Neue Tierart im Heidelberger Zoo – asiatische Kurzkrallenotter mit quirligem Nachwuchs

Die fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familien des Heidelberger Zoos
Unsere fünfköpfige Kurzkrallenotter-Familie. Foto von York v. Selasinsky

Heidelberg, 25. März 2011 / S. Richter. Die Zwerge unter den Ottern leben schon seit August 2010 im Heidelberger Zoo – jetzt können Besucher sich an den Kurzkrallenottern mitsamt quirligem Nachwuchs erfreuen. Kurzkrallenotter sind auch als Zwergotter bekannt und in Südostasien heimisch. Mit einem Gewicht von maximal fünf Kilogramm, einer Kopfrumpflänge von 45 bis 61 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 35 cm machen die Tiere ihrem Namen alle Ehre: Kleiner ist keine andere Otter-Art.
Das schöne, neue Gehege mit Rutschbahn und Schwimmbecken direkt am Elefan-tenhaus musste erst fertig gebaut werden, bevor das Zwergotter-Pärchen einziehen konnte. Und schon kurz nach dem Einzug in ihr Innengehege kamen Ende Dezember drei niedliche Zwergotter-Kinder zur Welt. Das Geburtsgewicht der Kleinen beträgt gerade mal 50 Gramm. Die Jungtiere sind anfangs noch nackt und blind. Erst nach fünf bis sechs Wochen öffnen sie ihre Augen und ab der siebten Lebenswoche fangen Sie unter der liebevollen Aufsicht ihrer Eltern mit den ersten Schwimmübungen an. Um den Nachwuchs kümmern sich übrigens beide Elternteile zu gleichen Teilen. Das schöne Wetter lockt die Otterfamilie nun täglich nach draußen. Und da die quietsch fidelen Racker zu den tagaktiven Tieren gehören, können Zoobesucher sie gut beim Spielen beobachten. Kurzkrallenotter sind sehr gesellig – andere Otter sind in der Regel Einzelgänger – und kommunizieren mit einer Reihe von Lauten.
Im Gegensatz zu anderen Otter-Arten, etwa dem Europäischen Fischotter, hat der asiatische Zwergotter nur sehr kurze Krallen, die nicht über die Fingerkuppen hinausragen. Auch fehlen ihm große Schwimmhäute zwischen den Zehen. Dies bringt ihm Vorteile bei der Nahrungssuche, denn seine Beute besteht aus Schnecken, Krebsen und anderen Wirbellosen, nach denen er tastend am und im Gewässerboden sucht. Dies macht die Tiere zu gern gesehenen Gästen bei den Reisbauern in Südostasien, da die Zwergotter deren Felder frei von Ernteschädlingen (zum Beispiel Krebsen) halten. In Malaysia werden die Tiere auch für den Fischfang trainiert, obwohl sie eher selten Fisch jagen und fressen.
Zwergotter zählen zu den gefährdeten Arten, was vor allem an der zunehmenden Zerstörung ihres Lebensraumes liegt.