Öffentlicher Vortrag bei Artenschutztreffen in Heidelberg

Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)
Roloway-Meerkatze (Foto: WAPCA)

Überleben in Westafrika – Schutz für stark bedrohte Primaten

Mit Gründung der West African Primate Conservation Action (kurz WAPCA) initiierte der Zoo Heidelberg 2001 ein Schutzprojekt für bedrohte Affenarten in Westafrika. Von Heidelberg aus wird das Projekt gemeinsam mit den Koordinatoren Prof. Dr. Inza Koné und Andrea Dempsey betreut. Inzwischen beteiligen sich 17 europäische Zoos an diesem Schutzprojekt. Besonders die Roloway-Meerkatzen stehen im Fokus der Artenschutzarbeit von WAPCA. Die tagaktiven Baumbewohner zählen zu den 25 bedrohtesten Affenarten weltweit. In Ghana unterhält WAPCA u. a. ein Informationszentrum mit Auffangstation für beschlagnahmte Affen. In den letzten Waldgebieten arbeitet WAPCA eng mit den Wildhütern und der einheimischen Bevölkerung zusammen, um das Überleben der letzten Affen im Freiland zu sichern. Am kommenden Dienstag findet in Heidelberg ein spannender Vortrag zu den Artenschutzaktivitäten in Westafrika statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich bei einem öffentlichen Vortrag über die aktive Artenschutzarbeit zu informieren. Die Koordinatoren der WAPCA, Prof. Dr. Koné und Andrea Dempsey, stellen das Projekt mit viel Bildmaterial und Videos vor und berichten aus ihrem Arbeitsgebiet. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen an die Koordinatoren. 

ÜBERLEBEN IN WESTAFRIKA

Dienstag, 12.12.2017 – 19 Uhr (Dauer bis ca. 20:30 Uhr)

Ort: Neue Universität Heidelberg, Universitätsplatz 1, Hörsaal 14

Vortrag in Englisch. Eintritt frei!

 

Hintergrund zum WAPCA-Artenschautzprojekt

Die Engländerin Andrea Dempsey zog als Koordinatorin für das Projekt 2014 nach Ghana und leitet alle Aktivitäten vor Ort. Prof. Dr. Inza Koné wurde aufgrund seiner Verdienste für bedrohte Tierarten bereits mit Preisen wie z. B. „Future For Nature“ und „Whitley Award“ ausgezeichnet. Er wird als Einheimischer auch die Perspektiven der Einwohner erläutern und so speziell die Problematiken hinsichtlich Leben und Überleben in Westafrika beleuchten.

Um die weiteren strategischen Maßnahmen und Ziele des WAPCA-Projekts zu erörtern, findet in der kommenden Woche am Montag und Dienstag ein Treffen der Projektbeteiligten in Heidelberg statt. Der Zoo Heidelberg lud hierzu den WAPCA-Vorstand sowie die Koordinatoren des Projekts ein. Der Zoo Heidelberg freut sich, die Vorstandsmitglieder aus den Zoos von Mulhouse, Barcelona und London sowie den Berater der Artenschutzorganisation ZGAP zu diesem Treffen zu begrüßen. Diese strategischen Treffen finden nur alle paar Jahre zusätzlich zu den jährlichen Mitgliederversammlungen statt. Schwerpunktthema ist die langfristige Entwicklung der Artenschutzarbeit von WAPCA.

Der Zoo Heidelberg hält und züchtet seit 1999 erfolgreich die bedrohten Roloway-Meerkatzen. Durch die kontinuierlichen Zuchterfolge wurde inzwischen eine wachsende Population in den europäischen Zoos erreicht. Die Tiere in der Auffangstation in Ghana werden zusammen mit der europäischen Population in einem gemeinsamen Zuchtprogramm gemanagt.

Roloway-Meerkatzen leben ausschließlich in einem kleinen Gebiet in den südlichen Landesteilen der Elfenbeinküsteund Ghanas. Genaue Zahlen für die Art sind nicht verfügbar, sie wurden in einigen Wäldern in ihrem Verbreitungsgebiet beobachtet, gelten aber als sehr selten. Schätzungen zufolge ist ihre Population aufgrund von Lebensraumzerstörung und Bejagung in den letzten drei Generationen um mehr als 50 % zurückgegangen. Die IUCNlistet die Roloway-Meerkatze als „stark gefährdet“ (endangered).

Dateien