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Liebespfeil brachte die entscheidenden Punkte

Der Zoo holt beim Stadt-Land-Quiz den Sieg für Heidelberg. Foto: Zoo Heidelberg
Der Zoo holt beim Stadt-Land-Quiz den Sieg für Heidelberg. Foto: Zoo Heidelberg

Der Zoo holt für Heidelberg den Sieg beim Stadt-Land-Quiz

Auf der Jagd nach den meisten Punkten beim Stadt-Land-Quiz des SWR-Fernsehen mit Moderator JensHübschen lieferten sich Heidelberg und Kaiserslautern ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach vielen kniffligen Fragen und Rätseln gewann der Zoo Heidelberg für seine Stadt letztendlich das beliebte Duell mit 790 zu 780 Punkten. Genau eine Antwort machte in der letzten Raterunde den Unterschied und führte Heidelberg zum Sieg.

In der ganzen Stadt galt es knifflige Aufgaben rund um Tiere und Natur zu lösen. Mal handelte es sich um Wissensfragen, mal um Schätzfragen oder Worträtsel. Auch die Besucher im Zoo Heidelberg erspielten hierbei wertvolle Punkte – doch in Kaiserslautern waren ebenfalls viele richtige Antworten dabei.

Zusätzlich benannte jeder Zoo zwei Experten, die ein Bilderrätsel zur Stadt und eine Schnellraterunde meistern mussten. Für Heidelberg gingen Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und Liane Winter, Leiterin des Service-Centers, ins Rennen. Das Bilderrätsel, bei dem ein Ort in Heidelberg und ein Ort in Baden-Württemberg gesucht wurden, war eine harte Nuss. Die entscheidenden Hinweise kamen von Heidelberg Marketing und Dominik Winkel, Tierpfleger im Zoo Heidelberg. Kaiserslautern zog jedoch gleich nach und lieferte die richtigen Antworten auf ihr Bilderrätsel. Noch gab es also keinen klaren Favoriten.

Im Endspiel, bei einer Schnellraterunde, mussten die Experten insgesamt fünf tierische Fragen lösen. Erst hier, in der finalen Runde, stellte Moderator Jens Hübschen dann die alles entscheidende Frage. „Weinbergschnecken sind Zwitter. Wie pflanzen sie sich fort?“, wollte er wissen. Zoodirektor Dr. Wünnemann hatte die richtige Antwort sogleich parat: „Sie schießen Liebespfeile aufeinander.“ Beim Paarungsspiel richten sich Weinbergschnecken gegeneinander auf, pressen ihre Kriechsohlen aufeinander und geben dann einen Kalkpfeil, den sogenannten Liebespfeil, in den Fuß des Partners ab. Mit diesem Liebespfeil übertragen die Schnecken ein Sekret, das für eine erfolgreiche Fortpflanzung wichtig ist. Die Experten in Kaiserslautern konnten diese Frage nicht beantworten. Somit stand der Sieger fest: Mit zehn Punkten Unterschied gewann Heidelberg das Duell. In Heidelberg erspielte das Team im Zoo insgesamt 790 Punkte, in Kaiserslautern 780 Punkte.

Der Zoo Heidelberg bedankt sich bei allen Besuchern, Mitarbeitern und allen weiteren Unterstützern, die fleißig Punkte für Heidelberg gesammelt haben. Ein Dank gilt auch den „Gegnern“ aus Kaiserslautern für das tierisch spannende Rate-Duell.

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Doppelter Nachwuchs bei den Mähnenrobben

Doppelter Nachwuchs bei den Mähnenrobben (Foto: Zoo Heidelberg)
Doppelter Nachwuchs bei den Mähnenrobben (Foto: Zoo Heidelberg)

Mutter-Kind-Schwimmen im Robbenbecken

Vor fünf Wochen kamen die beiden Jungs zur Welt. Zur Eingewöhnung verbrachten ihre Mütter mit ihnen die erste Zeit im Robbenhaus getrennt von der übrigen Gruppe, um ihnen eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Jetzt zeigen sich die jungen Mähnenrobben bei ihren ersten Schwimmerfahrungen im Mutter-Kind-Becken der Robbenanlage.

„Über den doppelten Nachwuchs freuen wir uns sehr, da die Jungtiere dann einen gleichaltrigen Spielpartner haben. Die beiden Mütter Maike und Lea sorgen sich vorbildlich um ihre Kleinen, die am selben Tag zur Welt kamen“, berichtet Kuratorin Sandra Reichler. Am Morgen des 14. Julis fanden die Tierpfleger bereits Maike mit ihrem Neugeborenen im Robbenhaus. Als kurz nach 9 Uhr auch bei Lea die Geburt einsetzte, war es für die Tierpfleger eine besondere Sensation, da sie zum ersten Mal eine Robbengeburt live miterleben konnten. So gelang es sogar die Geburt zu filmen. Die seltenen Aufnahmen sind auf der Webseite des Zoos zu sehen.

Sowohl Maike als auch Lea sind erfahrene Mütter. Im Mutter-Kind-Becken üben sie ganz in Ruhe und weiterhin getrennt von den anderen Gruppenmitgliedern mit ihren Kindern. Die Jungen lernen nun intuitiv zu schwimmen und zu tauchen, werden aber noch öfter nach Luft schnappen als die erwachsenen Tiere, da sie noch nicht so lange die Luft anhalten können wie die Großen. Auch wenn Vater Atos den Nachwuchs neugierig durch das Trenngitter beobachtet und darauf achtet, was die kleinen Jungs so anstellen, wird es noch einige Zeit dauern, bis er den Nachwuchs aus der Nähe kennenlernt. Die Weibchen sind sofort nach der Geburt wieder paarungsbereit, sodass es passieren kann, dass erwachsene Robbenbullen beim Liebesspiel den Nachwuchs schlichtweg übersehen und erdrücken. In Heidelberg dürfen daher die Mütter mit ihren Robbenkindern erst zurück in die Mähnenrobbengruppe, wenn die Robbenkinder sicher schwimmen und tauchen können. Auch dann ist die Integration noch mit Risiken verbunden, denn im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass kleine Jungtiere sich verletzen oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinken. Die Tierpfleger werden daher sehr darauf achten, dass die jungen Robben sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt sind, bevor es zu den Artgenossen geht.

Die Heidelberger Mähnenrobbengruppe ist mit acht Tieren eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den anmutigen Tieren, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen. Wenn nun die beiden Jungbullen gemeinsam mit ihren Müttern Maike und Lea im Mutter-Kind-Becken ihre erste Lauf- bzw. Schwimmversuche im Außenbereich wagen, werden sie sicher beliebte Fotomotive für die Besucher.

Hintergrundinformation: Mähnenrobben
Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch zu fressen bekommen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

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Elefantentag im Zoo Heidelberg sammelt Geld für Elefantenschutz in Sri Lanka

120 Teilnehmer kamen zur Abendveranstaltung  am  Welt-Elefantentag im Zoo Foto:
120 Teilnehmer kamen zur Abendveranstaltung am Welt-Elefantentag im Zoo Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg

Gelungene Veranstaltung mit hohem Gewinn für den Schutz Asiatischer Elefanten

Wie erfolgreich die Arbeit der Zoos für den Artenschutz ist, zeigte die ausgebuchte Veranstaltung im Zoo Heidelberg am Samstag, den 12. August 2017. Insgesamt 120 Teilnehmer informierten sich bei der exklusiven Abendveranstaltung zum Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg über Elefantenhaltung, Erhaltungszucht und Artenschutz. Im Rahmen der Veranstaltung wurde für das Artenschutzprojekt zur Auswilderung Asiatischer Elefanten in Sri Lanka geworben. Mit dem Erlös aus der Versteigerung der Elefantenkunstwerke sammelte der Zoo rund 1.700 Euro für das Projekt.

Während vor dem Eingang Zoogegner ihre Ansichten über die vermeintlichen Zustände der Tierhaltung in Zoos mit Plakaten kundtaten, zeigte der Zoo im Elefantenrevier aktiv sein Engagement für den Schutz der stark bedrohten Asiatischen Elefanten. Zoomitarbeiter und Elefantenpfleger sowie der Zoodirektor selbst standen bis ca. 22 Uhr den Gästen an vier Infostationen für alle Fragen rund um die sympathischen Dickhäuter bereit.

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann schilderte im Elefantenhaus die Umstände, die zur Bedrohung der Elefanten führen und erklärte, welche Maßnahmen Zoos und speziell der Zoo Heidelberg zum Schutz der gefährdeten Tiere umsetzen. So unterstützt der Zoo Heidelberg seit 2013 das Freilandprojekt in Sri Lanka zur Wiederauswilderung verwaister und verletzter Asiatischer Elefanten. Ebenso die neue Kooperation mit dem WWF, durch die ein Projekt in Thailand für den Erhalt der Asiatischen Elefanten in ihrer Heimat finanziell unterstützt wird, zählt zu den Aktivitäten, die der Zoo im Freiland fördert.

Im Trainingsbereich, hinter den Kulissen, erklärten die Tierpfleger Kim Kleene und Manuel Stumpf, was es mit dem Konzept des „geschützten Kontakts“ in der Elefantenhaltung auf sich hat: An ihren Stationen gingen die beiden Tierpfleger speziell auf das Training allein durch positive Verstärkung mit den Elefanten ein. In Heidelberg lernen die Elefanten an einer speziellen Trainingswand mit den Pflegern und dem Tierarzt zu kooperieren, sodass medizinische Behandlungen für die Tiere stressfrei erfolgen können. Wie schwierig diese Trainingseinheiten sein können, erfuhren die Gäste bei praktischen Mitmachübungen. Eine Besucherin berichtet: „Ich hätte nicht gedacht, dass das Training so umfangreich ist. Die Bambusstäbe werden hier ausschließlich als Zeigestock eingesetzt, um dem Elefantenbullen zu erklären, was erwartet wird. Da braucht es ganz schön viel Geduld und Vertrauen zwischen Tier und Tierpfleger bis alles gut klappt“.

In der Heuscheune drehte sich alles rund um Futter und Zähne. Tierpfleger Angus Sünner informierte, was Elefanten fressen und wie eine Zahnoperation bei den grauen Riesen erfolgt. Mit einer Fotodokumentation erklärte er den Besuchern anschaulich den Ablauf einer Stoßzahnoperation.

Vor der Außenanlage berichteten Sandra Reichler, wissenschaftliche Assistentin im Zoo Heidelberg, und Frederik Linti über die einzelnen Bewohner der Heidelberger WG: Gandhi, Tarak, Ludwig und Yadanar. Linti, der aktuell ein Forschungsprojekt über die Elefanten im Zoo betreut, stellte dabei sein Projekt und erste Ergebnisse vor. Mittels GPS-Sensoren, die an den Füßen der Elefanten befestigt werden, erforscht er die Laufwege der vier Riesen auf der Anlage.

Zum Abschluss trafen sich alle Teilnehmer wieder im Elefantenhaus zur Auktion der Elefantenkunstwerke. In unterhaltsamer Manier versteigerte Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die selbstgemalten Kunstwerke der vier tierischen Künstler. Ein besonders hohes Gebot erzielte ein goldener Fußabdruck von Elefant Tarak auf lilafarbenem Hintergrund. Mit der Versteigerung kamen rund 1.700 Euro zusammen, die dem Freilandprojekt in Sri Lanka zur Auswilderung Asiatischer Elefanten zugutekommen. 

Als spät am Abend das große Elefantenhaus wieder leergeräumt war und die vier Dickhäuter wieder „nach Hause“ konnten, gab es auch für die vier großen Jungs einige neue Gerüche in der Halle zu beschnuppern – und natürlich noch ein paar kleine Leckereien als Dankeschön für die gute Mitarbeit.

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Gemeinsam für die Elefanten

Elefanten im Zoo Heidelberg (Foto: Gerd Löwenbrück/Zoo Heidelberg)
Elefanten im Zoo Heidelberg (Foto: Gerd Löwenbrück/Zoo Heidelberg)

Welt-Elefantentag (12.08.): WWF und Zoo Heidelberg starten Zusammenarbeit für bedrohte Dickhäuter

Anlässlich des Welt-Elefantentages am 12. August haben der Zoo Heidelberg und die Naturschutzorganisation WWF angekündigt, zukünftig beim Elefantenschutz eng zusammenzuarbeiten. Zu diesem Zweck haben die beiden Institutionen das „Team Elefant Heidelberg“ gegründet. Die Kooperation wird sowohl den wildlebenden Asiatischen Elefanten in Thailand als auch ihren Artgenossen im Zoo Heidelberg zugutekommen.

„Der WWF und der Zoo Heidelberg engagieren sich gemeinsam, um die Zukunft und das Überleben der bedrohten Elefanten in Asien zu gewährleisten. Das ist unsere gemeinsame Mission, für deren Gelingen wir die Unterstützung möglichst vieler Menschen benötigen“, sagt Tania Roach, Mitglied der Geschäftsleitung beim WWF Deutschland. Seit 1998 arbeitet der WWF an dem Schutz und der Wiederherstellung des thailändischen Kuiburi Nationalparks mit, in dem rund 250 wildlebende Dickhäuter zuhause sind.

Während der WWF vor Ort in Thailand Schutzprojekte für die Asiatischen Elefanten in freier Wildbahn betreibt, sind deren Artgenossen im Zoo Heidelberg wichtige Botschafter, um das Bewusstsein der Menschen für Arten- und Naturschutz zu schärfen. „Wir haben uns 2010 für den Bau einer speziellen Anlage für die Jungbullen entschlossen. Das Training mit den Asiatischen Elefanten findet aktuell hinter den Kulissen statt. Mit dem Bau der Trainingswand möchten wir den Besuchern mehr Einblick in unsere Arbeit geben und über die Maßnahmen zum Arterhalt durch Zoos informieren“, erklärt Dr. Klaus Wünnemann, Direktor Zoo Heidelberg.

Ab 9 Euro im Monat können Mitglieder des „Team Elefant Heidelberg“ einerseits dem Zoo beim Umbau seines Elefanten-Geheges helfen und zugleich den WWF unterstützen, die bedrohten Dickhäuter im Freiland zu schützen.

Elefanten im ZooHeidelberg
Der Zoo Heidelberg hält derzeit deutschlandweit die einzige Gruppe junger Asiatischer Elefantenbullen. Sie sind besondere Publikumsmagnete und gehören zu den Lieblingstieren der Besucher. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), lernen die jungen männlichen Elefanten im Zoo Heidelberg, ähnlich wie in freier Wildbahn, im Umgang mit anderen Elefantenbullen wichtiges Sozialverhalten und erhalten eine Ausbildung, um einen sicheren Umgang mit den sanften Riesen zu ermöglichen. Wenn sie alt genug sind, ziehen sie weiter und können in einem anderen Zoo eine Zuchtgruppe übernehmen. Ziel des Zoo Heidelberg ist es, die Anlage zu vergrößern und durch einen Übungsbereich zu erweitern. So können Besucher zukünftig das tägliche Training mit den Elefanten im Zoo hautnah miterleben.

Asiatische Elefanten in Kuiburi
Etwa 2.500 wildlebende Asiatische Elefanten kommen nach WWF-Angaben noch in Thailand vor. Allein 250 davon im Kuiburi Nationalpark. Neben Lebensraumverlust stellen Wilderei und Mensch-Tier-Konflikte die größten Bedrohungen dar. Diese haben dazu geführt, dass die Tiere heute als „stark gefährdet“ gelten. Durch die Unterstützung des WWF wurden jedoch seit 2006 kein Elefant und kein Mensch in Kuiburi und Umgebung getötet.

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Schlaue Vögel – stark bedroht

Rotsteißkakadu im Zoo Heidelberg. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg
Rotsteißkakadu im Zoo Heidelberg. Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg engagiert sich für den Schutz der Kakadus

Einst war der Rotsteißkakadu auf den Philippinen weit verbreitet, heute leben nur noch 550 bis 1200 Vögel auf einzelnen Inseln des Archipels. Illegaler Handel, Lebensraumzerstörung, Verfolgung und Naturkatastrophen verkleinerten den Bestand drastisch. Mittlerweile ist der Rotsteißkakadu vom Aussterben bedroht. Der Zoo Heidelberg engagiert sich mit verschiedenen Maßnahmen für den Artenschutz der selten gewordenen Vögel.

Das Projekt der Katala Foundation zum Schutz des bedrohten Rotsteißkakadus auf den Philippinen wird bereits seit 2015 vom Zoo Heidelberg regelmäßig unterstützt. Die Arbeit der Artenschützer und Artenschützerinnen vor Ort ist erfolgreich: Im Projektgebiet erholt sich der Bestand konstant.

Auch die EAZA-Spezialistengruppe für Papageien,die Parrot Taxon Advisory Group (TAG), deren Vorsitz von Simon Bruslund, Vogelkurator des Zoo Heidelberg, geführt wird, setzt sich für den Schutz gefährdeter Kakadu-Arten ein. Ziel ist es, die weltweite Wertschätzung und Aufmerksamkeit für die Artenschutzbedürfnisse asiatischer Kakadu-Arten zu erhöhen und die rückläufigen Bestände durch spezielle Zuchtprogramme nachhaltig zu vergrößern.

2017 wurde der Kakadu zum „Zootier des Jahres“ gewählt. Die Aktion macht die Öffentlichkeit nicht nur auf die stark gefährdete, aber bisher wenig beachtete Vogelart aufmerksam, sondern unterstützt auch Kakadu-Schutzprojekte im Freiland und Erhaltungszuchtprogramme in Zoos. Es ist selbstverständlich, dass auch hier der Zoo Heidelberg aktiv wurde: Der Zoo koordiniert die Forschungsarbeit speziell für den vom Aussterben bedrohten Gelbwangenkakadu. Einige Inhalte und Informationen für die Kampagne wurden vom Zoo erstellt.

Ein Vertreter des „Zootier des Jahres 2017“, ein männlicher Rotsteißkakadu, lebt derzeit auch in Heidelberg. Palawan-Pfaufasan und Rotsteißkakadu teilen sich ein Gehege in der Fasanerie des Zoos. Rotsteißkakadus gelten als sehr temperamentvoll und – wie neueste Forschungsergebnisse belegen – als durchaus intelligent. Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg erklärt: „Kakadus gehören zu den wenigen Tierarten, die selbst gezielt Werkzeug herstellen und auch in der Natur einsetzen können. Unsere Tierpfleger müssen sich daher immer wieder neue Ideen einfallen lassen, wie sie die schlauen Vögel mit spannenden Beschäftigungsmaterialien versorgen.“

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Ringelschwänziger Nachwuchs in Aussicht

Ringelschwanzmungo im Zoo Heidelberg Foto: J. Arndt/Zoo Heidelberg
Ringelschwanzmungo im Zoo Heidelberg Foto: J. Arndt/Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg hofft auf Nachwuchs bei Ringelschwanzmungos

Mitte Mai zog ein neuer Mann in den Zoo Heidelberg. Das Ringelschwanzmungo-Männchen „Fred“ kam am 12. Mai aus Berlin. Die Zusammenführung mit dem Weibchen „Rici“, das bereits seit 2010 in Heidelberg lebt, wurde schrittweise durchgeführt.
 
Das achtjährige Weibchen zeigte sich zunächst sehr dominant gegenüber dem jungen Männchen. Kleinere Jagdszenen in dem Gehege geben jedoch keinen Anlass zur Sorge, wie Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg berichten kann: „Es ist ein eher spielerisches Jagen und „Ankeckern“, mit dem das Weibchen dem Männchen klar macht, wer hier die Dame im Haus ist. Das Männchen ist nicht so dominant und zeigt sich wenig beeindruckt, sodass sich die beiden inzwischen aneinander gewöhnen und sich langsam näherkommen. Zudem ist „Fred“ ein sehr aktives Tier und scheint neugierig auf alles Neue. Er liebt offensichtlich die angebotenen Beschäftigungsmaterialien im Gehege und ist auch sehr an „Rici“ interessiert.“
 
Heidelberg kann bereits auf Erfolge in der Zucht der kleinen Raubtiere zurückblicken. Vor drei Jahren zog jedoch das letzte Männchen aus Heidelberg in den Zoo Köln. Mit „Fred“ wächst daher nun die berechtigte Hoffnung auf Nachwuchs bei diesen Madagaskar-Mangusten, die weltweit nur in acht Zoos gehalten werden.
 
Ringelschwanzmungos zählen eindeutig zu den schönsten Raubtieren und sind im östlichen, nördlichen und westlichen Madagaskar verbreitet. Ihr Bestand ist, wie bei allen waldbewohnenden Arten auf Madagaskar, durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht. Zudem stellen eingeschleppte Tiere wie Hauskatzen eine Gefahr für die Ringelschwanzmungos dar.
 
Im Zoo Heidelberg können die Besucher die zierlichen Raubtiere mit dem rötlichbraunen Fell direkt neben den ebenfalls auf Madagaskar beheimateten Fossas beobachten. Die Gehege finden die Besucher hinter der begehbaren Voliere des Küstenpanoramas.
 
Die vorrangig tagaktiven Raubtiere mit dem namensgebenden Ringelschwanz ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, Insekten, Schnecken und Eiern. Mit einer Größe von 30 bis 38 Zentimeter Kopfrumpflänge und dem buschigen, abwechselnd rotbraun und schwarz gefärbten Schwanz sind sie in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag am aktivsten.
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Bildhauerworkshops: Im Sommer kreativ werden

Shona-Art Workshop im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg/Ru)
Shona-Art Workshop im Zoo Heidelberg (Foto: Zoo Heidelberg/Ru)

Workshoptage Shona-Art im Zoo Heidelberg haben begonnen

Bildhauen im Zoo: Bis zum 10. September 2017 können Interessierte in diesem Jahr wieder selbst Hand anzulegen und aus dem besonders schönen afrikanischen Serpetinstein außergewöhnliche Kunstwerke schaffen.Gemeinsam mit Shona-Art Galerist Bastian Müller und afrikanischen Künstlern bietet der Zoo Heidelberg die beliebten Workshops im Zoo an.

Die Künstler Edious Nyagweta,Daina Nyakudya und Tago Tazvityaaus Zimbabwe sind zu Gast im Zoo Heidelberg und führen in die Bildhauerkunst der Shona ein. Bis zum 10. September 2017 sind Kreative aller Altersklassen eingeladen, sich an den Serpentinsteinen zu versuchen und den faszinierenden Entstehungsprozess der eigenen Skulptur zu erleben.Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

„Heidelberg ist für uns ein besonderer Ort. Selbst in Großstädten wie Berlin haben wir nicht so viele Teilnehmer an den Workshops,“ berichtet der Galerist Bastian Müller. In den letzten Jahren sind im Zoo kleine und größere Kunstwerke entstanden, vom perfekt geformten Steinschuh bis zum abstrakten Lebensbaum in dessen Geäst sich Vögel und Echsen begegnen.

Die Steine, die die Künstler direkt aus Zimbabwe mitgebracht haben, werden ausschließlich per Hand bearbeitet.Werkzeuge werden gestellt: Mit Hammer, Meißel, Raspel und Feile können die Teilnehmer ihre ganz eigene, individuelle Shona-Skulptur erschaffen. Das teils weiche, teils harte Gestein mit den typischen vielfältigen Farbnuancen zeichnet die Besonderheit der Objekte aus.Wenn am Ende die Skulpturen mit Wachs bearbeitet werden, erhalten sie ihre typisch glänzende Oberfläche, die als Gestaltungselement eingesetzt werden kann. Die Dozenten verfügen über langjährige Erfahrung, sprechen fließend Englisch und stehen während des Workshops mit professionellem Rat und Tat zur Seite. In der Zusammenarbeit mit den zimbabwischen Künstlern erhalten die Teilnehmer interessante Einblicke in die Shona-Kunst.

Die mannigfaltige Tierwelt im Zoo bietet den Teilnehmern reichlich Inspiration. Auf der Wiese in der Nähe des großen Flamingosees wurde für die Künstler ein schattiger Platz eingerichtet. Dank regendichter Zelte können die Workshops bei jeder Wetterlage stattfinden. Die Teilnahmegebühr beträgt für die ersten zwei Tage je 60 Euro. Jeder weitere Tag kostet 40 Euro. Hinzu kommen Materialkosten in Höhe von drei Euro pro Kilo Original-Serpentinstein aus Zimbabwe. Die Tage des Workshops sind frei wählbar und können aufeinanderfolgend oder einzeln gebucht werden.

Anmeldung
Eine Anmeldung zu den Workshops ist erforderlich.Einige Termine sind bereits ausgebucht. Interessenten melden sich bitte direkt bei Shona-Art unter Telefon 02302-9787428 oder bildhauen@shona-art.com. Gegen Vorlage der Buchungsbestätigung an der Kasse erhalten Teilnehmer der Bildhauerkurse freien Eintritt in den Zoo. Weitere Informationen können auch der Internetseite www.shona-art.com entnommen werden.

Shona-Kunst im Zoo Heidelberg: Steinskulpturen aus Zimbabwe gehören zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene. Der Zoo mit seinem alten Baumbestand, schönen Pflanzungen, Lichtungen und Teichen bildet eine würdige Kulisse für diese Kunstwerke. Zahlreiche Skulpturen namhafter Shona-Künstler sind auf dem gesamten Gelände des Zoos dauerhaft ausgestellt. Die Ausstellungsstücke stammen zum großen Teil aus der Künstlerkolonie Tengenenge, welche als Zentrum der Steinbildhauerei Zimbabwes gilt. Dazu zählen auch der Leopard, der die Zoobesucher im Eingangsbereich begrüßt und die eindrucksvoll gestaltete, über drei Meter hohe Giraffenskulptur. Sie entstand 2015 im Laufe von knapp drei Monaten aus einem über fünf Tonnen schwerer Serpentinstein unter den geübten Händen von Sidney Magengwa.

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Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg

Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg (Foto: Nils Becker)
Es kommt neues Leben in die Vogelwelt des Zoo Heidelberg (Foto: Nils Becker/Zoo Heidelberg)

Ängste um Vogelnachwuchs nur teilweise bestätigt

Zahlreicher Nachwuchs bei den Vögeln im Zoo Heidelberg zeigt, dass sich die meisten der Tiere gut von den stressigen Tagen am Jahresanfang erholt haben. Viele der wertvollen und seltenen Vögel mussten vorsorglich die ersten Monate des Jahres hinter den Kulissen in geschützten Bereichen verbringen und offene Volieren wurden mit Planen abgedeckt. Der Zoo freut sich dieses Jahr umso mehr über jedes Küken.

Zu Beginn dieses Jahres hielten die Sorgen um eine mögliche Infektion mit Vogelgrippeerregern den Zoo Heidelberg schwer auf Trab. Zahlreiche Vogelhalter, Tierparks und Zoo hatten mit Verlusten bei ihren gefiederten Bewohnern zu kämpfen. Im Zoo Heidelberg kam es glücklicherweise zu keiner Infektion. Die Vorkehrungen, die getroffen wurden, ergaben dennoch einige Einschränkungen. Das Küstenpanorama mit der interessanten Vogelvielfalt der Wattbewohner, die größtenteils in Eurasien und Südamerika beheimatet sind, stand in den ersten Monaten des Jahres komplett leer. Die sonst so freudigen Schreie der Inkaseeschwalben und Möwen waren verklungen und es herrschte eine traurige Stille in dem idyllischen Gehege, das mit Leuchtturm und Wellengang die Atmosphäre des Deutschen Wattenmeeres wiedergibt.

Nun kommt wieder neues Leben in die bunte Vogelwelt. Bei den Kampfläufern sind die ersten Jungen aus den Eiern geschlüpft. Über den seltenen Nachwuchs bei den Graumöwen konnte sich das Vogelrevier bereits in den vergangenen Wochen freuen. Inzwischen haben auch die Säbelschnäbler nachgelegt und die kaum sechs Zentimeter - gerade mal daumengroßen - Küken der Zwergsäger sind mit der Mutter beim Schwimmen zu beobachten.

Leider können die Tierpfleger bei den Kuba-Flamingos auf dem großen See im Zoo Heidelberg, über keine einzige Eiablage berichten. Das Brutverhalten dieser sensiblen Vögel kam durch den vorrübergehenden Umzug zu Jahresbeginn komplett durcheinander, sodass in diesem Jahr kein Nachwuchs bei den farbenfrohen Vögeln zu erwarten ist.

Bei anderen Vogelarten im Zoo gibt es hingegen noch weitere Hoffnung auf putzige Küken: Einige Eier wackeln bereits verdächtig oder werden sorgsam bebrütet.

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Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg am 12. August 2017

Welt-Elefantentag am 12. August im Zoo Heidelberg (Foto: Löwenbrück)
Welt-Elefantentag am 12. August im Zoo Heidelberg (Foto: Löwenbrück)

Vorverkauf für exklusive Abendveranstaltung startet heute

Anlässlich des Welt-Elefantentages dürfen sich die Gäste am 12. August 2017 auf ein besonderes Abendevent freuen. Einblicke hinter die Kulissen des Elefantenhauses und persönliche Gespräche mit den Elefanten-Tierpflegern machen diesen Abend zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Wenn am Ende der Veranstaltung Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann persönlich den Auktionshammer für die Versteigerung der von den Elefanten gemalten Bildern in die Hand nimmt, können die Bieter echte Unikate ersteigern. Die Veranstaltungstickets sind ab sofort an der Zoo-Kasse erhältlich.

Am 12. August ist Welt-Elefantentag. Mit diesem Tag soll auf die akute Gefährdung dieser sensiblen Riesen aufmerksam gemacht werden, deren Bestand durch schrumpfende Lebensräume und rücksichtslose Wilderei immer kleiner wird. Etwa 35.000 Elefanten werden jedes Jahr wegen ihres Elfenbeins getötet. Um die Zucht Asiatischer Elefanten erfolgreich zu unterstützen, entschied sich der Zoo Heidelberg 2010 Elefanten-Jungbullen, die nach ein paar Jugendjahren den jeweiligen Familienverband verlassen müssen, bei sich aufzunehmen. Für dieses deutschlandweit einmalige Projekt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wurde ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufiger Freianlage für bis zu vier Jungbullen errichtet.

Wer mehr über Elefanten und insbesondere über die vier Bewohner der Heidelberger Jungbullen-Gruppe erfahren möchte, hat dazu am Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg die Möglichkeit. Tickets für das exklusive Abendevent gibt es ab sofort im Vorverkauf für 29 € (Kinder 23 €) an der Zookasse zu erwerben. Teilnehmer können mit dem Ticket am Veranstaltungstag jederzeit früher den Zoo betreten und die Zeit vor Veranstaltungsbeginn für einen Zoorundgang nutzen. Letzte Zutrittsmöglichkeit ist um 18:30 Uhr.

Info zum Programm
Treffpunkt für alle Gäste ist um 18.30 Uhr am Elefantenhaus. Nach einem Empfang mit Begrüßungsgetränk stehen die Tierpfleger für alle Fragen rund um die Dickhäuter Rede und Antwort.Bei einer Führung hinter die Kulissen erhalten die Teilnehmer Einblick in für Zoobesucher gesperrte Bereiche.

Auch das ansonsten strikte Fütterungsverbot wird unter Aufsicht der Tierpfleger an diesen Abend aufgehoben: Das derzeitige Quartett im Zoo Heidelberg „Tarak“, „Gandhi“, „Kin Yadanar Min“ und „Ludwig“ werden sich mächtig über einen Extra-Snack in Form von Äpfeln freuen, die die Gäste ihnen zuwerfen dürfen.

Als Abschluss der etwas dreistündigen Veranstaltung erwartet die Besucher eine besondere Versteigerung: Sie können ein von den Heidelberger Elefanten gemaltes Bild ergattern. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann wird als Auktionator einige dieser Kunstwerke anbieten. Revierleiter Stefan Geretschläger informiert: „Die einmaligen Kunstwerke werden mit Pinsel und Acrylfarbe ganz professionell auf Leinwänden gefertigt. Mit rund 40.000 Muskeln im Rüssel ist es für die Elefanten kein Problem, den Pinsel sicher zu führen.“ Einer der Käufer darf sich sogar auf ein zusätzliches Highlight freuen: Der Käufer des Bildes, das den höchsten Preis erzielt, bekommt die einmalige Gelegenheit, eine Malstunde bei den Elefanten zu besuchen!

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Dreifaches Elternglück bei den Graumöwen

Graumöwe mit Küken – Foto: S. Borchardt/Zoo Heidelberg
Graumöwe mit zweitem frischgeschlüpten Jungtier – Foto: S. Borchardt/Zoo Heidelberg

Nachwuchs bei den Vielfliegern in Heidelberg

Im letzten Jahr konnte sich der Zoo Heidelberg nach 17 Jahren wieder über den ersten heranwachsenden Nachwuchs bei den Graumöwen freuen. Jetzt zeigen die überaus fürsorglichen Elterntiere, dass sie zu mehr im Stande sind. Im Vogelrevier gibt es dieses Jahr drei flauschige Küken bei den Graumöwen.

Die Aufzucht der jungen Graumöwen kann man im Zoo Heidelberg sehr gut beobachten, denn ein Pärchen der Bodenbrüter hat das Nest nah am Besucherweg errichtet, der durch die Voliere führt. Die Tierpfleger bitten daher, etwas Abstand zu halten und besonders auf die kleinen Jungvögel zu achten, die sicher bald das Nest auch verlassen werden und den Weg überqueren können.

Zu welch erstaunliche Leistungen Vögel fähig sind, zeigen die wildlebenden Verwandten, die an der Westküste Südamerika beheimatet sind. Dort erstreckt sich das Jagdrevier dieser Vogelart auf ein Tausende von Kilometern langes Gebiet vom Äquator bis zu den kühlen Küsten Südchiles. Auf der Suche nach Krebsen, kleinen Fischen und Muscheln werden daher täglich weite Strecken entlang des Meeres zurückgelegt. Doch regelmäßig zur Brutsaison erhöht sich die Flugleistung der einzelnen Tiere enorm: Sobald die Brutsaison beginnt, zieht es die Graumöwen weit ins Landesinnere. In einem sehr kleinen Brutgebiet inmitten der Atacamawüste hat sich eine Kolonie von bis zu 60.000 Brutpaaren angesiedelt und stellt damit weit über die Hälfte des Weltbestandes. Dieses besondere Brutverhalten kommt dem Schutz der Küken zugute, denn in dieser lebensfeindlichen Region müssen sie nur wenige Fressfeinde fürchten. Der Vorteil für den Nachwuchs bedeutet jedoch eine große körperliche Belastung für die Elterntiere. Da in der kargen, extrem trockenen Umgebung kein Futter für die Tiere zu finden ist, fliegen die Elterntiere während der Aufzucht mehrmals pro Woche zurück an die 100 km entfernte Westküste zur Nahrungssuche.

Das ist ein erstaunlich weiter Weg zur „Arbeit“ und etwa sechs Mal so weit wie der durchschnittliche Arbeitsweg in Deutschland – und das ganz ohne Auto oder technische Verkehrsmittel.

Die Graumöwen im Zoo Heidelberg müssen keine entsprechenden Strapazen für die Futtersuche auf sich nehmen. Sie leben in Gesellschaft von Inkaseeschwalben und anderen geflügelten Küstenbewohnern in der Küstenpanorama-Voliere. Da Graumöwen auch in freier Wildbahn ihren Lebensraum mit Inkaseeschwalben teilen, ist dies für die Vögel nicht ungewöhnlich. Eine Nebenwirkung einer solchen Gemeinschaft zeigte sich im letzten Jahr. Damals hatten die Graumöwen-Eltern mit dem stark ausgeprägten Fürsorgebedürfnis schon mal „heimlich“ ein Inkaseeschwalben-Küken mitgefüttert. In diesem Jahr haben gleich zwei der Graumöwenpaare eigene Jungen zu versorgen.

Im Augenblick tragen die Küken noch ein dichtes, flauschiges, graues Gefieder. Dieses dichte, und gut isolierendes Daunengefieder dient dem Schutz vor Kälte und der starken Hitze der Atacamawüste. Der Federwechsel vom Daunenkleid erfolgt später nahezu übergangslos, sodass die Daunenfedern teilweise wie feine Härchen aus dem Gefieder ragen können, was den Jungvögeln ein etwas außergewöhnliches Aussehen verleiht.

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