"Häkkinen" ist ein flotter Feger

Der Vorstand der Tiergartenfreunde Heidelberg freut sich über Häkkinen

Heidelberg, 28.4.2012, von Timo Teufert, RNZ

Einer Schildkröte den Namen des Formel-1-Rennfahrers Mika Häkkinen zu geben, mutet auf den ersten Blick schon etwas merkwürdig an. Denn die Seychellen-Riesenschildkröten im Heidelberger Zoo sind nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Doch die weibliche Riesenschildkröte "Häkkinen", die seit dem 24. Februar im Tierpark lebt, ist außergewöhnlich flott unterwegs. Am Freitag übergaben die Tiergartenfreunde eine Spende in Höhe von 17.000 Euro, mit der der Zoo das Tier kaufen konnte.

"Der Kauf eines Tieres ist die absolute Ausnahme, wir haben gar kein Budget dafür", berichtet Zookuratorin Sandra Reichler. Normalerweise tauschen Zoos untereinander Tiere oder überlassen sie einem anderen Park. Doch "Häkkinen" lebte bei einem privaten Besitzer im Raum Köln. "Wir wollten das Tier sehr gern haben", berichtet die Biologin. Denn die gut 50 Jahre alte "Häkkinen" soll nicht nur schon einmal Eier gelegt haben, sondern sich nach ihrer Ankunft auch schon brennend für ihre männlichen Artgenossen im Gehege interessiert haben.

"Ein Zuchterfolg wäre eine Sensation", weiß Reichler. Denn in Menschenhand vermehren sich Riesenschildkröten sehr selten, auch weil nur wenige Weibchen darunter sind. In Europa gab es bei den Seychellen-Riesenschildkröten bislang keinen Nachwuchs, im Züricher Zoo züchtet man erfolgreich Galapagos-Schildkröten. Doch "Häkkinen" ist im richtigen Alter und so hegen die Zoo-Verantwortlichen große Hoffnungen. "Der Kauf von ,Häkkinen' war ein ganz wichtiger Schritt für uns", unterstreicht deshalb auch Revierleiter Jörg Kubacki. Und auch die Tiergartenfreunde sind zufrieden: "Es immer die angenehmste Pflicht, eine Spende zu übergeben", erklärte ihr Vorsitzender Dietrich Lorenz. Erst die Förderer machten den Kauf des Tieres möglich.
"Wir waren alle sehr erstaunt, wie dynamisch sich das Eintreffen von ,Häkkinen' im Februar gestaltete", berichtet Lorenz. Kaum sei sie im Gehege gewesen, strebte sie in überraschendem Tempo weiter, um sich ohne Umstände zu den beiden Alters- und Gewichtsgenossen zu gesellen. Mit der rund 100 Kilo schweren "Häkkinen" leben nun acht Riesenschildkröten im Zoo, so viele wie sonst nirgendwo in Deutschland. "Der Neuzugang ist eine Bereicherung für unsere tolle Anlage", meint auch der kaufmännische Geschäftsführer, Frank-Dieter Heck.