Pressemitteilungen

Zoo Heidelberg aktiv im Naturschutz auf drei Kontinenten

Unterricht in Ghana zum „WAPCA-Projekt“ des Heidelberger Zoos

Heidelberg, 4.01.2013, S. Richter  Der Schutz der natürlichen Vielfalt ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Immer stärker greift der Mensch in die Natur ein, weltweit weicht der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten den menschlichen Aktivitäten, werden Tiere aus unterschiedlichen Gründen gejagt und getötet. Der Zoo Heidelberg zählt daher den Artenschutz zu seinen Kernaufgaben und engagiert sich aktiv auf drei Kontinenten.
Neben Erhaltungszuchtprogrammen, Artenschutzkampagnen und Handysammelaktionen beteiligt sich der Zoo erfolgreich an verschiedenen Projekten innerhalb der natürlichen Lebensräume bedrohter Tierarten. Dafür wird jedes Jahr ein fester Etat bereitgestellt. Die Zoobesucher unterstützen mit einem Teil Ihrer Eintrittsgelder sowie mit Spenden die Artenschutzprogramme des Zoos. Im Jahr 2012 flossen über 64.000 Euro direkt in Artenschutzprojekte.Das wichtigste Projekt des Zoos befindet sich in Westafrika, wo in den letzten Resten der Regenwälder die seltensten Affen Afrikas leben. Unter ihnen ist auch die schöne Roloway-Meerkatze, die im Zoo Heidelberg gehalten wird. 2001 hat der Zoo dort die „West African Primate Conservation Action“, kurz WAPCA, gegründet, um durch Naturschutz und Umweltbildung in Ghana und der Elfenbeinküste die bedrohten Affenarten vor der Ausrottung zu bewahren. Mitarbeiter des Projekts entdeckten 2012 ein unberührtes Waldstück zwischen Ghana und der Elfenbeinküste und haben dort noch Bestände an Roloway-Meerkatzen gefunden, die mit Restbeständen von wenigen hundert Tieren in Ghana als fast ausgerottet gelten. Dem Zoo ist es gelungen, eine Kooperation mit der lokalen Bevölkerung ins Leben zu rufen, damit das ursprüngliche Gebiet auch in Zukunft erhalten bleibt. Alternative Einnahmequellen zur Abholzung und die Förderung des sanften Naturtourismus helfen dabei, die ambitionierten Ziele umzusetzen. Schüler aus Ghana konnten dafür begeistert werden, ein Theaterstück umzusetzen, in dem das Thema Abholzung und Vernichtung des Lebensraums für Mensch und Tier im Mittelpunkt steht. „Es sind kleine Schritte, aber sie bewirken dennoch enorm viel“, freut sich Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg, die das Projekt betreut. Aber nicht nur in Westafrika ist der Zoo aktiv. Drei weitere Artenschutzprojekte erhalten jährlich Unterstützung vom Zoo Heidelberg. Ein Projekt setzt sich für die Erhaltung der Biodiversität auf den Philippinen ein, in einem weiteren engagiert sich der Zoo für den Schutz der Trockenwälder Madagaskars, in dem zahlreiche endemische Tierarten vorkommen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Auch im Zoo Heidelberg leben mit den Fossas und den Gürtelvaris bedrohte Tierarten Madagaskars. Bei dem dritten Projekt handelt es sich um die Unterstützung der Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt. Der Zoo Heidelberg kümmert sich hier besonders um die Mähnenrobben in Uruguay. Zusätzlich hilft ein Notfallfond, falls ein Projekt dringend finanzielle Unterstützung benötigt. In 2012 waren das Projekte für die Krallenaffen in Kolumbien und Peru sowie ein Schutzprojekt für die großen Raubtiere Tansanias.

Jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Bewahrung der Natur – auch vor der eigenen Haustür – leisten. „Wenn jeder unserer Zoobesucher den Zoo mit ein wenig mehr Engagement für den Naturschutz verlässt als er ihn betreten hat, dann haben wir ein ganz wichtiges Ziel erreicht“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

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Bei den Sumatra-Tigern Tila und Asim stehen alle Zeichen auf große Liebe

Tila, ein aufgewecktes Tiger-Mädchen, Foto von Susi Fischer

Heidelberg, 27. Dezember 2012, S. Richter  Frohe Nachrichten aus dem Raubtierhaus im Zoo Heidelberg. Das junge Sumatra Tiger-Weibchen Tila, das im November aus dem britischen Zoo Chester an den Neckar zog, hat sich inzwischen sehr gut eingelebt. Bei ihr und Tigerkater Asim deutet alles darauf hin, dass das Jahr 2013 ganz im Zeichen einer großen Liebe stehen wird.
Tila und Asim sind noch in getrennten Gehegen untergebracht, es wird aber nicht mehr lange dauern, bis die beiden endlich ihre Anlage gemeinsam teilen werden. Dass die Pfleger die beiden nicht sofort zusammen gelassen haben, hat gute Gründe. Tiger sind gewöhnlich Einzelgänger und leben in einem mit Urin, Kot oder Kratzspuren markiertem Revier. Ein erstmaliges Zusammentreffen von zwei Tigern ohne vorhergehende Eingewöhnung in ein neues Gehege und damit in ein neues Revier kann in bösen Kämpfen enden, selbst bei Männchen und Weibchen.

Asim und Tila reagierten aber vom ersten Moment an sehr positiv aufeinander. Durch das sogenannte Schmusegitter, das die beiden Innengehege voneinander trennt, können sie sich immer sehen, hören, riechen und Kontakt aufnehmen. Die Signale, die die beiden senden, sind eindeutig liebevoller Natur. So sind sie ständig am „Pruscheln“, ein für Tiger typisches und erstaunlich sanft vorgetragenes Begrüßungsschnauben, das man lautmalerisch am besten mit „pfrrrr“ umschreiben kann. Dieses Verhalten ist für die Tierpfleger ein ausgesprochen gutes Zeichen für die kommende Zusammenführung. Denn auch Tila hat nun alle Bereiche der großzügigen Tigeranlage, die aus dem Innengehege, einem Spielzimmer im Bereich der Außenanlage und einem dichtem Bambus-Dschungel besteht, erkundet. Die verhältnismäßig lange Eingewöhnungszeit ist wichtig, denn Tiger brauchen ihre eigene, individuelle Zeit, um sich an neue Eindrücke, Geräusche, Gerüche und natürlich auch an Artgenossen und Pfleger in Ruhe zu gewöhnen.

Beide Tiere haben nun jeden Winkel ihres großen Reviers erkundet; vor allem mussten sie vor dem ersten Zusammentreffen lernen, auf Zuruf zum Pfleger und in die Innengehege zu kommen. Das klappt bei Asim und Tila bereits prima, so dass es nicht mehr lange dauern wird, dass die Zoobesucher zwei junge, schöne und temperamentvolle Tiger gemeinsam erleben können.

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Neue Eintrittspreise ab 1.1.2013. Der Zoo hat für das Neue Jahr 2013 viel vor

Tila und Asim bringen frischen Wind ins Raubtierhaus. Foto H. Knigge

Heidelberg, 21. Dezember 2012, S. Richter  Zum Jahresbeginn erhöht der Zoo Heidelberg seine Eintrittspreise. „Die allgemeine Preisentwicklung zwingt auch den Zoo dazu, die Eintrittspreise geringfügig anzuheben“, begründet der kaufmännische Geschäftsführer des Zoos Frank-Dieter Heck die veränderten Preise. Dennoch bleibt ein Zoobesuch bezahlbar. Statt 8,20 Euro zahlen Erwachsene ab 2013 8,40 Euro, die Kinderkarte kostet dann statt 4,10 Euro, 10 Cent mehr. Auch bleibt es bei weiteren wichtigen sozial verträglichen Sonderregelungen: Alle Besucher mit Heidelberg-Pass erhalten freien Eintritt, für Schulen und Kindergärten gibt es besonders günstige Tarife.

Auch im nächsten Jahr wird sich im Zoo Heidelberg vieles tun:

Das von außen einsehbare Gemeinschaftsgehege der syrischen Braunbären und Korsakfüchse wird 2013 vergrößert. Bereits im Bau ist die Erweiterung der Außenanlage der Elefanten, die nicht nur den Elefanten zugutekommt, sondern mit neuen Einblicken die grauen Stars des Zoos noch besser erleben lässt. In Vorbereitung sind ein interessantes Gehege für Waschbären und Verbesserungen im Spielplatzbereich und Gastronomie. „Spannend wird es auch zu beobachten, wie in 2013 der erste Teil unseres Entwicklungsgeländes Formen annimmt und dort ein ganz besonderer Streichelzoo entsteht“, blickt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann voraus. Ausstellungen im Afrikahaus und viele Aktionen rund um die Löwen stehen ebenso auf dem Programm wie die weitere Entwicklung des Tierbestandes: Das neue Tigerpaar „Tila“ und „Asim“ bringt frischen Wind ins Raubtierhaus und einige neue Volierenbewohner sollen folgen. Die Gärtner haben bereits über 10.000 Blumenzwiebeln gesteckt, damit das neue Jahr bunt beginnt.

„Das Ziel für 2013 ist klar: Wir wollen unsere Aufgaben noch besser erfüllen und jeden Zoobesucher für den Naturschutz begeistern!“ fasst Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann zusammen.

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Auf Recherche im Zoo Nachwuchsreporterinnen blickten hinter die Kulissen des Heidelberger Tiergartens

Ein Blick, den es nur hinter den Kulissen gibt: Jörg Kubacki mit Mähnenrobbe

Von Holger Buchwald, RNZ, 5.12.2012
Das war ein Recherchetermin ganz nach dem Geschmack der Nachwuchsreporterinnen. Acht Schülerinnen des St. Raphael Gymnasiums und des Englischen Instituts durften gestern die Zookuratorin Sandra Reichler interviewen und den Tierpflegern Stefan Geretschläger und Jörg Kubacki über die Schulter schauen. Auch die Tierärztinnen Tessa Lohe und Nicole Diehm standen den jugendlichen Journalistinnen Rede und Antwort. Steffanie Richter, Pressesprecherin des Zoos, hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, um hochkarätige Ansprechpartner für das Projekt „Schüler machen Zeitung“ von RNZ und Sparkasse Heidelberg zu finden. Zum vollständigen Artikel in der RNZ geht es hier:

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Sumatratiger „Asim“ ist nicht mehr alleine – „Tila“ ist vom britischen Zoo Chester an den Neckar gezogen

Tiger-Mädchen Tila lebt sich gut im Zoo Heidelberg ein

Heidelberg, 29. November 2012, S. Richter  Frohe Nachrichten aus dem Zoo Heidelberg. Mit der Ankunft des gut einjährigen Tigerweibchens „Tila“ aus dem britischen Zoo Chester lebt nun wieder ein junges Sumatratiger-Paar am Neckar.
Tila traf am Samstag, 24. November wohlbehalten im Zoo Heidelberg ein. „Sie hat ihr neues Gehege ohne jede Aufregung betreten, gleich am ersten Tag gefressen und sich dann für die Nacht in ihre Schlafbox zur Ruhe gelegt“, berichtet Jörg Kubacki, Revierleiter bei den Raubtieren im Zoo Heidelberg.
Ebenso wie Tigerkater Asim, der im Sommer vom Zoo Frankfurt an den Neckar zog, steht auch Tila in der Anfangszeit ganztägig ein abgetrenntes Innengehege und eine gemütliche Schlafbox zur Verfügung, um ihr zu jeder Zeit einen sicheren Rückzugsort zu bieten. Das ist wichtig, betont Kubacki, „denn das junge Tigerweibchen braucht Zeit, um die vielen neuen Eindrücke, Geräusche und Gerüche in Ruhe zu verdauen.“ Für Besucher ist sie bislang nur ab und an zu sehen, da sie sich zum Schlafen noch in die Schlafbox zurückzieht. Dort ist eine Kamera installiert, so dass Besucher die meist auf dem Rücken liegende und sich wohlig räkelnde Tila auf dem Bildschirm beobachten können.
In den Wochen vor ihrer ersten direkten Begegnung können Asim und Tila sich sehen, hören und riechen und haben Kontakt durch das so genannte „Schmusegitter“, das die beiden Innengehege voneinander trennt. Dieser Kontakt geschieht vor allem in Form von „Pruscheln“, ein für Tiger typisches und erstaunlich zart vorgetragenes Begrüßungsschnauben, das sie ausschließlich an Artgenossen richten, die sie mögen. „Asim und Tila haben sofort sehr positiv aufeinander reagiert“, freut sich Kubacki, „das ist ein ausgesprochen gutes Zeichen für die kommende Zusammenführung“. Das Verhalten der beiden wird von ihren Pflegern nun intensiv studiert und wenn man die jungen Tiger so beim „Pruscheln“, das von leisem Maunzen begleitet wird, beobachtet, sind das schon recht bewegende Momente. Dass man die beiden dennoch nicht sofort zusammen lässt, hat gute Gründe. Tiger sind gewöhnlich Einzelgänger und leben in einem mit Urin, Kot oder Kratzspuren markiertem Revier. Ein erstmaliges Zusammentreffen ohne vorhergehende Eingewöhnung in ein neues Gehege und damit in ein neues Revier kann in bösen Kämpfen enden, selbst bei Männchen und Weibchen.

Wann es soweit ist, dass beide zum ersten Mal gemeinsam auf der großzügigen Außenanlage zu sehen sind, hängt ganz vom Verhalten der Tiger ab. Jörg Kubacki ist ein erfahrener Raubtierpfleger und entscheidet mit seinen Reviermitarbeitern, wann erstmalig der Schieber zum Außengehege geöffnet wird. „So schnell und entspannt wie Tila sich eingewöhnt und so liebevoll, wie Asim seine Mitbewohnerin begrüßt, kann das schon in zwei bis drei Wochen sein“, erklärt Kubacki. Zunächst darf Tila in wenigen Tagen alleine das sogenannte „Spielzimmer“ auf der Außenanlage erkunden, während Kater Asim sich derweil im abtrennbaren Dschungelgehege aufhält.

Mit Asim und Tila möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten. Die beiden sind für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm wertvolle Tiere, da der Sumatratiger – die kleinste noch lebende Unterart des Tigers – in seiner Heimat stark von der Ausrottung bedroht ist. Hauptgründe sind der Lebensraumverlust, der Rückgang ihrer Beutetiere sowie leider nach wie vor die Wilderei. Der Bestand dieser eleganten Tiere wird in ihrem natürlichen Lebensraum nur noch auf 400 Tiere geschätzt. In europäischen Zoos leben etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zentral geführt werden. Auf diesem Weg wird Nachzucht und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert.

Haltungskonzept der „Elefanten-Jungbullen-WG“ wissenschaftlich bestätigt

Susan Hambrecht mit ihrer Diplomarbeit; im Hintergrund grüßt Voi Nam

Heidelberg, 15. November 2012, S. Richter  Zoos leisten nicht nur durch die Haltung und Nachzucht gefährdeter Tierarten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Sie bieten auch die Möglichkeit, Studien, die im Freiland nur unter großem finanziellem und methodischem Aufwand möglich wären, unter kontrollierbaren Bedingungen durchzuführen.

Eine solche Studie hat die Diplom-Biologin Susan Hambrecht über die Heidelberger „Elefanten-WG“ durchgeführt. Der Zoo hält derzeit die einzige Gruppe junger Elefantenbullen in Deutschland. Diese Haltungsform hat gewichtige Gründe: Männliche Elefanten werden – ob in freier Wildbahn oder im Zoo – im Alter von etwa 4-5 Jahren aus ihrer Geburtsgruppe heraus gedrängt. In diesem Alter sind sie aber noch zu jung, um von den Kühen als Zuchtpartner akzeptiert zu werden. Damit die jungen Bullen in der Zwischenzeit in einer natürlichen Sozialstruktur aufwachsen können, leben sie für einige Jahre im Zoo Heidelberg. Wie in freier Wildbahn auch, lernen die jungen männlichen Elefanten das so wichtige Gruppenverhalten. Die wissenschaftliche Dokumentation des Sozialverhaltens der jungen Elefantenbullen Voi Nam, Thai, Tarak und Gandhi ist von besonderem Interesse, da der Zoo Heidelberg im Jahr 2010 mit der Haltung von Jungbullengruppen tiergärtnerisches und wissenschaftliches Neuland betrat. Die Eingliederung eines weiteren jungen Elefanten in eine bestehende Gruppe – der jüngste Bulle Gandhi kam erst 2011 im Alter von fünf Jahren in die etablierte Dreier-Gruppe – wurde bislang sogar noch nie versucht.

Da die Jungbullenhaltung in Zoos weltweit noch in Kinderschuhen steckt, war der Zoo Heidelberg froh über die Anfrage von Hambrecht, ihre Diplomarbeit über das Haltungskonzept durchführen zu dürfen. Ziel der Studie war es, die Beziehungen zwischen den vier Jungbullen, deren Charakter und im Speziellen die Entwicklung und Integration des jüngsten Bullen Gandhi beobachtend zu untersuchen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass es sich gelohnt hat, dieses Experiment zu wagen: Elefantenbullen gelten fälschlicherweise als einzelgängerisch und unsozial. Doch sowohl die Erkenntnisse aus dem Freiland als auch die Heidelberger Jungbullenhaltung zeigen deutlich, dass diese Auffassung überholt ist, was nun auch wissenschaftlich bestätigt wurde. Die erfolgreiche Integration von Gandhi und die gruppendynamische Beziehungsstruktur, die mit Bullengruppen in freier Wildbahn vergleichbar ist, sprechen klar für das Konzept „Jungbullen-WG“. Die vier Jungbullen zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und eine stabile Rangfolge. Aggressionen sind selten. Das täglich beobachtete Spielverhalten bestätigt, dass sich alle vier Elefanten jungbullentypisch entwickeln. Außerdem scheinen vor allem die Persönlichkeit und die vorab gemachten Erfahrungen der Elefanten zu bestimmen, ob sich aus einer Gruppe sich unbekannter Elefanten eine stabile Herde bildet und ob und wie schnell ein fremder Jungbulle in eine bestehende Herde integriert wird. Womöglich ist die Struktur und Dynamik von Herdenbildung bei Elefanten immer einzigartig, da vom individuellen Charakter und der „Teamfähigkeit“ der Elefanten abhängig.

Stadtwerke Heidelberg bleiben Goldsponsor

Vertragsunterzeichnung

Heidelberg, 31. Oktober 2012, S. Richter  Am 30. Oktober haben die Stadtwerke Heidelberg und der Zoo Heidelberg sich gegenseitig bestätigt, ihre bisherige, erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und einen neuen Kooperationsvertrag bis zum 30. Juni 2013 unterzeichnet. Die Stadtwerke Heidelberg hatten ihre Kooperation mit dem Zoo im Jahr 2011 als erster Goldsponsor überhaupt gestartet und unterstützen ihren Partner seitdem mit Geld- und Sachleistungen. Im Zuge ihres Sponsorings haben sie auch die Patenschaft für die Mähnenrobbe Awa übernommen.

In der neuen Phase der Zusammenarbeit soll unter anderem ein Energielehrpfad für Kinder entwickelt werden. Mit dem Kooperationsvertrag haben sich zwei starke Partner in der Region zusammengeschlossen, die für mehr Lebensqualität und ein attraktives Angebot weit über die Heidelberger Stadtgrenzen hinaus stehen.

Ein tierisch schöner Herbst im Zoo Heidelberg

Neugierige Keas mit Halloween-Kürbis

Heidelberg, 26.Oktober 2012, S. Richter  Im Herbst präsentiert sich der Zoo Heidelberg von einer ausgesprochen bunten Seite. Die abwechslungsreich strukturierte Parklandschaft des Zoos zeigt sich inzwischen in warmen Herbsttönen. Die Blätter der Amber- und Kastanienbäume und des amerikanischen Gelbholzbaums erstrahlen in leuchtenden Farben, Asternbüsche setzen lila Akzente. Tierbeobachtungen sind in der ruhigeren Jahreszeit besonders angenehm. Viele Tiere mögen das bunte Laub zum Spielen und Knabbern. Herbstfrüchte und Saisongemüse ergänzen außerdem das Futterangebot. Kürbisse sind zum Beispiel besonders bei den Elefanten, Kamelen und Bären beliebt. Die Keas, die neuseeländische Bergpapageien lieben es, die Kürbisse gemeinschaftlich in schnabelgerechte Stücke zu zerhacken. Bei den afrikanischen Zwergziegen müssen die Tierpfleger allerdings aufpassen, dass die Tiere nicht zu viele Kastanien verspeisen, weil sie beim Verzehr größerer Menge ernsthaft krank werden können.

Nicht nur in den Herbstferien, ganz generell lohnt im Herbst und Winter ein Besuch im Zoo Heidelberg – auch wenn sich die Sonne hinter Wolken versteckt. Im Raubtierhaus können kleine und große Zoobesucher das Leben der Erdmännchen beobachten, die, so scheint es, ohne Unterlass Ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Scharren, fressen und spielen. Auch gibt es für die Jahreszeit bei den Blessböcken eher ungewöhnlichen Nachwuchs zu vermelden. Der kleine Blessbock wurde am 7. Oktober geboren und erkundet munter die Anlage. Blessböcke sind nur im südlichen Südafrika heimisch. Seinen Namen verdankt diese Unterart des Buntbocks seiner auffälligen Blesse, die sich über den gesamten Nasenrücken zieht. Die Paarhufer ernähren sich ausschließlich von Gräsern und Kräutern, die wegen ihrer schwer verdaulichen Zusammensetzung wiedergekäut werden müssen.

Die „Zooferien“ während der Herbstferien sind zwar inzwischen ausgebucht, aber die Zooschule hat ein weiteres interessantes Angebot für aktive Winterschläfer im Programm, für das man sich jetzt anmelden kann – die „aktiven Wintertage“. Die aktiven Wintertage sind ein zweitägige Veranstaltungsangebot der Zooschule im Dezember und Januar. Zooeintritt, Getränke und Mittagessen sind in der Ticketgebühr enthalten. Die Kinder beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Verhalten von Tieren im Winter. Vielfältige Aktivitäten, wie z.B. das Reinigen von Nistkästen und der Besuch des Zoos hinter den Kulissen, runden das Angebot ab. Tickets erhält man im Vorverkauf an der Zookasse.

Zoo - wozu? Dr. Klaus Wünnemann & Jörg Tröger im Gespräch

Dr. Wünnemann, Direktor Zoo Heidelberg

Mittwoch, 7. November, 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Deutsch-Amerikanisches Institut (dai) in Heidelberg

Eintritt:
Regulär 8.00 Euro
Ermäßigt 5.00 Euro
Mitglieder 4.00 Euro

Mehr als 600 000 Menschen jährlich besuchen den Heidelberger Zoo, etwa 50 Millionen Besucher sind es in deutschen Zoos und Wildparks insgesamt, mehr als doppelt so viele wie zu Spielen der Fußballbundesligen gehen.

Zoos sind beliebte Erholungsziele, wo man das Verhalten von Tieren studieren kann, die meistens nur im Fernsehen zu sehen sind. Manchmal sind vielleicht Zweifel angebracht, ob die Zoohaltung von Wildtieren jemals artgerecht zu gestalten ist, andererseits sorgen modern geführte Tiergärten als eine Art Arche Noah dafür, dass vom Aussterben bedrohte Spezies überleben können. Mit internationalen Erhaltungszuchtprogrammen wird für 850 Arten verhindert, dass es zu Inzucht und damit zum Verlust der genetischen Vielfalt einer Art kommt. Naturschutz, biologische Forschung und Bildung sind die Aufgaben, die heute ein Zoo mit wissenschaftlicher Sorgfalt zu erfüllen hat.

Dr. Klaus Wünnemann ist Direktor des Heidelberger Zoos. Sein Gesprächspartner Jörg Tröger war Kulturredakteur bei SWR 2.

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Zwölf Mal Freude schenken mit Elefant, Kea & Co. Der Zoo-Kalender 2013 ist erschienen

Syrischer Braunbär im Wasser, Kalenderblatt / Foto von Elke Carlow

Heidelberg, 17. Oktober 2012, S. Richter  Der Zookalender 2013 mit ausdruckstarken Bildern von den Bewohnern des Heidelberger Zoos ist da! In Kooperation mit Sponsor City-Druck Heidelberg und dem Verein der Tiergartenfreunde e.V. ist ein Jahreskalender im Format A 3 entstanden, der jeden Raum schmückt: Ob die jungen Elefantenbullen Voi Nam und Thai Rüssel an Rüssel in einem Gespräch vertieft sind, Rosa Löffler ihr prachtvolles Gefieder zeigen oder ein syrischer Braunbär elegant durchs Wasser pflügt – jede Aufnahme präsentiert einen ganz besonderen Ausschnitt aus der Artenvielfalt im Zoo Heidelberg.
Die Tierfotografien ergeben eine schöne Gesamtkomposition, die gleichermaßen ins Wohnzimmer, Kinderzimmer, Büro oder das Wartezimmer der Arztpraxis passt. Tierfotografien sind sehr beliebt; um Tiere zu fotografieren, braucht man neben fotografischem Geschick aber auch viel Geduld. Das wissen all jene, die sich an dem Fotowettbewerb der Tiergartenfreunde in diesem Jahr beteiligt haben. Die Jury hatte es nicht leicht, die schönsten Bilder aus den 180 eingesandten Fotos auszuwählen. Einige der Fotos aus dem Wettbewerb schmücken nun den Kalender, der für 9,95 Euro im Zooshop erhältlich ist. Der Erlös kommt den Tieren des Heidelberger Zoos zu Gute.

Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung mit den Bildern aus dem Fotowettbewerb findet am 4. November um 11:00 Uhrin der Scheune im Zoo Heidelberg statt.

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