Pressemitteilungen

Bildhauerkunst aus Zimbabwe im Zoo Heidelberg. Shona-Workshops bis September 2013

Shonar-Art: Dozent Eddy Nyagweta

Heidelberg, 21. Mai 2013, S. Richter  Die Ausstellung „Shona-Art im Zoo“ mit über 40 Steinskulpturen aus dem südafrikanischen Zimbabwe begeistert seit über zwei Jahren die Besucher des Heidelberger Zoos. Der Zoo mit seinem alten Baumbestand, schönen Pflanzungen, Lichtungen und Teichen bietet den Kunstwerken eine würdige Bühne. Der Shona-Art Galerist Bastian Müller und der Zoo Heidelberg haben aufgrund des großen Besucher-Zuspruchs entschieden, die Ausstellung zu verlängern und auch in diesem Jahr die beliebten Bildhauer-Workshops anzubieten. Zoobesucher, Kunstliebhaber und Kaufinteressenten können sich nun noch bis Ende September 2013 an den beeindruckenden Skulpturen erfreuen und selbst eigene Kunstwerke erschaffen.

Termine Bildhauer-Workshops 2013

Interessierte aller Altersklassen haben die Gelegenheit, bei den Steinbildhauern Walter Maponga, Eddy Nyagweta, Daina Nyakudya und Tago Tazvityaden original zimbabwischen Serpentinstein unter professioneller Anleitung zu bearbeiten und eine eigene Skulptur zu erschaffen. Die Kurse finden im Zoo Heidelberg auf der Flamingowiese in inspirierender Atmosphäre statt. Dank regendichter Zelte können die Workshops bei jeder Wetterlage stattfinden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Arbeit am Stein selbst zu erleben ist eine ganz besondere Erfahrung. Die Zusammenarbeit mit einem zimbabwischen Steinbildhauer ermöglicht tiefere Einblicke in die Shona–Kunst. Die Skulpturen entstehen ausschließlich in Handarbeit, wobei Hammer, Meißel, Raspel und Feile zum Einsatz kommen. Die Künstler haben langjährige Erfahrung als Dozenten und sprechen fließend Englisch.

Termine, täglich von 10.00 – 18.00 Uhr, Montag Ruhetag

25.05. – 07.07.2013  /  Dozent Walter Maponga
08.07. – 16.08.2013  /  Dozent Eddy Nyagweta
16.08. – 28.09.2013  /  Dozenten Daina Nyakudya und Tago Tazvitya

Die Teilnahmegebühr beträgt für die ersten zwei Tage je 50 Euro. Jeder weitere Tag kostet 30 Euro. Hinzu kommen noch Materialkosten in Höhe von drei Euro pro Kilo original Serpentinstein aus Zimbabwe. Werkzeuge werden gestellt. Eine Anmeldung zu den Workshops erfolgt ausschließlich unter Telefon 02302-9787428 oder info@shona-art.com. Gegen Vorlage der Buchungsbestätigung an der Kasse erhalten Teilnehmer der Bildhauerkurse freien Eintritt in den Zoo. Weitere Informationen können auch der Internetseite www.shona-art.com entnommen werden.

Die Workshops können zu jedem Termin im genannten Zeitraum beginnen und für eine gewünschte Anzahl an Tagen gebucht werden. Kurzfristige Verlängerungen sind möglich.

Ausstellung im Zoo Heidelberg: „Faszination Natur“

Feuersalamanderlarve, Foto: Christoph Jansch

NABU Gruppe Heidelberg & Naturfotografen for Nature zeigen ihre schönsten Fotos

Heidelberg, 13. Mai 2013, S. Richter  Ab dem 18. Mai 2013 präsentieren die NABU-Gruppe Heidelberg und die „Naturfotografen for Nature“ im Zoo Heidelberg ihre schönsten Fotos. Die Ausstellung „Faszination Natur“ mit über 30 großformatigen Bildern ist in der Scheune des Zoos bis Ende August 2013 zu sehen.

Die Naturfotografen for Nature sind eine Gruppe von Fotografen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, der Natur etwas zurückzugeben – in Form von ausdrucksstarken Fotos, Spendenaktionen für Naturschutzprojekte und der Herausgabe eines eigenen Magazins. „Wenn wir unsere Fotos in der freien Natur machen, bekommen wir Eindrücke geschenkt, die uns begeistern, erfreuen und oft sehr glücklich machen“, heißt es in ihrer Selbstdarstellung. Von der Begeisterung der Fotografen und der Schönheit der Natur- und Tieraufnahmen können Zoobesucher sich selbst überzeugen. Die stimmungsvollen Fotos wecken den Wunsch, das Leben in seiner Einzigartigkeit zu schützen und zu bewahren.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 18. Mai um 14.30 Uhr in der Scheune des Zoos statt. Die NABU-Gruppe Heidelberg und die Naturfotografen for Nature stellen sich bei der Gelegenheit mit zwei regionalen Projekten zum Feldhamster- und Wanderfalkenschutz näher vor.  

Weiterführende Links: www.naturfotografen-fn.de; www.nabu-heidelberg.de

Die Pfingstferien im Zoo verbringen!

Poitu-Esel, Zooschule
Neugierige Poitu-Eselstute mit fleißigem Helfer, Foto: Daniela Vogt

Heidelberg, 7. Mai 2013  Die Heidelberger Zooschule bietet in den Pfingstferien ein tierisch spannendes und abwechslungsreiches Ferienprogramm an. Kinder, deren Begeisterung besonders groß ist, können ihre Ferien täglich von 8.00 bis 16.30 Uhr bei den Tieren im Zoo verbringen. Für beide Pfingstferienwochen sind momentan noch Plätze frei.

Von klein bis groß: Krallenaffen, Makaken, Varis und Menschenaffen stehen am Affentag auf dem Programm. Beim Vogeltag dreht sich alles um das Federvieh: Hier wird gepickt und gebalzt was das Zeug hält. Während dem Inseltag findet ein regelrechtes Inselhopping statt: Von den Seyschellen bis nach Madagaskar.
Bei den Zoo-Ferien hat jeder Tag ein anderes Thema. Auf diese Weise beschäftigen sich die Ferienkinder täglich intensiv mit einer Tiergruppe. Das Besondere dabei ist: Die Kinder halten sich die ganze Zeit im Zoo auf, direkt vor den Gehegen der Tiere. Natürlich gibt es da auch einiges zu erleben, was Zoobesucher normalerweise nicht dürfen: Es werden Gehege ausgemistet, Tiere gepflegt und mit selbst gebasteltem Spielzeug beschäftigt. Selbstverständlich bleibt da der Spaß nicht auf der Strecke!
Die Teilnehmer im Alter von 6 bis 13 Jahren begeben sich während der Ferien auf eine spannende Reise durch die Welt der Tiere, bei der sie viel erleben und gleichzeitig etwas lernen. Das Basisprogramm Zoo-Ferien dauert täglich von 9.30 bis 12.30 Uhr.
Interessierte Kinder können außerdem noch an Zoo hellwach (von 8.00 bis 9.30 Uhr) und/oder Zoo-Ferien Plus (von 12.30 bis 16.30 Uhr) teilnehmen. Diese beiden Programme ergänzen die vormittäglichen Zoo-Ferien und vertiefen die Inhalte. Bei Zoo-Ferien Plus sind die Teilnehmer beispielsweise forschend im Zoo unterwegs und beschäftigen sich u.a. mit den kleineren Lebewesen unserer Umwelt. Übrigens ist bei den Zoo-Ferien Plus ein warmes Mittagessen im Preis inbegriffen.Für besonders große Zoofans gibt es unterschiedliche Programme, sodass Kinder und Jugendliche in mehreren Ferien teilnehmen können, ohne dass sich thematisch etwas wiederholt.

Die Ferienprogramme finden in den Pfingstferien statt vom 21. bis 25. Mai sowie vom 27. Mai bis 1. Juni (ohne 30.5.).

Zeitraum und Kosten:

Zoo-Ferien: 9. 30 – 12.30 Uhr, € 75

Zoo hellwach: 8.00 – 9.30 Uhr,  € 35

Zoo-Ferien Plus:12.30 – 16.30 Uhr, € 125 (inkl. Mittagessen)

Bei allen Veranstaltungen der Zooschule Heidelberg sind auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen willkommen! Weitere Informationen telefonisch unter 06221-3955713 (Mo 13 - 16 Uhr, Di + Do 10 – 12 Uhr sowie 13 – 16 Uhr) oder unter info@zooschule-heidelberg.de

Zoo Heidelberg: Ein Paradies für Störche

Störche im Zoo

Heidelberg, 2. Mai 2013, S. Richter  Ihr eifriges Klappern ist weithin zu hören und die Steilanflüge auf ihre Nester sind von beeindruckender Akrobatik – der Zoo Heidelberg entwickelt sich zur großen Freude seiner Mitarbeiter und Besucher immer mehr zu einem regelrechten Paradies für Weißstörche. Was viele nicht wissen: Lebensraumverlust, Strommasten und die Folgen des Klimawandels setzen den Beständen dieser attraktiven Vogelart stark zu. Deshalb freut sich der Zoo umso mehr, dass es in diesem Jahr im Zoo einen Storchenrekord gibt: Gezählt wurden bislang acht Nester sowie zwei weitere angefangene. Auf mehr als fünf Horsten wird sicher gebrütet, und auch im Umfeld des Zoos, auf dem Gelände des TSG 78, hat sich ein Storchenpaar niedergelassen. Weißstörche brüten bevorzugt auf Hausdächern, Türmen oder Bäumen. Gerne nehmen Sie auch künstliche Nestunterlagen wie Wagenräder an. Die Brutzeit beginnt im April und endet Anfang August. Das Gelege wird von beiden Partnern über 30 Tage lang bebrütet und nach zirka zwei Monaten verlassen die Jungvögel das Nest. Da ein Storchenpaar seinem Horst über Jahrzehnte treu bleibt und der Nestbau nie abgeschlossen wird, kann der Horst eine Höhe von mehreren Metern erreichen. Kein anderer europäischer Vogel betreibt einen derart großen Nestbau. Dass der Weißstorch, auch als Meister Adebar und Klapperstorch bekannt, sich im Zoo Heidelberg sehr wohl fühlt, hat seine guten Gründe. Bereits Ende der 90er Jahre wurden mit Hilfe engagierter Naturschützer des NABU die ersten Nester im Zoo aufgestellt und von den Störchen begeistert angenommen. Seither werden die Tiere von Mitarbeitern des NABU regelmäßig gezählt und die Jungtiere beringt. Das Beringen ist nicht immer so einfach, wie Dr. Michael Preusch, Facharzt für Innere Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg und ehrenamtlich für den NABU im Bereich Wanderfalkenschutz tätig, zu berichten weiß. An manche Nester gelangt man nur mit Hilfe eines Hubsteigers. Oben am Nest angekommen, wird der menschliche Eindringling von wilden Scheinangriffen der Eltern umflogen, während sich die Jungvögel tief in das Nest drücken. Das Beringen geht dann aber sehr schnell und hinterlässt bei den Tieren keinen bleibenden Eindruck. Nur mit Hilfe der Beringung ist zu erkennen, woher die Störche kommen – auf den Nestern des Zoos brüten mehrheitlich sogenannte Freiflieger, die direkt aus Afrika kommen, aber auch Störche aus dem Mannheimer Luisenpark sind gern gesehene Gäste. Daneben gibt es auch Störche, die ortständig sind und nicht mehr ziehen. Diese „Nichtzieher“ entstammen von Zuchtprogrammen; der Zugdrang bei Störchen entfällt bereits nach einem Jahr in Menschenobhut. Dann werden sie ortständig. Die Mehrheit der Störche, so Preusch, zieht über zwei Wege: Die „Westzieher“ fliegen bei Gibraltar über das Mittelmeer, um in Westafrika vom Senegal bis zum Tschadsee den Winter zu verbringen. Die „Ostzieher“ fliegen über den Bosporus, das Jordantal und die Sinaihalbinsel nach Afrika. Von dort aus geht der Zug weiter in Richtung Ostafrika.

Der Storch ist zweifelslos ein Sympathieträger, vielerorts gilt der Weißstorch auch als Glücksbringer. Und wie wir alle wissen, ist es der Klapperstorch, der die kleinen Kinder bringt. Michael Preusch hat dazu auch einen entsprechenden Vorschlag: „Es wäre einfach wunderbar, wenn wir auf der Heidelberger Frauenklinik eine Storchenplattform anbieten könnten“. Na, das würde doch wirklich passen.

 

Infokasten Weißstörche

Weißstörche sind 80 bis 100 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm und haben trotz ihrer Größe ein Gewicht von gerade einmal etwa 2,5 bis 4,5 Kilogramm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid blütenweiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Die Stimme des Weißstorchs ist sehr schwach ausgeprägt. Er verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel. Das beeindruckende Balzritual etwa geht mit ausgiebigen, gemeinsamen Schnabelklappern einher, dabei wird der Hals weit nach hinten gebogen. Geklappert wird aber auch zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten.

Einsortiert in:

Geheimnisvoller Regenwald – Workshop im Zoo

Faultier im Zoo Heidelberg
Faultier im Zoo Heidelberg in typischer Haltung

Heidelberg, 30. April 2013  Faultiere, Sumatra-Tiger und Fossas – was haben diese Tierarten gemeinsam? Sie kommen im Regenwald vor. Der Workshop „Geheimnisvoller Regenwald“ der Zooschule findet statt am Samstag, den 11. Mai von 9:30 bis 16:30 Uhr und richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren, die diese Tierarten und ihren Lebensraum genauer kennenlernen möchten. Gemeinsam mit zwei Zoorangern gehen die jungen Forscher den Geheimnissen des Regenwaldes sowie kleinen und großen Regenwaldbewohnern auf die Spur.

Die Heidelberger Zooschule – unter Trägerschaft der Initiative Zooerlebnis e.V. – bietet am 11. Mai einen Workshop zum Thema „Geheimnisvoller Regenwald“ an. An diesem Tag dreht sich alles um den besonderen Lebensraum Regenwald und seine tierischen Bewohner. Es werden Fragen behandelt wie: Regnet es wirklich so viel im Regenwald? Wer lebt im Regenwald? Wie kommen die Tiere mit dem vielen Regen klar? Brauchen wir in Deutschland den Regenwald? Und viele weitere mehr. Wenn es dabei auch um die ernste Bedrohung vieler Tierarten geht, kommen Spiel und Spaß dennoch nicht zu kurz. An dem äußerst abwechslungsreichen Tag lernen die jungen Regenwaldforscher erlebnis- und handlungsorientiert den Zusammenhang kennen zwischen der Zerstörung des so weit entfernten Regenwalds und der Luft, die sie hier atmen. Ein Film über Orang-Utans steht ebenso auf dem Programm wie ein spannender Rundgang zu Sumatra-Tigern, Faultieren und Fossas – einigen ganz besonderen Tieren, die als Botschafter ihres einzigartigen Lebenraumes im Zoo Heidelberg leben. Während dem Workshop lernen die Jungforscher sie genauer kennen und erfahren, was sie selbst zu deren Schutz beitragen können.

Der Workshop richtet sich an interessierte Kinder ab acht Jahren und dauert von 9:30 bis 16:30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 beschränkt. Tickets für € 45,- gibt es im Vorverkauf an der Zookasse. Der Eintritt sowie ein warmes Mittagessen sind im Preis inbegriffen.

Weitere Infos telefonisch unter 06221-3955713 zu den Sprechzeiten MO 13-16 Uhr, DI+DO 10-12 Uhr sowie 13-16 Uhr.

 

Betreutes Flirten bei den Sumatra-Tigern Tila und Asim

Tila und Asim kuscheln, Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 26. April 2013, S. Richter  Frohe Nachrichten aus dem Raubtierhaus im Zoo Heidelberg. Die zwei jungen Sumatra-Tiger „Tila“ und „Asim“ haben sich hervorragend eingelebt und es deutet alles darauf hin, dass die nächsten Jahre ganz im Zeichen einer großen Tiger-Liebe stehen.
Noch ist bei Tila und Asim allerdings „betreutes Flirten“ angesagt, wie Dirk Eichmann, Tierpfleger im Robben- und Raubtierrevier, schmunzelnd bemerkt. Denn auch bei Tigern gilt das Sprichwort „was sich liebt, das neckt sich“ – allerdings können die Folgen des Neckens bei den Raubkatzen mit größeren Blessuren einhergehen. Für die meiste Zeit des Tages und nachts sind Tila und Asim noch durch die sogenannten Schmusegitter voneinander getrennt. Zwei Mal täglich werden sie für bis zu jeweils eine Stunde zusammengebracht und ihr Verhalten von den Tierpflegern dabei genau beobachtet. Dass die beiden Großkatzen sich mögen, ist auch für die begeisterten Zoobesucher nicht zu übersehen: Sie kuscheln und spielen miteinander und begrüßen sich mit „Pruschel-Lauten“, ein für Tiger typisches und erstaunlich sanft vorgetragenes Begrüßungsschnauben. Die friedliche anmutende Situation kann aber auch blitzschnell umschlagen, etwa dann, wenn die kleinere, jüngere, aber ausgesprochen selbstbewusste Tila den großen, kräftigen Asim einfach nicht in Ruhe lassen will oder ihn gar kräftig in die Hinterbeine zwickt. Spätestens dann ist für Asim der Spaß vorbei – und seine Reaktion mutet für uns Menschen heftig an, wenn er sich mit seinen 150 Kilo auf die zarte Tila wirft. Aber das gehört bei Tigern eben dazu und Tila muss lernen, dass man sich bei einem Tigermann nicht alles herausnehmen kann. „Wir sind froh, dass Asim ein sehr gutmütiger Tigermann ist, der beim Zurechtweisen noch nicht einmal die Krallen ausfährt“, betont Eichmann.
Sollte es kritisch werden, unterbrechen die Pfleger die Situation durch Zurufen und Schlüsselrasseln. Beide Tiere kennen jeden Winkel ihres großzügigen Reviers und haben sehr gut gelernt, auf Zuruf zum Pfleger und in die Innengehege zu kommen.
Mit Asim und Tila möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten. Die Chancen stehen gut, auch wenn es sicher noch ein bis zwei Jahre dauern wird, bis beide Tiger die Geschlechtsreife erreicht haben.

Gesunder Nachwuchs in Hectors Harem

Erst wenige Tage alt und schon ganz neugierig. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 18. April 2013, S. Richter  Der Zoo Heidelberg freut sich über Nachwuchs bei seinen Hanuman-Languren. Das Kleine, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 2. April zur Welt und verbringt noch die meiste Zeit an Mamas Bauch gekuschelt. Von dort aus schaut es mit großen, neugieren Augen in die Welt. Mit seiner zart-rosa Haut, die nur von wenig Fell bedeckt ist und den beeindruckenden Segelohren hat es noch nicht viel mit seinen erwachsenen Verwandten gemein:
Die Langurenart imponiert dem Betrachter mit prächtigem silbrig-grauen Fell und einem dunklen Gesicht, umrandet von einem weißen Haarkranz. Die Hanuman-Languren zählen als Kulturfolger und heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten auf dem indischen Subkontinent. Vielen Menschen sind die eleganten Schlankaffen von Bildern indischer Tempelanlagen geläufig, wo die dort als heilig verehrten Tiere oft in großen Gruppen anzutreffen sind.
Hanuman-Languren ernähren sich ausschließlich vegetarisch, Beeren, Blätter und Samen stehen auf dem Speiseplan. Ihr Magen weist eine einzigartige Besonderheit auf. Er ist in vier Kammern unterteilt, um die schwerverdauliche Zellulose zersetzen zu können und ähnelt deshalb dem Magen der Wiederkäuer.
Für das Affenweibchen im Zoo Heidelberg ist es zwar der erste Nachwuchs, aber die neue Mutterrolle bereitet ihr keine Schwierigkeiten: Liebevoll umsorgt sie ihr Neugeborenes und auch die anderen Weibchen der Gruppe werden sich bald mit um die Aufzucht des Jungtieres kümmern. Generell reißen sich die Weibchen regelrecht darum, für die spätere, eigene Mutterrolle an dem Jüngsten zu üben. Jedes weibliche Tier der Gruppe möchte das Jungtier gerne übernehmen und auch einmal versorgen. Nur das einjährige Halb-Geschwisterchen ist noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um anderen behilflich zu sein.
Dieser Zuchterfolg erfreut den Zoo umso mehr, da Vater „Hector“ erst im Dezember 2011 in den Zoo Heidelberg einzog, sich sehr rasch in die Gruppe eingewöhnte und bereits 2012 für den ersten Nachwuchs seit vielen Jahren sorgte. Der sanfte Charme des schönen Hector hatte die Damenwelt recht schnell überzeugt, und auch sein Verhalten gegenüber seinen beiden Sprösslingen ist außergewöhnlich. Kümmern sich männliche Hanuman-Languren normalerweise nicht um ihren Nachwuchs oder werden von erfahrenen Müttern abgewehrt, so nimmt Hector seine Kinder gerne an sich und trägt sie umher. „Dass die Mütter bei Hector so ganz anders als üblich reagieren, liegt unter anderem an seinen entspannten und freundlichen Wesen, freut sich Anke Jakob, Leiterin des Affenreviers. Die Hanuman-Languren leben im „kleinen Affenhaus“, in dem auch Kaiserschnurrbarttamarine, eine weitere Gruppe Roloway-Meerkatzen, afrikanische Weißbauchigel und Kugelgürteltiere untergebracht sind.

Fotos: Heidrun Knigge

Das Kleine verbringt zwar noch die die meiste Zeit an Mamas Bauch gekuschelt, geht aber auch schon mal alleine auf Streifzug.
 

Einsortiert in:

Noch mehr Platz für die vier „jungen Wilden“ – Elefanten-Außenanlage wurde erweitert

Begeistert erkunden die Elefanten ihr erweitertes Terrain

Heidelberg, 5. April 2013, S. Richter  Zoobesucher konnten in den letzten Wochen beobachten, dass auf der Außenanlage der Elefanten im Zoo Heidelberg ordentlich gegraben und gebaut wurde. Der weitere Ausbau der Elefantenaußenanlage war schon lange geplant und macht die ohnehin großzügig gestaltete Anlage für Tier und Mensch nun noch attraktiver: Zum einen haben die vier jungen Elefantenbullen mit einer zusätzlichen Fläche von 600 Quadratmeter noch mehr Platz zur Verfügung; zum anderen vergrößert sich auch die Fläche, von der aus die Zoobesucher in das Gehege der beliebten Elefanten einblicken können.
Für die Erweiterung des ersten Bauabschnitts bewegten die Bagger über tausend Tonnen Erde und schufen so eine Böschung, von der die Elefanten in akrobatischer Manier nach unten in einen neu angelegten Trockengraben gelangen können. Drei Meter hohe Mauerscheiben, die mit Elektrozaun gesichert sind, trennen die Elefanten von den Besuchern. Die tatkräftigen Zoohandwerker hatten sprichwörtlich alle Hände voll zu tun. Wolfgang Müller, gärtnerischer Leiter im Zoo, betont, „dass die vorhandene Bepflanzung erhalten blieb und die alten Bäume geschützt wurden“. Der schöne Baumbestand – dazu zählen vor allem zwei alte Linden – bietet den Dickhäutern nun gerade an heißen Tagen den begehrten Schatten.
Pünktlich zu Ostern und im Zeitplan konnten die vier Dickhäuter zum ersten Mal ihr neues Terrain erkunden. Ihrem Erkundungstrieb dabei zuzuschauen ist die helle Freude. Gandhi, mit sieben Jahren der jüngste der vier Elefantenbullen, erwies sich bei der Ersterkundung des neuen Terrains als der mutigste. Mit gestreckten Beinen, zurückgelehntem Oberkörper und wild rüsselnd spähte er zunächst vorsichtig die künstlich geschaffene Böschung hinunter und entschloss sich nach der Begutachtung voller Elan, den steilen Hang hinunter zu robben. Danach hievte er seine zwei Tonnen Gewicht wieder nach oben, um dem abwartenden Trio „Voi Nam“, „Tarak“ und „Thai“ von seinen Erfahrungen zu „berichten“. Es ist immer wieder faszinierend, die stille Kommunikation der Tiere zu beobachten. Zur Verständigung mit Artgenossen nutzen Elefanten zu zwei Dritteln Infraschall-Laute. Diese für Menschen unhörbaren Schwingungen werden sowohl durch die Luft als auch durch das Erdreich übertragen.

Nach erfolgreicher Verständigung machten sich dann alle Viere zum Ab- und Aufstieg bereit. „Das ist das Besondere an der Vergrößerung der Außenanlage“, freut sich Revierleiter Stefan Geretschläger, „ab sofort können wir und die Besucher bei den Elefanten noch weitere motorische Fähigkeiten beobachten als das bislang der Fall war. Denn nicht nur für die jungen Elefantenbullen bietet das erweiterte Terrain mit der Böschung und einer neu geschaffenen Schlammsuhle Abwechslung. Die Besucher können die Elefanten nun aus einer zusätzlichen Perspektive beobachten, da sie sich auf dem gleichen Niveau wie die Tiere befinden“.

In einem zweiten Bauabschnitt soll dann das alte Elefantenhaus abgerissen und an der Stelle eine Trainingswand für die klugen Tiere errichtet werden. Für Besucher wird die Anlage dann noch interessanter, wenn sie aus nächster Nähe das medizinische Training der Elefanten beobachten können.

Info: Das Haus und die Außenanlage der Elefanten-WG

Das neue Elefantenhaus (500 qm, eröffnet im Juni 2010)  trägt den vielfältigen Bedürfnissen der Tiere Rechnung. In diesem finden die Tiere unter anderem

  • einen großen Innenpool (das Badebecken umfasst 50.000 Liter)
  • eine beheizte „Sporthalle“ mit Sandboden und vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Boxen: eine Box mit 60 qm, 2 Boxen à 40 qm, 1 Box mit 30 qm, Zugang zur
  • 2000 qm großen Außenanlage mit Badebecken und zahlreichen Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten, zusätzlich nun die Erweiterung um weitere 600 qm mit Böschung, Graben und Schlammsuhle

Osterspaß im Zoo Heidelberg – Langohren im Einsatz

Der Frühling kommt - ganz bestimmt. Tollende Lämmer im Zoo. Foto Susi Fischer

Heidelberg, 26. März 2012, S. Richter  Der meteorologische Winter ist seit vier Wochen vorbei und auch kalendarisch hat sich die kalte Jahreszeit letzte Woche verabschiedet. Pünktlich zu den Feiertagen machen die Wetterberichte jetzt Hoffnung auf mildere Temperaturen und ein Besuch im Zoo Heidelberg lohnt sich zu Ostern auf jeden Fall. Dem bisher wechselhaften und kühlen Wetter zum Trotz blühen viele Krokusse und Tulpen bereits prächtig und auch die ersten Sträucher am Wegesrand zeigen ihre Knospen. Viele andere bunte Frühlingsboten stehen schon in den Startlöchern, um bei steigenden Temperaturen und Sonnenstrahlen die Grünflächen des Zoos in farbenprächtige Blütenteppiche zu verwandeln.
Die Kinder dürfen sich am Ostersonntag auf etwas ganz Besonderes freuen: Ein lebensgroßer Osterhase verwöhnt die kleinen Zoobesucher mit leckeren Überraschungseiern. Damit jedes Kind auch eines abbekommt, hat er zwei fleißige Assistentinnen, die sich ebenfalls durch lange Ohren auszeichnen. Die Poitou-Eselstuten Resi und Yvette tragen große Weidenkörbe auf ihren Rücken, die prall gefüllt sind mit Überraschungseiern. Kleine Zoobesucher können sich also auf das süße Geschenk freuen und als Dankeschön gerne die braven Eselstuten mit ein paar Streicheleinheiten hinter ihren grandiosen Ohren verwöhnen.
Im Afrikahaus gibt es für Zoobesucher eine weitere Attraktion zu bestaunen: Pünktlich zu Ostern sind auch dieses Jahr kleine, goldgelbe Hühnerküken geschlüpft. Die flauschigen Federbällchen leben in einem zirkuszeltähnlichen Gehege, das weich und warm mit Stroh und Hobelspänen ausgepolstert ist. Neben den Küken gibt es aber noch weiteren Nachwuchs zu sehen: So ist im Streichelzoo ordentlich was los, denn dort wartet eine Riesenschar buntgescheckter, neugieriger Ziegenjunge auf aufgeweckte Kinder.
Bei den quirligen Erdmännchen im Raubtierhaus tollen drei neue Familienmitglieder mit durch das Gehege, die Goldgelben Löwenäffchen im Menschenaffenhaus präsentieren stolz ihre zwei Jungtiere und Faultiermutter Wilma trägt ihr Kind Bam-Bam sicher an ihrem Bauch.
Sehr schön sind auch die vielen Weißstörche, die sich bereits an mindestens fünf Nestern auf dem Gelände des Zoos zu schaffen machen. Da wird heftig geklappert, gedroht und im Sturzflug ein begehrtes Heim angeflogen. Spätestens im Mai sollte jedes Paar sein Nest gefunden und hergerichtet haben, denn dann beginnt das Brutgeschäft bei Meister Adebar.

Es lohnt sich also, im Zoo vorbei zu schauen, zumal nur dort Eltern ihren Kleinen lebende Osterhasen, Osterlämmer und Osterküken zeigen können.

Öffnungszeiten, ab April bis 19.00 Uhr: Geöffnet hat der Zoo Heidelberg bis zum 31. März 2013 täglich von 9 bis 18 Uhr, ab 1. April 2013 (bis September) dann täglich von 9 bis 19 Uhr. Mehr Informationen unter www.zoo-heidelberg.

Der Kindersegen hält an - Faultier „Bam-Bam“ ist da!

Kleines Faultier - Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 21. März 2013, S. Richter  Im Zoo Heidelberg herrscht derzeit ein wahrer Kindersegen: Nach den Erdmännchen, den Goldgelben Löwenäffchen, den Schafen und afrikanischen Zwergziegen sorgte nun auch das Faultierpaar „Wilma“ und „Fred“ für Nachwuchs. Das kleine Zweifingerfaultier kam Anfang März zur Welt und wurde von den Tierpflegern „Bam-Bam“ getauft.
Für den Zoo Heidelberg ist es die zweite Nachzucht bei dieser ungewöhnlichen Tierart, die ihr Leben kopfüberhängend in den Bäumen verbringt. Der 2011 geborene „Pebbles“ ist schon vor einiger Zeit in einen französischen Zoo umgezogen.
Faultiere verbringen die ersten Wochen ihres Lebens gut versteckt und festgeklammert am kuscheligen Bauchfell der Mutter – aber mit etwas Glück können Zoobesucher den Nachwuchs mit der großen Stupsnase und den braunen Knopfaugen durch die Scheibe im Innengehege der Südamerikavoliere beobachten. Ist „Bam-Bam“ ein Junge oder ein Mädchen? „Man kann das bei Faultieren erst sehr spät erkennen“, so Revierleiter Thomas Bersch, „das wird wahrscheinlich noch einige Monate dauern“.
Obwohl Faultiere Einzelgänger sind, hegen „Wilma“ und „Fred“ ein inniges Verhältnis, was man daran erkennt, dass die beiden sich oft einen Ast gemeinsam teilen. Im Hinblick auf ihren gemeinsamen Nachwuchs verhalten sich die beiden ungewöhnlich, denn normalerweise hält sich ein Faultiermännchen von dem Weibchen mit Nachwuchs fern. In den Zoos wird deshalb oft das Männchen für eine gewisse Zeit von Mutter und Kind getrennt. Wilma und Fred hingegen kuscheln gemeinsam mit ihrem Nachwuchs so eng, dass kaum zu erkennen ist, wo ein Faultier beginnt und das andere aufhört – ein Verhalten, das sehr selten beobachtet wird.
Sobald sich die Temperatur auf mindestens 15 Grad stabil eingependelt hat, darf die Faultierfamilie wieder das Außengehege mitbenutzen. In der begehbaren Voliere hangeln die Faultiere dann umgeben von vorwitzigen Guirakuckucken und farbenprächtigen Grünwangen-Amazonen gemächlich an den Ästen entlang.
In freier Wildbahn leben Zweifingerfaultiere in den Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. Mit ihren bis zu 7,5 Zentimeter langen Sichelklauen sind sie perfekt an ein kopfüberhängendes Leben in den Astgabeln angepasst. Darauf weist auch der Scheitel hin, den die Tiere auf dem Bauch tragen, damit das Regenwasser seitlich ablaufen kann. Ihr Name kommt ebenfalls nicht von ungefähr: Zweifingerfaultiere dösen bis zu 20 Stunden pro Tag und bewegen sich bevorzugt im Zeitlupentempo. In ihrer Heimat dient diese scheinbar „faule“ Lebensweise aber durchaus einem wichtigen Zweck, nämlich der Tarnung vor Feinden, zum Beispiel vor Jaguaren oder Harpyien, das sind die riesigen Urwaldadler Südamerikas.
Im Regelfall gibt es für Faultiere keine Veranlassung, sich schneller zu bewegen. Vor Feinden sind sie bestens getarnt und für ihre Nahrung – junge Blätter, Blüten und Früchte – müssen sie keine weiten Strecken zurücklegen. Wenn die ruhigen Tiere dann aber einmal aktiv werden, sind überraschte Blicke bei den Zoobesuchern vorprogrammiert! Doch auch die beste Tarnung schützt nicht vor allem: Wie viele Bewohner der tropischen Regenwälder sind auch Faultiere durch die Abholzung ihres Lebensraumes

Inhalt abgleichen