Gayale verlassen den Heidelberger Zoo

Gayal im Heidelberger Zoo
Gayal im Heidelberger Zoo

Heidelberg, 11. Februar 2011 / Richter
Mit einem weinenden Auge verabschiedet sich der Heidelberger Zoo von seinen Gayalen. Die beeindruckenden Rinder, die bis zu 800 Kilo schwer werden und in Süd- und Südostasien beheimatet sind, gehören zu den sogenannten alten Haustierrassen, die der Heidelberger Zoo beherbergt. Die Tiere – ein Bulle und zwei Kühe – ziehen Ende der nächsten Woche in den Tierpark Berlin, der dann der einzige Zoo in Europa ist, der die gutmütigen Schwergewichtler mit den gewaltigen Hörnern hält. Dort freut man sich schon auf die Ankunft von Karlson, Karoline und Karla und hofft, dass Karlson die Berliner Herde mit Nachkommen beglücken wird. Die Gayale werden es also gut haben und sicher schnell Anschluss bei ihren Artgenossen finden.
Allerdings bedeutet das für den Zoo, dass mit dem Umzug der Gayale nach Berlin eine weitere attraktive Tierart schweren Herzens abgegeben muss. Nach Nashörnern, Geparden, schottischen Hochlandrindern, Tapiren und einigen anderen Tierarten sind die Gayale die nächsten, auf die die Besucher aus Platzgründen verzichten müssen. „Unsere Tiere brauchen aus tierhalterischer Sicht mehr Platz, aber das Gelände des Zoos wird immer kleiner“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Bereits 1956 musste der Zoo ein Teilgelände für den Bau der Jugendherberge abtreten und seit 1986 muss der Zoo Gelände für den Bau der Straßenbahn in das Neuenheimer Feld freihalten. In diesem Jahr baut der Zoo auf dem Zoo-gelände ein Parkhaus. Die knapp 400 Stellplätze werden dringend gebraucht, weil durch den Bau der Frauenklinik erneut Parkflächen in der Nähe des Zoos wegfallen. Auf dem Bauab-schnitt befinden sich zurzeit noch die bei den Kindern sehr beliebten Shetland-Ponys. Deshalb wird die Gayal-Anlage vorübergehend für die Ponys umgebaut.
„Die Entwicklung des Zoos hängt in entscheidenden Punkten von der Erweiterung des Zoo-geländes ab, das zurzeit noch vom Reiterverein genutzt wird“, so Wünnemann. „Die besondere Atmosphäre des Zoos leitet sich nicht zuletzt aus der Synthese von Gehegen und Pflanzungen, von Bäumen, Sträuchern, Blumen und Tieren her. Damit der Tiergarten ein Garten mit vielen Tieren und schönen Gehegen bleibt, in dem sich alle wohlfühlen, brauchen wir mehr Platz!“

Wer die Gayale in Heidelberg noch einmal besuchen möchte, sollte dieses Wochenende und den Anfang der nächsten Woche nutzen.