Pressemitteilungen

Heidelberger Zoobesucher kommen ins Wimmelbuch

Porträtier-Stunden für „Heidelberg wimmelt“ am Freitag und Samstag im Zoo

Welches Kind liebt sie nicht? Die Wimmelbücher, die nie langweilig werden und in denen es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Und noch schöner als ein allgemeines Wimmelbuch ist eines, in dem man seine eigene Umgebung wiedererkennt.

Nun ist ein Wimmelbuch zu Heidelberg im Entstehen. Zu diesem Zweck hält sich die Wimmelzeichnerin Kimberley Hoffman gerade in der Stadt auf. Sie recherchiert, fotografiert und zeichnet die schönsten Plätze und die wichtigsten Gebäude, die Heidelberg bietet. Dabei darf natürlich auch der Zoo nicht fehlen mit den beliebtesten Tieren und seiner großzügigen Parkanlage - und natürlich mit seinen Besuchern.

Antreffen kann man die Künstlerin am kommenden Freitag und Samstag im Zoo. Dort können ihr die Besucher beim Zeichnen zusehen und sich einen Eindruck verschaffen, wie ein Wimmelbuch entsteht. Kimberley Hoffmann skizziert innerhalb weniger Minuten die charakteristischen Gesichtszüge und platziert die gezeichneten Figuren später in der Szenerie der Wimmelbilder. Wer einmal ausprobieren möchte, wie er als Wimmelfigur aussieht, kann sich für zehn Euro zeichnen lassen. Das Bild kann direkt mitgenommen werden und die Figur wird Teil des Heidelberg-Wimmelbuchs. Dafür lädt sie am kommenden Freitag, 22. Juli 2016 von 12 bis 14 Uhr und Samstag, 23 Juli 2016 von 11 bis 14 Uhr zu Porträtier-Stunden in den Heidelberger Zoo ein.

Das Heidelberg-Wimmelbuch wird rechtzeitig vor Ostern 2017 im Silberburg-Verlag erscheinen und kann gleich bei der Autorin vor Ort bestellt werden. Wer sich in die bereitliegende Bestell-Liste einträgt, bekommt das Buch nach Erscheinen direkt nach Hause geschickt.

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ShonaArt-Workshops beginnen Ende Juli

ShoaArt-Workshop im Zoo

Bildhauerkunst aus Zimbabwe im Zoo Heidelberg

ShonaArt-Workshops beginnen Ende Juli

Steinskulpturen aus Zimbabwe gehören zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene. Einige besonders schöne Exemplare, die dem Zoo Heidelberg in den letzten Jahren von großzügigen Kunst- und Zoofreunden gespendet worden sind, kann man an unterschiedlichen Orten im Zoo bewundern.

Besonderes Highlight im letzten Jahr war die Entstehung eines einmaligen Kunstwerks direkt im Zoo Heidelberg. Einer der talentiertesten Bildhauer Zimbabwes, Sydney Majengwa, hat über Wochen eine fast lebensgroße Giraffenskulptur aus dem Serpentinstein, der aus Zimbabwe importiert worden war, gehauen. Regelmäßige Zoobesucher hatten die Möglichkeit, Woche für Woche den Fortschritt nachzuverfolgen und den Künstler bei der Arbeit zu beobachten. Die Giraffe, die frech an den Blättern eines Baumes zu zupfen scheint, steht auf einer Wiese in der Nähe der Afrikaanlage.

Wer sich in etwas kleinerer Dimension künstlerisch ausleben und entfalten möchte, hat ab 30. Juli die einzigartige Möglichkeit, bei einen der zimbabwischen Steinbildhauer tiefere Einblicke in die Shona-Kunst zu erhalten und unter Anleitung seine eigene Skulptur mit Hammer, Meißel, Raspel und Feile zu erschaffen. Die Arbeit am Stein selbst zu erleben ist eine ganz besondere Erfahrung, die durch die Zusammenarbeit mit den Künstlern aus Zimbabwe vertieft wird. Die Kurse finden direkt im Zoo auf der „Pelikanwiese“ statt. Die Teilnahmegebühr beträgt für die ersten 2 Tage je Tag 60,00 €. Jeder weitere Tag kostet 40,00 €. Der Zooeintritt ist in der Kursgebühr enthalten. Hinzu kommen Materialkosten in Höhe von 3,00 € pro Kilo original Serpentinstein aus Zimbabwe. Die Werkzeuge werden gestellt. Weitere Informationen zu den Workshops und Anmeldeunterlagen können per Mail unter bildhauen@shona-art.com oder telefonisch unter 02302 9787428 angefordert werden.

Termine Bildhauer-Workshops 2016

30.07. bis 14.08.2016: Washington Matafi

15.08. bis 11.09.2016: Diana Nyakudya und Tago Taszvitya

Die Teilnehmer können Ihren Workshop zu jedem Termin im genannten Zeitraum beginnen und für eine gewünschte Anzahl an Tagen buchen.

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Welt-Elefantentag am 12.08.2016: Sonderveranstaltung im Zoo Heidelberg

Welt-Elefantentag im Zoo Heidelberg
Elefantenherz (c) Petra Medan

**Keine Karten mehr verfügbar**Verantstaltung ist ausgebucht**

Besonderes Highlight für Elefanten-Liebhaber: Vorverkauf für exklusive Abendveranstaltung startet am 11.07.2016

Am 12. August ist Welt-Elefantentag. Mit diesem Tag soll auf die akute Gefährdung dieser sensiblen Riesen aufmerksam gemacht werden, deren Bestand durch immer weiter schrumpfende Lebensräume und rücksichtslose Wilderei immer kleiner wird. Etwa 35.000 Elefanten werden jedes Jahr wegen ihres Elfenbeins getötet.

Um die Zucht Asiatischer Elefanten erfolgreich zu unterstützen, hat sich der Zoo Heidelberg 2010 entschieden, im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) Elefanten-Jungbullen, die nach ein paar Jugendjahren den jeweiligen Familienverband verlassen müssen, bei sich aufzunehmen. Hierfür wurde ein spezielles Elefantenhaus mit weitläufiger Freianlage für bis zu 4 Jungbullen errichtet. Am 21. Juni 2010 gab es dann den Startschuss für diese Deutschland-Premiere: Der damals fünfjährige „Thai“ zog als erster in die Heidelberger Jungbullen-WG ein. „Was so selbstverständlich und unspektakulär klingt, war ein wichtiger Schritt für die Elefantenzucht in Europa“, erklärt Heidelbergs Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Vor zwanzig Jahren haben viele noch geglaubt, dass die Elefanten in den Zoos mangels Nachwuchs aussterben. Heute beginnen wir spezielle Einrichtungen für Elefantenbullen zu bauen, weil sich die Zucht so erfolgreich entwickelt hat. Wir sind stolz darauf, dass wir als erster deutscher Zoo es gewagt haben, mit der Haltung einer Jungbullengruppe neue Wege zu gehen und Erfahrungen zu sammeln, die für die Zukunft der Elefantenhaltung bedeutsam sind.“

Elefant „Thai“ ist im August 2014 in den Zoo Zürich umgezogen. Er hat dort als Zuchtpartner für die jungen Elefantenkühe zur Erhaltung der Asiatischen Elefanten bereits tatkräftig beigetragen.

Wer mehr über Elefanten und insbesondere über die vier Bewohner der Heidelberger Jungbullen-WG erfahren möchte, hat am Welt-Elefantentag die Möglichkeit, sich im Rahmen einer exklusiven Abendveranstaltung über diese faszinierenden Tiere zu informieren. Nach dem Empfang um 18:30 Uhr am Elefantenhaus mit einem Begrüßungsgetränk stehen die Tierpfleger für alle Fragen rund um die Dickhäuter Rede und Antwort. Bei einer Führung hinten den Kulissen erhalten die Teilnehmer Einblick in für Zoobesucher gesperrte Bereiche. Auch das ansonsten strikte Fütterungsverbot wird unter Aufsicht der Tierpfleger an diesen Abend aufgehoben: Das derzeitige Quartett im Zoo Heidelberg „Tarak“, „Gandhi“, „Kin Yadanar Min“ und „Ludwig“ werden sich mächtig über einen Extra-Snack in Form von Äpfeln freuen, die die Gäste ihnen zuwerfen dürfen. Als besonderer Abschluss der etwa dreistündigen Veranstaltung haben die Besucher die Möglichkeit, bei einer Versteigerung ein von den Heidelberger Elefanten gemaltes Bild zu ergattern. Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann wird als Auktionator einige besondere Kunstwerke anbieten. Revierleiter Stefan Geretschläger informiert: „Unsere Elefanten benutzen für ihre einzigartigen Gemälde ganz professionell Leinwände, Pinsel und Acrylfarbe. Mit rund 40.000 Muskeln im Rüssel ist es für die Elefanten kein Problem, den Pinsel sicher zu führen.“ „Mitbieten lohnt sich“, so Geretschläger. „Auf die Teilnehmer der Auktion wartet ein besonderes Erlebnis: Der Käufer des Bildes, das den höchsten Preis erzielt, bekommt die einmalige Gelegenheit, eine Malstunde bei den Elefanten zu besuchen!“.

Für diese besondere Abendveranstaltung können Interessierte ab 11. Juli im Vorverkauf ein Veranstaltungsticket für 28 € (Kinder 22 €) an der Zookasse erwerben. Wer die Zeit vor Veranstaltungsbeginn für einen ausgiebigen Zoorundgang nutzen möchte, kann mit dem Ticket am Veranstaltungstag jederzeit früher den Zoo betreten. Letzte Zutrittsmöglichkeit ist um 18:30 Uhr.

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Artenschutz beginnt vor der (eigenen) Haustür

Nistkästen für Mauersegler am Parkhausdach.
Nistkästen für Mauersegler am Dach des Zoo-Parkhauses montiert. Foto: Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg beteiligt sich an der europaweiten Kampagne „Let it grow“

Entdecke die Artenvielfalt vor deiner Haustür und lass es wachsen! Mit diesem Aufruf startet der Zoo Heidelberg seinen Beitrag zur europaweiten Kampagne der EAZA (European Associations of Zoos and Aquaria). Im Zweijahres-Rhythmus starten in den Zoos in ganz Europa Informations- und Aufklärungskampagnen zum Natur- und Artenschutz, die Schwerpunkte auf spezielle Themen legen.

Mit der aktuellen Kampagne LET IT GROW, zu Deutsch „lass es wachsen“ wird das Thema der Biodiversität vor der eigenen Tür aufgegriffen. Die bis Ende 2017 laufende Kampagne soll das Bewusstsein für die Vielfalt der Natur im eigenen Umfeld fördern. Sie soll Möglichkeiten aufzeigen, der Biodiversität Schutz zu bieten und sie wachsen zu lassen. Artenschutz ist in Europa ebenso wichtig wie in den tropischen Regenwäldern, denn auch bei uns sterben alljährlich mehrere Tierarten aus, weil Lebensräume vernichtet bzw. verändert werden.

Beim Artenschutztag am Sonntag, den  3. Juli, geben Mitarbeiter des Zoos praktische Anregungen, wie sich jeder Einzelne an der Kampagne beteiligen kann. Zoobesucher können sich an unterschiedlichen Infoständen über die heimische Artenvielfalt und die jeweiligen Bedürfnisse informieren. Das Zooteam gibt Auskunft über Insekten, Vögel und Amphibien aus der Region. Bei der kommentierten Waschbärenfütterung erfahren die Besucher zudem interessante  Aspekte über die sogenannten invasiven Tierarten – also Tiere, die aus ihren ursprünglichen Heimatgebieten zu uns gebracht wurden, sich inzwischen hier angesiedelt haben und so das biologische System beeinflussen. Anhand großer Modelle kleiner Krabbeltiere wie Fliege, Käfer oder Schmetterling können Klein und Groß auf Tuchfühlung mit der Insektenwelt gehen. Am Bienenstand informiert der Imker über sein Handwerk und die Bienenhaltung, während sich die großen und kleinen Zoobesucher bei der Herstellung eines eigenen Insektenhotels als Architekt und Naturschützer über können.

Wer mehr über das Schutzprojekt des Europäischen Feldhamsters erfahren möchte, trifft an der Hamsterhütte im Zoo die richtigen Ansprechpartner. Der Schutz der heimischen Artenvielfalt wird bereits an vielen Stellen im Zoo praktiziert. Im Umfeld der Gehege finden sich zahlreiche Schlupfwinkel für kleinere heimische Tierarten. Es gibt Insektenhotels für die Kleinsten und Nistgelegenheiten für Störche. Vor ein paar Tagen wurden zudem spezielle Bruthilfen für Mauersegler am Dach des Zoo-Parkhauses montiert und im gesamten Zoo kann man Nistkästen für Fledermäuse und einheimische Singvögel entdecken.

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Blessbock-Herde im Zoo Heidelberg vergrößert sich

Junger Blessbock
Blessbock-Jungtier. Foto: Manuel Stumpf/Zoo Heidelberg

Drei junge Blessböcke tollen mit der Verwandtschaft auf der Afrikaanlage

In die Blessbock-Herde in Zoo Heidelberg kommt Bewegung. Der diesjährige Nachwuchs – der jüngste Bock kam am 22. Juni zur Welt – springt und tollt gemeinsam mit den Elterntieren bereits auf der Außenanlage umher.  Als typische Fluchttiere unternehmen die Jungtiere gleich nach der Geburt die ersten Steh- und Gehversuche und stehen wenige Minuten später schon mehr oder weniger sicher auf den Beinen.

Das erst wenige Tage alte Kalb bleibt trotz aller Neugier noch nah bei seiner Mutter und wird bald mit den anderen Tieren auf der weitläufigen Afrikaanlage umherstreifen und seine Umgebung erkunden. Interessant zu beobachten ist das Zusammenspiel mit den anderen Bewohnern auf der Anlage: In Heidelberg leben die Blessböcke gemeinsam mit Großen Kudus, Zebras und Straußen auf einem Terrain, das hinüber bis zu dem Teich der Pelikane reicht. Solche Vergesellschaftungen sind in modernen Zoos inzwischen üblich, aber es ist für Besucher und Zoomitarbeiter immer wieder aufs Neue ein spannendes Bild, die vergesellschafteten Tiere in Interaktion zu erleben.

Blessböcke verdanken ihren Namen der auffälligen Blesse, die sich über den gesamten Nasenrücken zieht. Bei den Jungtieren ist diese jedoch noch nicht ausgebildet: Der Nachwuchs trägt ein hellbraunes Jugendkleid, mit dem er in den Landschaften seiner Heimat gut getarnt ist.

Diese Antilopenart ist nur im südlichen Südafrika heimisch. Die geselligen Paarhufer ernähren sich ausschließlich von Gräsern und Kräutern, die wegen ihrer schwer verdaulichen Zusammensetzung wiedergekäut werden müssen.

In Südafrika gab es vom Blessbock Ende des 19. Jahrhunderts nur noch etwa 2.000 Tiere, er war von der Ausrottung gefährdet. Nur durch ein besonderes Auswilderungsprogramm von Tieren aus den ansässigen Tierparks und Zoos konnte der Bestand wieder stabilisiert werden, sodass inzwischen wieder über 200.000 Blessböcke im südlichen Afrika leben.

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Neues Blau für die Mähnenrobben

Mähnenrobbe mit Glocke im Zoo Heidelberg
Mähnenrobbe im Zoo Heidelberg. Foto: Theresa Häberle/Zoo Heidelberg

Sanierung des Robbenbeckens im Zoo Heidelberg abgeschlossen

Das Robbenbecken im Heidelberger Zoo erstrahlt in neuem Glanz: das ehemalige Hellblau, das an ein typisches Schwimmbecken erinnerte, wurde  durch ein tiefes Meeresblau ersetzt. Die optische Umgestaltung geschah jedoch nicht, um den Zoobesuchern ein neues Bild zu bieten, sondern hat einen wichtigen medizinischen Hintergrund.

Da ein heller Untergrund das UV-Licht sehr stark reflektiert, erhöht sich die Gefahr von Erkrankungen der Hornhaut bei den Meeressäugern. Durch einen dunkleren Beckengrund kann dieses Risiko minimiert werden, wie auch Erfahrungen in anderen Zoos zeigen.

Die Umgestaltungsmaßnahmen gingen trotz wetterbedingter Verzögerungen zügig vonstatten, sodass die Zoobesucher nur knapp zwei Wochen auf die beliebte Robbenvorführung verzichten mussten. Während der Umbauphase waren die Mähnenrobben im Robbenhaus untergebracht. Dort verbringen die Robben auch die Zeiten, wenn freitags der Außenpool abgelassen und gereinigt wird. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, arbeiteten die Tierpfleger weiterhin täglich mit ihnen hinter den Kulissen. Medizinisches Training, Salzwasserbäder und extra Beschäftigung hielten die Tiere bei Laune.

Diese Woche konnten die Mähnenrobben zum ersten Mal ihren neugestalteten Außenbereich auskundschaften. Anfangs erkennbar verhalten erkundeten sie mit Hilfe ihrer sensiblen Barthaare die Tiefen des Beckens. Bei der ersten kommentierten Fütterung trauten sie teils dem neuen Belag besonders in der Flachwasserzone noch nicht ganz und blieben lieber im tieferen Bereich des Wassers. Stück für Stück oder vielleicht besser gesagt Fisch für Fisch arbeiten die Tierpfleger nun daran, den Robben auch dieses Terrain wieder vertraut zu machen.

Die Heidelberger Mähnenrobben sind eine südamerikanische Art der Ohrenrobben. Sie kommen entlang der Küsten Südamerikas vor. An ihrem kräftigen Gebiss erkennt man, dass die Meeressäuger Raubtiere sind. Bei der täglich (außer freitags) stattfindenden kommentierten Fütterung können sich die Besucher davon besonders eindrucksvoll überzeugen, wenn der Pfleger tief in das Maul des stattlichen Bullen Atos blicken lässt. Gemeinsam bilden Atos, die Weibchen Maike, Sneaky, Lea und Awa sowie die beiden Jungtieren Carlos und Arielle, die 2014 in Heidelberg geboren sind, eine der erfolgreichsten Zuchtgruppen dieser stattlichen Robbenart in einem Zoo. Die informative Fütterung gehört zu den Highlights eines jeden Zoobesuchs in Heidelberg.

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Außergewöhnliches Flüsterprojekt

Schuldirektor Eberhard Wolff und Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann am Flüs
Schuldirektor Eberhard Wolff (links) und Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann am Flüsterspiegel

Auszubildende übergeben Flüsterspiegel an den Zoo Heidelberg

„Flüstere mir mal was“ heißt es ab sofort im Zoo Heidelberg. Direkt vor dem Teich der Pelikane steht seit Ende letzter Woche ein sogenannter Flüsterspiegel: Zwei große gewölbte Schalen in leuchtendem Grün stehen im Abstand von 17 m und ermöglichen den Besuchern den Selbstversuch. Über diesen weiten Abstand ist es möglich, auch leise gesprochene Worte – unhörbar für Außenstehende – auf die gegenüberliegende Seite zu übertragen. Die Funktionsweise erklärt sich über die besondere Art der Schallübertragung.

Die Anlage mit den beiden ca. 140 cm hohen Parabolspiegeln entstand als europäisches Schulprojekt der Carl-Bosch-Schule Heidelberg und der Landesberufsschule Hallein (A) in Zusammenarbeit mit dem Physikalischen und dem Kirchhoff-Institut der Universität Heidelberg. Gemeinsam entwickelten Auszubildende und Lehrkräfte diese Anlage als anschauliche Präsentationsmöglichkeit der Schallübertragung. Die Umsetzung wurde durch die großzügige Unterstützung von Frau Gerda Tschira ermöglicht.

Bei der offiziellen Übergabe, die am Freitag im Rahmen eines kleinen Empfangs im Zoo stattfand, dankten der Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und die Schulleitung beider Schulen besonders den Auszubildenden und Schülern, die sich sowohl in der Planung als auch in der konkreten Umsetzung vor Ort einbrachten. Eberhard Wolff, Schuldirektor der Carl-Bosch-Schule Heidelberg, erläuterte in seiner Ansprache den Grundgedanken der Zusammenarbeit als positive Ebene für das kulturelle Verständnis mit dem Nachbarland. Dies bestätigte auch Manfred Kastner, Landesschulrat für Salzburg, der mit einem Team der Landesberufsschule Hallein angereist war, in seinen Worten über die gute Beziehung der beiden Schulen. Frau Gerda Tschira, Schirmherrin des Projekts, erfreute die Gäste durch die Zusammenfassung der Projektgeschichte in Gedichtform.

Nachdem die Auszubildenden selbst den Anwesenden sowohl die Idee und Umsetzung als auch die Funktion der Flüsterspiegel erklärten, waren alle eingeladen, es selbst auszuprobieren und vor den Parabolspiegeln Platz zu nehmen. Der Standort Zoo offenbart interessante Betrachtungsparallelen zu physikalischen Aspekten. Viele Tiere machen sich ebenfalls die Schallübertragung durch Nutzung entsprechender Formen zu nutze. Durch die Verwendung von Höhlen oder Mulden verstärken verschiedene Tiere den Schall ihrer Rufe und erreichen dadurch eine akustische Verstärkung.

Hören wurde bereits als Thema in der Zoo-Ausstellung „So hören Tiere“ aufgenommen, die seit März im Explo Heidelberg besucht werden kann und nach dem Umzug des Explo künftig im Zoo zu sehen sein wird. „Die Wahrnehmungsformen von Tieren und entsprechender Technik über interaktive Objekte zu vermitteln, ist eine interessante Ergänzung zu den klassischen Zoothemen“ betont Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Idee, das Objekt im Zoo zu installieren. „Wer bei so manchem Tier genau hinschaut, kann immer wieder faszinierende Phänomene entdecken, die sich der Mensch zunutze gemacht und in unterschiedlicher Technik umgesetzt hat. Und die Natur hat noch wesentlich mehr Raffinesse zu bieten.“

Es ist die zweite Anlage, die von Auszubildenden der Carl-Bosch-Schule umgesetzt wurde. Bereits 2015 wurde eine erste Flüsterspiegelanlage von Auszubildenden und Lehrkräften der Landesberufsschule Hallein/Salzburg und der Carl-Bosch-Schule sowie Ausbildern des Kirchhoff- und des Physikalischen Instituts der Universität Heidelberg an einer Schule für Behinderte in Salzburg aufgestellt. Und weitere Projekte in Zoos sollen möglichst folgen, wie von beiden Schulen zu hören war.

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Kein Platz mehr für heimische Tiere?

Europäischer Nerz (© Florian Möllers, Bohmte)

Mit dem Europäischen Nerz zog ein stark gefährdeter Vertreter der verdrängten Tierarten in den Zoo Heidelberg

Unter dem Titel „Leben vor unserer Haustür“ entstand 2014 ein neues Areal für die Waschbären im Zoo Heidelberg. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Feldhamstern, Wanderratten, verschiedenen heimischen Vogelarten und Bienen bewohnen die ursprünglich in Nordamerika beheimateten, nun aber auch in Deutschland ansässigen „Neubürger“ das 540 Quadratmeter große Areal. Der Zoo informiert über invasive Arten in Deutschland und weist auf die daraus resultierende Bedrohung für die heimische Tierwelt hin. Der Waschbär ist ein populäres Beispiel: Kaum ein anderes Tier rückt dem Menschen so auf die Pelle wie dieser Kleinbär. Wenig bekannt ist jedoch, dass sich mittlerweile schon über 260 „Neubürger“ (Neozoen) in Deutschland etabliert haben, die teilweise gravierenden Schaden in der Flora und Fauna anrichten.

Mit dem Europäischen Nerz zog nun ein Vertreter der „Verliererseite“ in den Zoo Heidelberg. Ursprünglich fast überall in Europa beheimatet, gilt das kleine Raubtier nun als stark gefährdet. Sein attraktives Fell machte den Europäischen Nerz zum begehrten Jagdobjekt, wodurch die Population in Europa immer mehr dezimiert wurde. Lediglich in einigen Regionen Frankreichs, Weißrusslands und Spaniens sowie im Donaudelta in Rumänien, Estland und Russland leben noch vereinzelt Europäische Nerze. Vor rund 100 Jahren verschwand der Nerz aus Deutschland. Zu starke Bejagung und der Verlust natürlicher Gewässer hatten ihn an den Rand der Ausrottung gebracht. In den 1920er Jahren kamen mit den ersten Nerzfarmen auch die ersten amerikanischen Nerze, die Minke, nach Europa. Durch mangelnde Sicherung entkamen einige Tiere und übernahmen die letzten Lebensräume ihrer verdrängten Verwandten.

Als in den 1990er Jahren radikale Tierschützer mit spektakulären Aktionen begannen, tausende Minke aus Nerzfarmen zu befreien, standen die Weichen auf Invasion. Auch wenn die meisten der freigelassenen Tiere die ersten Tage nicht überlebten, da sie beispielsweise Autos oder Hunden zum Opfer fielen, fanden zahlreiche überlebende Tiere an den Ufern deutscher Bäche und Seen, der ehemaligen Heimat des Europäischen Nerzes, ein neues Zuhause.

Die Problematik der eingebrachten neuen Bewohner offenbarte sich im Rahmen von Projekten zur Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes in Deutschland. Die größeren und aggressiven nordamerikanischen Nerze verjagen die europäische Verwandtschaft aus ihren eigenen Habitaten. Der Kampf ist jedoch noch nicht verloren. Beispielhaft ist die Beteiligung von EuroNerz e. V. am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Europäischen Nerz. Ziel ist nicht nur, den Bestand in Menschenhand zu erhalten, sondern in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Zoos eine Erhaltungszucht und damit eine Gründerpopulation für Wiederansiedlungen in geeigneten Lebensräumen zu schaffen.

Der Zoo Heidelberg unterstützt dieses Projekt tatkräftig, indem er die Europäischen Nerze der Öffentlichkeit vorstellt. Die Lebensbedingungen für den Europäischen Nerz im Zoo Heidelberg sind optimal. Der kletterfreudige und wasseraffine Vertreter der Marder findet in seinem neuen Zuhause alles, was er für ein abwechslungsreiches Leben benötigt und das Zusammenleben des ersten, männlichen Nerzes mit den Waschbären scheint hervorragend zu funktionieren. Bleibt es dabei, wird das erste tragende Weibchen einziehen, um ihre Jungtiere im Zoo Heidelberg großzuziehen. Für die Ansiedlung eines neuen Bestandes an ausgewählten geeigneten Standorten werden in den nächsten Jahren noch viele Tiere benötigt, um eine starke Gründerpopulation zu schaffen. „Gelingen kann diese wichtige Aufgabe jedoch nur, wenn die Bedingungen im Lebensraum stimmen“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir möchten und müssen darüber aufklären, welche große Bedrohung für unsere Tier- und Pflanzenwelt von invasiven Arten ausgehen kann. Der Europäische Nerz ist das gefährdetste Säugetier Deutschlands und ist im restlichen Europa kaum noch vertreten. Hauptaufgabe ist es nun, dafür Sorge zu tragen, dass noch bestehende mögliche Lebensräume erhalten werden, um einem Gelingen eine Chance zu geben“. Wünnemanns Appell richtet sich auch an die Politik. „Es ist höchste Zeit, sinnvolle Strategien zum Umgang mit bereits etablierten Neozoen zu erarbeiten. Es steht nicht weniger als der Erhalt der biologischen Vielfalt auf dem Spiel“. Auch wenn der weitere Kampf nicht einfach wird, gibt es bereits einen kleinen, jedoch sensationellen Erfolg durch den Verein EuroNerz. Ein im Jahr 2010 gestartetes Auswilderungsprojekt hat nachweislich Früchte getragen: Erste Fotos von im Freiland gezeugten und geborenen Europäischen Nerzen am Steinhuder Meer geben große Hoffnung für eine Wiederansiedlung dieser seltenen heimischen Tiere in Europa.

Eine gute Gelegenheit, sich über invasive Arten und Artenvielfalt zu informieren und dabei noch einen Blick auf den neuen Bewohner zu erhaschen, bieten Informationsveranstaltungen zum „Tag der Artenvielfalt“ am 3. und 5. Juni und am Artenschutztag am 3. Juli im Zoo Heidelberg.

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Seltener Schopfhirsch im Zoo Heidelberg geboren

Junger Schopfhirsch mit Mutter auf der Wiese
Jungtier Trixie wurde am 18.04.2016 geboren. Foto: Petra Medan

Große Freude über einen kleinen Hirsch

Der Heidelberger Zoo ist einer der wenigen Zoos in Europa, der seltene Schopfhirsche hält. Umso größer war die Freude, dass es im April erneut Nachwuchs bei diesen kleinen Paarzehern gab. Mit Trixie haben die Elterntiere Goofy und Mieke bereits zum sechsten Mal für Nachwuchs gesorgt. In den Zoos von Magdeburg, Osnabrück und Berlin leben Nachkommen der Heidelberger Schopfhirsche.

Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge zwischen 110 und 160 Zentimeter. Namengebendes Merkmal dieser scheuen Tiere ist der schwarzbraune Haarschopf am Kopf. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, Lippen, Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Das kleine Geweih, das nur die Männchen tragen, ist meist gänzlich im Schopf verborgen. Männliche Schopfhirsche haben außerdem verlängerte, bis zu fünf Zentimeter lange Eckzähne am Oberkiefer, die sehr prägnant aus dem Maul ragen. Diese werden als Waffe in Kämpfen um Reviere und Weibchen eingesetzt und können dem Rivalen erhebliche Verletzungen zufügen. Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen, das das Partnertier und den Nachwuchs unter anderem vor Gefahr warnt. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blättern, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Zoo Heidelberg erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei.

Beheimatet sind Schopfhirsche im zentralen und südlichen China. Ob es im nördlichen Burma noch Bestände gibt, ist nicht bekannt. Es wurden über einen längeren Zeitraum keine Tiere mehr gesichtet. Die Vernichtung ihres Lebensraumes durch Abholzung und Rodung sowie die starken Bejagung sind dafür verantwortlich, dass diese Hirschart als potentiell gefährdet gilt. Nachzuchten dieser seltenen Tiere sind deshalb besonders wertvoll.

Die Schopfhirsche im Zoo Heidelberg leben gemeinsam mit den Kleinen Pandas in einem großen Gehege. Die gemischte Wohngemeinschaft ist ein schönes Beispiel für eine gelungene Vergesellschaftung verschiedener Tierarten in einem Gehege.

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Nachwuchs bei Mähnenibissen und Inkaseeschwalben

Junge Inkaseeschwalbe (Foto Petra Medan)

Im Zoo Heidelberg übernehmen Tierpfleger übergangsweise Elternrolle

Der Mähnenibis verdankt seinen Namen dem auffallend langen Federschmuck am Kopf und dem mantelartigen Schultergefieder. Auch als Schopfibis bekannt gehört diese Vogelart zur Familie der Ibisse und Löffler. Seine Heimat ist Madagaskar, wo er paarweise sowohl die Trocken- als auch die Regenwälder bewohnt. Die ausgesprochenen Bodenbewohner ernähren sich in erster Linie von Insekten und deren Larven, die im Laub und Moos der Waldböden leben. Wegen des Verlusts an Lebensraum und illegaler Bejagung gilt der Mähnenibis als potenziell gefährdet.

Erst seit einigen Jahren werden Mähnenibisse in wenigen europäischen Zoos gehalten. Im Zoo Heidelberg lebt seit 2014 ein Pärchen Mähnenibisse. Nachdem es im Jahr 2000 im Vogelpark Walsrode zur Welterstzucht in menschlicher Obhut kam, war 2014 die Freude groß, dass von dem Heidelberger Pärchen ebenfalls zwei Jungvögel erfolgreich aufgezogen wurden. In diesem Frühjahr legte das Weibchen erneut Eier. Um ein zweites Gelege dieser seltenen Vogelart zu ermöglichen, nahmen die Pfleger diesmal die Eier aus dem Nest, um sie in der Brutmaschine auszubrüten. Nach ca. 23 Tagen schlüpften nun drei Jungvögel. Die Rolle der Eltern, die Jungtiere über den ganzen Tag verteilt zu füttern, übernehmen nun die Pfleger und füttern die Jungvögel bis zu sieben Mal am Tag. Dies dauert nun noch ca. vier Wochen, bis die Tiere flügge werden und dann das Nest verlassen.

Weiteren Nachwuchs im Vogelrevier des Zoo Heidelberg gibt es auch bei den Inkaseeschwalben im Küstenpanorama. Bei den schiefergrauen Vögeln mit knallrotem Schnabel und dem auffallend nach außen gebogenen weißen 5 cm langen Federbüscheln am Schnabel wurden fleißig Eier gelegt.

Da Inkaseeschwalben jedoch besonders anfällig gegenüber dem für Menschen völlig ungefährlichen Erreger der Vogelmalaria sind, wurden auch hier die Gelege zur Handaufzucht entnommen. Im Zoo Heidelberg wurde eine wirksame Methode gefunden, Vögel gegen eine Infektion mit den Erregern der Vogelmalaria zu schützen. Medikamentelle Prophylaxe und Mückenbekämpfung gehen Hand in Hand, um die empfindlichen Inkaseeschwalben zu schützen. Die sechs Jungvögel, die Ende April geschlüpft sind, werden noch etwa 6 - 8 Wochen von den Pflegern mit der Hand aufgezogen, bis sie flügge werden. Inkaseeschwalben sind an der südamerikanischen Pazifikküste beheimatet und jagen im fischreichen Humboldtstrom. Sie folgen Fischerbooten, um so an Fischreste zu kommen. Auch begleiten sie Seelöwen, Wale und Kormorane, um von ihnen aufgescheuchte Fische zu fangen. Im Zoo Heidelberg kann man die Inkaseeschwalben vergesellschaftet mit anderen Seevögeln in der begehbaren Voliere beobachten.

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