Pressemitteilungen

Osterspaß im Zoo Heidelberg – Langohren im Einsatz

Der Frühling kommt - ganz bestimmt. Tollende Lämmer im Zoo. Foto Susi Fischer

Heidelberg, 26. März 2012, S. Richter  Der meteorologische Winter ist seit vier Wochen vorbei und auch kalendarisch hat sich die kalte Jahreszeit letzte Woche verabschiedet. Pünktlich zu den Feiertagen machen die Wetterberichte jetzt Hoffnung auf mildere Temperaturen und ein Besuch im Zoo Heidelberg lohnt sich zu Ostern auf jeden Fall. Dem bisher wechselhaften und kühlen Wetter zum Trotz blühen viele Krokusse und Tulpen bereits prächtig und auch die ersten Sträucher am Wegesrand zeigen ihre Knospen. Viele andere bunte Frühlingsboten stehen schon in den Startlöchern, um bei steigenden Temperaturen und Sonnenstrahlen die Grünflächen des Zoos in farbenprächtige Blütenteppiche zu verwandeln.
Die Kinder dürfen sich am Ostersonntag auf etwas ganz Besonderes freuen: Ein lebensgroßer Osterhase verwöhnt die kleinen Zoobesucher mit leckeren Überraschungseiern. Damit jedes Kind auch eines abbekommt, hat er zwei fleißige Assistentinnen, die sich ebenfalls durch lange Ohren auszeichnen. Die Poitou-Eselstuten Resi und Yvette tragen große Weidenkörbe auf ihren Rücken, die prall gefüllt sind mit Überraschungseiern. Kleine Zoobesucher können sich also auf das süße Geschenk freuen und als Dankeschön gerne die braven Eselstuten mit ein paar Streicheleinheiten hinter ihren grandiosen Ohren verwöhnen.
Im Afrikahaus gibt es für Zoobesucher eine weitere Attraktion zu bestaunen: Pünktlich zu Ostern sind auch dieses Jahr kleine, goldgelbe Hühnerküken geschlüpft. Die flauschigen Federbällchen leben in einem zirkuszeltähnlichen Gehege, das weich und warm mit Stroh und Hobelspänen ausgepolstert ist. Neben den Küken gibt es aber noch weiteren Nachwuchs zu sehen: So ist im Streichelzoo ordentlich was los, denn dort wartet eine Riesenschar buntgescheckter, neugieriger Ziegenjunge auf aufgeweckte Kinder.
Bei den quirligen Erdmännchen im Raubtierhaus tollen drei neue Familienmitglieder mit durch das Gehege, die Goldgelben Löwenäffchen im Menschenaffenhaus präsentieren stolz ihre zwei Jungtiere und Faultiermutter Wilma trägt ihr Kind Bam-Bam sicher an ihrem Bauch.
Sehr schön sind auch die vielen Weißstörche, die sich bereits an mindestens fünf Nestern auf dem Gelände des Zoos zu schaffen machen. Da wird heftig geklappert, gedroht und im Sturzflug ein begehrtes Heim angeflogen. Spätestens im Mai sollte jedes Paar sein Nest gefunden und hergerichtet haben, denn dann beginnt das Brutgeschäft bei Meister Adebar.

Es lohnt sich also, im Zoo vorbei zu schauen, zumal nur dort Eltern ihren Kleinen lebende Osterhasen, Osterlämmer und Osterküken zeigen können.

Öffnungszeiten, ab April bis 19.00 Uhr: Geöffnet hat der Zoo Heidelberg bis zum 31. März 2013 täglich von 9 bis 18 Uhr, ab 1. April 2013 (bis September) dann täglich von 9 bis 19 Uhr. Mehr Informationen unter www.zoo-heidelberg.

Der Kindersegen hält an - Faultier „Bam-Bam“ ist da!

Kleines Faultier - Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 21. März 2013, S. Richter  Im Zoo Heidelberg herrscht derzeit ein wahrer Kindersegen: Nach den Erdmännchen, den Goldgelben Löwenäffchen, den Schafen und afrikanischen Zwergziegen sorgte nun auch das Faultierpaar „Wilma“ und „Fred“ für Nachwuchs. Das kleine Zweifingerfaultier kam Anfang März zur Welt und wurde von den Tierpflegern „Bam-Bam“ getauft.
Für den Zoo Heidelberg ist es die zweite Nachzucht bei dieser ungewöhnlichen Tierart, die ihr Leben kopfüberhängend in den Bäumen verbringt. Der 2011 geborene „Pebbles“ ist schon vor einiger Zeit in einen französischen Zoo umgezogen.
Faultiere verbringen die ersten Wochen ihres Lebens gut versteckt und festgeklammert am kuscheligen Bauchfell der Mutter – aber mit etwas Glück können Zoobesucher den Nachwuchs mit der großen Stupsnase und den braunen Knopfaugen durch die Scheibe im Innengehege der Südamerikavoliere beobachten. Ist „Bam-Bam“ ein Junge oder ein Mädchen? „Man kann das bei Faultieren erst sehr spät erkennen“, so Revierleiter Thomas Bersch, „das wird wahrscheinlich noch einige Monate dauern“.
Obwohl Faultiere Einzelgänger sind, hegen „Wilma“ und „Fred“ ein inniges Verhältnis, was man daran erkennt, dass die beiden sich oft einen Ast gemeinsam teilen. Im Hinblick auf ihren gemeinsamen Nachwuchs verhalten sich die beiden ungewöhnlich, denn normalerweise hält sich ein Faultiermännchen von dem Weibchen mit Nachwuchs fern. In den Zoos wird deshalb oft das Männchen für eine gewisse Zeit von Mutter und Kind getrennt. Wilma und Fred hingegen kuscheln gemeinsam mit ihrem Nachwuchs so eng, dass kaum zu erkennen ist, wo ein Faultier beginnt und das andere aufhört – ein Verhalten, das sehr selten beobachtet wird.
Sobald sich die Temperatur auf mindestens 15 Grad stabil eingependelt hat, darf die Faultierfamilie wieder das Außengehege mitbenutzen. In der begehbaren Voliere hangeln die Faultiere dann umgeben von vorwitzigen Guirakuckucken und farbenprächtigen Grünwangen-Amazonen gemächlich an den Ästen entlang.
In freier Wildbahn leben Zweifingerfaultiere in den Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. Mit ihren bis zu 7,5 Zentimeter langen Sichelklauen sind sie perfekt an ein kopfüberhängendes Leben in den Astgabeln angepasst. Darauf weist auch der Scheitel hin, den die Tiere auf dem Bauch tragen, damit das Regenwasser seitlich ablaufen kann. Ihr Name kommt ebenfalls nicht von ungefähr: Zweifingerfaultiere dösen bis zu 20 Stunden pro Tag und bewegen sich bevorzugt im Zeitlupentempo. In ihrer Heimat dient diese scheinbar „faule“ Lebensweise aber durchaus einem wichtigen Zweck, nämlich der Tarnung vor Feinden, zum Beispiel vor Jaguaren oder Harpyien, das sind die riesigen Urwaldadler Südamerikas.
Im Regelfall gibt es für Faultiere keine Veranlassung, sich schneller zu bewegen. Vor Feinden sind sie bestens getarnt und für ihre Nahrung – junge Blätter, Blüten und Früchte – müssen sie keine weiten Strecken zurücklegen. Wenn die ruhigen Tiere dann aber einmal aktiv werden, sind überraschte Blicke bei den Zoobesuchern vorprogrammiert! Doch auch die beste Tarnung schützt nicht vor allem: Wie viele Bewohner der tropischen Regenwälder sind auch Faultiere durch die Abholzung ihres Lebensraumes

Goldgelber Nachwuchs im Doppelpack

Nachwuchs bei den Goldgelben Löwenäffchen, Foto Heidrun Knigge

Heidelberg, 13. März 2013, S. Richter  Die Goldgelben Löwenäffchen Ilona und Alfredo haben im Zoo Heidelberg vor kurzem für eine freudige Überraschung gesorgt: Gleich im Doppelpack kam bei den zierlichen Äffchen Nachwuchs zur Welt. Die Jungtiere erfreuen sich bester Gesundheit und haben sich bereits hervorragend in die Gruppe eingelebt. Im Zoo Heidelberg pflanzt sich die bedrohte Affenart seit längerem erfolgreich fort, in den letzten drei Jahren kamen vier Jungtiere zur Welt.
Ihren Namen verdanken die Goldgelben Löwenäffchen ihrer auffälligen, goldfarbenen Mähne, die ihr unbehaartes Gesicht umschließt. Die Affen leben in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Auch im Zoo Heidelberg können sie oft bei der gegenseitigen Fellpflege oder beim bereitwilligen Teilen der Nahrung beobachtet werden. Besonders die Aufzucht der Jungtiere wird bei den Goldgelben Löwenäffchen zur Familienangelegenheit. Die Jungtiere, meist Zwillinge, werden vom Vater und den Geschwistern äußerst liebevoll umsorgt und die Mutter bekommt sie oft nur zum Säugen übergeben.
In freier Wildbahn bewohnen die zur Familie der Krallenaffen gehörenden Primaten ausschließlich ein kleines Regenwaldgebiet im Bundesstaat Rio de Janeiro in Brasilien. Wie so oft ist auch für die Goldgelben Löwenäffchen der Mensch die größte Bedrohung: Durch die ständig fortschreitende Abholzung und die Jagd wären diese schönen Tiere Anfang der 1980er Jahre fast komplett ausgerottet worden.
Nur das Engagement zahlreicher Zoos in Zusammenarbeit mit den brasilianischen Behörden konnte die Situation der kleinen Primaten verbessern. Zahlreiche in Menschenobhut geborene Löwenäffchen wurden wieder ausgewildert, außerdem konnten die Schutzmaßnahmen im Lebensraum verstärkt werden. Heute gilt die Art immer noch als gefährdet („endangered“), ihr Bestand von etwa 1000 Tieren ist aber stabil. Die Goldgelben Löwenäffchen sind deshalb ein bekanntes und wichtiges Beispiel dafür, dass Zoos erfolgreich zum Überleben von Tieren in ihrer natürlichen Umgebung beitragen können.

Nachwuchs bei den possierlichen Erdmännchen

Kleines Rackerchen, dieses Erdmännchen. Foto von Peter Bastian

Heidelberg, 6. März 2013, S. Richter  In diesem Jahr haben die Erdmännchen in Sachen Nachwuchs den Anfang gemacht: Bereits vor einigen Wochen wurden drei gesunde Jungtiere geboren. Da die possierlichen Tiere in ihrer eigentlichen Heimat, den trockenen Regionen im südlichen Afrika, eher keine Minusgrade gewohnt sind, hatten die Kleinen es zu Anfang nicht leicht. Inzwischen ist das Gröbste überstanden und der Nachwuchs entwickelt sich prächtig. Die Geburt ist ein weiterer Beweis für die seit Jahren erfolgreiche Fortpflanzung der Erdmännchen im Zoo Heidelberg.

Erdmännchen sind Nesthocker, die anfangs blinden und nackten Jungtiere verlassen erst nach etwa zwei bis drei Wochen den schützenden Bau, der aus zahlreichen unterirdischen Gängen besteht. Der Heidelberger Nachwuchs hat mittlerweile den Bau verlassen und sich gut in die derzeit 13-köpfige Gruppe eingelebt. Das Gruppenleben ist für Erdmännchen besonders wichtig: Die sozialen Tiere machen am liebsten alles gemeinsam und können oft dabei beobachtet werden, wie sie in einem scheinbar verknoteten Haufen schlafen, zusammen nach Futter scharren oder ausgiebig kuschelnd in der Sonne baden.
Doch die Gruppen folgen auch einer festgelegten Rangstruktur. Zur internen Geburtenkontrolle beispielsweise darf sich nur das ranghöchste Weibchen fortpflanzen und zum Schutz muss immer ein Erdmännchen Wache halten. Der Wächter nimmt meist eine erhöhte Position ein und macht dort „Männchen“, um die gesamte Umgebung im Blick zu behalten und Fressfeinde kommen zu sehen. Wenn er einen Raubvogel oder eine Schlange kommen sieht, gibt er einen kurzen, schrillen Warnlaut von sich und die gesamte Gruppe verschwindet blitzschnell im Bau oder sucht Deckung unter Büschen und Wurzeln. Auch bei den Erdmännchen im Zoo Heidelberg kann dieses Verhalten beobachtet werden, obwohl sie sicher noch nie einem ernstzunehmenden Fressfeind begegnet sind.

Dank ihres schelmischen Aussehens und ihres geselligen Gruppenlebens gehören die quirligen Erdmännchen zu den Lieblingen bei Groß und Klein. Besucher vergessen deshalb oft, dass die Erdmännchen zu den Raubtieren gehören. Ihr Gebiss besitzt lange Eck- und Fangzähne, mit denen sie mühelos Beutetiere bis zur Größe einer Eidechse oder eines Vogels erlegen können. Deshalb steht im Zoo Heidelberg neben unterschiedlichen Obstsorten auch tierische Kost auf dem Speiseplan der kleinen Räuber. Wenn die Tierpfleger Leckerbissen wie Mehlwürmer verteilen, gibt es für die Erdmännchen kein Halten mehr: Sie scharren und graben wild im Gehege herum, bis sie alle Mehlwürmer gefunden und genüsslich verspeist haben.

Fotos: Peter Bastian

Kunstauktion im Zoo Heidelberg am Sonntag, 3. März um 11.30 Uhr Menschenaffen und Elefanten malen für die Löwen

Selbstgemaltes von Schimpansin Conny

Video, jetzt anschauen: Kreative Künstler im Zoo Heidelberg

Heidelberg, 25. Februar 2013, S. Richter  Der Zoo Heidelberg ist die Heimat einiger besonders kreativer und künstlerisch begabter Tiere, dazu zählen vor allem die Elefanten und die Menschenaffen. Mit den künstlerischen Werken ist nun eine ganz besondere Veranstaltung geplant: Unter dem Motto „Menschenaffen und Elefanten malen für die Löwen“ werden am Sonntag, 3. März um 11.30 Uhr im gläsernen Pavillon (alter Zooshop) die schönsten tierischen Kunstwerke versteigert, Echtheitszertifikat inklusive. Wer sich eines der Werke der ungewöhnlichen Künstler aufhängen oder als besonderes Präsent verschenken möchte, sollte diese besondere Veranstaltung auf keinen Fall versäumen. Der Erlös der Auktion fließt zu einem Großteil in den Ausbau der Löwenanlage, ein Teil des Geldes kommt aber auch der Anschaffung neuer Materialien für die engagierten Künstler zugute. Denn welcher große Maler kann schon ohne Leinwand, Papier, Pinsel und Farbe arbeiten? Bei der Versteigerung mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann als Auktionator und den beiden Tierpflegerinnen Corinna Schmitt (Elefantenrevier) und Anke Jakob (Affenrevier) stehen 14 bis 20 tierische Kunstwerke zum Verkauf, eine Hälfte der Bilder sind von den Elefanten und die andere Hälfte von den Orang-Utans und Schimpansen gemalt. Zwei der großformatigen Bilder entstanden sogar in künstlerischer Zusammenarbeit zwischen den Orang-Utans „Ujian“, der ein routinierter und bedachter Maler ist, und jungen „Sari“, die gerade erst den Spaß am Malen entdeckt.
Alle tierischen Werke sind entweder auf Papier und bereits gerahmt (Affenbilder) oder auf Leinwand (Elefantenbilder). Die Bilder sehen beeindruckend aus: Teilweise wie moderne Kunst; in vielen Bilder erkennt man echte Strukturen wie zum Beispiel Blumen, Herzen oder Gesichter. Ein Video des Zoos zeigt, wie die Gemälde entstehen und die Pfleger mit den Tieren arbeiten.
Mitbieten lohnt sich, denn auf einen Teilnehmer der Auktion wartet ein besonderes Erlebnis: Der Käufer des Bildes, das den höchsten Preis erzielt, bekommt die einmalige Gelegenheit, eine Malstunde bei den Menschenaffen oder Elefanten zu besuchen!
Bei den Elefanten sind „Tarak“ und vor allem „Thai“ die großen Künstler, die anderen beiden Jungbullen haben ihre kreativen Adern bislang noch nicht entdeckt. Die Dickhäuter benutzen für ihre einzigartigen Gemälde ganz professionell Leinwände, Pinsel und Acrylfarbe. Dank ihrem Rüssel mit rund 40.000 Muskeln ist es für die Elefanten kein Problem, den Pinsel sicher zu führen und ausdrucksstarke Bilder zu schaffen. Im Gegensatz dazu malen die Affen ihre Kunstwerke mit ungiftiger Fingermalfarbe für Kinder auf Papier. Die intelligenten Tiere haben sichtlich Spaß daran, die Farben geschickt mit dem Pinsel und den Fingern auf dem Blatt zu verteilen und so farbenfrohe Gemälde entstehen zu lassen. Die Malerei ist bei den Schimpansen und Orang-Utans im Zoo Heidelberg schon lange Teil der umfangreichen Beschäftigungsangebote, die wissenschaftlich „enrichment“ genannt werden, und wird von vielen Tieren begeistert angenommen. Für die Elefanten ist das Malen weniger ein Hobby, sondern viel mehr eine Art Gehirnjogging, um geistig fit zu bleiben. Deswegen sieht das Malen dort auch viel strukturierter aus: Pinsel mit Farbe in den Rüssel, und los geht es. So werden Schicht für Schicht Farben auf das Papier gebracht. Für jede Lage gibt es eine kleine Belohnung.
 

Balistare im Zoo Heidelberg: Hoffentlich bald reif für die Insel!

Balistar im Zoo Heidelberg, Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 20. Februar 2013, S. Richter  Die Erhaltung vieler vom Aussterben bedrohter Tierarten ist langfristig nur mit der Hilfe engagierter Zoos möglich. Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme verschreiben sich neben der gezielten und koordinierten Zucht von Zootieren auch dem Schutz solcher bedrohter Arten. Nachzuchten aus Zoos werden im Rahmen dieser Programme wieder ausgewildert, um die Populationen in ihrer natürlichen Umgebung zu unterstützen. Auch für den Balistar, eine ausgesprochen attraktive Vogelart, die nur auf der zu Indonesien gehörenden Insel Bali beheimatet ist, gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das vom Kölner Zoo koordiniert wird.

Nur wenige Zoos in Deutschland können ihren Besuchern die Chance bieten, diese schöne Vogelart zu bestaunen. Nun hat ein junges Pärchen dieser seltenen Starenart im Zoo Heidelberg ein neues Zuhause gefunden. Das Männchen wurde 2011 im Zoo Wuppertal geboren, das Weibchen 2010 in Zoo Pilsen. Die bis zu 25 Zentimeter großen und nur zirka 100 Gramm schweren Vögel wirken durch ihr schneeweißes Gefieder, das an der Schwanz- und den Flügelspitzen schwarz gesäumt ist, sehr edel. Mit ihrer schillernd blauen „Maske“, die vom Schnabelansatz bis zur Augenpartie die weißen Federn ersetzt, ziehen sie die Zoobesucher in kürzester Zeit in ihren Bann. Noch imposanter erscheinen die Tiere während der Balz, denn dann stellen sie die Federhaube auf ihrem Kopf und zeigen sich in voller Pracht.

Hoffentlich können in Heidelberg bald balzende Balistare beobachtet werden, denn dann stehen die Chancen gut, dass der Zoo Heidelberg sich mit Nachzuchten an der Arterhaltung beteiligen kann. Der Balistar ist für die Wissenschaft eine relativ neue Tierart, erst im frühen 20. Jahrhundert wurde er entdeckt. In freier Wildbahn ist das Tier hochgefährdet, es gibt nur noch wenige Dutzend dieser Vögel. Die stärkste Bedrohung des Balistares geht vom Menschen aus. Illegaler Tierhandel und die Vernichtung des ohnehin schon begrenzten Lebensraumes der Vögel verhindern die Ausbreitung der Population. Sein prachtvolles Äußeres macht ihn zu einem begehrten Käfigvogel und zu einer Art Statussymbol, denn er erzielt enorm hohe Schwarzmarktpreise. Der Balistar ist zwar heute durch indonesische Gesetze geschützt und im Nordwesten der Insel wurde ein speziell zum Schutz der Tiere der Bali-Barat-Nationalpark gegründet. Wichtig für das Überleben einer ausreichend großen Population der Vögel ist aber auch die Aufklärungsarbeit von Zoos und Naturschutzverbänden vor Ort und der Ausbau von Ranger-Gruppen zur Bewachung der Vögel in Freiheit und in den Zuchtstationen. 

Quietschfideler Nachwuchs bei den Kurzkrallenottern

Süßer Nachwuchs bei den Kurzkrallenottern. Foto von Peter Bastian

Heidelberg, 30. Januar 2012, S. Richter  Seit kurzem können die Zoobesucher zwei junge Kurzkrallenotter, die im Oktober 2012 im Zoo Heidelberg zur Welt kamen, bestaunen. Dieser unerwartete Zuwachs lies die quirlige Otterbande auf insgesamt sieben Mitglieder anwachsen. Anfangs hatten die beiden äußerst empfindlichen Neugeborenen noch mit den Temperaturen zu kämpfen und waren kurzzeitig etwas unterkühlt. Mittlerweile sind sie aber wieder vollkommen fit und erkunden in tapsigen Schritten ihr Gehege. Dennoch sind die Zoomitarbeiter natürlich noch immer wachsam, damit die beiden kleinen Otter sich auch weiterhin bester Gesundheit erfreuen.
Die lebhaften Kurzkrallenotter sind bei Zoobesuchern jeden Alters sehr beliebt. Mit ihrer aufgeweckten Art und den kleinen braunen Knopfaugen schaffen sie es, einfach alle in ihren Bann zu ziehen. Wenn die Otter verspielt durch ihr Gehege springen, geschickt durchs Wasser gleiten oder alle zusammen kuschelnd auf einem Felsen liegen, könnte man fast vergessen, dass sie keine süßen Kuscheltiere sind, sondern kleine Raubtiere mit messerscharfen Zähnen und Krallen.
Aufgrund der niedrigen Temperaturen tollt die Otterfamilie derzeit nicht immer in ihrer gewohnten Außenanlage, sondern ist manchmal auch gleich nebenan in einem kältegeschützten Innengehege wunderbar zu beobachten. Die Jungtiere sind bei der Geburt gerade einmal 50 Gramm schwer, nackt und blind. Erst nach fünf bis sechs Wochen öffnen junge Kurzkrallenotter ihre Augen und ab der siebten Lebenswoche beginnen sie langsam, ihre Umgebung zu erkunden. Verständlich, dass die beiden Kleinen also derzeit noch oft die wohlige Wärme ihrer Schlafbox genießen, mit ein wenig Glück können Zoobesucher sie aber immer öfter beobachten. Bei ihren regelmäßigen Ausflügen und spielerischen Schwimmübungen unter der liebevollen Aufsicht ihrer beiden Elternteile sind die Otter mit ihren kindlichen Gesichtern einfach ein herzerwärmender Anblick.
Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 Zentimetern machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner ist keine andere Otter-Art. Weitere Unterschiede zu anderen Otter-Arten, etwa dem Europäischen Fischotter, sind die nicht über die Fingerkuppen hinausragenden, sehr kurzen Krallen und die fehlenden Schwimmhäute. Beides braucht der Kurzkrallenotter nicht, da seine Beute aus Schnecken, Krebsen und anderen Wirbellosen besteht, nach denen er tastend am und im Gewässerboden sucht. Bei den Reisbauern in ihrer Heimat sind die Tiere genau deshalb gern gesehene Gäste, denn sie halten die Felder frei von Ernteschädlingen wie zum Beispiel Krebsen. Zwergotter zählen zu den gefährdeten Arten, was vor allem an der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes liegt.

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Federn, Stacheln, Ringelschwanz - Kunterbunter Kinder-Karneval im Zoo Heidelberg

Ujian, Orang-Utan
Orang-Utan Mann Ujian, Portrait von Antje Hoyer

Heidelberg, 29. Januar 2013  Am 11. Februar 2013, an Rosenmontag, findet eine besondere Faschingsveranstaltung statt: Der Zoo-Karneval für Kinder und Jugendliche ab fünf Jahren. Zwischen 14.00 und 17.00 Uhr finden die jungen Narren heraus, wofür den Tieren ihre Kostüme mit bunten Federn, langem Fell oder gedrehten Hörnern dienen.

Zoo-Karneval: am Rosenmontag, dem 11.02.2012 von 14:00 – 17:00 Uhr. Eine Veranstaltung für Kinder von 5 – 12 Jahren. Die Tickets kosten jeweils € 15,- und sind im Vorverkauf an der Zookasse erhältlich.

Die Kinder erkunden mit den Zoorangern den unglaublichen Reichtum an Farben und Formen in der Natur. Besonderen Spaß macht es, selbst in die Rolle verschiedener Tiere zu schlüpfen. Außerdem gehen sie vielen interessanten und witzigen Fragen nach: Wieso läuft das Zebra gestreift herum? Kann sich das Chamäleon wirklich grün und blau ärgern? Trägt der Hirsch sein Geweih zur Zierde oder ist der Kopfschmuck eine Notwendigkeit? An diesem Nachmittag ist man ganz dem Sinn und Zweck der vielfältig gemusterten Pelze, Stacheln oder auch Schmetterlingsflügel auf der Spur… Lassen sich etwa Entendamen vom farbenprächtigen Federkleid der Erpel beeindrucken, so dient dem Tiger sein gestreiftes Fell im Dschungel besonders gut zur Tarnung. Und das Hermelin hat für Sommer und Winter gleich zwei verschiedene Anzüge vorzuweisen. Am Ende der kurzweiligen Veranstaltung bekommt jeder Teilnehmer noch eine kleine Überraschung. Natürlich darf das traditionelle „HELAU“ nicht fehlen: Manche tierischen Bewohner des Zoos bekommen statt Bonbons und Konfetti gesunde Leckerlis zugeworfen.

Übrigens sollen die jungen Tierforscher gerne geschminkt und verkleidet kommen, denn sowohl Tiere als auch Zoomitarbeiter sind natürlich auf die lustigen Kostüme der Kinder gespannt.

Weitere Infos telefonisch unter 06221-3955713 (MO + DO 14:00-16 Uhr, DI + MI 10:00-12:00 Uhr) oder unter info@zooschule-heidelberg.de

Durchzählen bitte! Tierische Inventur im Zoo Heidelberg

Mähnenrobbenbulle Atos mit Pfleger Jörg Kubacki. Foto: Peter Bastian

Heidelberg, 10. Januar 2013, S. Richter  Nicht nur die Zoobesucher werden regelmäßig gezählt, sondern auch alle Gegenstände und natürlich die tierischen Bewohner des Zoos werden einmal im Jahr in einer Inventur erfasst. Von Futtersäcken bis hin zu Werkzeugen, von der kleinsten Hausmaus bis zum größten Elefant – nichts bleibt unentdeckt. Bei den Futtermitteln und den Gegenständen geht es relativ unspektakulär zu, aber die tierische Inventur ist für die Zoomitarbeiter jedes Jahr wieder spannend und hält manchmal einige Überraschungen bereit. Sie dient dazu, die ständig beobachteten und notierten Veränderungen im Tierbestand mit der tatsächlichen Zählung abzugleichen und eventuelle Abweichungen zu überprüfen. Da kann es schon mal passieren, dass das Geschlecht eines Tieres kurz nach der Geburt doch falsch bestimmt worden war oder der Verlust einer Ente durch einen Fuchs erst bei der Inventur bemerkt wird.
Wie jedes Jahr sind im Jahr 2012 einige Tiere gestorben oder umgezogen, aber es gibt ebenso reichlich Nachwuchs und Neuzugänge zu verzeichnen. Die Sumatra-Tigerdame „Kim“ zog in einen Zoo nach Dänemark, dafür kamen die beiden jungen Tiger „Asim“ und „Tila“ nach Heidelberg, die sich prächtig verstehen und bald ihr großzügiges Gehege teilen dürfen. Seltenen Nachwuchs gab es im Sommer – gerade einmal neun Monate nach der Geburt des letzten Kalbs – bei den Schopfhirschen. Der kleine „Willi“ entwickelt sich vorbildlich und erfreut sich bester Gesundheit. Auch bei den Hulmans gab es eine freudige Überraschung: Der erst im Dezember 2011 eingezogene Hulman „Hector“ sorgte schon im Sommer für den langersehnten Nachwuchs. Weitere erfreuliche Ereignisse waren die Geburten von zwei hübschen Zebras und die des Gorillajungen „Kiu“, der sich sehr gut in die Gruppe einlebt. Seit diesem Jahr beherbergt der Zoo Heidelberg außerdem vier Exemplare einer alten und heute gefährdeten Nutztierrasse, den schillernden Bronzeputen.
Bei der Tierinventur mühen sich die Tierpfleger mehrere Tage lang, aber nicht jede Tierart ist dabei so kooperativ oder leicht zu zählen wie Elefanten, Zebras oder Poitou-Esel. Die kleinen Hausmäuse entwischen in alle Richtungen, die flinken Sturmmöwen fliegen durcheinander und die quirligen Rhesusaffen halten grundsätzlich nie still. Trotz solcher „Widrigkeiten“ müssen alle Tiere sorgfältig aufgenommen werden. Zur Inventur zählt zum Beispiel bei den Mähnenrobben auch, dass sie gewogen werden, um so die Entwicklung, den Gesundheitszustand oder eine eventuelle Trächtigkeit zu überwachen. Dank einer speziellen Waage klappt das für Tier und Pfleger reibungslos. Mähnenrobbenbulle Atos, der mit seinen sieben Jahren die Pubertät hinter sich gebracht hat, wiegt stolze 360 Kilo. Kaum zu glauben, dass der jetzt bereits mächtige Bulle in den nächsten Jahren noch bis zu weiteren 150 Kilo zunehmen kann.
Am 31.12.2012 lebten im Zoo Heidelberg 1443 Tiere in 174 Arten, der Bestand ist im Vergleich zum Vorjahr somit um mehr als 100 Tiere angestiegen. Vor allem die Feldhamster, Stabheuschrecken und Koi Karpfen in den Teichen haben die Zahl nach oben schnellen lassen. Die größte Tiergruppe sind die Vögel, die mit 94 Arten und 544 Individuen vertreten sind, dicht gefolgt von den Säugetieren mit 60 Arten und 531 Individuen. Um auch weiterhin eine solche Artenvielfalt erhalten zu können, ist die geplante Erweiterung des Zoogeländes ein wichtiger Schritt. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann blickt nach einem erfolgreichen Jahr in der Tierhaltung erwartungsvoll in die Zukunft: „Das Erweiterungsgelände ist die große Chance des Zoos, seine gesellschaftlichen Aufgaben innovativ und auf hohem Niveau zu erfüllen“.
 

Lehrer aufgepasst: „Heidelberg lernt nachhaltig!“ Kostenloser Unterricht im Zoo

Die schöne Goldkatze - eine vom Aussterben bedrohte Tierart

Heidelberg, 8. Januar 2013  Ein Gemeinschaftsprojekt ermöglicht Schülern kostenlose Teilnahme am Zoo-Unterricht zum Artenschutz.
Engagierte Heidelberger Lehrkräfte können sich ab sofort mit ihren Schülern für kostenlosen Unterricht im Zoo bewerben. Lediglich der Zooeintritt ist zu entrichten.

Vor dem Hintergrund der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ unterstützt das Landesministerium für Umwelt (LUBW) beispielhafte Projekte gemeinnütziger Organisationen. Auch fünf Heidelberger Einrichtungen haben sich um das Förderprogramm verdient gemacht. Unter dem Motto „Heidelberg lernt nachhaltig – von der KiTa bis zur Uni“ arbeiten BUND, Eine-Welt-Zentrum, IFEU-Institut und Weltladen zusammen. Auch die von dem gemeinnützigen Verein Initiative Zooerlebnis getragene Zooschule macht sich für das Gemeinschaftsprojekt stark. Die hauseigene Pädagogin Daniela Vogt hat extra neue Programme rund um den Artenschutz entwickelt. Engagierte Heidelberger Lehrkräfte können sich ab sofort mit ihren Schülern für kostenlosen Unterricht im Zoo bewerben. Lediglich der Zooeintritt ist zu entrichten.

Ob Goldkatze, Löwenäffchen oder Waldrapp - im Heidelberger Zoo leben zahlreiche Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind und die von den Kindern ganz aus der Nähe beobachtet werden können. Aufbauend auf der emotionalen Bindung, die hierdurch entsteht, gehen die Schüler unter anderem folgenden Fragen nach: Welche Ursachen gibt es für die Ausrottung von Tierarten? Und welche Auswirkungen hat das Artensterben auf uns Menschen? Vom Lebensraumverlust, z.B. durch Abholzung des Regenwaldes bis hin zur Überfischung der Meere, werden die Themen auf spannende Weise aufbereitet. Dabei macht das interdisziplinäre Vorgehen den Schülern wichtige Zusammenhänge deutlich und regt sie zu vernetztem Denken an. Die dreistündige Unterrichtseinheit „Artenschutz = Menschheitsschutz“ richtet sich an Grundschüler ab der 3. Klasse. Ab der 5. Klasse empfiehlt sich das Programm „Mehr Handys für Gorillas“. Während dieser 90minütigen Exkursion wird auch einmal das eigene Konsumverhalten hinterfragt und diskutiert. Bei beiden Angeboten werden die Themen Artenverlust und Arterhaltung handlungsorientiert erarbeitet.

Im Rahmen des oben erwähnten Bildungsprojekts erfüllt die Zooschule den Anspruch  der Nachhaltigkeit gleich in doppeltem Sinn: Einerseits wird bei den Programmen besonderen Wert darauf gelegt, wie man selbst für den Artenschutz aktiv werden kann und wie man sich respektvoll gegenüber seiner Umwelt verhält. Andererseits behalten „Zoo-Schüler“ das Gelernte einfach besser!

Weitere Infos und Anmeldung in der Zooschule unter Tel.: 06221-3955713 (MO 13-16 Uhr, DI + DO 10-12 und 13-16 Uhr) oder per E-Mail: info@zooschule-heidelberg.de

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