Pressemitteilungen

Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg

Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg (Foto: Nils Becker)
Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg (Foto: Nils Becker/Zoo Heidelberg)

Ängste um Vogelnachwuchs nur teilweise bestätigt

Zahlreicher Nachwuchs bei den Vögeln im Zoo Heidelberg zeigt, dass sich die meisten der Tiere gut von den stressigen Tagen am Jahresanfang erholt haben. Viele der wertvollen und seltenen Vögel mussten vorsorglich die ersten Monate des Jahres hinter den Kulissen in geschützten Bereichen verbringen und offene Volieren wurden mit Planen abgedeckt. Der Zoo freut sich dieses Jahr umso mehr über jedes Küken.

Zu Beginn dieses Jahres hielten die Sorgen um eine mögliche Infektion mit Vogelgrippeerregern den Zoo Heidelberg schwer auf Trab. Zahlreiche Vogelhalter, Tierparks und Zoo hatten mit Verlusten bei ihren gefiederten Bewohnern zu kämpfen. Im Zoo Heidelberg kam es glücklicherweise zu keiner Infektion. Die Vorkehrungen, die getroffen wurden, ergaben dennoch einige Einschränkungen. Das Küstenpanorama mit der interessanten Vogelvielfalt der Wattbewohner, die größtenteils in Eurasien und Südamerika beheimatet sind, stand in den ersten Monaten des Jahres komplett leer. Die sonst so freudigen Schreie der Inkaseeschwalben und Möwen waren verklungen und es herrschte eine traurige Stille in dem idyllischen Gehege, das mit Leuchtturm und Wellengang die Atmosphäre des Deutschen Wattenmeeres wiedergibt.

Nun kommt wieder neues Leben in die bunte Vogelwelt. Bei den Kampfläufern sind die ersten Jungen aus den Eiern geschlüpft. Über den seltenen Nachwuchs bei den Graumöwen konnte sich das Vogelrevier bereits in den vergangenen Wochen freuen. Inzwischen haben auch die Säbelschnäbler nachgelegt und die kaum sechs Zentimeter - gerade mal daumengroßen - Küken der Zwergsäger sind mit der Mutter beim Schwimmen zu beobachten.

Leider können die Tierpfleger bei den Kuba-Flamingos auf dem großen See im Zoo Heidelberg, über keine einzige Eiablage berichten. Das Brutverhalten dieser sensiblen Vögel kam durch den vorrübergehenden Umzug zu Jahresbeginn komplett durcheinander, sodass in diesem Jahr kein Nachwuchs bei den farbenfrohen Vögeln zu erwarten ist.

Bei anderen Vogelarten im Zoo gibt es hingegen noch weitere Hoffnung auf putzige Küken: Einige Eier wackeln bereits verdächtig oder werden sorgsam bebrütet.

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Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg am 12. August 2017

Welt-Elefantentag am 12. August im Zoo Heidelberg (Foto: Löwenbrück)
Welt-Elefantentag am 12. August im Zoo Heidelberg (Foto: Löwenbrück)

Vorverkauf für exklusive Abendveranstaltung startet heute

Anlässlich des Welt-Elefantentages dürfen sich die Gäste am 12. August 2017 auf ein besonderes Abendevent freuen. Einblicke hinter die Kulissen des Elefantenhauses und persönliche Gespräche mit den Elefanten-Tierpflegern machen diesen Abend zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Wenn am Ende der Veranstaltung Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann persönlich den Auktionshammer für die Versteigerung der von den Elefanten gemalten Bildern in die Hand nimmt, können die Bieter echte Unikate ersteigern. Die Veranstaltungstickets sind ab sofort an der Zoo-Kasse erhältlich.

Am 12. August ist Welt-Elefantentag. Mit diesem Tag soll auf die akute Gefährdung dieser sensiblen Riesen aufmerksam gemacht werden, deren Bestand durch schrumpfende Lebensräume und rücksichtslose Wilderei immer kleiner wird. Etwa 35.000 Elefanten werden jedes Jahr wegen ihres Elfenbeins getötet. Um die Zucht Asiatischer Elefanten erfolgreich zu unterstützen, entschied sich der Zoo Heidelberg 2010 Elefanten-Jungbullen, die nach ein paar Jugendjahren den jeweiligen Familienverband verlassen müssen, bei sich aufzunehmen. Für dieses deutschlandweit einmalige Projekt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wurde ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufiger Freianlage für bis zu vier Jungbullen errichtet.

Wer mehr über Elefanten und insbesondere über die vier Bewohner der Heidelberger Jungbullen-Gruppe erfahren möchte, hat dazu am Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg die Möglichkeit. Tickets für das exklusive Abendevent gibt es ab sofort im Vorverkauf für 29 € (Kinder 23 €) an der Zookasse zu erwerben. Teilnehmer können mit dem Ticket am Veranstaltungstag jederzeit früher den Zoo betreten und die Zeit vor Veranstaltungsbeginn für einen Zoorundgang nutzen. Letzte Zutrittsmöglichkeit ist um 18:30 Uhr.

Info zum Programm
Treffpunkt für alle Gäste ist um 18.30 Uhr am Elefantenhaus. Nach einem Empfang mit Begrüßungsgetränk stehen die Tierpfleger für alle Fragen rund um die Dickhäuter Rede und Antwort.Bei einer Führung hinter die Kulissen erhalten die Teilnehmer Einblick in für Zoobesucher gesperrte Bereiche.

Auch das ansonsten strikte Fütterungsverbot wird unter Aufsicht der Tierpfleger an diesen Abend aufgehoben: Das derzeitige Quartett im Zoo Heidelberg „Tarak“, „Gandhi“, „Kin Yadanar Min“ und „Ludwig“ werden sich mächtig über einen Extra-Snack in Form von Äpfeln freuen, die die Gäste ihnen zuwerfen dürfen.

Als Abschluss der etwas dreistündigen Veranstaltung erwartet die Besucher eine besondere Versteigerung: Sie können ein von den Heidelberger Elefanten gemaltes Bild ergattern. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann wird als Auktionator einige dieser Kunstwerke anbieten. Revierleiter Stefan Geretschläger informiert: „Die einmaligen Kunstwerke werden mit Pinsel und Acrylfarbe ganz professionell auf Leinwänden gefertigt. Mit rund 40.000 Muskeln im Rüssel ist es für die Elefanten kein Problem, den Pinsel sicher zu führen.“ Einer der Käufer darf sich sogar auf ein zusätzliches Highlight freuen: Der Käufer des Bildes, das den höchsten Preis erzielt, bekommt die einmalige Gelegenheit, eine Malstunde bei den Elefanten zu besuchen!

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Dreifaches Elternglück bei den Graumöwen

Graumöwe mit Küken – Foto: S. Borchardt/Zoo Heidelberg
Graumöwe mit zweitem frischgeschlüpten Jungtier – Foto: S. Borchardt/Zoo Heidelberg

Nachwuchs bei den Vielfliegern in Heidelberg

Im letzten Jahr konnte sich der Zoo Heidelberg nach 17 Jahren wieder über den ersten heranwachsenden Nachwuchs bei den Graumöwen freuen. Jetzt zeigen die überaus fürsorglichen Elterntiere, dass sie zu mehr im Stande sind. Im Vogelrevier gibt es dieses Jahr drei flauschige Küken bei den Graumöwen.

Die Aufzucht der jungen Graumöwen kann man im Zoo Heidelberg sehr gut beobachten, denn ein Pärchen der Bodenbrüter hat das Nest nah am Besucherweg errichtet, der durch die Voliere führt. Die Tierpfleger bitten daher, etwas Abstand zu halten und besonders auf die kleinen Jungvögel zu achten, die sicher bald das Nest auch verlassen werden und den Weg überqueren können.

Zu welch erstaunliche Leistungen Vögel fähig sind, zeigen die wildlebenden Verwandten, die an der Westküste Südamerika beheimatet sind. Dort erstreckt sich das Jagdrevier dieser Vogelart auf ein Tausende von Kilometern langes Gebiet vom Äquator bis zu den kühlen Küsten Südchiles. Auf der Suche nach Krebsen, kleinen Fischen und Muscheln werden daher täglich weite Strecken entlang des Meeres zurückgelegt. Doch regelmäßig zur Brutsaison erhöht sich die Flugleistung der einzelnen Tiere enorm: Sobald die Brutsaison beginnt, zieht es die Graumöwen weit ins Landesinnere. In einem sehr kleinen Brutgebiet inmitten der Atacamawüste hat sich eine Kolonie von bis zu 60.000 Brutpaaren angesiedelt und stellt damit weit über die Hälfte des Weltbestandes. Dieses besondere Brutverhalten kommt dem Schutz der Küken zugute, denn in dieser lebensfeindlichen Region müssen sie nur wenige Fressfeinde fürchten. Der Vorteil für den Nachwuchs bedeutet jedoch eine große körperliche Belastung für die Elterntiere. Da in der kargen, extrem trockenen Umgebung kein Futter für die Tiere zu finden ist, fliegen die Elterntiere während der Aufzucht mehrmals pro Woche zurück an die 100 km entfernte Westküste zur Nahrungssuche.

Das ist ein erstaunlich weiter Weg zur „Arbeit“ und etwa sechs Mal so weit wie der durchschnittliche Arbeitsweg in Deutschland – und das ganz ohne Auto oder technische Verkehrsmittel.

Die Graumöwen im Zoo Heidelberg müssen keine entsprechenden Strapazen für die Futtersuche auf sich nehmen. Sie leben in Gesellschaft von Inkaseeschwalben und anderen geflügelten Küstenbewohnern in der Küstenpanorama-Voliere. Da Graumöwen auch in freier Wildbahn ihren Lebensraum mit Inkaseeschwalben teilen, ist dies für die Vögel nicht ungewöhnlich. Eine Nebenwirkung einer solchen Gemeinschaft zeigte sich im letzten Jahr. Damals hatten die Graumöwen-Eltern mit dem stark ausgeprägten Fürsorgebedürfnis schon mal „heimlich“ ein Inkaseeschwalben-Küken mitgefüttert. In diesem Jahr haben gleich zwei der Graumöwenpaare eigene Jungen zu versorgen.

Im Augenblick tragen die Küken noch ein dichtes, flauschiges, graues Gefieder. Dieses dichte, und gut isolierendes Daunengefieder dient dem Schutz vor Kälte und der starken Hitze der Atacamawüste. Der Federwechsel vom Daunenkleid erfolgt später nahezu übergangslos, sodass die Daunenfedern teilweise wie feine Härchen aus dem Gefieder ragen können, was den Jungvögeln ein etwas außergewöhnliches Aussehen verleiht.

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Heidelberger Schopfhirsche haben wieder Nachwuchs

Schopfhirsch, Jungtier, Nachwuchs
Schopfhirschnachwuchs in Heidelberg (ca. 2 Wochen alt) - Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Der kleine Schopfhirsch erkundet mit seiner Mutter die Anlage im Zoo Heidelberg

Nur wenige Zoos in Europa halten die seltenen Schopfhirsche. Mit der regelmäßigen Zucht leistet der Zoo Heidelberg einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt dieser kleinen Hirschart. Der am 04.06.2017 geborene kleine Schopfhirsch ist bereits das siebte Jungtier, das in Heidelberg geboren wurde. Die erfahrenen Elterntiere „Mieke“ und „Goofy“ kümmern sich sorgsam um den neuen Nachwuchs.

Beheimatet sind Schopfhirsche im zentralen und südlichen China. Im nördlichen Burma werden noch kleinere Bestände vermutet. Es wurden dort jedoch über einen längeren Zeitraum keine Tiere mehr gesichtet. Die Vernichtung ihres Lebensraumes durch Abholzung und Rodung sowie die starke Bejagung sind dafür verantwortlich, dass diese Hirschart als potentiell gefährdet gilt. Nachzuchten dieser seltenen Tiere sind deshalb besonders wertvoll. Somit ist die Freude im Zoo Heidelberg besonders groß und die Heidelberger können stolz auf die bisherigen Erfolge sein. In den Zoos von Magdeburg, Osnabrück und Berlin leben Nachkommen der Heidelberger Schopfhirsche.

Die zu den Paarhufern zählenden Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110 bis 160 Zentimeter. Und sogar bei dem Jungtier ist das besondere Merkmal, dem die scheuen Tiere ihren Namen verdanken, bereits gut zu erkennen - der schwarzbraune Haarschopf am Kopf. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt. An den Lippen und den Spitzen der verhältnismäßig großen Ohren tragen die Tiere ein leuchtendes Weiß. Das kleine Geweih, das nur die Männchen tragen, ist meist gänzlich im langen Haarschopf verborgen. Männliche Schopfhirsche haben verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange Eckzähne am Oberkiefer, die sehr prägnant aus dem Maul ragen. Diese werden als Waffe in Kämpfen um Reviere und Weibchen eingesetzt und können dem Rivalen erhebliche Verletzungen zufügen.

Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blättern, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Zoo Heidelberg erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei.

Mit einem lauten Fiepen kommunizieren die Tiere untereinander und warnen sich vor Gefahren. Wer in diesen Tagen am Gehege der Schopfhirsche, das sich die Tiere mit den Roten Pandas teilen, vorbeischaut, kann den kleinen Nachwuchs entdecken. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege. „Das Zusammenleben der Schopfhirsche mit den Roten Pandas funktioniert sehr gut und ist sehr harmonisch“ weiß Revierleiter Jörg Kubacki zu berichten. Das Gehege ist von hohem Bambus umrahmt. Zusammen mit dem großen Ginkgobaum entsteht so eine stimmige China-Atmosphäre mitten im Zoo Heidelberg.

Da die Jungen meist versteckt im hohen Gras oder unter Baumwurzeln verborgen auf die Rückkehr der Eltern von der Nahrungssuche warten, lohnt es sich auf alle Fälle, etwas genauer hinzuschauen.

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Junge Störche im Zoo Heidelberg werden beringt

Anfang Juni wurden die ersten wilden Jungstörche im Zoo Heidelberg beringt. (Fot
Anfang Juni wurden die ersten wilden Jungstörche im Zoo Heidelberg beringt. (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

Erkennungsringe liefern wertvolle Daten zum Verhalten der Störche

Die wilden Weißstörche im Zoo Heidelberg stecken mitten in der Brutsaison: Manche Storchenpaare brüten noch, während andere schon den Nachwuchs umsorgen. Anfang Juni wurden die ersten 10 wilden Jungstörche im Zoo beringt. Durch die Beringung können in Zukunft wertvolle Daten erhoben werden, die helfen, die gefährdeten Vögel zu schützen, ihre Flugrouten nachzuvollziehen oder ihre Lebensweise zu erklären.

Noch sitzen die jungen Weißstörche in den Nestern und werden von den Eltern gut umsorgt.  Bevor die Jungvögel bald flügge werden, sollen sie „beringt“ – mit einem Erkennungsring versehen –  werden. Anfang Juni war es soweit: Die ersten 10 wilden Jungstörche im Zoo konnten beringt werden, weitere Jungvögel folgen in den nächsten Wochen.

Um die Erkennungsringe an den Storchenbeinen anzubringen, muss der Storchenbeauftragte der Region, Helmut Stein, ganz nah an die Jungvögel in ihren Nestern heran. Das ist jedoch nicht immer einfach: Viele Nester sitzen so hoch, dass sie nur mit einem Hubsteiger erreichbar sind. Ist Herr Stein oben an einem Nest angekommen, wird er von den Elternvögeln mit wilden Scheinangriffen umflogen, während sich die Jungtiere tief in das Nest drücken. Das eigentliche Beringen geht schnell und ohne größere Auswirkungen auf die Störche vonstatten, denn der Ring wird einfach an das Bein „geclipst“. Der Experte nutzt die Gelegenheit, um die Jungen in den Nestern zu zählen. Im Heidelberger Zoo gab es vergangenes Jahr 18 Nester mit insgesamt 41 Jungvögeln. 2017 sind 20 Storchennester im Zoo besetzt und werden bebrütet. Wie viele Jungtiere dieses Jahr im Zoo heranwachsen werden, zeigt sich jedoch erst nach der Brutsaison.

Die Beringung erfolgt aus einem wichtigen Grund: Sie ist notwendig, um wertvolle Informationen über die Vögel zu sammeln. Immer wieder werden Weißstörche an unterschiedlichen Orten gesichtet. Durch den Erkennungsring können Experten eindeutig identifizieren, um welches Tier es sich dabei handelt. So ist es möglich, Informationen über ihre Lebensweise oder bevorzugten Flugrouten zu erhalten. Die Mehrheit der Störche im Heidelberger Zoo kommt zur Brutsaison direkt aus den Winterquartieren in Afrika, Frankreich oder Spanien. Sie sind sogenannte Westzieher. Vereinzelt gibt es auch ortständige Störche, die nicht mehr nach Süden ziehen und aus dem Luisenpark Mannheim nach Heidelberg kommen. Manche Storchenpaare, die im Vorjahr erfolgreich Jungtiere aufgezogen haben, finden sich – trotz zum Teil getrennter Winteraufenthaltsorte – in Heidelberg sogar wieder und beginnen erneut gemeinsam zu brüten. Ebenso spielt die Beringung für den Schutz der gefährdeten Vogelart eine große Rolle. Durch die Daten ist den Experten bekannt, welche geeigneten Brutplätze die Störche bevorzugt anfliegen. Diese Areale können dann durch spezielle Schutzmaßnahmen vor naturzerstörenden Eingriffen bewahrt werden.

Nach Heidelberg, besonders in den Zoo, kommen jedes Frühjahr ungewöhnlich viele Weißstörche. Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo, erklärt wieso: „Hier finden die Störche ideale Voraussetzungen, um ihre Jungen großzuziehen. Die großen, hohen Bäume und das geschützte Umfeld des Zoos sind gut geeignet zum Brüten. Außerdem gibt es auf den umliegenden Feldern genug Nahrung. Die Störche im Zoo werden nämlich nicht gefüttert. Sie müssen, wie es ihr natürliches Verhalten verlangt, eigenständig auf Nahrungssuche gehen. Rund um das Gelände finden sie ausreichend Insekten, Frösche oder Mäuse für sich und ihren Nachwuchs.“

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Familienzuwachs bei den Präriehunden

Neunfachen Nachwuchs gab es dieses Jahr bei den Schwarzschwanz Präriehunden im Z
Neunfachen Nachwuchs gab es dieses Jahr bei den Schwarzschwanz Präriehunden im Zoo Heidelberg. (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Gleich neun Jungtiere flitzen über die Anlage

Zahlreichen Nachwuchs gibt es im Zoo Heidelberg bei den Schwarzschwanz-Präriehunden. Mittlerweile sind neun mutige Jungtiere auf der Anlage zu sehen. Die possierlichen jungen Nager flitzen umher, spielen miteinander und mischen die ganze Kolonie gehörig auf.

Den Zoobesuchern wird es beim Beobachten der jungen Präriehunde nicht langweilig, denn auf der Anlage ist immer was los. Neugierig wuseln die kleinen Nager über Äste und Blätter, wedeln aufgeregt mit ihren schwarzen Schwänzchen, graben, knabbern am Futter oder ärgern hin und wieder die Erwachsenen. Das gemeinsame Spielen kommt natürlich nicht zu kurz - fast ständig sind sie dabei zu sehen.

Auch wenn ein „Hund“ in ihrem Namen steckt – mit diesem Tier haben die lebhaften Präriehunde nichts zu tun. Sie zählen zu den Nagetieren und sind daher mit den Murmeltieren und Streifenhörnchen verwandt. Ihren Namen haben sie durch ihren Warnruf erhalten: Entdeckt ein Präriehund einen Feind, stößt er einen bellenden Laut aus, um die anderen zu warnen.

Präriehunde leben in den weiten Gras- und Steppenlandschaften Nordamerikas in Kolonien. Ihr Lebensraum erstreckt sich dabei von Kanada über die USA bis hin nach Mexiko. Sie bewohnen ein weit verzweigtes Tunnelsystem mit vielen Schlafhöhlen, die mit weichen Gräsern oder Laub ausgepolstert werden. Bei Gefahr ziehen sich die Präriehunde in den Bau zurück und sind so vor Fressfeinden, wie Raubvögeln oder Kojoten sicher.  

Gut geschützt kommen die kleinen Präriehunde im Bau zur Welt und wachsen dort heran. Kurz nach der Geburt sind sie nur etwa 15 Gramm „schwer“, nackt und blind und werden von der Mutter intensiv umsorgt. Nach fünf bis sechs Wochen sind sie so weit entwickelt, dass sie sich das erste Mal nach draußen wagen.

Das Fortpflanzungsverhalten der Präriehunde ist extrem interessant: Die größte Gefahr für nestjunge Präriehunde sind ihre älteren Schwestern, Großmütter und Cousinen – sie töten oft etliche der Jungtiere. Sobald die Jungen aber dem Nest entwachsen sind und sich auf der Erdoberfläche sehen lassen, werden aus den Serienmörderinnen liebevolle Ammen, die sich um den Nachwuchs kümmern, wie Prof. John Hoogland von der University of Maryland herausfand. Die sozialen Nager teilen sich dann die Aufzucht der Jungen und helfen sich gegenseitig auch bei der Fellpflege. Sogar ein Begrüßungsritual gibt es: Wer zur Familie gehört, wird bei der Rückkehr in den Bau mit dem sogenannten „Erkennungskuss“ begrüßt. Zoobesucher, die beim nächsten Besuch ein bisschen Zeit vor dem Gehege der Präriehunde einplanen, können diesen Erkennungskuss mit ein bisschen Glück selbst beobachten.

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„Tag des Hundes“ am 4. Juni 2017 im Zoo Heidelberg

„Tag des Hundes“ am 4. Juni 2017 im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg)
„Tag des Hundes“ am 4. Juni 2017 im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg)

Spannende Infos rund um die treuen Vierbeiner

Sie sind beliebte Haustiere und werden als „Bester Freund des Menschen“ bezeichnet: Hunde. Am kommenden Sonntag, 4. Juni, können Zoobesucher beim „Tag des Hundes“ mehr über die treuen Vierbeiner erfahren. Verschiedene Vorführungen und ein Infostand sorgen auf der Wiese neben den Rhesusaffen von 11 Uhr bis 16 Uhr für ein abwechslungsreiches Programm.

Bei zwei Vorführungen, jeweils um 12 Uhr und um 15 Uhr, zeigen die Mitglieder des Vereins für Hundezucht und Hundesport Plankstadt e.V. mit ihren treuen Hausgenossen ihr Können. Hundesport ist Bewegung, Spaß, Disziplin und Wettbewerb zugleich. Bei unterschiedlichen Übungen, wie einem Hindernislauf oder einem Longier-Kreis können Besucher die Trainingseinheit hautnah miterleben.

Dazwischen gibt um 14 Uhr die Hundeschule Hunde-Nachhilfe Mannheim einen Einblick in ihre Arbeit. Hier erfahren die Zoobesucher, was es mit Dummy-Training und Trickdogging auf sich hat.

Wer wissen will, welche Aufgaben ein Rettungshund hat und was er dafür lernen muss, findet von 11 bis 16 Uhr beim Infostand der Rettungshundestaffel des DRK Mannheim den richtigen Ansprechpartner. Damit Rettungshunde bei der Suche nach vermissten Personen helfen können, bekommen sie bei der Rettungshundestaffel eine spezielle Ausbildung.

Auch den eigenen Hund dürfen Besucher gerne in den Zoo mitbringen, denn im Heidelberger Zoo sind Hunde erlaubt. Dabei gilt es zu beachten, dass die Vierbeiner an der Leine geführt werden und vor den Tierhäusern warten. Einem gemeinsamen Zoobesuch am „Tag des Hundes“ oder auch am Wochenende steht so nichts mehr im Wege.

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Artenschutztage im Zoo Heidelberg am 27. & 28. Mai 2017

Artenschutztage am 27. & 28. Mai im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg/K.W.)
Artenschutztage am 27. & 28. Mai im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg/K.W.)

Die Artenvielfalt in der Region entdecken

Direkt vor unserer Haustür leben viele Tier- und Pflanzenarten, die genauso bedroht sind, wie Tiger, Gorilla und Co. Diese heimischen Arten gilt es ebenso zu schützen. Bei den Artenschutztagen am 27. und 28. Mai 2017 gibt der Zoo Heidelberg an mehreren Entdecker-Stationen viele Informationen und nützliche Tipps zum Thema "Regionale Artenvielfalt". 

Die Artenschutztage im Zoo Heidelberg finden im Rahmen der EAZA-Artenschutzkampagne „Let it Grow“, zu Deutsch „Lassen wir es wachsen!“ statt. Der Zoo Heidelberg beteiligt sich regelmäßig an den Kampagnen des Europäische Zooverbands (EAZA), bei denen wechselnde Schwerpunktthemen zum Natur- und Artenschutz im Fokus stehen. Mit der aktuellen Kampagne möchte der Europäische Zooverband gemeinsam mit dem Europäischen Netzwerk der Science Center und Museen (Ecsite), sowie der Vereinigung der Botanischen Gärten (BGCI) das Bewusstsein jedes Einzelnen für die heimische Biodiversität stärken. Zudem soll auf die Bedrohung der heimischen Pflanzen- und Tierarten aufmerksam gemacht werden.

Am 27. und 28. Mai 2017 gibt es im Heidelberger Zoo von 14 bis 17 Uhr rund um das Waschbär-Gehege verschiedene Entdecker-Stationen zum Thema „Regionale Artenvielfalt“. Kleine und große Zoobesucher sind herzlich eingeladen, an den Aktionsangeboten teilzunehmen:

  • Waschbär, Halsbandsittich & Nilgans: Invasive Arten vor der Haustür: Direkt am Waschbärgehege gibt es aufklärende Informationen zu den sogenannten „invasiven Arten“. Dazu zählen Tiere, die aus ihren ursprünglichen Heimatgebieten zu uns gebracht wurden, sich inzwischen hier angesiedelt haben und so das biologische System beeinflussen. Um 15.45 Uhr findet eine kommentierte Waschbärfütterung statt.
     
  • Einheimische Insektenvielfalt: Hier entstehen selbstgebastelte „Samenbomben“ für Wildblumenwiesen und anhand von Modellen verschiedener „Krabbeltiere“ können Klein und Groß auf Tuchfühlung mit der Insektenwelt gehen.
     
  • Einheimische Vogelwelt: Storch, Graureiher, Eisvogel, Neuntöter oder Haussperling wohnen direkt vor unserer Haustür. Tipps zur richtigen Fütterung von Gartenvögeln und Informationen zu Do-it-Yourself-Nisthilfen gibt es an dieser Station.

Der Schutz der heimischen Artenvielfalt wird bereits an vielen Stellen im Zoo praktiziert. Im Umfeld der Gehege finden sich zahlreiche Schlupfwinkel für kleinere heimische Tierarten. Es gibt Insektenhotels für die Kleinsten und Nistgelegenheiten für Störche. Am Dach des Zoo-Parkhauses sind zudem spezielle Bruthilfen für Mauersegler montiert und im gesamten Zoo kann man Nistkästen für Fledermäuse und einheimische Singvögel entdecken.

Wer selbst zum Artenschützer werden möchte, findet auf der Webseite des Zoos unter www.zoo-heidelberg.de/letitgrow nützliche Tipps und Ideen, was Jedermann für die Artenvielfalt in der Region tun kann. Durch Nistkästen, Insektenhotels oder bienenfreundliche Pflanzen kann ein eigener Garten oder Balkon mit wenig Aufwand zum Paradies für heimische Arten werden. Jeder kann etwas dazu beitragen, dass die Artenvielfalt in der Region aufblüht.

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Kampfläufer in Höchstform

Kampfläufer im prächtigen Balzkleid (Foto: Heidrun Knigge)
Kampfläufer im prächtigen Balzkleid (Foto: Heidrun Knigge)

Brautwerbung in unterschiedlichen Gewändern

Das Küstenpanorama im Zoo Heidelberg ist immer attraktiv. Das Küstenambiente wird vom Wellenschlag untermalt und bietet die Kulisse für eine vielfältige Vogelwelt der Küsten Europas und Südamerikas.  Im Mai kommt nun ein besonderes Schauspiel dazu: Die Balz der Kampfläufer. Diese Balz gehört zu den eindrucksvollsten Paarungsritualen der daran nicht eben armen Tierwelt. Die Männchen der Kampfläufer legen in der Balz ein Prachtkleid mit einem gewaltigen Federkragen an. Dabei tragen jedoch nicht alle Tiere dasselbe Gewand, sondern jedes Männchen sein ganz individuelles: Allein im Heidelberger Küstenpanorama gibt es schwarze, braune, beige, fast weiße, getupfte und gestromerte Kragen.

In den letzten Jahren haben Forscher der Universität Uppsala herausgefunden, dass es in einer Gruppe von Kampfläufer große genetische Unterschiede gibt, die dazu führen, dass einige Männchen ein dunkles Prachtgewand tragen und Balzreviere besetzen, andere eher heller gefärbte als sogenannte Satelliten-Männchen um diese Reviere herumtanzen und kaum Streit mit den Revierinhabern haben und andere wieder sich gefiedermäßig als Weibchen tarnen und auf die Chance einer verstohlenen Paarung hoffen.  

Für die Zoobesucher ist es faszinierend zu beobachten wie jeder mit seiner Taktik versucht zum Erfolg zu kommen. Hat sich dieser eingestellt, überlassen die von der Balz erschöpften Männchen Brut und Jungenaufzucht allein den Weibchen. Kampfläufer sind in unserer Natur selten geworden, sie bevorzugen ruhige Haffwiesen als  Lebensraum, die an Nord- und Ostsee selten geworden sind. In Zoos sind sie nicht leicht zu züchten und so freuen sich die Vogelpfleger in Heidelberg über jedes Küken der gefiederten Ritter mit dem variablen Prachtkleid.

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Große Freude über Roloway-Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Roloway-Meerkatze Mutter Adriana mit Kind. (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)
Roloway-Meerkatze Mutter Adriana mit Kind. (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)

Hoffnung für bedrohte Primaten in West-Afrika

Zurzeit lohnt es sich für Zoobesucher in Heidelberg ganz besonders, sich etwas mehr Zeit vor dem Gehege der Roloway-Meerkatzen im kleinen Affenhaus zu nehmen. Mit etwas Glück zeigt sich dort nämlich der jüngste Nachwuchs von „Adriana“ und „Ghana“, der am 3. Mai 2017 zur Welt kam. Durch die große Glasfront lassen sich diese besonders schönen und eleganten Primaten mit den weißen Bärten und dem schwarz-braun glänzenden Fell gut beobachten.

Die Geburt der kleinen Meerkatze ist von großer Bedeutung für den Artenschutz. Weltweit leben nur etwa 35 Tiere in Zoos. Mit fünf Individuen hält der Zoo Heidelberg einen großen Anteil des Weltbestandes der Roloway-Meerkatzen in menschlicher Obhut undist die bedeutendste Zuchtstätte für diese extrem bedrohte Art. „Rund 30 % der Roloway-Meerkatzen in allen Zoos der Welt sind hier geboren und wurden erfolgreich aufgezogen“, kann Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann bekunden.

Noch hält sich das Jungtier die meiste Zeit an seiner Mutter fest, unternimmt aber auch immer öfter selbstständige Kletterversuche und erkundet seine Umwelt. Bald wird es zusammen mit seinen Artgenossen unglaubliche Kletterkünste und akrobatische Sprünge durchs Gehege vorführen.

Doch nicht nur bei der Zucht in Menschobhut ist der Heidelberger Zoo führend, er leistet auch einen herausragenden Beitrag zum Schutz der Tiere in ihren Heimatländern - den feuchten Regenwäldern im westlichen Ghana und der östlichen Elfenbeinküste. Dort führen die Roloway-Meerkatzen einen dramatischen Kampf gegen ihre Ausrottung. Durch die kontinuierliche Vernichtung des Regenwaldes und die gnadenlose Bejagung hat die Roloway-Meerkatze einen traurigen Spitzenplatz eingenommen: Sie zählt zu den 25 bedrohtesten Primatenarten der Welt. Nagetiere, Antilopen und auch Affen werden in den verbliebenen Regenwäldern gejagt, um die Märkte in den Städten mit „Bushmeat“ aus dem Regenwald zu versorgen. Das Fleisch der Wildtiere dient dabei jedoch nicht der Versorgung der armen Menschen, sondern wird auf Märkten als Delikatesse an zahlungskräftige Kunden verkauft.

Bereits im Jahr 2001 wurde vom Zoo Heidelberg das Artenschutzprogramm West African Primate Conservation Action (WAPCA) ins Leben gerufen, das sich ganz dem Schutz der Primatenarten dieses sensiblen Lebensraums verschrieben hat. Durch eine bessere Ausbildung der Wildhüter vor Ort und Schulungen der Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung des Regenwaldes, gelangen bereits wichtige Schritte hin zur Eindämmung der Wilderei. Mit jährlich über 35.000 Euro unterstützt der Zoo Heidelberg WAPCA. 15 andere europäische Zoos steuern jeweils mindestens 2.000 Euro dazu. Mit dem Geld wird eine Auffang- und Zuchtstation für die Tiere in Ghana finanziert, außerdem werden die Wildhüter mit einer besseren Ausrüstung und Ausbildung in ihrer Arbeit gegen die Wilderei unterstützt. Weitere Mittel werden zur Aufklärung der Bevölkerung über eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen des Regenwalds und für Kooperationen mit Schulen, in deren Rahmen die Schüler den Nationalpark besuchen und sich in Wettbewerben und Theaterworkshops mit der Problematik auseinandersetzen, eingesetzt. „Mit diesen kleinen Hilfen vor Ort konnten wir schon viel erreichen“, freut sich Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg und Verantwortliche für die Artenschutzarbeit. So konnten bereits 2012 erstmalig nach über zehn Jahren wieder wildlebende Roloway-Meerkatzen in Ghana entdeckt werden. Weitere bestätigte Sichtungen und ein Rückgang der Wilderei geben Anlass zur Hoffnung für die schönen Tiere.

Vielleicht wird auch das neue Jungtier bei den Roloway-Meerkatzen aus Heidelberg eines Tages mithelfen, in der fernen Heimat die Entwicklung der Population zu unterstützen. Doch noch bleibt es eine Weile spannend, denn bis festgestellt werden kann, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt, kann noch eine Weile vergehen. Mutter und Kind sollen nun erst einmal ungestört bleiben, damit die Aufzucht erfolgreich klappt.

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