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Öffentlicher Vortrag bei Artenschutztreffen in Heidelberg

Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)
Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)

Überleben in Westafrika – Schutz für stark bedrohte Primaten

Mit Gründung der West African Primate Conservation Action (kurz WAPCA) initiierte der Zoo Heidelberg 2001 ein Schutzprojekt für bedrohte Affenarten in Westafrika. Von Heidelberg aus wird das Projekt gemeinsam mit den Koordinatoren Prof. Dr. Inza Koné und Andrea Dempsey betreut. Inzwischen beteiligen sich 17 europäische Zoos an diesem Schutzprojekt. Besonders die Roloway-Meerkatzen stehen im Fokus der Artenschutzarbeit von WAPCA. Die tagaktiven Baumbewohner zählen zu den 25 bedrohtesten Affenarten weltweit. In Ghana unterhält WAPCA u. a. ein Informationszentrum mit Auffangstation für beschlagnahmte Affen. In den letzten Waldgebieten arbeitet WAPCA eng mit den Wildhütern und der einheimischen Bevölkerung zusammen, um das Überleben der letzten Affen im Freiland zu sichern. Am kommenden Dienstag findet in Heidelberg ein spannender Vortrag zu den Artenschutzaktivitäten in Westafrika statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich bei einem öffentlichen Vortrag über die aktive Artenschutzarbeit zu informieren. Die Koordinatoren der WAPCA, Prof. Dr. Koné und Andrea Dempsey, stellen das Projekt mit viel Bildmaterial und Videos vor und berichten aus ihrem Arbeitsgebiet. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen an die Koordinatoren. 

ÜBERLEBEN IN WESTAFRIKA

Dienstag, 12.12.2017 – 19 Uhr (Dauer bis ca. 20:30 Uhr)

Ort: Neue Universität Heidelberg, Universitätsplatz 1, Hörsaal 14

Vortrag in Englisch. Eintritt frei!

 

Hintergrund zum WAPCA-Artenschautzprojekt

Die Engländerin Andrea Dempsey zog als Koordinatorin für das Projekt 2014 nach Ghana und leitet alle Aktivitäten vor Ort. Prof. Dr. Inza Koné wurde aufgrund seiner Verdienste für bedrohte Tierarten bereits mit Preisen wie z. B. „Future For Nature“ und „Whitley Award“ ausgezeichnet. Er wird als Einheimischer auch die Perspektiven der Einwohner erläutern und so speziell die Problematiken hinsichtlich Leben und Überleben in Westafrika beleuchten.

Um die weiteren strategischen Maßnahmen und Ziele des WAPCA-Projekts zu erörtern, findet in der kommenden Woche am Montag und Dienstag ein Treffen der Projektbeteiligten in Heidelberg statt. Der Zoo Heidelberg lud hierzu den WAPCA-Vorstand sowie die Koordinatoren des Projekts ein. Der Zoo Heidelberg freut sich, die Vorstandsmitglieder aus den Zoos von Mulhouse, Barcelona und London sowie den Berater der Artenschutzorganisation ZGAP zu diesem Treffen zu begrüßen. Diese strategischen Treffen finden nur alle paar Jahre zusätzlich zu den jährlichen Mitgliederversammlungen statt. Schwerpunktthema ist die langfristige Entwicklung der Artenschutzarbeit von WAPCA.

Der Zoo Heidelberg hält und züchtet seit 1999 erfolgreich die bedrohten Roloway-Meerkatzen. Durch die kontinuierlichen Zuchterfolge wurde inzwischen eine wachsende Population in den europäischen Zoos erreicht. Die Tiere in der Auffangstation in Ghana werden zusammen mit der europäischen Population in einem gemeinsamen Zuchtprogramm gemanagt.

Roloway-Meerkatzen leben ausschließlich in einem kleinen Gebiet in den südlichen Landesteilen der Elfenbeinküsteund Ghanas. Genaue Zahlen für die Art sind nicht verfügbar, sie wurden in einigen Wäldern in ihrem Verbreitungsgebiet beobachtet, gelten aber als sehr selten. Schätzungen zufolge ist ihre Population aufgrund von Lebensraumzerstörung und Bejagung in den letzten drei Generationen um mehr als 50 % zurückgegangen. Die IUCNlistet die Roloway-Meerkatze als „stark gefährdet“ (endangered).

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Der Neue im Zoo hat besondere Vorlieben

Kronensifaka „Daholo“ in seiner Hängematte. Foto: Zoo de
„Daholo“ liebt es, es sich in seiner Hängematte bequem zu machen. Foto: Zoo de Mulhouse Michel Foos

Zoo Heidelberg beteiligt sich an Erhaltungszucht für Sifakas

In den letzten Monaten konnten die Zoobesucher die Umgestaltung der Innengehege im Affenhaus des Zoo Heidelberg gut beobachten. Da tat sich einiges. Wände wurden bemalt und große Baumstämme aufgebaut. Jetzt war es soweit: Am 30. November 2017 zog ein männlicher Kronensifaka aus dem Zoo Mulhouse im Affenrevier ein. Der Neuankömmling kann sich zunächst hinter den Kulissen eingewöhnen, bevor er ins frisch eingerichtete Innengehege ziehen wird.

Nur wenige Zoos in Europa sind für die Haltung von Sifakas zugelassen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wählen die Zuchtbuchführer sehr sorgsam geeignete Zoos für neue Haltungen aus. Europaweit werden nur in weiteren sechs Zoos Sifakas gehalten. Neben Besançon (F), Paris (F), Apeldoorn (NL), Burford (UK), Belfast (UK) und Mulhouse (F) wurde der Zoo Heidelberg aufgrund seiner Erfahrungen in der Haltung von Primaten und Lemuren als einziger Zoo in Deutschland ausgewählt.

Der 2009 im Zoo Apenheul in Apeldoorn (NL) geborene Sifaka „Daholo“ lebte seit 2015 in Frankreich. Sein Umzug in den Zoo Heidelberg wurde intensiv vorbereitet. Eine Tierpflegerin aus Heidelberg reiste für ein mehrtägiges Training in den Zoo nach Apeldoorn, um die anspruchsvolle Haltung der Sifakas kennenzulernen und sich in die Methodik einzuarbeiten. Auch die Kuratorin des Zoo Heidelbergs, Sandra Reichler besuchte schon einige Woche vor der geplanten Ankunft des Tieres den Zoo Mulhouse. Sie informierte sich über die besonderen Eigenarten des Tieres, seine bisherige Haltung und seine individuellen Nahrungsgewohnheiten. Da ein Hauptteil seiner Nahrung aus frischen Blättern besteht, galt es bereits im Sommer das saftige Grün der Blätter zu konservieren. Um dem Neuzugang die bevorzugte Nahrung auch im Winter frisch anbieten zu können, wurden eigens für den Sifaka bereits kiloweise Blätter geerntet und eingefroren. Ebenso wurde ein Innenbereich im Affenhaus für den Neuzugang vorbereitet. Nach den ersten Tagen, während derer sich „Daholo“ zunächst noch hinter den Kulissen an die neuen Zootierpfleger und das neue Terrain gewöhnen wird, wird er in dem Innengehege zu sehen sein. Direkt angrenzend befindet sich dort das Gehege seiner künftigen Mitbewohner, die Kattas. „Daholo“ lebte bereits mit anderen Lemuren zusammen und wird später mit den beiden Kattas auch das neugebaute Außengehege, das aktuell errichtet wird, bewohnen.

Sifakas zählen zu der Gruppe der Lemuren. Die Halbaffen sind ausschließlich auf Madagaskar beheimatet, wo sie vorwiegend in den Trockenwäldern im nordwestlichen Teil der Insel leben. Wie viele der dort vorkommenden einzigartigen Tier- und Pflanzenarten stehen auch die Sifakas auf der Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Die Zerstörung ihres Lebensraums lässt die Anzahl der im Freiland lebenden Individuen konstant stark sinken. In den letzten 30 Jahren wurde ein Rückgang von 50 % verzeichnet. Gemeinsam mit den anderen sechs europäischen Zoos, die sich an dem EEP beteiligen, unterstützt der Zoo Heidelberg seit einigen Jahren ein spezielles Artenschutzprojekt für die Kronensifakas auf Madagaskar. Die Besonderheit des Sifaka Conservation-Projekts liegt im Populationsmanagement: Es wird eine Gesamtpopulation bestehend aus aktuell 20 Sifakas in Zoobeständen und weiteren neun Sifakas in einem Freilandgebiet als gemeinsame Zuchtgruppe betreut. D. h. es soll nicht nur ein Austausch unter den sieben beteiligten Zoos erfolgen, sondern es sollen auch Tiere aus dem Freiland in den Austauschprozess integriert werden, um die notwendige genetische Vielfalt sowohl in den Zoos als auch der im Freiland lebenden Sifakas zu erhalten.

Typisch für Sifaka ist die aufrechte Art der Fortbewegung. Die tagaktiven Baumbewohner bewegen sich senkrecht kletternd und springend von Ast zu Ast fort und können dabei Distanzen von bis zu zehn Metern zwischen den Bäumen zurücklegen. Auch am Boden sind die Lemuren meist auf zwei Beinen hüpfend unterwegs und strecken zur Balance, scheinbar tänzelnd die Arme nach oben. Wie die Kattas, verbringen sie einen Großteil des Tages mit Sonnenbaden, Ruhephasen und sozialer Interaktion. Der Name Sifaka leitet sich übrigens von ihrem Alarmruf „Si-fak“ ab. Kronensifakas galten lange Zeit als Unterart des Larvensifakas, wurden inzwischen jedoch als eigene Primatenart anerkannt.

Adventsbeginn im Zoo Heidelberg

Weihnachtsmarkt im Zoo am 2. und 3. Dezember 2017

Am ersten Adventswochenende, dem 2. und 3. Dezember, findet jeweils ab 12 Uhr erneut der Weihnachtsmarkt im Zoo statt. Die Besucher dürfen sich auf ein interessantes und abwechslungsreiches Angebot freuen. Als vorweihnachtliches Geschenk gilt am ersten Adventswochenende ein spezieller Sondertarif für den Zoo-Eintritt: Erwachsene zahlen nur 5 Euro und Kinder nur 2,50 Euro.

Während die Zootiere sich langsam auf den Winter einstellen, ihr wundervolles Winterfell anlegen wie die Steppenfüchse oder das Winterlager auspolstern wie die Präriehunde, können die Zoobesucher ein besonderes Programm erleben.

Bei Glühwein, Kinderpunsch und anderen Leckereien erleben die Besucher den winterlichen Zoo in einer besonderen Atmosphäre. Weihnachtsstände präsentieren eine interessante Auswahl handgefertigter Produkte und laden zum Schauen und Stöbern ein. Beim Creme-Workshop des ExploHeidelberg kann jeder seine eigene Creme herstellen und am Stand der Zooschule können Kinder kreativ werden. Die Nachwuchskräfte des Zoos bieten selbst gestaltete Weihnachtsgestecke an und bei der Zoo-Tombola der Tiergartenfreunde gibt es viele tierische Preise zu gewinnen. Die Erlöse aus dem Verkauf der Gestecke sowie aus der Zoo-Tombola kommen den Artenschutzprojekten des Zoos zugute.

An beiden Tagen bietet der Zoo ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, bei dem auch das ökologisch angetriebene Kinderkarussell und musikalische Einlagen des Wilhelma-Chors und der Gospelchöre Spirit of Joy und Voice Factory nicht fehlen dürfen. Für die stimmungsvolle Atmosphäre sorgen die von den Kindergruppen geschmückten Weihnachtsbäume und am Abend die eindrucksvolle Beleuchtung der Parkanlage des Zoos. 

Auch wenn Bereiche mit Tieren, die in ihrer Nachtruhe nicht gestört werden sollen, ab Einbruch der Dunkelheit geschlossen sein werden, bleibt Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch den abendlichen und winterlichen Zoo. Der Zoo und der Weihnachtsmarkt haben an beiden Tagen zwei Stunden länger bis 21 Uhr geöffnet.

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Familientreffen im Robbenbecken des Zoo Heidelberg

Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführ
Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführt. (Foto: Zoo Heidelberg)

Schwimmen mit den Großen

Der Nachwuchs bei den Heidelberger Mähnenrobben ist nun ein gutes Vierteljahr alt. Zeit, die Artgenossen im Zoo Heidelberg kennenzulernen. Bisher waren die beiden Robbenjungs mit ihren Müttern Maike und Lea im separaten Außenbereich der Robbenanlage unterwegs. Am letzten Wochenende war es dann soweit: Die beiden im Juli geborenen Jungrobben durften zum ersten Mal in den großen Außenpool.  Am Freitag erkundeten sie zunächst alleine mit ihren Müttern in Ruhe das neue Terrain, bevor es am Wochenende spannend wurde. Das  Zusammentreffen mit den anderen Mähnenrobben verlief sehr harmonisch. Inzwischen schwimmen die Kleinen ganz selbstverständlich mit den Älteren im Becken und genießen sichtlich die vielen Spielmöglichkeiten auf der Anlage.

Die Integration der beiden Robbenjungs in die Gruppe ihrer Artgenossen erfolgte zur Sicherheit der Jungtiere schrittweise. „Zu Beginn wussten die beiden Kleinen noch nicht genau, was sie auf dem neuen Gelände erwartet und hielten sich zunächst in der Nähe des vertrauten Mutter-Kind-Beckens auf. Dann siegte aber offensichtlich doch die Neugier und sie erforschten ausgiebig den großen Pool und den Rest der Anlage“, berichtet Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg.

Als am Wochenende das große Familientreffen anstand, durften erst nur die anderen Weibchen der Gruppe zu den beiden Jungtieren und ihren Müttern. Die Zootierpfleger beobachteten dabei aufmerksam die Reaktionen der älteren Tiere. Alles klappte problemlos, sodass nun auch der 360 kg schwere Atos, Leitbulle und Vater der beiden, hinzukommen konnte. Atos zeigte auch gleich großes Interesse an seinen beiden Söhnen und begrüßte die zwei sehr liebevoll in der Gruppe. Als echter Papa kuschelt er auch ab und zu mit seinen beiden Jungs. „Es ist sehr beeindruckend, wenn man den mächtigen Robbenbullen und die beiden knapp 30 kg schweren Jungtiere gemeinsam auf der Anlage beobachtet. Wir sind gespannt, wie sich die beiden Robben weiterentwickeln und wie sie sich in der Gruppe verhalten werden. Bisher sieht alles gut aus!“, freut sich Revierleiter Andreas Fackel. Auch einen Namen werden die Kleinen bald bekommen – die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sind gerade dabei, zwei passende Namen auszuwählen.

Nach der harmonischen Zusammenführung mit den beiden Jungrobben ist die Gruppe nun komplett. Mit insgesamt acht Tieren, Lea und Maike mit den beiden Jungtieren, Kelo, Awa, Sneaky und Bulle Atos, ist die Heidelberger Mähnenrobbengruppe eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den Mähnenrobben, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen.

Hintergrundinformation: Mähnenrobben

Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch fressen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

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Das Meer kommt nach Heidelberg

Der Zoo Heidelberg befindet sich in einem Entwicklungsprozess: „Wir können nicht länger zusehen, wie die natürlichen Lebensgrundlagen auf unserer Erde zerstört werden,“ erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Motivation des Zoos politischer zu werden. „Mit der neuen Ausstellung „Meere und Ozeane“ wollen wir möglichst viele Menschen bewegen, sich um die Zukunft des wichtigsten Ökosystems unserer Erde Gedanken zu machen.“

70 % der Erdoberfläche nehmen Meere und Ozeane ein, in ihnen ist über 90 % des Wassers auf der Erde enthalten.  Mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, stammt aus dem Meer. Milliarden von Menschen ernähren sich von Fisch und anderen Meerestieren. Für eine Stadt im Binnenland – wie Heidelberg – erscheint das Meer weit entfernt. Und doch beeinflusst es unser tägliches Leben und ist hochbedroht. Darauf wird der Zoo in der großen Ausstellung „Meere und Ozeane“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, hinweisen.  „Wo kein Besitzer sein Eigentum schützt, wird ausgebeutet, missbraucht, vermüllt – die Menschheit benimmt sich auf und mit den Meeren wie Plünderer im rechtfreien Raum eines Bürgerkrieges. Die Zeche zahlen wir alle und unsere Kinder,“ zieht Dr. Klaus Wünnemann einen drastischen Vergleich.  Ist das übertrieben? In diesem Jahr entdeckten Wissenschaftler, dass im Südpazifik ein Plastikmüllteppich in der Größe Mitteleuropas schwimmt – und das ist nur der kleine Bruder der großen Müllhalde, die im Nordpazifik treibt.

Zoologische Gärten haben weltweit über 700 Millionen Besucher – jedes Jahr. Die Zoos und die großen Naturschutzverbände haben beschlossen, zusammen gegen die Naturzerstörung vorzugehen. Am 17. Oktober haben der Weltzooverband und die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) hierzu eine Vereinbarung unterzeichnet. Dabei übernehmen die Zoos unter anderem die wichtige Rolle, viele hundert Millionen Menschen zu informieren und zu motivieren, sich für den Schutz der Natur einzusetzen. „Stellen sie sich unsere wunderbaren Mähnenrobben vor: Die würden Wochen brauchen, um einmal quer durch die treibenden Müllberge hindurch zu schwimmen. Mit diesen Beispielen und wissenschaftlich fundierten Informationen wollen wir den Verstand, aber auch das Herz der Zoobesucher für diese Themen gewinnen,“ erläutert Dr. Wünnemann die Strategie. Jeder kann etwas tun: Plastikverpackungen vermeiden oder wenigstens recyceln, die eigenen Abgeordneten ansprechen endlich konsequente Gesetze zum Vermeiden von Müll auf den Weg zu bringen. Das dies geht zeigen uns ausgerechnet einige der ärmsten Länder der Erde: Bangladesh zum Beispiel oder Ruanda, wo Plastiktüten bereits verboten sind – seit 2004.

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Französische Woche Heidelberg: Chansons für den Zoo

Die Musiker bei der Probe für das Konzert (Foto: Moitié:Moitié)
Die Musiker bei der Probe für das Konzert (Foto: Moitié:Moitié)

Moitié:Moitié spielt und singt für den Zoo Heidelberg

Im Gegensatz zur Bedeutung des Namens der Band hat sich die deutsch-französische Musikgruppe Moitié:Moitié entschlossen, den Erlös ihres nächsten Konzerts nicht „halb-halb“ zu teilen, sondern den kompletten Betrag dem Zoo Heidelberg zu spenden. Das Benefiz-Konzert im Alten Hallenbad Heidelberg findet am 26.10.2017 um 20 Uhr statt. Karten sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Im Gespräch mit dem Zoo berichtet Christophe Loetz, Sänger der Gruppe, über die Beweggründe, den Heidelberger Zoo auf diese Weise zu unterstützen.

Zoo: Herr Loetz, oder heißt es eher Monsieur Loetz? Ihr Bandname wäre ja wörtlich übersetzt „halb-halb“. Welche Bedeutung verbirgt sich dahinter?

Loetz: Sie haben es bereits angedeutet: Ich bin und fühle mich halb und halb, nämlich halb französisch und halb deutsch. Als ich 2012 als Sänger die Gruppe Moitié:Moitié gegründet habe, war es daher nur folgerichtig meine doppelte Staatsbürgerschaft namensgebend zu nutzen. Ich bin sehr froh, dass ich engagierte Musiker gefunden habe, die meine große Leidenschaft zu Chansons, Jazz, Klassik und lateinamerikanischen Klängen mit mir teilen. Gemeinsam mit Dr. Hans-Jürgen Ott am Akkordeon und Piano, Mario Cetto am eBass, Dr.  Victor Winter an der Gitarre und Schlagzeuger Micha Moll konnten wir in der Region bereits viele neue Freunde für die französische Musik gewinnen. Jetzt in der Französischen Woche Heidelberg spielen wir ein letztes Mal unser aktuelles Programm.

Zoo: Das hört sich nach einem gut eingespielten Team und einem unterhaltsamen Programm an. Über Ihr Angebot, den Zoo mit dem Benefiz-Konzert zu unterstützen, haben wir uns sehr gefreut. Wie kamen Sie auf die Idee, den Heidelberger Tiergarten auf diese Weise zu unterstützen?

Loetz: Das hat sich schnell ergeben. Wir sind alle Heidelberger und besuchen den Zoo Heidelberg des Öfteren. Dabei verfolgen wir mit Interesse die Weiterentwicklungen. In den letzten Jahren hat sich dort viel verändert.

Für unser neues Programm 2018 haben wir etliche Stücke der großen Chansoniers angehört und da kam das Thema Zoo überraschend häufig vor. Es gibt so viele Chansons, die sich mit dem Zoo und den Tieren beschäftigen. So beispielsweise von Bénabar „Dans le zoo de Vicennes“, von Jean Ferrat „Dans la jungle ou dans le zoo“ oder von Georges Brassens „La canne de Jeanne“. Der Zoo kam quasi durch die Musik auf uns zu. So entstand der Gedanke, mit unserer Musik, die wir ja allesamt ausschließlich als Hobby betreiben, „unseren Zoo“ bei seinen Entwicklungen zu unterstützen.

Zoo: Oh ja, auch wir sind aktuell wieder in Vorbereitungen für den weiteren Ausbau verschiedener Gehege. Die Löwen und die Affen sind die Nächsten, deren Anlagen sich verändern werden. Für den Streichelzoo stehen ebenfalls Veränderungen an. Da ist es schön, wenn wir so sympathische Unterstützung von Heidelbergern erhalten. Die Atmosphäre im Alten Hallenbad verspricht bereits einen tollen Abend. Diese außergewöhnliche Location während der Französischen Woche Heidelberg zu bekommen war sicher nicht einfach, oder?

Loetz: Unsere Ambition ist es, eine möglichst große Summe für den Zoo mit dem Benefiz-Konzert zusammen zu bekommen. Da haben wir attraktive Räumlichkeiten in Heidelberg gesucht, in denen wir das Konzert geben können. Mit dieser Idee trafen wir Hans-Jörg Kraus, ebenfalls ein alt eingesessener Heidelberger, der uns spontan gemeinsam mit GVO friends of events GmbH die Räumlichkeiten und sogar die komplette Technik kostenfrei für das Benefiz-Konzert zusagte. Das war eine große Überraschung und zeigt doch, wie sehr uns Heidelbergern unser Zoo am Herzen liegt. Jetzt hoffen wir auf ein ausverkauftes Haus und viele Zoo- und Chansonsfreunde für den Donnerstag nächste Woche.

Zoo: Diesem Wunsch schließen wir uns gerne an. Vielen Dank Monsieur Loetz für das Gespräch – merci.

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Große Kudus mit zweifachem Nachwuchs

Doppelter Nachwuchs bei den Großen Kudus (Foto: Zoo Heidelberg)
Doppelter Nachwuchs bei den Großen Kudus (Foto: Zoo Heidelberg)

Erneut Doppelgeburt im Zoo Heidelberg

Doppelgeburten scheinen im Zoo Heidelberg in Mode zu kommen. Nach den beiden Robbenbabys, die am 14. Juli geboren wurden, ist der Trend nun bei den Großen Kudus angekommen: Am 24. September kamen zwei Kudumädchen zur Welt. Die Mütter Stobi und Lubaja brachten den Nachwuchs im Afrikahaus zur Welt. Wer also in den letzten Wochen vor dem Schild „Vorübergehend geschlossen“ am Afrikahaus stand, hat spätestens jetzt die Erklärung. Die Tierpfleger schlossen das Haus für Besucher, damit sich die kleinen Großen Kudumädchen eingewöhnen konnten.

Inzwischen ist das Haus wieder geöffnet und die jungen Kudukälber lassen sich gut in den Innengehegen beobachten. Mit großen, dunklen Augen betrachten die beiden aufmerksam ihre Umgebung und drehen die beweglichen, runden Ohren nach jedem Geräusch in der Nähe. Mütter und Kinder nutzen zurzeit den Stall und die Vorgehege als Übungsgelände, damit die Jungtiere kräftig, gewandt und topfit sind, bevor sie mit den Zebras, Blessböcken, Straußen und Pelikanen auf der großen Afrikaanlage zusammentreffen werden. Der Stall ist dabei als Rückzugsraum und Ruhezone für die Jungtiere besonders wichtig. Deshalb gilt jetzt hier für die Zoobesucher ganz besonders: Ruhe bitte!

Kudu-Jungtiere sind sogenannte „Ablieger“, d. h. die Kälber werden voraussichtlich auch im Außenbereich zunächst häufig im Strohbett liegen, während die Mütter zum Fressen unterwegs sind. Regungslos liegen Kudujungen in ihrer Heimat, den afrikanischen Savannengebieten, oft stundenlang gut getarnt im hohen Gras. Während die Mütter selbst auf Nahrungssuche sind, um Kräfte zu sammeln, bewegen sich die durch ihr Fell gut getarnten Jungtiere kaum. Erst wenn die Mütter zurückkommen, die Umgebung auf Gefahren geprüft haben und ihnen „Luft rein“ signalisiert haben, werden die Jungen mobil.  Kudus verlassen sich auch im Erwachsenenalter vorrangig auf Ihre Tarnung. Selbst die männlichen Großen Kudus mit den eindrucksvoll schraubenförmig gedrehten Hörnern verschmelzen durch die graubraune Fellfärbung mit den weißen Streifen optisch nahezu komplett mit der Umgebung. Dennoch sind die typischen Fluchttiere bei Gefahr auch gute Sprinter und können sehr weit springen. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 150 cm können sie auf der Flucht auch bis zu 3 Meter hohe Zäune mühelos überwinden. Im Zoo reicht der kleine Trockengraben, der das Afrikagehege umgibt, um den Tieren die Grenze ihres Territoriums zu markieren. Sie verlassen ihr heimatliches Gehege nicht, denn hier fühlen sie sich wohl und sicher.

Aktion: Zwillinge willkommen

Haben Sie auch einen „Zwilling“? Dann lohnt sich jetzt der Zoobesuch in Heidelberg doppelt. Bei Vorlage von zwei Ausweisen mit demselben Geburtsdatum gibt es den Zoobesuch für beide zum Preis von einem! Die Aktion läuft bis zum 31.12.2017. 

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„Sesam, öffne dich!“ am Sonntag, 8. Oktober 2017

Im Elefantenhaus. Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg
Im Elefantenhaus. Foto: Peter Bastian/Zoo Heidelberg

Den Zoo Heidelberg entdecken – auch hinter den Kulissen

„Sesam, öffne Dich!“. Dieses besondere Highlight erwartet die Zoo-Besucher am Sonntag, 8. Oktober 2017: Türen und Tore, die sonst mit dem Schild „Zutritt nur für Zoomitarbeiter“ für Besucher verschlossen sind, öffnen sich an diesem Tag. Von 10 bis 17 Uhr sind alle herzlich eingeladen, hinter die Kulissen des Zooalltags zu schauen und viel über die Aufgabenbereiche eines Zoologischen Gartens zu erfahren.

Ein Gang durch das Elefantenhaus – und zwar dort, wo sich normalerweise nur die vier Elefantenbullen Gandhi, Tarak, Yadanar und Ludwig aufhalten – bietet eine beindruckende Perspektive aus Elefantensicht. „Wie schlafen die Robben?“, „Welche Affen sind Vegetarier?“, „Wie viel Futter brauchen Elefanten?“ und „Wie kühl ist es im Kühlhaus?". Spezielle Sonderführungen durch das Robbenhaus, die Futterküche der Fasanerie und das große Kühlhaus bieten Einblick in die besonderen Arbeitsbereiche der Zootierpfleger. Bei Gesprächen mit den Pflegern erfahren die Besucher interessante Details zu den Tieren. Auch Fragen zur Pflege und Fütterung der unterschiedlichen Tiere werden beantwortet.

Mehr über das Auswilderungsprojekt für den Europäischen Feldhamster erfahren die Besucher bei Führungen durch die neue Hamsterzuchtstation auf dem Erweiterungsgelände des Zoos. Auch in der Zooschule gibt es an diesem Tag Führungen mit interessanten Einblicken und spannenden Infos zum Angebot.

An einigen Stationen ist Mitmachen angesagt:  Am Gehege der Rhesusaffen basteln Besucher Beschäftigungsfutter, das den Tieren eine willkommene Abwechslung bietet: Für die flinken Affen wird ein besonderer „Affenbrotbaum“ hergestellt. Und das Zoo-Mobil, das an diesem Tag im Zoo unterwegs ist, lädt die Besucher zum Rätseln, Fühlen und Anfassen ein.

Bei gutem Wetter können Leseratten ab 12.00 Uhr den gut sortierten Bücherflohmarkt durchstöbern. Der Erlös aus dem Verkauf der Bücher kommt den besonderen Artenschutzprojekten des Zoos zugute. Wer eine kurze Pause braucht und sich stärken will, schaut bei der Hütte der Tiergartenfreunde e.V. vorbei. Dort verkauft der Förderverein des Zoos frische Waffeln und die Vereinsmitglieder freuen sich auf interessante Gespräche.

Übrigens: Für die Projekte während der Veranstaltung „Sesam, öffne Dich!“ entstehen keine Zusatzkosten. Alle Führungen sind bereits im normalen Eintrittspreis für den Zoo enthalten.

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Wie leben die Tiere, von denen wir leben?

Gerda Tschira mit Dr. Klaus Wünnemann am Thementisch „Die Welt ist nicht genug“.
Gerda Tschira mit Dr. Klaus Wünnemann am Thementisch „Die Welt ist nicht genug“. (Foto: Zoo Heidelberg)

Interaktive Erlebnisausstellung eröffnet / Nutztiertag brachte Infos, Spiel und Spaß für Kinder und Erwachsene

Mit einem ganz besonderen und in deutschen Zoos einmaligen Projekt präsentiert sich der Zoo Heidelberg wieder einmal von einer unerwarteten Seite. Mit der interaktiven Erlebnisausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“, die durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht wurde, konnte der Zoo wieder einen wichtigen Schritt in puncto Bildungsarbeit beschreiten. Und das Tollste daran: Anfassen ist unbedingt erwünscht. Egal ob Kinder, Eltern, Oma oder Opa – hier kann sich jeder ausprobieren und findet eine neue Sicht rund um die Themen Fleisch und Ernährung.

Verbraucher kennen die tatsächlichen Lebensbedingungen der Nutztiere in der Regel nicht. Verklärende Werbebotschaften der Nahrungsmittelindustrie und Verpackungen, die eine Idylle auf der Weide vortäuschen, stehen oftmals im Widerspruch zur Realität. Und – ganz ehrlich – wer weiß schon, was der Deutschen liebstes Fleisch, das Schweineschnitzel, mit dem Urwald in Paraguay zu tun hat?

Da der Zoo Heidelberg selbst Nutztiere hält, liegt es nahe, dieses Thema aufzugreifen. Zoos haben sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Aus reinen Freizeitinstitutionen sind Orte des Natur- und Artenschutzes geworden. „Wir möchten zeigen, dass man sich trauen kann, auch gesellschaftliche Probleme aufzugreifen und hoffen, als Vorreiter ein gutes Beispiel für andere Zoos und Institutionen zu sein“, erklärt Zoodirektor Wünnemann. „Dass wir für unsere Projektidee die Klaus Tschira Stiftung als Unterstützer gewinnen konnten, zeigt uns, wie wichtig es ist, Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Und dass das richtig Spaß machen kann, können die Besucher ab sofort selbst beim Wiegen, Drehen, Puzzeln, Ziehen und Schieben erfahren. Besonders erfreulich war, dass Frau Gerda Tschira selbst den ersten „Testlauf“ durchgeführt und für außerordentlich gut befunden hat.

Für Zoo-Besucher ergab sich dazu am vergangenen Montag eine besondere Gelegenheit. Beim „Nutztiertag im Zoo“ gab es viel Interessantes rund um das Thema Nutztiere zu erleben und zu erfahren. Nicht nur die interaktive Ausstellung „Vom Alltagsbraten zum Sonntagsbraten“ konnten die Besucher ausgiebig testen, auch ein buntes Programm sorgte für schöne Momente. Besonderen Spaß brachte den Besuchern, sich beim Wettmelken zu messen. Aber auch die Informationen von Zoo, Zooschule und BUND rund um Nutztierhaltung, Klima und Umwelt erfreuten sich regem Interesse. Ebenso die Fütterungen bei den Alpakas und Trampeltieren waren gut besucht.

Die Dauerausstellung wandert dann im nächsten Jahr nach Fertigstellung des neuen Streichelzoos auf das Entwicklungsgelände an ihren endgültigen Standort und ist bereits im Zoo-Eintritt enthalten.

Mit seinem Abschlusssatz trifft Herr Dr. Wünnemann den Nagel auf den Kopf: „Wenn wir mit unserer Ausstellung jeden zweiten Besucher dazu bewegen könnten, in der Woche 200 Gramm weniger Fleisch zu essen, könnten über drei Millionen Kilogramm Fleisch im Jahr eingespart werden.“ Ist das nicht ein erstrebenswertes Ziel?

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Nutztiertag im Zoo Heidelberg am Montag, 2. Oktober

Als besonderes Highlight dürfen Zoo-Besucher beim Nutztiertag am 2. Oktober die
Als besonderes Highlight dürfen Zoo-Besucher beim Nutztiertag am 2. Oktober die Alpakas füttern. (Foto: Zoo Heidelberg)

Die Zoo-Besucher erwartet ein ganz besonderer Tag

Wie leben die Tiere, von denen wir leben? Wer sich schon einmal diese Frage gestellt hat, kann am 2. Oktober von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr rund um die Nutztiere – vom hiesigen Schwein bis hin zum Asiatischen Elefanten – allerlei Interessantes erfahren. Ein buntes Programm garantiert viel Spaß für Kinder und Erwachsene. Ob sich beim Wettmelken messen, Alpakas und Trampeltiere füttern oder dem Tierpfleger Löcher in den Bauch fragen – ein Ausflug in den Zoo Heidelberg lohnt sich auf jeden Fall.

Vielfältiges Programm für Besucher

  • 10.00 - 16.00 Uhr: Verschiedene Infostände von Zoo, Zooschule und BUND, Bastelstand und Wettmelken im Eingangsbereich vor dem Wunschbrunnen

  • 11.45 Uhr: Futterbeschäftigung Esel & Schweine am Esel & Schweine-Gehege

  • 12.15 Uhr: Besucher füttern Alpakas beim Alpaka-Gehege

  • 14.00 Uhr: Tierpflegersprechstunde zum Thema Nutztiere beim Streichelzoo

  • 14.45 Uhr: Besucher füttern Alpakas beim Alpaka-Gehege
     
  • 15.00 Uhr: Besucher füttern Trampeltiere beim Trampeltier-Gehege
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