Große Freude im Zoo Heidelberg – Roloway-Meerkatzenbaby geboren

Roloway-Meerkatze, geboren am 11. März 2011. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 27. April 2011 / S. Richter  Die kleine Roloway-Meerkatze, die am 11. März 2011 das Licht der Welt erblickt hat, gehört zu den etwa 30 Tieren, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren damit ein Viertel des Weltbestandes der Roloway-Meerkatzen in menschlicher Obhut. In Heidelberg dürfen sich die Besucher regelmäßig über Nachwuchs bei den Roloway-Meerkatzen freuen.
Nur noch wenige dieser schönen Tiere leben in ihren Heimatländern Ghana und der Elfenbeinküste. Die Roloway-Meerkatze steht kurz vor der Ausrottung. Mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. engagiert sich der Zoo seit vielen Jahren für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Neben kleinen Erfolgen gibt es aber immer wieder Rückschläge. Wildfleisch gehört zur bevorzugten Nahrung nicht nur in Westafrika. Die erlegten Tiere werden weltweit exportiert, es ist ein regelrechter Wildfleischhandel entstanden, der für zahlreiche Tierarten in den Wäldern Afrikas das baldige Aus bedeuten könnte. An wohl kaum einer an-deren Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Der Zoo Heidelberg hält zwei Gruppen Roloway-Meerkatzen. Eine lebt im kleinen Affenhaus, die andere bewohnt ein Gehege im Menschenaffenhaus. Mit ihren langen weißen Bärten und ihren flinken Sprüngen durchs Geäst gehören sie zu den beliebtesten und elegantesten Tieren im Zoo. Dazu kommt, dass man sie außer im Zoo Heidelberg nur noch in München und in einigen französischen Zoos sehen kann.
Deshalb ist die Geburt der kleinen Meerkatze, deren Geschlecht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht, ein großer Erfolg für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm dieser seltenen und ausgesprochen schönen Affenart aus Westafrika. Für Mama Manou, eine äußerst fürsorgliche Mutter, ist es bereits das vierte Kind. Der Vater der ersten Jungtiere war noch das Männchen Yaya, das leider vor einigen Jahren starb. Lange musste der Zoo auf ein unverwandtes neues Männchen aus einem anderen Zoo warten bis im letzten Jahr „Owen“ aus Doue la Fontaine in Frankreich als neuer Zuchtpartner für Manou an den Neckar kam. Alle Hoffnung lag auf ihm, würde er als neuer Partner von Manou akzeptiert werden? Vertragen sich die beiden Tiere? Doch die Sorge war unbegründet, es war Liebe auf den ersten Blick und das Resultat daraus springt nun durch das Gehege.
In den ersten Wochen klammert sich das Jungtier fast ausschließlich an den Bauch der Mutter. Seit kurzem erkundet es seine Umgebung schon alleine und begeistert die Zoobesucher durch kecke Spielversuche.
Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Doch die Situation in Ghana ist dramatisch, betont Kuratorin Sandra Reichler: „Wenn das Roloway-Jungtier sechs Jahre alt sein wird und damit im fortpflanzungsfähigen Alter, könnten diese wunderschönen Tiere in Ghana bereits ausgestorben sein“.