Pressemitteilungen

Haare ab – Modetrend oder Notwendigkeit?

Heidelberger Tierpfleger übernehmen die Fellpflege
nach der Schur bis zu 2,5 kg leichter

Kurzhaar-Frisuren im Zoo Heidelberg

„Warum sehen denn die Schafe im Streichelzoo so kahl aus? Frieren die jetzt nicht im Winter?“ fragt sich vielleicht mancher Besucher im Zoo Heidelberg. Die Rede ist von den Walliser Schwarznasenschafen, die nach ihrer Winterschur der letzten Woche plötzlich einen schmalen und weniger wolligen Eindruck machen.

Im Zoo Heidelberg geht es diesen Schafen nämlich im Frühjahr und im Herbst an die Wolle. Dass die Schur bei den Schwarznasenschafen im Gegensatz zu anderen Schafen zweimal jährlich erfolgt, liegt an der Besonderheit der Rasse: Das Schwarznasenschaf, das vor allem durch die charakteristische, schwarze Färbung im Gesicht heraussticht, ist beheimatet im Schweizer Kanton Wallis. Dort wird die Rasse als Hausschaf gehalten und ist vorwiegend im Hochgebirge von Oberwallis zu finden. Frieren ist bei den robusten Schwarznasenschafen ein sehr seltenes Problem, denn Sie sind mit dem außergewöhnlich dichten, rauen Fell perfekt an die dort herrschenden Bedingungen und Temperaturen angepasst.  Ihr Fell setzt sich aus zwei Bereichen zusammen: Zum einen aus der feinen Unterwolle, direkt an der Haut zum Schutz vor Nässe und Kälte und zum anderen aus krausen Stichelhaaren, mit einer Länge von teils über 10 cm, die vor Wind schützen und dem Schaf sein kuscheliges Aussehen verleihen.

Aufgrund der stetig nachwachsenden Wolle, die im Rahmen der Zucht seit jeher gefördert wurde, ist eine regelmäßige Schur für Hausschafe unabdingbar und dient letztlich der Pflege des Unterfells, an das die Tiere selbst nicht herankommen. Besonders bei den Walliser Schwarznasenschafe sind daher die Friseurtermine zum Wohl der Tiere notwendig: Ihr Fell ist so dick, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Schafarten, zweimal im Jahr geschoren werden müssen. Jedes Jahr werden die Schafe jeweils im Frühjahr und im Spätjahr um 1,5 – 2,5 kg Wolle erleichtert.

Vor Wintereinbruch ist diese Prozedur sinnvoll, da sich die Schafe bei kühleren Temperaturen und nachts im Stall aufhalten und dort schnell zu schwitzen anfangen würden. Frischgeschoren können Sie Temperaturunterschiede besser ausgleichen und sind weniger anfällig für Krankheiten. Zudem können die Tierpfleger bei jeder Schur auch den Allgemeinzustand jedes einzelnen Tieres prüfen und falls nötig noch die Pediküre vornehmen. Die Wolle wächst so schnell nach, dass schon nach zwei Wochen kaum noch sichtbar ist, dass ein Friseurtermin stattgefunden hat. Die frische Wolle hilft den Schafen wieder optimal bei wechselnden Temperaturen die Körperwärme auszugleichen. Da kann der Winter kommen.

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Gute Noten für den Zoo – Luft nach oben in einzelnen Fächern

Zoo Heidelberg fragt seine Besucher

Im Frühjahr und Sommer 2014 hat die Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung (AfeB) die Zoobesucher befragt: Wie hat es Ihnen im Zoo gefallen? Wo kommen Sie her? Wie alt sind Sie? Diese und viele weitere Fragen wurden von über 1000 Zoobesuchern bereitwillig beantwortet. Nun liegt die Auswertung der Fragebögen vor und gibt interessante Aufschlüsse über die Zoobesucher:

Mit 80 Jahren überschreitet der Zoo Heidelberg weit das Durchschnittsalter seiner Besucher.67 % der Besucher sind in der Altersgruppe unter 40 Jahren zu finden. Starke Zuwächse sind vor allem bei den Besuchern ohne Kinder zu verzeichnen. Bei Familien bleibt der Zoo weiterhin beliebt: Die Kinderfreundlichkeit des Zoos wurde von 87 % der Befragten mit gut und sehr gut bewertet.

Besonders wichtig ist es dem Zoo Heidelberg, konstant über seine Gäste informiert zu sein. Bereits zum zweiten Mal wurde die unabhängige Besucherbefragung durchgeführt. Gerade im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 2011 können sich Bestätigungen, aber auch Entwicklungen zeigen: So erreichte die Gesamtbewertung des Zoo im direkten Vergleich ein unverändert hohes Niveau. 89 % bewerteten hier mit gut und sehr gut. 2014 waren mit 34 % der Besucher 6 % mehr Menschen zum ersten Mal im Zoo Heidelberg als 2011 – eine Chance, neue Stammbesucher zu gewinnen.

Die Ergebnisse der Besucheranalyse geben jedoch nicht nur Aufschluss über die Struktur des Publikums, sie sprechen auch Themen an, die die Entwicklung des Zoos beeinflussen. „Die Regelmäßigkeit, mit der wir auch künftig eine solche Befragung durchführen lassen werden, ist für uns sehr wichtig, um unseren Status als Erholungs- und Bildungseinrichtung zu stärken“ erklärt Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Leiter des Zoo Heidelberg. „Viele Familien mit Kindern nutzen die Jahreskarten und sind bereits Stammgäste, die sich auf dem Zoo-Gelände regelmäßig treffen.“ Zudem hat der Zoo seine Anziehungskraft geografisch ausgebaut. Kamen im August 2011 noch 57 % aus dem nahen Umfeld Heidelberg/Mannheim, sind es 2014 über 50 %, die von weiter weg anreisten.

Kritikpunkte wurden auch geäußert. Häufig wurde die Größe einzelner Gehege genannt. „Wir wissen, wo wir dringend weiterkommen müssen, beim Bärengehege sind wir mitten dabei, dann kommen Streichelzoo und Löwengehege“ betont hierzu der Direktor des Zoos, Klaus Wünnemann. „Ohne konstante Veränderungen stehen Zoos heutzutage schnell vor dem Aus. Wir müssen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Besucher, der Tiere und unserer Mitarbeiter eingehen. Dabei haben wir uns der Aufgabe gewidmet, sowohl Wissen um bedrohte Tierarten zu vermitteln, die Besucher für den Schutz der Natur zu begeistern, als auch den Zoo als erlebnisreiches Ausflugsziel zu etablieren“. Dies bestätigen auch die Aussagen im speziellen Lobbereich. Ein Teilnehmer fasste es sehr treffend zusammen: „In Heidelberg geboren und lange weg gewesen, jetzt wieder zurück, kann ich nur sagen: der Zoo entwickelt sich toll!!“

Tierisch lecker mit MSC-Zertifikat

Robbe erhält Hering direkt aus der Hand des Pflegers
Robbenfütterung [Foto: Susanne Fischer]

Gesunde und ausgewogene Ernährung im Zoo Heidelberg

Die kleinen Rhesusaffen fressen am liebsten Bananen. Stimmt das? Frau Anke Jacob, Leiterin Affenrevier im Heidelberger Zoo, weiß es genau. Seit 12 Jahren ist Frau Jacob im Zoo Heidelberg und hat sich auf die Pflege der Affen spezialisiert. Sie kennt die Vorlieben der einzelnen Tiere. „Natürlich fressen auch die Rhesusaffen, wie alle Affenarten, gerne Bananen. Sie lieben alles was süß ist“ weiß sie über ihre Schützlinge zu berichten. „Allerdings achten wir auf eine ausgeglichene Ernährung der Tiere. Zusätzlich zu verschiedenen Obstsorten füttern wir viele Gemüsearten“ ergänzt Jakob. Die 25 Rhesusaffen, die sich aktuell im Heidelberger Zoo befinden, erhalten jeden Tag 20 kg Obst und Gemüse, verteilt auf 3 tägliche Mahlzeiten.

Es kommt jedoch vor, dass Besucher versuchen, die Aufmerksamkeit der Tiere durch ein Angebot von vermeintlichen Leckereien auf sich zu ziehen. Auf den Hinweis, dass das Füttern durch Besucher im Zoo generell verboten sei, äußern sich die „Ertappten“ meist verständnislos mit Sätzen wie „Das sind doch Bio-Äpfel, die sind gesund.“ oder „Och, das kleine Stück Schokolade…“ und „Der ist aber doch soo dünn“. Darüber kann Frau Jacob nur den Kopf schütteln. „Die Tiere lernen sehr rasch, dass es Leckereien gibt, wenn sie betteln. Dieses Bettelverhalten führt zu Futterneid und provoziert Aggressionen unter den Artgenossen. Bei den Rhesusaffen herrscht beispielsweise eine strenge Rangordnung. Bekommt ein rangniederes Tier einen Leckerbissen und die anderen nicht, führt das zu Streit – da kann es durchaus auch zu Verletzungen kommen“. Diese Risiken werden von den Besuchern leider oft unterschätzt.

Bei den Gesundheitskontrollen, die von der Zootierärztin Dr. Julia Stockklausnerregelmäßig durchgeführt werden, ist das Wissen um die aktuelle Futterzusammensetzung relevant. Unerlaubtes, zusätzliches Füttern durch Zoobesucher macht dabei die Einhaltung artgerechter Diäten unmöglich. „Wir sind sehr froh darüber, dass sich die meisten Besucher an das Verbot der Fütterung halten“, erklärt Frau Stockklausner. „Das Wohlbefinden der Tiere ist uns sehr wichtig. Alle Tiere erhalten ein sorgfältig zusammengesetztes und auf ihre speziellen Bedürfnisse angepasstes Futter und ihr Gesundheitszustand wir konstant überwacht. Die Menge und Zusammenstellung des Futters wird genau berechnet.“

Bei den Robben, bei denen täglich die Fütterung kommentiert und vor Publikum stattfindet, sind dies gut 280 kg Fisch pro Woche, bestehend aus Sprotten und Heringen. Zu betonen ist, dass die verfütterten Heringe MSC zertifiziert sind. Daran lässt sich erkennen, wie sehr im Heidelberger Tiergarten auf bewusste Ernährung der Tiere geachtet wird. Alle Tiere im Zoo Heidelberg erhalten über den gesamten Tag verteilt kleinere Futterrationen und können dabei beobachtet werden.

„Unser Slogan „Leben live erleben“ beinhaltet letztlich auch, dass den Besuchern, wo immer möglich, ein offener Kontakt zu den Tieren ermöglicht wird und sie das Verhalten der Tiere in unterschiedlichen Situationen studieren können. Dabei ist es zum Wohl der Tiere wichtig, dass Absperrungen und Gebote eingehalten werden.“ betont Zoo-Direktor Klaus Wünnemann. „Wir möchten diese Nähe mit begehbaren Gehegen und natürlichen Barrieren als Abgrenzung zwischen Mensch und Tier in der Gestaltung unserer Anlagen auch in Zukunft weiter ausbauen und vertrauen auf die Einsicht unserer Besucher.“

Wer Tiere selbst füttern will, kann dies im Zoo Heidelberg an ausgewiesenen Stellen tun. Beim Streichelzoo, bei der Löwenanlage und am Flamingosee befinden sich spezielle Tierfutterspender. Dort können Besucher für einen kleinen Betrag Futter ziehen, um Ziegen, Schafe, Enten und Fische zu füttern. Dieses Futter ist gesund und von der Menge in den Futterplan eingerechnet. Zusätzlich können über die Zooschule Sonderführungen mit Zoo-Rangern gebucht werden, bei denen der einzelne Zoo-Besucher teils auch bei der Fütterung dabei sein kann. Informationen dazu finden Sie auch auf der Webseite des Zoos unter www.zoo-heidelberg.de.

Woran erkennt man, dass ein Elefant im Atelier war?

Elefant Tarak hält einen Pinsel mit roter Farbe im Rüssel
Elefant Tarak malt

Im Zoo Heidelberg sind Elefanten und Affen tierisch kreativ

Wassily Kandinskys Farbspektrum war möglicherweise vielseitiger und die Farben von Franz Marc zeigen seine typische Handschrift. Aber was sind das für ausdrucksstarke Bilder, die in der Heidelberger Zahnarztpraxis hängen? Die Technik und mancher Riss lässt es für die Kenner der Szene bereits erahnen.

Mit wenigen Pinselstrichen kommt hier eine Dynamik auf die Leinwand, die klare Akzente setzen kann. Kunstliebhaber mögen über die Aussage der Titel nicht immer einig sein, aber sobald sie die Namen der Künstler erfahren, schauen auch sie nochmals hin. Steht dort „Elefantenbulle Tarak“,  ist dies nicht der Titel des Bildes, sondern der Name des Künstlers!

Seit vielen Jahren befasst sich der Zoo Heidelberg mit immer neuen Beschäftigungsangeboten für seine Tiere, die wissenschaftlich als „enrichment“ bezeichnet werden. Über das abwechslungsreiche Angebot nutzen die unterschiedlichen Tiere ihre jeweiligen Fähigkeiten oder erlernen ähnlich wie in der Natur, mit Neuerungen in der Umgebung umzugehen und diese zu nutzen oder einzusetzen. 

Bei den Elefanten dient der Rüssel dabei als Multifunktionsgerät. Dank der  rund 40.000 Muskeln ist es für die Elefanten kein Problem, einen Pinsel zu fassen und sicher zu führen. Die expressiven Bilder, die dabei entstehen sind das eindrucksvolle Ergebnis. Allerdings ist die Malerei für Elefanten weniger ein Hobby, als eine Herausforderung für den Kopf. Die Tierpfleger halten mit abwechslungsreichen Trainingseinheiten die Tiere geistig fit und trainieren Sie dabei auf verschiedene Signale.  Das Malen erfolgt sehr strukturiert: Pinsel mit Farbe in den Rüssel und los geht es. Dass dabei der Rüssel und auch der Pfleger mal etwas Farbe abbekommen, kann passieren. Daran erkennt man das „Elefanten-Atelier“.  Ganz anders ist es bei den Menschenaffen. Zwar werden hier auch gerne Pinsel verwendet, aber es macht den Affen offensichtlich Spaß, die Farbe zu fühlen. Da wird an der Farbe geleckt und mit den Fingern zart befühlt. Gut das hier ausschließlich ungiftige Fingerfarben (für Kinder) verwendet werden. Dieses Gefühl drücken auch die Bilder aus, die das Interesse an der Farbe zeigen.

All diese tierischen Künstler – ob Schimpanse, Orang-Utan oder Elefant haben jedoch eines gemeinsam: Sie zeigen Stimmungen in ihren Werken. Die Tierpfleger erkennen auch leicht, wann diese Lust am Malen vorüber ist - Auch tierische Künstler brauchen eben Musen. 

Ein interessantes Portfolio unterschiedlicher Bilder der Heidelberger Zoo-Tiere wurde für die aktuelle Ausstellung „aniMALisch! …tierische Kunst“ zusammengestellt. Die Werke können ab sofort in der Zahnarztpraxis von Frau Dr. Ulrike Ebensberger, in der Kurfürstenanlage 43, während der Praxisöffnungszeiten besichtigt werden. Am Sonntag, 19. Oktober findet die offizielle Eröffnung der Ausstellung statt (Teilnehmer für die Eröffnung melden sich bitte in der Praxis an). Die Ausstellung bleibt bis Ende März 2015 dort präsent. Wer eines der Kunstwerke erwerben möchte, kann dies gerne tun. Der Erlös fließt zu 100 % in Projekte des Zoo Heidelberg und in den Ausbau der Beschäftigungsangebote bzw. in neue Materialien für die Künstler.

Fotos

  • Elefantenbulle Tarak – Foto Zoo Heidelberg
  • Orang-Utan Ujian – Foto Heidrun Knigge
  • Orang-Utan Puan – Foto Heidrun Knigge
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Neuzugang in der Heidelberger Junggesellen-WG

Elefant mit erhobenem Rüssel hinter einem Stein
Elefantenbulle Khin Yadanar Min

Elefantenbulle Khin Yadanar Min im Zoo Heidelberg eingezogen 

Die kleine zaghafte Rüsselspitze lässt bereits erahnen, was für ein Tier gleich durch das Portal ins Freigehege schreiten wird. Gespannt warten Pfleger und Mitarbeiter des Zoos auf die ersten Schritte des Neuankömmlings im neuen Terrain. Nach seiner langen Reise aus Belgien und einer kurzen Nacht betritt der junge Elefant zum ersten Mal die große Außenanlage des Heidelberger Tiergartens. Der Asiatische Jungbulle hatte bereits im Inneren des Elefantenhauses durch das Gitter erste Rüsselkontakte mit seinen neuen Mitbewohnern aufgenommen und wurde vom Leitbullen „Voi Nam“ beschnuppert. Vermutlich wurde auch bereits miteinander über Infraschall kommuniziert. Diese Art der Kommunikation unter Elefanten ist für uns Menschen leider nicht wahrnehmbar. Die Pfleger sind anhand der Beobachtungen zuversichtlich, dass die ausschließlich männliche Elefantengruppe bereits in den nächsten Tagen als neues Vierergespann im Zoo zu sehen sein wird. 

Als der junge Elefant, der im Vergleich zum Leitbullen „Voi Nam“ zwar deutlich kleiner ist, aber dennoch seine 1700 kg gut auf die Waage bringt, am Dienstagabend anreiste, war es bereits dunkel. Im Zoo Heidelberg war alles gut vorbereitet, sodass der schwere Spezialcontainer vom LKW gehoben und per Kran in der korrekten Position vor dem Elefantenhaus abgestellt werden konnte. Nach dem Öffnen der Türen ging Khin Yanadar Min anfangs sehr vorsichtig, aber ohne weitere Umstände in die vorbereitete Box. „Schön war zu sehen, dass der junge Elefant ohne langes Zögern das Brot und die Äpfel von den neuen Pflegern annahm“ berichtet Sandra Reichler, Kuratorin des Heidelberger Zoos und weist darauf hin, dass dies immer ein gutes Zeichen dafür sei, dass das Tier nicht zu sehr unter Stress stehe. 

Khin Yadanar Min, der 5-jährige Elefantenbulle, stammt ursprünglich aus Köln wo er am 27.07.2009 geboren wurde. Im dortigen Zoo wuchs er zusammen mit seiner Mutter heran bevor er 2013 nach Belgien übersiedelte. Um die Zucht Asiatischer Elefanten weiterhin erfolgreich weiterzuführen, wird er nun im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in Heidelberg in der Junggesellen-Gemeinschaft mit den anderen Elefantenbullen seine Pubertät verleben und weiter ausgebildet, bevor er später seine Rolle als Zuchtbulle in anderen Zoos übernehmen kann. Dazu ist es besonders wichtig, dass die Junggesellen eine gewisse Sozialkompetenz erlernen, um sich später in der größeren Gemeinschaft einer Herde zum Oberhaupt zu entwickeln.  

Der Tiergarten Heidelberg hatte sich bereits 2010 entschieden, speziell Elefanten-Jungbullen, die nach ein paar Jugendjahren den jeweiligen Familienverband verlassen müssen, bei sich aufzunehmen. Hierfür wurde ein Elefantenhaus mit weitläufigem Freibereich für bis zu 4 Jungbullen errichtet. Auf einer Gesamtfläche von über 3000 m² vergnügen sich seitdem die Junggesellen unter anderem beim Bad im großzügigen Innenpool und auf dem weitläufigen Außenterrain. Im August dieses Jahres hatte der erste Mitbewohner „Thai“ die Wohngemeinschaft verlassen, um im Zoo Zürich später einmal die Nachfolge des dortigen Leitbullen anzutreten. Um einen optimalen Ersatz für den freigewordenen Platz auszuwählen, hatte sich der Heidelberger Elefantenpfleger Tobias Kremer Khin Yadanar Min in Belgien zunächst vor Ort angeschaut. „Wir sind überzeugt, dass die Vier gut miteinander auskommen und alle bereits sehr gespannt auf das erste Zusammentreffen im Außengehege, das bereits in den nächsten Tagen stattfinden wird.“ betont Tobias Kremer.  Diese Hoffnung teilen auch die Besucher des Zoos und freuen sich darauf, bald alle vier sanften Riesen gemeinsam beim Erwachsenwerden zu beobachten. Herzlich willkommen Khin Yanadar Min.  

Khin Yadanar Min
geboren 27.07.2009 Köln
ab 15.07.2013 Pairi Daiza (Region Cambron Casteau), Belgien
seit 30.09.2014 Tiergarten Heidelberg

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Sesam öffne Dich - Blick hinter die Kulissen des Heidelberger Zoos - 12. Oktober 2014

Foto Heidrun Knigge. Rhesusaffen mit Beschäftigungsfutter
Lustiges Foto von Rhesusaffen am "Affenbrotbaum" mit Bretzeln, einer in die Schachtel linsend.

Zoo-Alltag hautnah erleben für Jung und Alt 

„Was ist eigentlich hinter dem großen Holztor?“, „Welche Tiere sind Vegetarier?“, „Wie wiegt man einen Elefanten?" und „Wo sind die Tiere, wenn sie nicht im Außengehege sind?“ – Antworten auf diese Fragen erhalten die Besucher des Heidelberger Zoos beim jährlichen „Sesam öffne Dich“.  

Am Sonntag, 12. Oktober findet diese beliebte Veranstaltung wieder im Tiergarten Heidelberg statt. Von 10 bis 17 Uhr sind alle Zoobesucher herzlich eingeladen, hinter die Kulissen des Zooalltags zu schauen. Bei Gesprächen mit den Pflegern erfahren die Besucher interessante Details zu einzelnen Tieren und können sich über die unterschiedlichen Aufgabenbereiche des Zoologischen Gartens informieren. „Sesam öffne Dich“ wird an diesem Tag wörtlich genommen, denn einige der Türen, die sonst mit dem Schild „Zutritt nur für Zoomitarbeiter“ für Besucher verschlossen sind, werden geöffnet. Während der speziellen Sonderführungen durch den Kamelstall, das Robbenhaus, die Futterküche der Fasanerie und das große Kühlhaus öffnen sich Tür und Tor. Mit ausführlichen Erklärungen werden dabei auch Fragen zur Pflege und Fütterung der Tiere beantwortet. Wer mehr über das Auswilderungsprojekt für den Europäischen Feldhamster erfahren möchte, ist eingeladen, die Hamsteraufzuchtstation zu besuchen. 

Mitmachen lautet das Thema, wenn es darum geht, Beschäftigungsfutter herzustellen, das den Tieren unterhaltsame Abwechslung bietet. Bei den flinken Rhesusaffen und den intelligenten Keas finden entsprechende Bastelaktionen statt, bei denen Jung und Alt mitwirken können.  

Bei gutem Wetter lädt zudem ab mittags ein gut sortierter Bücherflohmarkt zum Schmökern ein. Der Erlös aus dem Verkauf der Bücher kommt den besonderen Artenschutzprojekten des Zoos und den Heidelberger Löwen zugute.  

Übrigens: Für die Projekte während der Veranstaltung „Sesam öffne Dich“ entstehen keine Zusatzkosten. Die Führungen sind bereits im normalen Eintrittspreis für den Zoo enthalten. 

Infos auch unter www.zoo-heidelberg.de/Termine

Foto: Heidrun Knigge
Die flinken Rhesusaffen lieben ihr Beschäftigungsfutter und die Besucher genießen das lustige und spannende Schauspiel.

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Freiwillige Helfer bewegen Tonnen von Sand und vieles mehr

Gruppenfoto der freiwilligen Helfer am Freiwilligentag vor dem Eingang des Zoos

Mit Farbe, Schaufel und Eimer im Zoo-Heidelberg unterwegs

Blau waren sie gekleidet, die fleißigen Helferlein, die am Samstag im Tiergarten ehrenamtlich gearbeitet haben. Anlässlich des Freiwilligentages der Metropolregion Rhein-Neckar hatte auch der Zoo zur aktiven Mitgestaltung angeregt. „Wir waren sehr positiv überrascht, als wir erfuhren, dass beide von uns angebotenen Projekte bereits nach kurzer Zeit ausgebucht waren.“ berichtet Barbara Rumer, Leiterin der Zoo-Projekte.

Die 30 Freiwilligen hatten sich keine leichte Aufgabe ausgesucht. Da gab es schließlich 200 Tonnen Sand auf dem zukünftigen Zebragelände zu verteilen. Bereits am Vortag waren mehrere LKW-Ladungen geliefert worden. Die HeidelbergCement AG, die auch bereits bei früheren Projekten den Zoo unterstützt hat, spendete „haufenweise“ das Material als Grundlage für das neue Zebra-Gehege. Dass dann auch gleich ein ganzes Team aus dem Mitarbeiterstamm des Unternehmens anrückte und die Spaten in die Hand nahm, war eine zusätzliche Unterstützung. Zu dieser dynamischen Gruppe gesellten sich Zoo-Direktor Dr. Klaus Wünnemann und Dr. Dominik von Achten, Vorstandsmitglied der HeidelbergCement. Alle gemeinsam zeigten sich am Spaten und im Umgang mit der Schubkarre tatkräftig und entschlossen den Sand bis zum letzten Hügel auf dem Gelände zu verteilen. Als dann noch die Unterstützung aus dem Heidelberger Rathaus in Person des Oberbürgermeisters Dr. Eckart Würzner eintraf, stand für das Zoo-Team fest, dass die Sandverteilung erfolgreich noch an diesem Tag beendet wird. 

Eine weitere Projektgruppe war nicht minder erfolgreich. Die anfänglichen Bedenken aufgrund einzelner Regentropfen, ob die Malerarbeiten am Pelikanzaun wirklich komplett durchgeführt werden können, wurden gleich nach Beginn von der Sonne vertrieben. Es wurde intensiv geschmirgelt und geschweißt, sodass bereits zur Mittagszeit mit dem Anstrich begonnen wurde. „Das war ein tolles Team“ lobt Walter Tiefenbach die ihm zugeteilte Gruppe junger Helfer. Der Elektromeister übernahm zusammen mit seinem Zoo-Kollegen Michael Wittmann die technischen Vorarbeiten mit den Geräten. Beide hatten am Tag zuvor bereits alles vorbereitet, sodass am Ende des Tages der Zaun fast komplett fertig war. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir soweit kommen. Das war wirklich super, wie emsig jeder einzelne gearbeitet hat, damit unsere Pelikan-Anlage wieder einen neuen Anstrich bekommt“ weiß auch Dr. Wünnemann die Arbeit der Freiwilligen zu schätzen. „Es ist schön zu sehen, dass der Zoo so vielen Menschen am Herzen liegt“.

Dieses Lob gilt ebenso der Gruppe, die sich den Grünflächen der großzügigen Parkanlage widmete. Besonders im Bereich der Kinderspielplätze wurden Beete und Zäune von Winden und Efeu befreit. Die beiden Zoo-Mitarbeiter Victor Eder und Nicolai Demke waren ebenfalls extra gekommen um notwendige Vorarbeiten zu leisten, sodass die Gruppe am Nachmittag alles geschafft hatte, was  eingeplant war.

Das konnte auch die kleine Gruppe, die bei der Bollerwagen-Station wieder klar Schiff machte und die Beschilderung im Park reinigte, am Ende von sich behaupten. Marion Grady, die aktuell im Rahmen des Bundesfreiwilligen Dienstes im Zoo arbeitet, und Liane Winter vom Service-Center des Zoos packten selbst fleißig mit an. Als später der Oberbürgermeister kurz vorbeischaute, konnte auch er seine Erfahrung in der Gartenarbeit beim Laubräumen unter Beweis stellen und mithelfen.

Die Abschiedsworte von Dr. Wünnemann, der im Namen des Tiergartens und des Zoo-Teams, allen Helfern für ihren Einsatz dankte, ließen erkennen, dass der Zoo Heidelberg nach dieser sehr positiven Erfahrung bei ähnlichen Projekten in Zukunft sicher wieder vertreten sein wird. „Speziell im Augenblick sind wir an vielen Stellen im Zoo aktiv und haben mit der Weiterentwicklung verschiedener Tieranlagen noch einiges in Planung. Dass wir am Wochenende einen Teil des „Herbstputzes“ gemeinsam erledigen konnten, gibt uns wieder Kapazität für den weiteren Ausbau frei.“ so Wünnemann.

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Zur Eröffnung des neuen Zoo-Cafés strahlte die Sonne

Menschen füllen den Raum des gerade eröffneten Cafés. Theke mit Waren rechts
Eröffnungsfeier des Cafés im Zoo

Im Heidelberger Zoo eröffnete das erste Fody’s-Café mit Bio-Produkten

Die Besucher des Heidelberger Zoo schätzen den Service des neueröffneten Zoo-Cafés und freuen sich über die gute Lage mit Anschluss an den großzügigen Spielplatz. Unmittelbar in der Nähe des Eingangs/Service-Center gelegen, bietet das Café dank der gläsernen Architektur auch von innen attraktive Ausblicke auf das Zoo-Geschehen. So können im hinteren Bereich durch die Glasfronten z.B. die Rhesusaffen auf dem benachbarten Gelände beim ausgelassenen Spiel beobachtet werden. Ein perfekter Abschluss für einen Zoobesuch, wie ihn sich die Besucher schon lange wünschten.

Neben den 26 Plätzen im Café werden auch weitere 26 Plätze auf der Freifläche gegenüber dem Café-Eingang von dem Gastronomiebetreiber Fody’s bewirtet. Alle angebotenen Kaffee-Spezialitäten und Kaltspeisen, die angeboten werden haben dabei eins gemeinsam: Nahezu alle Nahrungsmittel und verwendete Zutaten stammen ausschließlich  aus  biologischem und nachhaltigem Anbau. Die Verwendung regionaler Produkte aus diesem Bereich war dem Zoo ein besonderes Anliegen. „Als stark im Natur- und Umweltschutz engagierte Institution, legen wir bereits bei der Ernährung unserer Tiere großen Wert darauf, möglichst Produkte aus nachhaltigem Anbau zu verwenden. Da möchten wir auch im Gastronomiebereich einen Teil dazu beitragen, das Bewusstsein unserer Besucher zu fördern“ betont Zoo-Direktor Dr. Klaus Wünnemann die Besonderheit des Sortimentangebotes.

Nach der über 6 Monate andauernden Umbauphase, bei der aus dem ehemaligen Zoo-Shop das attraktive Café im Herzen des Tiergartens entstand, waren die Gäste der Eröffnungsfeier und die Vertreter der Gemeinde gespannt auf das Ergebnis. Zum Glück lachte die Sonne und die Begrüßung konnte auf dem Vorplatz vor dem Café stattfinden, denn im Innenbereich hätten sicher nicht alle Platz gefunden.

Wünnemann begrüßte die Gäste und danke auch den Zoo-Mitarbeitern, die tatkräftig an der Umgestaltung mitwirkten. Stellvertretend namentlich der Zoo-Architekten Silke Hendel und Walter Tiefenbach für die Technik. Ebenfalls dankte er Erich Thimm, der mit diesem Projekt eine bleibende Erinnerung im Zoo zum Abschluss seiner Dienstjahre als Installateur hinterließ.

Erwähnung fand in seinen Worten auch die Anwesenheit der Gemeindevertreter: „Die Tatsache, dass auch bei dieser kleinen Feierlichkeit viele Gemeinderäte der Einladung gefolgt sind, zeigt deutlich, dass der Zoo mit seinen Entwicklungen Gemeindethema ist“. Er sieht darin auch ein klares Zeichen, dass die Entwicklung des Zoos in die richtige Richtung geht. „Mit der Einrichtung des Cafés sind wir wieder einen Schritt weitergegangen, um den Besuch des Heidelberger Zoos abzurunden. Aber dies sei nur ein Baustein der zahlreichen geplanten Maßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung des Zoos“.

Oberbürgermeister Eckart Würzner betonte in seiner Eröffnungsansprache ebenfalls das große Engagement, dass von allen Beteiligten erbracht wurde. Die Weiterentwicklung des Zoos konnten die Gäste im Hintergrund wahrnehmen, wo die Bauarbeiten am Ausbau des Bärengeheges im Gange sind. Würzner lobte ebenfalls die Entscheidung des Zoos, sich beim Angebot des Cafés auf regionale und nachhaltig produzierte Produkte zu konzentrieren.

Fody Pahsalidis, zusammen mit Willy Koch Geschäftsführer von Fody’s, lobte in seinen persönlichen Begrüßungsworten ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit den Zoo-Mitarbeitern und die gute Organisation der Umbaumaßnahmen. Das neue Konzept, dass eigens für diese Café umgesetzt wurde und in seinem Angebot nahezu ausschließlich in der Region produzierte und nachweislich nachhaltig erzeugte Nahrungsmittel verarbeitet, ist auch für Fody’s eine neue Erfahrung.

Die Leiterin des Fody’s-Cafés im Zoo, Tina Gründer, gab abschließend noch detaillierte Informationen zu der Herkunft der Lebensmittel und lud die die Gäste zum Rundgang ins Café und einen kleinen Snack ein. So konnten sich die Gäste beim Rundgang durch das Café-Gebäude bei zarter Jazz-Musik auch sofort von der Qualität der Produkte selbst überzeugen und genossen bei sommerlichen Temperaturen teils auch den Nachmittag für einen Rundgang durch den Zoo um auch die weiteren Entwicklungen zu erkunden.

Foto: Zoo Heidelberg, Eröffnungsfeier des Cafés im Zoo

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Shona-Kunst geht, Shona-Kunst bleibt

Brigitte und Siegfried Kübe mit Dr. Klaus Wünnemann neben der Elefantenskulptur
Einweihung der gespendeten Elefantenskulptur

Familie Kübe stiftet dem Heidelberger Zoo standhafte Elefanten

Traurig sind viele Besucher des Zoos, wenn die Bildhauer aus Zimbabwe beginnen die Skulpturen und Objekte der Shona-Ausstellung in Kartons und Transportbehälter zu verpacken. Auch die Zoo-Mitarbeiter werden die steinernen Tierfiguren vermissen, die in den letzten Wochen die Artenvielfalt des Tiergartens ergänzten. Die eindrucksvolle Präsentation der liebevoll gestalteten Stein- und Schwemmholzskulpturen verlässt den Zoo. Da ist es tröstend, dass ein paar der wundervoll gestalteten Exponate dem Tierpark erhalten bleiben. „Sie bleiben dauerhafte Erinnerungsstücke im Zoo, die sich perfekt in das Ambiente der Anlage integrieren und an verschiedenen Plätzen interessante Kontraste schaffen“   so Zoo-Direktor Dr. Wünnemann über die von verschiedenen Zoo-Freunden und Unterstützern gespendeten Werke, die dankenswerter Weise in Heidelberg verbleiben dürfen.

Die Bildhauerei der Shona, der größten Volksgruppe Zimbabwes, begeistert und inspiriert Kunstfreunde und Künstler vieler Länder. Die zeitgenössische Kunst aus Afrika wurde vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek bereits als wichtigste Kunstmanifestation Afrikas der letzten Jahrzehnte geadelt. Weltweit finden sich zimbabwische Plastiken aus Serpentinstein in Sammlungen und Museen wie dem „Museum of Modern Art“ in New York oder dem „Musée Rodin“ in Paris. Seit 2011 lädt der Zoo Heidelberg immer wieder Künstler ein, diese außergewöhnliche Kunst  im Tiergarten zu präsentieren. Die Skulpturen, welche ausschließlich in Handarbeit erschaffen werden, finden hierzu den Weg von Afrika nach Heidelberg per Schiff und stammen von verschiedenen Künstlern. Vielen Kunstliebhabern sind die Namen der Bildhauer wie Fanizani Akuda, Bernard Matemera, Dominic Benhura, Colleen Madamombe und Witness Bonjisi bereits ein Begriff.

Die begleitend stattfindenden Workshops, die von den Künstlern ebenfalls direkt im Zoo angeboten wurden, waren für viele Besucher ein weiteres Highlight. Zahlreiche Kreative aus der Umgebung nutzten dabei die Möglichkeit selbst in einem außergewöhnlichen Ambiente eigene Kunstwerke zu schaffen. Unter fachkundiger Anleitung der Künstler entdeckten die Teilnehmer die Besonderheiten des Serpentinsteins aus Zimbabwe und bearbeiteten das Medium in traditioneller Handarbeit. Die Begeisterung galt dabei ebenso dem Material wie auch der inspirierenden Umgebung. Zusammen mit Galerist Bastian Müller, der die Ausstellung und die Workshops organisatorisch betreut, werden bereits neue Termine für weitere Ausstellungen und Workshops 2015 geplant.

Zu den Freunden dieser Kunstrichtung zählt auch Familie Kübe, die von Anfang an die Organisatoren im Zoo unterstützen und die Kontaktaufnahme mit dem Galerist und den Künstlern ermöglichten. Dank ihres Engagements entstand in den letzten Jahren eine intensive Beziehung zu den Künstlern aus Zimbabwe.

„Da war es für uns natürlich eine ganz besondere Freude, als Familie Kübe uns über die Spende dieser außergewöhnlichen Skulptur informierte.“ erklärt Dr. Klaus Wünnemann. Das großzügige Geschenk beeindruckt nicht nur durch das Motiv mit den wunderbar ausgearbeiteten Elefanten, auch die Größe der nun senkrecht stehenden Reliefplatte, die den dargestellten Elefanten nahezu lebensgroß aus dem Dickicht zu kommen lassen scheint, ist außergewöhnlich. Während der über zwei Monate andauernden Gestaltung der 5,4 Tonnen schweren Steinplatte hatte der Bildhauer Jasper Mukuna selbst nie die Möglichkeit die Tafel aufzurichten. Während der Überfahrt lag die Steinplatte gut gepolstert die gesamten Strecke von Arara nach Heidelberg in einem speziellen Transport-Container. Die stehende Wirkung der einmaligen Arbeit, die zurecht als herausragend bezeichnet werden kann, kam somit erstmalig an ihrem Zielort in Heidelberg voll zur Geltung.

Zur großen Freude von Brigitte und Siegfried Kübe lief der Transport ohne größere Schwierigkeiten. Das Kunstwerk erreichte in unversehrtem Zustand seinen Bestimmungsort. Die engagierten Unterstützer und Liebhaber des Heidelberger Zoos verbringen viel Zeit im Tiergarten und freuen sich besonders, dass die Organisatoren einen so passenden und repräsentativen Platz für die Aufstellung der Platte gewählt haben. Dabei wurde bei der Pflanzenauswahl im Umfeld sorgsam darauf geachtet, dass die eigens frisch angelegte Bepflanzung rund um die Platte das Gesamtbild auch in der Wachstumsphase unterstützen wird.

Letzte Woche wurde die Skulptur eingeweiht und kann nun von jedem Zoo-Besucher in der Nähe der Adlervoliere besichtigt werden. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen plötzlich auch außerhalb der Gehege ein Elefant gegenüber steht. 

Foto: Zoo-Heidelberg
Beschreibung: Einweihung der gespendeten Elefantenskulptur
Personen: Brigitte und Siegfried Kübe mit Zoo-Direktor Dr. Klaus Wünnemann (rechts)

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Eigensinniger Außenseiter entpuppt sich als liebevoller Vater

Mähnenibis-Männchen mit und zwei Jungen im Nest

Erfolgreiche Aufzucht seltener Mähnenibisse im Zoo Heidelberg 

Der Mähnenibis [Lophotibis cristata] ist eine Vogelart, die in den Wäldern Madagaskars beheimatet ist.  Mit ihren langen Schnäbeln suchen Mähnenibisse meist paarweise nach Insekten und Kleingetier. Auffällig und namensgebend sind der lange Federschmuck am Kopf und das ungewöhnliche, mantelartige Schultergefieder.

Seit Anfang des Jahres leben im Zoo Heidelberg zwei Mähnenibisse. Das Männchen ist eine Handaufzucht in zweiter Generation und zeigte sich im Umgang mit Artgenossen eher als ungesellig. Man ging daher davon aus, dass es eine erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren nicht bewältigen könne. Hinzu kommt, dass sein Schnabel durch einen Unfall zur Hälfte abgebrochen ist, was ebenfalls als hinderlich für die Brautwerbung und bei der Aufzucht angenommen wurde. 

Der konstante Rückgang der Populationen in freier Wildbahn führte zu einem steigenden Interesse der europäischen Zoos, eine Sicherheitspopulation aufzubauen. Erst seit einigen Jahren werden Mähnenibisse mit geringer Individuenzahl in wenigen europäischen Zoos gehalten. Die Zucht dieser seltenen Vogelart stellte sich bisweilen als schwierig dar. In den meisten Fällen konnten die Elterntiere ihren Nachwuchs nicht selbst aufziehen und die Sterblichkeit der Jungtiere war relativ hoch. Umso mehr freute sich der Zoo Heidelberg über den Nachwuchs, der sich bereits nach einem halben Jahr bei dem hier eingezogenen Mähnenibissen ankündigte. Zusammengestellt aus verschiedenen Zoos nahmen die beiden Ibisse das ihnen angebotenes Nest mit Nistmaterial an und zogen erfolgreich und harmonisch zwei Jungtiere selbst auf. Um optimale Ausgangsbedingungen für die Aufzucht zu gewährleisten, scheuten die Tierpfleger keine Mühen. „Es ist wichtig, dass die Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen ihre Ruhe haben. Um die Tiere nicht zu stören, haben wir die notwendigen Beobachtungen vor allem aus der Ferne gemacht. Wir haben eine Wärmelampe in direkter Umgebung zum Nest angebracht, da es zum Zeitpunkt der Aufzucht sehr viel geregnet hat und die Temperaturen relativ niedrig waren. Mähnenibisse nehmen tierische Nahrung zu sich, die leicht verderblich ist. Da die Jungvögel über den ganzen Tag verteilt von ihren Eltern gefüttert werden, war es notwendig vom frühen Morgen an viele Male am Tag frisches Futter bereitzustellen. Wir haben die Mähnenbisse über diese Zeitspanne etwa achtmal täglich gefüttert“, berichtet der Tierpfleger Simon Borchardt mit ein wenig Stolz.

Vor etwa 150 Mio. Jahren trennte sich die Insel Madagaskar vom afrikanischen Kontinent ab. Durch diese Isolierung entwickelte sich eine einzigartige Zusammensetzung an Tier- und Pflanzenarten, die in vielen Fällen ausschließlich auf dieser Insel vorkommen. Madagaskar war ursprünglich nahezu vollständig mit Wald bedeckt. Aufgrund des Raubbaus teurer Edelhölzer und der Schaffung landwirtschaftlicher Flächen schwindet der Waldbestand jedoch rasant. Heute macht der Wald Madagaskars nur noch 10 % seines ursprünglichen Bestandes aus. Damit schwindet der Lebensraum vieler Arten, darunter der des Mähnenibis.

Der Zoo Heidelberg unterstützt Artenschutzmaßnahmen in Madagaskar durch seine Mitgliedschaft in der AEECL  (Association Européenne pour l’Etude et la Conservation des Lémuriens). Diese widmet sich vorrangig dem Schutz der Lemuren, welcher den Erhalt ganzer Ökosysteme voraussetzt und damit auch vielen anderen Tier- und Pflanzenarten zugutekommt. Erstmals in 2002 gab der Zoo Heidelberg finanzielle Unterstützung für den Aufbau von Zuchterhaltungsprojekten für Vögel aus Madagaskar.

Für weitere Fragen zum Mähnenibis oder Schutzbemühungen von bedrohten Inselvögeln steht Simon Bruslund per E-Mail: simon.bruslund @ heidelberg.de zur Verfügung. 

Weitere Informationen zu dem Biodiversitäts- und Lemurenschutzprojekt AEECL in Madagaskar finden sie auf www.aeecl.org.

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