Pressemitteilungen

Am 13. Mai ist Löwenaktionstag im Zoo Heidelberg

Löwe in Aktion - Foto von Rose v. Selasinsky

Heidelberg, 8. Mai 2012, S. Richter  Im Zoo Heidelberg steht Sonntag, der 13. Mai, ganz im Zeichen der Heidelberger Löwen. Von 12.00 bis 17.00 Uhr findet ein Löwenaktionstag zugunsten der neuen Anlage für die Löwen statt. Kleine und große Besucher können sich auf ein buntes Programm freuen. Die Aktionen finden rund um das Raubtiergehege und die Scheune des Zoos statt.
Im Eingangsbereich lädt ein bunter Bücherflohmarkt zum Stöbern ein. Beim Raubtierhaus verwandelt die Schminkkünstlerin Natascha Pfeifer Kindergesichter in bunte Löwengesichter und bei einem Losverkauf kann man tolle Preise gewinnen. Um 14.00 Uhr findet in der Scheune die Preisverleihung für die schönsten Einsendungen zum Löwenwettbewerb statt. Die Zooschule (unter Trägerschaft von Initiative Zooerlebnis e.V.) hatte Schulklassen aus Grundschulen sowie der 5. und 6. Klassen dazu eingeladen, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen. Die Teilnahme war mit fast 400 Schülern aus Heidelberg und Umland geradezu überwältigend. Auch der Qualität der eingereichten Kunstwerke beeindruckte Zoo- und Zooschulmitarbeiter. Um 15.30 Uhr bereiten die Tierpfleger eine besondere Beschäftigung für die Löwen vor. Auch die „Rhein-Neckar-Löwen“ sind mit von der Partie und unterstützen das große Projekt des Heidelberger Zoos. Das Maskottchen der Rhein-Neckar-Löwen zeigt ein großes Herz für Löwen und verkauft Lebkuchenherzen. An einem Stand gibt es eine Freikartenverlosung für das Abschlussspiel der Rhein-Neckar-Löwen. Für das kulinarische Wohl ist ebenfalls gesorgt: Die Tiergartenfreunde bieten an ihrem Stand leckere und frisch zubereitete Waffeln an. Alle Erlöse an diesem Tag fließen in das Umbauprojekt der Löwenanlage.

Das Programm im Überblick
  • 11.00-17.00 Uhr, Waffelstand der Tiergartenfreunde, am Häuschen der Tiergartenfreunde, Nähe Spielplatz
  • 14.00 Uhr, Scheune: Preisverleihung Löwenwettbewerb der Zooschule.
  • 15.30 Uhr vor dem Raubtierhaus: Extra Raubtierbeschäftigung, lassen Sie sich überraschen!
  • 12.00 - 17.00 Uhr, vor der Scheune: Losverkauf mit tollen Preisen
  • 12.00 - 17.00 Uhr, vor der Scheune: Löwenbuttons zum Anstecken
  • 12.00 - 17.00 Uhr, vor dem Raubtierhaus: Kinderschminken mit Löwengesichtern von und mit Zauberpinselchen!
  • 12.00 -17.00 Uhr, vor dem Raubtierhaus: Wir werden unterstützt von den "Rhein-Neckar-Löwen"! Mit dabei sind Conny, das Maskottchen der Rhein-Neckar-Löwen und nette Mitarbeiter, die Tickets für die nächsten Spiele verlosen.
  • 12.00-17.00 Uhr, Eingangsbereich: Toller Bücherflohmarkt zum Stöbern

Zoo Heidelberg: Die Balzzeit des Frühjahrs trägt Früchte

Der Waldrapp - vielleicht nicht schön, aber sehr gesellig und einfach nett

Heidelberg, 3. Mai 2012 / S. Richter

Die Mitarbeiter des Vogelreviers im Zoo Heidelberg freuen sich über ihre fleißig brütenden Schützlinge. Die Balz- bzw. Paarungszeit, die bei den meisten Vögeln während der ersten Frühlingswochen stattfindet, scheint reichlich Früchte zu tragen. Auch Zoobesucher können viele Vogelarten im Zoo beim Ausbrüten ihres Nachwuchses beobachten.

Unter anderem erwarten die in den begehbaren Ibis-Volieren lebenden Roten Sichler und Waldrappen Nachwuchs. Die auf dem südamerikanischen Kontinent beheimateten Roten Sichler fallen durch ihr leuchtend rotes Federkleid auf. Die tiefrote Färbung des Gefieders erhält der Rote Sichler durch den Farbstoff aus Kleinkrebsen, die Bestandteil seiner Nahrung sind. Fehlen die Krebse, verliert er seine Färbung. Um die rote Färbung beizubehalten, werden in Zoos der Nahrung Carotinoide beigemischt. Die weniger farbenprächtigen Waldrappen, die wegen ihres nackten, roten Gesichtes leider oft als recht unansehnlich bezeichnet werden, sind stark gefährdet und in Europa seit dem 17. Jahrhundert aufgrund intensiver Bejagung fast ausgestorben. Dass dem nicht so ist, ist den Zuchterfolgen europäischer Zoos, unter anderem dem Zoo Heidelberg, zu verdanken. Auch für den Waldrapp gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das die Wiederansiedelung von Nachzuchten aus den Zoos zum Ziel hat. Waldrappen sind ausgesprochen gesellige Vögel, die engen Kontakt zu ihren Artgenossen pflegen. Begegnen sich zwei Waldrappen, verbeugen sie sich abwechselnd und zeigen ihr Nackengefieder. Geschieht dies in einer Kolonie, beginnen auch alle anderen mit dem Begrüßungsritual.
In der begehbaren Südamerika-Voliere brütet ein Sonnenrallen-Paar, das in einer Astgabel ihr Nest gebaut hat. Die Sonnenralle lebt an Fluss- und Seeufern innerhalb tropischer Regenwälder in Mittel- und Südamerika. Wenn sie sich bedroht fühlt, öffnet sie ihre Schwungflügel und zeigt ein farbenprächtiges Fleckenmuster. Dieses auffällige Muster ähnelt den Augenflecken mancher Schmetterlinge und dient wahrscheinlich zur Abschreckung von Feinden. Auch die kecken Grünwangen-Amazonen, die zur Gattung der Amazonenpapageien zählen, sind am Brüten. Wie alle Papageien benutzen sie Nisthöhlen in abgestorbenen Bäumen. Die sehr lebhaften Tiere laufen besonders in den Abendstunden nochmals zur Hochform auf und lassen ihre schrille Stimme ertönen.

Im Frühjahr sind drei Flammenkopf-Bartvögel in den Zoo Heidelberg gezogen. Diese auffällig gefärbte und damit unverwechselbare Vogelart gehört zu der Familie der Afrikanischen Bartvögel und lebt in der Savanne und im Buschland. Der schöne Vogel ist für seine sehr lauten und ausgesprochen melodiösen Singkünste bekannt. Häufig sind sogar Duette zu hören. Die sozialen Vögel sind nicht sehr schnell und immer bereit in Deckung zu gehen, da sie unter anderem von den Massai wegen ihrer schönen Federn gejagt werden. Während der Nahrungssuche bilden die Allesfresser kleine Gruppen und halten akustischen Kontakt miteinander.

Wer die farbenprächtigen und munteren Vögel im Zoo Heidelberg besuchen möchte, findet sie in den verschiedenen Volieren, die sich im ganzen Zoo verteilen.

"Häkkinen" ist ein flotter Feger

Der Vorstand der Tiergartenfreunde Heidelberg freut sich über Häkkinen

Heidelberg, 28.4.2012, von Timo Teufert, RNZ

Einer Schildkröte den Namen des Formel-1-Rennfahrers Mika Häkkinen zu geben, mutet auf den ersten Blick schon etwas merkwürdig an. Denn die Seychellen-Riesenschildkröten im Heidelberger Zoo sind nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Doch die weibliche Riesenschildkröte "Häkkinen", die seit dem 24. Februar im Tierpark lebt, ist außergewöhnlich flott unterwegs. Am Freitag übergaben die Tiergartenfreunde eine Spende in Höhe von 17.000 Euro, mit der der Zoo das Tier kaufen konnte.

"Der Kauf eines Tieres ist die absolute Ausnahme, wir haben gar kein Budget dafür", berichtet Zookuratorin Sandra Reichler. Normalerweise tauschen Zoos untereinander Tiere oder überlassen sie einem anderen Park. Doch "Häkkinen" lebte bei einem privaten Besitzer im Raum Köln. "Wir wollten das Tier sehr gern haben", berichtet die Biologin. Denn die gut 50 Jahre alte "Häkkinen" soll nicht nur schon einmal Eier gelegt haben, sondern sich nach ihrer Ankunft auch schon brennend für ihre männlichen Artgenossen im Gehege interessiert haben.

"Ein Zuchterfolg wäre eine Sensation", weiß Reichler. Denn in Menschenhand vermehren sich Riesenschildkröten sehr selten, auch weil nur wenige Weibchen darunter sind. In Europa gab es bei den Seychellen-Riesenschildkröten bislang keinen Nachwuchs, im Züricher Zoo züchtet man erfolgreich Galapagos-Schildkröten. Doch "Häkkinen" ist im richtigen Alter und so hegen die Zoo-Verantwortlichen große Hoffnungen. "Der Kauf von ,Häkkinen' war ein ganz wichtiger Schritt für uns", unterstreicht deshalb auch Revierleiter Jörg Kubacki. Und auch die Tiergartenfreunde sind zufrieden: "Es immer die angenehmste Pflicht, eine Spende zu übergeben", erklärte ihr Vorsitzender Dietrich Lorenz. Erst die Förderer machten den Kauf des Tieres möglich.
"Wir waren alle sehr erstaunt, wie dynamisch sich das Eintreffen von ,Häkkinen' im Februar gestaltete", berichtet Lorenz. Kaum sei sie im Gehege gewesen, strebte sie in überraschendem Tempo weiter, um sich ohne Umstände zu den beiden Alters- und Gewichtsgenossen zu gesellen. Mit der rund 100 Kilo schweren "Häkkinen" leben nun acht Riesenschildkröten im Zoo, so viele wie sonst nirgendwo in Deutschland. "Der Neuzugang ist eine Bereicherung für unsere tolle Anlage", meint auch der kaufmännische Geschäftsführer, Frank-Dieter Heck.

Riesen-Ferkelei im Zoo Heidelberg

Die putzmunteren Ferkelchen bei Mama Tankstelle

Heidelberg, 27. April 2012 / S. Richter  Mitte März erblickten im Zoo Heidelberg 13 quicklebendige Ferkel das Licht der Welt. Der tierische Nachwuchs hält seitdem Mutterschweine und natürlich auch Tierpfleger auf Trapp. Mamaschwein „Paula“, eine Mischung aus dem bekannten Iberico-Schwein, gebar fünf quirlige Mädchen, die sie mit ganzer Kraft gegenüber der anderen Schweinemutter „Lisbeth“ verteidigt.
Lisbeth, ein hübscher Mix aus Wildschwein und „Wollsau“, gebar drei weibliche und fünf männliche Ferkel. Lisbeth und Paula sind von ihrem Wesen sehr unterschiedlich. Lisbeth ist ruhiger und gelassener als die nervöse Paula. Dieses Verhalten ist bei Lisbeth erblich bedingt, da sie zur Hälfte ein Wildschwein ist. Beide sind zum ersten Mal Mutter geworden und versorgen ihre Rasselbande vorbildlich.
Der Vater von allen Ferkeln ist ein Schwäbisch-Hällisches Landschwein. Diese Rasse ist für ihre Schwarzfärbung am Kopf, Hals und den Hinterbeinen bekannt. Darum sehen die Ferkel im Zoo Heidelberg gar nicht so aus wie ein rosa Marzipanschwein, sondern besitzen diese markante Musterung.
Mit ihren süßen Knautschnasen erkunden die sieben Wochen alten Ferkel neugierig ihre neue Umgebung. Die verspielten Jungtiere fühlen sich pudelwohl und gehen, wie richtige Schweine, ihren Lieblingsbeschäftigungen nach: buddeln, grunzen, sich suhlen und sich an ihren Mamas kuscheln. Wenn es ihnen nach dem Spielen draußen zu kalt wird, flitzen die Kleinen selbstständig in den Stall und wärmen sich an der Wärmelampe auf. Ihre Mütter bleiben meistens alleine noch draußen.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich weltweit verschiedene Schweinerassen entwickelt. Die Züchtungen richteten sich nach den Bedürfnissen der Menschen, der der jeweiligen Zeit und den Umständen. Über viele Rassen gibt es daher nur noch rudimentäre Informationen, einige sind bereits ausgestorben.
Im Zoo Heidelberg leben nicht nur exotische Tiere aus fernen Ländern sondern auch Tiere aus unserem direktem Umfeld, über die wir viel lernen können: Hühner, Ziegen, Esel, Ponys, Schafe, Bronzeputen und Schweine. Schweine sind ganz anders als viele Menschen denken. Sie sind neugierige Tiere und erforschen ihre Umgebung sehr genau. Sie sind charmant, intelligent und einfach liebenswert.

Wer die süßen Ferkel im Zoo Heidelberg besuchen möchte, findet sie am Eselgehege in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes.

Gesundes Gorilla-Kind geboren

Foto des neugeborenen Gorilla Jungens am Arm seiner Mutter
Da ist der, der kleine Wonneproppen - gerade mal einen Tag alt / Knigge

Heidelberg, 17. April 2012,  S. Richter  Die Kinderschar in der Gorilla-Gruppe im Zoo Heidelberg wird immer größer: Am Samstag, den 14. April ist im Zoo Heidelberg ein kleiner Gorilla geboren worden, zehn Monate nachdem Kwame, Spross von N’Gambe, auf die Welt kam.
Die 26 Jahre alte Mutter Zsa-Zsa und ihr Neugeborenes sind wohlauf, zeigen sich aber selten den Besuchern.Zsa-Zsa kümmert sich liebevoll um ihr Kind und ist sehr entspannt. „So ruhige erste Tage eines neugeborenen Gorillas erleben wir selten“, freut sich Sandra Reichler, Kuratorin des Zoos. Man weiß vorher nie, wie die Mutter, auch eine erfahrene, mit dieser besonderen Situation umgeht. Zsa-Zsa macht alles richtig: Sie hält das Junge und legt es, wenn sie schläft, auf ihrem Bauch. Sie sucht sehr häufig die Ruhe der Schlafräume im Menschenaffenhaus auf und macht ihrem älterem Sohn Banjoko unmissverständlich klar, dass er mit dem Neugeborenen nichts zu schaffen hat. Besondere Freude kam bei den Tierpflegern auf, als sie sahen, dass der Kleine sofort und vor allem ausreichend trinkt.

In der Gorilla-Gruppe im Zoo Heidelberg leben neben dem aktuellen Nachwuchs sieben Westliche Flachland-Gorillas. Der stattliche Silberrücken Bobo (19 Jahre) führt eine Gruppe aus drei Weibchen – N’Gambe, Doba und Zsa-Zsa und vier Jungtiere. Banjoko wurde im Dezember 2006 geboren, Kiki im April 2007, Kwame im Juni 2011 und nun im April 2012 der jüngste Nachwuchs, der wahrscheinlich ein Junge ist. Bobo ist der Vater aller Jungtiere.

In den nächsten Tagen wird Zsa-Zsa mit Ihrem Kind wahrscheinlich nicht so oft zu sehen sein. Gorillas sind sehr sensibel, was Veränderungen betrifft. Gerade an dem bevorstehenden Wochenende könnte der Zoo eventuell den Zugang zu den Gorillagehegen sperren, damit die ganze Gruppe, vor allem aber Mutter und Kind, genug Ruhe finden. Aber das hängt ganz davon ab, wie sich Zsa-Zsa verhält. Bislang ist sie die Ruhe selbst und die Gruppe ist sehr entspannt.

Nachwuchs bei kleinsten Primaten im Zoo / Kaiserschnurrbarttamarine und Goldgelbe Löwenäffchen

Heidelberg, 12. April 2012, S. Richter  Der Zoo Heidelberg freut sich über possierlichen und gesunden Nachwuchs bei seinen kleinsten Primaten. Anfang März kamen bei den Kaiserschnurrbarttamarinen Zwillinge zur Welt und bei den Goldgelben Löwenäffchen ein Jungtier.

Kaiserschnurrbarttamarine und Goldgelbe Löwenäffchen haben viel gemeinsam. Beide Arten gehören zu den Krallenaffen, kleine, allesfressende Primaten, die ausschließlich in Süd- und Mittelamerika vorkommen. Dier Tiere leben in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren und weisen ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten auf. Dieses äußert sich zum Beispiel darin, dass der Nachwuchs von beiden Elternteilen gleichermaßen liebevoll umsorgt wird. Bei allen Krallenaffenarten ist väterliche Fürsorge ganz normal und die Männchen beteiligen sich intensiv an der Jungenaufzucht. Besucher können beobachten, wie die Väter Ihre Kinder auf dem Rücken tragen und regelmäßig der Mutter zum Säugen überreichen. Mit rund drei Monaten wird der Nachwuchs entwöhnt und gegen Ende des zweiten Lebensjahres sind die Tiere geschlechtsreif.

Leider ist die Familienidylle der Krallenaffen in ihren Heimatländern stark durch die fortschreitende Abholzung der tropischen Regenwälder und die Jagd bedroht.

Anfang der 80er Jahre wären die Goldgelben Löwenäffchen fast komplett ausgerottet worden. Sie bewohnen ausschließlich die Küstenregenwälder Brasiliens. Nur durch die Wiederansiedlung von im Zoo geborenen Tieren konnten die Löwenäffchen gerettet werden. Interessant zu wissen: Alle Löwenäffchen auf der Welt gehören dem brasilianischen Staat – auch die Äffchen im Zoo Heidelberg. Sie werden von der brasilianischen Naturschutzbehörde an ausgewählte zoologische Gärten verliehen. Löwenaffen gehören auch zu den ersten Tieren, bei denen die Wiederansiedlung zoogeborener Tiere in freier Wildbahn erprobt wurde. Das dabei gewonnene Wissen ist heute die Basis für Wiederansiedlungsprojekte bei den unterschiedlichsten Tierarten auf der ganzen Welt.  Inzwischen leben viele zoogeborene Löwenaffen wieder in Brasilien in den letzten Resten ihres Lebensraumes und haben dort schon neue Populationen begründet. Das Goldgelbe Löwenäffchen ist daher ein berühmtes und erfolgreiches Beispiel dafür, wie die Zoos zum Überleben von Tierarten im Freiland beitragen. Sie gehören zu den schönsten und auffälligsten Affen überhaupt. Ihren Namen verdanken sie der prächtigen, goldfarbenen Mähne, die das feingliedrige Gesicht umrahmt.

Für den Kaiserschnurrbarttamarin nimmt der Zoo Heidelberg seit 2011 am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teil. Ihren Namen verdanken die Kaiserschnurrbarttamarine übrigens ihrem langen weißen Schnurrbart, der links und rechts wie gezwirbelt absteht und an den Deutschen Kaiser Wilhelm II erinnern soll. Allerdings weisen die Bartspitzen der kleinen Affen nach unten. Der Schweizer Zoologe Emil Goeldi, der die Art für die Wissenschaft beschrieb, gab ihm den Artnamen „imperator“ wohl als Scherz. Aus dem Scherz wurde ein Name, der nach den Regeln der wissenschaftlichen Nomenklatur die Jahrhunderte überdauern wird. Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen tragen auch die Damen einen Bart, und selbst die Jungtiere bekommen ihn lange bevor sie erwachsen sind.

Viele bunte Gründe, an Ostern den Zoo zu besuchen

Tolles Bild von Heidrun Knigge. Känguru reckelt sich in der Sonne

Heidelberg, 3. April 2012, S. Richter  Das schöne und warme Wetter lockt viele Besucher in den Zoo Heidelberg und sorgt nicht nur bei Menschen für Frühlingsgefühle. Unter den wärmenden Sonnenstrahlen haben Krokusse, Tulpen und andere Frühlingsboten die Grünflächen des Zoos in bunte Teppiche verwandelt. Die Gehege und Wasserbecken erstrahlen nach einem gründlichen Frühjahrsputz in frischem Glanz, die Pelikane sind in ihr Sommerquartier eingezogen und viele Tiere sind nach den Wochen der Kälte wieder richtig munter und genießen die Sonne unter freiem Himmel. Einige Tiere sind echte Sonnenanbeter, wie die Roten Riesenkängurus, die sich mit Wonne auf der Wiese in ihrem Gehege rekeln.
Kinder aufgepasst: Wer echte Zoo-Osterüberraschungen erleben möchte, der sollte seine Eltern einpacken und sich am Ostersonntag für einen Spaziergang in den Zoo bewegen. Dort warten Poitou-Eselstuten Madeleine und Resi mit großen Weidenkörben voller Überraschungseier, die sie zu den Kindern tragen. Natürlich dürfen die braven Stuten dann auch mal zum Dank hinter ihren grandiosen Ohren gekrault werden. Im Afrikahaus gibt es für Kinder eine weitere besondere Attraktion zu bestaunen. Pünktlich zur Osterzeit sind aus zahlreichen Hühnereiern goldgelbe Küken geschlüpft. Die flauschigen Federbällchen sind in einem großen, zirkuszeltähnlichen Gehege und gebettet auf einem Nest aus Stroh und Hobelspänen untergebracht. Auch der erste Nachwuchs ist schon zu bestaunen. Zahlreiche entzückende Skudden-Lämmer hüpfen fröhlich rufend durch ihr Gehege und im Streichelzoo warten viele Ziegenjunge auf aufgeweckte Kinder. Um ihnen den Kontakt zu so richtig schmackhaft zu machen, ist außerhalb des Geheges ein Futterautomat aufgehängt. Vorsichtige Kinder können die Ziegen durch den Zaun hindurch füttern, mutige Naturen nehmen das Futter mit in das Streichelgehege und werden rasch von den neugierigen Ziegen umringt.
Es lohnt sich also, im Zoo vorbei zu schauen, zumal nur dort Eltern ihren Kleinen lebende Osterhasen, Osterlämmer und Osterküken zeigen können.

Rechtzeitig zu den Ferien hat das neue, große Zooparkhaus eröffnet, so dass der Zoo auch für den großen Ansturm gewappnet ist.Geöffnet hat der Zoo Heidelberg täglich von 9 bis 19 Uhr. Mehr Informationen unter www.zoo-heidelberg.

Zooparkhaus eröffnet

Ansicht vom Zooparkhaus vom Klinikum kommend

Heidelberg, 30. März 2012, S. Richter  Es ist soweit. Das Zooparkhaus ist in Betrieb gegangen - ab sofort dürfte es für Zoobesucher auch an einem strahlend-schönem Sonntag keine Parkplatzprobleme mehr geben. In Kürze wird auch das Service-Center eröffnet, das das Parkhaus, den neuen Zooeingang und den neuen, großzügigen Zoo-Shop integriert. Im Erdgeschoss des Parkhauses befinden sich Zoo-Eingang und Zoo-Shop.

Das 399 Plätze bietende Parkhaus ermöglicht im Erdgeschoss Platz für einen modernen Zoo-Eingang und einen attraktiven Zoo-Shop. Vom Auto gelangen die Besucher direkt in das Eingangsgebäude, wo sie alle Informationen finden. Ein schöner Zooshop hilft, den Zoobesuch abzurunden und Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Bei dem 3,3 Millionen Euro teuren Projekt, das in Systembauweise von der Hirschberger Firma Goldbeck erstellt wird, stellte sich für Architekt Wolfgang Kessler vom Büro Kessler de Jonge vor allem eine Herausforderung: Wie stellt sich das Gebäude auf fünf Ebenen nach außen dar?  Die Gestaltung des Parkhauses kann sich sehen lassen, empfängt es doch den Besucher schon von Weitem mit zwei attraktiven, überdimensionalen Tiermotiven: Die gesamte Nord-Außenfassade zur Straße hin wurde mit Aluminium-Lamellen verkleidet, die von der einen Seite eine Elefantenherde zeigen und von der anderen Seite eine Zebraherde. Ein wahrer Blickfang. Die drei anderen Fassaden werden ab diesem Frühjahr vollständig begrünt.

Das Parkhaus ist öffentlich und in das Leitsystem des Uni-Klinikums eingebunden. Für Zoobesucher gibt es beim Parken einen Rabatt.

Nordseefeeling im Zoo Heidelberg

Fröhliche Schüler, kurz nach dem Abi, freuen sich über Strandkörbe im Küstenpanorama

Heidelberg, 28. März 2012  /  S. Richter  „Das ist ja wie an der Nordsee!“, rufen viele Besucher begeistert, kaum haben sie, dem Schrei der Möwen folgend, das Küstenpanorama des Zoos betreten. Die kleine Anlage mit dem großen Erholungseffekt ist eine der attraktivsten Anlagen im Zoo Heidelberg und wurde gerade in wochenlanger Arbeit liebevoll saniert. In der begehbaren Voliere für zahlreiche See- und Watvögel fühlt sich der eher an hügelige Landschaften und Wälder gewöhnte Süddeutsche an seinen letzten Urlaub an der Küste erinnert.

Die naturgetreue Atmosphäre bewirkt sogar, dass viele Besucher Salz auf den Lippen schmecken, obwohl nur Süßwasser verwendet wird. Die perfekte Kulisse mit Leuchtturm und reetgedecktem Häuschen, das Klatschen der Wellen an den kleinen, weißen Sandstrand, wildes Möwengeschrei und der leichte Geruch nach Fisch machen das Erlebnis vollkommen und formt einen idyllischen Ausschnitt des Nationalparks Deutsches Wattenmeer.
Besonders schön: Seit der Sanierung können sich Zoobesucher nun wie Urlauber in originalen Strandkörben entspannen, Meeresrauschen und Vogelruf inklusive.
Ein neues Netz spannt sich über den roten Leuchtturm im Miniformat, der gleichzeitig ein beliebter Aussichtspunkt für die Möwen und Inkaseeschwalben ist und das reetgedeckte Fischerhäuschen dient zahlreichen Vögeln als warme Rückzugsmöglichkeit.
Im Zoo Heidelberg lebt eine Vielzahl von Meeresvögeln. Austernfischer oder Eiderente bestechen durch auffällige Farben, Stelzenläufer und Säbelschnäbler kleiden sich klassisch schwarz-weiß, Möwen sind meist in ein zurückhaltendes Grau-Weiß gekleidet, machen aber mit durchdringender Stimme auf sich aufmerksam. Die typischen Verhaltensweisen der Nahrungssuche zeigen auch die Watvögel im Küstenpanorama. Im sauberen Sand und regelmäßig gewechselten Wasser finden sie zwar nur wenig Nahrungsteilchen, ihr angeborenes Suchverhalten können sie dort aber bestens ausleben. Satt werden sie durch Weichfuttermischung, bestehend aus Insekten und Garnelenschrot, angereichert mit Hackfleisch. Zusätzlich wirft der Pfleger mehrmals täglich kleine Fische in das Wasser, die innerhalb kürzester Zeit von den verschiedenen Vögeln erbeutet werden.
Der Besucher spürt: auch in Mitteleuropa gibt es Wildnis. Das Wattenmeer, das vom niederländischen Ijsselmeer bis zur süddänischen Nordseeküste reicht, ist ein einzigartiger Lebensraum, der in dieser Form an keiner anderen Küste der Welt zur finden ist. Zum Ökosystem Wattenmeer gehört nicht nur das eigentliche Watt, das im Wechsel von Ebbe und Flut trocken fällt und wieder überflutet wird. Salzwiesen, Dünen, Strände und Geestkliffs sind weitere Lebensraumtypen des Mosaiks, das die einzigartige Vielfalt des Wattenmeeres prägt. Die Idylle des tierreichen Nationalparks, den wir als Touristen so gerne besuchen, sollte uns jedoch auch für seine Gefährdung sensibilisieren. Verschmutzungen und Vergiftungen sind ständige Belastungen des Wattenmeers. Im Juni 2009 wurde das Wattenmeer in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

Die Frühlingsgefühle sind in der Vogelwelt ausgeprägt und werden lautstark und tänzerisch gezeigt. Die Säbelschnäbler zeigen besonders auffällige Balzspiele. Sie stellen sich im Kreis auf, verbeugen sich, streichen mit ihren Schnäbeln über den Boden, trampeln und schreien erregt. Dieses für uns seltsam anmutende Verhalten führt bei den Säbelschnäblern dazu, dass sich die Paare für die Brutsaison finden und gegenseitig stimulieren. Das Nest ist meist nur eine mit trockenen Halmen ausgelegte Mulde im Sand, in der die vier gefleckten Eier von beiden Elterntieren ausgebrütet werden.
Der wohl schönste und auffälligste Vogel im Heidelberger Küstenpanorama ist die Inkaseeschwalbe mit dem markanten roten Schnabel, deren lange weiße Federn am Schnabelansatz an einen Schnurbart erinnern. Wie ihr Name schon verrät, ist die Heimat dieser Seeschwalbenart die Küste Südamerikas von Peru bis Chile. Ihre Haltung und vor allem ihre Zucht hat in Heidelberg allerdings Tradition, so dass auch diese an den deutschen Küsten nicht vorkommende Vogelart die Anlage am Neckar bewohnt.

Nach Verlassen der Freiflugvoliere bietet sich den Besuchern ein schöner Blick durch die bullaugenähnlichen Fenster auf die Küstenlandschaft, eine Perspektive, die vor allem Kinder besonders lieben.

Ausstellung im Zoo Heidelberg: Madagaskar – Das unbekannte Paradies

Pantherchamäleon mit Beute

Heidelberg, 21. März 2012 / S. Richter  Ab dem 25. März präsentiert der Zoo Heidelberg Fotografien von der einzigartigen Insel Madagaskar. Madagaskar bietet ein einmaliges Naturerlebnis im Indischen Ozean. Nur wenige Menschen haben dieses Land schon einmal kennengelernt. Die Fotografin Elke Grüber reist regelmäßig nach Madagaskar und zeigt einen Teil Ihrer ausdrucksstarken Tier- und Naturaufnahmen. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 25. März um 11.00 Uhr im Afrikahaus statt und kann bis Mitte Juni 2012 besichtigt werden.

Madagaskar liegt vor der Ostküste Afrikas und ist die viertgrößte Insel der Welt. Sie beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna – über 80 Prozent aller madagassischen Tier- und Pflanzenarten kommen an keinem anderen Ort der Welt vor. Jedoch sind die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo. Die Insel steht vor der Vernichtung großer Teile seiner außergewöhnlichen und einmaligen Artenvielfalt – und binnen kurzer Zeit auch vor dem Verlust vieler seiner natürlich nachwachsenden Rohstoffe. Die instabile politische Lage führt zudem dazu, dass von der Vorgängerregierung geplante umweltpolitische Programme und der Ausbau von Schutzflächen nur sehr zögernd umgesetzt werden.

Die Bilder von Elke Grüber lassen den Betrachter die Schönheit und geheimnisvolle Faszination des unbekannten und stark bedrohten Paradieses Madagaskar spüren.

Auch im Zoo Heidelberg sind einige seltene Tierarten aus Madagaskar zu bewundern. Die eleganten und kräftigen Fossa, die größten Landraubtiere der Insel, und die ebenfalls zu den Raubtieren zählenden Ringelschwanzmungos mit ihrem glänzenden weinroten Fell und einem buschigen schwarz-rot gestreiften Schwanz sowie fünf Rotbauchmakis. Rotbauchmakis zählen zu den Lemuren, eine Primatenart, die ebenfalls nur auf Madagaskar heimisch ist. Der Name dieser Tierart leitet sich übrigens von den „Lemures“ ab. Lemures waren in der römischen Religion die Geister von Verstorbenen. Der Bezeichnung spielt auf die oft nächtliche Lebensweise dieser Tiere ab und auf ihre großen, intensiv blickenden und leuchtenden Augen.

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