Lebendige Kinderstube im Heidelberger Zoo – dreifacher Nachwuchs bei den Poitou-Eseln

Nachwuchs bei den Poitou-Eseln

Besucher des Heidelberger Zoos können sich über quicklebendigen dreifachen Nachwuchs bei den Poitou-Eseln freuen. Mit ihren großen Augen, dem samtweichen, fast schwarzen Fell, den langen, noch etwas wackeligen Stelzenbeinen und aufmerksam nach vorne gerich-tete Riesenohren sind die Fohlen dieser großen Eselrasse ein entzückender Anblick. Die Stuten Madeleine, Resi und Gala haben kurz hintereinander – am 10., 21. und 22. Oktober – drei gesunde Jungtiere zur Welt gebracht. Alle drei Stuten sind perfekte Mütter, die sich liebevoll um ihre Kleinen kümmern und ihren großen Appetit stillen.

Seit ein paar Tagen ist das lebhafte Dreiergespann gemeinsam im Freien. Das schöne Herbstwetter der letzten beiden Wochen ist für die Jungtiere geradezu ideal, um die Gegend zu erkunden und miteinander zu tollen.

Später werden aus den Kleinen echte Riesen mit langem Zottelfell. Die Poitou-Esel, die ursprünglich aus der Region Poitou in Westfrankreich stammen, gehören zu den schwersten Esel-Rassen der Welt. Im 18. Jahrhundert war es üblich, diese Rasse mit Pferdestuten zu kreuzen und so geduldige und widerstandsfähige Arbeitstiere, die Maultiere, zu züchten. Sogar als Zugtier für Löschzüge wurden die robusten Kreuzungen eingesetzt. Der Ersatz der Nutztiere durch Maschinen und Fahrzeuge führte dazu, dass viele Haustierrassen immer seltener werden. Die Zahl der Poitouesel nimmt seit 1950 drastisch ab, so dass sich sogar das Französische Landwirtschaftsministerium eingeschaltet hat. Gezielte Erhaltungsmaßnahmen mit Züchtern und regionalen Naturschutzorganisationen sollen dazu beitragen, dass diese wunderschöne Eselrasse nicht ausstirbt. Die wenigen Poitou-Esel führen heute wohl meist ein Leben „wie Gott in Frankreich“. Arbeiten müssen sie kaum, auch keine Maultiere mehr produzieren. Im Heidelberger Zoo leben nicht nur exotische Tiere aus fernen Ländern sondern auch Tiere aus unserem direktem Umfeld, über die wir viel lernen können: Hühner, Ziegen, Ponys, Schafe, Schweine und die seltenen Poitou-Esel.

Fotos: Heidrun Knigge, Ann-Katrin Schmauder

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