln. Nur wenig ist im Rhein-Neckar-Raum bislang aus dieser Zeit ausgegraben worden. Neben einer Siedlung in Lützelsachsen b. Weinheim sind es in erster Linie einige Grabfunde aus Bergheim und Handschuhsheim sowie aus Eppelheim und Mannheim. Dem Heidelberger Neufund kommt damit eine ganz besondere Bedeutung zu.
 

Auch "Tarak" mag Halloween

Tarak und sein Halloween-Kürbis. Noch lacht er, der Kürbis

Heidelberg, 28. Oktober 2011  S. Richter  Jetzt im Herbst ist der große rote Kürbis, kunstvoll zur schaurig-gruseligen Fratze geschnitzt, das Symbol für das Halloweenfest schlechthin. Kürbisse erfreuen sich nicht nur bei uns Menschen großer Beliebtheit. Auch die Tiere im Zoo Heidelberg freuen sich über die jahreszeitliche Bereicherung ihres Speiseplans. Die vier jungen Elefantenbullen bevorzugen den Kürbis zum Spielen und Kaputtmachen. Dieser wird zunächst begutachtet, auf dem Boden hin- und her gerollt, dann mit dem kräftigen Fuß in rüsselgerechte Teile zerstoßen, um schließlich verspeist zu werden. Besonders der kleinste Elefant Tarak zeigt sich von dem roten und leckeren Ball begeistert. Und da er am 28. Oktober seinen sechsten Geburtstag hat, soll er auch ein bisschen feiern dürfen – natürlich mit eigenem Kürbis. Ob er des nachts allerdings auch einen geheimnisvoll leuchteten Halloween-Kürbis zu schätzen wüsste, bezweifeln die Pfleger: „Er würde nachts wahrscheinlich beim bloßen Anblick einer solcher Fratze laut trompetend Schutz bei seinem großen Freund „Voi Nam“ suchen und ihn vorschicken“, schmunzelt Tobi Kremer, Pfleger im Elefantenrevier.
Der Herbst bietet den Besuchern eine besonders schöne Zeit im Zoo. Tierbeobachtungen sind in der ruhigeren Jahreszeit bei noch milden Temperaturen besonders gut möglich und man lässt sich gerne von dem gelassenen Treiben inspirieren. Die abwechslungsreiche Parklandschaft des Zoos zeigt sich inzwischen in warmen Herbsttönen. Besonders schön sind das leuchtende Gelb des amerikanischen Gelbholzbaums mitten auf der Flamingowiese und die in verschiedenen Rottönen schimmernden Amberbäume. Ein Highlight bietet sicherlich die Ausstellung beeindruckender Steinskulpturen aus Zimbabwe. Die 25 großen und 20 kleineren Skulpturen verteilen sich auf dem gesamten Zoogelände und sind bis September 2012 zu bewundern. Im Raubtierhaus können kleine und große Zoobesucher das Leben der Erdmännchen beobachten, die, so scheint es, ohne Unterlass Ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Scharren, fressen, spielen. Empfehlenswert ist die eindrucksvolle Ausstellung von Heidrun Knigge über die Heidelberger Gorillafamilie im Afrikahaus.
Die beliebten „Zoo-Ferien“ für Schüler während der Herbstferien sind zwar inzwischen ausgebucht, aber die Zooschule hat ein weiteres interessantes Angebot für aktive Winterschläfer im Programm, für das man sich jetzt anmelden kann – die „aktiven Wintertage“. Die „aktiven Wintertage“ sind ein Ganztagsangebot der Zooschule im Dezember und Januar. Zooeintritt, Getränke und Mittagessen sind in der Ticketgebühr enthalten. Die Kinder beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Verhalten von Tieren im Winter. Die Themen Tierwanderungen, Winterruhe, Winterstarre und Winteraktivität werden dabei ebenso bearbeitet wie die Frage, was die exotischen Zootiere im Winter machen. Vielfältige Aktivitäten, wie z.B. das Reinigen von Nistkästen und der Besuch des Zoos hinter den Kulissen, runden das Angebot ab. Tickets erhält man im Vorverkauf an der Zookasse.
 

Von Moskau nach Heidelberg: Ankunft des neuen Orang-Utan-Weibchen „Sari“ im Zoo Heidelberg

"Sari" in ihrem neuen Zuhause: die ersten schönen Aufnahmen von Heidrun Knigge

Heidelberg, 21. Oktober 2011, S. Richter  Tierpflegerin Helena Kirrilova arbeitet im Zoo Moskau, dem ältesten und größten Zoo Russlands, und ist zum ersten Mal in ihrem Leben außerhalb Russlands unterwegs. Sie reist mit einer rothaarigen, ungewöhnlichen Begleiterin, die aber während des Fluges von Moskau nach Frankfurt nicht neben ihr sitzt, sondern in einer geräumigen Kiste im klimatisierten Bauchraum des Flugzeuges untergebracht ist. Die Begleiterin von Helena heißt „Sari“ und ist ein achtjähriges Orang-Utan-Weibchen aus dem Zoo Moskau, das künftig im Zoo Heidelberg mit ihren Artgenossen „Ujian“ und „Puan“ gemeinsam viele Jahre verbringen soll.
Bernd Kowalsky, Leiter des Affenreviers, hat die beiden vom Flughafen Frankfurt abgeholt. Bevor er das Orang-Utan-Weibchen in Empfang nehmen konnte, waren allerdings noch etliche tierärztliche Formalitäten zu erledigen und für die Verständigung mit der russischen Tierpflegerin, die ausschließlich der kyrillischen Schrift und der russischen Sprache mächtig ist, bedurfte es eines Dolmetschers. Da traf es sich gut, dass im Zoo Heidelberg mit Artur Assmann, Leiter des Großviehreviers, ein gebürtiger Russe arbeitet, der perfekt als Dolmetscher und Übersetzer fungiert.
Helena Kirrilova ist seit vielen Jahren eine enge Bezugsperson für „Sari“. Um „Sari“ das Einleben zu erleichtern, bleibt die Tierpflegerin eine Woche bei ihrem ehemaligen Schützling und gibt den Heidelberger Pflegern wichtige Tipps zu Saris spezifischen Eigenschaften und Vorlieben. Menschenaffen haben zu ihren Pflegern einen starken Bezug. Das bedeutet zwar nicht, dass Mensch und Tier im sogenannten „direkten Kontakt“ stehen. Dennoch hat sich in einer oft langjährigen Beziehung eine solide Vertrauensbasis aufgebaut.
„Ujian“ und „Puan“ leben schon lange im Zoo Heidelberg und verstehen sich sehr gut. Allerdings hat sich bislang noch kein Nachwuchs eingestellt. Da „Waldmenschen“(wie Orang-Utans in der malaiischen Sprache genannt werden) in ihrem natürlichen Lebensraum auf Borneo und Sumatra stark bedroht sind, hofft der Zoo Heidelberg mit „Sari“ und „Ujian“ weiter zur Arterhaltung beitragen zu können. „Sari wird bestimmt eine gute Mutter“, da ist sich Helena Kirrilova sicher. „Ihre Mutter hat Sari liebevoll groß gezogen und Sari hat sich im letzten Jahr fürsorglich um ihren kleinen Bruder gekümmert“. „Sari“ wird in den nächsten Wochen Zeit finden, sich in die kleine Gruppe einzuleben. Das Innengehege wird für die ersten Wochen zunächst zweigeteilt, so dass sich die drei vorsichtig aneinander gewöhnen können. Ein erstes Kennlerntreffen zwischen Ujjan und Sari hat schon prima geklappt. Die Tierpfleger entscheiden dann, wann sie alle drei zum ersten Mal zusammenlassen. „Sari“ hat „Heidelberger Blut“. Ihr Vater „Sandokan“ kam im Zoo Heidelberg zur Welt, bevor er in den Zoo Moskau zog und dort für Nachkommen sorgte.
 

Rotbauchmakis – Eine neue Tierart ist in den Zoo Heidelberg gezogen

Zwei der fünf Rotbauchmakis - tolles Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 13. Oktober 2011 / S. Richter  Rotbauchmakis kuscheln gerne, das sieht der Zoobesucher auf den ersten Blick. Man könnte meinen, es handele sich um ein einziges dunkelbraunes Knäuel, das es sich auf der Astgabel gemütlich gemacht hat. Bei näherem Hinsehen entdeckt man dann aber zwei kugelrunde Augenpaare, die einem neugierig betrachten.
Seit wenigen Wochen leben im Zoo Heidelberg gleich fünf weibliche Rotbauchmakis, drei von ihnen kommen aus dem Zoo Valencia und die beiden anderen aus dem Zoo Verona. Rotbauchmakis zählen zu den Lemuren, eine Primatenart, die nur auf Madagaskar heimisch ist. Der Name dieser Tierart leitet sich übrigens von den „Lemures“ ab. Lemures waren in der römischen Religion die Geister von Verstorbenen. Der Bezeichnung spielt auf die oft nächtliche Lebensweise dieser Tiere ab und auf ihre großen, intensiv blickenden und leuchtenden Augen.
Jetzt ist es an der Zeit, dass sich die beiden Damengruppen aneinander gewöhnen und zu einem Familienverbund zusammenwachsen. „Nach anfänglichen Streitereien, die üblich sind, um die Rangordnung zu klären, akzeptieren die fünf Weibchen sich inzwischen“, freut sich Tierpfleger Simon Borchardt. Die Tiere sind den Pflegern gegenüber sehr zutraulich und fressen gerne auch aus der Hand. Ihr Speiseplan ist wohl ausgewogen und vitaminreich: So erhalten sie aus der Futterküche des Zoos einen gesunden Mix aus gekochtem Gemüse und Obst, vor allem Äpfel, sowie frisch zubereitetem Milchbrot und hin und wieder auch Hundepellets. Der Futterplan orientiert sich dabei immer an den natürlichen Gegebenheiten der Ursprungsländer und an den Erfahrungen von Zoo-Experten.
Rotbauchmakis erreichen eine Länge von 75 bis 93 cm, wobei der Schwanz mit bis zu 53 cm länger ist als ihr Körper. Ihr Fell ist lang und sehr dicht, damit der Regen daran abperlen kann. Ihren Namen verdanken die geschickten und flinken Kletterer dem rötlichen Bauchfell der Männchen. Der Bauch der Jungtiere und Weibchen ist dagegen weiß-grau gefärbt.

Die Heimat der Rotbauchmakis, Madagaskar, ist die viertgrößte Insel der Erde, liegt vor der Ostküste Afrikas und beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna. Über 80 Prozent aller madagassischen Tier- und Pflanzenarten kommen an keinem anderen Ort der Welt vor. Jedoch sind die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo. Seit der Besiedelung durch den Menschen vor etwa 2000 Jahren ist dieses Naturparadies nahezu zerstört worden. Waldgebiete werden großflächig abgeholzt, um Land für Rinderhaltung und für landwirtschaftliche Ertragsflächen zu gewinnen, und um das wertvolle Holz der Bäume wirtschaftlich zu nutzen. Laut dem Auswärtigem Amt sind bei der Abholzung von Edelhölzern zwischen Februar 2009 bis Februar 2010 mindestens 1.187 Container mit Edelhölzern (geschätztes Gesamtvolumen zirka 36.730 Tonnen) illegal exportiert worden. Die instabile politische Lage führt zudem dazu, dass von der Vorgängerregierung geplante umweltpolitische Programme und der Ausbau von Schutzflächen nur sehr zögernd umgesetzt werden.
Und so ist auch der Lebensraum der Rotbauchmakis, die Tropischen Regenwälder im Osten Madagaskars, bis auf wenige Waldreste vernichtet. Die Art wird deshalb als „gefährdet“ eingestuft und der Zoo in Mulhouse führt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für diese hübschen Tiere.
Im Zoo Heidelberg sind noch weitere äußerst seltene Tierarten aus Madagaskar zu bewundern. Die eleganten und kräftigen Fossa, die größten Landraubtiere der Insel, und die ebenfalls zu den Raubtieren zählenden Ringelschwanzmungos mit ihrem glänzenden weinroten Fell und einem buschigen schwarz-rot gestreiften Schwanz.
 

Mit großen braunen Augen durch die Welt - Jungtier bei den Großen Kudus im Heidelberger Zoo

Der kleine Tawanda - schon ganz schön aufgeweckt

Heidelberg, 30. September 2011, S. Reichler  Dunkle Glanzaugen unter großen runden Ohren schauen neugierig in die Welt – „Tawanda“, der vier Wochen alte Kudubock, beginnt mit seiner Mama „Stobi“ die Welt zu erkunden; oder genauer: den abgeteilten Außenbereich der Afrikaanlage. Die meiste Zeit des Tages verbringen Mama und Sohn im Abtrenngehege, denn noch ist Tawanda zu jung um sich gegen Zebras und Blessböcke behaupten zu können.
Junge Kudus sind sogenannte Ablieger, die reglos an einem geschützten Platz warten, während die Mutter auf Nahrungssuche geht. Daher bleibt auch „Tawanda“ noch einige Stunden des Tages im Strohbett seiner Box liegen, während „Stobi“ auf die große Anlage darf. Lange wird es nicht mehr dauern bis „Tawanda“ seiner Mutter auf Schritt und Tritt folgt. Behutsam wird er dann an die anderen Bewohner der Afrikaanlage gewöhnt.
Für Kuduweibchen „Stobi“ ist es das erste Kind und sie kümmert sich liebevoll um ihren Sohn. Kudus leben normalerweise in Familienverbänden in den Baumsavannen im östlichen und südlichen Afrika, im Heidelberger Zoo teilen sie sich die großzügige Afrikaanlage mit Zebras, Blessböcken und Pelikanen.
„Tawanda“ wurde am 5. September 2011 geboren und wird jetzt noch fünf weitere Monate von seiner Mama gesäugt, bevor er anfängt Gräser, Laub und Kräuter zu fressen wie seine ausgewachsenen Verwandten. Dann werden auch seine Hörner anfangen zu wachsen bis sie einmal genauso beeindruckend sind, wie die etwa 1m langen geschraubten Hörner seines Vaters „Kaito“. Die Hörner werden ihm dann auch helfen sich gegen männliche Konkurrenten durchzusetzen, um dann bei den hübschen weiblichen Kudu-Antilopen für Nachwuchs zu sorgen. Doch nicht im Zoo Heidelberg, denn mit Erreichen der Geschlechtsreife in etwa zwei Jahren wird er wohl in einen anderen Zoo wechseln um dort seine eigene Familie zu gründen.
Übrigens bedeutet der Name „Tawanda“ in der Shona-Kultur aus Zimbabwe „Wir sind eine Familie“.

Der Zoo ist Favorit der Heidelberger. dm-drogerie markt spendet insgesamt 15.000 Euro für den Zoo, Treff am Turm und den Kindercircus Peperoni e. V.

Ein großzügige Spende für unsere Löwen

Heidelberg, 11.10.2011, S. Richter

Am Montag, 10. Oktober, übergaben Bürgermeister Dr. Joachim Gerner und die dm-Gebietsverantwortliche Petra Schindler Schwind im dm-Markt am Bismarckplatz die Spendenschecks an die Vertreter der Projekte.

Zitat aus der Pressemeldung dm-drogerie markt:
"Fast zwei Wochen lang konnten die Heidelberger in den dm-Märkten der Universitätsstadt ihre Stimmen für drei Projekte abgeben: den Heidelberger Zoo, das Nachbarschaftszentrum „Treff am Turm“ sowie den Kinder- und Jugendcircus Peperoni e. V. Ihr Favorit bei der Spendeninitiative anlässlich „30 Jahre dm in Heidelberg“ ist der Zoo. Er erhielt die meisten Stimmen und darf sich mit 7.930 Euro über den größten Anteil der Spendensumme von insgesamt 15.000 Euro freuen. „Wir danken dm-drogerie markt für diese gelungene Spendeninitiative und den Heidelbergern ganz herzlich für ihre Unterstützung“, sagt Steffanie Richter, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Zoos verantwortlich ist. „Mit Hilfe der Spende möchten wir die Löwenanlage aus- und umbauen. Das neue Gehege wird artgerechter und abwechslungsreicher gestaltet sein und den Raubkatzen, zwei Männchen und zwei Weibchen, etwa sechsmal so viel Fläche bieten.”

„Zu einer solidarischen Gesellschaft gehört, dass sich nicht nur Bürger, sondern auch Wirtschaftsunternehmen für das soziale Miteinander engagieren“, sagt Bürgermeister Gerner. „dm geht da mit gutem Beispiel voran.“

Rund 6.000 Heidelberger haben mitgemacht. Ab Ende August feierten die Heidelberger dm-Märkte den 30. Geburtstag des ältesten dm-Markts. „Diese runde Zahl war für uns ein Anlass, den Heidelbergern Danke zu sagen – dafür, dass sie uns die Treue halten und immer wieder ihr Vertrauen schenken“, sagt die dm-Gebietsverantwortliche Petra Schindler-Schwind. „Indem wir uns für drei Projekte vor Ort engagieren, möchten wir Heidelberg positiv mitgestalten. Denn wir verstehen uns nicht nur als Arbeitsgemeinschaft, sondern fühlen uns auch für unser Umfeld verantwortlich.“ Alle Heidelberger waren dazu aufgerufen, in den dm-Märkten der Stadt darüber abzustimmen, wie die Spendensumme von 15.000 Euro aufgeteilt werden soll. Dabei gingen 1.500 Euro als Mindestbetrag an jedes Projekt. Rund 6.000 Heidelberger waren dem Aufruf gefolgt und gaben ihre Stimme ab.

Sesam öffne Dich - ein Blick hinter die Kulissen des Heidelberger Zoos

Heidelberg, 23. September 2011, S. Richter  Am 8. und 9. Oktober findet zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr im Zoo Heidelberg wieder das beliebte Wochenende unter dem Motto „Sesam öffne Dich“ statt. Zoobesucher sind herzlich dazu eingeladen, hinter die Kulissen des Zooalltags zu schauen, mit den Pflegern über das Lieblingstier zu reden und viel über die Arbeit eines Zoologischen Gartens zu erfahren.
Einige Türen mit dem bekannten Schild „Zutritt nur für Zoomitarbeiter“ werden an diesem Wochenende für die Besucher geöffnet. Die Tierpfleger haben sich viele Gedanken gemacht, wie sie etwas von ihrer täglichen Arbeit zeigen und erklären können.

  • Da gibt es Führungen in den Kamel- und in den Kängurustall, in das Robbenhaus und in das große Kühlhaus, es finden spannende Bastelaktionen von Beschäftigungsfutter statt und die Ponys und Esel warten darauf, gestriegelt zu werden.
  • Selbstverständlich finden auch alle sonstigen Fütterungen und Vorführungen statt.
  • Gerne werden so häufige Fragen wie „Geht der Pfleger zu den Löwen ins Gehege?“, „Warum braucht ein Alpaka Streicheleinheiten?“ und „Wie viel frisst ein Elefant?“ beantwortet.
  • Das Elefanten- und das Affenrevier zeigen, dass es nicht reicht, den intelligenten Schützlingen einfach nur mundgerechte Futterportionen zu reichen, sondern dass die Tiere beschäftigt werden müssen.
  • Extra für dieses Wochenende wird die Hamsterzuchtstation des Zoos geöffnet. Experten geben ausführliche Informationen über den europäischen Feldhamster, der heute fast ausgestorben ist.
  • Die Zooschule ist auch wieder aktiv. Die Mitarbeiter stehen für Fragen zur Verfügung und berichten über ihre Angebote wie Kindergeburtstage, Zoo-Ferien und Zoo-Kurse.
  • Außerdem gibt es am Samstag einen Flohmarkt mit guten Büchern
  • und an beiden Tagen am Gehege der Riesenschildkröten einen Informationsstand der „Interessengemeinschaft Schildkrötenschutz und Nachzucht“.

Für „Sesam öffne Dich“ ist an beiden Tagen nur der normale Zooeintritt zu entrichten.

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