Pressemitteilungen

Ausflüge ins Grüne: Sumatratiger Asim hat sich gut eingelebt

Prächtiger Tigerkater Asim, schönes Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 25. Juli 2012, S. Richter  Sumatratiger „Asim“ geht es sichtlich gut. Der junge Tiger, der vor etwa einem Monat im Zoo Heidelberg angekommen ist, durfte diese Woche bei strahlendem Sonnenschein zum ersten Mal durch die großzügige Außenanlage des Tigergeheges streifen. Neugierig und ganz entspannt erkundete der junge Kater jeden Winkel der grünen Anlage, bevor er sich, etwas müde von den vielen neuen Eindrücken, aber sichtlich zufrieden, im Schatten der dichten Bambussträucher niederließ. Doch wie alle (Tier-) Kinder hielt es auch den einjährigen Asim nicht lange tatenlos am Boden – nach einer kurzen Ruhepause setzte er seine Erkundungstour fort und ließ sich dabei wunderbar durch die Glasscheiben der beiden Pavillons am Außengehege beobachten.
Die ersten Wochen im Zoo Heidelberg verbrachte Asim in seinem Innengehege des Raubtierhauses, um ihn behutsam an seine neue Umgebung und Pfleger zu gewöhnen. Zusätzlich hatte Asims „Nachbarin“, die alteingesessene Tigerdame „Kim“, den alleinigen Anspruch auf die Nutzung des Außengeheges. „Wir gehen da ganz mit dem Tempo des Tieres. Asim sollte so viel Zeit bekommen, wie er braucht, um sich an unbekannte Eindrücke, Geräusche und Gerüche zu gewöhnen“, erklärt Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. Seine über 30-jährige Erfahrung mit Raubtieren gibt ihm Recht. Von Tag zu Tag wurde der junge Tiger selbstsicherer und nachdem „Kim“ vergangene Woche schließlich in ihr neues Zuhause, den Zoo Ålborg, umgezogen ist, stand Asims Eroberung des großen Außenbereichs nichts mehr im Wege. Zunächst lernte er das kleinere „Spielzimmer“ der Außenanlage kennen, das neben vielen Klettermöglichkeiten auch etliche Utensilien zur Beschäftigung, wie Bälle oder Schaukeln, bereithält. Nun kann Asim auch den großen Dschungelbereich des Außengeheges für sich entdecken, der viele Rückzugsmöglichkeiten und sogar einen eigenen Bachlauf bietet. Hier kann Asim nach Herzenslust umherstreifen oder in der Sonne dösen.
Lange wird Asim aber nicht mehr alleine sein. Bald wird ihm eine junge Tigerdame aus dem Zoo Chester in England Gesellschaft leisten. Mit dem jungen Tigerpärchen möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten.

In europäischen Zoos leben nur etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zentral geführt werden. Auf diesem Weg wird Nachzucht und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert. Sumatra-Tiger kommen, wieder Name schon sagt, von der indonesischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatra-Tigers wird in seinem natürlichen Lebensraum nur noch auf 400 bis 500 Tiere geschätzt. Er gilt als stark bedroht. Neben der Zerstörung seines Lebensraumes – ein großer Teil des Regenwaldes fällt Plantagen für die Produktion von Palmöl zum Opfer – ist die Wilderei Hauptursache für den Rückgang des Bestandes. Leider verspricht der Handel mit den verschiedenen Körperteilen des Tigers, die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet werden, riesige Gewinne.
 

Seltener gefiederter Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Küken und Mama Sonnenralle: Schönes Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 19. Juli 2012, S. Richter  Der Klapperstorch war in den letzten Wochen im Vogelrevier im Zoo Heidelberg fleißig unterwegs und hat nicht nur seinen Verwandten, den Schwarzstörchen, sondern auch dem Sonnenrallen-Pärchen ein gesundes Küken beschert. Beide Jungtiere sind wohlauf und werden von ihren Eltern hingebungsvoll umsorgt und beschützt.
Sonnenrallen gehören in zoologischen Gärten zu den Vogelarten, die nicht so häufig zur Brut schreiten und deren Bestand in einem Europäischen Zuchtbuch betreut wird. Deshalb ist man im Zoo Heidelberg besonders froh über die erfolgreiche Nachzucht dieser schönen Vogelart aus den Tropen Lateinamerikas. Ihr Lebensraum sind Fluss- und Seeufer innerhalb tropischer Regenwälder. Das Gefieder der Sonnenralle ist markant schwarz, weiß, rotbraun und gelblich gemustert. Auffällig sind die großen Augenflecke auf der Flügeloberseite. Wenn sie ihre großen, runden Flügel auffächert, etwa während der Balz oder in Drohstellung, kommt diese Zeichnung erst voll zur Geltung.
Die Aufzucht teilt sich das monogam lebende Elternpaar fair unter sich auf: Beide sind zu gleichen Teilen für das Brüten zuständig, wobei der nicht-brütende Elternteil seinen Partner –und inzwischen auch das noch flauschige Jungtier – mit Futter versorgt. Vermeintlichen Gefahren stellen sich die Eltern todesmutig in den Weg – fauchend, mit geschwellter Brust und aufgestelltem Schwanz gehen sie auf alles und jeden los, der sich zu nahe an das Nest heran wagt. Das muss auch Faultier „Wilma“ auf ihren Spaziergängen durch das Gehege gelegentlich am eigenen Leib erfahren. Sie weicht dem mit Moos gestalteten Nest aus, zeigt sich ansonsten vom Imponiergehabe des wütenden, jedoch gerade einmal rund 200 Gramm schweren Vogels aber sichtlich unbeeindruckt. Die Drohgebärden sind trotzdem gerechtfertigt, denn die kleinen Küken sind sehr unselbstständig und werden erst nach 22 bis 30 Tagen flügge. In dieser Zeit sind sie besonders anfällig für Gefahren und deswegen auf den Schutz der Elterntiere angewiesen.
Auch die Schwarzstorcheltern leben monogam und kümmern sich abwechselnd um ihren Nachwuchs, der bereits das metallisch-glänzende schwarze Gefieder ausbildet, das für den Schwarzstorch so typisch ist. Die ersten drei bis vier Wochen steht er unter ständiger Beobachtung seiner Eltern, die, genau wie die Sonnenralle, etwaige Eindringlinge energisch abwehren. Hierbei zeigen die sehr stimmbegabten Vögel vollen Körpereinsatz: Unterstützt durch stöhnende Rufe vollführen sie mit schlängelnden Kopfbewegungen einen regelrechten „Tanz“, um ihre Feinde zu beeindrucken.
Im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Weißstorch, ist der Schwarzstorch ein Kulturflüchter, der sehr scheu ist und besonders in der Paarungs- und Brutzeit ausgesprochen sensibel auf Störungen reagiert. Deswegen ist die Nachzucht dieser empfindlichen Vögel besonders schwierig. Schon vor drei Jahren hatten die Schwarzstörche hoffnungsvolle Brutversuche gestartet, doch bis heuer musste der Zoo auf den ersten Aufzuchterfolg warten. Umso glücklicher ist man im Vogelrevier über das schwarzgefiederte Junge: „Das Revier ist sehr stolz, nach so vielen Jahren gesunden Nachwuchs zu haben, der von den Eltern aufgezogen wird“, berichtet Thomas Bersch, Leiter des Vogelreviers.
Die Sonnenrallen leben in der Südamerika-Voliere neben dem Elefantenhaus. Sie teilen sich das Freiflug-Gehege mit verschiedenen anderen Vogelarten und der Faultier-Familie. Die Schwarzstörche sind zusammen mit den Waldrappen in den Ibis-Volieren bei der Robbenanlage untergebracht.

Artenschutztag „Südostasien“ im Zoo Heidelberg

Portrait einer goldfarbenen Wildkatze
Goldkatze

Europaweite Kampagne zum Schutz bedrohter Tierarten

Am Sonntag, den 15. Juli, steht der Zoo Heidelberg ganz im Zeichen des Schutzes bedrohter Tierarten in Südostasien. Im Zuge der Beteiligung des Zoos an der europaweiten Artenschutzkampagne „Südostasien 2012/2013“ können sich die Besucher an diesem Tag zwischen 12.00 und 17.00 Uhr auf spannende, interaktive Weise über verschiedene Projekte zur Erhaltung dieses faszinierenden Lebensraums informieren. Der Erlös der jeweiligen Aktionen fließt direkt in Maßnahmen vor Ort.

Zoo und Zooschule haben ein vielfältiges Programm aufgestellt, das ganz im Dienste der südostasiatischen Tierwelt steht. Neben zahlreichen Schautafeln klären Informationsstände zu den Themen „Palmöl“ und „Fairtrade“ den Besucher über das Leben und die Bedrohung der Tiere und darüber auf, wie das eigene Konsumverhalten zum Artenschutz beitragen kann. Die Infostände finden sich im Eingangsbereich des Menschenaffenhauses und beim Raubtierhaus. Zudem gibt es gesonderte „Südostasien“-Führungen, die von den Zoorangern der Zooschule angeleitet werden. Diese starten um 13.00 Uhr, 14.00 Uhr und 15.00 Uhr am Wunschbrunnen im Eingangsbereich.

Auf spielerische Art können Kinder und Jugendliche im Eingangsbereich die südostasiatische Tierwelt kennenlernen und gleichzeitig noch den Zoo verschönern: Der große Holzzaun, der wegen des Umbaus des Bärengeheges aufgestellt wurde, wird mit den Silhouetten typischer Südostasien-Bewohner verziert, die nur darauf warten, leuchtendbunt ausgemalt zu werden. Die Farben hierfür stellt der Zoo bereit. Hat sich ein fleißiger Maler in eines der Tiere besonders verliebt, besteht die Möglichkeit, an einem weiteren Stand Buttons mit den Motiven der Tiere zu erstehen. Darüber hinaus kann man am Losstand mit ein bisschen Glück unter anderem attraktive Preise aus dem neu eröffneten Zooshop gewinnen.

Zusätzlich zu den regulären Fütterungen gibt es mehrere Sonderfütterungen: Um 15.00 Uhr findet eine kommentierte Menschenaffenfütterung statt, bei der vor allem die südostasiatischen Orang-Utans im Mittelpunkt stehen werden.
Eine ganz besondere Erfahrung wird um 13.30 Uhr bei den Asiatischen Elefanten ermöglicht: Für eine kleine Spende dürfen sich die Besucher im Apfelweitwurf üben und Thai, Voi Nam, Tarak und Gandhi mit den fliegenden Leckerbissen versorgen. Auch wenige Meter weiter darf mitgemacht werden: Die quirligen Kurzkrallenotter warten ab 14.00 Uhr darauf, von den Besuchern mit ihrer Leibspeise, den Miesmuscheln, gefüttert zu werden und lassen sich gewiss einige Kunststückchen einfallen, um sich eine möglichst große Portion abzuholen. Gleich nebenan werden um 14.30 Uhr die neugierigen Binturongs von den Tierpflegern mit Beschäftigungsfutter verwöhnt.

Der Aktionstag zugunsten bedrohter Tierarten in Südostasien verspricht nicht nur vielseitige Unterhaltung. Mit dem Besuch und der Teilnahme an den Aktionen leisten Zoogäste gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.
Der Europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt seit 2000 jedes Jahr eine Kampagne durch, um Artenschutzprojekte zu unterstützen. Wie alle Zoos, die Mitglied der EAZA sind, nimmt auch der Zoo Heidelberg regelmäßig mit eigenen Aktionen teil. Die Hauptziele der Kampagnen sind, auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen und entsprechende Projekte mit Geldspenden zu unterstützen. Die EAZA-Kampagne 2012/2013 widmet sich bedrohten Tierarten in Südostasien und möchte auch auf kleinere, unbekannte Tierarten (ab einem Kilo Gewicht) aufmerksam machen, die in ihrem Lebensraum ebenso gefährdet sind wie die großen bekannten asiatischen "Flaggschifftierarten", wie z.B. Tiger oder Orang-Utan. Ziel der „EAZA Southeast Asia Campaign“ ist es, einen Fond in Höhe von 750.000 Euro einzurichten. Die Gelder fließen in nachhaltige Projekte vor Ort. Auch im Zoo Heidelberg leben zahlreiche Tiere aus Südostasien, wie zum Beispiel Sumatra-Tiger, Asiatischer Elefant, Orang-Utans, asiatische Kurzkrallenotter, Binturongs, Asiatische Goldkatze, Spitzhörnchen, Papua-Hornvogel.

 


Hintergrundinformation

Mystisch ist das richtige Wort, um Südostasien und die dort lebenden geheimnisvollen Tiere zu beschreiben. In den undurchdringlichen Wäldern Malaysias, Vietnams, Myanmars und den Philippinen kann man vielen seltenen und einzigartigen Tieren, wie den scheuen Saolas, den imposanten Kaiserreihern oder den kraftvollen Sunda-Gavialen, einer kleinen Krokodilart, begegnen.

Die meisten dieser Tiere sind weltweit unbekannt. So wurden die schönen Saolas erst 1993 in den regenreichen Wäldern Vietnams entdeckt, was als Sensation galt, da Ende des 20. Jahrhunderts sehr selten neue Säugetierarten entdeckt wurden. Eine Saola (lat. Pseudoryx nghetinhensis) oder Vietnamesisches Waldrind ist eine bis zu einem Meter große Mischung aus Rind und Antilope und kann bis heute nicht eindeutig einer Gattung zugerechnet werden. Wurden die braunen Tiere mit dem grazilen Kopf früher wegen ihrer beiden Hörner, die bis zu 50 Zentimeter lang werden können, noch zu den Ziegenartigen gezählt, ist heute die Verwandtschaft mit Rindern belegt. Saolas zählen heute zu den seltensten Huftieren der Welt.

Die größte Bedrohung für die einzigartigen Bewohner Südostasiens ist der illegale Handel, für den sie aus verschiedenen Gründen gejagt und getötet werden.

Der Handel mit Haustieren und Trophäen ist ein großes Problem. So findet man auf vielen asiatischen Märkten illegale Wildtierprodukte wie Modeartikel, Kunstgegenstände und Jagdtrophäen, die als Souvenir, teures Geschenk oder prestigevolles Statussymbol an Touristen und Einheimische verkauft werden. Von der IUCN (internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) werden die sanften Saolas wie auch die eleganten Kaiserreiher (lat. Ardea insignis) als „critically endangered“, also „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, die kleinen Sunda-Gaviale (lat. Tomistoma schlegelii) als „endangered“, also „stark gefährdet“ und die mächtigen Gaur (lat. Bos gaurus), eine asiatische Rinderart, als „gefährdet“ („vulnerable“).



Gefährdung und Aberglaube

Für die die traditionelle asiatische Medizin wird nach wie vor Wilderei betrieben. Manchen Tieren bzw. Tierteilen, wie einem Schildkrötenpanzer oder einem Horn, werden immense Heilkräfte zugeschrieben. Daher werden diese immer noch in Heiltränken und Heilpulvern verwendet. Als proteinreiche Nahrungslieferanten werden die schönen Tiere nicht unbedingt zum Nahrungserwerb gejagt, sondern vielmehr aus dem Glauben heraus, dass Stärke, Kraft und Potenz des getöteten Tieres mit dem Verspeisen auf den Jäger übergehen.

 

Lebensraumverlust

Für die faszinierenden südostasiatischen Tiere ist der enorme Verlust ihrer Lebensräume neben dem illegalen Handel die gravierendste Gefahr durch den Menschen. So werden vermehrt Straßen in bis jetzt unberührte Gebiete gebaut, was wiederum den illegalen Handel begünstigt, da nun einfacher in die artenreichen Wälder Südostasiens vorgedrungen werden kann und gejagte Tiere leichter abtransportiert werden können. In Vietnam führt zum Beispiel die Ho Chi Minh Road quer durch die Annamite Mountains, einem der wichtigsten Lebensräume der Saolas.

Geschützt werden müssen aber nicht nur die Wälder, sondern auch die außergewöhnlichen Feuchtgebiete in den großen Flussdeltas Südostasiens, da sie einen unvergleichlichen Lebensraum darstellen, sich leider auch für die Landwirtschaft eignen und daher fast immer in fruchtbares Ackerland umgewandelt werden. Als untergeordnete Bedrohungen können allgemein die Umweltverschmutzung, die wachsende Bevölkerung und der damit einhergehende Platzmangel und die Einwanderungen neuer, nicht-südostasiatischer Spezies genannt werden, die die einheimischen Arten verdrängen.
 

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Besucher sind begeistert vom Zoo Heidelberg. Touristische und wirtschaftliche Bedeutung des Zoos für Heidelberg höher als angenommen

Für viele Besucher zählen die jungen Elefantenbullen zu den besonderen Erlebnissen im Zoo. Foto H. Knigge

Heidelberg. 4. Juli 2012 / S. Richter  Die unabhängige Befragung der „Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung e.V.“ (Heidelberg) zur Zufriedenheit der Besucher mit dem Zoo Heidelberg macht deutlich: Die Besucher sind begeistert von dem, was ihnen der Heidelberger Zoo zu bieten hat. Insgesamt wird der Zoo mit einer überragenden Gesamtnote von 1,75 beurteilt. Weit über 80% der befragten Zoobesucher beurteilten ihren Tag im Zoo mit „sehr gut“ oder „gut“. Darüber hinaus zeigt das Ergebnis aber auch, dass der Zoo für die Stadt Heidelberg wirtschaftlich und auch touristisch an Bedeutung gewinnt.

Die Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung konzipierte gemeinsam mit dem Zoo einen Fragebogen, der mit knapp 40 Fragen ein detailliertes Bild des Publikums erhob. In drei Erhebungszeiträumen in den Monaten August und September/Oktober 2011 und Februar 2012 wurden mehr als 1.700 Personen befragt. Die Auswertung der dabei gewonnenen Fragebögen ergab detaillierte Ergebnisse zur Zufriedenheit mit dem Zoobesuch, zur Herkunft des Publikums, zum Anteil von Familien mit Kindern und zur Familienfreundlichkeit des Zoos. Erhoben wurde auch die Bewertung des Eintrittspreises, der Anteil von touristischen Besuchern und die weiteren Aktivitäten in Heidelberg, die mit dem Zoobesuch verbunden wurden.

Besonderes Highlight des Zoos ist nach Meinung der Besucher das im Sommer 2010 eröffnete Elefantenhaus. Aber auch sonst sieht sich der Zoo im Aufwind: Sehr viele der Befragten lobten die positive Entwicklung der gesamten Zooanlage in den letzten Jahren. Auch die Familienfreundlichkeit des Heidelberger Zoos bekommt durchweg positive Noten: Insgesamt 84% stimmten durchschnittlich mit „sehr gut“ oder „gut“. Da der Zoo vorrangig von Familien mit kleinen Kindern besucht wird, sind die vorhandenen Spielmöglichkeiten ein wichtiger Faktor für das positive „Freizeiterlebnis Zoo“. Diese hohe Akzeptanz des Zoos macht sich auch bei der Bewertung des Eintrittspreises bemerkbar: Kaum jemand findet den Zoo zu teuer, 83% finden den Eintrittspreis angemessen oder sogar günstig.

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann freut sich über das Ergebnis der repräsentativen Befragung, „weil die Besucher die Entwicklung unseres Zoos positiv wahrnehmen und dies nun auch durch eine unabhängige Befragung bestätigt wurde“.

Sehr interessant ist das Ergebnis hinsichtlich der Anziehungskraft und damit letztlich auch der wirtschaftlichen Bedeutung des Zoos für die Stadt Heidelberg: 20 Prozent des Publikums kam direkt aus Heidelberg. Legt man die Gesamtbesucherzahl des Jahres 2011 (600.000) zu Grunde, waren das 120.000 Personen. 480.000 Besucher kamen jedoch von weiter her. Unter ihnen ist die größte Gruppe (31% bzw. 180.000 Personen) aus der Umgebung im 20 Kilometer-Umkreis der Stadt. Noch einmal 10% kamen aus den Städten Mannheim und Ludwigshafen. Fasst man diese drei Gruppen als „Rhein-Neckar-Publikum“ zusammen, so macht dieses Publikumssegment rund 61% aus. Aus dem übrigen Baden-Württemberg und dem übrigen Rheinland-Pfalz kamen 24% der Besucher.
Von weiter weg kamen Besucher aus Hessen (9%), andere Bundesländer und Ausland (6%), das sind hochgerechnet 90.000 Besucher pro Jahr.

Von besonderem Interesse war daher, ob die nicht-Heidelberger Besucher – außer dem Zoobesuch – am gleichen Tag noch etwas anderes in Heidelberg unternommen haben. Ergebnis: Je nach Herkunft waren zwischen 30% und 60% aller Befragten am Tag des Zoobesuchs auch sonst noch in der Stadt unterwegs. Die wichtigste Aktivität war der Besuch der Heidelberger Altstadt, oft verbunden mit einem Einkaufsbummel und auch der Besichtigung des Schlosses. Auf die Gesamtbesucherzahl im Jahr 2011 hochgerechnet, haben 30.000 Personen ihren Zoobesuch mit einem Restaurantbesuch verbunden und 10.000 mit einer Hotelübernachtung.

Dr. Ulrich Paatsch von der Heidelberger „Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung“ betont, dass der Heidelberger Zoo in erster Linie ein Magnet für die Bevölkerung in und um Heidelberg ist. „Das Ergebnis zeigt aber auch, wie weiträumig der Zoo Heidelberg inzwischen als Tagesausflugsziel genutzt wird. Vor allem im Sommer trifft man Tagesausflügler und Kurzurlauber an, die aus dem übrigen Baden-Württemberg, Hessen und aus Rheinland-Pfalz stammen. Das ist ein deutlicher Beleg für die hohe Attraktivität des Heidelberger Zoos als Ausflugsziel“.
 

Asim ist da: Junger Sumatra-Tiger im Zoo Heidelberg eingetroffen

Asim noch in der Transportkiste kurz vor dem Ausladen

Heidelberg, 28. Juni 2012 / S. Richter  Gesund und wohl behalten ist „Asim“, der gut einjährige Sumatra-Tiger aus dem Zoo Frankfurt, gestern im Zoo Heidelberg angekommen. Auf seiner Fahrt wurde er von Tierärztin Dr. Tessa Lohe und Tierpfleger Dirk Eichmann begleitet, nachdem er in Frankfurt zuerst in eine kurze Narkose gelegt wurde, um ihn in die Transportkiste zu verladen. „Asim“ geht es gut“, freut sich Sandra Reichler, Kuratorin des Zoos Heidelberg. „Damit er sich in sein neues Zuhause leichter eingewöhnen kann, sollte er zunächst in Ruhe seine neuen Pfleger kennenlernen und deshalb werden wir das Raubtierhaus eventuell für einige wenige Tage schließen.“ Das hängt aber ganz davon ab, wie „Asim“ sich verhält.

Mit Tigerdame Kim wird er nicht in direkten Kontakt kommen. Grund ist, dass mit Kim nach einer Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nicht mehr gezüchtet werden darf. Sie wird nach Aalborg in Dänemark umziehen. Wohl aber werden die beiden sich hinter ihren jeweiligen Gehegen noch beschnuppern können. „Asim“ wird jedoch nicht lange alleine bleiben müssen. Eine junge, hübsche Tigerdame aus dem britischen Zoo Chester wird ihm in wenigen Wochen Gesellschaft leisten. Mit dem jungen Tigerpärchen möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten. „Wir wünschen uns natürlich, dass die beiden jungen Tiger sich gut verstehen werden“, hofft Reichler, „die Chancen stehen bei so jungen Tieren jedoch gut“.

Die Sumatra-Tiger im Zoo Heidelberg leben in drei komfortablen Gehegen. Das Innengehege ist abteilbar und mit einer dicken Schicht Rindenmulch bedeckt, dessen Geruch die Tiere sehr schätzen und ihnen weiche Liegeplätze ermöglicht. Im Außenbereich bietet das sogenannte „Tigerspielzimmer“ mit Schaukel, Wasserstelle, Spiel- und Futterbällen und unterschiedlich hohen Liegeplätzen Abwechslung. Das angrenzende Landschaftsgehege mit Bambus, Naturfelsen und dem von Wasserpflanzen gesäumten Bachlauf zeigt die Tiger in einem weitläufigen, naturnahen Lebensraum. Die Besucher können die Tiere durch Panzerglasscheiben oder ein leichtes Drahtgeflecht hautnah erleben.

In europäischen Zoos leben etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zentral geführt werden. Auf diesem Weg wird Nachzucht und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert. Sumatra-Tiger kommen, wieder Name schon sagt, von der südostasiatischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatra-Tigers wird in seinem natürlichen Lebensraum auf 400 bis 500 Tiere geschätzt und er gilt als stark bedroht.

Am 30. Juni ist Afrikatag im Zoo Heidelberg – Ein vielfältiges Programm mit Shona-Art Schnupperkursen, Führungen und dem Afrikachor „Imbongi-Voices for Africa“

Heidelberg, 25. Juni 2012 / S. Richter  Am Samstag, 30 Juni findet im Zoo Heidelberg ein Afrikatag statt. Von 12.00 bis 17.00 Uhr können sich kleine und große Besucher auf vielfältige Angebote freuen. Es stehen Shona-Art Führungen und Bildhauer-Workshops auf dem Programm. Der Heidelberger Afrikachor „Imbongi-Voices for Africa“ sorgt auf der Flamingowiese des Zoos für ausgelassene Stimmung. Es ist nur der normale Zoo-Eintritt zu entrichten.
Noch bis September 2012 zeigt der Zoo Heidelberg beeindruckende Steinskulpturen aus Zimbabwe, die zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene gehören. Die 25 großen und 20 kleinen Skulpturen namhafter Steinbildhauer sind auf dem gesamten Gelände des Zoos verteilt. Der Galerist Bastian Müller aus Witten bietet am Afrikatag Tag zwei Führungen zur Shona-Kunst an und wird viel Interessantes zu den Skulpturen, Land und Leuten berichten. Die Ausstellungsstücke stammen zu einem großen Teil aus der Künstlerkolonie Tengenenge, welche auch heute noch als Zentrum der Steinbildhauerei des Landes gilt. Treffpunkt für die Führungen ist um 13.30 Uhr und 16.00 Uhr am „Wunschbrunnen“ im Eingangsbereich des Zoos.
Der Heidelberger Afrikachor „Imbongi-Voices for Africa“ tritt um 14.30 Uhr und 15.30 Uhr auf der Flamingowiese auf. Der Chor besteht aus einer bunt gemischten Gruppe leidenschaftlicher Sängerinnen und Sänger, die den afrikanischen Kontinent mit seinen Liedern und Rhythmen lieben. Der Verein unterstützt Waisenkinder in eSitjeni/Swasiland.
Für Kinder und Jugendliche gibt es ein besonderes Highlight. Von 12.00 bis 17.00 Uhr bietet der bekannte Künstler Eddy Nyagweta aus Zimbabwe gegen einen Unkostenbeitrag von fünf Euro (für den zu bearbeitenden Serpentin-Stein) Bildhauer-Schnupperkurse an. Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Schnupperkurse finden auf der Flamingowiese statt.

Der Zoo Heidelberg erhält jungen Tiger aus dem Zoo Frankfurt

Foto Zoo Frankfurt/Winfried Faust. Der kleine Asim und seine Mutter

Heidelberg, 18. Juni 2012 / S. Richter  In den Zoo Heidelberg wird demnächst ein junger Sumatra-Tiger aus dem Zoo Frankfurt einziehen. Die beiden knapp einjährigen Tigerkater im Zoo Frankfurt werden allmählich erwachsen. In wenigen Wochen werden „Asim“ und „Taru“ abgegeben, denn auch in freier Wildbahn trennen sich junge Tiger nach etwa einem Jahr von der Mutter. Einer der Tiger kommt nun in den Zoo Heidelberg.
Nachdem Tigerkater Sabu im Oktober 2011 in hohem Alter verstarb, war der Zoo Heidelberg gemeinsam mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm auf der Suche nach einem geeigneten Zuchtpärchen. Tigerdame Kim, die im Zoo Heidelberg zweimal für Nachwuchs gesorgt hat, wird im Laufe des Sommers in den Zoo nach Aalborg (Dänemark) umziehen. Im Gegenzug erhält der Zoo Heidelberg eine junge Tigerdame aus dem britischen Zoo Chester. Mit dem neuen Tigerpaar möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten.

In europäischen Zoos leben etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zentral geführt werden. Auf diesem Weg wird Nachzucht und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert. Sumatra-Tiger kommen, wie der Name schon sagt, von der südostasiatischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatra-Tigers wird in seinem natürlichen Lebensraum auf 400 bis 500 Tiere geschätzt und er gilt als stark bedroht.


 

Service-Center feierlich eröffnet. Zoobesuch beginnt nun schon im Parkhaus

Die Zooleitung, Architekt und Oberbürgemeister freuen sich über die Eröffnung. Foto Maag.

Heidelberg, 15. Juni 2012 / S. Richter   Die Wetterfee meinte es gut, als pünktlich zur offiziellen Eröffnung des neuen Service-Centers die Wolken aufbrachen. Afrikanischer Trommelwirbel begrüßte die Gäste, ein Fantasiewesen mit Löwengesicht – ein in Bodypaintkunst bemalter junger Mann – durchschritt die Menge auf Stelzen und begeisterte Jung und Alt.
Nach weniger als einem Jahr Bauzeit ist der ungewöhnliche Gebäudekomplex, der das Parkhaus, den Zooeingang und den neuen, großzügigen Zoo-Shop integriert, für die Besucher geöffnet.
Bereits Ende März 2012 ging das 3,3 Millionen Euro teure Zoo-Parkhaus in Betrieb. Weitere 1,9 Millionen Euro hat der neue Eingangsbereich samt Zoo-Shop gekostet. Neu ist, dass der Zoo-Shop, der von Schleichtieren über ausgewählte Kinderbücher bis hin zu Accessoires ein großes Sortiment bietet, nun auch von Kunden besucht werden kann, die nur einkaufen möchten.
In seiner Begrüßung lobte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann seine Mitarbeiter, „die sich mit Ideen, Können und Erfahrung eingebracht haben“. Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer, bedankte sich bei den beteiligten Firmen: „Die Integration einer Gebäudehülle für ein Parkhaus, einen Zooeingang und Shop ist überhaupt nicht alltäglich“, so Heck. Dem konnte sich der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner nur anschließen. „Mein besonderer Glückwunsch geht an alle, die das Projekt verwirklicht haben. Das war ein wegweisender Schritt“.
Besucher des Zoos parken nicht mehr auf einem normalen Parkplatz, der überall sein könnte. Schon bei der Einfahrt in das 399 Plätze bietende Parkhaus werden sie von riesigen Bildern der Elefanten und Zebras begrüßt. Die gesamte Nord-Außenfassade zur Straße hin wurde mit Aluminium-Lamellen verkleidet, die von der einen Seite eine Elefantenherde zeigen und von der anderen Seite eine Zebraherde. Ein wahrer Blickfang. Schon bei der Annäherung an das Treppenhaus des Parkhauses wird der Besucher erneut auf den Zoo eingestimmt: Die einzelnen Etagen sind thematisch gestaltet: Ganz oben segeln Adler, Bussarde und Schwalben durch das lichte Blau des Himmels, eine Etage tiefer klettern Steinbock und Gämse über die Felsen des Gebirges, auf den unteren Stockwerken folgen die Affen im Regenwald, Löwe, Flusspferd, Elefant & Co in der Savanne und Delfine und Robben des Meeres. Dem optischen Eindruck steht der akustische nicht nach: Über Lautsprecher auf allen Etagen wird vom schrillen Schrei des Adlers über das Löwengebrüll bis zum Zwitschern der Delfine auch das Ohr auf Zoo gestimmt. Im Erdgeschoss befinden sich nicht nur die Parkscheinautomaten, auch ein Geldautomat der Sparkasse steht rund um die Uhr zur Verfügung. Dann betritt der Besucher den Zoo-Eingang. Wer nach langer Autofahrt ein dringendes Bedürfnis spürt, findet die ersten Toiletten bereits vor der Zookasse. Die Besucher können sich anhand von Faltblättern und Bildschirmen über die wichtigsten Fakten und Neuigkeiten vorinformieren und die Goldstachelmäuse in ihrem geräumigen Terrarium bewundern, bevor sie eine Eintrittskarte lösen.
„Das neue Service-Center“, so der Zoodirektor, „setzt einen neuen Maßstab. Jetzt muss es weitergehen. Zur Erweiterung des Zoo gibt es keine Alternative.“

Gehege der Rhesusaffen wird umfassend renoviert

Gelungene Wohngemeinschaft - schönes Foto von Peter Bastian

Heidelberg, 6. Juni 2012, S. Richter  Im Zoo Heidelberg ist die Gruppe der Rhesusaffen vorübergehend hinter die Kulissen umgezogen. Das Gehege der munteren Affen im Eingangsbereich des Zoos ist in die Jahre gekommen und wird nun von Grund auf renoviert.

Das großzügige Gehege zählt zu den alten Anlagen im Zoo und wurde bereits vor 1956 angelegt. Hinsichtlich der Gestaltung erreicht die Anlage ein neues Niveau: Im Laufe der Umbauarbeiten in den kommenden Wochen wird das Gehege ebenerdig aufgefüllt. Neue Gestaltungselemente wie Naturboden, unterschiedliche Geländehöhen und ein Teich geben dem Besucher neue, interessante Einblicke. Felsblöcke und Baumkronen bieten für die Tiere Versteckmöglichkeiten oder Witterungsschutz. Der vielseitig strukturierte Kletterspielplatz mit Schaukelseilen, Steintürmchen und Ästen bleibt natürlich erhalten.
Die Umbauarbeiten sollen bis Anfang August 2012 abgeschlossen sein. Dann ist die vielköpfige Rhesusaffengruppe, die gemeinsam mit drei afrikanischen Bergziegen und einem indischen Mungo die Anlage bewohnt, wieder zu sehen.
Die Rhesusaffen sind bei den Besuchern sehr beliebt, da immer etwas los ist. Vor allem ermöglicht die Wohngemeinschaft mit den Ziegen nicht nur beiden recht unterschiedlichen Tierarten eine tägliche und willkommene Abwechslung. Zoobesucher und Fotografen freuen sich immer wieder über ausgesprochen unterhaltsame Anblicke und witzige Fotomotive. Die äußerst geduldigen Ziegen scheinen es nämlich zu genießen, wenn möglichst viele der munteren Rhesusaffen gleichzeitig auf ihnen herumturnen oder ihnen als komfortables Ruhekissen zu dienen.

Das lang erwartete Zebra-Fohlen ist da!

Lebensfreude pur - das junge Zebrafohlen, aufgenommen von H. Knigge

Heidelberg, 30. Mai 2012, S. Richter  Am 20. Mai kam im Zoo Heidelberg ein gesundes Zebra zur Welt. Mutter des quicklebendigen Fohlens ist Damara-Zebrastute Kijana, die seit März 2011 im Zoo Heidelberg lebt und sich liebevoll um ihr erstes Kind kümmert. Vater ist der Hengst Ngoro, der mit wachem Auge den Überblick über seine wachsende Herde behält. Das Hengstfohlen erkundet schon neugierig sein neues Zuhause. Es springt und galoppiert durch das Gehege, bleibt dabei jedoch immer in der Nähe seiner Mutter.
Direkt nach der Geburt wird das junge Fohlen ausgiebig von der Mutter beleckt. Dieses Verhalten ist wichtig für die erste Bindung zwischen Mutter und Kind. In den ersten Lebenstagen hält die Mutter das Fohlen von der Gruppe fern, um es ganz auf sich zu prägen. Um eine Fehlprägung des Fohlens an ein falsches Muttertier zu verhindern, sind Zebrastuten während der ersten Tagen nach der Geburt äußerst angriffslustig und vertreiben alle Sozialpartner, selbst den stärkeren Hengst. Auch die neugierigen Stuten Heidi, Hilda und Angela, die von den Tierpflegern liebevoll die „drei Mädels von der Tankstelle“ genannt werden, dürfen sich dem Jungtier nicht nähern. Nach ungefähr einer Woche lässt dieses Verhalten aber nach und das Jungtier darf mit seinen Artgenossen Kontakt aufnehmen.

Damara-Zebras sind eine Unterart des in Ost- und Südafrika weit verbreiteten Steppenzebras. Sie unterscheiden sich von anderen Unterarten wie dem Böhm- Zebra Ostafrikas durch die schwachen oder gar nicht gestreiften Beine und die breiten Streifen mit deutlichen braunen Schattenstreifen zwischen dem üblichen schwarz-weißen Muster.

Wer das hübsche Zebrafohlen im Zoo Heidelberg besuchen möchte, findet die Zebraherde im größten Gehege des Zoos, der Afrikaanlage. Neben den Zebras als Charaktertiere der afrikanischen Savannen bevölkern unter anderem Blessböcke und Große Kudus die Afrikaanlage.

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