Nachwuchs bei den Kamelen - der kleine Tobi

Der kleine Kamelhengst Tobi mit seiner Mama Jasmin. Foto von Antje Hoyer

Heidelberg, 1. Juni 2011 / S. Richter Im Zoo Heidelberg hat am 27. April ein hübscher Kamelhengst das Licht der Welt erblickt. Der Kleine ist wie seine Mutter Jasmin weiß gefärbt. Jasmin ist eine fürsorgliche Mutter mit viel Erfahrung und hat in den letzten Jahren bereits fünf Mal für Kindersegen gesorgt. Die ersten Wochen war das kleine Kamel mit seiner Mutter im Stall. Nun kann der kleine Tobi täglich für ein paar Stunden ins Außengehege und erkundet interessiert sein neues Zuhause. Für Zoobesucher ist es immer ein besonders schönes Erlebnis, wenn er mit den Mitgliedern der Herde Kontakt aufnimmt oder freundlich die Besucher beäugt. Was ein Kamel ist, entscheiden übrigens nicht die Höcker. Denn zur Familie gehören, neben dem zweihöckrigen Trampeltier und dem einhöckrigen Dromedar, auch deren höckerlose südamerikanische Verwandte wie Lama und Alpaka. Im Heidelberger Zoo leben eine Trampeltierherde und die drei Alpakas Pia, Pepina und Pepe. Übrigens: Entgegen verbreiteter Meinung speichern Kamele nicht Wasser in ihren Höckern sondern Fett. Bei der Verwertung von Fett entsteht unter anderem auch Wasser. Außerdem sind die Höcker das Zentrum einer ausgeklügelten Klimaanlage. In kalten Nächten können Kamele ihre Körpertemperatur auf 34 °C absinken lassen. Der Trick mit dem Absenken der Körpertemperatur bewirkt, dass sich das Kamel am Morgen über eine längere Zeit durch die Außentemperatur aufheizen kann, bevor eine zu hohe Temperatur entsteht und die Wärmeregulation einsetzen muss. Bei keinem anderen Säugetier der Erde wird das Blut so gut mit dem Wassermangel fertig. Das Trampeltier kann fast ein Drittel seines Körpergewichts an Flüssigkeit verlieren, ohne besonders erschöpft zu sein.

Das Reiten auf einem Trampeltier sieht zwar sehr entspannt aus, ist aber gar nicht so einfach. Das Tier bewegt immer gleichzeitig zuerst das rechte Vorder- und Hinterbein und dann das linke Vorder- und Hinterbein. Dieser sogenannte Passgang schaukelt seinen Reiter wie bei hohem Seegang ganz schön durch. Daher kommt auch der Ausdruck „Wüstenschiff“. Das Kamel ist für die Völker der Wüstenregionen Asiens und anderer Länder von großer Bedeutung. Es ist das einzige Fortbewegungsmittel im sandigen Gelände, in dem selbst Jeeps stecken bleiben würden. Kamele können 40 Kilometer am Tag zurücklegen und dabei 150 Kilogramm Gepäck tragen.