Pebbles ist da – entzückender Nachwuchs mit Knopfaugen und Stupsnase bei Faultierpaar Wilma und Fred

Schönes Foto von Simon Borchardt

Heidelberg, 21. September 2011 / S.  Richter  Dunkelbraune Knopfaugen blinzeln aus dichtem Fell, die große Stupsnase beschnüffelt schon alles, was in seine Reichweite kommt – das ist Pebbles, das am 23. August im Zoo Heidelberg geborene Zweifingerfaultier. Es ist der erste Nachwuchs von Faultierpaar Wilma und Fred und gedeiht prächtig und so gemächlich, wie es sich für ein Faultier gehört.
Bislang war es gar nicht so einfach, Klein-Pebbles zu beobachten und zu fotografieren, da neugeborene Faultiere sich in den ersten vier Wochen gut versteckt im kuscheligen Bauchfell der Mutter festklammern. Für den Zoo Heidelberg ist es die erste Nachzucht bei dieser ungewöhnlichen Tierart, die ihr Leben kopfüberhängend in den Bäumen verbringt. Aber wie so vieles im Leben der Faultiere braucht auch das eigenständige Abhängen seine Zeit: Erst mit frühestens sechs Monaten versucht der Nachwuchs kopfüber in der eigenen Astgabel hängen. Bei den Mitarbeitern des Vogelreviers, zu deren Schützlingen neben einer Vielzahl an Vogelarten auch die asiatische Kurzkrallenotterfamilie und die Faultiere zählen, hat nun das große Rätselraten begonnen: Ist es ein Junge oder ein Mädchen? „Man kann das bei Faultieren erst sehr spät erkennen“, so Revierleiter Thomas Bersch, „das wird noch viele Monate dauern.“ Innerhalb der Südamerika-Voliere bewohnen die Faultiere ein eigenes Innengehege, aus dem sie sich, sobald das Thermometer fünfzehn Grad übersteigt, nach eigenem Belieben hinaushangeln können. So stehen die Chancen für Besucher, die Familie in der Voliere zu beobachten, an warmen und trockenen Herbsttagen ganz gut.

Zweifingerfaultiere hängen bevorzugt an ihren bis zum 7,5 Zentimeter langen Sichelklauen als zusammengeknäultes Bündel in einer Astgabel. Bis zu 20 Stunden am Tag wird im Halbschlaf gedöst oder richtig geschlafen! In den verbleibenden Stunden zeigen sich die Tiere durchaus von ihrer aktiven Seite, was so manchen Besucher dann doch überrascht. Ihren einprägsamen Namen haben die Tiere aber aufgrund ihrer langsamen Bewegungsweise erhalten, mit der sie sich, wahrhaft in Zeitlupentempo, durch das Geäst der Bäume hangeln. Sie hilft ihnen nicht aufzufallen, damit Jaguare und vor allem Harpyien, die riesigen Urwaldadler Südamerikas, nicht auf sie aufmerksam werden. Faultiere bewohnen die Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika und dem Amazonasbecken bis zum südlichen Brasilien. Da in diesen Gegenden ihre Nahrung an jungen Blättern, Blüten und Früchten in ausreichender Menge um sie herum wächst, haben sie keine Veranlassung, sich schnell zu bewegen. Soweit die Nahrung nicht mit dem Maul unmittelbar erreichbar ist, wird sie mit den Krallen herangezogen und gemächlich abgefuttert. Faultiere sind – wie viele Be-wohner der tropischen Regenwälder – durch die Abholzung ihres Lebensraums direkt in ihrer Existenz bedroht.