Immigranten aus dem Wilden Westen – die Waschbären

Unsere Waschbären

Im Heidelberger Zoo leben zurzeit 14 quicklebendige Waschbären – fünf Männchen und neun Weibchen.

Waschbären sind robust gebaute Raubtiere mit graubraunem Fell, zwischen 45 bis 65 Zentimeter lang und wiegen durchschnittlich sechs Kilo. Dazu kommt noch der zirka 25 cm lange, geringelte Schwanz. Die hübschen Tiere mit der markanten maskenartige Gesichtszeichnung sind äußerst anpassungsfähig. Der Waschbär ist der am weitesten verbreitete Vertreter der Familie der Kleinbären und war ursprünglich nur in Mittel- und Nordamerika beheimatet. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist er aber auch auf dem europäischen Festland heimisch, nachdem er dort aus Pelztierfarmen und Gehegen entkommen ist oder ausgesetzt wurde. Auch in Deutschland ist er zunehmend im städtischen Siedlungsraum anzutreffen. Die tägliche Waschbärfütterung im Heidelberger Zoo ist bei den Besuchern sehr beliebt – kein Wunder, denn es ist ordentlich was los, wenn die quirligen Tiere bei der Gelegenheit ihre ausgezeichneten Kletterfähigkeiten zeigen.

Und woher hat der Waschbär seinen Namen? Der Name ist im Grunde ein Missverständnis, denn dem Waschbären geht es gar nicht ums Waschen. Tastend und fühlend nimmt er die Welt wahr. Und da er dies oft entlang von Gewässern tut, wurde das Kratzen und Tasten als „Waschen“ fehlinterpretiert. Mit Fingern, die so feingliedrig sind wie bei kaum einem anderen Tier außer den Affen, befühlt er das Innere eines Baumlochs oder den Rand eines Baches, unter dessen Wasseroberfläche er Larven und Schnecken aufspürt. Da er mit der gleichen Hingabe Schuhe, Schlüssel, Sonnenbrillen oder Reißverschlüsse der Tierpfleger befingert, müsste man ihn eigentlich eher Tastbär oder Fummelbär nennen. Auch an Babyschnullern nuckelnd wurden die Heidelberger Waschbären schon öfter von Tierpflegern ertappt. Leider ist das weitaus weniger lustig, als es aussieht oder klingen mag.

Gummischnuller und generell alle Gegenstände, die Besucher in das Gehege werfen, sind potentiell sehr gefährlich für die Tiere, die an verschluckten Gegenständen schwer erkranken können.

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