Nachwuchs bei den zotteligen Poitou-Eseln Der kleine Hengst ist ein echter Springinsfeld

Foto:Peter Bastian. Kleiner Poitou-Hengst im Zoo Heidelberg.

Heidelberg, 14. August 2013, S. Richter  Besucher des Heidelberger Zoos freuen sich sichtlich über den temperamentvollen Nachwuchs bei den Poitou-Eseln. Mit seinen großen Augen, dem samtweichen, noch fast schwarzen Fell, den ewig langen Stelzenbeinen und den aufmerksam nach vorne gerichteten Riesenohren ist das Fohlen dieser großen Eselrasse ein schlichtweg entzückender Anblick. Mutter Resi  brachte ihren Sohn Ende Juni zur Welt und ist eine perfekte Mutter, die sich liebevoll um ihren Kleinen kümmert und seinen großen Appetit stillt.
Später wird aus dem kleinen, ungestümen Kerl noch ein gutmütiger Riese mit langem Zottelfell. Die Poitou-Esel, die ursprünglich aus der Region Poitou-Charentes in Westfrank­reich stammen, gehören zu den schwersten Esel-Rassen der Welt. Im 18. Jahrhundert war es üblich, diese Rasse mit Pferdestuten zu kreuzen und so geduldige und widerstandsfähige Arbeitstiere, die Maultiere, zu züchten. Sogar als Zugtier für Löschzüge wurden dann diese robusten Kreuzungen eingesetzt. Der Ersatz der Nutztiere durch Maschinen und Fahrzeuge führte dazu, dass viele Haustierrassen immer seltener werden. Die Zahl der Poitou-Esel nimmt seit 1950 drastisch ab, so dass sich sogar das Französische Landwirtschaftsministerium eingeschaltet hat. Gezielte Erhaltungsmaßnahmen mit Züchtern und regionalen Naturschutzorganisationen sollen dazu beitragen, dass diese wunderschöne Eselrasse nicht ausstirbt. Die wenigen Poitou-Esel führen heute allerdings meist ein Leben „wie Gott in Frankreich“ – arbeiten müssen sie kaum noch. Im Zoo Heidelberg lassen sie sich von Zoobesuchern gerne hinter ihren beachtlichen Ohren kraulen. Und sie lieben ihre „automatische Fellpflege“, eine gewitzte Konstruktion aus Besen und Stahl, die mitten in ihrem Gehege steht. Genussvoll reiben die Esel ihr langes Fell an den borstigen Besen. Damit können sie wunderbar verfilzte Fellbüschel, Schmutz und Staub loswerden. Vor allem tut ihnen eine solch entspannende Massage einfach gut. Ist die Fellpflegestation besetzt, wird sich gegenseitig beknabbert oder die im Gehege verteilten Baumstämme sorgen für Abhilfe gegen juckende Insektenstiche.

Im Zoo Heidelberg leben nicht nur exotische Tiere aus fernen Ländern sondern auch Tiere aus unserem direktem Umfeld, über die wir viel lernen können: Hühner, Ziegen, Ponys, Schafe, Schweine und die seltenen Poitou-Esel.

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