Pressemitteilungen

Aktiver Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Der junge Trampeltier-Hengst Batu mit Mutter Jasmin auf der Außenanlage. (Foto:
Der junge Trampeltier-Hengst Batu mit Mutter Jasmin auf der Außenanlage. (Foto: Heidrun Knigge)

Jungtiere bei Trampeltieren, Stachelschweinen und Zwergziegen 

Im Frühjahr gab es vielfältigen Nachwuchs im Heidelberger Zoo. Bei den Trampeltieren erblickte am 13. März ein junger Hengst das Licht der Welt und auch bei den Stachelschweinen huscht der Nachwuchs inzwischen über die Anlage. Im Streichelzoo freuen sich die Besucher über die vielen jungen Zicklein, die auch erste Kletterversuche wagen.

Am 13. März brachte Trampeltierstute Jasmin einen kleinen Trampeltier-Hengst, der, genau wie seine Mutter, weißes Fell hat, auf die Welt. Nach einer „Hochzeitsreise“ in den Naturzoo Rheine, bei der Jasmin den Trampeltierhengst Rashid traf, war die Stute ganze 13 Monate trächtig. Die ersten Tage verbrachten Mutter und Sohn im ruhigen Stall. Der kleine Hengst mit Namen Batu springt inzwischen mutig über die Außenanlage, sucht aber stets die Nähe seiner Mutter. Mit dem Jungtier leben nun insgesamt fünf zweihöckerige Trampeltiere in Heidelberg.

Trampeltiere gehören zur Gattung der Großkamele. Es gibt zwei domestizierte Formen der Großkamele: das einhöckerige Dromedar, das vor allem in Nordafrika, Vorderasien, Indien und Australien gehalten wird, und das zweihöckerige Trampeltier, das in Innerasien als Last- und Nutztier weit verbreitet ist.

Gute Nachrichten gibt es auch bei den Stachelschweinen: Hier gab es gleich dreifachen Nachwuchs. Mit etwas Glück erwischt man den Moment, wenn die Kleinen flink über die Anlage flitzen – meist kurz nach der Stachelschweinfütterung, die täglich um 15 Uhr stattfindet. Die kleinen Stachelträger nutzen dann die Gelegenheit, wenn alle Stachelschweine draußen sind, auch einmal die Außenbereiche zu erkunden. Optisch sehen sie wie eine Mini-Version ihrer Eltern aus. Die erwachsenen Stachelschweine lassen ihre Jungen dennoch kaum aus den Augen und so kehrt die kleine Familie auch immer rasch in den geschützten Innenbereich ihres Geheges zurück.

Stachelschweine zählen zu den Nagetieren. Ihre Stacheln werden bis zu 40 Zentimeter lang und dienen zur Abwehr von Feinden. Bei Gefahr stellen die Tiere ihre Stacheln auf, was sie plötzlich doppelt so groß erscheinen lässt. Zusätzlich erzeugen sie ein lautes, raschelndes Geräusch. Ist der Angreifer immer noch nicht abgewehrt, dreht sich das Stachelschwein um und greift ihn mit seinen Stacheln an.

Die beiden jungen Lämmer, die im Februar geboren wurden, haben Verstärkung bekommen: Im März kamen bei den afrikanischen Zwergziegen weitere Jungtiere zur Welt. Dank der guten Milch ihrer Mütter entwickeln sich die kleinen prächtig. Neugierig erkunden sie ihr Gehege und können dabei von den Besuchern gut beobachtet werden. Wer möchte, darf den Tieren im Streichelzoo ganz nahekommen: Das Zoo-Team hat zwei Kisten mit Bürsten für die Fellpflege durch die Besucher aufgestellt. Das tut nicht nur den Ziegen gut, sondern macht auch kleinen und großen Besuchern viel Spaß.  

Afrikanische Zwergziegen sind ursprünglich von West- bis Ostafrika verbreitet und dienen vor allem der Versorgung mit Fleisch und Milch. Sie werden nur 40 bis 50 Zentimeter groß und wiegen ausgewachsen gerade mal 25 Kilogramm. Nachwuchs gibt es bei den Zwergziegen mehrmals im Jahr, da sich die Tiere das ganze Jahr über paaren. Die Tragezeit beträgt fünf Monate und die Ziegen werfen je Geburt ein bis zwei Junge.

Weitere Unterstützung für den Ausbau der Löwenanlage

Gerhard Bartelmus, Dr. Dietrich Lorenz und Jürgen Pföhler überreichten den Schec
Gerhard Bartelmus, Dr. Dietrich Lorenz und Jürgen Pföhler überreichten gemeinsam den Scheck. (Foto: Zoo Heidelberg)

Tiergartenfreunde übergeben Spendenscheck über 15.000 Euro an den Zoo Heidelberg

Eine großzügige Spende hatten die Vorstandsmitglieder des Vereins Tiergartenfreunde Heidelberg e. V. im Gepäck, als sie in den Zoo Heidelberg kamen. Der Spendenscheck in Höhe von 15.000 Euro ist für den Ausbau der Löwenanlage bestimmt und wurde am Mittwoch, 19. April 2017, symbolisch an Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann übergeben.

„Wir freuen uns sehr über diese erneute großzügige Spende der Tiergartenfreunde. Sie tragen mit ihren Aktionen und solchen Spenden zur Entwicklung des Zoos wesentlich bei“, betonte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Wichtigkeit der Arbeit der Tiergartenfreunde.

Der Spendenbetrag in Höhe von 15.000 Euro ist an kein spezielles Element gebunden und kann somit ihm Rahmen der Neugestaltung der Löwenanlage flexibel genutzt werden. Der Zoo kann mit der Spende beispielsweise entstehende Zusatzkosten abdecken oder zusätzlich zu den auf der Anlage geplanten Objekten, wie Kletterlandschaft oder Safari-Jeep, weitere tiergärtnerische Maßnahmen für die Löwen optimal umsetzen. 2017 rückt der Ausbau, der auch die angrenzend lebenden Stachelschweine und Erdmännchen einschließen wird, in unmittelbare Nähe. „Wir rechnen in den nächsten Wochen mit der Baugenehmigung, um dann endlich loslegen zu können“, erklärte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Der langjährige 1. Vorsitzende Dr. Dietrich Lorenz und der 2. Vorsitzende Gerhard Bartelmus überreichten gemeinsam mit Kassenwart Jürgen Pföhler den symbolischen Scheck. Schon 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 folgte der Verein dem Spendenaufruf des Zoos und unterstützte so regelmäßig den Ausbau der Löwenanlage. Mit dem Scheck in Höhe von 15.000 Euro ergänzte der Verein die für das Projekt Löwen gesammelte Spendensumme auf 97.000 Euro.

Der 2. Vorsitzende, Gerhard Bartelmus, berichtet: „Der Verein der Tiergartenfreunde Heidelberg e.V. freut sich sehr, dass der Zoo nach einem nachbarschaftlichen Einvernehmen mit der Uni-Klinik nunmehr in der Lage ist, die seit längerer Zeit geplante Erneuerung der Löwenaußenanlage auch tatsächlich beginnen zu können. Für diese Erneuerung und Erweiterung haben wir uns als Tiergartenfreunde seit längerer Zeit eingesetzt und den Zoo unterstützt, um zukünftig unserem wunderschönen Löwenpaar, auch in der Hoffnung auf Nachwuchs, ein adäquates und modernes Revier zur Verfügung stellen zu können.“

Tiergartenfreunde Heidelberg e.V.

Mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen und vielen Kleinspenden unterstützt der Verein der Tiergartenfreunde e.V. seit seiner Gründung im Jahr 1933 zentrale Projekte des Zoos. Im Verein finden Menschen zueinander, denen die Entwicklung des Heidelberger Zoos am Herzen liegt.Vereinsmitglieder erhalten vergünstigte Jahreskarten und werden über die kostenlose Zusendung der Mitgliederzeitung „ZOO aktuell“ regelmäßig aktuell über unterschiedliche Zoo-Themen informiert. Neben Aktionen im Zoo werden auch spezielle Führungen, Vorträge und gegen Kostenbeteiligung organisierte Tagesausflüge in andere Zoologische Gärten angeboten. Weiterführende Informationen unter www.tiergartenfreunde.de

Neues Außengehege für die Lemuren im Zoo Heidelberg

 Knapp 450 Lauffreunde trafen sich zum Affenlauf 2017(Foto: Susi Fischer/Zoo HD)
Knapp 450 Lauffreunde trafen sich zum Affenlauf 2017 im Zoo Heidelberg (Foto: Susi Fischer)

Am Affenlauf 2017 nahmen knapp 450 Läufer teil

Am Sonntag, den 9. April, starteten knapp 450 Läufer beim Affenlauf 2017 im Zoo Heidelberg. Sonniges Wetter, hochmotivierte Läufer und eine außergewöhnliche Laufstrecke durch und um den Zoo machten den Tag für die Sportler, Zuschauer und Helfer zu einer gelungenen Veranstaltung.

Die Laufroute startete beim Affenhaus, verlief im Zoo vorbei an Ziegen und Schafen, Rhesusaffen, Kamelen, Löwen, Flamingos und Elefanten. Ein Stück außerhalb des Zoos führte die Strecke entlang der Tiergartenstraße hinter der TSG-Heidelberg-Anlage Richtung Neckar und entlang des Neckarufers bis zum Wehrsteg bevor die Runde jeweils zurück im Zoo am Affenhaus endete. Jeder Läufer konnte sich entscheiden, ob er die etwas über 3.000 m lange Strecke einmal, zweimal oder dreimal absolvierte. Unterwegs standen zahlreiche ehrenamtliche Helfer, um den Läufern als Streckenposten den Weg zu weisen. Die schnellste Läuferin in drei Runden, Katrin Fleischer, absolvierte die 9.150 m lange Strecke in 43:43 min. Bei den Herren schaffte Jan Schäfer die drei Runden in 36:23 min. Die Schnellsten in zwei Runden waren Miriam Himmelmann (34:23 min) und Christian Quaiser (26:07 min). Nach einer Runde liefen Linnea Ueberle (14:53 min) und Tobias Wolfsteiner (13:01 min) als Schnellste über die Ziellinie. Alle Läufer können die Einzelwertungen des Affenspendenlaufs auf der Webseite des Zoos unter dem Link http://www.zoo-heidelberg.de/Affenlauf2017 einsehen.

„Wir freuen uns, dass so viele Zoo- und Lauffreunde die Gelegenheit nutzten, in dieser besonderen Atmosphäre zu laufen und mit ihrem Startgeld einen Beitrag für den Bau eines neuen Geheges für unsere Lemuren zu leisten. Es kamen so viele Anmeldungen zum Affenlauf, dass wir 100 Teilnehmern mehr als geplant die Teilnahme ermöglichten.“ berichtet Frank-Dieter Heck, kaufmännischer Geschäftsführer im Zoo Heidelberg.

Bereits in den letzten Jahren rief der Zoo dazu auf, mit sportlichem Engagement ein Projekt des Zoos zu unterstützen. Nachdem im letzten Jahr der letzte Lauf für die Löwen angekündigt wurde, bangten bereits viele sportliche Zoofreunde um diese exklusive Laufstrecke. „Es ist für das ganze Zooteam ein große organisatorische Aufgabe, doch mit Unterstützung der vielen freiwilligen Helfer, die uns am Lauftag voller Tatkraft unterstützen, wollen wir auch in den nächsten Jahren wieder solche Lauftage im Zoo veranstalten.“ kann Frank-Dieter Heck mit Dank an die Helfer die ambitionierten Läufer beruhigen.

Durch die anteilige Spende von jeweils 20 Euro je Läufer, die in der Startergebühr enthalten war, wird der Bau eines neuen Außenbereichs für die Lemuren finanziell unterstützt. Die Kattas erhalten einen neuen großen Außenbereich am Menschenaffenhaus. In das ca. 120 qm große Gehege sollen später noch weitere Lemuren einziehen. Die Vergesellschaftung zwischen den beiden auf Madagaskar heimischen Affenarten – Sifakas und Kattas – wird in anderen Zoos bereits erfolgreich umgesetzt.

Den stark vom Aussterben bedrohten Sifakas gilt dabei besondere Aufmerksamkeit. Der Zoo Heidelberg wird der erste deutsche Zoo sein, der gemeinsam mit sieben weiteren Zoos an einem Schutzprojekt für Sifakas teilnimmt. Im Rahmen dieses Projekts werden sowohl die Population in den Zoos als auch Individuen einer Wildtierpopulation aus einem Schutzgebiet auf Madagaskar koordiniert.

Das 6 m hohe Gehege bietet den Lemuren, die sich gerne auch in Baumwipfeln aufhalten, gute Klettermöglichkeiten. Durch spezielle Verbindungsgänge können die Primaten zwischen den Innenbereichen und dem Außenbereich wechseln. Für die Vorbereitung von Beschäftigungsmaterialien und Gestaltungselementen werden die Wirtschaftsbereiche für die Tierpfleger vergrößert. Große überdachte Glasscheiben werden den  Zoobesuchern viel Einblick in die beiden teilbaren Gehegebereiche bieten, um die Tiere bei ihren akrobatischen Kletterkünsten zu beobachten.

Artenschutz-Zentrum für Feldhamster im Zoo Heidelberg eröffnet

Feldhamster (Foto: Uli Weinhold)
Feldhamster (Foto: Uli Weinhold)

Mehr Platz für Feldhamster bietet die neue Zuchtstation im Zoo Heidelberg, die Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann gemeinsam mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl am 7. April 2017 einweihte.

Für Regierungspräsidentin Kressl ist der Feldhamsterschutz mehr als der Schutz von nur einer bedrohten Tierart: „Der Feldhamster steht stellvertretend für die ganze Lebensgemeinschaft der vielfältigen Agrarlandschaft. Dort wo es dem Feldhamster gut geht, fühlen sich auch Feldhase, Rebhuhn und Bienen wohl.“

Die Feldhamsterzuchtstation im Heidelberg Zoo ist Teil der Artenschutzprogramme der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg. Pro Jahr sollen hier rund 170 Feldhamster gezüchtet werden. Die Nachzuchten werden auf landwirtschaftlichen Flächen in Mannheim in den Bereichen Bösfeld, Mühlfeld, Straßenheim, Seckenheim und Suebenheim wieder angesiedelt.

Durch Infrastrukturprojekte und Veränderungen in der Landbewirtschaftung stand der Feldhamster in Baden-Württemberg kurz vor der Ausrottung. Um die letzten Bestände zu stützen und um verwaiste Flächen wieder zu besiedeln, wurde eine Feldhamsterzucht erforderlich. Mit einem ausgeklügelten Zuchtplan wird darauf geachtet, dass die genetische Vielfalt in der Hamsterpopulation erhalten bleibt.

Bereits seit 2004 werden im Heidelberger Zoo Feldhamster gezüchtet. Neue Vorgaben für die Tierhaltung in Zoos und eine Ausweitung der Zucht haben eine neue Zuchtstation erforderlich gemacht. Da die Tiere bei der Zucht Ruhe benötigen, findet diese abseits der Besucherströme statt. Mit etwas Glück können Zoobesucher aber das Verhalten der Feldhamster in einem speziellen Schaugehege im Zoo live beobachten.

Neben der Zucht und Wiederansiedlung setzt das Artenschutzprojekt Feldhamster daher vor allem bei den Lebensräumen der Feldhamster an: In einem Projektgebiet rund um Mannheim fördert das Land Baden-Württemberg eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung von Ackerflächen. Für verschiedene Vertragsmodelle können Landwirte Ausgleichssätze von über 1000 € pro Hektar erhalten.

Ziel ist es, dass die durch Straßen zerschnittenen landwirtschaftlichen Flächen wieder besser miteinander vernetzt werden. Nach und nach sollen in den kommenden Jahren Kleintierdurchlässe unter Straßen gebaut werden, durch die die Feldhamster gefahrlos zwischen verschiedenen Flächen hin- und herwechseln können.

Informationen zu Vertragsfragen zur Förderung des Feldhamsters hat das Regierungspräsidiums Karlsruhe auf einem Faltblatt zusammengestellt, das unter folgendem Link auf der Internetseite des Regierungspräsidiums heruntergeladen werden kann: https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Natur/Artenschutz/Documents/rpk56_artsch_feldhamster.pdf

Schwerer Abschied: Orang-Utan Gruppe ist nach Belgien gezogen

UJIAN untersucht alles ganz genau. (Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg)
UJIAN untersucht alles ganz genau. (Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg)

Gestern am 3. April war es soweit, die Orang-Utan Gruppe des Zoo Heidelberg verließ endgültig die Stadt am Neckar, um ein neues, großes Gehege im Zoo Pairi Daiza in Belgien zu beziehen.

Ein solcher Umzug einer Menschenaffengruppe von einem Zoo in einen anderen ist ein logistisches Meisterwerk. Wochenlang schon wurde der Transport vorbereitet, Veterinärtests mussten gemacht, Transportdokumente beantragt und ausgestellt sowie geeignete Transportkisten ausgewählt werden. Auch das neue Gehege im Zoo in Belgien wurde von der Kuratorin, der Tierärztin und den Tierpflegern vorher besucht und ausgiebig begutachtet, bevor ein Transporttermin festgelegt wurde. Bis wenige Tage vor dem Transport führten die Mitarbeiter im Zoo Pairi Daiza noch Verbesserungen am neuen Gehege durch, damit die Heidelberger Tiere auch garantiert eine geeignete neue Unterkunft vorfinden würden. „Jeder Orang-Utan ist ein Individuum und hat seine eigenen Bedürfnisse, aber auch Fähigkeiten. Vor allem unser Orang-Männchen Ujian ist ein begnadeter Tüftler, für ihn müssen alle Schrauben, Winkel und Bretter ganz besonders sicher befestigt sein.“, erklärt Revierleiterin Anke Jakob.

Auch das Verladen der Tiere hier in Heidelberg wurde lange vorher akribisch vorbereitet. Ein Tierarztkollege aus der Stuttgarter Wilhelma unterstützte das Heidelberger Zootierärzteteam und auch der Kollege aus Pairi Daiza kam am Montag nach Heidelberg, um beim Verladen dabei zu sein. Ein professionelles Zootiertransport-Unternehmen aus den Niederlanden stellte spezielle Transportkisten und ein klimatisiertes Fahrzeug zur Verfügung.

Die Orang-Utans mussten narkotisiert werden, um in die Kisten verladen zu werden. Die Narkose wurde auch gleich für ein medizinisches Checkup genutzt. Trotz der guten Vorbereitung lief jedoch leider nicht alles nach Plan. Das 28-jährige Orang-Utan-Weibchen Puan erwachte nicht mehr aus der Narkose. Trotz intensivmedizinischer Betreuung durch die vier anwesenden Tierärzte konnte Puan nicht wieder ins Leben zurückgeholt werden. Das Weibchen litt bereits seit über 15 Jahren an einer chronischen Kehlsackentzündung, eine bei Orang-Utans nicht selten auftretende Krankheit. Ob diese chronische Entzündung oder eine andere bisher unentdeckte Grunderkrankung dazu geführt hat, dass das Orang-Utan-Weibchen die Narkose nicht überlebt hat, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Der Tierkörper wurde direkt zum Deutschen Primatenzentrum nach Göttingen transportiert und wird dort genauestens untersucht. „Da die Narkose eigentlich bis zur Aufwachphase gut verlaufen ist, vermuten wir stark, dass eine Vorerkrankung zu ihrem Tod geführt hat“, erklärt Dr. Barbara Bach, Zootierärztin im Zoo Heidelberg, „mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“.

Der Tod von Puan war für alle Beteiligten ein Schock. Puan wurde 1989 in Heidelberg geboren und war eine echte Zoopersönlichkeit. Sie selbst konnte leider aufgrund einer Veränderung der Gebärmutter nie selbst züchten, übernahm jedoch schnell die Rolle der perfekten Tante, als im letzten Jahr Jungtier Berani in die Gruppe geboren wurde. „Wir hätten uns sehr gewünscht, Puan auf der neuen großen Anlage in Belgien noch durch die Äste und Seile in über 8 m Höhe klettern zu sehen“, gibt Anke Jakob zu, „schade, dass sie das nicht mehr erleben konnte.“

Das Verladen der anderen drei Orang-Utans, des 22-jährigen Männchens Ujian, der 13-jährigen Sari und ihres 1-Jahr alten Babys Berani verlief problemlos. Mit etwas Verspätung verließen die Tiere begleitet von zwei Tierpflegern und dem Tierarzt aus Pairi Daiza gegen 14.00 Uhr Heidelberg in Richtung Belgien. Nach etwa sechs Stunden Fahrt konnten die Tiere am Abend noch die Räume hinter den Kulissen des neuen Geheges in Pairi Daiza beziehen, wo sie die erste Nacht gut verbracht haben. Die Heidelberger Tierpfleger bleiben nun noch einige Tage in Belgien, um die Eingewöhnung der Tiere im neuen Gehege zu begleiten. Wenn alles nach Plan verläuft, werden die drei Orang-Utans schon bald in dem großen Schaugehege, das einer Tempelanlage ähnelt, für die belgischen Besucher zu sehen sein.

Der unerwartete Tod von Puan verstärkte beim gesamten Zooteam die Trauer über den über den Weggang der Orang-Utans. „Das war ein großer Schock für uns,“ erklärt Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg, „aber wir finden auch Trost im Umzug unserer kleinen Familie und freuen uns auch darauf, sie bald zu besuchen und auf der großen Außenanlage in Belgien umherklettern zu sehen.“  Sandra Reichler sieht in der Aufgabe der Orang-Utan-Haltung in Heidelberg jedoch auch den Rückschlag für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm: „Um eine gesunde Population erhalten zu können, braucht jedes Zuchtprogramm ausreichend viele Halter. Gerade für eine so hoch bedrohte Tierart, wie den Orang-Utan.“

Das ehemalige Orang-Utan Gehege in Heidelberg wird in den nächsten Monaten umgebaut, außerdem wird der geringere Tierbesatz genutzt, um die Haustechnik im Menschenaffenhaus zu überarbeiten, was dringend nötig ist. Im Spätsommer werden dann die Roloway-Meerkatzen und Hulmans aus dem kleinen Affenhaus ins Menschenaffenhaus umziehen.

Ergänzung vom 20.04.2017 zum Tod von Puan:
Die Untersuchungen im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen sind inzwischen abgeschlossen. Puan verstarb kurz vor dem Umzug nach Belgien (in den Zoo Pairi Daiza). Aufgrund ihrer chronischen Kehlsackentzündung hatten absteigende Infektionen das Lungengewebe bereits so stark geschädigt, dass sie während der Vorbereitungen für den Umzug in der Narkose verstarb. Der Zoo Heidelberg trauert um Puan und bedauert sehr, dass sie ihr neues Zuhause nicht mehr erleben konnte.

Dateien

Merkwürdiges Horn an Zoo-Pony entdeckt

Bei Pony Crunch mit merkwürdigem Horn auf der Stirn (Foto: Zoo Heidelberg)
Bei Pony Crunch mit merkwürdigem Horn auf der Stirn (Foto: Zoo Heidelberg)

Zoo Heidelberg: „Beim Kämmen und Bürsten war etwas anders“

Großer Rummel um das kleine Shetland Pony Crunch. Tierpflegerin Jill Gebert entdeckt bei der routinemäßigen Fellpflege ein merkwürdiges Horn auf der Stirn des Kleinpferdes. Entwarnung kommt von Zoo-Tierärztin Dr. Barbara Bach „Dem Tier geht es gut“. Doch was steckt hinter der Entdeckung?

zum Video

Eine knöcherne Erhebung auf der Stirn eines Pferdes – nicht die erste Entdeckung im Zoo Heidelberg – schließlich lebt hier einer von weltweit nur zwei pfeifenden Orang Utans. Aber der Fall von Pony Crunch gibt echte Rätsel auf. Das aus dem Elsass stammende Pony kam Anfang Dezember 2016 kerngesund in die Stadt am Neckar. Jetzt ist man fieberhaft auf der Suche nach Antworten zum merkwürdigen Horn-Fund. „Wir haben nochmal nachgeforscht, ob es vielleicht Hinweise zu seinem Stammbaum gibt. Leider fanden wir keinerlei Aufzeichnungen zur genauen Herkunft oder den Eltern-Tieren.“ unterstreicht Dr. Barbara Bach, leitende Tierärztin die besondere Herausforderung. Tierfreunde kann die Medizinerin aber beruhigen: „Auch wenn wir vieles noch nicht wissen: es besteht kein Grund zur Sorge. Crunch geht es wunderbar“.

Einzelfall oder Weltsensation? Viel Zeit, einen Blick auf das Einhorn zu erhaschen, bleibt Besuchern indes nicht. Dr. Klaus Wünnemann, Direktor im Zoo Heidelberg „Wir haben Kontakt zu unserer Partnereinrichtung in den USA aufgenommen. Das Smithsonian Animal Research Institut in Washington wird Crunch bereits kommende Woche für weitere Untersuchungen bei sich aufnehmen.“, und er ergänzt, „Um den Stress des Tieres so gering wie möglich zu halten, wird seine Tierpflegerin ständig an seiner Seite sein.“

zum Video

Heidelberger Orang-Utans packen die Koffer

Beranis erster Geburtstag (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)
Beranis erster Geburtstag (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)

Nur noch wenig Zeit, Abschied von den beliebten Waldmenschen zu nehmen

In wenigen Wochen müssen die Heidelberger Abschied von ganz besonderen Bewohnern des Menschenaffenhauses des Heidelberger Zoo nehmen. Die Orang-Utan-Gruppe zieht nach Belgien.

Besonders Berani, der am 21. März seinen ersten Geburtstag feierte, zieht als unangefochtener Star im Menschenaffenhaus viele Zoobesucher an. Mit akrobatischen Kletterübungen lässt er so manches Menschenherz kurz stocken und tritt gleichzeitig den Beweis an, das Orang-Utans schon in jüngstem Alter Meister der Kletter- und Schwingkunst sind. Aber auch seine Eltern Ujian und Sari sowie die Lieblingstante Puan beeindrucken mit lustig anmutenden Sachen. Sei es beim Sackhüpfen mit dem Lieblingsbettbezug, Verstecken in der Plastiktonne oder einfach nur Abhängen und dabei gegroomt werden.

Die Orang-Utan-Haltung aufgeben zu müssen, trifft das Zoo-Team sehr hart. „Der Abschied von den Vieren fällt uns sehr schwer.“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir sind sehr traurig, dass wir keine finanziellen Möglichkeiten haben, diesen charismatischen Tieren die Haltungsbedingungen zu schaffen, die sie benötigen. Auf der anderen Seite sind wir sehr froh, dass der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) mit uns zusammen einen Zoo gefunden hat, der unserer Orang-Utan-Gruppe eine vorbildliche Anlage bieten kann, in der die Tiere ihre Bedürfnisse ausleben und für die Erhaltungszucht wichtigen Nachwuchs sorgen können“. Der Zoo Pairi Daiza in Belgien hat extra für die Heidelberger Orang-Utans ein neues Gehege gebaut.

Der Umzug der Orang-Utans soll in wenigen Wochen erfolgen.

Zusatzinfos
Orang-Utans leben ausschließlich in Asien und kommen heute nur noch im Norden Sumatras und auf Borneo vor.

Der Sumatra-Orang-Utan, der mit einer kleinen Gruppe im Zoo Heidelberg vertreten ist, wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als eine der 25 am stärksten vom Aussterben bedrohten Affenarten eingestuft und steht somit auf der Roten Liste. Als Hauptgründe zählen der illegale Handel, Wilderei und der Verlust des Lebensraumes. In den letzten 20 Jahren verloren die „Waldmenschen“ vor allem durch die Abholzung von Regenwald etwa 60 Prozent ihres Habitats.

Dateien

Zoo Heidelberg und Jugendherberge Heidelberg International

Gemeinschaft und Leben live erleben

Zoo Heidelberg und die benachbarte Jugendherberge Heidelberg haben eine direkte Verbindung. Am 21. März 2017 wurde der separate Zooeingang beim Waschbärgehege für Gäste der Jugendherberge eröffnet.

Jugendherbergen befinden sich häufig in besonderen Gebäuden oder an touristisch attraktiven Orten. So auch in Heidelberg. Ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal der Jugendherberge Heidelberg International ist ihre direkte Anbindung an den Zoo.

Der Zoo und die Jugendherberge in Heidelberg grenzen räumlich unmittelbar aneinander. Bereits im Jahr 2010 begannen die Modernisierungsmaßnahmen des Rundbaus der Jugendherberge und später die Errichtung eines Seminartraktes.Während der Umbaumaßnahmen und der damit verbundenen Grenzverlagerung zugunsten des Zoo und der dort erfolgten Baumaßnahme „Waschbärgehege“ fand eine sehr vertrauensvolle und zu gegenseitigem Nutzen gestaltete Zusammenarbeit statt. Die Jugendherberge profitierte durch die Umgestaltung des Areals doppelt. Zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen zur Flächengestaltung wurden vermieden und der Einblick in das attraktiv gestaltetet Gehege bietet den Gästen ein außergewöhnliches Ambiente.

Vorausschauend wurden bereits damals die technischen Möglichkeiten für einen gesonderten Zugang der Jugendherbergsgäste zum Zoo geschaffen. Jetzt ist der Zugang für die Jugendherbergsgäste nutzbar.

Das Motto der Jugendherbergen „Gemeinschaft erleben“ und das Motto des angrenzenden Zoos "Leben live erleben" ergänzen sich ideal.

Der Zoo Heidelberg beherbergt aktuell 2.704 Tiere in 177 Arten und ist somit der bedeutendste Zoo der Metropolregion Rhein-Neckar. Zoobesucher können einem Löwen Auge in Auge gegenüberstehen, einen Panda hoch oben im Geäst entdecken, Elefantenbullen beim Bad beobachten und viele weiteren Tiere während eines Rundgangs entdecken. All das und mehr ist nun für Jugendherbergsgäste durch die vereinfachte Zugangsmöglichkeit zu besonderen Konditionen möglich. Mit dem Zoobesuch unterstützen die Besucher zudem verschiedene europäische Erhaltungszuchtprogramme. Zwei Prozent der Besuchereinnahmen lässt der Zoo Heidelberg in verschiedene „in situ Artenschutzprojekte“fließen, das heißt in Programme die Tiere in ihrem ursprünglichen, natürlichen Lebensraum erforschen und erhalten.

Zoobesucher, die einen erlebnisreichen Tag im Zoo verbracht haben, finden in der Jugendherberge 447 Betten in 120 modernen Zimmern mit Dusche/WC. Für Schulklassen und Gruppen stehen 14 Seminarräume unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Ein umfassender Service sowie die modernste Tagungstechnik sorgen für ein ruhiges und professionelles Arbeiten. Die Jugendherberge legt als Tagungsort besonders viel Wert auf umweltfreundliches und nachhaltiges Handeln bei den Themen Energie, Wasser, Abfall und der Beschaffung von gehandelten Lebensmitteln. Bis zu 300 Gäste können in dem großen Seminartrakt mit 215 qm Fläche tagen, der sich in drei gleich große Seminarräume á 71 qm unterteilen lässt. Eine vorgelagerte Terrasse mit direktem Zugang zu den Außenanlagen und Blick auf den angrenzenden Zoo sorgt für kreative Pausen und bietet in den Sommermonaten Platz für Rahmenprogramme und Empfänge. Vom Trompeten der Elefanten geweckt werden oder beim Seminar einen Blick auf das Waschbärgehege werfen – all das ist somit möglich in der Jugendherberge Heidelberg International.

Dateien

Traurige Nachrichten aus dem Zoo Heidelberg

Benni, der Syrische Braunbär
Benni war eine besondere Tierpersönlichkeit. Foto: Gerd Löwenbrück

Benni, der große Syrische Braunbär, ist tot

Am Mittwoch, 08.03.2017, musste Benni, der männliche Braunbär im Zoo Heidelberg, eingeschläfert werden. Bereits seit einigen Tagen beobachteten die Tierpfleger und die Zootierärztin, dass der Syrische Braunbär trotz der eingeleiteten Behandlung Schmerzen hatte. Der 30jährige Bär hatte Probleme mit der unteren Wirbelsäule.

Benni war ein echter Heidelberger. Er kam im Dezember 1986 im Heidelberger Zoo zur Welt und lebte dort  gemeinsam mit seiner Mutter Gudrun (36) und seiner jüngeren Schwester Uschi (geb. 1994). In Gesellschaft der quirligen Korsakfüchse bewohnen die Syrischen Braunbären die große Bärenanlage direkt beim Zooeingang. Benni war zwar der Größte der drei Bären aber nicht der Mutigste unter ihnen. Nach Erweiterung der Bärenanlage 2015 traute er sich, im Gegensatz zu seinen weiblichen Mitbewohnerinnen, zunächst nicht über die Brücke zum neugestalteten Gelände. Erst nach mehreren Tagen, in denen er seine mutige Schwester aufmerksam auf dem neuen Terrain beobachtet hatte, wagte auch er den Schritt über die Brücke. „Benny war für alle Zoobesucher allein aufgrund seiner Größe eine besondere Tierpersönlichkeit, die Millionen von Zoobesuchern am Eingang begrüßt hat.“ blickt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann zurück. „Er wird uns mit seiner ruhigen bedächtigen Art fehlen.“

In den letzten Wochen machte Bennis körperliche Verfassung dem Zooteam große Sorge. Der stattliche Braunbär hatte stark abgebaut. Es war verstärkt zu erkennen, dass er Probleme in der Bewegung mit den Hinterbeinen hatte. Seine Beschwerden konnten zunächst durch entsprechend zugefütterte Schmerzmittel gelindert werden und sein Zustand stabilisierte sich für ein paar Tage. Als die Symptome nun erneut verstärkt auftraten, er immer wieder mit dem Hinterteil abknickte und seine Hinterbeine nicht aktiv einsetzte, entschloss sich der Zoo zu einer weiteren Untersuchung unter Narkose. Im Rahmen der Röntgenaufnahmen war leider zu erkennen, dass sich seine Wirbelsäule bereits stark verändert hatte und eine weitere Behandlung mit Medikamenten kaum Linderung der Schmerzen erhoffen lies. Infolgedessen entschieden Zooleitung, Tierärztin und Tierpfleger das Leiden des Bären zu beenden und schläferten ihn am vergangenen Mittwoch ein.

Syrische Braunbären gelten als Unterart des Europäischen Braunbären. Mit einer Körperlänge von 150 bis 260 cm und bis zu 500 kg gehören sie zu den kleineren Vertretern ihrer Art. Aufgrund ihres hellbraunen Fells werden diese Braunbären bei flüchtigem Hinsehen irrtümlicherweise auch mal mit Eisbären verwechselt. In vielen Verbreitungsgebieten sind Syrische Braunbären von der Ausrottung bedroht oder bereits ausgerottet worden.

Dateien

Die Vögel sind wieder draußen im Zoo Heidelberg

Rosa Pelikane im Zoo Heidelberg
Die Rosa Pelikane genießen das Bad und die Sonne. Foto: Zoo Heidelberg

Der Frühling hält Einzug im Tiergarten

Nach mehr als 15 Wochen sogenannter „Aufstallung“ zum Schutz der wertvollen Vögel im Zoo Heidelberg gibt es ein Aufatmen. Die Vögel können zurück in die Volieren. „Besonders für unsere Tiere, aber natürlich auch für unsere Besucher freuen wir uns außerordentlich, dass die Schutzmaßnahmen beendet werden können und unsere Vögel ab dieser Woche wieder in ihren Volieren und Freianlagen zu sehen sind“, so Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Seit dem 18. November wurden viele Vögel, wie beispielsweise die Strauße, Pelikane, Flamingos, Enten und die Vögel aus dem Küstenpanorama hinter den Kulissen untergebracht, um eine mögliche Infektion mit Vogelgrippeviren zu vermeiden. Jetzt ziehen die meisten Vögel wieder in ihre Außengehege.

„Die Belastung für unsere Vögel war sehr groß“, berichtet Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg „Welche Folgen diese Ausnahmesituation für die einzelnen Vögel hat, wird sich noch zeigen. Wir müssen jedoch damit rechnen, dass der Brutzyklus einiger Vögel gestört wurde oder eine diesjährige Brut ganz ausbleiben wird“. „Es ist ein schönes Glücksgefühl, die Vögel wieder in ihren gewohnten Umgebungen zu sehen“ freut sich Herr Bruslund mit Blick auf die Rosa Pelikane im Wasser bei der Afrikaanlage.

Besonders im Küstenpanorama, der großen begehbaren Voliere direkt in der Nähe des Zooeingangs, ist die Frühlingsstimmung dennoch zu spüren. Dort können die Besucher wieder die verschiedenen Seevögel beobachten. Eiderenten, Säbelschnäbler und Kampfläufer wiegen sich in den Wellen und die Inkaseeschwalben ziehen wieder ihre Kreise, während im Hintergrund der lachende Gute-Laune-Ruf der Graumöwen zu hören ist.

Bei den Inkaseeschwalben herrscht reges Treiben an den Nistkästen. Hier heißt es nun schnell sein, denn jedes Paar möchte den besten Platz für die Aufzucht von Jungvögeln erobern.

Bald wird auch am Flamingosee die farbenfrohe Gruppe der Kubaflamingos wieder Einzug halten. Ob auch hier in diesem Jahr mit Nachwuchs gerechnet werden kann, bleibt allerdings abzuwarten. Bei den langlebigen Vögeln können die Brutaktivitäten durchaus ein oder gar mehrere Jahre aussetzen, wenn die Bedingungen nicht optimal sind.

Trotz der widrigen Umstände ließen es sich viele Zoofans nicht nehmen, den Zoo zu besuchen und ihren Aufenthalt trotz abgelassener Seen und leeren Volieren zu genießen. Ein kleines Trostpflaster war sicherlich auch die Verlängerung des Nebensaisontarifes, der einen günstigen Besuch bei schönem Frühlingswetter ermöglichte. Die Einbußen für den Zoo jedoch sind mit Mindereinnahmen im fünfstelligen Bereich. Hinzu kamen erhebliche Kosten für die ungeplante Ein-Stallung der Vögel. Der Zoo Heidelberg ruft alle Zoofreunde auf, den Zoo mit ihrem Besuch zu unterstützen.

Seit März können übrigens die Besucher im Zoo wieder eine Stunde länger, also bis 18:00 Uhr, verweilen. Besonders zum Frühlingsstart ist es ein besonderes Erlebnis, das Erwachen der Natur zu genießen: Tausende Krokusse recken ihre Köpfe aus den Wiesenflächen und die ersten Bäume und Sträucher liefern sich einen Wettkampf, wer wohl mit den schönsten Blüten die Blicke auf sich zieht. Im Streichelgehege toben die ersten Jungtiere der Zwergziegen und Rhönschafe und erfreuen besonders die jüngsten Zoobesucher.

Dateien
Inhalt abgleichen