Pressemitteilungen

Blick hinter die Kulissen am Sonntag, 7. Oktober

Foto: Peter Bastian. Der kleine Kwame spielt mit Bambus

Heidelberg, 2. Oktober 2012, S. Richter  Am Sonntag, 7. Oktober. findet zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr im Zoo Heidelberg wieder die beliebte Veranstaltung „Sesam öffne Dich“ statt. Zoobesucher sind herzlich dazu eingeladen, hinter die Kulissen des Zooalltags zu schauen, mit den Pflegern über das Lieblingstier zu reden und viel über die Arbeit eines Zoologischen Gartens zu erfahren.
Einige Türen mit dem bekannten Schild „Zutritt nur für Zoomitarbeiter“ werden an diesem Wochenende für die Besucher geöffnet. Die Tierpfleger haben sich wieder viele Gedanken gemacht, wie sie etwas von ihrer täglichen Arbeit zeigen und erklären können. Da gibt es Führungen in den Kamelstall, in das Robbenhaus und in das große Kühlhaus, es finden spannende Bastelaktionen von Beschäftigungsfutter statt und die prächtigen Poitou-Esel warten darauf, gestriegelt zu werden. Das Elefanten- und das Affenrevier zeigen, dass es nicht reicht, den intelligenten Schützlingen einfach nur mundgerechte Futterportionen zu reichen, sondern dass die Tiere beschäftigt werden müssen. Selbstverständlich finden auch alle sonstigen Fütterungen und Vorführungen statt. Gerne werden so häufige Fragen wie „Geht der Pfleger zu den Löwen ins Gehege?“, und „Wie viel frisst ein Elefant?“ beantwortet. Extra an diesem Tag wird auch die Hamsterzuchtstation des Zoos geöffnet. Experten geben ausführliche Informationen über den europäischen Feldhamster, der heute fast ausgestorben ist. Übrigens: Am Stand der Tiergartenfreunde können Besucher die leckersten Waffeln genießen. Für „Sesam öffne Dich“ ist nur der normale Zooeintritt zu entrichten.

Es summt wieder im Zoo Heidelberg – neuer Bienenstand erklärt die faszinierende Lebensweise der fleißigen Tiere

Der neue Bienenstand im Zoo Heidelberg

Heidelberg, 28. September 2012  S. Richter  Wie war das doch gleich mit den Bienchen und Blümchen? Ziemlich kompliziert, stellt sich heraus, wenn man die interaktiven Tafeln am neuen Bienenstand studiert. Nach einigen Jahren ohne Bienen freut sich der Zoo Heidelberg über den neuen Stand, den Daniel Obergfell im Rahmen seiner Abschlussarbeit selbst angefertigt hat. Der engagierte angehende Biologielehrer und Imker hat mit Schülern der Freien Aktiven Montessori-Schule Zuzenhausen außerdem dafür gesorgt, dass das „Holzhaus“, in dem die Bienen leben und arbeiten, einen bunten Anstrich erhalten hat.
Zu finden ist der Bienenstand in der Nähe des Elefantenhauses. Durch eine Öffnung im unteren Teil des Häuschens gelangen die Bienen nach draußen auf „ihre“ Wiese; sie können natürlich auch größere Exkursionen unternehmen. Damit weder Besucher noch Bienen zu Schaden kommen, trennt eine Glasscheibe Tier und Besucher. An zwei Seiten des Bienenstandes befinden sich Türen, hinter denen das bunte Treiben der Honigproduzenten bewundert werden kann.

Die Tafeln informieren den Besucher, wie komplex ein Bienenstaat angelegt ist. Angeführt wird er von einer einzigen Bienenkönigin, deren Aufgabe es ist, sich fortzupflanzen. Zur Auswahl stehen dafür bis zu 1000 Drohnen, männliche Bienen, die der kurze Spaß mit der Königin teuer zu stehen kommt. Denn diese stachellosen Bienen sterben direkt nach der Kopulation. Die erfolglosen Verehrer werden nach der Paarungszeit mit Bissen und Stichen „vom Hof“ gejagt. Diese niedere Arbeit erledigt das Fußvolk: Zwischen 10.000 und 50.000 ausschließlich weibliche Arbeiterbienen leben in einem Staat und sind in den zirka sechs Monaten, die ihr Arbeiterinnenleben dauert, vielbeschäftigt: Neben vielen anderen Aufgaben schwirren sie zur Nektarernte aus: Dabei signalisieren sie sich gegenseitig mit sogenannten „Tänzen“, wo genau es die beste Ausbeute gibt. Von dem süßen Saft brauchen sie zirka drei Kilo, um daraus einen Kilo Honig zu machen.

Honig ist bei den meisten Menschen beliebt, doch wir haben den emsigen Insekten noch viel mehr zu verdanken als einen leckeren Brotaufstrich: Durch ihren Besuch zahlreicher Blüten tragen sie Pollenstaub weiter, den sie bei der nächsten Pflanze hinterlassen. Auch andere Insekten bestäuben Pflanzen, doch es sind zum Großteil die Honigbienen – man geht von 70% aller Blütepflanzen aus – , die dafür sorgen, dass Ernten deutlich besser ausfallen, wenn sie in der Nähe summen. Vielleicht schwärmen ja die Zoobienen bis ins Handschuhsheimer Feld aus –  den Bauern sind sie bestimmt herzlich willkommen. Bis es wieder richtig geschäftig auf der Bienenweise wird, müssen sich sowohl Bauern als auch Besucher allerdings noch bis zum kommenden Frühling gedulden.

Infokasten – Imker gesucht

Wenn die emsigen Tierchen dann wieder munter werden, würde sich der Zoo Heidelberg auf einen erfahrenen Imker freuen, der sich in den folgenden Jahren um dieses schöne Projekt kümmern möchte, nachdem Herr Obergfell es mit so viel Engagement aufgebaut hat. Wer Interesse hat, meldet sich bitte unter 06221/64550 oder zooinfo@heidelberg.de

Rhesusaffen erobern ihr neues Gehege im Sturm

Ein schöne neue Anlage für die Rasselbande der Rhesusaffen

Heidelberg, 20. September 2012, S. Richter  Nach einigen Wochen umfassender Umbauzeit ist es nun soweit: Die 25-köpfige Gruppe der Rhesusaffen, deren munteres Treiben sich bei Zoobesuchern großer Beliebtheit erfreut, ist wieder in ihrem neugestalteten Gehege zu sehen. Die Rhesusaffen lebten vorübergehend hinter den Kulissen, da ihr altes Gehege im Eingangsbereich des Zoos in die Jahre gekommen war und von Grund auf renoviert wurde. Es zählte zu den alten Anlagen im Zoo und wurde bereits vor 1956 angelegt.

Für die Rhesusaffen und die Besucher präsentiert sich die neugestaltete Anlage äußerst gelungen: Frisches Grün statt Betongrau ist jetzt die dominierende Farbe und die Rhesusaffen haben nach anfänglichen Eingewöhnungsschwierigkeiten die neue Umgebung begeistert angenommen. Es macht Laune, die Tiere beim wilden Schaukeln in den Astkronen zu beobachten und ihre große Freude am neu gesäten Rasen zu erleben, der ihnen sichtlich mundet.

Die Zoohandwerker haben ihre Vielseitigkeit eindrucksvoll unter Beweise gestellt. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden die Betonmauern abgerissen und das Gehege ebenerdig aufgefüllt. Neue Gestaltungselemente wie Naturboden, unterschiedliche Geländehöhen, Felsblöcke und Baumkronen bietenden die Tiere Abwechslung, Versteckmöglichkeiten und Witterungsschutz. Offene Einblicke durch eine Plexiglasscheibe und eine erhöhte Plattform aus Naturfelsen sorgen für einen freundlichen Eindruck an Stelle der Grubenkonstruktion aus Beton.
 

Ü-60-Veranstaltung am 20. September

Heidelberg, 7. September 2012, S. Richter  Am Donnerstag, den 20. September ist es wieder soweit: Zum zweiten Mal in Folge veranstaltet der Zoo Heidelberg und die Zooschule eine „Ü-60-Special Veranstaltung“, die sich an alle unternehmungslustigen, älteren Erwachsenen richtet. Ab 11.30 Uhr empfangen Zoomitarbeiter ihre Gäste am Begrüßungsstand. Dort ausgerüstet mit Zoo- und Tagesplan haben die Besucher nun die Wahl: An fünf extra für diesen Tag eingerichteten Informationsständen halten sich die Zooranger von 12.00 bis 16.00 Uhr bereit für die Fragen der Wissensdurstigen. Bei den Menschenaffen, am Raubtierhaus und vor der Elefantenaußenanlage sowie im Bereich zwischen Robben- und Kamelgehege geben die Ranger ihr Wissen weiter. Ein weiterer Stand bei der Hamsterzuchtstation informiert über den europäischen Feldhamster. Der in unseren Breiten stark vom Aussterben bedrohte possierliche Feldhamster wird im Zoo erfolgreich nachgezüchtet. Die Jungtiere werden dann wieder in geeigneten Lebensräumen des Rhein-Neckar-Raumes ausgewildert. 2009 zeichnete die Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) das Projekt gar mit dem Zertifikat für In situ Artenschutz aus.

Viele Besucher kennen die täglichen Tierfütterungen, die natürlich auch an diesem Tag stattfinden. Außerdem haben sich Zoomitarbeiter noch besonders schöne Aktionen bei den vier jungen Elefantenbullen und den wuseligen Kurzkrallenotter ausgedacht, bei dem die Besucher selbst aktiv werden dürfen. Während die Dickhäuter Äpfel besonders lieben, freuen sich die quirligen Otter über Miesmuscheln, die sie gekonnt mit ihren spitzen Krallen öffnen und genüsslich verspeisen. Sehr beliebt sind auch die imposanten Mähnenrobben, die während der Fütterung clevere Tricks zeigen.
Der Skulpturenausstellung „Shona-Art im Zoo“ macht einen Spaziergang durch die schöne Parklandschaft noch interessanter. Die beeindruckenden Steinskulpturen aus Zimbabwe, die unter dem Begriff Shona-Kunst bekannt sind, verteilen sich im ganzen Zoogelände und fügen sich organisch in die Landschaft. Auf der „Flamingowiese“ können Besucher außerdem bei der Entstehung von Shona-Skulpturen zuschauen. Ein bekanntes Künstlerpaar aus Zimbabwe arbeitet dort an seinen Werken und bietet Workshops an. An einem Stand werden hübsche Skulpturen unterschiedlicher Größe zum Verkauf angeboten.
Auch an das leibliche Wohl ist gedacht: Der Café-Pavillon und das Gastronomiezelt am Spielplatz bieten eine leckere Auswahl an Kaffee und Kuchen zu vergünstigten Preisen für die Teilnehmer des SeniorInnentages an.

Es ist nur der reguläre Zooeintritt zu entrichten. In Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ist für Inhaber der „Karte ab 60“ der Eintritt sogar kostenlos.

Ausstellung „Shona-Art im Zoo“ bis September 2013 verlängert. Für Workshops noch Plätze frei

Das Künstlerehepaar Daina und Tago beim Erschaffen einer neuen Skulptur

Heidelberg, 4. September 2012, S. Richter  Die Ausstellung „Shona-Art im Zoo“ mit über 40 Steinskulpturen aus dem südafrikanischen Zimbabwe begeistert seit über einem Jahr die Besucher des Heidelberger Zoos. Der Tiergarten mit seinem alten Baumbestand, schönen Pflanzungen, Lichtungen und Teichen bietet den Kunstwerken eine würdige Bühne. Der Shona-Art Galerist Bastian Müller und der Zoo Heidelberg haben aufgrund des großen Besucher-Zuspruchs entschieden, die Ausstellung um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zoobesucher, Kunstliebhaber und Kaufinteressenten können sich nun noch bis Ende September 2013 an den beeindruckenden Skulpturen erfreuen.

Die Steinskulpturen aus Zimbabwe gehören zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene und sind auf dem gesamten Gelände des Zoos verteilt. Die Ausstellungsstücke stammen zu einem großen Teil aus der Künstlerkolonie Tengenenge, welche auch heute noch als Zentrum der Steinbildhauerei des Landes gilt.

Noch Plätze frei! Im Rahmen der Ausstellung haben Interessierte die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: Daina Nyakudya und Tago Tazvitya, ein Künstler-Ehepaar aus Harare, bieten noch bis zum 29. September 2012 die beliebten Bildhauerworkshops an – ein einmaliges Erlebnis. Mit Hammer, Meißel, Raspel und Feile bewaffnet erschaffen die Teilnehmer ihre ganz eigene, individuelle Shona-Skulptur; eine faszinierende Erfahrung, bei der die Künstler mit professionellem Rat und Tat zur Seite stehen und tiefere Einblicke in die Shona-Kultur ermöglichen. Daina und Tago verfügen über langjährige Erfahrung als Dozenten und sprechen fließend Englisch. Interessierte aller Altersklassen sind dazu eingeladen, sich an den Serpentinsteinen zu versuchen und den faszinierenden Entstehungsprozess der eigenen Skulptur zu erleben.Die Kurse finden im Zoo Heidelberg auf der „Flamingowiese“ statt. Dank regendichter Zelte können die Workshops bei jeder Wetterlage stattfinden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnahmegebühr beträgt für die ersten zwei Tage je 50 Euro. Jeder weitere Tag kostet 35 Euro. Hinzu kommen noch Materialkosten in Höhe von drei Euro pro Kilo original Serpentinstein aus Zimbabwe. Werkzeuge werden gestellt. Eine Anmeldung zu den Workshops ist erforderlich unter Telefon 02302-9787428 oder info@shona-art.coman. Gegen Vorlage der Buchungsbestätigung an der Kasse erhalten Teilnehmer der Bildhauerkurse freien Eintritt in den Zoo. Weitere Informationen können auch der Internetseite www.shona-art.com entnommen werden.

Ein lehrreiches Jahr geht zu Ende, ein neues beginnt: FÖJ im Zoo Heidelberg

FÖJ Anthea und Annika mit Alpaka Pepe

Heidelberg, 31. August 2012, S. Richter  „Langeweile im Zoo ist ein Fremdwort“, schwärmt Annika Munz, und fasst damit in wenigen Worten ihr Jahr im Zoo als „FÖJ“ zusammen. Das „Freiwillige Ökologische Jahr“, kurz FÖJ, bietet Schulabgängern die Möglichkeit, die Zeit zwischen Schulabschluss und Studium oder Ausbildung sinnvoll zu überbrücken. Am 31. August 2012 endet für die Teilnehmer das FÖJ 2011/2012 und die „Neuen“ stehen schon in den Startlöchern. Für die scheidenden FÖJ ist es ganz selbstverständlich, ihre Nachfolger einzuarbeiten, bevor sie sich schweren Herzens verabschieden.

Der Zoo Heidelberg und die Zooschule Initiative Zooerlebnis e. V. bieten jährlich drei FÖJ-Stellen an: Im Garten- und Handwerksbereich, im Schnittstellenbereich Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit sowie im pädagogischen Bereich der Zooschule. Bei allen drei Stellen ist das Aufgabenspektrum sehr vielfältig und es wird eine monatliche Vergütung bezahlt.

Während bei der Einsatzstelle „Garten und Handwerk“ überwiegend körperliche Arbeit im Vordergrund steht und handwerkliches Geschick von Vorteil ist, sind bei den beiden anderen beiden Stellen vor allem kommunikative Fähigkeiten und PC-Kenntnisse wichtig. Auch sollte man bereit sein, an Wochenenden, etwa bei Sonderaktionen und Veranstaltungen, zu arbeiten. Dafür aber gibt es selbstverständlich einen Stundenausgleich. Nur durch ein gutes Erscheinungsbild und gepflegte Beschilderungen können dem Zoobesucher wichtige Botschaften zum naturgerechten und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt vermittelt werden. Wer wie Annika Munz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaft ein FÖJ absolviert, entwirft Plakate sowie Schilder zu Tier- und Artenschutzprojekten und bringt diese im Zoo an den passenden Stellen auch an. Der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt jedes Jahr eine Kampagne durch, mit der die Besucher auf dringende Probleme im internationalen Natur- oder Artenschutz informiert werden. Der jeweilige Schwerpunkt muss für die Zoobesucher mit Beschilderung, Ausstellungen und anderen Aktionen interessant umgesetzt werden. Natürlich gilt es, an besonderen Aktionstagen auch tatkräftig mit anzupacken und für die Zoobesucher als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Bei der Einsatzstelle „Garten“ ist ein grüner Daumen förderlich, denn es steht vor allem das Erscheinungsbild des Parks im Vordergrund. So ist die Pflege von Pflanzungen ebenso notwendig wie die Mitwirkung im Handwerksbereich und den Zoowerkstätten. In der Zooschule beinhaltet das Aufgabenfeld die Tierpflege der Zooschultiere (zum Beispiel Bartagame und Stabschrecken), die telefonische Sprechstunde und die Unterstützung des Zooschulteams in allen Belangen.

Allen Stellen gemeinsam ist, dass die Teilnehmer neue, spannende Erfahrungen machen und eine Menge an ökologischem Wissen mitnehmen. „Man lernt sehr viel über sich selbst“, resümiert Annika Munz. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass ich viele Herausforderungen bewältigt habe und von all dem werde ich auch in Zukunft profitieren. Ich weiß jetzt, wie die Berufswelt funktioniert. Aber ob es noch etwas Vergleichbares gibt, das genauso spannend ist, wie ein Zoo, weiß ich nicht“.


Wie bewerben?

Bewerbungen für ein einjähriges FÖJ nicht an den Zoo richten, sondern ausschließlich an die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Auf deren Internetseite www.foej-bw.de gibt es alle wichtigen Informationen.

Freude im Zoo: Wieder Nachwuchs bei den seltenen Schopfhirschen

Schopfhirschkind "Willi" mit Mama "Mieke"

Heidelberg, 22. August 2012, S. Richter 
Gerade einmal neun Monate sind seit der Geburt der kleinen „Maya“ vergangen, und schon hat das Schopfhirschpaar „Goofy“ und „Mieke“ im Zoo Heidelberg erneut für Nachwuchs bei dieser seltenen Hirschart gesorgt. Das ist umso erfreulicher, als Vater Goofy zweimal an seinem Oberschenkel operiert wurde und die Pfleger davon ausgehen mussten, dass ihn das für eine erfolgreiche Paarung mit Mieke beeinträchtigen könnte. Goofy hatte sich aber überraschend schnell von den Operationen erholt und erfreut sich bester Gesundheit.
Sein Nachwuchs „Willi“, wie der kleine Schopfhirsch heißt, konnte bereits wenige Minuten nach der Geburt stehen und ist seit dieser Woche mit seiner Familie im großen Außengehege zu sehen. Zunächst verbrachte das am 17. Juli geborene Jungtier einige Wochen in einem für Besucher recht schwer einsehbaren separaten Gehege. Dies diente dem Schutz des Kleinen, denn die Kleinen Pandas, mit denen sich die Schopfhirsche die Außenanlage teilen, haben es faustdick hinter den Ohren und hätten das Jungtier angreifen können. „Mieke“ und „Goofy“ kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Egal ob beim Spielen mit seiner Schwester oder wenn er ein Nickerchen im Gras hält – der kleine „Willi“ steht immer unter der Beobachtung seiner Eltern.
Schopfhirsche sind im südlichen und zentralen China, sowie in Myanmar in tropischen und subtropischen Bergwäldern verbreitet, doch ihr Lebensraum wird durch Abholzung und Rodung immer weiter vernichtet. Deswegen sind Nachzuchten dieser seltenen Tiere besonders wertvoll. Der Zoo Heidelberg ist einer von nur fünf Zoos in Europa, der diese außergewöhnliche Hirschart hält und ist deswegen auf den erneuten Zuchterfolg besonders stolz. Die dämmerungs- und nachtaktiven Schopfhirsche leben in freier Wildbahn einzelgängerisch und gelten als sehr scheu. Die Schopfhirsche im Heidelberger Zoo äußern hingegen ein auffällig soziales Verhalten und zeigen sich häufig den Besuchern.
Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 160 Zentimeter. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Lippen, die Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Namensgebendes Merkmal dieser hübschen Tiere ist der schwarzbraune, hohe Haarschopf am Kopf. Das Geweih, das nur die Männchen tragen, besteht aus zwei kleinen Spießen, die meist gänzlich im Schopf verborgen sind. Männchen haben außerdem verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange, obere Eckzähne, die aus dem Maul ragen. Diese werden als Waffe in Kämpfen um Reviere und Weibchen eingesetzt und können dem Rivalen erhebliche Verletzungen zufügen. Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen, das das Partnertier und den Nachwuchs unter anderem vor Gefahr warnt. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blattwerk, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Zoo Heidelberg erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei oder Hundefutter.
Die Schopfhirsche bewohnen im Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Kleinen Pandas ein großes Gehege. Von Frühjahr bis Spätherbst gesellt sich zu ihnen ein großer Trupp griechischer Landschildkröten. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege.

Im Zoo Heidelberg leben wieder die seltenen Gürtelvaris. Nur 15 Tiere in europäischen Zoos

Gürtelvari mit Melone

Heidelberg, 15. August 2012 / S. Richter  Mmmh, das schmeckt und ist genau das Richtige bei diesem Wetter. Vorsichtig greift das Gürtelvari-Weibchen mit ihren zarten, schlanken Fingern nach dem saftigen Stück Melone, das ihr Pfleger Dietmar Nold entgegenreicht. Mit leisem Schmatzen und ohne einen Tropfen zu verlieren, vertilgt sie das Obst.

Seit diesem Jahr wohnt wieder ein Pärchen Gürtelvaris im Zoo Heidelberg. Sie leben zusammen mit zwei weiblichen Rotbauchmakis in einem Gehege. Rotbauchmakis und Gürtelvaris zählen zu den Lemuren, eine Primatengruppe, die nur auf Madagaskar heimisch ist. Der Name dieser Tierart leitet sich von den „Lemures“ ab. Lemures waren in der römischen Religion die Geister von Verstorbenen. Die Bezeichnung spielt auf die oft nächtliche Lebensweise dieser Tiere ab und auf ihre großen, intensiv blickenden und leuchtenden Augen.

Der Gürtelvari ist eine seltene Unterart des Schwarzweißen Varis. Den namensgebenden weißen „Gürtel“ trägt er auf dem Rücken. Er ist – wie alle Lemuren auf Madagaskar – stark vom Aussterben bedroht. Beheimatet ist diese Unterart im östlichen Madagaskar. Hier bewohnt sie in Familiengruppen Regenwaldgebiete des Hoch- und Tieflandes. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Blättern, Nektar und Früchten. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde, liegt vor der Ostküste Afrikas und beherbergt eine einzigartige Flora und Fauna. Über 80 Prozent aller madagassischen Tier- und Pflanzenarten kommen an keinem anderen Ort der Welt vor. Jedoch sind die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo. Waldgebiete werden großflächig abgeholzt, um Land für Rinderhaltung und für landwirtschaftliche Ertragsflächen zu gewinnen, und um das wertvolle Holz der Bäume wirtschaftlich zu nutzen. Gürtelvaris gelten seit 2008 als stark von der Ausrottung bedroht (Rote Liste: Critically Endangered). Auch in Zoos sind die Tiere selten anzutreffen, gerade mal 15 Tiere leben in europäischen Zoos. In Deutschland sind die aufgeweckten Tiere nur im Zoo Köln und im Zoo Heidelberg zu sehen. Der Zoo Heidelberg unterstützt mit einem jährlichen Beitrag das Artenschutzprojekt AEECL (Lemur Conservation Association) auf Madagaskar.

Die Gürtelvaris sind den Pflegern gegenüber sehr zutraulich und fressen gerne auch aus der Hand. Ihr Speiseplan ist ausgewogen und vitaminreich: So erhalten sie aus der Futterküche des Zoos einen gesunden Mix aus gekochtem Gemüse und Obst, vor allem Äpfel, sowie frisch zubereitetem Milchbrot und hin und wieder auch Hundepellets. Die neugierigen Tiere halten sich gerne im vorderen Bereich ihres Geheges auf, so dass Zoobesucher sie schön beobachten können. Ihre Rufe, die sie mit Vorliebe gemeinsam vortragen, sind im ganzen Zoo zu hören.

Im Zoo Heidelberg sind noch weitere äußerst seltene Tierarten aus Madagaskar zu bewundern. Die eleganten und kräftigen Fossa, die größten Landraubtiere der Insel, und die ebenfalls zu den Raubtieren zählenden Ringelschwanzmungos mit ihrem glänzenden weinroten Fell und einem buschigen schwarz-rot gestreiften Schwanz.

Freude in Hectors Harem – heiß ersehnter Nachwuchs bei den Hulmanen

Hulman-Baby mit Mama

Zoo Heidelberg, 8. August 2012 / S. Richter  Das Warten hat sich gelohnt. Nach mehr als fünf Jahren kann sich der Zoo Heidelberg endlich wieder über Nachwuchs bei den Hanuman-Languren freuen. Die Hanuman-Languren, die auch als Hulmane bezeichnet werden, zählen als Kulturfolger und heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten auf dem indischen Subkontinent. Vielen Menschen sind die Hulmane von Bildern indischer Tempelanlagen geläufig, wo die dort als heilig verehrten Tiere oft in großen Gruppen anzutreffen sind.
Das Kleine, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 28. Juli zur Welt und verbringt seitdem die meiste Zeit an Mamas Bauch gekuschelt. Von dort aus schaut es mit großen, neugieren Augen in die Welt. Mit seiner zart-rosa Haut, die nur von wenig Fell bedeckt ist, hat es noch nicht viel mit seinen erwachsenen Verwandten gemein: Die Langurenart imponiert dem Betrachter mit prächtigem silbrig-grauen Fell und einem dunklen Gesicht, umrandet von einem weißen Haarkranz.
Für das Affenweibchen ist es zwar der erste Nachwuchs, aber die neue Mutterrolle bereitet ihr keine Schwierigkeiten: Liebevoll umsorgt sie ihr Neugeborenes, und auch die anderen Weibchen der Gruppe kümmern sich, wie bei diesen Schlankaffen üblich, mit um die Aufzucht des Jungtiers.
Dieser schöne Zuchterfolg erfreut den Zoo umso mehr, da Vater Hector erst im Dezember 2011 in den Zoo Heidelberg einzog. Der hübsche Hector, der vorher im Zoo Ostrava (Tschechien) lebte, wurde zudem nicht gerade mit offenen Armen empfangen: Die vier Weibchen und zwei kastrierten Männchen taten sich anfangs schwer mit dem Neuzugang. Nur zögerlich akzeptierten sie ihn als neuen Haremschef. Bedenkt man allerdings die durchschnittliche Tragezeit bei Hulmanen, die zwischen 190 und 200 Tagen liegt, muss Hectors sanfter Charme die betreffende Dame doch recht schnell überzeugt haben.
Das Ergebnis dieser Liaison können die Zoobesucher nun im kleinen Affenhaus bewundern, auch wenn die Mutter sich noch öfter mit ihrem Nachwuchs zurückzieht.
Die Hanuman-Languren ernähren sich ausschließlich vegetarisch, Beeren, Blätter und Samen stehen auf dem Speiseplan. Ihr Magen weist eine einzigartige Besonderheit auf. Er ist in vier Kammern unterteilt, um die schwerverdauliche Zellulose zersetzen zu können und ähnelt deshalb dem Magen der Wiederkäuer.
 

Hallo, wer lacht denn da? Die „Lachenden Hänse“ im Zoo Heidelberg

Unser lachendes Kookaburra-Pärchen

Heidelberg, 1. August 2012 / S. Richter  Bei einem Besuch im Zoo Heidelberg hört man schon von weitem, besonders in den Morgen- und Abendstunden, durchdringendes Lachen. Es sind aber weder Tierpfleger noch Besucher, die sich da vor Lachen auszuschütten scheinen. Folgt der Besucher den markanten Lauten, so gelangt er an das große Gehege der neuseeländischen Bergpapageien, den Keas. Seit Anfang Juli 2012 lebt in der Voliere nun auch eine neue Vogelart mit einem im Verhältnis zum Körper großem Kopf und kräftigem Schnabel. Es ist der „Lachende Hans“, und seine Rufe erinnern an das Gelächter von Menschen – daher hat er auch seinen Namen.
Der „Lachende Hans“ ist der größte Vertreter der Familie der Eisvögel. In seiner Heimat Australien wird er „Kookaburra“genannt. Und weil er so regelmäßig immer um die gleiche Zeit ruft, trägt er noch einen zweiten Namen: „Buschmanns-Uhr“. Auch in der Mythologie der Aborigines spielen die Kookaburras eine besondere Rolle. So besagt zum Beispiel eine Legende, dass jeder bestraft wird, der den Vogel beleidigt.
Das „Gelächter“ der Vögel, das sie mit Vorliebe im Chor vortragen, beginnt zunächst recht leise und steigert sich irgendwann zu einem dröhnenden Geschrei, das ihnen dazu dient, ihr Territorium abzugrenzen.
Kookaburras werden bis zu 48 Zentimeter groß, Flügel und Schwanz sind ziemlich kurz, ihr Gefieder ist am Rücken braun-grau, am Bauch und Hals weiß gefärbt. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Hat sich ein Pärchen gefunden, so bleiben sie sich ein Leben lang treu. Ihre Eier brüten sie abwechselnd gemeinsam aus und auch bei der Aufzucht sind immer beide Elternvögel beteiligt.
Das Kookaburra-Pärchen bewohnt im Zoo Heidelberg gemeinsam mit den Keas ein großes Gehege. Die lebhaften und neugierigen Keas sind grundsätzlich nicht allzu zartfühlend, wenn es um das Zusammenleben mit anderen Tieren geht. Ihr Spieltrieb und Ihre Intelligenz verleiten sie gerne dazu zu testen, wie weit sie bei neuen Mitbewohnern gehen können. Doch schon nach recht kurzer Zeit wurden die beiden Kookaburras akzeptiert und inzwischen ist die gemischte Wohngemeinschaft ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Vogelarten in einem Gehege.

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