Pressemitteilungen

Flauschig, hellgrau mit großen Füßen

Im Nest stehendes Flamingoküken
Die ersten Schritte des jungen Flamingokükens. Foto: Zoo Heidelberg/Heidrun Knigge

Kuckucksei im Flamingosee des Zoo Heidelberg?

Das gänseähnliche Schnattern ist bereits aus weiter Ferne zu hören, je näher man dem großen See im Zoo Heidelberg kommt. Gemeinsam sitzen über 50 Kuba-Flamingos auf und um die Insel im See und bilden einen rosaroten Blickfang. Auf den  kegelförmigen Schlammnestern brüten mehrere Paare dicht beieinander. Trotz des scheinbar begrenzten Platzangebots ist der Standort ist gut gewählt, denn dort sind sie ungestört und sicher vor vermeintlichen Fressfeinden.

Vor ein paar Tagen war es wieder so weit: Das erste Flamingoküken ist geschlüpft. Allerdings sieht es noch ganz und gar nicht nach einem der langbeinigen hübschen rosafarbenen Vögel aus. Es ist grauweiß, flauschig mit großen Füßen. Dass es sich hierbei dennoch nicht um ein Kuckucksei handelt, wird sich auch den Besuchern in den nächsten Monaten zeigen. Im Augenblick haben die Eltern richtig viel zu tun, denn das Kleine will unentwegt gefüttert werden. Das Küken wird mit einer speziellen Nährflüssigkeit, der sogenannten Kropfmilch, gefüttert. Ähnlich wie bei Tauben und Pinguinen wird diese von den Elterntieren in ihrer Speiseröhre gebildet. Eine Besonderheit ist, dass dabei diese Flüssigkeit zusätzlich mit Eigenblut der Elterntiere angereichert wird, wodurch der Nährwert verstärkt wird.

Bereits nach wenigen Tagen tapst es umher und fällt dabei schon mal noch unbeholfen vom kegelförmigen Nest. Es ist dann nicht immer leicht für das Kleine, auf der rutschigen Oberfläche mit den großen Füßen wieder Halt zu finden. Doch die fürsorglichen Eltern finden ihren Nachwuchs in der großen Kolonie immer wieder und füttern es auch außerhalb des Nestes.

Nach und nach bildet sich beim Nachwuchs der typische abgeknickte Seihschnabel komplett aus und die Jungvögel können gemeinsam mit den erwachsenen Flamingos das Wasser filtern. Durch dieses stetige Wasserfiltern erfolgt die ungewöhnliche Nahrungsaufnahme bei den Flamingos: Der Schnabel wird gefüllt, das Wasser läuft wieder heraus und Plankton und kleine Insekten verbleiben im Schnabel. In Ihrer Heimat nehmen Flamingos beim Filtrieren des Wassers kleine Krebse zu sich. Der Farbstoffe der Krebse (Carotinoide) wird in der Leber der Tiere umgewandelt und im Federkleid eingelagert. Dies sorgt nach einer gewissen Zeit für die charakteristische Farbe. Aus diesem Grund sind neugeborene Flamingos auch noch weiß. So sind die Küken auch im Herbst noch, wenn Sie ihren Eltern in der Größe in nichts mehr nachstehen werden, an dem grauen Gefieder, noch ohne Probleme als Jungvögel zu erkennen. Im Wasser des Sees im Zoo Heidelberg leben ebenfalls Krebse, aber in geringerer Menge. Daher werden zusätzlich noch spezielle Flamingopellets aufgelöst, die ergänzend für die typische Gefiederfarbe sorgen.

Bei den Flamingos ist die Aufzucht der Küken übrigens Sache beider Elternteile, wobei je Paar nur ein Ei pro Jahr gelegt wird. Sowohl beim Brüten als auch beim Füttern wechseln sich Mutter und Vater immer wieder ab. Als ausgeprägte Kolonienbrüter profitieren die Tiere auch bei der Aufzucht der Jungen von der Gruppe. Die Kleinen schließen sich später zu Gruppen zusammen und werden von verschiedenen Altvögeln betreut. Auf diese Weise lernen sie auch voneinander. Da in Heidelberg noch einige Flamingo-Paare auf ihren Gelegen sitzen, können die Zoobesucher vielleicht bald eine muntere Kükenschar auf der Anlage beobachten, die mehr oder weniger geschickt auf der Insel umherstaksen und sich im typischen „Ein-Bein-Stand“ üben.

Wer mehr über diese und andere Vogelarten im Zoo Heidelberg erfahren möchte, kann sich z.B. im Vogelrevier für einen „Tag bei den Tieren“ anmelden. Während des gut vier-stündigen Aufenthalts im Revier erfährt der Teilnehmer interessante Detailinformationen aus erster Hand. Begleitend mit dem Tierpfleger geht es hinter die Kulissen des Zoos, sodass der Teilnehmer auch die täglichen Aufgaben des Tierpflegers kennenlernt und mit anpacken kann. Die Nähe zu den Tieren in Bereichen, die dem Zoo-Besucher sonst verschlossen sind, ist dabei ebenso selbstverständlich, wie Antworten auf alle offenen Fragen zu unseren Tieren. Angebote und Termin können auf der Webseite des Zoos eingesehen werden.

Weitere Informationen finde Sie hier.

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Shona-Art im Zoo

Bildhauerkunst aus Zimbabwe im Zoo Heidelberg


 Begeisterte Schüler, engagierte Lehrer – das Fazit aus dem letzten Jahr verlangte eine Wiederholung. So waren sich Galerist Bastian Müller und Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann schnell einig, auch in 2015 Shona-Art Workshops im Zoo Heidelberg anzubieten.

In diesem einzigartigen Bildhauerkurs haben Interessierte die Möglichkeit, bei den südafrikanischen Künstlern Daina Nyakudya, Tago Tazvitya und Washington Matafi Serpentinstein unter professioneller Anleitung zu bearbeiten und selbst eine Skulptur zu erschaffen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Die Kurse finden direkt im Zoo auf der „Pelikanwiese“ statt. Mit unterschiedlichen Werkzeugen wie Hammer, Meißel, Raspel und Feile erschaffen die Teilnehmer aus ihrem ausgewählten Serpentinstein eine eigene, individuelle Skulptur. Der Serpentin Zimbabwes bietet sehr vielfältige Farbnuancierungen und unterschiedliche Härtegrade.

Neben der engen Zusammenarbeit mit den Künstlern bietet sich die Möglichkeit für einen interkulturellen Austausch und Einblicke in die Shona-Kunst.

Doch bevor es losgeht, hat der Zoo Heidelberg mit einen besonderen Highlight aufzuwarten: Einer der talentiertesten Bildhauer Zimbabwes, Sydney Majengwa, wird im Zoo eine überdimensional große Skulptur bildhauen. Regelmäßige Zoobesucher haben die Möglichkeit, die Entstehung einer einzigartigen Giraffenskulptur hautnah mitzuerleben und den Fortschritt Woche für Woche nachzuverfolgen.

Doch vorab hieß es erst einmal, ein logistisches Meisterwerk zu vollziehen. 4,5 Tonnen schwer und 4 Meter lang fand der Serpentinstein-Findling Dank großartiger organisatorischer und finanzieller Unterstützung durch Familie Kübe und den Shona-Art-Galeristen Bastian Müller seinen Weg vom Zimbabwe nach Deutschland. „Dank des Engagements von Familie Kübe entstand in den letzten Jahren eine intensive Beziehung zu den Künstlern aus Zimbabwe.“, so Zoodirektor Klaus Wünnemann. „Nachdem Familie Kübe den Zoo bereits im letzten Jahr mit der beeindruckenden Elefanten-Reliefplatte, die unweit der Adlervoliere platziert ist, großzügig beschenkte, freut es uns umso mehr, dass wir auch in diesem Jahr auf besondere Weise ein neues Shona-Art-Kunstwerk erhalten, dass sogar direkt im Zoo entsteht.“

Den Endtransport bis auf die Wiese am alten Elefantenhaus übernahm dann die Speditionsfirma Fritz Fels GmbH, die Mithilfe von schwerem Gerät den Stein sicher an seinen Bearbeitungsstandort verbrachte.

Steinskulpturen aus Zimbabwe gehören zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene. Einige schöne Exemplare, die vom Galeristen Müller, den Tiergartenfreunden und weiteren Zoofreunden dem Zoo Heidelberg gespendet worden, kann man an unterschiedlichen Orten im Zoo bewundern.

Weitere Informationen zu den Workshops und Anmeldeunterlagen können per Mail unter bildhauen@shona-art.com oder telefonisch unter 02302 9787428 angefordert werden.

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Der Zoo trauert um Schimpanse Henry

Portrait Schimpanse Henry
Schimpanse Henry - (c) Heidrun Knigge

Der charismatische Chef der Schimpansengruppe ist tot

Am Donnerstag, den 02.07.2015 starb in den frühen Morgenstunden Schimpanse Henry.

Nach einem Bandscheibenvorfall konnte Henry seine Hinterbeine nicht mehr  bewegen. Mit viel Fürsorge, Ruhe und medizinischer Versorgung versuchten Tierpfleger/innen und Zootierärztinnen, dem Schimpansen eine Operation zu ersparen. Henrys Zustand besserte sich jedoch nicht, so dass - nach eingehenden Untersuchungen und Rücksprache mit Spezialisten aus der Veterinär- und Humanmedizin - eine Operation nicht mehr zu umgehen war.

Mit viel Aufwand und Helfern sowie der Unterstützung eines Medizingeräteherstellers konnte in der Zootierklinik ein Operationssaal aufgebaut werden, der für die Rückenoperation notwendig war. Die erfolgreiche Operation übernahm ein chirurgisches Spezialistenteam aus der Humanmedizin. Leider konnte Henry sich von den Strapazen der langen und anstrengenden Operation nicht mehr vollständig erholen. Er starb trotz aller Bemühungen drei Tage später - nach ersten Erkenntnissen an Multiorganversagen. „Wir sind den vielen Menschen, die uns geholfen haben, sehr dankbar. Allen voran den Medizinern, die eine genaue Diagnose gestellt und die Operation durchgeführt haben, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Die Tierpflegerinnen des Affenreviers und die Zootierärztinnen haben in Tag- und Nachteinsätzen alles getan, um Henry zu retten.“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir sind sehr traurig. Mit Henry ist eine echte Tierpersönlichkeit gestorben.“

Henry wurde ca. 1983 in Afrika geboren. Als in Menschenhand aufgezogener Wildfang sollte er in ein pharmazeutisches Versuchslabor nach Europa gebracht werden. Tierschützer konnten das verhindern, und so kam Henry 1986 in den Zoo Heidelberg.

Mit über 30 Jahren war Henry durchaus schon ein älterer Schimpanse. Auch wenn Schimpansen über 50 Jahre alt werden können, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei den männlichen Tieren nur bei knapp 40 Jahren. Die Weibchen werden meistens etwas älter.

Als einziger männlicher Schimpanse war Henry Chef und Gefährte für seine Mitbewohnerinnen Susi, Heidi, Conny und Lulu. Vielen Zoobesuchern war Henry durch sein ausgeprägtes Imponiergehabe und die liebevolle bis stürmische Begrüßung von Stammbesuchern und Mitarbeitern bekannt. Und genau so werden wir ihn in Erinnerung behalten.

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Erneut erfolgreiche Nachzucht einer hochbedrohten Art

Roloway-Meerkatzenbaby - Foto Zoo Heidelberg

Der Zoo Heidelberg freut sich über die Geburt einer Roloway-Meerkatze

Wer sich in diesen Tagen ein bisschen Zeit vor dem Gehege der Roloway-Meerkatzen im kleinen Affenhaus nimmt, kann sich nicht nur am Anblick dieser besonders schönen und eleganten Tiere mit ihren weißen Bärten und dem schwarz-braun glänzenden Fell erfreuen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man den jüngsten Nachwuchs von „Adriana“ und „Ghana“, der am 11. Juni im Zoo Heidelberg das Licht der Welt entdeckte. Noch hält sich das Jungtier die meiste Zeit am warmen, weichen Bauchfell seiner Mutter fest, jedoch entfernt es sich immer öfter ein paar Schritte, um seine Umwelt zu erkunden.

So schön der Anblick dieser tollen Tiere auch ist, so dramatisch ist der Kampf Ihrer Artgenossen in freier Wildbahn - den feuchten Regenwäldern im westlichen Ghana und der östlichen Elfenbeinküste. Durch die kontinuierliche Vernichtung des Regenwaldes durch Menschen und die gnadenlose Bejagung über Jahrzehnte hinweg hat die Roloway-Meerkatze einen traurigen Spitzenplatz eingenommen: Sie zählt zu den 25 bedrohtesten Primatenarten der Welt. Nach Schätzungen sind ihre Bestände aufgrund von Lebensraumzerstörung und Bejagung in den letzten drei Generationen um mehr als 50 % zurückgegangen. Nagetiere, Antilopen und eben auch Affen werden in den verbliebenen Regenwäldern gejagt, um die Märkte in den Städten mit „Bush Meat“ aus dem Regenwald zu versorgen. Aber das Fleisch der Wildtiere dient nicht der Versorgung der armen Menschen, sondern wird auf Märkten als Delikatesse an zahlungskräftige Kunden verkauft.

Angesichts dieser außerordentlich kritischen Situation ist die Geburt eines gesunden Tieres für den Zoo Heidelberg immer ein großer Grund zur Freude. „Der Zoo Heidelberg ist die bedeutendste Zuchtstätte für diese extrem bedrohte Art. Rund 30% der Roloway-Meerkatzen in allen Zoos der Welt  sind hier geboren und wurden erfolgreich aufgezogen.“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Bereits im Jahr 2001 wurde vom Zoo Heidelberg das Artenschutzprogramm West African Primate Conservation Action (WAPCA) ins Leben gerufen, das sich ganz dem Schutz der Primatenarten dieses sensiblen Lebensraums verschrieben hat. Durch eine bessere Ausbildung der Wildhüter vor Ort und Schulungen der Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung des Regenwaldes gelang bereits ein wichtiger Schritt in diese Richtung hin zur Eindämmung der Wilderei. Mit jährlich über 25.000 Euro unterstützt der Zoo Heidelberg WAPCA, elf andere europäische Zoos steuern jeweils mindestens 2.000 Euro dazu. Mit dem Geld wird unter anderem eine Auffangstation für die Tiere in Ghana finanziert. Zur Aufklärung der Bevölkerung über eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen des Regenwalds gehört auch die Kooperation mit Schulen, in deren Rahmen die Schüler den Nationalpark besuchen und sich in Wettbewerben und Theaterworkshops mit der Problematik auseinandersetzen. „Es sind kleine Schritte, aber sie bewirken dennoch enorm viel“, freut sich Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg und Verantwortliche für die Artenschutzarbeit. Der Erfolg gibt ihr Recht: Im Jahr 2012 konnten zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder wildlebende Roloway-Meerkatzen in Ghana entdeckt werden. Nach weiteren bestätigten Sichtungen laufen intensive Planungen für Schutzmaßnahmen in diesem Gebiet.

Es wird nicht lange dauern, bis die kleine Roloway-Meerkatze zusammen mit ihren Artgenossen unglaubliche Kletterkünste und akrobatische Sprünge durchs Gehege vorführen wird. Und - wer weiß - vielleicht wird sie eines Tages mithelfen, in der fernen Heimat die Entwicklung der Population zu unterstützen.

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Bayrischer Neuzugang genießt kühles Bad in Heidelberg

Zwei Elefanten
Ludwig und Khin Yadanar Min - Foto: Zoo Heidelberg / Heidrun Knigge

Bereits nach einem Monat zeigt Ludwig gute Fortschritte im Training

Ludwig, der junge Asiatische Elefant aus München, der am 12. Mai nach Heidelberg kam, hat sich in der Zwischenzeit gut in der Jungbullen-WG eingelebt. Besonders mit dem knapp zwei Jahre älteren Khin Yadanar Min sieht man ihn häufig gemeinsam auf der Anlage umherstreifen. Bei den sommerlichen Temperaturen genießen die beiden zusammen ein abkühlendes Bad im Wasserbecken. Mit den beiden neunjährigen Elefantenbullen Tarak und Gandhi hat sich Ludwig ebenfalls gut angefreundet. Die anfänglichen Rangeleien mit Gandhi, bei denen der ältere Bulle dem neuen Rabauken seine Grenzen aufzeigte, waren typische Machtspielchen zur Klärung der Rangordnung und zogen keine ernsthaften Verletzungen mit sich. Letztlich ist auch dies Bestandteil der Erfahrungen, die Ludwig in der kleinen Jungbullen-Herde in Heidelberg für sein Sozialverhalten lernen soll.

Die Pfleger sind ebenfalls sehr zufrieden mit den Fortschritten, die Ludwig im Training zeigt. In Heidelberg erlernt der junge Ludwig im geschützten Kontakt unterschiedliche Kommandos. Die Heidelberger Elefantenpfleger arbeiten dabei durch eine sichere Abschrankung mit den Elefanten. Zur Fußpflege und Behandlung von etwaigen Verletzungen werden regelmäßig Trainingseinheiten absolviert, bei denen der Elefant einen Fuß oder bestimmte Körperteile an die Gitteröffnungen hält. Bei diesem Trainingsverfahren werden die Tiere nicht von den Pflegern dominiert, sondern erhalten bei guten Leistungen kleine Leckereien. Auch wenn es sich hierbei eher um badische Äpfel statt bayrische Brezeln handelt, scheint es Ludwig gut zu schmecken. Dieses für Ludwig sehr positive Training ermöglicht den Pflegern und der Zoo-Tierärztin auch die Kontrolle des gut nachwachsenden Stoßzahnes, den sich Ludwig noch während seiner Zeit in München abgebrochen hatte.

Neben den Stoßzähnen, die bei Elefanten auch genutzt werden, um Rinde von Bäumen zu schaben oder Wurzeln auszugraben, ist der Rüssel der Elefanten als nützliches Universal-Werkzeug immer im Einsatz. Speziell beim Duschen mit Sand oder Wasser zeigt sich dieses besondere Körperteil als außerordentlich praktisch. Und das genießt der Neuzugang aus München in der Heidelberger Elefanten-WG häufig und gerne.

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Die neuen im Zoo Heidelberg

3 Kattas im Zoo Heidelberg
3 Kattas sind in Heidelberg eingezogen. Foto: Zoo Heidelberg/Heidrun Knigge

Drei Kattas beziehen das frisch renovierte Gehege im Affenhaus

Bereits seit einigen Tagen leben drei Kattamännchen im Zoo Heidelberg. Die tagaktiven Lemuren stammen ursprünglich aus Madagaskar. In ihrer Heimat fällt ihr Lebensraum häufig Brandrodungen zur Umwandlung von Waldflächen in Viehweiden zum Opfer. Oder die hübschen Tiere mit dem Ringelschwanz werden wegen ihres Fleisches gejagt. Beim Katta kommt dem Ringelschwanz, der beim Gehen als Erkennungssignal senkrecht in die Höhe gestreckt wird, eine große Bedeutung zu. Mit seiner Hilfe tragen die Männchen auch sogenannte "Stinkkämpfe" aus. Sie bestreichen ihren Schwanz mit Sekreten aus ihren Unterarmdrüsen und schwenken ihn in Richtung Gegner. So werden sowohl Rangordnungsstreitigkeiten geregelt als auch das Revier gegen fremde Gruppen verteidigt. Kattas markieren ihr Revier mit Sekreten aus After- und Armdrüsen. Da sie sich im Zoo, wie andere Zootiere auch, nicht als Gefangene, sondern als Besitzer ihres Geheges verstehen, bringen sie ihre Duftmarken selbstverständlich auch im Gehege an.

Anders als bei den meisten Primaten sind bei Kattas übrigens die Weibchen das sozial dominante Geschlecht. In Heidelberg werden sich die Brüder zunächst nicht mit den herrischen Frauen herumschlagen müssen. Wie ihre Artgenossen in den Wäldern Madagaskars, gehen die drei auch in Heidelberg häufig ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: dem Sonnenbanden. Kattas lieben ausgiebige Sonnenbäder und strecken häufig mit ausgebreiteten Armen ihre Vorderkörper der Sonne entgegen, um dann in dieser Stellung zu verharren. Das geplante Außengehege, das im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll, wird den Tieren noch mehr Sonnenplätze bieten.

Schon jetzt gab es zum Einzug ein besonderes Willkommensgeschenk. Das Innengehege wurde eigens für die Neuankömmlinge frisch renoviert. Wo zuvor nur die nüchterne Betonwand zu sehen war, ist innerhalb von wenigen Tagen ein wahrer Tropenwald entstanden. Der Künstler Rainer Sieke, der auch die Mauern des neuen Außengeheges der Bären gestaltet hatte, verwandelte mit Farben und Fantasie die grauen Wände optisch in eine grüne Oase. „Die Idee, die Wände in den Innengehegen unserer Menschenaffen farblich zu gestalten, hatten wir bereits seit Längerem“ teilt Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer im Zoo, mit. „Dass wir nun mit einem ersten der Gehege anfangen konnten, verdanken wir auch der freundlichen Unterstützung durch die Sparkasse Heidelberg“.

Auch die Besucher, die das Affenhaus erkunden, freuen sich über die Neugestaltung, die sehr gut zur üppigen Vegetation im Inneren passt. Bleibt zu hoffen, dass sich noch weitere Unterstützer finden, damit die optische Gestaltung auch in den beiden anderen Gehegen für die Gorillas und Orang-Utans fortgesetzt werden kann.

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Am Sonntag ist Klimaschutztag im Zoo Heidelberg

Pola, die Schneeeule - Symbolfigur der Zoo Heidelberg-Energiespar-Kampagne
Pola, die Symbolfigur der Zoo Heidelberg-Energiespar-Kampagne findet sich auf den im Zoo verteilten Tipps wieder.

Mitmachaktionen und Informationen für die Zukunft gefährdeter Tierarten

Ob G7-Treffen oder der nachbarschaftliche Plausch am Gartenzaun, Erderwärmung und Klimawandel ist in aller Munde. Besonders im Sommer spüren wir alle die Veränderung hautnah. Auffallende Wetterschwankungen wie Stürme, starke Regenfälle und extreme Trockenheiten scheinen mit der globalen Erwärmung einher zu gehen. Entsprechend verzeichnet die Beobachtung der Perma-Eisgebiete an den Polen einen konstanten Rückgang.

Somit hat die weltweite Klimaerwärmung drastische Auswirkungen auf die dort lebende Tierwelt, deren Lebensräume und damit die biologische Vielfalt auf unserer Erde bedroht werden. So ist beispielsweise der Eisbär bei seiner Jagd auf Robben auf Meereis angewiesen. Durch den Klimawandel und den damit verbundenen Rückgang des Eises finden viele Tierarten nicht ausreichend Nahrung oder können sich nicht fortpflanzen. Die Erkenntnis, dem Aussterben einzelner Tierarten entgegenzuwirken, macht den Klimawandel bzw. den Klimaschutz zu einem Thema, das die Zoos weltweit beschäftigt. In zahlreichen Zoos laufen spezielle Artenschutzprojekte. Der Zoo Heidelberg befasst sich in diesem Zusammenhang bereits seit vielen Jahren besonders mit den Tierarten, deren natürliche Lebensräume bereits so stark geschädigt sind, dass die Arten mit dem Überleben kämpfen. Der Verlust von speziellen Lebensräumen und Nahrungsangeboten wird durch den allgemeinen Klimawandel verstärkt, sodass für viele der Tierarten, die im Zoo leben, ein Fortbestand nur noch durch gezielte Zuchtprogramme mit dem Ziel der Wiederauswilderung und des Artenschutzes erreicht werden kann. Der Verband der europäischen Zoos und Aquarien (EAZA) hat im Rahmen seiner aktuellen Kampagne „Von Pol zu Pol“ die Tiere der Polarregionen in den Mittelpunkt gestellt, um auf den Klimawandel und damit auch für die polaren Lebensräume aufmerksam zu machen. Die Kampagne will alle Zoobesucher anregen, kleine Schritte zum Schutz des Klimas zu unternehmen, um damit auch im Großen etwas zu bewegen.

In Zusammenarbeit mit der Zooschule organisiert der Zoo Heidelberg am 14. Juni von 11 – 17 Uhr den Klimaschutztag mit zahlreichen informativen und spannenden Aktionen und vielen Mitmach- und Bastelaktionen. Am Sonntag können die Zoo-Besucher viele Aspekte des Klimawandels und des Klimaschutzes kennen lernen und sich über eigene Handlungsmöglichkeiten informieren. Verschiedene Akteure halten spannende Aktionen bereit. Neben einem Kinder-Fahrradparcours, einer Probefahrt auf einem Pedelec, dem Basteln von Samenbomben und Informationen rund um Klima und Umwelt gibt es viel zu entdecken und zu erleben.

Kindgerechte Filme und Vorträge erklären verständlich, wie unser Energieverbrauch und Konsumverhalten mit dem Klima zusammenhängen. Verschiedene Bastelstände und ein Klimaquiz mit tollen Preisen runden das Angebot ab. Die kommentierte Fütterung von Rhesusaffen und Trampeltieren mit regionalen Produkten soll zeigen, dass auch der Einkauf von regionalem Obst und Gemüse das Klima schützt.

Die unterschiedlichen Aktionsstände sind auf dem Zoo-Gelände verteilt. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist nicht erforderlich. Kinder und Erwachsene sind eingeladen, sich intensiv darüber zu informieren, was sie selbst zum Klimaschutz und somit den Schutz bedrohter Tierarten beitragen können.

Mehr Informationen zur Klimaschutz-Kampagne der europäischen Zoos unter www.poletopolecampaign.org.

Heidelberg hat einen Blickfang mehr

Stehender Bär am Baum und Korsakfuchs
Bär und Fuchs begutachten ebenfalls die neue Anlage. Foto: Bianca Weissbarth/Zoo Heidelberg

Bärengehege mit über 20 Meter breiter Fensterfront offiziell eröffnet

Zur offiziellen Eröffnung am Mittwoch hatte der Zoo Freunde und zahlreiche Unterstützer des Tiergartens eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein freuten sich über 150 Gäste, die neue Anlage näher in Augenschein zu nehmen. Die Erweiterung, mit deren Planung bereits 2012 begonnen wurde, erhielt im Anschluss an die Begrüßung durch Zoo-Direktor Dr. Klaus Wünnemann und den Worten des Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Rainer Gehrig und Stadträtin Dr. Monika Gonser, vertretend für die Stadt Heidelberg, ein letztes i-Tüpfelchen: Gemeinsam montierten der Zoo-Direktor und der Landschaftsarchitekt zusammen mit Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer des Zoos und Martin Heeg, Handwerker im Zoo das letzte Informationsschild am Gehege. Dieses symbolische Teamwork beim letzten Schild stand dabei stellvertretend für die zuverlässige Zusammenarbeit aller Beteiligten in den letzten Jahren, für die sich Wünnemann bei allen bedankte.

Selbst die Füchse und Bären, die bisher nur zögerlich über die Brücke in die neue Anlage strebten, schienen von der Neugier ergriffen. So erkundeten die Korsakfüchse gleich als erstes die neue Anlage in einem rasanten Lauf, nachdem die Brücke ausgeschwenkt wurde. Uschi, die junge Bärin im Dreiergespann der in Heidelberg ansässigen Syrischen Braunbären, folgte kurz darauf und erforschte die verschiedenen Bereiche der neuen Anlage, auf der die Pfleger einige Leckereien versteckt hatten. Später durfte auch ein Bad im neuen Becken nicht fehlen – wer konnte ihr das bei den Temperaturen verdenken.

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Sommergäste im Zoo Heidelberg registriert

mit dem Hubsteiger beim Storchennest im Zoo Heidelberg
Hoch oben auf dem Dach des Zoo-Gebäudes brütet alljährlich ein Storchenpaar. Foto: Zoo Heidelberg

Weißstorchnachwuchs wird jährlich beringt

„Oh, schau mal da oben!“ ist häufig einer der ersten Sätze, den man von Besuchern hört, sobald sie durch das große Tor im Zoo gelaufen sind. Dabei gilt der Blick nicht etwa exotischen Tieren, die sich unerlaubterweise auf dem Dach des historischen Zoo-Gebäudes befinden, sondern es sind die jährlich wiederkehrenden Sommergäste, die den Blick der Besucher auf sich ziehen. Auf dem Dach des Zoo-Gebäudes brütet bereits seit mehreren Jahren jedes Frühjahr ein Storchenpaar. Wer dem Geklapper der Tiere folgt, kann auch an anderen Stellen im Zoo zahlreiche Nester der Weißstörche entdecken. Zu den bevorzugten Brutplätzen zählen neben Hausdächern die hohen Bäume, die einen großen Teil der weitläufigen Parkanlage des Zoos ausmachen.

Ab März/April beginnen die Brutpaare, die jedes Jahr ihrem Stammsitz weiter ausbauen und so das Bauwerk immer wieder aufstocken, die Nester für die Jungvögel vorzubereiten. Die Brutzeit kann bis Anfang August dauern. Die Jungvögel, die nach gut 30 Tagen schlüpfen, verbleiben noch zirka zwei Monate im elterlichen Nest, das durch die regelmäßige Erweiterung mehrere Meter hoch werden kann. Bereits Ende der 90er Jahre wurden gemeinsam mit engagierten Naturschützern des NABU mehrere Brutplätze eingerichtet und aufgestellt, sodass in der Zwischenzeit ein stattlicher Bestand entstanden ist.

Um die Wege der Störche nachzuverfolgen und zu ermitteln, woher sie kommen, werden die Jungtiere immer wieder gezählt und beringt. Das Beringen ist nicht immer so einfach, weiß Helmut Stein, Storchenbeauftragter der Region, der allen Jungtieren behutsam eine individuelle Ringnummer ansteckt. Manche Nester erreicht man nur mit Hilfe eines Hubsteigers und oben am Nest angekommen, wird der menschliche Eindringling von wilden Scheinangriffen der Eltern umflogen, während sich die Jungvögel tief in das Nest drücken. Die Prozedur des Beringens geht dann sehr schnell und ohne größere Auswirkung auf die Störche. Heute wurden im Zoo Heidelberg die ersten sechs Jungstörche 2015 beringt.

Die Auswertungen der  Flugrouten der Störche ergeben, dass auf den Nestern des Zoos mehrheitlich sogenannte Freiflieger brüten, die direkt aus Afrika kommen. Es gibt aber auch Störche aus dem Mannheimer Luisenpark und einige sozusagen „ortständige“, die nicht mehr ziehen. Die Mehrheit der Störche zieht jedoch über zwei Wege: Die „Westzieher“ fliegen bei Gibraltar über das Mittelmeer, um in Westafrika vom Senegal bis zum Tschadsee den Winter zu verbringen. Die „Ostzieher“ fliegen über den Bosporus, das Jordantal und die Sinaihalbinsel nach Afrika. Von dort aus geht der Zug weiter in Richtung Ostafrika.

„Für uns ist es immer wieder schön zu sehen, dass die über 80 cm großen Vögel den Zoo Heidelberg als Sommerdomizil ausgewählt haben“ erklärt auch Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo, der sich auch um die Sommergäste sorgt „Wir haben dieses Jahr 16 Nester im Zoo gezählt und freuen uns, dass regelmäßig neue dazu kommen. Auch wenn mal ein Nest oberhalb des Besucherweges zu kleineren „Unannehmlichkeiten“ führen kann, vermeiden wir es, die Nester frühzeitig zu entfernen.“

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Sonnenmilch für Borstentiere

Tierpfleger beim Einsprühen kleiner Ferkel zum Schutz vor der Sonne
Tierpfleger Artur Assmann schützt die kleinen Ferkelchen mit Sonnenmilch. Foto: Zoo Heidelberg

Die 25 Ferkel des Zoo Heidelberg springen, buddeln und raufen bei gutem Wetter fast den ganzen Tag auf der Freianlage. Selbst zum säugen legen sich die beiden Muttersauen Juli und Dolores gerne in die Sonne. Doch die macht einem Teil der drei Wochen alten Ferkel Probleme: Während die Ferkel von Dolores der Rasse Duroc entsprechend dicht behaart und braun gefärbt sind, haben Julis schwarz-weiße Ferkelchen keinen natürlichen Sonnenschutz – und damit einen Hang zum Sonnenbrand. „Wenn die Kleinen schweinchenrosa sind, dann ist das schon eine Reaktion auf das viele Sonnenlicht und wir müssen schützend eingreifen.“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Verwundert stehen dann die Zoobesucher vor dem Gehege und schauen belustigt dem Treiben von Tierpfleger Artur Assmann zu. Mit einer Sprühflasche bewaffnet hechtet er jedem einzelnen Ferkel hinterher, um sie mit Sonnenmilch einzusprühen. Was so lustig aussieht, hat einen wichtigen Hintergrund. „Schweine haben eine sehr empfindliche Haut. Wenn dazu noch wie beim Schwäbisch-Hallischem Schwein dass Haarkleid nicht sehr dicht ist, müssen wir aufpassen, dass kein schwerer Sonnenbrand entsteht – wie bei einem Menschen mit schütterem Haarwuchs auch.“ berichtet der Tierpfleger. Sobald die kleinen Ferkel größer sind, werden sie sich wie ihre Mütter ausgiebig im Schlamm suhlen. Die getrocknete Schlammschicht schützt nicht nur gegen Sonnenbrand, sondern beugt Überhitzung und unerwünschten Insektenstichen vor. Und wenn der Schlamm zu bröckeln beginnt, scheuern sich die Tiere an Baustämmen und Pfosten und sorgen somit für eine gepflegte Haut, die bereit ist für das nächste Schlammbad.

Aber nicht nur bei den Schweinen gibt es Nachwuchs. Die Zoobesucher können sich auf Nachwuchs bei den Schafen, Ziegen, Präriehunden, Zebras und vielen anderen Zootieren freuen. Geöffnet ist der Zoo Heidelberg täglich von 09:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

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