Pressemitteilungen

Winterspaziergang im Zoo Heidelberg

Zoolandschaft mit Flamingos

Attraktive Perspektiven zum Nebensaisontarif

Zahlreiche Besucher nutzten die milde Witterung in den letzten Tagen für einen Ausflug in den Zoo Heidelberg. Die nordamerikanischen Präriehunde, die sich bei frostigen Temperaturen in ihrem Bau unter der Erde verkriechen, genießen ebenfalls noch die sonnigen Stunden in der kalten Jahreszeit. Viele Zootiere haben sich bereits ein stattliches Winterkleid zu gelegt und so können die Besucher im Zoo Heidelberg auch in den Wintertagen aktive Zootiere erleben. Wind- und wetterfest zeigen sich beispielsweise die Jungbullen in der Elefanten-WG weiterhin täglich auf der Außenanlage und können im großen Elefantenhaus beobachtet werden. Die Mähnenrobben präsentieren auch in den Wintermonaten ihr Können bei der beliebten Vorführung, die täglich außer freitags stattfindet.

In den Herbst- und Wintermonaten bietet der Zoo zudem günstige Nebensaisontarife und lädt zum Spaziergang ein. Zootiere, deren Lebensraum sich ursprünglich über wärmere Gefilde erstreckt, haben sich ebenfalls an unser Klima angepasst. Sollte es ihnen trotz eines dicken Winterfells einmal zu kühl sein, haben sie im Zoo Heidelberg jederzeit die Möglichkeit, sich in den gut geheizten Häusern aufzuwärmen. Die großen Tierhäuser werden von den Besuchern ebenfalls als Zwischenstopps geschätzt. Dort lässt sich beim winterlichen Zoospaziergang etwas Wärme tanken. Besonders beliebt ist das Menschenaffenhaus. Da die Schimpansen, Orang Utans und Gorillas an kalten Tagen lieber die Innenräume nutzen, kann man dort den mittlerweile viereinhalbjährigen Gorillajungen Kwame beim Spielen und Toben beobachten. Wer gegen 13 Uhr dort reinschaut, kann bei den Orang Utans häufig „Ujian“ beobachten, wie er sich mit unterschiedlichen Aufgaben an einem Touchscreen beschäftigt. Im Rahmen der Kognitionsstudie, die sich mit der Frage „Wie Tiere denken“ beschäftigt, erfasst die Wissenschaftlerin Frau Dr. Vanessa Schmitt gemeinsam mit Studenten seine Vorgehensweise im Umgang mit den gestellten Aufgaben am Computer-Bildschirm.

Die Riesen-Schildkröten sind bereits seit ein paar Wochen komplett in das warme Haus umgezogen, wo man sie gut durch die große Fensterscheibe beobachten kann. Fürsorglich wurden sie, da sie ursprünglich von den warmen Seychellen stammen, bereits mit dem ersten Frost von den Tierpflegern ins Winterquartier umgesiedelt.

Völlig unbeeindruckt von kühlen Temperaturen zeigen sich hingegen die Kälte liebenden Schneeeulen, deren farblich abgestimmtes Gefieder mit dem ersten Schnee voll zur Geltung kommen wird. Ganz und gar nicht tarnfarben leuchten die Roten Flamingos in der winterlichen Landschaft des großen Sees, wo die Besucher sie jetzt bereits von weitem sehen können, was in der kahlen Wintervegetation besonders eindrucksvoll anmutet. Und auch die Roten Pandas lassen sich in den kahlen Bäumen jetzt besonders gut im Geäst durch das rotbraune Fell erkennen.

Nicht minder farbenfroh zeigt sich auch weiterhin das umfangreiche Sortiment des Zooshops, der noch zahlreiche Ideen für das ein oder andere Weihnachtsgeschenk bereithält. Es müssen ja nicht wieder Socken zu Weihnachten sein - im Zoo Heidelberg gibt es einiges mehr, wie auch einige Werbeplakate des Zoos verkünden.

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Zoo Heidelberg: Anpassung der Eintrittspreise ab 1. Januar 2016

Ziegen bürsten im Streichelzoo

Preisreduzierung bei Jahreskarten für Erwachsene und Kinder – moderate Anhebung der Tageskartentarife

Zum Jahresbeginn erhöht der Zoo Heidelberg seine Eintrittspreise. Statt 7,80 Euro kostet ab 01.01.2016 die Eintrittskarte für Erwachsene 8,20 Euro, die Kinderkarte wird um 0,20 Euro auf 4,10 Euro angehoben. In der Hauptsaison kostet die Eintrittskarte für Erwachsene 10,20 Euro statt 10,00 Euro, die Kinderkarte wird um 0,10 Euro auf 5,10 Euro erhöht. Die sozial verträglichen Sonderregelungen bleiben weiterhin bestehen: Alle Besucher mit Heidelberg-Pass erhalten freien Eintritt, für Heidelberger Schulen und Kindergärten gibt es besonders günstige Tarife. „Ab Januar erfolgt lediglich eine am Verbraucherpreisindex orientierte Erhöhung. So können steigende Unterhaltskosten aufgrund von Preisentwicklungen bei Futtermitteln und Material sowie höhere Personalkosten ausgeglichen werden.“ begründet Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer des Zoos, die moderate Anhebung der Preise. „Der Zoobesuch bleibt nach wie vor bezahlbar. Besonders nach Einführung der Nebensaisontarife zum Jahresbeginn 2015 haben wir eine noch bessere Übereinstimmung von Angebot und Preis geschaffen.“ so Heck.

Ab 2016 möchte der Zoo außerdem den heutigen Lebenssituationen in der Gesellschaft Rechnung tragen. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann erklärt: „Neben die klassische Familie im eigentlichen Sinn sind in den letzten Jahren viele andere  Formen der Lebensgemeinschaft getreten. Damit alle Lebens- und Familiengemeinschaften gleich behandelt werden, sollen mittelfristig die Familienjahreskarten entfallen und nur noch Einzeljahreskarten angeboten werden. Parallel dazu werden die Preise für die Jahreseinzelkarten reduziert. Profitieren werden davon insbesondere Alleinerziehende, Pflegeeltern und Großeltern mit Enkeln. Die Besucher können sich auch im neuen Jahr an der kontinuierlichen Entwicklung des größten und wohl schönsten Zoos der Metropolregion erfreuen. Nachdem das schon von außen gut einsehbare Gemeinschaftsgehege der Syrischen Braunbären und Korsakfüchse im Sommer fertiggestellt wurde, erfolgt im neuen Jahr unter anderem der Bau eines neuen Streichelzoos. Als Besonderheit erwarten den Zoobesuchern neben dem hautnahen Erleben von verschiedenen Nutztierrassen didaktische Mitmachstationen, die Kindern und Erwachsenen ein ganz besonderes Erlebnis bieten. „Mehr wird dazu noch nicht verraten.“ erklärt der Zoodirektor mit einem verschmitzten Lächeln. „Wir haben für 2016 ambitionierte Ziele, die das gesamte Team des Zoos fordern werden. Der Umzug und die Integration des Explo in den Zoo sowie der Beginn der Erweiterung der Löwenanlage sind die größten Herausforderungen, denen wir uns im neuen Jahr gerne stellen.“

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Es weihnachtet sehr im Zoo Heidelberg

Weihnachtlicher Zooshop - Zoo Heidelberg

Der Zoo Heidelberg lockt mit außergewöhnlichen Geschenkideen und einem besonderen Treffen mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Der Advent ist für viele Menschen die schönste, jedoch häufig auch die hektischste Zeit des Jahres. Sie suchen noch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk? Verschenken Sie eine Patenschaft! Mit der Übernahme einer Tierpatenschaft übernimmt der Beschenkte die Pflegekosten für ein Tier, dessen Wohlergehen ihm besonders am Herzen liegt. Der zukünftige Pate erhält zusätzlich, je nach Wert der Patenschaft, freien Zooeintritt in Form von einer Frei- oder Jahreskarte. Und einmal im Jahr findet die beliebte Patenparty statt, eine abendliche Sonderveranstaltung mit einem bunten Programm, zu der ausschließlich alle Paten eingeladen werden. Oder Sie schauen einfach mal im Zooshop vorbei und lassen sich vom außergewöhnlichen Sortiment  inspirieren. Geschenkgutscheine, die für Eintritt oder Zooshopartikel eingelöst werden können, gibt es direkt an der Zookasse.

Kaum sind die Geschenke eingepackt, steht schon Heiligabend vor der Tür. Bis zur Bescherung dauert es für die Kinder eine gefühlte Ewigkeit. Was also tun, um die Wartezeit zu verkürzen, bis das Christkind kommt? Der Zoo öffnet am 24. Dezember von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr seine Tore. Als besonderen Höhepunkt liest Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann seine liebsten Tiergeschichten vor. Im Anschluss unternimmt der Zoodirektor mit den Kindern einen kurzen Rundgang zu einigen Zootieren. „Diese Tradition ist eine schöne Art, die Stunden bis zur Bescherung für die Kinder zu verkürzen. Für mich persönlich ist das Schönste daran, in die gespannten Kindergesichter mit den leuchtenden Augen zu schauen.“ freut sich Klaus Wünnemann. Treffpunkt ist um kurz vor 11 Uhr vor dem Löwengehege. Dort werden die kleinen und großen Zuhörer vom Zoodirektor abgeholt.

Die Veranstaltung ist kostenfrei – es ist nur der Zooeintritt zu entrichten.

Übrigens hat an diesem Tag auch der Zooshop geöffnet. Hier besteht noch bis 13:00 Uhr die Möglichkeit, „auf den letzten Drücker“ ein schönes Geschenk oder einen Wertgutschein zu erwerben.

Zoo-Öffnungszeiten Feiertage:

Der Zoo Heidelberg hat in den Wintermonaten November bis Februar täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, selbstverständlich auch an Weihnachten und Neujahr. Nur am 24.12. und 31.12. schließt der Zoo bereits um 13 Uhr, letzter Einlass ist dann um 12.30 Uhr.

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Weihnachtspräsent für die Löwen

Spendenübergabe für die Löwenanlage
Rüdiger Trager und Dr. Klaus Wünnemann bei der Scheckübergabe

Architekturbüro ap88 überreicht Spendenscheck an Zoo Heidelberg

Anstelle kleiner Präsente für Kunden entschied sich das Architekturbüro ap88 aus Heidelberg in diesem Jahr für einen Beitrag zur neugeplanten Löwenanlage im Zoo zu überreichen.

„Mit der Spende über 1.000 Euro wollen wir das Projekt im Zoo Heidelberg unterstützen, das eine große Bereicherung für Besucher und Tiere sein wird“, informiert Rüdiger Trager, einer der vier Partner bei ap88 „So ist dies letztlich auch ein Geschenk für unsere Kunden und deren Familien, die bei einem Zoobesuch in Heidelberg sich ab 2016 ebenfalls über die neue Anlage freuen können.“

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann nahm den Scheck persönlich entgegen und bedankte sich bei der Gelegenheit auch für die zuverlässige Zusammenarbeit. Bereits seit einigen Jahren konnte der Zoo gemeinsam mit dem Architekturbüro einige Projekte erfolgreich verwirklichen. Speziell bei der Umsetzung des Elefantenhauses sowie anfallender Instandhaltungsarbeiten zählte der Zoo auf ap88. Und auch beim geplanten Ausbau des Streichelzoobereichs trägt das Architekturbüro wieder mit Rat und Tat bei.

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Farbenfrohe neue Mitbewohner bei den Bali-Staren

MItchell-Lori

Einmalig in Deutschland: Seltene Mitchell-Loris im Zoo Heidelberg

In die Voliere der weißen Bali-Stare sind im Dezember vier farbenfrohe Mitchell-Loris eingezogen. Die Mitchell-Loris sind eine Unterart der Allfarb-Loris. Unsere vier Mitchell-Loris kommen aus Prag. Mit ihnen soll im Zoo Heidelberg eine neue Zuchtgruppe aufgebaut werden. Damit ist Heidelberg zurzeit der einzige Zoo in Deutschland, der diese Unterart hält. Obwohl sie und ihre Volierengenossen, die Bali-Stare, unterschiedlicher kaum aussehen könnten, haben sie doch mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermutet.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der beiden ist identisch. Es umfasst fast ausschließlich die Insel Bali. Außerdem sind sowohl die Bali-Stare als auch die Mitchell-Loris  stark vom Aussterben bedroht. Dies trifft häufig auf sogenannte endemische Arten, also Arten, die nur in einem begrenzten Gebiet vorkommen, zu. Von den Bali-Staren gab es zeitweise lediglich noch 15 wild lebende Individuen und der Mitchell-Lori scheint sogar komplett in der freien Natur ausgestorben. Bedroht werden die Vögel vor allem durch den illegalen Handel als Haustiere, denn auf den indonesischen Märkten können nahezu alle Vögel für die Haustierhaltung erworben werden. Besonders erschreckend: Je seltener der Vogel, desto begehrter ist er unter Sammlern.

Der Zoo Heidelberg unterstützt den Schutz bedrohter  Arten, indem dem Cikananga-Projekt mit Sitz auf Java finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dieses Projekt widmet sich der Nachzucht und Wiederauswilderung bedrohter Vogelarten in vor Wilderern geschützten Gebieten. „Aber wir wollen auch zur erfolgreichen Erhaltungszucht dieser Arten beitragen und wichtige Daten über die Zucht dieser Tiere sammeln.“ erklärt Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.  Zu diesem Zweck sollen die Mitchell-Lori-Damen in naher Zukunft geeignete Partner erhalten und fleißig für Nachwuchs sorgen. Bis dahin knabbern sie vor Neugierde alles an, was ihnen vor die Schnäbel kommt und erfreuen die Besucher mit ihrer Farbenpracht und ihren munteren Lauten.

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Klettervergnügen für Löwen garantiert

Übergabe Spende Löwengehege
Nadine Meffert (Tierpfl.), Frank-Dieter Heck, Dr. Lorenz, S. Keil-Kranz, G. Bartelmus; kniend: Hans-Jürgen Pföhler/Dr. Wünnemann

Tiergartenfreundin spendet 12.000 Euro

Mit symbolisch großem Gepäck kamen vor einigen Tagen die Tiergartenfreunde des Zoo Heidelberg in den Zoo. Gemeinsam mit Frau Sigrid Keil-Kranz überreichten die Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Pföhler, Gerhard Bartelmus und Dr. Dietrich Lorenz eine großzügige Spende für das Löwengehege. Über den Betrag in Höhe von 12.000 Euro können sich die Löwen ganz besonders freuen, da mit diesem Betrag die Kletterlandschaft im neuen Gehege umgesetzt werden wird.

Als langjähriges Vereinsmitglied unterstützt Frau Sigrid Keil-Kranz seit vielen Jahren die Aktivitäten der Tiergartenfreunde. Gerne nahm sie bei der Übergabe des Spendenschecks die Gelegenheit war, sich über die geplanten Umbau- und Erweiterungspläne persönlich bei Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und dem kaufmännischen Leiter des Zoos, Frank-Dieter Heck zu informieren.

Bei der Begehung des Bestandgeheges bedankten sich die Vorstandsmitglieder der Tiergartenfreunde herzlich bei Frau Keil-Kranz. „Es ist uns eine große Ehre, diese Spende von Frau Keil-Kranz zu überbringen. Wir freuen uns über das damit verbundene Vertrauen in unsere Arbeit.“ betonte Herr Bartelmus, Vorsitzender der Tiergartenfreunde. Gemeinsam mit Dr. Lorenz und Herr Pföhler sind sich die Zoofreunde einig: „Viele unserer Mitglieder unterstützen unsere Ziele und helfen, den Zoo bei seiner kontinuierlichen Fortentwicklung weiter zu unterstützen. Es ist für alle sehr schön zu sehen, wie die Mittel in unserem Zoo eingesetzt werden. Darauf können wir alle stolz sein.“

„Mit der Unterstützung der Tiergartenfreunde haben wir bereits einige Projekte umgesetzt. Dass nun ein Element in der neuen Löwenanlage von Frau Keil-Kranz finanziert wird, ist nicht nur für die Löwen eine Bereicherung.“ bestätigte auch Dr. Wünnemann „Es ist schön zu sehen, wie wichtig der Zoo den Menschen in Heidelberg und der ganzen Region ist.“

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Rindvieh ist nicht gleich Rindvieh

zwei Jungkühe, Rotes Höhenvieh
Rotes Höhenvieh mit Odenwälder Genen. Foto: Zoo Heidelberg

Ursprüngliche Odenwälder im Zoo Heidelberg eingezogen

Die heutige Rassenvielfalt bei den Nutztieren basiert zumeist auf speziellen Züchtungen. Dass dadurch aber auch eine Ausrottung ursprünglicher Rassen erfolgen kann, zeigte sich in den 80er Jahren deutlich. Fast unbemerkt wurden einige der ursprünglich in unserer Region beheimaten Nutztierrassen immer seltener. So zählen auch die beiden Neuzugänge im Zoo Heidelberg zu einer Rasse, die vor ein paar Jahren komplett zu verschwinden drohte.

Kuh ist eben nicht gleich Kuh: Die beiden Kühe, die seit einer Woche im Zoo ein neues Zuhause erhalten haben, zählen zum Roten Höhenvieh, einer der ursprünglichsten Nutztierrassen in Deutschland. Bei der Zucht wurden auch Gene der einzig anerkannten Lokalrasse „Odenwälder Rotvieh“ eingekreuzt. 

Genetisch gesehen zogen somit sozusagen Ureinwohner unserer Region im Zoo Heidelberg ein. Das durchgehend rot-braune Fell ist das besondere Merkmal der Rasse. Die beiden Neuankömmlinge wirken klein und robust. Umso überraschender scheint die Tatsache, dass die Rasse seit einigen Jahren vom Aussterben bedroht ist. Das Rote Höhenvieh ist äußerst anspruchslos in seiner Ernährung. Bereits die Kelten schätzten die Vielseitigkeit und Genügsamkeit der Tiere. Kräftig gebaut eigneten sie sich zur Feldarbeit und lieferten trotz kärglicher Nahrung zuverlässig Milch und Fleisch. Das Odenwälder Rotvieh oder Rote Höhenvieh zählte zu den treuen Begleitern im Mittelgebirge und war auch als Keltenvieh bekannt. Im Rahmen der Motorisierung der Arbeitsgeräte und als nur „mittelmäßig“ guter Fleisch- und Milchlieferant verloren die Tiere jedoch mehr und mehr an Bedeutung. Den leistungsfähigen Alleskönnern wurde ihr Allround-Talent zum Verhängnis. Bei zunehmender Spezifizierung in der Landwirtschaft, ist Vielseitigkeit nicht mehr gefragt. Während manche Rinderarten massig gebaut sind und besonders große Mengen Fleisch liefern, punkten andere mit riesigen Eutern für große Mengen in der Milchproduktion. Das Rote Höhenvieh war bekannt für beides - allerdings nicht so gut, als dass sich die Zucht für die moderne Landwirtschaft lohnte. Als in den achtziger Jahren der Wert der Rasse wieder erkannt wurde, konnten gerade mal noch 20 weibliche Tiere gefunden werden. So erhielt das Rote Höhenvieh 1997 den wenig glorreichen Titel „Gefährdete Nutztierrasse des Jahres“ von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH).

Inzwischen sind erfreulicherweise in Deutschland wieder Bestände entstanden und werden weiter aufgebaut. „Die beiden Jungkühe, Elli und Frieda, sind bereits zwei der neuen Bewohner des künftigen Streichelzoo-Konzepts im Zoo Heidelberg“, teilt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann mit und kündigt damit an, dass Ende 2016 der Ausbau des Streichelzoobereichs im Zoo fertiggestellt werden soll.

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Leopard im Zoo Heidelberg entdeckt

Neue Shona-Skulptur: Leopard am Zooeingang in Heidelberg
Oliver und Ursula Kübe gemeinsam mit den Söhnen zusammen mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Oliver und Ursula Kübe spenden Shona-Skulptur

Wer den Zoo Heidelberg betritt, wird seit kurzem von einem Leoparden begrüßt. Die detailliert gestaltete Shona-Skulptur stammt aus Simbabwe und wurde dort von dem Künstler Sidney Magengwa erschaffen.

Dass die Skulptur nun in Heidelberg ihren Ehrenplatz im Eingangsbereich gegenüber der neu gestalteten Bärenanlage erhalten konnte, verdankt der Zoo einem langjährigen Zoofreund und -förderer: Oliver Kübe, der gemeinsam mit seiner Gattin und den Söhnen letzten Donnerstag die offizielle Übergabe an den Zoo vornahm, lernte den Künstler in Heidelberg kennen. Die Begeisterung für den Kunststil der Shona teilt Oliver Kübe mit seinen Vater Sigfried Kübe. Als engagierter Kunstsammler und Unterstützer des Zoo Heidelberg war Sigfried Kübe selbst bereits des Öfteren in Tengenenge in Simbabwe, wo ihn die Kunst der Shona beeindruckte. Aufgrund seiner Initiative fand vor fünf Jahren die große Shona-Art Ausstellung im Zoo statt und seitdem bietet der Zoo Heidelberg in den Sommermonaten regelmäßig Steinbildhauer-Workshops mit Künstlern aus Simbabwe an. Unter fachkundiger Anleitung erfahren die Teilnehmer die Besonderheiten des Serpentinsteins und erlernen die traditionelle Handarbeit bei der Gestaltung eigener kleiner Kunstwerke.

Das teils weiche, teils harte Gestein mit vielfältigen Farbnuancierungen zeichnet die Besonderheit jeder einzelnen der Skulpturen aus, die in der internationalen Steinbildhauerszene zu den Highlights gehören. Der neue Leopard, der nun die Besucher in den Zoo geleitet, ist für Oliver und Ursula Kübe mehr als nur eine Skulptur. Der Leopard ist die Quintessenz der Großkatze – eine Paarung von Kraft und Eleganz. Als Sinnbild für Mut und Stärke wurde der Leopard in vielen Kulturen zum Symbol für Krieger und Herrscher. Sein Fell galt und gilt noch heute als Zeichen der Macht.

Leider sind viele Unterarten des Leoparden heute von der Ausrottung bedroht. Der Amur-Leopard ist die seltenste Großkatze der Welt, von der es im Freiland weniger als 100 Tiere gibt. Umso wertvoller ist es für Familie Kübe, dieses Symbol für Stärke dem Zoo zu übergeben. „Mit der Skulptur möchten wir dem Zoo Heidelberg ein Zeichen an die Hand geben, das den Besucher die Schönheit der Spezies in ihrer Form wiedergibt.“ erklärt Oliver Kübe. „Wir alle sollten uns stets daran erinnern, dass das Aussterben jeder einzelnen Art die Welt um ein Stück Vielfalt ärmer macht. Wir sind froh, dass der Zoo sich um den Arterhalt bedrohter Tierarten sorgt und unterstützen die Projekte immer gerne.“

Zoodirektor Dr. Wünnemann dankte Familie Kübe für die großzügige Spende an den Zoo, die im neugestalteten Eingangsbereich einen weiteren Blickfang für Besucher bietet. Bereits an mehreren Stellen können die Besucher Tierskulpturen aus Simbabwe endecken. Darunter auch ein neues, eindruckvoll großgestaltetes Werk, denn nicht nur der Leopard stammt aus den Händen von Sidney Magengwa, einem der bedeutesten Tierbildhauer aus Simbabwe. Wer in den letzten Monaten einen Rundgang im Zoo unternahm, konnte in der Nähe der Elefantenanlage die „Geburt“ einer Giraffe beobachten. Im Laufe von knapp drei Monaten verwandelte sich ein über fünf Tonnen schwerer Serpentinstein unter den geübten Händen von Sidney Magengwa in eine über drei Meter hohe Giraffe. Wo diese im Zoo Heidelberg letztlich ihren Standort finden wird, will Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann noch nicht verkünden. Nur eines lässt er lächelnd anklingen: „Es wird hoffentlich nicht die einzige Giraffe im Zoo Heidelberg bleiben.“

Tiere freuen sich über fallendes Laub

Roter Panda im Herbst, Zoo Heidelberg
Kleiner Panda im herbstlich bunten Geäst. Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Herbststimmung im Zoo Heidelberg mit leuchtenden Farben

Herbstlicher Modetrend zeigt sich auch bei den Enten im Zoo. Jeder Erpel trägt jetzt sein auffällig gefärbtes Prachtgefieder, welches bei der Balz eine wichtige Rolle spielt. Obwohl die Brutzeit der meisten Wasservögel erst im Frühling beginnt, stellen die Erpel ihr farbenfrohes Gefieder schon jetzt zur Schau, um während der Wintermonate die Weibchen zu beeindrucken.

Im Zoo Heidelberg zeigt sich die abwechslungsreich strukturierte Parklandschaft in warmen Herbsttönen. Besonders auffallend sind das leuchtende Gelb des amerikanischen Gelbholzbaums mitten auf der Flamingowiese und die in verschiedenen Rottönen schimmernden Amberbäume.

Die herbstlich gefärbten Blätter bieten den Zootieren eine bunte Abwechslung sowohl im Speise- als auch im Beschäftigungsplan. Bedeuten die Laubmengen für die Tierpfleger erhebliche Mehrarbeit, scheuen sie dennoch keine Mühen, ihren Schützlingen besondere Unterhaltung zu bieten. Auf der neu gestalteten Bärenanlage wird das Laub zu großen Haufen geschichtet, durch welches sich die Syrischen Braunbären mit Freude wühlen und Lager bauen, in denen sie ruhen oder schlafen.

Auf recht eigenwillige Weise übt sich das junge Weibchen bei den Kleinen Pandas erstmals im Nestbau: unermüdlich klettert sie im Baum bis in die Spitze nach oben, um dort einzelne, welke Blätter zu pflücken und herunter auf den Boden zu bringen. Dort angekommen wird das frisch gepflückte Material an wechselnden Stellen zu einem „Probenest“ verbaut.

Flink sind auch die Eichhörnchen vermehrt im Zoo unterwegs. Aufmerksame Besucher sehen sie geschäftig durch den Zoo flitzen. Sie sind dabei, ihre Vorratslager für den Winter füllen. Dazu vergraben sie die Nahrung in der Erde oder verstauen sie in Rindenspalten und Astgabeln.

Zur Herbstzeit beginnt auch für die tierischen Zoobewohner die Kürbissaison. Als Abwechslung auf dem Speiseplan sind die großen gelben Panzerbeeren willkommen. Die Menschenaffen pulen beispielsweise sorgfältig die schmackhaften Kerne heraus, während die Löwen die Herbstfrüchte zerstören und sich mit Hingabe in den Überresten wälzen.

Gut genährt bereiten sich andere Tiere auf die ruhigen Monate vor. So beginnt bei einigen Tieren, wie beispielsweise den Präriehunden, mit den kürzer werdenden Tagen auch die innere Uhr langsamer zu ticken. Die sonst so geschäftigen Tiere bekommt man nun seltener zu Gesicht, denn auch im Zoo halten sie etwa von November bis Februar eine leichte Winterruhe, die hin und wieder unterbrochen wird, um außerhalb des Baus ein paar Sonnenstrahlen zu genießen.

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Neuigkeiten bei den Zweifinger-Faultieren im Zoo Heidelberg

Faultiermama mit Jungtier auf dem Bauch im Zoo Heidelberg
fest am Bauch von Mama. Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg

Das Jungtier ist ein Männchen – wie soll es heißen?

Bereits knapp drei Monate alt und noch keinen Namen? Trotz der großen Freude im Zoo über den erneuten Nachwuchs bei den Zweifinger-Faultieren gab es noch eine „Kleinigkeit“ zu klären: Junge oder Mädchen?

Für die Mitarbeiter des Vogelreviers, zu deren Schützlingen neben einer Vielzahl an Vogelarten auch die asiatischen Kurzkrallenotter und die kleine Faultierfamilie zählen, hieß es abwarten. Die Frage nach dem Geschlecht ist speziell bei Faultieren nicht einfach zu beantworten, da sowohl die primären als auch die sekundären Geschlechtsmerkmale nur wenig ausgeprägt sind und eine sichere Bestimmung im Allgemeinen nur anhand intensiver Untersuchungen vorgenommen werden kann.

Die ersten Monate verbrachte das Jungtier nahezu ununterbrochen am Bauch der Mutter hängend. Dieses prägende Mutter-Kind-Verhältnis sollte nicht gestört werden und so warteten die Tierpfleger in den letzten Wochen geduldig auf einen passenden Moment, um Haare zu zupfen.

Dem Jungtier sollten unangenehme Untersuchungen erspart werden. Der Zoo Heidelberg hatte daher bereits vor knapp 4 Jahren mit einem Labor in Bielefeld Kontakt aufgenommen und die Entwicklung eines sicheren Systems zur Bestimmung des Geschlechts bei Faultieren unterstützt. Zuverlässig konnten so bereits die Jungtiere der letzten Jahre im Zoo Heidelberg und in zahlreichen anderen Zoos geschlechtlich zugeordnet werden, ohne dass die Tiere zur Untersuchung in Narkose gelegt werden mussten.

Die Prozedur ist für das Tier fast unmerkbar und stressfrei: Mit einer Pinzette zupft der Tierpfleger an einer unempfindlichen Körperstelle Haare samt Haarfollikel aus dem weichen Fell. Anhand der enthaltenen Haarwurzeln erfolgt im Labor die DNA-Analyse und knapp eine Woche später kommt der Befund. Das Heidelberger Jungtier ist männlich.

Nun beginnt die Phase, die junge werdende Eltern immer wieder beschäftigt. Wie soll es heißen? Ein passender Name für das Tier soll es sein, wohlklingend und freundlich. Die Tierpfleger in Heidelberg hoffen auf die Unterstützung von Zoofreunden und rufen auf Facebook auf, mögliche Namen für den jungen Faultiermann einzureichen. Wer einen Namen vorschlagen möchte, kann dies gerne tun. Mail an: info@zoo-heidelberg.deoder direkt auf Facebook unter www.facebook.com/zooheidelberg. Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen getroffen.

Zweifinger-Faultiere hängen übrigens bevorzugt an ihren bis zu 7,5 Zentimeter langen Sichelklauen als zusammengeknäultes Bündel in einer Astgabel. Bis zu 20 Stunden am Tag wird im Halbschlaf gedöst oder richtig geschlafen! In den verbleibenden Stunden zeigen sich die Tiere durchaus von ihrer aktiven Seite, was so manchen Zoo-Besucher dann doch überrascht. Ihren einprägsamen Namen haben die Tiere aber aufgrund ihrer langsamen Bewegungsweise erhalten, mit der sie sich, wahrhaft in Zeitlupentempo, durch das Geäst der Bäume hangeln. Dies hilft ihnen, nicht aufzufallen, damit Jaguare und vor allem Harpyien, die riesigen Urwaldadler Südamerikas, nicht auf sie aufmerksam werden. Faultiere bewohnen die Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. An die regenreiche Umgebung sind sie ebenfalls perfekt angepasst. Da sie meist kopfüber hängen, tragen sie den Haarscheitel auf dem Bauch, so kann das Regenwasser seitlich ablaufen. Ihre Nahrung finden Faultiere ohne viel Bewegungsaufwand, da sie sich vorzugsweise von jungen Blättern, Blüten und Früchten ernähren, für die sie keine weiten Strecken zurücklegen müssen. Dennoch ist auch ihr Leben in freier Wildbahn durch die andauernden Brände und Abholzung der Regenwälder bedroht.

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