Mandarinenten auf Brautschau

Mandarinentenpärchen
Mandarinentenpärchen - Foto von Peter Bastian

Heidelberg, 31. Dezember 2013, S. Richter Heißes Werben bei strenger Kälte: Während die meisten Zootiere die kalten Tage eher gemütlich verbringen, bricht im Winter die Zeit der balzenden Enten an. Auf dem Flamingo- und Yellowstone-See des Heidelberger Zoos ist derzeit richtig viel los – insbesondere die Balz der bunt gefiederten Mandarinenten ist ein beeindruckendes Schauspiel.
Obwohl die Brutzeit der meisten Wasservögel erst im Frühling beginnt, stellen die Erpel ihr farbenfrohes Gefieder schon jetzt zur Schau, um während der Wintermonate die Weibchen zu beeindrucken. „Dahinter steckt ein geschickter Trick der Evolution“, erklärt Simon Bruslund, der Leiter des Vogelreviers. „Die bunten Erpel fallen Raubtieren natürlich eher ins Auge als die schlicht braunen Weibchen. Überstehen sie dennoch den ganzen Winter unbeschadet, zeugt dies von ihrer Vitalität und ihren Überlebensinstinkten“. Genau dies ist für die Weibchen ein klares Signal für einen passenden und gesunden Partner.

Im Balzkleid tragen die auffällig gezeichneten Mandarinenten-Männchen deutlich verlängerte Kopf- und Wangenfedern in grüner, goldgelber, weißer und purpurglänzender Farbe. Ebenso markant sind die auf dem Rücken segelartig nach oben gerichteten goldgelben Fahnen der Armschwingen. Der Schnabel ist leuchtend rot, die Beine gelblich oliv gefärbt. Die Balz der Mandarinenten ist äußerst sehenswert: In kleinen Gruppen präsentieren die Erpel ihr prächtiges Gefieder, legen ihre Köpfe in die Federsegel und versuchen damit, die Gunst der Weibchen zu erringen. „Sie steigern sich dabei gegenseitig hoch – ein faszinierendes Naturschauspiel, insbesondere bei Sonnenschein. Das muss man einfach einmal gesehen haben“, schwärmt Bruslund.

Auf den Seen des Zoos tummeln sich zurzeit aber auch die Erpel von Braut-, Kolben-, Schell-, Spatel-, Krick- und Eiderenten in auffälligem Gefieder. Ihr heißes Werben wird begleitet von den hellen Balzrufen der Eiderenten. Zu Beginn der Brutzeit im Frühjahr ist der ganze Zauber dann allerdings auch schon wieder vorbei. Die Erpel kommen in die Mauser und tragen fortan ebenfalls wieder ein schlichteres Gefieder, um bei der Aufzucht der Jungen keine Beutegreifer anzulocken. Deshalb empfiehlt Simon Bruslund: „An einem sonnigen Wintertag sollten Besucher unbedingt die Gelegenheit nutzen, um die Balz der Enten auf den Seen unseres Zoos zu beobachten und sich von der Symphonie der Farben mitreißen zu lassen!“