Pressemitteilungen

Außergewöhnlicher Vogel-Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Junge Graumöwe in der Jugendmauser – Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg
Junge Graumöwe in der Jugendmauser – Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Erfreuliche Nachrichten bei den Graumöwen

Wie sehr sich Zoos und Tierparks um das Wohlergehen ihrer Tiere sorgen, zeigen die Meldungen der letzten Wochen. Überall werden weiterhin Vorsorgemaßnahmen getroffen, um eine Infektion der Vögel mit der Vogelgrippe zu verhindern. Es sind vor allem seltene und gefährdete Arten, die im Zoo Heidelberg einen großen Anteil des Tierbestandes bilden, sodass jedem einzelnen Tier große Aufmerksamkeit gilt.

Aber auch in diesen Zeiten kann der Zoo Heidelberg Positives aus dem Vogelrevier berichten: Die junge Graumöwe, die im letzten Jahr geschlüpft ist, entwickelt sich prächtig. Dies ist eine besonders erfreuliche Nachricht, da es sich hierbei um das erste aufwachsende Jungtier seit 17 Jahren in Heidelberg handelt. Die junge Graumöwe in Heidelberg verändert inzwischen ihr Aussehen: Graues Gefieder ersetzt nach und nach das dichte, flauschige Daunenkleid, das die jungen Küken tragen. In dieser Übergangsphase sehen die jungen Möwen bisweilen „exotisch“ aus: Es wirkt, als zierten kleine feine „Härchen“ das glatte, graue Federkleid.

Heimisch sind Graumöwen an der Westküste Südamerikas, wo sich ihr Tausende von Kilometern langes Jagdgebiet vom  Äquator bis zu den kühlen Küsten Südchiles erstreckt. Dort fischen sie Krebse, kleine Fische, oder Muscheln aus dem Meer.

Erstaunliches leisten die Vögel, sobald die Brutsaison beginnt: Die Graumöwen zieht es weit ins Landesinnere. In einem sehr kleinen Brutgebiet inmitten der Atacamawüste hat sich eine Kolonie von bis zu 60.000 Brutpaaren angesiedelt. Dies ist weit über die Hälfte des Weltbestandes. Dieses besondere Brutverhalten kommt dem Schutz der Küken zugute, denn in dieser lebensfeindlichen Region müssen sie nur wenige Fressfeinde fürchten.

Was für den Nachwuchs von Vorteil ist, bedeutet gleichzeitig eine große Belastung für die Elterntiere. In der kargen, extrem trockenen Umgebung finden die Vögel kein Futter für sich und ihre Küken. Die Elterntiere fliegen daher während der Aufzucht mehrmals pro Woche zurück an die 100 km entfernte Westküste, um im Meer auf Nahrungssuche zu gehen. Um wertvolle Ressourcen für die anstrengende Reise sparen zu können, legt ein Paar im Durchschnitt weniger als zwei Eier. Während beide Elternvögel auf Futtersuche sind, bleiben die Küken allein im Nest zurück. Ihr besonders dichtes, gut isolierendes Daunengefieder schützt sie vor der starken Hitze der Atacamawüste.

Im Zoo Heidelberg leben Graumöwen in Vergesellschaftung mit Inkaseeschwalben und anderen geflügelten Küstenbewohnern in der Küstenpanorama-Voliere. Da Graumöwen auch in freier Wildbahn ihren Lebensraum mit Inkaseeschwalben teilen, bietet dies einen kleinen Ausschnitt aus der Natur. Die Heidelberger Tierpfleger machten sogar eine interessante Beobachtung bei dem fürsorglichen Elternpaar der jungen Graumöwe: Die beiden Möwen kümmerten sich nämlich nicht nur um den eigenen Nachwuchs, sondern fütterten ebenfalls immer wieder heimlich auch ein Inkaseeschwalben-Küken. Das Fürsorgebedürfnis der Graumöwen scheint so stark ausgeprägt zu sein, dass es für mehr als nur das eigene Junge ausreicht.  

Derzeit halten neben dem Zoo Heidelberg nur noch fünf andere europäische Zoos Graumöwen. Der gesamte Zoobestand geht übrigens auf einen Import aus Peru nach Heidelberg zurück, der in den 1980er Jahren vom damaligen Heidelberger Zoodirektor Dr. Dieter Poley durchgeführt wurde.

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Weihnachten im Zoo Heidelberg

Syrischen Braunbären zeigen sich putzmunter auf der Außenanlage - Foto: Heidrun
Syrischen Braunbären zeigen sich putzmunter auf der Außenanlage - Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg

Am 24. Dezember werden im Raubtierhaus von 11 bis 12 Uhr Tiergeschichten vorgelesen

Es ist nicht mehr weit bis Weihnachten. Mittlerweile sind die Wohnungen festlich dekoriert und die Weihnachtsbäume bunt geschmückt, die letzten Plätzchen werden aus dem Ofen geholt. Vor allem bei den Kindern steigt in diesen Tagen die Spannung auf die Feiertage. Um am Heiligen Abend die Zeit bis zur Bescherung zu verkürzen, bietet sich vormittags ein Besuch im Zoo an.

An Heiligabend hat der Zoo Heidelberg von 9 bis 13 Uhr seine Tore geöffnet. Als besonderes Erlebnis können kleine und große Zoo-Besucher an diesem Tag im Raubtierhaus tierischen Geschichten lauschen. Beginn der Lesung ist um 11 Uhr. Direkt im Anschluss findet ein kurzer Rundgang mit einer kleinen Überraschung für Zoo-Besucher und Tiere statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und bereits im Zoo-Eintritt enthalten.

Wer vor der Lesung oder auch an den darauffolgenden Tagen eine Runde durch den winterlichen Zoo drehen will, ist herzlich willkommen. Auch während der Feiertage und zwischen den Jahren hat der Zoo geöffnet. Zu dieser Jahreszeit kann ein Zoo-Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis werden. Der kleine Rote Panda ist im nun blattlosen Geäst besonders gut zu erkennen. Die Trampeltiere tragen ihr dichtes, wärmendes Winterfell und den Syrischen Braunbären machen die kalten Temperaturen gar nichts aus – sie sind putzmunter wie immer. Die beheizten Tierhäuser laden zum ausgiebigen Beobachten ein: Im Menschenaffenhaus sorgt beispielsweile das neun Monate alte Orang-Utan Männchen Berani für Aufmerksamkeit. Er wurde im März 2016 im Zoo Heidelberg geboren und klettert mittlerweile „wie ein Großer“ geschickt und wagemutig in seinem Gehege umher.

Eine gute Möglichkeit, noch schnell ein Weihnachtsgeschenk für Verwandte oder Freunde zu finden, bietet der Zoo-Shop. Dieser ist am 24. Dezember ebenfalls von 9 bis 13 Uhr geöffnet und führt ein breites Sortiment an Büchern, Spielen, Kuscheltieren oder Dekorationsartikeln. Auch Wertgutscheine für den Zoo mit vielfältigen Möglichkeiten zum Einlösen sind dort erhältlich.

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Vögel im Zoo Heidelberg bleiben geschützt

Entenvögel beim Bad hinter den Kulissen (Foto: Zoo Heidelberg)
Entenvögel beim Bad hinter den Kulissen (Foto: Zoo Heidelberg)

Hinter den Kulissen wurden Notquartiere eingerichtet

Es ist überraschend ruhig, wenn Besucher den Flamingosee im Heidelberger Zoo umrunden. Kein Geschnatter der Roten Flamingos ist zu hören. Nur wenige Möwen und Enten entdeckt man auf dem teils gefrorenen Wasser. Auch im Küstenpanorama, eine der beliebten begehbaren Vogelvolieren im Zoo, ist es still geworden. Wildlebende Spatzen und Sperlinge, die durch das grobmaschige Netz ungehindert in die Voliere einfliegen können und von den dort üblicherweise angebotenen Futterrationen profitierten, suchen noch nach verbliebenen Futterresten.

„Wo sind nun all die vielen Zoovögel?“ fragt sich manch ein treuer Zoo-Besucher. „Aufgestallt“ lautet die inzwischen als Begriff bekannte Antwort, was so viel bedeutet wie „in einem geschlossenen Bereich, den nur berechtigte Personen betreten dürfen und in den keine Wildvögel eindringen können“. Diese Bereiche befinden sich im Zoo Heidelberg hinter den Kulissen und stehen sonst beispielsweise als Quarantänestation für Neuankömmlinge bereit. „Der Platz hinter den Kulissen ist natürlich in der Größe nicht vergleichbar mit den großen und abwechslungsreich gestalteten Volieren“, bedauert Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.

Ein Teil der Vögel wurde vorzeitig in die entsprechenden Winterquartiere geleitet, die nun früher als geplant aktiviert wurden. So werden beispielsweise die Pelikane in sehr kalten Wintern regelmäßig hinter den Kulissen untergebracht, sodass sie diese Bereiche bereits gut kennen. Für andere Vögel ist es eine unvertraute Situation, die von den Tierpflegern besonders beobachtet wird. Es bleibt zu hoffen, dass diese vorrübergehende Evakuierung bald wieder aufgehoben werden kann. Für die Vögel wurden die Bereiche zwar funktional eingerichtet, aber im Vergleich zu den großen Außenvolieren oder dem großen Flamingosee bieten sie natürlich weniger Lebensqualität.

Der Vogelkurator lobt besonders die außergewöhnliche Leistung des Zooteams. In Rekordzeit wurden viele Bereiche, die zuvor noch nie für Vögel genutzt wurden, von den Mitarbeitern und Tierpflegern mit voll funktionsfähigen Volieren und Wasserstellen ausgestattet, um den Tieren den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich zu gestalten. Alle haben sich dabei besonders für das Wohl der Vögel engagiert.

„Unser Glück ist in diesem Jahr zudem, dass wir auch auf dem Erweiterungsgelände in der ehemaligen Reithalle noch Bereiche umgestalten konnten, bevor im nächsten Jahr dort die geplante Nutzung umgesetzt werden kann“, berichtet der Vogelkurator weiter. „Ohne diese Fläche wäre kein ausreichender Platz im Zoo zur Verfügung. Wir müssen uns dennoch mit der Frage beschäftigen, wie wir in Zukunft mit entsprechenden Problematiken umgehen können.“

Leider sind die Vögel daher zurzeit für die Besucher nicht zu sehen. „Und dabei ist gerade der Blick auf einen verschneiten See mit den farbenfrohen Flamingos und den vielen prächtig gefärbten Enten im Winter ein echter Hingucker“, wie eine Zoobesucherin verständnisvoll bemerkt.

Die Zoomitarbeiter sorgen sich ebenfalls um die Auswirkungen der aktuellen Situation auf die Tiere. Durch den Stress, dem die Vögel mit der temporären Umsiedlung ausgesetzt wurden, können Änderungen in den üblichen Verhaltensmustern auftreten. Da die Auslaufflächen nicht so großzügig angelegt werden können, kann es vorkommen, dass es bei den Tieren zu Neuausrichtungen in den sozialen Strukturen kommt. Dadurch können Störungen im Mauserrhythmus oder auch Ausfälle in den Brutergebnissen entstehen. Besonders bei Meeresenten ist zudem der Frischluftzugang von großer Bedeutung, um Luftwegeerkrankungen zu vermeiden.

Ganz auf Vögel müssen die Zoobesucher aber auch in den Zeiten der Sorge hinsichtlich der Vogelgrippe im Zoo Heidelberg nicht verzichten. Die Volieren der Hornvögel und Kakadus, sowie die der Blassuhus, Geierraben, Europäischen Uhus, Kolkraben und Neuntöter, wurden ausreichend mit einer extra angefertigten Folienüberdachung geschützt. Durch die engmaschigen Gitter, mit denen die Volieren zusätzlich an den Seiten ausgestattet wurden, kann kein anderer Vogel eindringen. Die Gefahr, entsprechende Erreger in das Gehege einzubringen, kann somit ausgeschlossen werden.

Die Hyazintharas und Keas, die weniger anfällig für Vogelgrippe-Viren sind, werden regelmäßig beprobt und könnten im Ernstfall in ihre Schutzräume eingeschlossen werden. Dennoch bleiben alle Zoo-Mitarbeiter weiterhin aufmerksam. „Aktuell gilt es zu beobachten, wie sich die Virenverbreitung weiter entwickelt“, erklärt Frau Dr. Barbara Bach, Tierärztin im Zoo. „Danach werden wir uns richten, um dann, je nach Möglichkeit, die Vögel wieder in ihre vertraute Umgebung zu bringen“.

Für manche Arten, wie z. B. die Kuba-Flamingos, bedeutet dies vermutlich dennoch, dass sie bis zu den ersten warmen Frühlingstagen in der Übergangsherberge verbleiben müssen. Sollte der Winter sehr kalt werden, wäre es zu gefährlich, die Vögel, die sich an die wärmeren Innenräume gewöhnt haben, wieder der ungewohnten Kälte auszusetzen. „Das ist unter Umständen noch gefährlicher als die Vogelgrippe selbst“, gibt Vogelkurator Simon Bruslund zu bedenken. 

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Über 7.000 Besucher beim 1. Weihnachtsmarkt im Zoo

Ein besonderes Karussell stand im Eingangsbereich des Zoos. (Foto: Zoo Heidelber
Ein außergewöhnliches Karussell stand im Eingangsbereich des Zoos. (Foto: Zoo Heidelberg)

Zoo Heidelberg überrascht von starker Resonanz 

Der Zoo blickt begeistert auf die hohe Besucherzahl am vergangenen Wochenende zurück. Bereits am Samstag kamen über 2.000 Gäste um den ersten Weihnachtsmarkt im Zoo zu erleben. 

Schon vor dem alten Eingangstor im Zoo stand ein außergewöhnliches Kinderkarussell mit Holzfiguren aus Schwemm- und Wurzelholz. Das per Wippe durch die Eltern selbst angetriebene Gefährt war für die kleinen und großen Besucher gleichermaßen interessant. Die Fahrt war natürlich bereits im Eintrittspreis des Zoos inklusive, ebenso wie eine Fahrt mit der Mini-Express-Bahn durch den Zoo. Die kleine Runde der Bahn führte vorbei an verschiedenen Tiergehegen und der Scheune, in der Bastelaktionen mit der Zooschule angeboten wurden. Zudem verkauften dort  die jungen Mitarbeiter des Zoos eine Auswahl an eigens für den Weihnachtsmarkt liebevoll gestalteten Adventsgestecken. 

In den Weihnachtshütten, die auf dem Platz hinter dem alten Zooeingang platziert waren, präsentierten verschiedene Anbieter eine abwechslungsreiche Auswahl. Handgefertigte Teddybären, Filzmäuse, Mützen, Taschen und Patchworkarbeiten waren ebenso vertreten wie Honig und Imkereiprodukte oder Fair-trade-Produkte. Die Tiergartenfreunde waren mit einem Losverkauf unterwegs und boten Glühwein an.  

Rund um die weihnachtlich geschmückten Buden duftete es nach Waffeln, Glühwein und weiteren kleineren Leckereien, während der Wilhelma-Chor am Samstag und die Kinder-Chor-Gruppe Chorlibris der Sängereinheit Heidelberg-Rohrbach am Sonntag die Vorweihnachtszeit besangen. Zahlreiche Besucher nutzten zudem die Gelegenheit, den Zoo einmal in den Abendstunden nach Einbruch der Dunkelheit zu erkunden.

Mit phantasievoller Beleuchtung der hohen Bäume und einzelner Wege präsentierte sich der abendliche Zoo im stimmungsvollen Licht. Aus Rücksicht auf die Tiere, die das nächtliche Treiben im Zoo nicht gewohnt sind, wurden mit Einbruch der Dunkelheit Teilbereiche des Zoos für die Besucher geschlossen. Die rund 7.000 Besucher, die an diesem Wochenende einen verminderten Eintritt zahlten, konnten den ganzen Tag das ganz besondere Ambiente des Weihnachtsmarkts erleben. 

„Wir waren wirklich überrascht, dass so viele Menschen unseren kleinen Weihnachtsmarkt besuchten“ berichtet Frank-Dieter Heck, der kaufmännische Geschäftsführer des Zoos. „Bei den vielen attraktiven Alternativen in Heidelberg hatten wir dies so nicht erwartet.“ Kein Wunder also, dass die Glühweinreserven und die Essensangebote am Sonntag knapp eine Stunde vor dem offiziellen Ende des Marktes bereits zur Neige gingen. „Wir haben heute einmal mehr gesehen, dass der Zoo für alle Altersgruppen attraktiv ist und unsere Angebote gerne angenommen werden. Für das nächste Mal – ja, es wird im nächsten Jahr wieder am ersten Adventswochenende einen Weihnachtsmarkt im Zoo geben – haben wir bereits tolle Ideen, den Weihnachtsmarkt noch attraktiver zu gestalten.“ zieht der Geschäftsführer Resümee. 

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Zoo Heidelberg sorgt sich um seine Vögel

Die Socoorotaube ist in der Natur bereits ausgestorben (Foto: S. Bruslund/Zoo He
Die Socoorotaube ist in der Natur bereits ausgestorben (Foto: S. Bruslund/Zoo Heidelberg)

Schutzmaßnahmen für Zootiere werden eingeleitet

Im Süden von Baden-Württemberg sind einige Vögel an der Vogelgrippe gestorben. Obwohl in Heidelberg noch kein konkreter Handlungsbedarf besteht, beugt der Zoo vor. „Wir können keines unserer Tiere der Gefahr einer Infektion aussetzen und haben uns in enger Abstimmung mit den zuständigen Veterinärbehörden daher entschieden, all unsere Vögel im Zoo zu schützen“, erklärt Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo Heidelberg.

In den letzten Jahren wurden besonders gefährdete Vögel, die wertvoll für den Erhalt der jeweiligen Arten sind, in Heidelberg aufgenommen. Mit speziellen Zuchtprojekten und Kooperationen mit anderen Zoos trägt der Zoo somit eine große Verantwortung für den Natur- und Artenschutz. So leben beispielsweise stark gefährdete Inselarten im Zoo Heidelberg, die in der Natur bereits ausgestorben sind, wie z.B. die Socorrotauben.

Umsetzung von Aufstallungsplänen und verschärften Hygienemaßnahmen
Aus Sorge um die wertvollen Tiere wurden nun erhöhte Vorsichtmaßnahmen eingeleitet. Für alle Vogelbereiche wurden die Hygienemaßnahmen in der Tierpflege verschärft und die bereits vorhandenen Aufstallungspläne werden nun umgesetzt. 

Konkret bedeutet dies im Zoo Heidelberg: In den nächsten Tagen werden viele der Vögel in vorbereitete Schutzbereiche gebracht. Die Freiläufer im Zoo, Pfaue und Perlhühner, sind bereits „eingestallt“. Doch nicht bei allen Vogelarten ist eine vorübergehende Umsiedlung in überdachte Räume möglich. Um eine Virenübertragung durch vorbeiziehende Wildvögel zu vermeiden, werden alle Volieren mit Planen abgedeckt und engmaschig verstärkt. Einige Wasserflächen werden abgelassen, um keine wildlebenden Vögel anzuziehen. Die Flamingos und Entenvögel des Zoos werden zunächst in den Innenbereichen verbleiben. Auch bei Vogelarten, die für die Vogelgrippe weiniger empfänglich sind, werden trotzdem konstant Kontrollen durchgeführt.

„Die Entscheidung, jetzt bereits entsprechende Vorsichtmaßnahmen umzusetzen, fiel uns nicht leicht. Es ist ein hoher Aufwand für unsere Mitarbeiter, die weit über die normale Arbeitsleistung hinausgeht. Speziell in der dunklen Jahreszeit genießen aber auch unsere  Vögel die wenigen Sonnenstunden. Für sie bedeutet der Umzug in ungewohnte Ersatzquartiere bzw. Veränderung der Volieren durch die Folienabdeckungen erheblichen  Stress. Bei einigen Vogelarten müssen wir damit rechnen, dass sie im nächsten Jahr nicht brüten werden“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Warum es dem Zoo wichtig ist, dass keines der Tiere Gefahr läuft, mit dem Erreger infiziert zu werden, zeigte sich in Mannheim. Im Luisenpark mussten im Rahmen von seuchenhygienischen Maßnahmen viele Vögel getötet werden. Dieses Szenario möchte der Zoo vermeiden.

„Wir haben die möglichen Risiken abgewägt und uns für diese Schutzmaßnahmen entschieden. Es geht dabei vor allem um die Gefahr, die von Mensch und Wildvögeln ausgehen. Mit der Abschirmung unserer Vögel möchten wir jeden Kontakt zu möglicherweise infizierten Wildvögeln bzw. deren Ausscheidungen vermeiden“, erläutert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Entscheidung des Zoo zu der vorbeugenden Maßnahme.

Keine Gefahr für Zoobesucher
Für die Zoo-Besucher selbst besteht keinerlei Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus, da die aktuell in Baden-Württemberg entdeckten Vogelgrippeerreger für den Menschen nicht gefährlich sind. Die Viren werden ausschließlich von Vogel zu Vogel übertragen. Doch die Besucher werden in der nächsten Zeit bei Ihrem Besuch im Zoo auf einige der Vögel verzichten müssen. Der Zoo will vermeiden, dass Besucher mit Schmutz an Ihren Schuhen oder an der Kleidung den Vogelgrippe-Erreger in die Gehege bringen. So werden auch die großen begehbaren Volieren für Besucher vorübergehend geschlossen.

Hintergrund
Im Zoo Heidelberg leben derzeit knapp 100 Unterschiedliche Vogelarten. Darunter 27 Arten, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Bislang gab es im Zoo Heidelberg keine mit dem Vogelgrippevirus infizierten Tiere.

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Im Zoo Heidelberg beginnt die Adventszeit

Die Erdmännchen betrachten neugierig den ersten Schnee. (Foto: Fischer)
Die Erdmännchen betrachten neugierig den ersten Schnee. (Foto: Fischer)

1. Weihnachtsmarkt im Zoo am 26. und 27. November

Dieses Jahr hat sich der Zoo Heidelberg zur Adventszeit etwas Besonderes einfallen lassen. Am 1. Adventswochenende, dem 26. Und 27. November, findet der erste Weihnachtsmarkt im Zoo statt. Und das erste Geschenk gibt es bereits am Eingang: An diesem Wochenende kostet der Eintritt in den Zoo Erwachsene nur 5 Euro und Kinder nur 2,50 Euro.

Während die Zootiere sich langsam auf den Winter einstellen, ihr wundervolles Winterfell anlegen wie die Steppenfüchse oder das Winterlager auspolstern wie die Präriehunde, können die Zoobesucher ein besonderes Programm erleben.

Weihnachtsmarktstände zum Verweilen, Stöbern und Mitmachen
Bei Glühwein, Kinderpunsch und anderen Leckereien erleben die Besucher den winterlichen Zoo in einer besonderen Atmosphäre. Weihnachtsstände präsentieren eine interessante Auswahl handgefertigter Produkte und laden zum Schauen und Stöbern ein. Im Zooshop gibt es an beiden Tagen 20 % Rabatt auf ausgewählte Shop-Produkte. Die Nachwuchskräfte des Zoos bieten selbst gestaltete Weihnachtsgestecke an und am Stand der Zooschule können Kinder selbst kreativ werden. Das Explo und das Lernlabor sind mit spannenden Experimenten ebenfalls vertreten, die nicht nur Kinderaugen zum Staunen bringen werden. Bei der Zoo-Tombola der Tiergartenfreunde gibt es viele tierische Preise zu gewinnen. Die Erlöse aus dem Verkauf der Gestecke sowie aus der Zoo-Tombola kommen den Artenschutzprojekten des Zoos zugute.

Ökologisches Kinderkarussell, Mini-Expressbahn und zwei Chöre sorgen für Unterhaltung
Die Besucher erwartet im Zoo abwechslungsreiche Unterhaltung: Ein ökologisch angetriebenes Kinderkarussell und eine Rundfahrt mit einer Mini-Express-Eisenbahn versprechen Spaß für Groß und Klein. Der Wilhelma-Chor und der Heidelberger Kinderchor gestalten am ersten Adventswochenende jeweils um die Mittagszeit den musikalischen Rahmen mit Auftritten und sorgen mit weihnachtlichen Liedern für ein stimmungsvolles Ambiente.

Verlängerte Öffnungszeiten bis 19 Uhr
Auch wenn Bereiche mit Tieren, die in ihrer Nachtruhe nicht gestört werden sollen, ab Einbruch der Dunkelheit geschlossen sein werden, bleibt Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch den abendlichen und winterlichen Zoo. Der Zoo und der Weihnachtsmarkt haben an beiden Tagen zwei Stunden länger bis 19 Uhr geöffnet. 

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Martin Baltscheit kommt mit der Löwen-Leseshow in den Zoo Heidelberg

Plakat zur Löwen-Leseshow mit Martin Baltscheit
Plakat zur Löwen-Leseshow mit Martin Baltscheit

Veranstaltung für Klein und Groß  am Mittwoch, 9.11

Er überrascht seine Leserschaft immer wieder aufs Neue mit tierisch wahrhaftigen Geschichten über die großen Gefühle des Lebens. Keiner inszeniert die eigenen Geschichten so ungefiltert und wunderschön wie Martin Baltscheit: Der Autor, Schauspieler und Illustrator erweckt seine tragikomischen Figuren in der bewegten Bilderbuch-Show zu prallem Leben.

Jetzt kommt der sympathische Ausnahmekünstler mit seiner exklusiven Löwen-Leseshow in den Zoo Heidelberg. Welcher Platz wäre für diese Show besser geeignet, als das Raubtierhaus? Sumatratiger Tebo und das Berberlöwenpaar Chalid und Binta werden vermutlich ebenfalls der ausgewöhnlichen Lesung beiwohnen. Dank der freundlichen Unterstützung der Verlagsgruppe Beltz, die seine Bücher herausgibt, dürfen sich die Zoobesucher auf ein besonderes Erlebnis freuen.

Martin Baltscheits Löwen-Leseshow findet am Mittwoch, 9.11. um 15:00 Uhr im Raubtierhaus des Heidelberger Zoos statt.Der Eintritt für die Leseshow ist im Zoo-Eintritt bereits enthalten. Groß und Klein können sich freuen, wenn der Autor erzählt, liest, brüllt und zeichnet. Mit im Gepäck hat er nicht nur seine frisch ausgepackte Geschichte »Löwenherzen weinen nicht«, sondern ebenso den »Fuchs, der den Verstand verlor«, »Schon gehört«und viele tolle Geschichten mehr. 

Kurzportrait: Martin Baltscheit

Geboren 1965 in Düsseldorf, studierte er Kommunikationsdesign an der Folkwangschule Essen. Im Anschluss tätig als Comic-Zeichner, Illustrator, Schauspieler, Kinderbuch-, Prosa-, Hörspiel- und Theaterautor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Für die große Neuausgabe der Dschungelbücher als Buch&Hörbuch (HÖRCOMPANY) bündelte er seine zahlreichen Talente. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.

Gute Resonanz beim International Hamster Workgroup Meeting 2016

Gruppenfoto der Tagungsteilnehmer (Foto: Deutsche Wildtier Stiftung)
Gruppenfoto der Tagungsteilnehmer (Foto: Deutsche Wildtier Stiftung)

Teilnehmer aus 11 europäischen Ländern kamen nach Heidelberg

Zur internationalen Tagung, zu der die Arbeitsgruppe Feldhamster eingeladen hatte, kamen über 80 Wissenschaftler, Naturschützer und Vertreter von unterschiedlichen Behörden nach Heidelberg.

Bereits im Vorfeld der Tagung konnten die Verantwortlichen am Freitagabend, 28.10., großes Interesse in der Bevölkerung verzeichnen. Zum Offenen Infoabend im nahezu vollbesetzten Hörsaal der Marsilius Arkaden der Universität Heidelberg hatten die Deutsche Wildtier Stiftung und das Institut für Faunistik alle Interessenten eingeladen. 

Situation der Europäischen Feldhamster ist besorgniserregend
Nach der Begrüßung durch Felix Normann, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, welches die Tagung finanziell unterstützte, schilderte Peer Cyriacks von der Deutschen Wildtier Stiftung die besorgniserregende Situation der Europäischen Feldhamster in Deutschland. 

Er merkte an, dass die negative Wahrnehmung, die der Natur- und Artenschutz in der Öffentlichkeit hinsichtlich entstehender Kosten habe, in der Realität nur wenig Grundlage fände. Die finanzielle Förderung mache beispielsweise im Vergleich zur Unterstützung für Sportprojekte nur etwa ein Drittel aus. Alarmierend verwies Peer Cyriacks in diesem Zusammenhang auf die wenigen Schutzmaßnahmen für Hamster in Deutschland.

Ein Thema, das Dr. Ulrich Weinhold vom Institut für Faunistik (IFF) in seinem Vortrag über die Chancen des Feldhamsters in Baden-Württemberg aufnahm. So habe der Feldhamster beispielsweise in Baden-Württemberg 99 % seines ehemaligen Verbreitungsgebietes eingebüßt. In anderen Bundesländern drohe dem kleinen Nager aufgrund von Baumaßnahmen und unterlassener Schutzprogramme inzwischen sogar das totale Aus. Obwohl der Europäische Feldhamster bereits seit 1980 als gefährdet gelte und offiziell unter Schutz stehe, folgten erst 2003 mit dem Bau der SAP-Arena erste lokale Schutzmaßnahmen. Ein landesweites Konzept fehle hingegen weiterhin.

Filmpräsentation zum Abschluss des Infoabends
Zum Abschluss des Infoabends freuten sich die Besucher über den Filmbeitrag von  Annette und Klaus Scheurich (Marco Polo Film). Gewohnt locker und amüsant präsentierten die Filmemacher ein „Making-of“ ihres mehrfach prämierten Films „Feldhamster – mit vollen Backen durchs Leben“ und gewährten Einblicke in ihre neuesten Produktionen.

Vielfältige Vorträge während der Tagung
Das 23. „International Meeting of the Hamster Workgroup“ überzeugte mit einem interessanten Vortragsspektrum. Die Tagung war geprägt von Artenschutzthemen in Deutschland, Modellrechnungen zur Populationsdynamik in der Tschechischen  Republik, städtische Hamstervorkommen in Russland und deren Fortpflanzungsverhalten. Wissenschaftler, Naturschützer und Behördenvertreter aus 11 Ländern standen miteinander im Dialog über Studien zur Vorratsnutzung während der Überwinterung und den Einfluss von Lichtverschmutzung in Österreich und Frankreich.

Herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und Beteiligten
Das Organisationsteam der Deutschen Wildtier Stiftung und des Instituts für Faunistik bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmern und Beteiligten. Alle Tagungsteilnehmer fühlten sich sehr wohl und wurden während der drei Tage bestens vom Hochschulcatering des Studentenwerks mit Speisen und Getränken versorgt. Selbst für den besonderen VIP-Gast, ein Feldhamster-Weibchen, das bei einem großen Teil der Vorträge anwesend war, hatte das Catering ein paar Kleinigkeiten vorbereitet.

Ein Rundgang durch den Zoo Heidelberg, mit Einblick in die dortige Zuchtstation für Europäische Feldhamster, eine Stadtführung und ein gemeinsames Abendessen mit russischer Tanzeinlage im Essighaus rundeten das Rahmenprogramm ab, bevor die Tagung mit einer Tour zu den letzten Hamstervorkommen im Rhein-Neckar-Kreis am Sonntagnachmittag endete.

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Der Abschied des Feldhamsters – Eine Allerweltsart vor dem Aus?

Der Europäische Feldhamster ist in unserer Region heimisch. (Foto: Weinhold)
Der Europäische Feldhamster ist in unserer Region heimisch. (Foto: Weinhold)

Offener Informationsabend am Freitag, 28.10.2016 

2016 war das Jahr des Europäischen Feldhamsters. Der kleine Nager wurde von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum „Wildtier des Jahres“ ernannt. Im Laufe des Jahres engagierten sich viele Institutionen verstärkt in der Vermittlung von Informationen rund um das schutzbedürftige, in unserer Region heimische Wildtier. Galt er einst als Ernteschädling und Plage, entwickelte sich der Europäische Feldhamster inzwischen zu einer vom Aussterben bedrohten heimischen Tierart.Gemeinsam mit der Deutschen Wildtierstiftung und dem Institut für Faunistik findet Ende Oktober in Heidelberg das International Hamster Workgroup Meeting 2016 statt.

Ein Artenschutzprogramm sorgt für den Erhalt der Tierart in der Region

Mit einem in Deutschland einzigartigen Artenschutzprojekt engagieren sich die Stadt Mannheim, das Land Baden-Württemberg und der Zoo Heidelberg gemeinsam für den Erhalt dieser Tierart. Im Zoo Heidelberg werden die Feldhamster seit 2004 nachgezüchtet. Das erfolgreiche Projekt erreicht alljährlich eine gute Nachwuchsquote, sodass regelmäßig Jungtiere in Mannheim ausgewildert werden können. Jeden Mai werden Jungtiere des Vorjahres mit elektronischen Chips zur Identifikation ausgestattet und in vorbereiteten Gebieten angesiedelt. Einige von ihnen bekommen Senderhalsbänder, mit denen auch mehrere Monate nach der Auswilderung der jeweilige Aufenthaltsort bestimmt werden kann. So kann inzwischen mit Hilfe des Zuchtprogrammes und der einhergehenden Sensibilisierung für die Bedrohung eine leichte Erholung der Population beobachtet werden. Das Überleben der Feldhamster bei Mannheim ist jedoch noch nicht gesichert.

Offener Infoabend zum Projekt und zur Situation des Feldhamsters

„Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig der Erhalt heimischer Tierarten, und speziell der des Europäischen Feldhamsters, ist“, erklärt hierzu  Projektleiter Dr. Ulrich Weinhold vom Institut für Faunistik. Gemeinsam mit den Biologen Lisa Heimann und Marco Sander betreut er die Nachzucht der meerschweinchengroßen Wildtiere im Zoo. „Um möglichst vielen Menschen unser Projekt vorzustellen und auf die Bedrohung dieser Nagetiere hinzuweisen, bieten wir im Vorfeld der Tagung am Freitag einen offenen Infoabend an. Wir freuen uns, wenn viele Interessenten dieses Angebot annehmen“, informiert Dr. Weinhold weiter.

Der Besuch des Infoabends ist kostenlos und findet am Freitag, 28.10.2016, ab 18:30 Uhr im Marsilius Kolleg der Universität Heidelberg statt. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht erforderlich. Mit spannenden Vorträgen über die Situation des Feldhamsters in Deutschland und seine Chancen in Baden-Württemberg informieren die Deutsche Wildtier Stiftung und das Institut für Faunistik über die aktuellen Erkenntnisse, die im Rahmen der Schutzprojekte gewonnen werden.

Ergänzt wird der Infoabend durch die Filmvorführung des „Making-of“ der preisgekrönten Dokumentation „Feldhamster – mit vollen Backen durchs Leben“ durch Marco Polo Film

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Gudrun sorgt für Überraschung im Zoo Heidelberg

Mutter Gudrun (rechts) gemeinsam mit ihren Kindern Benni (Mitte) und Uschi (im W
Mutter Gudrun (rechts) gemeinsam mit ihren Kindern Benni (Mitte) und Uschi (im Wasser) auf der Bärenaußenanlage.

Die drei Braunbären zeigen sich gemeinsam auf der Außenanlage

Mit dem Ausbau der großen Bärenanlage 2015 erhielten die Syrischen Braunbären eine große Erweiterung ihres Außenbereiches. Für Besucher und Passanten, die auch von außerhalb des Zoos die Bären bei der Erkundung des großzügigen Geheges beobachten können, bekam der Zoo Heidelberg im Sommer 2015 damit einen besonders attraktiven Eingangsbereich.

Die ruhigen und vergleichsweise kleinen Syrischen Braunbären, die aufgrund ihres hellen Felles von Besuchern teilweise irrtümlich mit Eisbären verwechselt werden, teilen sich das Gehege mit mehreren zierlichen Korsakfüchsen.

Die Korsakfüchse waren sodann auch die Ersten, die wenige Stunden nach der Eröffnung über die Verbindungsbrücke zwischen den beiden Gehegebereichen eilten, um die Erweiterung zu erkunden. Den großen Braunbären hingegen war es anfangs nicht ganz geheuer, die Brücke zwischen dem alten und neuen Gehegebereich zu überqueren. Es dauerte ein wenig, bevor einer nach dem anderen entschied, der Neugier zu folgen und sich mit dem Gelände vertraut zu machen. Für die jüngeren der Braunbären, Uschi (22 Jahre) und Benni (30 Jahre), wurde es bald zur Selbstverständlichkeit. Schließlich gab es täglich interessante neue Futterstellen auf der großen Außenanlage zu entdecken. Die Tierpfleger sorgen für viel Abwechslung im Bärenalltag, indem sie täglich mehrere Futterrationen an unterschiedlichen Stellen auf dem Gehege positionieren.

Nur die 35-jährige Gudrun, die Mutter der beiden jüngeren Bären, setzte nach einem mehrtägigen Aufenthalt im neuen Gelände, trotz der leckeren Verlockungen, keinen weiteren Schritt mehr auf die Brücke. Sie hatte sich nach ihrem ersten Erkundungsgang in der ungewohnten Umgebung nicht mehr zurück getraut und blieb ganze zwei Nächte auf der neuen Anlage, bevor sie mit viel Geduld und Leckereien wieder über die Brücke auf die alte Anlage geleitet werden konnte. Danach war sie nie wieder auf der neuen Anlage gesehen worden. Im Zoo Heidelberg akzeptierte man dieses Verhalten der älteren Dame und stellte ihr ihre Futterrationen im alten Bereich bereit. Eine alte Bärin gewöhnt man eben nicht so einfach um.

Wie groß die Freude war, als am letzten Samstag plötzlich alle drei der Syrischen Braunbären gemeinsam auf der großen Anlage zu sehen waren, kann man nachvollziehen. Nach über einem Jahr hatte Gudrun nun beschlossen, es den Jungen gleich zu tun und den erneuten Gang über die Bärenbrücke zu wagen. Besonders aufmerksam beobachten die Tierpfleger seitdem ihr Verhalten auf der Anlage und beim Gang über die Brücke. „Es ist erstaunlich, dass sie nun ganz offensichtlich den neuen Bereich komplett angenommen hat. Sie geht so sicher über die Brücke und die gesamte Anlage, als wäre dies noch nie anders gewesen.“, kann Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg freudig berichten. Mehrmals täglich gehen nun alle drei Bären über die Brücke und durchstöbern die großzügige Anlage. „Wir hatten die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben und waren uns sicher, dass man die alte Bärin nicht mehr von der schönen, neuen Anlage überzeugen kann“ ergänzt Jörg Kubacki, Leiter des Raubtierreviers im Zoo, der die Bärin bereits seit 1982 kennt und betreut.

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