Pressemitteilungen

Nordseefeeling im Zoo Heidelberg

Fröhliche Schüler, kurz nach dem Abi, freuen sich über Strandkörbe im Küstenpanorama

Heidelberg, 28. März 2012  /  S. Richter  „Das ist ja wie an der Nordsee!“, rufen viele Besucher begeistert, kaum haben sie, dem Schrei der Möwen folgend, das Küstenpanorama des Zoos betreten. Die kleine Anlage mit dem großen Erholungseffekt ist eine der attraktivsten Anlagen im Zoo Heidelberg und wurde gerade in wochenlanger Arbeit liebevoll saniert. In der begehbaren Voliere für zahlreiche See- und Watvögel fühlt sich der eher an hügelige Landschaften und Wälder gewöhnte Süddeutsche an seinen letzten Urlaub an der Küste erinnert.

Die naturgetreue Atmosphäre bewirkt sogar, dass viele Besucher Salz auf den Lippen schmecken, obwohl nur Süßwasser verwendet wird. Die perfekte Kulisse mit Leuchtturm und reetgedecktem Häuschen, das Klatschen der Wellen an den kleinen, weißen Sandstrand, wildes Möwengeschrei und der leichte Geruch nach Fisch machen das Erlebnis vollkommen und formt einen idyllischen Ausschnitt des Nationalparks Deutsches Wattenmeer.
Besonders schön: Seit der Sanierung können sich Zoobesucher nun wie Urlauber in originalen Strandkörben entspannen, Meeresrauschen und Vogelruf inklusive.
Ein neues Netz spannt sich über den roten Leuchtturm im Miniformat, der gleichzeitig ein beliebter Aussichtspunkt für die Möwen und Inkaseeschwalben ist und das reetgedeckte Fischerhäuschen dient zahlreichen Vögeln als warme Rückzugsmöglichkeit.
Im Zoo Heidelberg lebt eine Vielzahl von Meeresvögeln. Austernfischer oder Eiderente bestechen durch auffällige Farben, Stelzenläufer und Säbelschnäbler kleiden sich klassisch schwarz-weiß, Möwen sind meist in ein zurückhaltendes Grau-Weiß gekleidet, machen aber mit durchdringender Stimme auf sich aufmerksam. Die typischen Verhaltensweisen der Nahrungssuche zeigen auch die Watvögel im Küstenpanorama. Im sauberen Sand und regelmäßig gewechselten Wasser finden sie zwar nur wenig Nahrungsteilchen, ihr angeborenes Suchverhalten können sie dort aber bestens ausleben. Satt werden sie durch Weichfuttermischung, bestehend aus Insekten und Garnelenschrot, angereichert mit Hackfleisch. Zusätzlich wirft der Pfleger mehrmals täglich kleine Fische in das Wasser, die innerhalb kürzester Zeit von den verschiedenen Vögeln erbeutet werden.
Der Besucher spürt: auch in Mitteleuropa gibt es Wildnis. Das Wattenmeer, das vom niederländischen Ijsselmeer bis zur süddänischen Nordseeküste reicht, ist ein einzigartiger Lebensraum, der in dieser Form an keiner anderen Küste der Welt zur finden ist. Zum Ökosystem Wattenmeer gehört nicht nur das eigentliche Watt, das im Wechsel von Ebbe und Flut trocken fällt und wieder überflutet wird. Salzwiesen, Dünen, Strände und Geestkliffs sind weitere Lebensraumtypen des Mosaiks, das die einzigartige Vielfalt des Wattenmeeres prägt. Die Idylle des tierreichen Nationalparks, den wir als Touristen so gerne besuchen, sollte uns jedoch auch für seine Gefährdung sensibilisieren. Verschmutzungen und Vergiftungen sind ständige Belastungen des Wattenmeers. Im Juni 2009 wurde das Wattenmeer in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

Die Frühlingsgefühle sind in der Vogelwelt ausgeprägt und werden lautstark und tänzerisch gezeigt. Die Säbelschnäbler zeigen besonders auffällige Balzspiele. Sie stellen sich im Kreis auf, verbeugen sich, streichen mit ihren Schnäbeln über den Boden, trampeln und schreien erregt. Dieses für uns seltsam anmutende Verhalten führt bei den Säbelschnäblern dazu, dass sich die Paare für die Brutsaison finden und gegenseitig stimulieren. Das Nest ist meist nur eine mit trockenen Halmen ausgelegte Mulde im Sand, in der die vier gefleckten Eier von beiden Elterntieren ausgebrütet werden.
Der wohl schönste und auffälligste Vogel im Heidelberger Küstenpanorama ist die Inkaseeschwalbe mit dem markanten roten Schnabel, deren lange weiße Federn am Schnabelansatz an einen Schnurbart erinnern. Wie ihr Name schon verrät, ist die Heimat dieser Seeschwalbenart die Küste Südamerikas von Peru bis Chile. Ihre Haltung und vor allem ihre Zucht hat in Heidelberg allerdings Tradition, so dass auch diese an den deutschen Küsten nicht vorkommende Vogelart die Anlage am Neckar bewohnt.

Nach Verlassen der Freiflugvoliere bietet sich den Besuchern ein schöner Blick durch die bullaugenähnlichen Fenster auf die Küstenlandschaft, eine Perspektive, die vor allem Kinder besonders lieben.

Ausstellung im Zoo Heidelberg: Madagaskar – Das unbekannte Paradies

Pantherchamäleon mit Beute

Heidelberg, 21. März 2012 / S. Richter  Ab dem 25. März präsentiert der Zoo Heidelberg Fotografien von der einzigartigen Insel Madagaskar. Madagaskar bietet ein einmaliges Naturerlebnis im Indischen Ozean. Nur wenige Menschen haben dieses Land schon einmal kennengelernt. Die Fotografin Elke Grüber reist regelmäßig nach Madagaskar und zeigt einen Teil Ihrer ausdrucksstarken Tier- und Naturaufnahmen. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 25. März um 11.00 Uhr im Afrikahaus statt und kann bis Mitte Juni 2012 besichtigt werden.

Madagaskar liegt vor der Ostküste Afrikas und ist die viertgrößte Insel der Welt. Sie beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna – über 80 Prozent aller madagassischen Tier- und Pflanzenarten kommen an keinem anderen Ort der Welt vor. Jedoch sind die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo. Die Insel steht vor der Vernichtung großer Teile seiner außergewöhnlichen und einmaligen Artenvielfalt – und binnen kurzer Zeit auch vor dem Verlust vieler seiner natürlich nachwachsenden Rohstoffe. Die instabile politische Lage führt zudem dazu, dass von der Vorgängerregierung geplante umweltpolitische Programme und der Ausbau von Schutzflächen nur sehr zögernd umgesetzt werden.

Die Bilder von Elke Grüber lassen den Betrachter die Schönheit und geheimnisvolle Faszination des unbekannten und stark bedrohten Paradieses Madagaskar spüren.

Auch im Zoo Heidelberg sind einige seltene Tierarten aus Madagaskar zu bewundern. Die eleganten und kräftigen Fossa, die größten Landraubtiere der Insel, und die ebenfalls zu den Raubtieren zählenden Ringelschwanzmungos mit ihrem glänzenden weinroten Fell und einem buschigen schwarz-rot gestreiften Schwanz sowie fünf Rotbauchmakis. Rotbauchmakis zählen zu den Lemuren, eine Primatenart, die ebenfalls nur auf Madagaskar heimisch ist. Der Name dieser Tierart leitet sich übrigens von den „Lemures“ ab. Lemures waren in der römischen Religion die Geister von Verstorbenen. Der Bezeichnung spielt auf die oft nächtliche Lebensweise dieser Tiere ab und auf ihre großen, intensiv blickenden und leuchtenden Augen.

Informationstage zum Feldhamster am 17. und 18. März im Zoo Heidelberg

Foto: Ulrich Weinhold

Heidelberg, 13. März 2012, S. Richter  Am Samstag, 17. und Sonntag, 18. März ist die Feldhamster-Zuchtstation im Zoo Heidelberg zwischen 10.00 und 16.00 Uhr für Besucher geöffnet und bietet faszinierende Einblicke in die Lebensweise dieses possierlichen Feldbewohners. Es finden Führungen durch die Station statt und Besucher haben die Möglichkeit, den beiden Diplom-Biologen Lisa Heimann und Marco Sander Löcher in den Bauch zu fragen. Wie und wo lebt der Feldhamster? Wie zieht er seinen Jungen groß? Was frisst er besonders gerne? Wie lange hält er Winterschlaf? Stimmt es, dass seine Zähne ein Leben lang wachsen?

Die Hamsterzuchtstation, die sich im Inneren der Hamsterhütte befindet, gehört zum „Artenhilfsprogramm für den Feldhamster“ der Stadt Mannheim. Derzeit leben dort 190 Feldhamster. Der Feldhamster wird im Zoo Heidelberg erfolgreich nachgezüchtet. Die Jungtiere werden dann in geeigneten Lebensräumen des Rhein-Neckar-Raumes ausgewildert. Was viele nicht wissen: Gehörte der Feldhamster früher zu den häufigsten Kleinsäugern Deutschlands, so wird heute er auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere der Bundesrepublik Deutschland als „stark gefährdet“ eingestuft. Die jahrzehntelange direkte Verfolgung, eine intensive Landwirtschaft sowie die zunehmende Bebauung sind die Hauptgründe für den Niedergang der Bestände. Viele Menschen haben noch nie einen Feldhamster gesehen oder denken, es handelt sich um einen entwischten Goldhamster. 2009 zeichnete die Welt Zoo und Aquarien Organisation (WAZA) das Wiederansiedelungsprojekt für den Europäischen Feldhamster mit dem Zertifikat für „In situ“ Artenschutz aus.

Die Biologen freuen sich übrigens über Spenden wie altes Nagerspielzeug, große Laufräder, Weidenkörbchen, alte Brotkörbchen und Nagerfutter, die direkt an der Zuchtstation an den beiden Tagen abgegeben werden können.

Binturongs und Kurzkrallenotter – eine quirlige südostasiatische Wohngemeinschaft

Tolles Bild von Heidrun Knigge: Kurzkrallenotter blickt keck und knackt die Muschel

Heidelberg. 8. März 2012, S. Richter  Der Südostasien-Bereich im Zoo Heidelberg erfreut sich steigender Beliebtheit und nicht nur die zahlreichen Fans der grauen Riesen zieht es in Richtung Elefantenhaus. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den vier jungen Elefantenbullen leben eine Familie quirliger Kurzkrallenotter und ein Pärchen Binturongs. Bei dieser Art Wohngemeinschaft ist immer etwas los, dafür sorgen schon die fünf Kurzkrallenotter, die in einem fort miteinander spielen, übereinander purzeln, mit ihren flinken, kurzen Krallen Muscheln öffnen oder quietschend und fiepend mit dem Besucher Kontakt aufnehmen.
Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 cm machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner und geselliger ist keine andere Otter-Art.
Direkt nebenan lebt das Binturong-Pärchen „Bibsi“ und „Kajan“. Wer jetzt nicht weiß, was ein Binturong ist, steht mit der Frage nicht alleine da. Auf den ersten Blick lässt sich der Binturong nicht einordnen. Große, bernsteinfarbene Augen, ein plumper, kurzbeiniger Körper und langes, dunkelgraues Fell. Ist das ein Bär? Weiße Tasthaare am Kopf, dichte Büschel auf den Ohren und ein langer, buschiger Schwanz. Vielleicht doch eher eine Katze? So geht es aber nicht nur dem Zoobesucher. Wurde der Binturong früher noch der Familie der Kleinbären zugeordnet, zählt er heute zu den Schleichkatzen. Binturongs sind dank ihres langen Greifschwanzes und kräftigen Beinen für ihre Kletterkünste bekannt und die dominante Bibsi – bei den Binturongs haben die Frauen das Sagen – nutzt inzwischen gerne die Gelegenheit, den Kurzkrallenottern einen Besuch abzustatten. Das Gehege der Binturongs ist über einen Gittergang mit dem Außengehege der Kurzkrallenotter verbunden, durch den sie bequem hin und herwechseln können. Während Binturong-Mann Kajan das Ganze noch eher misstrauisch beäugt, fasste Bibsi sofort Mut und ist seitdem regelmäßig bei den Nachbarn zu Gast.
Im Zoo Heidelberg sind tierische Wohngemeinschaften in vielen Gehegen anzutreffen. So teilen sich auch die syrischen Braunbären mit den flinken Korsakfüchsen ein Gehege und die Faultier-Familie lebt mit zahlreichen Vogelarten in der Südamerika-Voliere. Biologen haben festgestellt, dass sich viele Tiere besonders wohlfühlen, wenn sie in einer Gemeinschaft leben. Haben die weniger dominanten WG-Bewohner genug Rückzugsmöglichkeiten, so profitieren alle Tiere davon und es bietet ihrem Alltag zusätzlich Abwechslung. Die tierische Wohngemeinschaft wird im Zoo als Vergesellschaftung bezeichnet. Auch für den Zoobesucher ist es besonders spannend, verschiedene Tierarten gemeinsam zu beobachten.

Zooschule ruft zum Löwen-Wettbewerb auf

Foto von Rose von Selasinsky

Heidelberg, 6.März.2012, Artikel in: RNZ, Timo Teufert:
Die geplante Erweiterung des Löwengeheges im Heidelberger Tiergarten nimmt die Zooschule zum Anlass, um einen Löwen-Wettbewerb auszurufen. Schüler der Klassen eins bis sechs sind eingeladen, sich künstlerisch mit dem Thema Löwen zu beschäftigen. Einsendeschluss für die Arbeiten ist Freitag, 4. Mai. Weiter im Bericht der RNZ

Am 13. Mai findet  im Zoo ein Löwen-Aktionstag statt, an dem die Wettbewerbsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Neben attraktiven Preisen für die Gewinner bekommen alle teilnehmenden Klassen am 13. Mai freien Eintritt in den Tiergarten. Der Löwenaktionstag steht ganz im Zeichen unserer Löwen. Sie brauchen ein neues Gehege: größer, schöner, besser soll es werden. Deshalb freuen wir uns über jede Zuwendung und jede Spende. Alle Einnahmen an diesem Tag gehen zugunsten der neuen Löwenanlage.

Es erwartet Sie ein buntes Programm mit Löwenfütterung, Löwenbuttons, Kinderschminken (natürlich Löwengesichter) und vieles mehr. Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch!

Zoo Heidelberg: Schrullig oder schillernd – an den Bronzeputen scheiden sich die Geister

Ganz eindeutig der Hahn im Korb. Foto von Heidrun Knigge

Zoo Heidelberg, 29. Februar 2012 / S. Richter  Sie sind aufgeweckt, neugierig und ihrem schwarzen Gefieder, das in einem schönen Bronzeton glänzt und in allen Regenbogenfarben schillert, verdanken sie ihren Namen: Bronzeputen. Der Zoo Heidelberg beherbergt seit Kurzem drei Weibchen und ein Männchen dieser alten und heute gefährdeten Nutztierrasse.
Die recht stattlichen Bronzeputen sind aktive und lauffreudige Tiere. Sobald sich ein Besucher dem Gehege nähert, wird mit ihm Kontakt aufgenommen. Gerne plustert sich das Männchen bei der Gelegenheit auf, zeigt sein prächtiges Gefieder und schlägt ein Rad, was die Besucher und vor allem seine Frauen beeindruckt. Auch kommt es oft vor, dass die Tiere den Besucher am Gehege entlang rennend begleiten oder rasch einen Baum umrunden, was wirklich sehr lustig ist.
Ihr Äußeres mag auf den ersten Blick nicht sehr gewinnend sein – mit ihrem langgestreckten kräftigen Rumpf, kahlem Kopf und den roten Fleischwarzen am Hals gibt die Bronzepute ein etwas schrulliges Bild ab. Puten sind wie Hühner sogenannte Scharrvögel. Sie sind schnelle und ausdauernde Läufer und haben eine gute Weitsicht. Zum Ruhen fliegen sie gerne auf Bäume. Zu ihrer Nahrung gehören Gräser, Blätter, Früchte, Schnecken, Insekten sowie andere Kleintiere. Als Verdauungshilfen nehmen sie Sand und kleine Steinchen auf, welche die Nahrung zusätzlich zerkleinern. Weibliche Bronzeputen sind zuverlässige Brüterinnen. Eine Bronzepute legt im Jahr 20-50 Eier, die Brutzeit dauert in der Regel 28 Tage. Erst die schlüpfenden Jungen geben ihr das Zeichen, nicht weiter zu brüten. Sollte allerdings ein Ei taub sein, brütet die Pute dennoch weiter, bis sie verhungert. Der Mensch muss sie deshalb vom Nest nehmen, damit sie Futter und Wasser aufnimmt.
Anfang des 16ten Jahrhunderts kamen die aus Nordamerika stammenden Ahnen der heutigen Bronzeputen nach Europa. Sie gelangten über Spanien nach England und schließlich 1533 nach Deutschland. Durch Beschaffung eines englischen Hahnes im Jahre 1909 wurde die Zucht der Bronzepute in Deutschland nachhaltig geprägt. Leider gehört die Bronzepute, auch Bronzepute alten Schlags genannt, in Deutschland zu den bedrohten Nutztierrassen und steht auf der Roten Liste. 1997 gab es in Deutschland nur noch 334 Tiere, mittlerweile hat sich der Bestand ein wenig erholt.
Mit den Bronzeputen erweitert der Zoo seinen Bestand an bedrohten Haustierrassen. Im Zoo leben nicht nur exotische Tiere aus fernen Ländern sondern auch Tiere aus unserem direktem Umfeld, über die wir viel lernen können: Hühner, Ziegen, Esel, Ponys, Schafe, Schweine und nun auch die Bronzeputen.

Tiergartenfreunde spenden für das neue Löwengehege

Prachtvoller Löwe. Foto von Annika Munz

Heidelberg, 24. Februar 2012 / S. Richter  Der Verein der Tiergartenfreunde e.V. überreichte gestern dem Zoo Heidelberg einen ersten Scheck in Höhe von 8.000 Euro für den geplanten Umbau des Löwengeheges. „Ich bedanke mich ganz herzlich für die Spende. Ich freue mich, dass sich die Tiergartenfreunde so engagiert und tatkräftig unserem neuen Projekt annehmen“, sagte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.
Mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen und Spenden unterstützt der Verein der Tiergartenfreunde e.V. seit seiner Gründung im Jahr 1933 wichtige Projekte des Zoos. Im Verein finden Menschen zueinander, denen die Entwicklung „ihres“ Zoos am Herzen liegt. Der Verein bietet seinen Mitgliedern unter anderem kostenlosen Zugang in den Zoo, die kostenlose Zusendung der Mitgliederzeitung „Zoo aktuell“, Führungen, Vorträge und gegen Kostenbeteiligung organisierte Tagesausflüge in andere Zoologische Gärten.
„Nachdem es den Tiergartenfreunden gelungen ist, den Bau des Elefantenhauses mit 100.000 Euro zu fördern, haben wir zusammen mit dem Zoo Überlegungen angestellt, in welchem Bereich die Unterstützung der Tiergartenfreunde zu einer Verbesserung der Haltungsbedingungen und langfristig zur Förderung des Tier- und Naturschutzes weiterhin beitragen kann. Schnell waren wir uns einig, dass das Vorhaben des Zoos, die Löwen-Außenanlage zu vergrößern und einer neuen Gestaltung zuzuführen ein Thema ist, das auch unseren Mitgliedern am Herzen liegt“, betont Gerhard Bartelmus, 2. Vorsitzender der Tiergartenfreunde.
Seit dem Jahr 2005 unterstützte der Verein nicht nur den Bau des Elefantenhauses, sondern finanzierte auch den Umbau der Präriehundanlage mit 10.000 Euro sowie ein für die tierärztliche Praxis notwendiges Inkubationsgerät in Höhe von 3.100 Euro.
Direktor Dr. Klaus Wünnemann hofft, dass möglichst viele Spenden für die Löwenanlage zusammenkommen, damit die Bauarbeiten schnell beginnen können. Dabei fasst der Zoo den Winter 2012/2013 ins Auge, um die Grünfläche östlich des Raubtierhauses völlig umzugestalten. Die Vergrößerung der Fläche wird neben einer reichhaltigen Strukturierung ihren Teil zu einem artgerechten und erfüllten Leben der Tiere beitragen.
Um die zahlreichen Ideen realisieren zu können, benötigt der Zoo dringend finanzielle Unterstützung. Die Kosten von knapp 1 Million Euro kann der Tiergarten nicht alleine stemmen. Die Vision des Zoos einer lebensecht gestalteten Umgebung und einem spektakulären Zuschauererlebnis ist daher nur durch zahlreiche Spenden möglich.

Zoo Heidelberg dreht Film über Artenschutzprojekt WAPCA in Westafrika

Roloway-Meerkatze mit Jungtier im Zoo Heidelberg

Heidelberg, 21. Februar 2012 / S. Richter  Der Zoo Heidelberg hat über das Artenschutzprojekt WAPCA in Westafrika einen informativen und spannenden Film drehen lassen. Er zeigt einen sehr schönen Überblick über die Arbeit von WAPCA in Ghana und der Elfenbeinküste.

Das Hauptziel der WAPCA (West African Primate Conservation Action) ist der Schutz der verschiedenen Primatenarten des westafrikanischen „Upper Guinean Forest“. Die dort lebenden Affenarten sind alle in ihrer Anzahl stark dezimiert und einige stehen sogar vor der Ausrottung. Auch die in unserem Zoo gezeigte Roloway-Meerkatze gehört zu den stark gefährdeten Arten.

Und hier geht es zum Film:

Familienzuwachs bei den Keas

Keas sind neugierig, intelligent und spielen sehr gerne

Heidelberg, 17. Februar 2012 / S. Richter  Krallen wie Steigeisen, ein Schnabel wie ein schmaler Eispickel und ein eher unscheinbares, überwiegend olivfarbenes Gefieder – das ist der Kea, der einzige alpine Papagei der Erde. Trotz eisiger Kälte sind im Zoo Heidelberg vor wenigen Tagen gleich drei junge Keas geschlüpft, die geschützt in der Bruthöhle bei Mama aufwachsen. Durch eine eigens dafür angebrachte Kamera können Zoobesucher über einen Bildschirm am Gehege die Szenerie innerhalb des Brutkastens beobachten. Im Vergleich zu ihren Eltern, die ein überwiegend olivgrünes Federkleid tragen, sehen die Jungen noch aus, als wären sie in Watte gepackt. In der mit Stroh versehenen Bruthöhle ist die Kea Mama ständig damit beschäftigt, ihre Jungen sauber und warm zu halten.
Überhaupt ist ein Besuch bei der Kea-Rasselbande immer unterhaltsam und lohnenswert. Im Zoo Heidelberg kann man den lebendigen Papageien trotz der Temperaturen beim Spielen zu schauen, da ihnen die kalten Temperaturen nichts ausmachen. Die Keas sind wahre Spaßvögel mit einem ausgeprägten Spieltrieb und gelten in ihrer Heimat Neuseeland auch als die Clowns der Berge.
Die äußerst intelligenten Papageien sind in der Lage, Werkzeuge zu nutzen und sind technisch durchaus begabt. So gelingt Ihnen das Öffnen von versperrten Mülltonnen mühelos und was von neuseeländischen Touristen unbewacht liegengelassen wird, wird von ihnen untersucht und sorgfältig zerlegt.

Zoo Heidelberg. In der Kälte lässt es sich gut kuscheln

Kuschelnde Pandas - erwischt von Heidrun Knigge

Heidelberg, 10. Februar 2012, S. Richter  Seit zwei Wochen hat uns die Kälte voll im Griff. Aber was machen die Tiere im Zoo, wenn Sie weder eine heiße Tasse Kakao haben, noch Mütze und Schal?
Die meisten Tiere kommen mit den Temperaturen erstaunlich gut durch den Tag. Und so wird auch für den Zoobesucher die Kälte sicherlich nicht zum Nachteil, denn für einen schönen Spaziergang mit Aufwärmen zwischendurch in den Tierhäusern ist der Zoo jetzt im Winter und während der Faschingsferien ideal. Bis auf den Hamster, der sich zum Winterschlaf ins Heu einbuddelt, und die nordamerikanischen Präriehunde, die sich unter der Erde in ihrem Bau verkriechen, sind alle Heidelberger Zootiere zu erleben. Die Kamele haben sich bereits im Herbst ein schönes und dickes Fell zugelegt und die Mähnenrobben nutzen die angenehme Temperatur ihres Wasserbeckens, um sich aufzuwärmen. Einzig die Menschenaffen sind bei diesen Temperaturen ausschließlich im Haus anzutreffen. Die Tiere des Afrikahauses wie Zebras und Kudus sind stundenweise im Freien. Auch die vier Elefantenbullen nutzen für einige Stunden Ihre Außenanlage, sind aber öfter in ihrem komfortablen Haus ganz nah zu erleben. Andere kälteempfindliche Tiere, wie zum Beispiel die Kängurus oder zahlreiche Vogelarten des Zoos, sind „auf Durchgang“. Das heißt, sie können zwischen ihrem Innen- und Außengehege frei wählen und sich in ihren Häusern wann immer sie möchten aufwärmen.
Es gibt aber auch noch andere Strategien. So lassen sich die Roten Pandas ihre Paarungszeit von den klirrenden Temperaturen nicht vermiesen – ganz im Gegenteil. Ganz nach der Devise „Kuscheln gegen die Kälte“ sieht man sie in wärmender Umarmung im Geäst sitzen.
 

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